Mittwoch, 30. August 2017

New Mountain Finance: 9,5 Prozent Dividendenrendite - und das zum Buchwert!

In meinen Investor-Updates notiere ich in unregelmäßigen Abständen aktuelle Einschätzungen zu Unternehmen meiner Empfehlungsliste und wie sich diese ggf. auf mein Investment-Portfolio ausgewirkt haben. Darüber hinaus auch zu Unternehmen, die ich noch nicht hier im Blog vorgestellt habe, die sich jedoch in meinem Depot befinden.

Neulich habe ich über mein Dividenden-Depot berichtet, das ausschließlich Business Development Companies (BDCs) und einen Real Investment Trust (REIT) enthält. Das liegt natürlich an den attraktiven Dividendenrenditen jenseits der 5% und an den regelmäßigen Ausschüttungen. Denn die Dividenden erhalte ich teilweise monatlich, ansonsten zumindest quartalsweise.

»Eine Kuh für ihre Milch, eine Henne für ihre Eier, und eine Aktie, verdammt, für ihre Dividende.«
(Bill Miller)

Damit hat es Bill Miller sehr treffend auf den Punkt gebracht. Doch natürlich ist die Dividendenrendite nicht das einzige Kriterium, das man beachten sollte. Jedenfalls nicht, wenn man möglichst lange Freude an seinem Investment haben möchte. Daher sollte man schon genau(er) hinsehen, wenn man sich einen "Hochprozenter" ins Depot legt wie New Mountain Finance.

Die Deutsche Beteiligungs AG und der unbemerkte Rekordgewinn

Kurz nach dem Brexit-Votum im letzten Sommer hatte ich mich in meiner Kolumne mit der Deutschen Beteiligungs AG befasst, einem unscheinbaren, langweiligen und oft übersehenen Unternehmen. Das hatte gerade sein Quartalsergebnis präsentiert und das war deutlich eingebrochen, weil die DBAG in Großbritannien aktiv ist und dort einige Unternehmensbeteiligungen hält. Und dank der Angst vor dem Brexit waren die Aktienkurse kräftig ins Rutschen gekommen und in der Folge hat die DBAG die Werte ihrer UK-Beteiligungen entsprechend nach unten angepasst. Denn anders als nach HGB bilanzierenden Unternehmen, fließen bei der IFRS-Rechnungslegung auch die aktualisierten Wertansätze von Vermögen, und somit Beteiligungen, in die Gewinn- und Verlustrechnung mit ein.

Nun ist das mit Quartals- und Geschäftszahlen so eine Sache. Einerseits sind sie sehr nützlich, um sich über den Erfolg der Unternehmensentwicklung zu informieren. Andererseits verzerren sie auch bisweilen das Bild auf das große Ganze, weil sie einen stichtagsbezogenen Überblick geben. Und manchmal passieren genau um diesen Stichtag herum Dinge, die man bei genauerem Blick eigentlich berücksichtigen müsste. So war es auch mit dem Brexit-Votum. Die Aktienkurse gaben zum Ende des ersten Halbjahrs 2016 massiv nach, aber schon einige Wochen später hatten sie den Schock mehr als verdaut. Es war also absehbar, dass das hierdurch negativ beeinflusste DBAG-Quartalsergebnis im darauffolgenden Quartal wieder ausgeglichen würde. Mindestens. Der Aktienkurs hatte sich allerdings noch nicht wieder erholt. Und deshalb hatte ich auf dieses Schnäppchenangebot hingewiesen.

Montag, 28. August 2017

Funkwerk muss die Jahresprognose anheben. Und stapelt dennoch weiter (zu) tief...

Die Funkwerk AG aus Kölleda habe ich seit gut 15 Monaten als Turnaround-Spekulation auf meiner Empfehlungsliste und mit einer Kursverdreifachung führt sie das Ranking unangefochten an. Sie erzielte damit die gleiche Performance wie Berkshire Hathaway. Die brauchte dazu allerdings sechs Jahre.

Nachdem der einstige Börsenliebling jäh abgestürzt und an den Rand der Pleite geschlittert war, hat sich Funkwerk in den letzten Monaten wieder gefangen. Unternehmerische Fehlentscheidungen, Verluste, Kurseinbruch und ein drohendes Delisting aufgrund eines Übernahmeangebots des Großaktionärs liegen hinter den gebeutelten Aktionären und nachdem die Geschäftszahlen für 2016 bereits den Turnaround bestätigen konnten, kann Funkwerk nun mit weiteren guten Nachrichten punkten.

Börsenweisheit der Woche 35/2017

"Den Markt zu timen, ist ein Spiel für Dumme, wohingegen die Zeit im Markt dein größter Vorteil ist."
(Nick Murray)

Sonntag, 27. August 2017

PennantPark Floating Rate Capital: 8 Prozent Dividendenrendite bei monatlicher Zahlung

In meinen Investor-Updates notiere ich in unregelmäßigen Abständen aktuelle Einschätzungen zu Unternehmen meiner Empfehlungsliste und wie sich diese ggf. auf mein Investment-Portfolio ausgewirkt haben. Darüber hinaus auch zu Unternehmen, die ich noch nicht hier im Blog vorgestellt habe, die sich jedoch in meinem Depot befinden.

Neulich habe ich über mein Dividenden-Depot berichtet, das ausschließlich Business Development Companies (BDCs) und einen Real Investment Trust (REIT) enthält. Das liegt natürlich an den attraktiven Dividendenrenditen jenseits der 5% und an den regelmäßigen Ausschüttungen. Denn die Dividenden erhalte ich teilweise monatlich, ansonsten zumindest quartalsweise.

»Eine Kuh für ihre Milch, eine Henne für ihre Eier, und eine Aktie, verdammt, für ihre Dividende.«
(Bill Miller)

Damit hat es Bill Miller sehr treffend auf den Punkt gebracht. Doch natürlich ist die Dividendenrendite nicht das einzige Kriterium, das man beachten sollte. Jedenfalls nicht, wenn man möglichst lange Freude an seinem Investment haben möchte. Daher sollte man schon genau(er) hinsehen, wenn man sich einen "Hochprozenter" ins Depot legt wie PennantPark Floating Rate Capital.

Samstag, 26. August 2017

Gladstone Investment: 9 Prozent Dividendenrendite bei monatlicher Zahlung

In meinen Investor-Updates notiere ich in unregelmäßigen Abständen aktuelle Einschätzungen zu Unternehmen meiner Empfehlungsliste und wie sich diese ggf. auf mein Investment-Portfolio ausgewirkt haben. Darüber hinaus auch zu Unternehmen, die ich noch nicht hier im Blog vorgestellt habe, die sich jedoch in meinem Depot befinden.

Neulich habe ich über mein Dividenden-Depot berichtet, das ausschließlich Business Development Companies (BDCs) und einen Real Investment Trust (REIT) enthält. Das liegt natürlich an den attraktiven Dividendenrenditen jenseits der 5% und an den regelmäßigen Ausschüttungen. Denn die Dividenden erhalte ich teilweise monatlich, ansonsten zumindest quartalsweise.

»Eine Kuh für ihre Milch, eine Henne für ihre Eier, und eine Aktie, verdammt, für ihre Dividende.«
(Bill Miller)

Damit hat es Bill Miller sehr treffend auf den Punkt gebracht. Doch natürlich ist die Dividendenrendite nicht das einzige Kriterium, das man beachten sollte. Jedenfalls nicht, wenn man möglichst lange Freude an seinem Investment haben möchte. Daher sollte man schon genau(er) hinsehen, wenn man sich einen "Hochprozenter" ins Depot legt wie Gladstone Investment.

Freitag, 25. August 2017

Was ist... ein Short-Squeeze?

Ein Short-Squeeze ist eine besondere Form einer Käuferpanik an der Börse, die zu stark steigenden Kursen eines Wertpapiers führt. Dabei geht sie eigentlich auf die Annahme sinkender Aktienkurse zurück. Insbesondere in den USA ist es üblich, dass Langfristinvestoren ihre Aktien auf Zeit verleihen und dafür eine Gebühr einstreichen. Sie haben dann während der Laufzeit dieser Leihe keine Gelegenheit, die Aktien zu verkaufen. Der Ausleihende hingegen hat die Absicht, diese geliehenen Aktien sofort an der Börse zu verkaufen. Er muss sie jedoch spätestens zum Ende der leihe wieder zurückkaufen, um sie dem Verleiher zurückgeben zu können.

Short-Selling
Dieses Procedere macht daher nur dann Sinn, wenn der Ausleihende sich ziemlich sicher ist, dass die Aktien stark fallen werden. Denn dann verkauft er heute noch zu relativ hohen Kursen in der Annahme, sie zu einem späteren Zeitpunkt deutlich niedriger zurückkaufen zu können (sog. Short-Selling bzw. Leerverkaufen). Die Differenz ist sein Gewinn - abzüglich des Entgelt, das er für die Aktienleihe bezahlen musste.

Je näher das Ende Leihfrist rückt, desto risikoreicher wird es für den Short-Seller. Denn sollte der Aktienkurs zwischenzeitlich wider Erwarten steigen, würde sein potenzieller Gewinn dahinschmelzen und ggf. sogar in einen Verlust umschlagen. Und genau dies kann zu einem Short-Squeeze führen, einer Kaufpanik der Short-Seller. Wenn nämlich viele auf sinkende Kurse setzen, der Kurs jedoch stark ansteigt, wollen sich einige Leerverkäufer noch schnell mit den Aktien eindecken, bevor der Kurs noch weiter ansteigt und sie in Bedrängnis bringt. Doch genau diese zusätzliche Nachfrage bei einem ohnehin schon ansteigenden Aktienkurs führt zu einem weiteren Anheizen der Kaufseite und somit zu noch stärker steigenden Aktienkursen. Für den Leerverkäufer entsteht so ein Teufelskreis, eine Kaufpanik der Short-Seller. Für alle anderen Aktionäre ist es eine willkommene Kurssteigerung.

Donnerstag, 24. August 2017

Unsichere Zeiten beim Pumpenspezialisten KSB

„Im Kern sind Unsicherheit und Kapitalanlage Synonyme“ lehrt uns Benjamin Graham. Leider hat er damit Recht. Aktionäre lieben Verlässlichkeit, Beständigkeit, Zuverlässigkeit, denn hierauf können sie am einfachsten ein Investmentszenario aufbauen und es kalkulieren. Überschaubare, genau kalkulierbare Risiken werden ins Verhältnis gesetzt zu den Chancen und wenn diese überwiegen, wird die Aktie gekauft.

Soviel zur Theorie, denn in der Praxis läuft es meistens anders. Alleine schon deshalb, weil Risiken eben nicht immer vorhersehbar sind und bisweilen ganz plötzlich auftauchen und weil auch jedes noch so langweilige und beständige Geschäftsmodell nicht davor gefeit ist, von neuen Ideen oder Konkurrenten bedrängt zu werden. Eine gewisse Unbeständigkeit und Risikolage sind bei Aktienanlagen elementar und je mehr Sicherheit man verlangt, desto höher und unattraktiver ist der Preis. Denn für jedes Gramm Sicherheit muss man extra bezahlen.

Darüber hinaus gibt es Phasen im Leben eines Unternehmens, in denen es besonders unsicher zugeht. Wenn sich zum Beispiel die konjunkturelle Lage verschlechtert oder sich die Rahmenbedingungen der Branche verändern. Oder aber bei hausgemachten Problemen. In solchen unsicheren Zeiten schrumpfen oft die Gewinne und die Umsätze und damit auch die Aktienkurse. Denn Anleger meiden Unsicherheit. Doch gerade dann schlägt die Stunde der Value Investoren, die sich antizyklisch positionieren und in Krisenzeiten in Unternehmen einkaufen, weil sie im gefallenen Aktienkurs eine Übertreibung sehen und den Wert des Unternehmens deutlich höher taxieren.

Dienstag, 22. August 2017

Technotrans erhöht nach Top-Zahlen die Gewinnprognose um ein Drittel

Der Technologiekonzern Technotrans ist schon länger kein Geheimtipp mehr und nachdem man für 2016 das beste Geschäftsjahr in diesem Jahrzehnt und dazu noch ein bärenstarkes Auftaktquartal vermelden konnte, legte man nun sogar noch eine Schippe drauf. Denn im zweiten Quartal ging das rasante Wachstum unvermindert weiter und sprengt alle Erwartungen!

Die Zahlen
Der Umsatz stieg im ersten Halbjahr 2017 um 62,3 Prozent auf 103,2 Mio. Euro, während das operative Ergebnis (EBIT) um 92,2 Prozent auf 8,4 Mio. Euro zulegte. Dies entspricht einer EBIT-Marge von 8,2 Prozent (Vorjahr: 6,9 Prozent). Nach dem starken Auftaktquartal lief auch das zweite Quartal in nahezu allen Unternehmensbereichen besser als erwartet: Hier stieg der Umsatz um 52,0 Prozent auf 50,4 Mio. Euro, während sich der Gewinn auf EBIT-Basis auf 4,1 Mio. Euro (Vorjahr: 2,3 Mio. Euro) verbesserte.

Die Gründe
Der Wachstumskurs im ersten Halbjahr ist auf zwei wesentliche Faktoren zurückzuführen. Zum einen leisteten die im vergangenen Jahr akquirierten Gesellschaften einen Umsatzbeitrag in Höhe von 28,4 Mio. Euro. Dabei wächst Technotrans nicht nur anorganisch durch die Zukäufe, sondern auch sich selbst heraus. Hier summierte sich das Wachstum auf 11,2 Mio. Euro (plus 17,7 Prozent) und der Gewinn nach Steuern wurde auf 6,1 Mio. Euro annähernd verdoppelt, was einer Umsatzrendite von 5,9 Prozent entspricht (Vorjahr: 5,0 Prozent).

Montag, 21. August 2017

Investments konzentrieren oder diversifizieren?

Benjamin Graham war ein großer Befürworter des Diversifizierens. Seiner Überzeugung nach kann eine möglichst breite Streuung im Portfolio das Risiko deutlich reduzieren, Opfer von hochemotionalen Kurseinbrüchen zu werden.

Und Peter Lynch kaufte für seinen Fonds immer mehrere Werte eines ganzen Sektors, wenn er bei einem Unternehmen auf eine Perle gestoßen war - allerdings war dies natürlich auch dem enormen Investitionsvolumen des Magellan-Fonds geschuldet, für den die Börsenkapitalisierungen vieler Einzelwerte einfach zu klein waren.

»Warum sollte ich die zweitbeste Aktie kaufen, wenn ich die beste haben kann?«
(Warren Buffett)

Warren Buffett hingegen lehnt diese Strategie ab und ist ein klarer Verfechter des "Focus Investing". Einige wenige sehr gute Werte sollen das Portfolio beherrschen und weitere Titel allenfalls Beimischungen sein. Er ist der Überzeugung, dass man nur die besten Unternehmen auswählen und von diesen dann so viele Aktien wie möglich kaufen sollte. Buffett spekuliert nicht mit Aktien, er investiert in Unternehmen, er beteiligt sich, wird Partner. Diese von ihm bevorzugte qualitative Selektion schließt eine zu große Streuung faktisch aus und im Portfolio seiner Investment-Holding Berkshire Hathaway hatte er die vier größten Positionen mehr als 20 Jahre lang nicht verändert.

Börsenweisheit der Woche 34/2017

"Reichtum bedeutet nicht, eine Menge Geld zu haben, sondern eine Menge Möglichkeiten."
(Chris Rock)

Samstag, 19. August 2017

Dividendeninvestoren setzen auf Business Development Companies (BDCs)

Insbesondere für Dividendeninvestoren stellen Business Development Companies (BDC) eine interessante Anlagekategorie dar, zeichnen sie sich doch durch attraktive Dividendenrenditen aus. Doch üppige Dividendenrenditen sind nicht alles, bei BDCs sind schon einige ganz besondere Aspekte zu beachten, um mit überschaubarem Risiko überdurchschnittliche Renditen zu erzielen.

»Sei niemals abhängig von einem einzigen Einkommen. Investiere, um eine zweite Einkommensquelle zu schaffen.«
(Warren Buffett)

Eine Business Development Company (BDC) ist ein in den USA tätiger Finanzinvestor für kleine und mittlere nicht-börsennotierte Unternehmen. BDCs stellen etablierten Unternehmen sowie Startups Kapital zur Verfügung, entweder in Form von Eigenkapital, so dass die BDC Miteigentümerin wird, oder durch Fremdkapitalhingabe als nachrangige Kredittitel mit niedrigerem Investment-Grade ("Private Debt") oder als sog. Collateralized Loan Obligations (CLO), also verbriefte Unternehmenskredite. Dabei vergeben BDCs ihre Mittel traditionell an kleinere und weniger beachtete Unternehmen, die eine geringere Bonität aufweisen und daher auch höhere Finanzierungskosten akzeptieren (müssen). Diese Unternehmen können sich nicht so leicht über Anleihen und/oder Bankkredite finanzieren und greifen daher gerne auf Eigen- oder Fremdkapitalgaben von BDCs zurück.

Ein wesentliches Merkmal einer BDC ist, dass sie selbst börsennotiert ist und somit Anlegern die Möglichkeit bietet, sich über den Kauf von Aktien der BDC an dem ansonsten eher schwer zugänglichen Markt der privaten Unternehmenskredite und Venture Capital Finanzierungen zu beteiligen. Und das, ohne sich an einem illiquiden, geschlossenen Fonds zu beteiligen, bei dem man als Anleger erst durch Verkauf der Assets bzw. Auflösung des Fonds wieder an sein Geld kommt.

Grundlage: Investment Company Act von 1940
BDCs unterliegen strengen Regularien; sie müssen sich als BDC registrieren lassen und dazu ist erforderlich, dass sie die Voraussetzungen des Investment Company Act von 1940 erfüllen bzw. einer speziell für BDCs geschaffenen Ergänzung aus dem Jahr 1980. Der US-Kongress wollte nämlich jungen, aufstrebenden Firmen dabei helfen, die benötigten Finanzmittel zu erhalten.

Freitag, 18. August 2017

Bei Publity steigt alles: Umsatz, AuM, Gewinn. Nur der Aktienkurs (noch) nicht...

Publity, der erfolgreiche Investor in und Asset-Manager von deutschen Büroimmobilien, hat heute Zahlen für das erste Halbjahr vorgelegt und die bestätigen einmal mehr, dass sich das Unternehmen operativ hervorragend entwickelt. So wurde der Umsatz um 11% auf 12,9 Mio. Euro gesteigert, das EBIT um 27% auf 8,1 Mio. Euro und der Nettogewinn sogar um 31% auf 5,5 Mio. Euro, während die Eigenkapitalquote bei soliden 49 Prozent liegt.

Die Hauptaktivitäten des Unternehmens liegen im Erwerb, der Verwaltung und der Verwertung von gewerblichen Grundstücken und Gebäuden. Dabei konzentriert sich Publity vor allem auf die Ballungszentren Frankfurt und München sowie andere deutsche Großstädte. Zuletzt hat man sich aber auch mit den umliegenden Städten der Randgebiete dieser Metropolen befasst und sich hier stärker engagiert. Das Unternehmen übernimmt dabei alle Aufgaben der Wertschöpfungskette, also die Strukturierung von Anlageprodukten für institutionelle und private Investoren, den Ankauf der Immobilien oder von NPLs (Non Performing Loans) sowie das Asset-Management und die Verwertung/Verkauf. In allen Stadien der Wertschöpfungskette verdient Publity Gebühren und/oder Provisionen.

Bei VTG läuft es (zu) gut: Kosten rauf, Gewinne auch. Aber erst später...

Den Schienenlogistik-Konzern VTG hatte ich Ihnen kürzlich erst wieder ans Herz gelegt und eigentlich läuft für die Hamburger alles wie am Schnürchen. Nun ja, es läuft eben zu gut und daher gab das Unternehmen heute die Anpassung seiner Jahresprognosen bekannt. Und diese Meldung scheint auf den ersten Blick eher zu verwirren, denn man könnte sie als Gewinnwarnung auslegen - und zwar in beider Richtungen.

Und genau das ist auch das Problem, denn aus der bisherigen Formulierung eines konkreten Gewinnziels wurde nun eine Bandbreitenprognose. Und ob sich das Ergebnis eher am unteren oder am oberen Ende einfinden wird, hängt davon ab. Und das gleich von mehreren Faktoren.

Donnerstag, 17. August 2017

Softship: Das Ende aller (Börsen-)Tage. Übernahme und Delisting angekündigt...

Die Tage der Softship AG, einem Hamburger IT-Dienstleister für Spezialsoftware für die Linienschifffahrt, dürften gezählt sein, zumindest die an der Börse. Denn heute hat die CargoWise GmbH, eine 100-prozentige Tochter des Softship-Großaktionärs WiseTech Global Ltd., den übrigen Aktionären ein Delisting-Erwerbsangebot unterbreitet.

"CargoWise GmbH, Bremen (der "Bieter"), gibt heute seine Entscheidung bekannt,
  • ein Angebot an die Aktionäre der Softship AG, Hamburg ("Softship") abzugeben, sämtliche Aktien der Softship (ISIN DE0005758304 /WKN 575830), die nicht bereits vom Bieter gehalten werden 
  • zu einem Angebotspreis von EUR 10,00 in bar je Aktie zu erwerben, d.h. mit einer Prämie von 
    • 9,4% über dem XETRA-Schlusskurs der Softship-Aktie an der Börse Frankfurt am 16. August 2017 von EUR 9,14 
    • 27,1% über dem durchschnittlichen täglichen XETRA-Schlusskurs der Softship-Aktie an der Börse Frankfurt während der sechs Monate vor dem 16. August 2017 von EUR 7,87 (basierend auf XETRA Daten).
Das Angebot wird spätestens am 31. August 2017 veröffentlicht und vor folgendem Hintergrund erfolgen:

"Free Lunch" für Anleger beim Tausch von Kontron-Aktien in S&T?

Eine sehr interessante Frage erreichte mich bzgl. des Umtausches von Kontron-Aktien in S&T. Die österreichische S&T AG habe ich ja schon länger auf der Empfehlungsliste, während ich vor einigen Jahren vor einem Investment in Kontron abgeraten hatte. Und nun...?

"Speziell zu S&T habe ich nun eine Nachfrage in Bezug auf die Verschmelzung mit Kontron. 
Haben wir hier nicht eine free lunch-Situation? Das Umtauschverhältnis ist auf 39 Kontron-Aktien für 10 S&T-Aktien definiert (Umtauschfrist 23.8. bis 19.9). Die Kontron-Aktie steht gegenwärtig bei 3,83 EUR, ergo 39x3,83=149,37 EUR. Gleichzeitig zahlt man aktuell ca. 173,50 EUR für 10 S&T-Aktien am Markt. Das ist eine Differenz von ca. 24 EUR, die man relativ risikolos mitnehmen kann, denn das einzige Risiko besteht doch letztlich darin, dass die Verschmelzung nicht wie geplant eingetragen wird. Dazu kommt noch, dass man je erhaltener S&T-Aktie nochmal 0,15 EUR erhält. 
Nun die Frage, ob ich etwas übersehen habe?!"

Hier meine Einschätzung
Das sieht wirklich verlockend aus. Doch leider hat der Hund doch ein paar Flöhe und die finden sich in den Details der Umtauschbedingungen.

Mittwoch, 16. August 2017

Und was tat sich in Warren Buffetts Depot im 2. Quartal 2017?

Value Investor Warren Buffett, das "Orakel von Omaha", musste für seine Investmentholding Berkshire Hathaway wieder das sog. Formular 13F bei der amerikanischen Börsenaufsicht SEC (Securities and Exchange Commission) einreichen. In diesem vierteljährlich vorzulegenden Dokument müssen institutionelle Asset-Manager ab einem verwalteten Vermögen von $100 Mio. ihre Investments in US-amerikanischen börsennotierter Unternehmen stichtagsbezogen offenlegen.

Veränderungen im 2. Quartal 2017
Auch im abgelaufenen Quartal gab es einige bemerkenswerte Veränderungen an Buffetts Positionen.

Käufe
Überraschen kam Buffetts 10-prozentiger Einstieg Immobilien-REIT (Real Investment Trust) Store Cap Corp., die sich auf Handelsimmobilien mit mittelgroßen Mietern konzentrieren. Die Sorge, ob die Händler dem zunehmenden Druck seitens des Online-Handels gewachsen sein werden und dem entsprechend die Immobilien ihren (Miet-) Wert erhalten können, hatte den Aktienkurs unter Druck gebracht. Der vergleichsweise günstige Einstiegskurs bei einer attraktiven Dividendenrendite und mittel- bis langfristig stabilen Aussichten, dürften für Buffett der Grund für den Kauf gewesen sein.

Die zweite völlig neue Position ist die von Synchrony Financial, der ehemaligen Finanzsparte von General Electric. Die zunehmende Verschuldungskrise privater Haushalte in den USA hat den Kurs taumeln lassen und auch hier stieg Buffett gegen den Trend ein. Er liebt Kreditkartenfirmen und hält ja auch große Pakete an American Express, Mastercard und VISA.

Dienstag, 15. August 2017

MAX Automation mit Halbjahreszahlen: unaufgeregt, solide, weiterhin aussichtsreich...

Die international agierende Beteiligungsgruppe MAX Automation präsentierte Halbjahreszahlen und die sind durchaus einen Blick wert. So liegt der Auftragsbestand mit 189,1 Mio. Euro auf hohem Niveau, der Konzernumsatz legte um 12,6 % auf 180,2 Mio. Euro zu und das Konzern-EBIT vor PPA konnte auf 9,7 Mio. Euro nahezu verdoppelt werden. Infolgedessen hat das Management den Ausblick für Gesamtjahr 2017 bestätigt.

Soweit so gut. Doch die MAX Automation ist in den beiden Kernsegmenten Umwelttechnik und Industrieautomation tätig. Sie verfügt direkt oder indirekt über 11 Beteiligungsunternehmen, von denen nach dem Verkauf der altmayerBTD nur noch Vecoplan dem Bereich Umwelttechnik zuzuordnen ist. Und diese Sparte war bisher das Sorgenkind und hat regelmäßig schwache Ergebnisse eingefahren. Nun hat man "in einem weiterhin herausfordernden Umfeld" zumindest den Turnaround geschafft, vor allem durch Kostensenkungen. Das Ergebnis der Mühe sind nun deutlich verbesserte Zahlen bei Vecoplan. Und so bieten sich hier ganz neue Optionen...

Montag, 14. August 2017

Börsenweisheit der Woche 33/2017

"Beim Investieren geht es nicht darum, andere in ihrem Spiel zu schlagen. Es geht darum, sich selbst im eigenen Spiel zu kontrollieren."
(Benjamin Graham)

Mittwoch, 9. August 2017

VTG bleibt mit Schienenlogistik verlässlich auf Kurs

Der Schienenlogistik-Konzern VTG erfreut sich großer Unbekanntheit, was vor allem darauf zurückzuführen ist, dass man mit seinen Produkten und Dienstleistungen als Otto Normalverbraucher kaum direkt in Berührung kommt. Die Kunden von VTG sind überwiegend große Unternehmen aus den Bereichen Erdöl, Erdgas, Chemie, Nahrungsmittel und Handel. Für diese transportiert VTG Waren durch ganz Europa und das auf der Schiene.

Der Schienenverkehr bietet enorme Kostenvorteile gegenüber seinem Hauptkonkurrenten, dem Lkw auf der Straße, den stetig strengere Vorschriften, wie kürzere Fahr- und längere Standzeiten und Mautkosten gängeln. Zusätzlich kann der Schienengüterverkehr mit seinem großzügigen Platzangebot punkten und vergleichsweise wenig Staus – sofern nicht gerade bei der Bahn gestreikt wird. Andererseits ist der Gütertransport ein Massengeschäft mit dem eher geringe Margen zu verdienen sind. Hier verdient man nur über Menge und Auslastungsgrad.

Und auch von anderer Seite könnte der Schienenverkehr zusätzlichen Rückenwind bekommen, denn es wird angestrebt, die Trassenpreise für den Schienengüterverkehr, die sog. Schienenmaut, deutlich zu senken, was die Güterbahnen in Höhe von 330 bis 350 Millionen Euro pro Jahr entlasten könnte. Damit würde der Schienenverkehr gegenüber dem Lkw weiter an Attraktivität gewinnen und sich damit auch die Nachfrage nach VTG-Waggons weiter erhöhen.

Dabei unterhält die im SDAX beheimatete VTG kein eigenes Schienennetz, wie die Deutsche Bahn oder die amerikanische Union Pacific, sondern sie lebt von der Vermietung von Waggons. Neben Tank-Containern, die auch abseits der Schiene eingesetzt werden können, vermietet man Kessel- und Flachwagen sowie Waggons für Großraumgüter und man stellt diese auch selbst her. Darüber hinaus ist man in der Schienenlogistik tätig und organisiert den Transport von Mineralöl und Chemieprodukten. VTGs Kernmarkt liegt in der DACH-Region, also Deutschland, Österreich und der Schweiz, man ist aber auch in ganz Europa, den USA und Russland aktiv.

Dienstag, 8. August 2017

Erneute Prognoseanhebung: Deutsche Beteiligungs AG zielt auf Gewinnverdopplung

Sie hat es schon wieder getan: die Deutsche Beteiligungs AG hat ihre Zahlen zum abgelaufenen 3. Geschäftsquartal vorgelegt (ihr Geschäftsjahr endet am 30. September und wusste einmal mehr zu überzeugen. Und nicht nur das. Sie hat sogar die im Mai erst erhöhten Jahresziele nochmals angehoben! Doch der Reihe nach...

Die DBAG weist nach den ersten drei Quartalen des Geschäftsjahres 2016/2017 ein Konzernergebnis von 78,6 Mio. Euro aus. Darin enthalten sind insbesondere die sechs bisherigen Exits und anders als bei der Prognoseanhebung im Mai nun auch die Verkaufsgewinne von Formel D, ProXES und Schülerhilfe. Ich hatte ja auf die zu erwartenden positiven Effekte ausgiebig hingewiesen. Und diese drei Deals waren nicht zu unterschätzen, denn nahezu die Hälfte des Ergebnisses nach den ersten neun Monaten (78,6 Mio. Euro ggü. 34,5 Mio. Euro im dritten Quartal 2015/2016) sind hierauf zurückzuführen. Das Konzernergebnis zum 30. Juni 2017 führt zu einer Rendite auf das Eigenkapital je Aktie von 22,1% nach neun Monaten.

Erfreulich ist, dass zu dem überdurchschnittlich guten Konzernergebnis nach drei Quartalen beide Geschäftsfelder der DBAG beitrugen. Im Segment Private-Equity-Investments wirkten sich neben den erfolgreichen Veräußerungen auch höhere Ergebniserwartungen der verbliebenen Portfoliounternehmen positiv aus. Des Weiteren kam dem Wertansatz dieser Unternehmen das höhere Bewertungsniveau an den Kapitalmärkten zugute.

Der Großteil des Nettogewinns stammt mit über 75 Mio. Euro aus dem Beteiligungsgeschäft. Hierbei erhöhte sich der Fair Value der Beteiligungen trotz der Beteiligungsverkäufe aufgrund der Zukäufe und des allgemeinen positiven Marktumfelds um rund 72 Mio. Euro, wodurch der Portfoliowert im Verlauf der ersten neun Monate um über 55 Mio. Euro auf fast 360 Mio. Euro gestiegen ist.

Blue Cap trumpft mit Umsatz- und Ergebnisexplosion auf

Die Münchner Beteiligungsgesellschaft Blue Cap hat heute ihre Halbjahreszahlen präsentiert und die sorgen für Furore. So konnte der Konzernumsatz um über 70% auf 74,4 Mio. Euro gesteigert werden, wobei das operative Ergebnis (EBITDA) bei 7,2 Mio. Euro lag (Vorjahr 3,7 Mio.) und das vorläufige EBIT bei rund 5,8 Mio. Euro (Vorjahr 2,6 Mio.). Diese Zahlen wurden bereits um den Veräußerungserlös der Beteiligung Biolink sowie neutrale Aufwendungen und Erträge bereinigt.

Insbesondere die erst im letzten Jahr erworbene neue Beteiligung Carl Schäfer mausert sich prächtig und auch das neue Schwergewicht Neschen leistet seinen positiven Beitrag zu den hervorragenden Zahlen.

Aus dem Verkauf der 89,85-prozentigen Beteiligung Biolink zum 30. Juni 2017 konnte Blue Cap einen Veräußerungserlös von knapp 41,7 Mio. Euro einstreichen, was in etwa meiner Erwartung entspricht. Die hohen liquiden Mittel sollen zur Abtragung von Bankverbindlichkeiten und für neue Beteiligungsengagements genutzt werden. Hier hat CEO Hannspeter Schubert schon einiges im Auge.

Montag, 7. August 2017

Gewinnrückgang auch im 2. Quartal: Hat Buffett sein goldenes Händchen verloren?

Warren Buffett ist der erfolgreichste Investor aller Zeiten, aber auch er liefert nicht nur Erfolge ab. Gerade musste er für sein Investmentkonglomerat Berkshire Hathaway einen Gewinnrückgang im zweiten Quartal 2017 melden. Nachdem bereits im ersten Quartal 23 Prozent weniger zu Buche schlugen als im gleichen Vorjahreszeitraum, verdiente Buffett nun 15 Prozent weniger als im zweiten Quartal 2016. Der Überschuss sank auf 4,3 Mrd. Dollar und das operative Ergebnis ging um 11 Prozent auf 4,1 Mrd. Dollar zurück.

Anders als im ersten Quartal gab es dieses Mal aber keine so enormen Sondereffekte. Denn im ersten Quartal des Vorjahres wirkten sich die Übernahme von Precision Castparts für 37 Mrd. Dollar und vor allem der Tausch von Duracell gegen den Anteil an Procter & Gamble mit hohen Einmalgewinnen aus. Will man Buffetts Erfolg anhand der Gewinne beurteilen, muss man diese Effekte fairer Weise herausrechnen.

Im Industrie- und Handelsbereich erzielte Berkshire knapp 1,7 Mrd. Dollar an Gewinnen und damit rund 11 Prozent mehr als in der vergleichbaren Vorjahresperiode. In diesem Bereich agieren u.a. Precision Castparts, Lubrizol, See's Candies und die Autohandels- und Möbelgeschäfte.

Im Eisenbahnbereich verspürt BNSF (Burlington Northern Santa Fe Railroad) seit einiger Zeit kräftig Gegenwind aufgrund gefallener Rohstoffpreise für Öl und Kohle. Im zweiten Quartal konnte dieser Trend etwas gestoppt werden und gleichzeitig greifen die Maßnahmen zur Kostenreduzierung bei BNSF. Unterm Strich legte die Profitabilität so um 24 Prozent zu, so dass BNSF 958 Mio. Dollar zum operativen Ergebnis beisteuern konnte.

Börsenweisheit der Woche 32/2017

"Wenn es um Geld geht, gibt es nur ein Schlagwort: 'Mehr!'"
(André Kostolany)

Samstag, 5. August 2017

Genworth Financial: Kommt die Übernahme durch China Oceanwide? Ja? Nein? Egal!

Ich wurde zu meiner aktuellen Einschätzung zu Genworth Financial Inc. gefragt, den strauchelnden US-Versicherer, den ich ja schon seit einiger Zeit als Turnaround-Spekulation begleite und bei dem ich im letzten Oktober riet, auf den Übernahmepoker zu setzen.

"Wie bewertest du den aktuellen Kursverlauf von Genworth Financial im Zusammenhang mit der Wahrscheinlichkeit einer geplanten Übernahme durch China Oceanwide? Ich kann zumindest in den hiesigen Foren keine Informationen finden, die darauf schließen lassen, dass die Wahrscheinlichkeit einer erfolgreichen Übernahme signifikant gefallen ist. Der Kursabschlag zur Übernahmeofferte ist aktuell schon recht groß und bringt mich in Versuchung, meine Position nochmals zu erhöhen. Die Q2-Zahlen waren auch überzeugend. Einzig der Kursverlauf irritiert."

Meine Einschätzung
Genworth Financial Inc. ist einer meiner Jahresfavoriten 2017. Der Kursverlauf ist ein echtes Trauerspiel. Bis jetzt. Ich war ja davon ausgegangen, dass bis Mitte 2017 die Übernahme "durch" ist und man die 5,43 Dollar kassieren kann. Das hat nicht geklappt. Die chinesische Oceanwide und GNW haben jetzt bekannt gegeben, dass sie eine Fristverlängerung bei Genehmigungsbehörden beantragt haben und dass sie den Merger/die Übernahme bis Ende Oktober 2017 anstreben. Alle Konditionen etc. bleiben ansonsten weiterhin intakt. Die Verzögerung belastet natürlich den Kurs, weil die Unsicherheit bleibt, ob die Übernahme wirklich kommt.

»Die Zukunft ist niemals klar: Schon für ein bisschen Gewissheit muss man einen hohen Preis zahlen. Unsicherheit ist deshalb der Freund von Langfristinvestoren.«
(Warren Buffett)

Dass sich die Übernahme um ein paar Monate verzögert, ist nicht schön und verunsichert viele Anleger. Andererseits bietet sich dadurch weiter die Chance, günstig an GNW-Aktien zu kommen. Wie Du schon schreibst, gab es in den letzten beiden Quartalen erfreuliche Ergebnisse.

Mittwoch, 2. August 2017

Lanxess ist Bayers erfolgreich(st)er Spin-off

Der Chemie- und Agrarkonzern Bayer ist nicht nur einer der bekanntesten deutschen Konzerne, sondern auch einer der erfolgreichsten. Und diese Erfolge basieren auf eigener Expertise, wie dem Schmerzmittel Aspirin, und auf geschickten Firmenübernahmen. Dabei wandelt sich insbesondere durch die Zukäufe auch immer wieder das Gesicht von Bayer und die Ausrichtung wird mal ein wenig, mal stärker neu justiert. So wie es auch gerade mit der aktuellen Übernahme von Monsanto geschieht, durch die Bayer seinen Schwerpunkt erheblich in Richtung Agrarchemie und Saatgut verlagern wird. Dabei werden im Rahmen der Übernahme wohl einige Auflagen auf Bayer zukommen und der Konzern vermutlich einige Geschäftsbereiche abgeben müssen, da weltweit die Kartellbehörden monopolartige Konzentrationen verhindern möchten.

Doch nicht nur im Rahmen von Übernahmen hat Bayer sich und sein Geschäft verändert, auch aus eigenem Antrieb heraus erfolgten Verkäufe oder Abspaltungen von Geschäftsfeldern. Eine enorme Veränderung gab es im Jahr 2004, als das damalige Sortiment des Vorgängerunternehmens Bayer Polymers AG neu sortiert wurde. Ein Teil wanderte inklusive der Produktionsstätten in die neue Gesellschaft Lanxess, der andere Teil verblieb im Bayer-Konzern und wanderte in die Bayer MaterialScience AG, die man heute als Covestro kennt und die seit Herbst 2015 ebenfalls an der Börse notiert.

Bayer ist mit 100 Milliarden Euro ein DAX-Schwergewicht, während Covestro mit 13 Milliarden und Lanxess mit 6 Milliarden Euro im MDAX gelistet sind. Doch während Covestro bereits einige Monate nach dem Börsenstart in den MDAX aufstieg, hatte Lanxess einen viel längeren Weg bis dorthin vor sich. Denn Bayer trennte sich bereits 2005 von Lanxess und ließ die Aktien dieses Spin-offs einfach den Bayer-Aktionären zusätzlich ins Depot buchen. Man könnte fast sagen, Bayer entledigte sich einfach der ungeliebt gewordenen Sparte, während man von Covestro nur einen Teil an die Börse brachte und seitdem den Bestand immer mal wieder reduziert. Zuletzt unterschritt man die Schwelle von 50 Prozent.