Sonntag, 14. Januar 2018

Investor-Update: Deutsche Balaton, Deutsche Rohstoff AG, Gladstone Capital, Lloyd Fonds, Marenave, Newtec Business Services, Technotrans

In meinen Investor-Updates notiere ich in unregelmäßigen Abständen aktuelle Einschätzungen zu Unternehmen meiner Empfehlungsliste und wie sich diese ggf. auf mein Investment-Portfolio ausgewirkt haben. Darüber hinaus auch zu Unternehmen, die ich noch nicht hier im Blog vorgestellt habe, die sich jedoch in meinem Depot befinden.

Starker Jahresstart
Nachdem uns die Börsen eine solide Jahresendrallye hingelegt hatten, machten sie in der ersten Woche des neuen Jahres unverändert weiter. Die Kurse zogen deutlich an und vor allem bei den deutschen Nebenwerten gibt es nicht selten prozentual zweistellige Kurszuwächse zu feiern. Und die Rahmenbedingungen für Aktien sind weiterhin gut: niedrige und nur moderat ansteigende Zinsen, steigende Unternehmensgewinne (mit einem zusätzlichen Schub dank der US-Steuerreform), nur moderate Inflation von unter 2%, trotz gestiegenen Ölpreises. Und die politischen Gegebenheiten liefern auch nur geringes Störfeuer...


So steuert Deutschland auf eine Fortsetzung der Großen Koalition zu, die keiner wollte und will. Vor allem nicht CDU und SPD. Doch nach dem Wählervotum gab es nur zwei mögliche Regierungskonstellationen und aus dem Jamaika-Beratungen mit Union und Grünen hat sich die FDP ja davon gestohlen. Letztlich bleibt also nur eine Regierung aus Union und SPD. Und wer meint, Neuwahlen wären die Lösung, scheint ziemlich naiv zu sein und aus den über Jahrzehnte hinweg desaströsen Zuständen in Italien nichts gelernt zu haben: man kann nicht so lange wählen, bis alle zufrieden sind. Und es zeichnet sich eben keine eindeutige Mehrheit ab. Weder Rot-Rot-Grün noch Schwarz-Gelb kommen auf eine Regierungsmehrheit, bei keiner Umfrage sind sie auch nur in der Nähe davon angesiedelt. Und was würde eine Neuwahl aus bringen? Genau, nichts Neues. Es würde am Ende wieder nur zwei mögliche Konstellationen geben und es würden sich die gleichen Leute zu Sondierungen treffen, die es in den letzten Monaten nicht geschafft haben, sich auf ein gemeinsames Regierungsprogramm zu verständigen. Und dann? Neuwahlen nach den Neuwahlen? Und dann ggf. wieder? Lustige Idee. Würde nämlich dazu führen, dass Merkel und die Bundesregierung aus Union und SPD kommissarisch im Amt blieben, bis es eine neue Regierung gibt. Also ebenfalls GroKo. Ne, Leute, die einfachen Lösungen sind hier zu einfach, weil sie einfach nicht funktionieren.

 Quelle: CNN Money - Fear and Greed Index  
Fear-and-Greed-Index wird gieriger
Der Angst-und-Gier-Index von CNN Money krabbelt Stück für Stück in die Höhe und ist inzwischen im Bereich extremer Gier angekommen. Mit 79 Punkten zeigt er also eine sehr positive Stimmung an, ist von Euphorie und Sorglosigkeit allerdings noch ein gutes Stück entfernt. Die Börsenentwicklung seit dem Jahresstart läuft entsprechend und insbesondere die Auswirkungen aus der US-Steuerreform dominieren das Geschehen. Obwohl sie vor allem den Unternehmen höhere Gewinne bescheren wird, die in den USA produzieren und investieren, trifft sie den einen oder anderen doch auch hart, zumindest kurzfristig. Wer Verlustvorträge in seinen Bilanzen hat, wird diese nicht mehr im gleichen Maße nutzen können wie bisher. Das führt zu Einmalabschreibungen bei den Rückstellungen für latente Steuern. Und gerade auch Banken leiden darunter, dass künftig nicht mehr im gleichen Umfang Dienstleistungen ihrer ausländischen Töchter abgerechnet werden und so Gelder aus den USA fließen können. Auch das führt zu einmaligen Abschreibungen, die die meisten Institute noch in ihrer 2017er Bilanz verarbeiten, was zu Gewinnwarnungen für letztes Jahr führt, während die positiven Auswirkungen ab diesem Jahr greifen werden.

So, kommen wir zu meinen Depotveränderungen in den letzten Wochen. Bei meinen deutschen Nebenwerten gab es reihenweise positive News. So konnten Aurelius, Corestate Capital, DBAG und Muehlhan mit Übernahmen punkten und bei der Deutschen Beteiligung wird bereits zu Hauptversammlung Ende Februar eingeladen; die Dividende soll auf 1,40 Euro je Aktie klettern. Der Kurs kennt seit Wochen kein Halten mehr und hat die 50 Euro-Marke inzwischen deutlich hinter sich gelassen. Für Asset Manager stehen aber auch alle Ampeln auf Grün. Und so konnte auch MPC Capital einen lukrativen Immobilien-Deal vermelden und eine aussichtsreiche langfristige Kooperation mit Harrison Street vermelden.


+ Deutsche Balaton / Marenave
Die Deutsche Balaton hat bei Marenave dem Hamburger Asset Manager Ernst Russ den Fehdehandschuh hingeworfen und steuert auf eine heftige Kollision zu. Ich habe mich mit einer sehr überschaubaren Position bei Marenave eingekauft, um hier ggf. profitieren zu können. Als ich mir bei dieser Gelegenheit die Deutsche Balaton näher angesehen habe, fand ich sie auch ziemlich interessant und da sie deutlich unterhalb ihres NAVs notiert, habe ich auch hier zugegriffen.


+ Deutsche Rohstoff
Die DRAG wird erheblich von der US-Steuerreform profitieren und auch in 2017 wird sich diese bereits leicht positiv auswirken. So richtige Wirkung entfaltet die Steuersenkungen allerdings erst ab diesem Jahr und die Analysten von First Berlin sahen sich gezwungen, ihr Kursziel von 22,30 Euro auf 29,30 Euro um rund ein Drittel anzuheben und ihr Votum von Add auf Buy. Dabei kalkulieren sie mit einem durchschnittlichen Ölpreis von $50 (WTI) für 2018 - während der Ölpreis aktuell 30% höher steht. Man könnte also von eher konservativen Annahmen ausgehen und entsprechend einigem positiven Potenzial im Jahresverlauf. Ich hatte meine Position zum Jahresanfang bei Kursen knapp über 20 Euro etwas aufgestockt.


+ Lloyd Fonds
Der Hamburger Asset Manager versucht sich an seinem Turnaround und dieser war zuletzt deutlich ins Stocken geraten. Projekte wurden verschoben, es gab eine heftige Umsatz- und Gewinnwarnung und insbesondere die Art und Weise, wie der Vorstand mit seinen Aktionären umgegangen ist, hat mich vor einigen Monaten die Reißleine ziehen lassen. Nachdem ich knapp 70% Gewinn realisiert hatte, bröckelte der Aktienkurs weiter ab, um dann erneut heftig einzubrechen, als man sich von seinem langjährigen CEO trennte. Was ich für einen Befreiungsschlag halte und als das richtige Signal für einen Neuanfang während des Neuanfangs werte. Meine ursprünglichen Annahmen und damit mein Investmentcase sind wieder in der Spur und ich habe mir erneut Aktien von Lloyd Fonds ins Depot gelegt - nicht wieder ganz so billig, wie bei meinem ersten Einstieg, aber deutlich unterhalb meines vorherigen Verkaufskurses. Mein Investmentcase sollte greifen, wenn auch mit einiger zeitlicher Verzögerung.


+ Newtec Business Services
Newtec ist eine Business Development Caompany und der jüngste Zugang in meinem Dividendendepot. Sie ist keine gewöhnliche BDC, da sie ihre Einnahmen nicht wie in dieser Branche üblich zuvorderst aus einem Kreditportfolio erzielt und daher bei der für BDCs maßgeblichen Kennzahl NII (Net Investment Income), also dem operativen Einnahmen, nicht nur unterdurchschnittliche, sondern sogar negative Ergebnisse aufweist. Das macht sie schwierig vergleichbar mit den anderen BDCs. Allerdings erzielt NEWT durchaus Gewinne und schüttet diese üppig als Quartalsdividenden aus. NEWT ist nämlich ein Dienstleistungsunternehmen für kleine und mittlere Mittelständler. Neben den Kreditvergaben bietet NEWT diesen elektronische Dienstleistungen und weitere Lösungen an. Daher erzielt NEWT nur rund ein Viertel seiner Einnahmen aus seinem Kreditportfolio, während die übrigen BDCs hier zwischen 90% und 100% liegen.

NEWT hat eine Tochtergesellschaft, die als Small Business Administration (SBA) zugelassen ist und diese SBA-Kredite werden von der US-Regierung abgesichert. Man reicht nun diese Kredite mit einem Aufschlag weiter und finanziert selbst dann den nicht garantierten Teil des Kredits mittels einer "Schuld-Verbriefung". NEWT hängt sich also an die staatliche garantierten Kredite dran und die Einnahmen hieraus machen rund die Hälfte der Einnahmen von NEWT aus. Die übrigen Einnahmen stammen aus den Erträgen der weiteren Tochtergesellschaften und den Loan Services.

NEWT weist eine attraktive Dividendenrendite auf, notiert allerdings auch mit rund 25% Aufschlag auf seinen NAV. Den ich durchaus für gerechtfertigt halte, aufgrund des ziemlich einmaligen Geschäftsmodells. Um zu sehen, ob die Dividenden auch verdient und nicht aus der Substanz ausgeschüttet wird, sollte man hier nicht auf das NII zurückgreifen, sondern auf das EPS; 75% der Einnahmen fielen sonst ja unter den Tisch. Und das EPS deckt stets die Dividende, so dass die Payout-Ratio unterhalb von 100% liegt.


+ Technotrans
Nachdem der Kurs seine längere Konsolidierung zum Jahresbeginn endlich abgeschlossen zu haben schien, wartete Technotrans mit betrüblichen Nachrichten auf, die den Kurs um mehr als 10% in den Keller schickten. Denn der langjährige CEO Brickenkamp wird das Unternehmen Ende Juni verlassen. Brickenkamp hat Technotrans durch die Wirtschaftskrise geführt und aus der existenzgefährdenden einseitigen Abhängigkeit von der Druckindustrie befreit. Er ist der Erschaffer der neuen Technotrans und ich hätte ihn gerne weiter an der Unternehmensspitze gesehen. Sein Weggang schmerzt, bietet aber für ttr allerdings auch neue Chancen. Gerade weil man nicht mehr im Krisenmodus ist, sondern sich breit(er) aufgestellt hat und absolute Zukunftsfelder bedient. Das Unternehmen wird also den Weggang verkraften und Herr Brickenkamp wird auch dafür Sorge tragen, dass es einen geeigneten Nachfolger geben wird für "sein Lebenswerk". Am gegenwärtigen und künftigen Erfolg von ttr dürfte das nichts ändern, weshalb ich den aktuellen Sell-off für übertrieben halte und davon ausgehe, dass sich der Kurs bald beruhigen und wieder Richtung 50 Euro aufmachen wird. Deshalb habe ich die Ausverkaufskurse bei knapp über 42 Euro zum Aufstocken meiner Position genutzt.


Cashquote
Meine Cash-Quote liegt weiterhin bei rund 5%. Nicht viel, aber ich sehe den Markt tendenziell eher steigen als fallen und bin daher weitgehend investiert. Das bedeutet auch, dass ich für lukrative Ideen in die Trickkiste greifen muss, um sie mir leisten zu können. Ich habe daher bei einigen Positionen kleinere Teilverkäufe vorgenommen, um Geld für die zusätzlichen Werte zusammen zu bekommen. So viele Ideen, so wenig Geld...

Zu meinen separat geführten Dividendendepot ist noch eine weitere Anmerkung fällig: insgesamt entwickelten sich die BDCs in den letzten Wochen unterdurchschnittlich. Sie haben noch nicht mit den Kursaufschlägen glänzen können, die ich aufgrund der positiven Auswirkungen aus der Steuerreform erwarte für den BDC-Sektor und dann hat natürlich der schwache Dollar weitere Performance gekostet. Im Gegenzug trudelten schöne Dividendenzahlungen ein, so dass die Kursverluste weitgehend kompensiert wurden. Den fünfprozentigen Rücksetzer bei Gladstone Capital habe ich zum Aufstocken meiner Position genutzt.


Meine 7 größten Depotpositionen
Navigator Equity Solutions, Corestate Capital, Blue Cap, Technotrans, Aurelius, MBB, m-u-t.

Kommentare:

  1. Hallo Michael, darf ich mal grundssätzlich zu BDCs fragen: Was für eine Größenordnung von Dividendenrendite kann man von einem BDC-Portfolio mit "vernünftig" ausschüttenden Firmen (vernünftig in dem Sinne dass Erträge, nicht aber Substanz ausgeschüttet werden) realistisch über längere Zeiträume ungefähr erwarten? Und: wahrscheinlich kann man bei BDCs nicht mit steigenden Dividenden rechnen, da sie ja n.m.V. fast alle Erträge ausschütten, oder doch? Viele Grüße Andreas

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    1. Die Dividendenrendite ändert sich ja mit jeder Kursveränderung, deshalb kann man das so pauschal nicht beantworten. Bezogen auf den Einstandskurs sollte man mit BDCs aber schon um die 8% über die Jahre erzielen können.

      Und es besteht durchaus Aussicht auf steigende Dividenden. Zwar schütten BDCs den Großteil ihrer Erträge selbst als Dividende wieder aus, aber sie vergeben ja überwiegend Kredite - und die haben eine feste Laufzeit. Also erzielen BDCs laufende Zinseinnahmen und bekommen das eingesetzte Kapital anschließend zurück. Sie können es also neu vergeben. Des Weiteren profitieren sie von steigenden Zinssätzen, weil sie überwiegend variabel verzinste Darlehen ausgeben. Und insbesondere wenn BDCs über ihrem NAV notieren und ab und zu eine Kapitalerhöhung durchführen, machen sie ja einen zusätzlichen Schnitt. Und das ist so lange doppelt positiv, solange sie dieses frische Geld in neue, hochrentierliche Kredite/Anlagen investieren können.

      Bei solide geführten BDCs kann man über die Jahre durchaus steigende Dividenden erwarten. MAIN, GAIN, TSLX machen es ja vor. Und ggf. eben auch über Extradividenden, die oft bei der Ermittlung der Dividendenrendite übersehen werden...

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    2. Hallo Michael, vielen Dank für die Antwort - 8% p.a. sind deutlich mehr, als ich erwartet hätte. Schon nachhaltige 5% p.a. fände ich exzellent. Wenn man Dividenden als Möglichkeit zur Erzielung eines dauerhaften Einkommens in Erwägung zieht, ist natürlich vor Allem die Nachhaltigkeit - auch in Krisen - wichtig, und es wäre nett, wenn die Dividenden so sehr steigen würden, dass das die Inflation ausgleicht. Aber auch das klingt ja plausibel. Es scheint, als müsste ich mich wirklich dort mal einarbeiten... Danke.

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    3. Aktuell ist sogar die teuerste (und qualitativ hochwertigste) BDC wieder verhältnismäßig attraktiv: Main Street Capital (MAIN) weist "nur" noch einen Aufschlag auf den NAV von 67% auf, weil der Kurs in den letzten Tagen mehr als 7% verloren hat. Grund ist wohl, dass der langjährige CEO Vince Forster im 4. Quartal aufhören wird. Ich denke, das sind (endlich mal wieder) Kaufkurse und habe heute meine Position aufgestockt. Die Dividendenrendite (inkl. der beiden Sonderdividenden) liegt wieder bei knapp 7%, der NAV steigt seit Jahren kontinuierlich an, MAIN schließt regelmäßig neue, attraktive Investments ab und es ist davon auszugehen, dass die Dividende in diesem Jahr erneut angehoben wird. Und mir gefällt, dass MAIN monatlich ausschüttet, man also vierzehn Mal im Jahr die Dividenden gutgeschrieben bekommt.

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    4. Hallo Michael, danke für den Hinweis auf MAIN - ich habe begonnen, mich einzulesen - auch über Deine super Artikel hier. Das Thema sieht wirklich vielversprechend aus, ich muss mich da am Wochenende einmal vertiefen. Zu folgendem habe ich aber bisher keine Einschätzung gefunden: muss man bei einer monatlichen Dividendenzahlung für jeden Dividendentermin die Erstattung der Doppeltbesteuerung über US Quellensteuer beantragen? Wie ist da der Aufwand - vielleicht übernehmen das ja auch manche Broker als Service?

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    5. Ich denke, man sich die zu viel gezahlte US-Quellensteuer gesammelt zurückholen. Die meisten Broker bieten da aber einen standardisierten Service an, wo man einmalig ein entsprechendes Formular ausfüllt und dies dann bei allen Dividendenzahlungen automatisch berücksichtigt wird. Zumindest bei der comdirect funktioniert das so (und reibungslos).

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    6. OnVista rechnet die US-Quellensteuer ebenfalls automatisch an, es erfolgt keine Doppelbesteuerung. Meines Wissens musste ich kein separates Formular ausfüllen, ich habe lediglich bei der Depoteröffnung angekreuzt, dass ich in den USA nicht steuerpflichtig bin.

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    7. Bei OnVista ist die Doppelbesteuerung automatisch bei US werten raus. Wenn man den alleinigen Wohnsitz in Deutschland angibt. Ich habe leider dennoch ein Problem mit OnVista und Apollo Inv. Aktie. Meine am 5.01 ausgezahlte Dividende wurde gestern einfach Storniert. Und ich kann mit der Erklärung der Bank mal so gar nichts anfangen. Ich kopier mal die Passage hier rein, vielleicht kennt sich hier einer aus.

      "Steuerlicher Stichtag 05.01.2018
      Jahressteuerbescheinigung folgt
      Stornierung und Neuabrechnung der Dividende aufgrund einer Änderung der Zahlungsart seitens der
      Wertpapiermitteilungen. Die Neuabrechnung erfolgt als Ausschüttung.
      Verwahrart: Wertpapierrechnung
      Lagerland: USA"

      Es ist mein erstes Storno und bin grad leicht entsetzt, dass es so einfach geht :(

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    8. Ich habe bei der comdirectbank Ärger bei einigen BDCs. Dank MIFID II müssen die Emittenten/Unternehmen nun Informationen einreichen, was noch nicht alle getan haben. Teilweise werden BDCs nun nicht mehr als Unternehmen eingestuft, sondern als AIF (Alternative Investment Fonds). Da die Unterlagen noch fehlen, wird z.B. bei Verkäufen ein pauschaler Steuerabzug von 30% auf den Wertpapierumsatz (!) erhoben. Bis zur Klärung "stundet" man also dem Finanzamt eine Menge Geld.

      Des Weiteren habe ich bei der comidrectbank meinen Freistellungsauftrag geändert, was dort für technische Probleme gesorgt hat. Die haben statt einer Erhöhung den Wert nun rückwirkend per 1.1.2018 auf Null gesetzt und mir ebenfalls neue Steuerbescheinigungen für die bisher eingenommenen Dividenden zugestellt. Und kräftig Zinsabschlagsteuer nachbelastet. Bekomme ich zurück, sobald die das Problem gelöst haben.

      Macht aber alles keinen guten Eindruck. MIFID II hat mal wieder alles komplizierter und unsinniger gemacht. Einfach nur ärgerlich!!!

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    9. Moin Michael, um welche BDCs handelt es sich denn bei dir?

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    10. Mit NMFC und TSLX hatte ich, was die Dividenden angeht, bisher keine Probleme.

      Käufe / Verkäufe habe ich im neuen Jahr noch nicht getätigt. Würde mich auch interessieren, bei welchen es Probleme gab, da ich vorhabe, noch etwas nachzukaufen bei den Preisen...

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    11. @krankus: ich hab genau das gleiche Problem mit Apollo bei OnVista, das ist ein wildes stornieren und dann wieder Einbrüchen, hat sich das bei dir inzwischen geklärt?

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    12. Danke für die Schilderung von Erfahrungen zu meiner Dividendenfrage und auch für die Hinweise zum MIFID II Murks. Habe begonnen, mich zu BDC einzulesen - auch mit dem Buch von Luis Pazos, das ich sehr gut finde. MAIN scheint tatsächlich eine der besten BDC zu sein - ist aber halt auch entsprechend teuer. Ich arbeite mich erstmal weiter ein...

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  2. Zu viele Ideen...zu wenig Geld kommt mir bekannt vor.
    Bin gerade dabei die "Verlierer" wie Dialog Semi,Adva Optical,Nordex und eventuell Suedzucker einzusammeln,von Steinhoff werde ich allerdings die Finger lassen,na ja zumindest habe ich es mir vorgenommen und schon zwei Wochen geschafft,ist echt zu verlockend,kann aber im Totalverlust enden.Das ist besonders bei Dialog(40-50%Potential) Adva und Nordex ein wenig anders.Wie seht ihr das.War mit Lufthansa 2017 ja auch so!

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  3. Hier bekommt man auch gute Informationen:
    http://cefdata.com/bdc/

    Einfach das Ticker Symbol anklicken und dann erhält man eine gute Übersicht.
    Leider nicht alles in DE handelbar...

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    1. Was für eine gute, übersichtliche, informative, Seite!
      Vielen Dank für den Tipp!

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  4. Hallo zusammen,

    kann mir jemand den Sinn von BDC-Aktien erklären? Die Kurse sind ja häufig fallend und auch wenn man 10% Dividende bekommt, am Ende bleibt nicht viel. Man sieht ja die Performancezahlen in der Empfehlungsliste - und sie können mich nicht begeistern.

    Danke und Gruß
    Sven

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    1. Der Sinn von BDCs (wie auch REITs) ist, einen hohen Dividendenstrom zu generieren. Die Kursbewegungen stehen dabei nicht im Vordergrund. Tendenziell sollte der Kurs aber stagnieren bis moderat steigen. Dass über die letzten Monate unterm Strich keine tolle Performance dabei herausgekommen ist, liegt weniger an den Kursverlusten bei einzelnen BDCs (die es durchaus gibt), sondern vielmehr an der deutlichen Abwertung des Dollars gegenüber dem Euro. Das hat sich am stärksten negativ ausgewirkt - wie auch bei allen anderen US-Aktien - und stellt kein BDC-spezifisches Problem/Risiko dar. Solche Phasen gibt es. Und dann gibt es auch wieder Phasen, wo die Dollarentwicklung für zusätzliche Performance bei US-Werten in Euro sorgt.

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    2. Hallo Michael, besten Dank für Deine Antwort. Auch die dreijährige Kursentwicklung der meisten BDC-Aktien aus Deinem Portfolio liegt durchschnittlich bei max. +5%. Zzgl. Dividende 7-8% kommt man auf 12-13% Gesamtrendite p.a. Das steht nicht im Verhältnis zum Risiko. Oberziel jeder Investition ist die Maximierung der Gesamtrendite bei einem optimalen Rendite-Risiko-Verhältnis, ist das nicht richtig?

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    3. 12 bis 13 Prozent Jahresrendite ist nicht genug? Naja, Aktien weisen langfristig eine durchschnittliche Rendite von 7 bis 8 Prozent auf. Insofern haben sich die BDCs sehr gut geschlagen. Und man darf dabei nicht vergessen, dass die großen US-Indizes überwiegend von den Tech-Werten dominiert werden. Nimmt man diese Branche heraus, gab es allenfalls durchschnittliche Kursentwicklungen bei den restlichen Branchen. Aber... ich habe auch immer gesagt, dass BDCs nur eine Depotbeimischung sind. Bei mir machen sie insgesamt rund 10% meiner Investmentsumme aus.

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    4. Hallo Michael,

      gibt es auch regelmäßige Dividendenzahler (quartalsweise oder sogar monatlich) aus dem Euro-Raum? Also BDCs oder REITs (oder was anderes), bei denen die Dollarentwicklung die Rendite nicht so stark beeinflusst?

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    5. In der heutigen Hausse Phase, die seit 5-6 Jahren auf dem Markt herrscht sind 12-13% aus meiner Sicht nicht gut, 20% ist realistisch, ein erfahrener Investor wie Du schafft locker 25%. Die 10% Dividendenaktien sind es heute auch zu viel (kann sich natürlich ändern, aus heutiger Sicht ein underperform). Es gibt einfach zu viele Alternativen, wo ich eine bessere Gesamtrendite erziele (Bsp: Dein Nebenwerte-Portfolio).

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    6. "Locker 25% Rendite"... vielleicht vermittle ich ja wirklich den Eindruck, dass mir eine solche außerordentliche Rendite leichtfallen würde. Dem ist aber nicht so. Und ich erziele auch nicht in jedem Jahr Renditen über 20%. Und die ganz überwiegende Zahl der Anleger auch nicht! Richtig ist aber, dass diejenigen Superrenditen eingefahren haben in den letzten Jahren, die vor allem auf US-Techwerte gesetzt haben. Ich bin aber schon zu lange an der Börse aktiv, als daraus einen dauerhaften Trend abzuleiten. Es kommen auch wieder Phasen, wo genau diese Werte total underperformen. Aber gut, wenn Dein Anspruch ist, jedes Jahr 25% Rendite einzufahren und Du das auch schaffst, dann hast Du meine größte Hochachtung. Damit lägst Du nämlich auch über dem Ergebnis von Buffet und anderen Top-Investoren. Aber irgendjemand wird immer schneller reich als man selbst. sagte Charlie Munger. Und warum solltest nicht Du das sein?

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    7. Mit 20 - 25% Rendite meinte ich den Durchschnitt für die Jahre 2016, 2017, 2018 evtl. 2019. Und das die Erreichung solcher Rendite Dir nicht leicht fällt, das ist auch klar. Tagtäglich machst Du Dein Job mit dem Ziel Deine Rendite zu erhöhen.
      Klar gibt es Jahre, wo man auch Minus fährt. Wenn man aber jetzt nicht die Rendite mit Tech-Werten, Immo-Werten, Biotech-Werten oder sonstigen Werten macht, wie möchtest Du dann nach Baisse Phasen eine Gesamtdurchschnittsrendite von 12-15% erreichen und halten?
      Mein Kapital ist in Tech-Werten (Stefan) und Nebenwerten aus Deinem Portfolio investiert und fahre damit ganz gut heute. Von Dividenden-Aktien und hochriskanten Turnarounds halte ich mich fern. Die Zeiten ändern sich, ich versuche das zu nehmen, was der Markt heute gibt zu einem möglichst geringen Risiko. Deine (und andere) Blogbeiträge schätze ich sehr, sie helfen mir dabei die richtige Entscheidung zu treffen.

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    8. Dazu gibt es auch ein Zitat von Bruce Lee, der hier auch ganz gut passt und einer meiner Lieblingszitate ist, auch wenn Bruce Lee kein Börsenguru ist :)

      “You must be shapeless, formless, like water. When you pour water in a cup, it becomes the cup. When you pour water in a bottle, it becomes the bottle. When you pour water in a teapot, it becomes the teapot. Water can drip and it can crash. Become like water my friend.”

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  5. Technotrans ist nun ohne News nochmal deutlich günstiger zu haben. Wenn noch jemand verkaufen möchte, bitte Bescheid geben, ich übernehme die Stücke gerne zu diesen Preisen ;-)

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    1. Unter 40 Euro ist Technotrans ein Geschenk. Ich Habe da auch noch etwas aufgestockt, weil die Aussichten einfach zu großartig sind und die Bewertung für so ein starkes Wachstum einfach relativ günstig...

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  6. Auch ich habe die Chance genutzt endlich eine Position bei ttr zu eröffnen!
    Lange drauf gewartet zu Kursen unter 40 Euro mich an diesem tollen Unternehmen zu beteiligen

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