Mittwoch, 3. Januar 2018

Deutsche Rohstoff AG profitiert von US-Steuerreform und stockt bei Cub Creek auf

Die Deutsche Rohstoff AG hat zum Jahresstart gleich einiges an Nachrichten zu bieten zum Thema Steuern, Beteiligungen und Personal. Ach ja, zu Fördermengen und Abschreibungen auch noch. Aber der Reihe nach...

Cub Creek Energy
Zunächst schauen wir auf eine der drei US-Öl-Töchter der DRAG, Cub Creek Energy (CCE). Hier lief es im letzten Jahr nicht ganz so rund erhofft und auch deshalb hatte die DRAG ihre Jahresprognose für 2017 nach unten korrigieren müssen. Inzwischen hat man die Probleme weitgehend im Griff und die Produktion hat stabilisiert. Allerdings passt die DRAG sich den neuen Gegebenheiten an und die niedrigeren Fördermengen werden auch bei den Abschreibungen auf die Investitionen berücksichtigt, was dort zu einem negativen Effekt führt. Denn die zuletzt schwächer als erwartete Produktion der Vail- und Markham-Bohrungen wird sich auf die für die Bohrungen ausgewiesenen Reserven auswirken und damit im Konzernabschluss zu einer etwas erhöhten Abschreibung der Investitionen, die für diese beiden Bohrplätze getätigt wurden.

Am Ende trennt man sich nun vom CEO Robert Gardner und übernimmt dessen Anteile an CCE, wodurch der DRAG-Anteil von 80% auf 88,5% ansteigt. Für die DRAG-Aktionäre ist dies positiv, da auch bei CCE unterm Strich richtig gutes Geld verdient wird bei aktuellen Ölpreisen jenseits der Marke von $60.


 Deutsche Rohstoff AG (Quelle: wallstreet-online.de
US-Steuerreform wirkt positiv
Die Senkung des Körperschaftssteuersatzes von 35% auf 21% hat deutliche Auswirkungen auf die DRAG und zwar positive. Zum einen bereits im 2017er Konzernabschluss, da die DRAG die in der Vergangenheit gebildeten passiven latenten Steuern teilweise ertragswirksam auflösen kann. Hieraus wird sich voraussichtlich ein Ergebniseffekt auf das Konzernergebnis in Höhe von rund 3,3 Mio. Euro ergeben. Und auch in den kommenden Jahren wird die Steuerreform die Ergebnisse der US-Töchter und damit des DRAG-Konzerns positiv beeinflussen, da man nun dauerhaft niedrigere Steuern zahlen muss.

Inwieweit sich bei künftigen neuen Bohrungen Änderungen ergeben hinsichtlich der neuen, schnelleren Abschreibungsmöglichkeiten, wird sich erst noch zeigen und dürfte von der DRAG jeweils im Einzelfall beurteilt werden.

Meine Einschätzung
In Summe geht die DRAG davon aus, dass sich die erhöhten Abschreibungen weniger negativ auswirken als die Auflösung der latenten Steuerrückstellungen an positiven Effekten bringt, so dass der Konzernabschluss 2017 besser ausfallen wird, als zuletzt angenommen. Diese Effekte sind zwar ergebniswirksam, aber sie tangieren nicht die Liquidität - es fließt kein Geld. Von daher sollten wir den Blick nach vorn richten und da profitiert die DRAG enorm von den gesenkten US-Steuern. Denn von jedem verdienten Dollar bleibt künftig mehr in der eigenen Kasse und da die Produktion bei allen drei US-Töchtern weiter deutlich nach oben gefahren wird, verstärkt sich dieser Effekt mit jeder weiteren Quelle, die die Produktion aufnimmt.

Für die DRAG ist und bleibt die Entwicklung der US-Töchter entscheidend, denn hier wird der ganz überwiegende Teil der Umsätze erzielt. Und der Gewinne. Und bei deren drei Öl-Töchtern läuft die Produktion teilweise besser als erwartet; die Probleme bei den älteren Bohrungen sollten demnächst überwunden sein und in Q118 erwarten alle drei US-Öl-Gesellschaften einen Anstieg der Produktion aufgrund der Inbetriebnahme von weiteren rund 25 Nettobohrungen, was annähernd einer Verdoppelung der Produktionskapazität gleichkommt.

Auch der Ölpreis spielt (wieder) mit und WTI notiert seit Wochen über $55, aktuelle sogar bei $60; die DRAG verdient schon bei Kursen unterhalb von $40 je Barrel gutes Geld, erzielt also momentan sehr einträgliche Margen. Eine Ausweitung der Förderung bedeutet also auch eine Ausweitung der Gewinne! Dabei liefern die neuen Quellen anfangs besonders hohe Ergebnisse, die sich dann im Verlauf abschwächen. Die DRAG nimmt analog hierzu die Abschreibungen vor, so dass den hohen Einnahmen am Anfang auch höhere Abschreibungen entgegenstehen. Die Folge ist, dass die Quellen in den ersten beiden Jahren kaum Gewinne erwirtschaften, danach aber für viele Jahre - bei abflachender Fördermenge - kaum noch weitere Kosten verursachen und somit für einen dauerhaften Cashflow und Gewinne sorgen. Da die DRAG seit 2016 neue Quellen erschließt und die Produktion hochfährt, wird sich dieser Effekt ab 2018 weiter verstärken und sich auch in den Ergebnissen der DRAG massiv bemerkbar machen.

»Prognosen sind schwierig, besonders wenn sie die Zukunft betreffen.«
(Mark Twain)

Womit Anleger weiter leben müssen, ist die Prognoseunsicherheit. Die DRAG fördert Öl. Die Ergebnisse der Bohrungen und die Fördermengen sind nicht exakt vorherzubestimmen und schon gar nicht in ein starres Gerüst aus Quartalsabschlüssen zu quetschen. Selbst Jahresergebnisse sind stichtagsbezogen und ein nur um einige Wochen veränderter Starttermin für ein Bohrprogramm oder Beginn der Förderung hat bisweilen erhebliche Auswirkungen. Bei der Betrachtung über den jeweiligen Rechnungslegungstermin hinweg fallen diese Auswirkungen allerdings kaum mehr ins Gewicht. Und richten wir den Blick auf das große Ganze, dann sehen wir steigende Umsätze, steigende Fördermengen, steigende Gewinne - und sinkende Steuerlasten, also noch höhere Gewinne. Was sich aller Erfahrung nach in steigenden Aktienkursen niederschlägt. Und nach einem Minus von knapp 20% im Vorjahr hat die DRAG hier eine Menge Kurspotenzial und sollte bald wieder Richtung 25 Euro laufen.

Die Deutsche Rohstoff AG befindet sich auf meiner Empfehlungsliste und in meinem Depot

Kommentare:

  1. Danke für den informativen Kommentar. In den Foren geht die Angst um, es gäbe kaum noch Kleinanleger, die sich bei dieser Aktie engagieren würden. Das sehe ich nicht so!Ist das Szenario des Kommentares halbwegs zutreffend, wird die Aktie weiterhin gekauft. take profit!
    gergeo

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    1. Momentan sprechen alle Entwicklungen für die Deutsche Rohstoff AG: Edelmetallpreise (Kupfer, Wolfram, Zinn), Ölpreisentwicklung, Fördermengen, Steuerreform in den USA. Ob nun einzelne Quartale immer genau die Erwartungen treffen, ist dabei kaum abzuschätzen. Und ob dies dann wirklich Relevanz hat für den Investmentcase, das muss jeder selbst beurteilen. Des Sentiment für die DRAG ist jedenfalls alles andere als zu bullish, daher kann es bei positiven Überraschungen auch ganz schnell ganz hoch gehen...

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  2. Hallo Michael,

    vielen Dank und großes Lob mal wieder für diesen Artikel und deine Meinungsäußerung!!!

    Zur DRAG:
    Darf ich das so verstehen, dass die Bohrungen bzw. ein Großteil (80-90%, je nach Bohrkosten und Ölpreis) sich nach 12-18 Monaten, wie mal erwähnt, armortisiert haben, und das dann kaum noch Abschreibungen über die nächsten 18 Jahre (bei 20 Jahren Lebensdauer) stattfinden?

    Vllt kannst du das nochmal kurz erläutern bzw. bestätigen.

    Besten Gruß

    Max

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    1. Genau, Max. Der Größte Teil der Ölförderung fällt in den ersten beiden Jahren an und die Deutsche Rohstoff nimmt die Abschreibungen entsprechend der Produktionsverteilung vor. Heißt, sie schreibt in den ersten Jahren entsprechend schnell ab (und verdient deshalb unterm Strich auch kein Geld mit der Produktion), während in den Folgejahren dann kaum noch Kosten für die Förderung anfallen (90% entstehen durch das Bohren) und die Abschreibungen gering sind. In den Jahren werden dann bei diesen Quellen die Gewinne erzielt auf 20 Jahre.

      Natürlich muss dabei bedenken, dass die DRAG ja weitere Felder akquiriert und Bohrungen durchführt. Hierfür benötigt sie wieder Geld, erzeugt Abschreibungen, Kosten... Würde die DRAG irgendwann einfach aufhören, weitere Quellen zu erschließen, würden die hohen Kosten nach zwei Jahren auslaufen und nur noch die Gewinne sprudeln. Aber zur Zeit re-investiert sie ja in weitere Quellen, wodurch sich die Förderung insgesamt und damit der der Effekt immer weiter erhöht.

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  3. Guten Abend,

    Frage zur Deutschen Rohstoff: durch die Abschreibungen "verdient" die DRAG zwar nichts bzw. sehr wenig, aber der Cash-Flow müsste doch dennoch sehr hoch sein, da Abschreibungen nicht cash-wirksam sind..

    ich sehe leider aber nicht, dass sich auf irgendeine Art und Weise die liquiden Mittel sich ändern...

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    1. Die Deutsche Rohstoff AG, an der wir beteiligt sind, hat eine Tochter die DRAG USA. Und diese wiederum hält die Beteiligungen an den drei Ölfirmen, Salt Creek, Cub Creek und Elster Oil & Gas. Dort fallen die Investitionen, die Abschreibungen und die Liquidität an. Bei der DRAG sehen wir die Effekte also nur im Konzernabschluss, sofern nicht real Geld überwiesen wird. Und es ist auch zu bedenken, dass die DRAG massiv investiert; was an Liquidität rein kommt, wird aktuell für neue Bohrungen ausgegeben. Das sieht man in der Cashflow-Darstellung.

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    2. Ein nicht ganz leicht zu durchdringendes Unternehmen hast Du hier Michael :).

      Also im Umkehrschluss heißt das, dass wir die nächsten Jahre - aufgrund der Investitionen und den dazugehörigen Abschreibungen - keine großen Gewinnsprünge erwarten dürfen, korrekt?

      Gleichzeitig wächst das Unternehmen trotzdem in eine neue Dimension - so lange der Ölpreis stabil bleibt, korrekt?

      Könntest Du uns noch eine Einschätzung zum Management, Dividendenpolitik und Anlagehorizont geben? Ich finde die Entscheidungsfindung zwecks Investition alles andere als leicht, da es doch ein Geschäftsfeld ist mit dem man in der Regel nicht all zu viel zu tun hat...

      Danke Dir!

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    3. Die Erlöse aus den Ölverkäufen machen in jedem Fall ein schönes EBitDa: "Earnings Before [...] Depreciation". Depreciation sind in diesem Fall die Abschreibungen auf die Investitionen in die Bohrlöcher. Im EBIT (und in den "Earnings per Share") sind diese Abschreibungen dann schon enthalten, d.h. das EBIT und EPS werden umso größer, je höher die Erlöse aus den Ölverkäufen und je kleiner die Abschreibungen sind. Kann also gut sein, dass wir große EPS-Gewinnsprünge bekommen, wenn nämlich die abgeschriebenen Bohrlöcher der letzten Jahre zunehmend mehr abwerfen als in neue investiert wird.
      Ansonsten hätten wir den Fall Amazon: Exorbitantes Wachstum des EBITDA, aber relativ mickriges EPS. Auch nicht schlecht, so lange die Abschreibungen vielversprechende Investitionen in noch höhere Gewinne in der Zukunft darstellen.

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    4. "Also im Umkehrschluss heißt das, dass wir die nächsten Jahre - aufgrund der Investitionen und den dazugehörigen Abschreibungen - keine großen Gewinnsprünge erwarten dürfen, korrekt?"

      Jein. Der alles entscheidende Einflussfaktor bleibt der Ölpreis. Denn die Kosten der DRAG sind relativ fix: man hat die Lizenzen erworben, das Equipment geleast und das Personal eingestellt und zwar zu Zeiten, als der Ölpreis und damit die Kosten deutlich niedriger waren als heute. Die Kosten schwanken also vom Volumen her, ob man 3 oder 3 Bohrungen vornimmt. Und dem entsprechend verändern sich die Abschreibungen und natürlich die Fördermenge. Die Fördermenge schwankt aber nicht nur aufgrund der Anzahl der Bohrlöcher/Quellen, sondern auch, weil manche Quellen ergiebiger sind als geplant und andere weniger Öl ergeben. Die Reservegutachten sind ja eben nur Gutachten und daher fehleranfällig. Und dann kommt der Ölpreis. Das ist der größte Hebel, denn für die DRAG ist es ein enormer Unterschied, ob sie zu $45 oder $65 verkaufen kann. Wie gesagt, die Kosten je Barrell liegen deutlich unterhalb $40. Jeder Cent darüber beim Ölpreis (WTI) ist quasi Gewinn. Die Abschreibungen fallen so oder so an, ob der Ölpreis bei $45 oder bei $65 steht. Bei $65 bleibt nach Abschreibungen aber ein viel fetterer Gewinn übrig als bei $45. Die DRAG wird aber nicht immer den gesamten Gewinn/Cashflow in neue Bohrungen stecken. Dazu hat sie gar nicht ausreichend Personal/Equipment usw. sie kann nur eine begrenzte Zahl gleichzeitig in Angriff nehmen.

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    5. ...vielen Dank für die Ausführungen - verstanden.

      Dann stellt sich natürlich nun die Frage nach der Zukunft des Ölpreises. Auch ich als Laie erkenne, dass der Abstand zu $40 nun erst einmal ganz ok ist.

      Wie ist denn deine Einschätzung zu der weiteren Entwicklung? Inwieweit kann man sich denn hier schlau machen? Ein Rohstoffexperte bin ich nämlich bei weitem nicht.. ;)

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    6. Den Ölpreis kann man kaum seriös vorhersagen; zu jeder möglichen Entwicklung gibt es einen Experten, der sie als Wahrscheinlichkeit vertritt. Am einfachsten dürfte sein, Google News zu bemühen und dort "Ölpreisentwicklung" einzugeben. Dann erfährt man jeden Tag aufs Neue, was die Experten sagen, wie sie die Förderung einschätzen, die jüngsten Lagerbestandsdaten, die OPEC-Entscheidung usw.

      Im Grunde muss man aber nicht so dicht dran sein, es reicht, wenn die grobe Richtung stimmt. Alles über $45 bei WTI bedeutet für die DRAG, dass sie kein Geld verliert. Das ist quasi die untere Begrenzung, schon mit einer Sicherheitsmarge. Sobald allerdings die Quellen in Produktion gehen, sichert die DRAG die Förderung zu rund 80% ab. Das hat sie auch Anfang 2018 wieder vor und da der Ölpreis jetzt bei $65 steht, würde auch ein deutliches Absinken des Ölpreises kaum Auswirkungen haben - bzgl. der produzierenden Quellen! Die, die neu hinzu kommen, die müssen dann neu abgesichert werden und zwar auf Basis des dann jeweils gültigen Ölpreises.

      Ich sehe die DRAG hier in einer komfortablen Position für 2018. Und schätze, dass der Ölpreis sich übers Jahr gesehen zwischen $55 und $75 bewegt, also plus minus $10 um den aktuellen Stand herum. Sehr auskömmlich für die DRAG.

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  4. Hallo Herr Kissig, ich weiß nicht unter welcher Rubrik ich meine Frage einstellen soll darum versusche ich es einmal hier: Wie wirkt sich die Steuerreform von Herrn Trump auf US Reits aus? Kann man dazu etwas sagen. z.b. Postiv oder Negativ?
    Haben Sie eine Meinung zu OHI, die in vielen Blogs sehr positiv gesehen wird!!
    Vielen Dank

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    1. Ich bin nicht in REITs investiert und kann daher hierzu auch nicht viel sagen. Allerdings zahlen REITs so gut wie keine Steuern, da sie im Gegenzug ihre Gewinne fast vollständig ausschütten (müssen). Direkt dürften REITs also nicht von der Steuerreform profitieren, so auf den ersten Blick. Indirekt dann allerdings vielleicht schon, weil die Steuerreform ja die Gewinne der US-Unternehmen treibt und die Konjunktur ankurbelt und daher auch höhere Mieten erwartbar sind und eine geringere Gefahr von Mietausfällen aufgrund Insolvenzen. Als Vermieter dürften also auch REITs mittelbar profitieren.

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