Freitag, 3. Juli 2015

Investor-Update: Apple, H.P.I. Holding, MAX Automation, MBB

Im Investor-Update notiere ich in unregelmäßigen Abständen aktuelle Einschätzungen zu Unternehmen meiner Empfehlungsliste und wie sich diese ggf. auf mein Investment-Portfolio ausgewirkt haben. Darüber hinaus auch zu Unternehmen, die ich noch nicht hier im Blog vorgestellt habe, die sich jedoch in meinem Depot befinden.

- Apple
Nachdem ich mit so einigen Geräten Kunde bei Apple bin und durchaus zufrieden, habe ich schon mit mir gerungen, ob ich die Aktien nicht doch noch im Depot behalten sollte. Apple ist inzwischen das wertvollste Unternehmen der Welt, aber es hat seine Innovationskraft eingebüßt. Einziger Wachstumstreiber und Hoffnungsschimmer bleibt das Iphone, das ist zu wenig. Die Apple Watch ist eher enttäuschend und die Erlöse aus dem Apple-Kosmos (iTunes, Apple Stream) zwar stetig, aber eben auch nicht mehr. Nachdem Carl Icahn so laut für einen Kurs von 200 USD trommelt, stutze ich schon - ich denke, er tut dies nicht aus Nächstenliebe, sondern aus knallhartem Eigeninteresse. Er ist ja mittlerweile Großaktionär bei Apple und Kurs schonend könnte er dort nur aussteigen, wenn andere massiv kaufen.

Sei's drum, ich nehme nach gut einem Jahr fast 90 Prozent Rendite mit und suche mir aussichtsreichere Investmentmöglichkeiten.

- H.P.I. Holding
Hier wurde kurzerhand die nächste stark verwässernde Kapitalerhöhung durchgezogen und in Kombination mit dem seit 2 Jahren vor sich hin siechenden Aktienkurs scheint mir die Zeit reif für einen Verkauf. Nachdem ich mit GEA und M.A.X Automation neue attraktive Zugpferde im Bereich Maschinenbau / Beteiligungsunternehmen im Stall habe, fällt mir der Abschied nicht schwer.

Seit meiner Erstempfehlung im Februar 2012 stehen inkl. der erfolgten Dividendenzahlungen gut 50% bisher an Gewinnen zu Buche, also eine Durchschnittsrendite von 15% p.a. Das ist durchaus ansehnlich und daher das Investment für mich keine Enttäuschung. Allerdings erfolgte der größte Kurszuwachs im ersten Jahr und seither herrscht eher Tristesse.

= MAX Automation
Gerade gekauft, schon die erste Dividende eingefahren, satte 3 Prozent (brutto). Dazu noch der Kursanstieg, so dass mich dieses neue Investment von letzter Woche bereits mit mehr als 10 Prozent nach vorne gebracht hat. Damit ist die Performance etwa doppelt so gut wie bei GEA, meinem anderen Schnäppchen-Kauf vom letzten Freitag und Jungheinrich Vz., die beide runde 5% im Plus notieren ggü. dem Freitagmorgen-Kurseinbruch.

- MBB
Heute gab das Research-Haus Oddo Seydler bekannt, dass man das Coverage für die MBB-Aktien einstelle. Das war nicht der Grund für meinen Verkauf, sondern die zuletzt zurückhaltenden Entwicklungsperspektiven. MBB hat extrem profitiert vom Schnäppchen-Zukauf der Claas Feinmechanik und der Aktienkurs hat sich daraufhin toll entwickelt. Es war ein "No-Brainer", man konnte ein Jahr lang gar nicht falsch machen mit der MBB-Aktie. Außer, sie nicht zu haben oder zu verkaufen. Aber seit einiger Zeit passiert nichts mehr, die Investitionen erfolgen in die Töchter, was ich für positiv halte, aber die größte Beteiligung, die MBB Fertigungstechnik, muss Umsatz- und Ergebnisrückgänge verkraften. Und während andere Beteiligungsgesellschaften, wie Aurelius, mutares, Deutsche Beteiligung, Indus usw. fleißig zukaufen, sitzt MBB auf seinem Cash-Polster und tut... nichts. Die Liquidität wirft keine Zinsen ab und ein Teil davon ist sogar in Gold angelegt. Damit tue ich mich ja besonders schwer. Auch hier sehe ich eher begrenztes Entwicklungspotenzial und räume den Titel aus meinem Depot.

Seit meiner Erstempfehlung ging es inkl. Dividendenzahlungen um 131 Prozent nach oben und bei einer Anlagedauer von nicht ganz drei Jahren ergibt sich eine Jahresrendite von 48 Prozent.

.: Cashquote
Durch die Verkäufe ist meine Cashquote weiter angestiegen, aber ich werde ja nächste Woche einen nicht unerheblichen Teil davon in die neuen WCM-Aktien aus der Kapitalerhöhung stecken, wenn ich meine Bezugsrechte ausübe. Und angesichts des nächsten Akts im Griechen-Drama, sog. Volksabstimmung, dürfte eine etwas erhöhte Liquidität ja nicht schaden. Sollten die Griechen mit "Nein" stimmen beim Referendum am Sonntag, dürfte es kurzfristig am Montag nochmals zu erfreulich günstigen Kaufkursen kommen. Und sollten die Griechen "ja" sagen, dann mache ich mich eben wieder nach bewährtem Muster auf die Suche nach lukrativen Investitionsmöglichkeiten. Die Börse bietet immer Chancen. Immer!

Kommentare:

  1. Danke für die Einschätzungen!

    MAX Automation habe ich auch seit längerer Zeit auf der Watchlist und ich denke ebenfalls, dass wir diesen Sommer noch einige Chancen sehen werden.

    Grüße Covacoro

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Ja, MAX Automation wandelt sich und das erfolgreich. Die unruhige Börsenlage kann allerdings durchaus dazu führen, dass der Kurs noch einmal unter 5 EUR abtaucht, was für mich glasklare Kaufkurse sind. Aber auch bei 5,50 besteht noch reichlich Potenzial für langfristig orientierte Anleger.

      Löschen
  2. Weil ich grade Icahn lese ... hast du dir mal Icahn Enterprises L.P. angesehen, irgendwie würde das zu dir passen, so die selbe Richtung wie KKR, BX, Aurelius - mich hat immer das L.P. aus steuerlichen Gründen abgeschreckt ... Ist grade zwar am 52W-low zu haben aber wohl immer noch über NAV*.


    Auf jeden fall eine spannende, exotische Firma, interessant zu verfolgen.


    *NAV aus dieser Presi, 8,3 Mrd $
    http://files.shareholder.com/downloads/AMDA-NOTM6/387386760x0x827349/76781FE9-8DFD-4931-8B36-9A9924554523/IELP_Webcast_Q1-2015_FINAL.pdf

    MarketCap lt. GF 10,5 Mrd $
    http://www.gurufocus.com/stock/IEP

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Icahn Enterprises habe ich mir mehrfach angesehen, so auch als ich Ende letzten Jahres über "Heuschrecken als Value Investment" schrieb - und Blackstone und KKR empfahl.

      Bei Icahn Enterprises gefallen mir einige Dinge nicht wirklich:

      - Icahns Alter (79) und dass es keinen wirklichen Nachfolger gibt, sondern das Unternehmen völlig auf ihn alleine zugeschnitten ist.

      - Seine aktivistische Art bringt einerseits Erfolge, andererseits versucht er über die Medien, seine Investments zu Gewinnern zu machen. So pusht er gerne "seine" Aktien und äußert sich sehr positiv in Interviews über sie, auch wenn er bereits wieder aussteigt. Das gefällt mir überhaupt nicht.

      - Es wird hauptsächlich über seine letzten Erfolge/Investments geredet, über Netflix, Ebay und Apple. Bei Ebay hat er dafür gesorgt, dass PayPal abgespalten wird. Für PayPal ist das spitze, die haben als unabhängiges Unternehmen viel mehr Potenzial als jetzt, aber Ebay verliert seinen Hauptantrieb und wird es künftig noch schwerer haben. Für Aktionäre also eine doch recht zwiespältige Entscheidung. Und bzgl. Apple bin ich der Meinung, dass der Kurs inzwischen ziemlich ausgereizt ist. Ich glaube nicht, dass er massiv einbrechen wird, dazu macht Apple zu gute Geschäfte, aber die alleinige Cash-Cow Iphone ist sehr bedenklich und wirkliche Innovationen gab es hierbei in den letzten Jahren auch nicht. Das Geld liegt im Ausland (wegen der ansonsten anfallenden Steuern kann Apple das Geld nicht in die USA holen) und für die Aktienrückkäufe und Dividenden macht Apple immer höhere Schulden. Und das Steuersparen in der EU wird denen noch massiv auf die Füße fallen.

      - Neben diesen bekannten Investments hat Icahn seit längerem voll auf Öl und Gas in den USA gesetzt. Und hierbei massive Verluste zu verbuchen. Chesapeake Energy, CVR Energy Federal Mogul Holdings und Transocean. Insbesondere beim letzten hat Icahn extrem hohe Dividendenausschüttungen durchgesetzt und dank des Ölpreiseinbruchs steht der Ölplattform-Anbieter jetzt finanziell mit dem Rücken zur Wand. Das ausgeschüttete Geld bräuchte man dringend zum Überleben. Und mit Hertz setzt er irgendwie auf den schlechtesten aller Autovermieter, der seit Jahren nicht die Kurve kriegt.

      - Icahn Enterprises ist höher bewertet als Blackstone oder KKR und zahlt ähnliche Dividenden. Allerdings musste Icahn für 2014 den ersten Jahresverlust seit 2014 ausweisen, 3,02 USD je Aktie. Wegen des großen Öl-Engagements. Auch KKR hat hier Federn lassen müssen, Blackstone steht wesentlich besser da. Auch deshalb habe ich mich ja für mehr Blackstone und weniger KKR entschieden.

      Ich denke, Icahn wird auch künftig mit seiner Art weiter Geld verdienen. Mir gefällt seine Art des Aktivismus aber nicht so sehr. Seine Ausrichtung auf Unternehmensbeteiligungen ist natürlich ein anderer Ansatz als der von Blackstone, die inzwischen der weltgrößte Immobilieneigentümer sind. Hier entstehen große Cashflows, die das Unternehmen auch in schwierigeren Zeiten (an der Börse) stützen, während Icahn vom Börsengeschehen deutlich stärker abhängig ist. Blackstone erscheint mir daher weiterhin die attraktivste und aussichtsreichste Wahl im Private-Equity-Sektor zu sein.

      Und zur Limited Partnership (L.P.)... auch Icahn Enterprises ist eine solche. ;-)

      Löschen