Donnerstag, 16. Januar 2020

Gold: Dieser glanzlose Renditekiller ist alles andere als ein sicherer Hafen!

Gold gehört, wie auch andere Edelmetalle, zu den vermeintlich "sicheren Häfen", zu den Asset-Klassen, in die Leute investieren, wenn sie Zukunftssorgen haben oder Angst vor Geldentwertung. Dabei bringt Gold, das Warren Buffett als "unproduktive Wertanlage" bezeichnet, keinen Ertrag, keine Zinsen. Alleine Angebot und Nachfrage entscheiden darüber, ob sich der Kauf seinerzeit gelohnt hat, oder nicht. Und in den vergangenen Jahren hat er das nicht und auf lange Sicht schon gleich gar nicht!

Dabei war der Glanz des Goldes schier unbeschreiblich, selbst die BILD-Zeitung riet Mitte 2011, und damit etwa beim Höchstkurs von $1.900 je Feinunze, mit einem Großaufmacher auf ihrer Titelseite zum Einstieg und spätestens da musste jedem klar sein, dass die Party vorbei war. Denn wenn alle Profis gekauft hatten, alle institutionellen Anleger, dann folgen als Letztes die Kleinanleger. Aber um danach noch steigende Kurse zu ermöglichen, müssen ja noch mehr Käufer dazukommen - aber wer sollte das sein, wenn schon alle in Gold investiert sind? Also wurden die "Gurus" nicht müde, die goldigen Aussichten des Goldes in alle Welt hinauszuposaunen: George Soros erklärte, weshalb er eine riesige Position in Gold halte und dass es quasi nur weiter steigen könne. Und auch Hedgefonds-Manager John Paulson riet allen, einen erheblichen Anteil ihres Geldes in Gold zu investieren. Wohlgemerkt, nachdem sie selbst schon große Positionen hielten! Und der Kleinanleger zahlte wieder einmal die Zeche...

Denn seit 2011 hat Gold dramatisch an Wert verloren und wer zu $1.900 eingestiegen ist, sitzt heute bei Kursen bei knapp $1.550 auf erheblichen Verlusten. Allen immer wieder herbeigeredeten Kursaufschwüngen und realen Erholungsversuchen zum Trotz, auch den Erholungsbemühungen im Vorjahr. Wer sich über die $300 an Kurszuwachs freut und sich daher mit Gold auf der richtigen Fährte wähnt, der sollte sich auf dem Schirm holen, dass Gold in acht Jahren damit noch immer fast 20% an "Wert" verloren hat, während der S&P 500 Index um mehr als 150% zulegen konnte. Absolut und relativ betracht hat Gold also seine Anhänger wieder einmal enttäuscht und viel Geld gekostet. Setzt man diese Opportunitätskosten gegen die mickrige Rendite, die Gold in den letzten zwei, drei Jahren abgeworfen hat, ist der Lack endgültig ab.
»Gold ist faul und hat keine Berechtigung in einem Portfolio. Es ist eine unproduktive Wertanlage.«
(Warren Buffett)
Wer es noch deutlicher haben möchte, dem lege ich den Artikel "Gold ist langfristig eine schlechte Anlage" ans Herz, der die Entwicklung des Goldpreises für uns Deutsche mit anderen Anlageformen vergleicht und zwar seit 1950. Mit einem vernichtenden Fazit:
»Demnach war die reale Goldrendite in den Jahren seit dem zweiten Weltkrieg also noch niedriger als die reale Geldmarktrendite, also der Rendite der mit Abstand „schlechtesten“ Anlagekategorie.«
(Dieter Wermuth, Herdentrieb-Blog)
Allen Misserfolgen und Realbetrachtungen zum Trotz wird von vielen Börsenmedien immer wieder zum Einstieg in Gold geblasen, die "wahre Krisenwährung", die "einzige Sicherheit vor Inflation". Die hohe steuerliche Belastung in Indien, dem wohl wichtigsten Goldschmuckmarkt der Welt, aber auch die wachsende Erkenntnis in den Industrienationen, im Ernstfall kaum mit Goldmünzen Waren des täglichen Bedarfs einkaufen zu können, weil die einzelnen Münzen €500 und mehr darstellen, führt zu immer geringerer Nachfrage. Und das, wo die Minenunternehmen in den letzten Jahren auf Teufel komm raus neue Abbaugebiete erschlossen haben und im Anschluss diese Minen entweder schließen oder aber billigst verscherbeln mussten, um ihre immense Verschuldung und die daraus resultierenden erdrückenden Zinslasten zu verringern. Inzwischen haben die meisten Minenbetreiber zumindest ihre Kosten so weit reduziert, dass sie nicht mehr unmittelbar vor der Pleite stehen.
»Gold wird aus dem Boden geholt - in Afrika oder irgendwo sonst. Dann schmelzen wir es ein, graben ein neues Loch, vergraben es wieder und bezahlen Leute, um dieses Loch zu bewachen. Es ergibt keinen Sinn. Jeder, der uns vom Mars aus beobachten würde, würde nur den Kopf schütteln.«
(Warren Buffett)
Privatanleger können hieraus nur eine Lehre ziehen: wenn die Großinvestoren ihnen erzählen, sie hätten etwas gekauft und die Kurse würden kein Halten mehr kennen, dann sind diese Profis längst mit ihrem Einkauf fertig und hoffen auf eine Vielzahl von Nachahmern, die einerseits die Kurse weiter steigen lassen (nur dann verdient der Profi Geld mit seiner Anlage) und andererseits eine genügend große Nachfrage generieren, damit er ggf. seine Position wieder loswerden kann. Denn ob Soros oder Paulson oder Icahn, sie alle kaufen in großem Stil und haben dann das Problem, dass sie sich selbst die Kurse verderben würden, wenn sie auf die Verkäuferseite wechseln. Also trommeln sie für die Assets, die sie (mit Gewinn!) loswerden wollen, um sich überhaupt den Exit zu ermöglichen.
»Eine Goldmine ist ein Loch im Boden, auf dem ein Lügner sitzt.«
(Mark Twain)

Fazit

Diese Großanleger, diese "Börsengurus", sind keine Wohltäter für Kleinanleger, sondern knallharte Geschäftsleute. Und die tun nichts ohne Grund und Hintergedanken, insbesondere verteilen sie keine wertvollen Anlagetipps, ohne selbst daran verdienen zu können.

Und auch Jeremey S. Siegel kommt in seinem Buch "Aktien für die Ewigkeit", das die Washington Post als "eines der 10 besten Investmentbücher aller Zeiten" lobt, zu einem vernichtenden Urteil über Gold als Geldanlage und (vermeintlichen) Alternative zu Aktien.
»Obwohl Gold Investoren Inflationsschutz gewährt, hat es doch nur wenig mehr zu bieten. Trotz seiner Hedging-Eigenschaften wird dieses Edelmetall die Rendite des Depots eines Langfristanlegers wahrscheinlich markant nach unten ziehen.«
(Jeremy S. Siegel)
Jeder Anleger, und insbesondere die Privatanleger, sollte sich bei der Geldanlage immer an den weisen Ratschlag Immanuel Kants halten: "Habe den Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen". Denn wer dies nicht tut und blind auf Tipps vertraut, bezahlt am Ende immer die Zeche. So oder so. Und mein Verstand sagt mir, Gold ist mein Geld nicht wert. Aktien hingegen schon...



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Kommentare:

  1. Hallo Michael,

    alles schön und gut, man kann aber auch sagen, das sich der Goldkurs in Euro in den letzten 20 Jahren versiebenfacht hat.

    Grüße aus der Eifel

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    1. Das ist eben die Gefahr bei willkürlich gesetzten Zeiträumen. Deshalb habe ich in dem Artikel eine Grafik mit der langfristigen Entwicklung von Gold und Aktien eingefügt, wo sich die massive Underperformance von Gold deutlich zeigt. Wobei man bei dieser Grafik noch zwei Dinge berücksichtigen muss (die beide noch mehr gegen Gold sprechen): 1. Sie geht nur bis 2011, die -20% bei Gold und die +150% bei Aktien verstärken den Trend also noch. Und 2. in der Aktienkursentwicklung fehlen die zwischenzeitlich gezahlten Dividenden - auch hier stinkt Gold weiter ab, weil Gold keine Zinsen/Dividenden abwirft, die Aktien im Durchschnitt aber rund 3% - zusätzlich on top zur Kursentwicklung und zwar Jahr für Jahr (der Zinseszinseffekt vaporisiert die "Rendite" von Gold dann vollends).

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  2. Gold ist kein Investment wie Aktien. Gold ist eine Währung, wie US-Dollar oder Euro. Wenn ich Gold schon mit irgendwas vergleichen möchte, dann bitte mit dem Wert, den ich zum Tausch verwendet habe. Zum Beispiel Reichsmark, D-Mark, Ost-Mark oder Euro ... was für die meisten Deutschen wohl zutrifft.

    Also welche Performance oder Wertentwicklung hat Gold hingelegt im Vergleich zum Betrag in Ost- oder D-Mark die manch einer mal dafür hingelegt hat.

    In meinem Fall waren es Euro. Ich habe mein Gold zu Preisen von 500 - 600 Euro erworben. Als Barreserve oder Notgroschen. Die restlichen 90% meines Vermögens in Aktien und Immobilien gesteckt.

    Die Rendite wäre noch höher gewesen, wenn ich alles in Aktien gesteckt hätte, aber wer wusste vor 12 - 14 Jahren schon so genau was an den Finanzmärkten passiert.

    Wer damals seine Rubel, Peso oder ähnlich inflationäre Währungen in Gold getauscht hatte ist deutlich besser gefahren... ;- )

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  3. Gold dient rein und nur dem Zweck der Absicherung, dies bei wohl mehr als 90% der Goldinhaber so. Es ist weniger ein Spekulationsobjekt auf steigende Kurse. Es geht bei Gold ja auch nicht darum ob nun "produktiv,faul oder unproduktiv". Schon solch ein Gedankenansatz ist unpassend.
    Und wollen wir ernsthaft darüber reden, was passiert wenn uns dieses ganze Fiatlügengebäude um die Ohren fliegt. Dann geht halt alles seinem physischen Werte entgegen. Und diese ganzen "Gold , ob es rentiert?" Artikel können sich dann die Schreiberlinge wieder durchlesen und sich mit ihrem Papiergeld den Hintern abputzen.

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  4. Wenn Gold dann auch nur physikalisches Gold als Not-Not-Notgroschen, für die Zombieapokalypse oder schlimmeres...

    Sollte das Geld kaum oder nichts mehr wert sein, kann ich nur hoffen, das die Regierung meinen Gastank/Öltank auffüllt, weil kaufen kann ich keins mehr...
    Es sei denn ich biete dem Händler Gold an, damit meine ich "physikalisches" Gold.
    Ich denke nämlich auch das die Goldzertifikate im Ernstfall das Papier nicht wert sind..

    VG
    JB

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    1. Mach doch mal den Praxistest und versuch, mit Deinem Krügerrand bei REWE an der Kasse Deinen Einkauf zu bezahlen oder an der ARAL Deinen Sprit. Bin gespannt auf Deine Erfahrung, vor allem, wenn Du dann auch noch Edelmetall als "Wechselgeld" haben willst. Aber soweit kommste vermutlich gar nicht, ist jedenfalls meine Überzeugung. Lerne aber gerne dazu...

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    2. aktuell würde ich das nicht tun, würde auch nicht funktionieren, wir haben ja keine Apokalypse oder Systemcrash, deswegen liegt mein Gold irgendwo sicher.
      Ich bin sicher, im Fall der Fälle, wird es sehr nützlich sein...
      Ich lerne gerne jeden Tag meines Lebens dazu...

      VG
      JB

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    3. Mit 1/2 Unzen Münzen wird man sich vermutlich schwer tun. Dafür gibt es aber spezielle Goldplättchen, z.B. 100x 1g, die für Tauschhandlungen bei einem Systemcrash gedacht sind.

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    4. und diejenigen, die in den 30ern aus Europa fliehen mussten, zahlten mit was genau? ach ja-mit gold. also herr kissig, gold ist eine Versicherung für den Ernstfall. aber sie können ja gerne versuchen, mit Aktien zu zahlen, wenn der hut brennt. ich lerne aber auch gerne dazu

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  5. Ich will nun wirklich nicht Gold als Anlage-Asset verteidigen, aber der Vergleich mit dem "Praxistest" ist ja Kinderkram. In jedem "Ernstfall" wird es Stellen geben, wo man Werte tauschen kann. Sei es Gold gegen Dollar gegen Euro gegen Libra oder was auch immer es dann geben mag.
    Ich sag ja auch nicht, ´versuch mal mit ´ner Microsoft-Aktie beim REWE zu bezahlen'. Ganz abgesehen von der Frage, ob Banken und Börsen dann noch geöffnet haben...
    Aber im Prinzip - was die Rendite betrifft - muss ich Ihnen schon recht geben.

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  6. "Ich bin sicher, im Fall der Fälle, wird es sehr nützlich sein..."
    "Im jedem Ernstfall wird es Stellen geben..."

    Ich frage mich wirklich, wo solche unreflektierten Phrasen herkommen. Man ist sich
    angeblich sicher, dass in einer Situation, für die Erfahrungshorizont und historische Belege fehlen, ein bestimmtes gelbes Metall irgendwo einen signifikanten Tauschwert haben wird.

    Ich finde, man sollte sich zunächst an das halten, was historisch tatsächlich belegbar ist, und nicht in Dagobertphantasien verfallen.

    Ich habe mich nicht näher mit der Materie befasst, aber ich denke, im "Ernstfall"
    (wie immer der dann aussieht) wird auf jeden Fall dreierlei passieren:

    1. Lebensmittel und Brennstoffe werden rationiert

    2. Die persönliche Bewegungsfreiheit wird eingeschränkt

    3. Der Staat wird mit allen Mitteln versuchen, die Etablierung einer Parallelwährung zu
    verhindern, und deshalb, wie er es auch in der Vergangenheit mehrfach getan hat, den Handel mit und den Besitz von Edelmetallen kurzerhand verbieten. Dann kann man seinen Bestand entweder gegen eine Entschädigung in offizieller Währung abliefern oder aber man begibt sich in den Schwarzmarkt.

    Ich weiß nicht, ob es für einen funktionierenden Schwarzmarkt mit Gold Belege gibt. Die
    einzige Schwarzmarktwährung, die mir persönlich spontan in den Sinn kommt, sind Zigaretten. Wer sich damit auskennt und Nachweise hat: nur immer her damit!

    Es wird ja von Goldadepten wie z.B. dem Tausendsassa Robert Halver immer wieder behauptet,Gold sei eine veritable Krisenwährung, aber konkrete Belege dafür werden komischerweise nie angeführt. Und so lange ich die nicht habe, glaube ich nicht daran.

    Wenn ich mich auf eine Krise vorbereiten wollte, hätte ich vermutlich den allfälligen gut gesicherten Keller voller Brennholz, Klamotten und haltbaren Lebensmitteln. Ich finde aber auch, man sollte auf solche (typisch deutschen) Angstszenarien nicht zuviel Zeit verschwenden. Es wird ohnehin anders kommen, als man denkt.

    Und darüber, dass Gold als Renditebringer nix taugt, sind wir uns wohl einig.

    Gruß
    Jens

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    1. Naja, nach einer richtigen "Krise", zum Beispiel dem 2. Weltkrieg, konnte man für eine Unze ein Einfamilienhaus mit Grundstück in Berlin erwerben.

      Zum Bäcker geht man dann lieber mit Silbermünzen,
      das Gold ist eher ein transportabler Wertspeicher
      für größere Absicherungen.

      Gold ist eine Versicherung für echte Krisen: kollabierende Märkte,
      kollabierende Währungen, kollabierende Wirtschaftssysteme, Kriege...
      (ist ja alles noch nicht sooo lange her)

      Gold ist keine Geldanlage, sondern eine Versicherung.
      Und richtig, eine Währung, älter als alle hier besprochenen Renditepapiere.

      Unabhängig von Aktien, Fonds, Zertifikaten ...
      sollte jeder etwas physisches Gold besitzen,
      je nach Geschmack und Vermögen 5-10%.

      Und ja, es geht uns allen besser, wenn wir Goldbesitzer
      diese Versicherung niemals benötigen werden.

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  7. Ich gebe Michael bei seiner Analyse recht. 2016 war ich versucht in Gold zu investieren, habe mir dann ein oder zwei Gold/Silber-Aktien ins Depot gelegt- von Gold habe ich Gott sei Dank die Finger gelassen, und die Minen waren wirklich nicht meine besten Investitionen.
    Was eine kommende Krise angeht: wie die aussehen könnte, und was dann zaehlt, kann keiner richtig sagen. Ich erinnere mich an Geschichten meiner Grosseltern von den Jahren nach dem 2ten Weltkrieg: ausgebombt, waren sie gezwungen, ihren Schmuck zu versetzen, auch ein ererbtes Grundstück - alles weit unter Wert. Einen Garten hätten sie gebraucht. Es gibt Katasprophen, für die kann man keine richtige Vorsorge treffen, Gold-Reserven sind da nur Augenwischerei, und in der Zwischenzeit liegen sie da wie ein toter Fisch. Aktien, Dividende und Diversifizierung!

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    1. Gut durchdachte Statements, Jens und Lukas! Kann man sich merken.

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  8. Ich bin ja auch kein Goldverfechter aber ich habe mal eine Goldmünzensammlung geerbt, da kann ich ja nichts für....
    Ich hätte die Münzen damals zum reinen Goldpreis für 950 USD oder heute für 1550 USD pro Feinunze verkaufen können.... wenn das keine Steigerung ist..
    Vielleicht verkaufe ich ja wirklich und stecke das Geld in ein Eigenheim...

    Gold ist und bleibt ein heißes Thema wenn immer so ein topic aufkommt.

    VG
    JB

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  9. Anonym (16.1.20, 12:57) liegt goldrichtig! Gold ist (Welt-)Währung und Wertaufbewahrungsmittel.

    In Zeiten exponentiellem Geldmengenwachstums bei steigenden Defiziten führt das IMMER!!! zu einer stark reduzierten Kaufkraft einer Währung.
    Gold hat in US$ gerechnet seit 1971 eine Performance von über 8% p.a. erzielt.
    (Leider können hier keine Grafiken eingebunden werden. Sonst könnte ich das entsprechend belegen.)
    JS

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    1. Ergänzung: ...zu einer stark reduzierten Kaufkraft einer Fiat-Währung.
      JS

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    2. Das sind doch auch wieder nur plakative, unreflektierte Phrasen anstatt stichhaltiger Argumente.

      Zitat: "Gold hat in US$ gerechnet seit 1971 eine Performance von über 8% p.a. erzielt."

      Sicher, aber 1971 hatte der Goldpreis auch sein historisches Tief.

      Wer dagegen zum Hochpunkt 1980 - vor immerhin 40 Jahren - gekauft hat, beißt sich heute noch in den Hintern, wenn er nicht, was wahrscheinlicher ist, seinen Bestand zwischenzeitlich entnervt und sehr verlustreich veräußert hat. So viel zum Thema Wertaufbewahrungsmittel in Zeiten teuflischer Fiat-Währung.

      Bei einem marktbreiten Investment in den US-Aktienmarkt nach 1900 hingegen war es
      unabhängig vom Einstiegszeitpunkt vollkommen unmöglich, über den gleichen Zeitraum keine auskömmliche Rendit zu erzielen. Wer zum Beispiel - hätte es damals schon Indexfonds gegeben - 1929 zum Hochpunkt des Aktienmarktes einmalig ganz ungünstig in den Dow investiert und dann 40 Jahre durchgehalten hätte (und damit man mir nicht das Wort im Munde umdreht: dass das meist umständehalber nicht möglich war, ist mir bewusst), hätte in diesem Zeitraum den Wert immerhin noch ca. verdreifacht.

      Man sollte eben immer unvoreingenommen bleiben und nicht den eigenen Blick gezielt zugunsten einer favorisierten Anlageklasse verengen.

      Vollständig müsste das Statement lauten: "Mit einem Goldkauf nach 1900 konnte man, wenn man den Bestand bis zum heutigen Tag hält, MAXIMAL ca. 8 % Jahresrendite erzielen - nämlich dann, wenn man zufällig 1971 beim historischen Tief eingestiegen ist."

      Bei Aktien entspricht das gerade mal der Rendite, die man langfristig DURCHSCHNITTLICH erwarten kann, wenn man zu verschiedenen beliebigen Zeitpunkten marktbreit in den US-Markt investiert. Allein dieser Riesenunterschied spricht einfach deutlich zugunsten von Aktien.

      Wie man es dreht und wendet: Wenn man historische Daten zugrundelegt, bleibt Gold durch den extrem langen Zyklus und die extreme Volatilität langfristig die deutlich unrentablere und zugleich wesentlich risikoreichere Anlageform.

      Und wenn man darauf spekuliert, dass der "Megatrend wundersame Geldvermehrung" den
      Goldpreis künftig treiben wird, so gilt das für die Aktienpreise natürlich ebenso.

      Gruß
      Jens

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    3. "...hätte in diesem Zeitraum den Wert immerhin noch ca. verdreifacht."

      Nachtrag: Und das, wohlgemerkt, ohne Dividenden!

      Gruß
      Jens

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    4. @Jens

      "Das sind doch auch wieder nur plakative, unreflektierte Phrasen anstatt stichhaltiger Argumente."
      Da habe ich bei dir wohl einen wunden Punkt getroffen? Persönliche Angriffe anstatt dessen, was du mir vorwürfst?!?

      Bestreitest du das exponentielle Geldmengenwachstum?
      Schau dir doch einfach die Entwicklung der Bilanzen der EZB, der BoJ, der BoE oder der FED an. Da kommst du aus dem Staunen nicht mehr raus. ;-)

      Bestreitest du steigende Staatsdefizite?
      Auch hier kann dir geholfen werden:
      https://de.statista.com/statistik/daten/studie/1975/umfrage/staatsverschuldung-der-usa/
      Eine höchst offizielle Seite ohne jede Verschwörungstheorie. ;-)

      Bestreitest du den Verfall der Kaufkraft einer „teuflischen“ Fiat-Währung?
      Hmm. Hier musst du gar nicht weit suchen. Schau dir einfach die im Text verlinkte Grafik an. Verlust der Kaufkraft von 1 US$ im Jahr 1802 auf 0,05 US$ im Jahr 2010. Noch Fragen?

      Ebenfalls dieser Grafik kannst du entnehmen, dass sich seit 1971 die Preisentwicklung von Gold zu US$ GRUNDLEGEND verändert hat. Folglich ist es völlig korrekt, auf die Preisentwicklung ab diesen Zeitpunkt hinzuwiesen.
      Es fand ein Paradigmenwechsel statt. Stichwort Bretton Woods. Bitte selbständig recherchieren!

      Zitat von dir (16.1.20, 23:36): „Und darüber, dass Gold als Renditebringer nix taugt, sind wir uns wohl einig.“
      Nein! Da sind wir uns gar nicht einig! Selbst die im Text hinterlegte Grafik weist eine positive Rendite von Gold über die letzten 200 Jahre aus!

      Zitat von dir (16.1.20, 23:36): „Ich habe mich nicht näher mit der Materie befasst…“
      Dem kann ich nur zustimmen! Kleiner Tipp: Erst nachdenken, bevor du disqualifizierte, unreflektierte Phrasen von dir gibst!

      JS

      PS. Von Aktien musst du mich nicht überzeugen! Dagegen hatte ich auch nichts geschrieben. ;-)

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    5. Hallo J.S.,

      ich möchte natürlich niemanden kränken und entschuldige mich gerne bei Dir
      für meinen ungerechtfertigt harschen Ton und die unangebrachte Basta-Bemerkung.

      Natürlich bestreite ich nicht das exponentielle Geldmengenwachstum, und mir ist auch der Paradigmenwechsel weg vom Goldstandard bewusst; nur glaube ich (bisher) trotzdem nicht, dass Gold eine veritable Versicherung gegen sinkende Kaufkraft ist, und das kann ich gern darlegen.

      Unter einer Anlage mit Inflationsschutz verstehe ich persönlich eine Anlage, die die folgenden 3 Eigenschaften erfüllt:

      1. Ich muss sie jederzeit sofort kaufen können, nämlich genau dann, wenn mir eine
      Menge Geldes zufällt, das ich vor der Inflation retten will.

      2. Ich muss sie jederzeit sofort verkaufen können, denn es liegt in der Natur einer solchen Anlage, dass man sie möglicherweise ungeplant und kurzfrstig auflösen will oder gar muss.

      3. Sie darf mir beim Verkauf keinen signifikanten realen Kaufkraftverlust einbrocken.

      In Summe bedeutet das, dass ihre wichtigste Eigenschaft geringe Volatilität gegenüber der Bezugswährung ist.

      Bis zum Ende des Goldstandards hat Gold diese Anforderung zwangsläufig ideal erfüllt. Danach hat sich der Goldpreis aber leider langzyklisch und stark volatil entwickelt.

      Sicher, in den letzten 50 Jahren konnte man mit Gold in Summe die Inflation durch eine ca. 8-prozentige Nominalrendite sogar deutlich überkompensieren. Aber ich kann doch bei der Beurteilung einer solchen Anlage nicht einfach unrealistisch implizieren, ich könnte zum günstigsten Zeitpunkt kaufen und meinen Bestand danach mindestens 50 Jahre halten, und die zwischenzeitlich eingetretenen Risiken einfach ausblenden. Vielmehr muss ich mich unter kritischer Würdigung der Punkte 1 und 2 oben doch fragen, welchen Verlust mir die Anlage nach historischen Daten maximal hätte einbringen können.

      Hätte ich 1980 Gold gekauft und meinen Bestand ganz blöderweise 2002 - immerhin gut zwei Dekaden später - zwangsweise wieder auflösen müssen, hätte ich einen Nominalverlust von grob 2/3 des Kaufpreises eingefahren - vom noch viel höheren Verlust an realer Kaufkraft einmal ganz zu schweigen. Hätte ich hingegen bis heute weiter gehalten, hätte ich zwar eine geringfügige Nominalrendite erzielt, würde aber immer noch auf rund 50 % an realem Kaufkraftverlust sitzen. Ich finde, da kann man auch mit sehr viel gutem Willen nicht mehr von einem wirksamen Inflationsschutz sprechen. (Hier wäre eben nicht die Fiat-Währung, sondern das Gold der Teufel gewesen - so war mein fragliches Statement gemeint).

      Natürlich stelle ich hier bewusst den ungünstigsten Fall dar, aber auch und gerade gegen diesen Fall soll das Asset mich ja eigentlich versichern.

      Um in eine solche Anlageklasse zu investieren, brauchte ich also einen starken Indikator dafür, dass sich eine derart desaströse und langfristige Entwicklung künftig nicht wiederholt - und diesen Indikator sehe ich einfach nicht, jedenfalls nicht zwangsläufig. Die Geldmenge ist im von mir oben ausgewählten Zeitraum kontinuierlich gestiegen, und den Goldpreis hat es nicht im Geringsten gejuckt - er ist gefallen und gefallen. Warum sollte ich also darauf bauen, dass nicht genau dasselbe in den nächsten 20 Jahren wieder passiert? Nur, weil ich vielleicht vermute (aber nicht weiß), dass zwischen Geldmenge und Goldpreis eine
      langfristige und hinreichend starke positive Korrelation besteht? Das ist mir zu
      spekulativ.

      Und zur Krisenwährung: Uns fehlen natürlich eigene Erfahrungswerte, aber wann immer der Staat in der Vergangenheit die Stabilität der Währung in Gefahr sah, hat er entsprechende Maßnahmen ergriffen, um den Gold- und Devisenhandel möglichst zu unterbinden.
      Ich halte es abseits aller Verschwörungstheorien für nicht unbedingt abwegig, dass man die EZB im Notfall ermächtigen wird, in privatem Besitz befindliches Gold einfach einzuziehen.

      Ich sehe für Gold derzeit einfach keine stichhaltigen Argumente. Aber jedem das Seine :)

      Beste Grüße
      Jens

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    6. Hallo Jens,

      Entschuldigung angenommen.

      Bitte habe Verständnis dafür, dass ich deine Antwort inhaltlich nicht näher kommentiere. Dafür fehlt mir im Moment die Zeit.

      Nur so viel:
      1. Ich glaube, das Anlageinstrument, was du suchst, gibt es nicht.
      2. Deine Argumentation zu Gold im Hinblick auf mögliche Verluste kannst du auf jede andere Anlageklasse (Aktien, Renten, Immobilien, Tulpenzwiebeln, ...) übertragen.
      3. "Starke Indikatoren" oder Garantien kann dir niemand seriös geben.
      4. Unsere Anlageziele unterscheiden sich deutlich. Meine Ziele sind u.a. Vermögenssicherung (real) - auch für die nächste Generation, Generierung von Cash-Flow (dazu wäre Gold nicht geeignet), breite Diversifikation.

      Im Kern finde ich den Text von Michael zu einseitig und wollte mit dem kleinen Statement zum Nachdenken anregen.

      Beste Grüße
      JS

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  10. Im Falle einer Krise nützt Gold wenig. Gold hat keinen intrinsischen Wert, sondern nur den, den die Leute ihm geben. Man kann es nicht essen, es kleidet einen nicht, man kann es nicht verbrennen, um sich zu wärmen. Im Fall der Fälle wird es zum Tauschhandel Ware des täglichen Bedarfs gegen Ware des täglichen Bedarfs kommen. Selbst wenn Gold seinen Wert in der Krise behalten oder gar steigern würde: werde könnte denn beim Zusammenbruch staatlicher Gewalt, der ja oft mit Krisen einhergeht, sicherstellen, dieses wertvolle Material zu behalten? Man müsste sich bewaffnen um sein Vermögen zu schützen. Meine Oma hatte einige Geschichten über die Zeit nach dem 2. WK auf Lager, u.a. von einer Frau im Pelzmantel, die beim Metzger weinend ihren Schmuck gegen Fleisch tauschen wollte. Sie hatte ihren Lebensmittelmarken verloren. Soviel zum Thema Wert des Goldes in der Krise.
    Jörn.

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    1. Hallo Jörn,

      "Gold hat keinen intrinsischen Wert..."
      Genau gegenteiliges ist der Fall. Der Wert von Gold war nie Null, und Gold hat kein Gegenparteirisiko. Zumindest dann nicht, wenn du es physisch hälst.

      "...sondern nur den, den die Leute ihm geben."
      Diese Aussage trifft im Kern auf alle Anlageklassen zu, nicht nur auf Gold.

      Beste Grüße
      JS

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  11. War bei meinen Vorfahren anders, sie haben mit Gold die Krise überbrückt und damit nachher Grundstücke gekauft. Auf diesen Grundstücken entstanden dann Miethäuser von denen wir Nachfahren jetzt noch profitieren, Der in Staatsanleihen ("Gold für Eisen") verfiel de gegen wertlos...Daher immer intelligent investieren und v.a. nichts pauschalisieren :-)

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  12. Während einer Hyperinflation könnte das zweifellos funktionieren. Die würden aber auch Besitzer von Firmenanteilen wahrscheinlich schadlos überstehen.

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    1. Systemwechsel sind immer schwer zu bewerten, denn alles Alte wird vom Neuen eliminiert bzw. neu definiert. Selbst der DAX ändert im laufe der Zeit seine Zusammensetzung, daher zeigt es nicht gerade von Weitblick bzw. wirtschaftlichen Grundverständnis wennn man Gold verurteilt>>> Jedes andere Investment hat seine Zeit, aber Gold ist imer zeitlos.

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  13. Gold ist ja auch kein Investment sondern eine Rückversicherung, Herr Kissig. Zentralbanken kaufen seit Jahren immer mehr davon. Warum? Hauptsächlich - um in einem extremen Krisenfall den folgenden Run aufs Gold durch gezielte Gold-Verkäufe zügeln zu können. Sonst könnten sie sich nämlich mit ihrem selbst geschaffenen Geld plötzlich den Allerwertesten wischen. Gold ist für mich und Millionen Andere eine Rückversicherung dagegen, dass die Zentralbanken mit ihren geldpolitischen Tricks scheitern könnten. Kein Investment, kein Hafen sondern eine Rückversicherung. (Und in der allergrößten Not ein Tauschmittel.) Möge es nie soweit kommen!

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  14. Wer nicht in Edelmetalle investiert ist bereits, hat in den letzten Jahren nichts verstanden und sich lediglich blenden lassen. Ich bin gespannt was Sie über diese Asset Klasse schreiben, wenn wir an einem schönen Freitag von einer Währungsreform "überrascht" werden. Ja der S&P ist toll gelaufen,und ja Gold hinkt da deutlich hinterher, aber auf welcher Grundlage?

    Gold ist langfristig eine schlechte Anlage? Puuh der Satz gehört doch hier wirklich nicht rein, genau wie die Zitate von WB, die er vor Jahrzehnten mal kommuniziert hat. Lange überholt die Aussagen.

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