Dienstag, 24. Februar 2015

Was ist... der Maximum Drawdown?

Diese Kennzahl gibt den maximalen Kursverlust an, den ein Anleger innerhalb eines bestimmten Zeitraums mit seiner Anlage hätte erleiden können. Der in Prozent ausgewiesene Maximum Drawdown wird vor allem bei der Risikobetrachtung verwendet.


Maximum Drawdown = (Tiefster Kurs x 100 : Höchster Kurs) - 100


Die Kennzahl bezieht sich auf Werte der Vergangenheit und da Kurse kein Gedächtnis haben bedeutet dies folglich nicht, dass es künftig nicht auch stärkere prozentuale Kurseinbrüche bei dem Wertpapier geben kann, als es sie zuvor schon gab. Trotzdem kann der Maximum Drawdown wertvolle Hinweise für den Investor liefern. Börsenkurse weichen nämlich teilweise erheblich vom wahren Wert des zugrundeliegenden Basiswertes ab und auch als Langfristanleger muss man sich bei Kurseinbrüchen die Frage stellen, ob man verkaufen, halten oder gar nachkaufen sollte. Das hängt nicht vom Ergebnis der Bewertung ab, sondern auch von der eigenen Schmerzgrenze in Bezug auf Kursverluste. Hier sind nicht alle Anleger gleich und nicht alle können fette rote Minuszeichen im Depot gleich gut verkraften. Die Kennzahl Maximum Drawdown kann hier helfen, weil es dem Anleger klar macht, dass die Aktie bereits in der Vergangenheit heftige Einbrüche hatte und in welcher Höhe. Und er kann mit ihrer Hilfe besser einschätzen, ob sich die Aktie bisher von solchen Kurseinbrüchen wieder erholt hat und - ggf. mit Nachkäufen warten, bis sich der aktuelle Kurseinbruch, z.B. in einem Crash oder einer handfesten Krise, diesen historischen Tiefstkursen annähert und hier dann Bottom-Fishing betreiben.

Montag, 23. Februar 2015

Andere Ansichten zu Buffetts Einstieg in Deutschland

"The Motley Fool" legen 3 zentrale Infos für Investoren zum Einstieg von Warren Buffetts Berkshire Hathaway in Deutschland dar. Buffett sei bekannt dafür, dass er gegen den Strom schwimme und gerade deshalb würde er jetzt verstärkt auch nach Deutschland schauen und ließe sich von den Wirren um die Ukraine und Griechenland nicht abschrecken. Im Gegenteil, Buffett sähe das als ideale Kaufgelegenheiten an. Dabei sei Deutschland für Buffett kein ganz neues Terrain, doch die für seine Verhältnisse relativ kleine 400 Mio. Dollar Übernahme des Produzenten für Motorradzubehör Detlev Louis sei auch eher als Türöffner zu verstehen, mit dem Buffett sein Interesse an weiteren geschäften in Deutschland bekunde. "Nichts geht über einen richtigen Deal, um die Aufmerksamkeit der Leute zu bekommen“, so Buffett. „Ich mag die Tatsache, dass wir damit den Code für Deutschland geknackt haben".

Berkshire Hathaway befindet sich auf meiner Empfehlungsliste.

Börsenweisheit der Woche 08/2015

"Die Liste der Eigenschaften, die man als Anleger haben sollte, umfasst Geduld, Selbstvertrauen, gesunden Menschenverstand, Leidensfähigkeit, Offenheit, Hartnäckigkeit, Bescheidenheit, Flexibilität, die Bereitschaft Fehler einzugestehen und die Fähigkeit, allgemeine Panik zu ignorieren".
(Peter Lynch)

Was ist... der Buffett-Indikator?

Der "Buffett-Indikator" ist ein Paradoxon, also ein Widerspruch in sich. Denn mit ihm ermittelt "das Orakel von Omaha", ob sich ein Markt in einer überteuerten Bewertung befindet, oder ob er zu billig ist. Das klingt nach einem Market-Timing-Indikator und Warren Buffett ist der Letzte, der sich mit dem Timing der Märkte beschäftigt; er setzt stattdessen auf die Bewertung einzelner Aktien. Und trotzdem ist der Indikator nach ihm benannt und wird von ihm verwendet. Also lohnt wohl ein zweiter Blick...

Der Buffett-Indikator wird ermittelt als Quotient von Börsenkapitalisierung und Bruttoinlandsprodukt (BIP). Man teilt also den Marktwert aller börsengehandelten Unternehmen durch die Summe aller in einer Volkswirtschaft innerhalb eines Jahres produzierten Waren und Dienstleistungen.


Buffett-Indikator = Börsenkapitalisierung : BIP


Ein Wert über 1 deutet dies auf einen teuren Aktienmarkt hin, während Werte unter 1 eher Kaufgelegenheiten vermuten lassen. Buffett hält dies für "den wohl besten einzelnen Indikator" zur Klärung der Frage, ob ein Aktienmarkt zu hoch oder zu niedrig bewertet sei. Allerdings bedeutet ein Wert über 1 nicht zwangsläufig, dass es sofort zu einer Korrektur am Aktienmarkt kommen muss. Vielmehr deuten die langfristigen Entwicklungen darauf hin, dass den Rezessionsphasen der US-Wirtschaft stets starke Anstiege des Buffett-Indikators vorausgingen.

"Ich denke nie darüber nach, was die Börse machen wird. Ich weiß nicht, wie man
die Börse oder die Zinsen oder die Konjunktur vorhersagen kann. Und ich habe
keine Ahnung, ob die Börse in zwei Jahren höher oder tiefer stehen wird".
(Warren Buffett)

Doch warum verwendet ein "Stock-Picker" wie Buffett einen solchen Markt-Indikator? Wenn eine Aktie günstig bewertet ist, dann ist es letztlich egal, wie der Rest des Marktes dasteht, ob er massiv überkauft oder deutlich unterbewertet ist. Buffett beteiligt sich nicht an Aktien, er kauft eine Unternehmensbeteiligung. Und die hält er sehr lange, wenn es geht sogar für immer.

Die Erklärung liegt im Value-Investmentansatz Warren Buffetts. Denn er schaut sich eine Aktie ja nicht nur oberflächlich an und kauft sie dann, sondern wenn er auf ein interessantes Unternehmen stößt, versucht er alle Informationen darüber in die Finger zu kriegen, die er nur auftreiben kann. Sei es zum Markt, in dem das Unternehmen tätig ist, über die Wettbewerber, die Marktstellung, die Produkte, alles will er wissen, um ein Gefühl für das Unternehmen zu bekommen. Und natürlich liest er alle Geschäftsberichte, die er kriegen kann. Und wenn er alles weiß, dann hat er eine Meinung zum Unternehmen und eine Einschätzung, ob dieses Geschäft sich auch in Zukunft lohnen wird. Und dann schaut Buffet, ob er die Aktien zu einem Preis bekommen kann, der niedrig genug ist, um ihm eine Sicherheitsmarge zu geben und eine attraktive Rendite auf sein Investment zu bieten.

Und das ist die Antwort, weshalb sich Buffett mit einem Marktindikator beschäftigt. Zeigt der Gesamtmarkt eine Überbewertung an, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass viele einzelne Aktien ebenfalls (zu) hoch bewertet sind. Und umgekehrt deutet eine Unterbewertung des Gesamtmarktes darauf hin, dass auch viele Einzelwerte unterbewertet sein dürften. Die Erfolgsaussichten, hier fündig zu werden auf der Suche nach qualitativ hochwertigen Unternehmen zu Schnäppchenpreisen, sind also deutlich höher. Und da Buffetts Tage auch nur 24 Stunden haben, muss er schon stark selektieren, was er sich überhaupt genauer ansieht. Und dabei hilft ihm sein Buffett-Indikator.

Sonntag, 22. Februar 2015

Was ist... Bottom-Fishing?

Bottom-Fishing ("den Grund abfischen") ist eine Auswahlmethode für Wertpapiere, bei der besonders stark abgestürzte Wertpapiere auf die Anzeichen einer Bodenbildung hin beobachtet werden, um dann einzusteigen und den erwarteten Wiederanstieg mitzunehmen.

"Greife nie in ein fallendes Messer."
(Allgemeine Börsenweisheit)

Dieser Methode liegt die Annahme zugrunde, dass die Erholung des Kurses der wirtschaftlichen Erholung des zugrundeliegenden Unternehmens vorangeht und sich deshalb am Boden günstige Einstiegschancen finden. Der alten Börsenweisheit "greife nie in ein fallendes Messer" soll dabei insofern Rechnung getragen werden, als dass nicht in den Kursabsturz hinein gekauft wird, sondern erst dann, nachdem sich der Kursverlauf abgeflacht hat und in eine Seitwärtsbewegung übergegangen ist (also einen Boden bildet).

Freitag, 20. Februar 2015

Andere Ansichten zur Aufholjagd bei Steico

Zur Aufholjagd bläst "Börse Online" und analysiert, welche Nachzügler man jetzt noch kaufen könne. Das auf Naturdämmstoffe aus Holzfasern spezialisierte Unternehmen Steico SE sei ein Nischenplayer mit grünem Anstrich und habe ein Übergangsjahr hinter sich. Preisdruck durch Produktionsüberkapazitäten mache der Branche weiter zu schaffen und Steico spüre die Folgen in Form schrumpfender Margen trotz steigendem Absatzes. Dennoch habe Steico kräftig investiert, um sich als System- und Lösungsanbieter für ökologische Dämmstoffe zu positionieren, und wolle Ende 2015 eine neue Produktionsanlage für Furnierschichtholz in Betrieb nehmen. Wer darauf setze, dass Steico bei der Profitabilität zulegen könne, baue jetzt erste Positionen mit Kursziel 9 EUR auf.

Steico befindet sich auf meiner Empfehlungsliste.

Donnerstag, 19. Februar 2015

Was ist... eine Akquisitionswährung?

Firmenübernahmen nennt man auch Akquisitionen und dabei werden häufig Aktien zur Bezahlung des Kaufpreises eingesetzt, entweder alternativ oder als Ergänzung zur Bar-Komponente. Hier spricht man dann davon, dass diese Aktien als "Akquisitionswährung" eingesetzt werden.

Vorteil
Der Vorteil für das akquirierende Unternehmen ist, dass es verhältnismäßig günstig an diese "Währung" heran kommt, nämlich einfach durch die Ausgabe neuer, sog. "junger" Aktien. Oder es hatte noch eigen Aktien im Bestand, z.B. aufgrund eines zuvor durchgeführten Aktienrückkaufprogramms. Für die Verkäufer besteht der Vorteil darin, dass sie weiterhin an ihrem Unternehmen beteiligt bleiben, auch wenn dieses nun Teil eines Größeren ist bzw. ein Tochterunternehmen von diesem.

Nachteil
Das Bezahlen mit eigenen Aktien kann allerdings ein Nachteil für die bisherigen Aktionäre sein, denn durch diese Ausgabe verwässert sich ihr Anteil am Unternehmen, denn nun gibt es ja viel mehr Aktien als zuvor. Ebenso verhält es sich, wenn zuvor erworbene Aktien aus dem Aktienrückkaufprogramm eingesetzt werden, da diese bei der Verteilung des Unternehmensgewinns nicht mit berücksichtigt werden und der Gewinnanteil ausschließlich auf die "freien" Aktien verteilt wird. Werden die Aktien nun als Übernahmewährung wieder in Umlauf gebracht, entfällt auf sie auch wieder ein Gewinnanteil, eben so, als wären neue Aktien ausgegeben worden. Der Unternehmensgewinn wird also auf mehr Aktien verteilt und fällt dem entsprechend geringer aus.

Es sei denn... die hinzugekauften Unternehmensteile bzw. Töchter erzeugen selbst Gewinne, die erhöhen dann den Gewinnanteil für alle Aktien. Und im Idealfall weisen sie eine höhere Rendite auf, so dass der Gewinn stärker steigt als die Verwässerung durch die neuen Aktien wirkt. Darüber hinaus stellt das erworbene Gesellschaft selbst ja auch einen Wert dar, der ggf. den Buchwert des übernehmenden Unternehmens erhöht.

Mittwoch, 18. Februar 2015

Andere Ansichten zum drohenden Aus für Aktienclubs

Vielen Aktienclubs drohe das Aus, warnt "Euro am Sonntag", denn eine erneute Verschärfung der Gesetzeslage drangsaliere die rund 7.000 deutschen Aktienclubs noch weiter und diese könnten die neuen härteren Anforderungen der BaFin nicht mehr erfüllen. Entweder die Clubs nähmen keine neuen Mitglieder mehr auf und schrumpften, oder sie würden wie Kapitalanlagegesellschaften behandelt mit entsprechenden Auflagen und horrenden Kosten- und Prüfverpflichtungen. Dabei lägen die Vorteile von Aktienclubs auf der Hand. Anleger lernten voneinander und könnten zusammen Fehlentscheidungen Einzelner vermeiden. Stattdessen entschieden sie gemeinsam über Investments und zahlten Geld in ein Gemeinschaftsdepot ein. Überdies mache das Clubleben vielen Freude. Die neue Gesetzeslage drohe nun, die ohnehin siechende Aktienkultur in Deutschland massiv zu beschädigen.

Und was tat sich in Warren Buffetts Depot im 4. Quartal 2014?

Value Investor Warren Buffett musste wieder einmal für seine Investmentholding Berkshire Hathaway das sog. Formular 13F bei der amerikanischen Börsenaufsicht SEC (Securities and Exchange Commission) einreichen, ein vierteljährlich vorzulegendes Dokument, in dem er seine An- und Verkäufe offenlegen muss.

Wichtigste Käufe
Nachdem die Position im Landmaschinenhersteller Deere & Co. erst im dritten Quartal 2014 abgestoßen wurde, kaufte Buffett nun wieder massiv zu und hält per 31. Dezember 2013 nun 17,1 Mio. Aktien. Neu ist seine Position in Rupert Murdochs 21st Century Fox, einer Abspaltung von dessen News Corp., an der Buffett 4,7 Mio. Aktien erwarb. Weiter zugekauft hat er auch bei IBM, wo er nach dem Erwerb von fast 6,5 Mio. Aktien inzwischen 76.971.817 Anteile hält. Aufgrund der Kursschwäche ist dies trotzdem hinter American Express nur noch die viertgrößte Position im Berkshire-Portfolio. Doch Kreditkartenunternehmen haben es ihm ohnehin schwer angetan, denn er baute seine Position in Mastercard um 700.000 auf 5,4 Mio. Anteile weiter aus und ebenso wuchs sein Paket an Visa von 2,15 Mio. Aktien auf 2,5 Mio. Stücke. Massiv stockte er auch bei Suncor Energy auf, wo seine Position von knapp 18,5 Mio. Anteilen auf 22,5 Mio. anschwoll sowie beim Öl-Raffinerie-Betreiber Phillips 66, an dem er nun 6,5 Mio. nach 6,2 Mio. Anteilen besitzt. Darüber hinaus kaufte Buffet im Bereich Satelliten- und Kabelnetzbetreiber bei DirecTVViacom und Liberty Global weiter zu und er kaufte weitere 1,2 Mio. Aktien von Charter Communications und hält hier nun 6,5 Mio. Anteile.

Wichtigste Verkäufe
Buffett steigt bei den Öl-Multis aus und hat seine Positionen bei Exxon Mobil und ConocoPhillips komplett veräußert. Ende September war Berkshire noch mit rund 41 Millionen Aktien im Wert von etwa 3,7 Mrd. USD (3,2 Mrd EUR) an Exxon beteiligt und hatte 471.994 Anteilsscheine von ConocoPhillips im Depot gehabt. Aber auch National Oilwell Varco stand weiter auf Buffetts Verkaufsliste, wo er sein Aktienpaket um gut 18 Prozent auf 5,25 Mio. Stücke schrumpfte nach zuvor noch 6,4 Mio. Komplett aus dem Portfolio verschwinden wird demnächst die 4,8 Mrd. USD schwere Position von Procter & Gamble, die Buffett kürzlich gegen Duracell eingetauscht hatte.

Berkshires Portfolio
Die neben IBM größten Positionen in Buffetts Portfolio Wells Fargo (463,5 Mio. Aktien), Coca Cola (400 Mio. Aktien), American Express (151,6 Mio. Aktien) und Walmart Stores (60,4 Mio Aktien) blieben allesamt unverändert. Sie machen zusammen mehr als 60 Prozent seines Gesamtdepots aus und bis auf IBM hält Buffett diese Unternehmen bereits seit Jahrzehnten.

Erkenntnisse
Buffett steigt im großen Stil aus dem Öl- und Gasgeschäft aus, baut aber seine Position im Bereich regenerativer Energien weiter aus. Die Kreditkartenfirmen sowie die Satelliten- und Kabelnetzbetreiber haben es ihm weiterhin angetan und er wagt sich auch ins Show-Business. Daneben setzt er auf die amerikanische Konjunktur, denn ein guter Gradmesser ist hier der Landmaschinenhersteller Deere & Co., bei dem sich Buffett nun wieder massiv engagiert.

Berkshire Hathaways Portfolio (Quelle: http://warrenbuffettstockportfolio.com)

Berkshire Hathaway befindet sich auf meiner Empfehlungsliste.

Blackstone winkt Milliardengewinn bei Center Parcs-Börsengang

Die Private Equity Gesellschaft Blackstone Group L.P. hat sich in den vergangenen Jahren ein illustres Beteiligungsportfolio zusammengekauft und eine dieser interessanten Töchter ist die britische Ferienanlagenbetreiber Center Parcs, die Ferienparkanlagen in den Niederlanden, Frankreich, Belgien, England und Deutschland vielen verschiedenen Ländern führt. Bereits 2006 stieg man Blackstone hier ein für 205,4 Mio. Pfund, investierte seitdem weitere rund 100 Mio. Pfund und rückte noch eine Re-Finanzierung von Kreditverbindlichkeiten von 1 Mrd. Pfund heraus für ein Unternehmen, das 2014 ein operatives Ergebnis von 146,8 Mio. Pfund erzielte.

Seit einiger Zeit kursieren Gerüchte, Blackstone wolle nun die Früchte seiner Bemühungen ernten. Im Herbst wurde Rothshild damit beauftragt, Optionen auszuloten, wie einen Verkauf oder einen Börsengang. Und hier wird es interessant und möglicherweise äußerst lukrativ...

Denn wie Reuters berichtet, soll vor gut drei Monaten eine Offerte von BC Partners und dem Canada Pension Plan (CPP) über 2 Mrd. Pfund an Blackstone herangetragen worden sein, die man allerdings als zu niedrig abgelehnt habe. Konsequenterweise, denn inzwischen sind Bank of America Merrill Lynch und Morgan Stanley als globale Koordinatoren sowie Barclays und die Deutsche Bank als weitere Institute beauftragt worden, einen möglichen Börsengang in London vorzubereiten. Und dieser würde Center Parcs aktuell mit 2,5 Mrd. Pfund bzw. rund 3,3 Mrd. EUR bewerten. Womit Blackstone sein eingesetztes Kapital in 9 Jahre in etwa verneunfachen würde! Eine Wahnsinnsrendite und die Aktionäre von Blackstone dürfen sich nach eine erfolgreichen Center Parks-Börsengang auf weitere Rekorde bei der Quartalsdividende gefasst machen, nachdem soeben erst mit 78 US-Cents die mit weitem Abstand höchste Quartalsdividende der Unternehmensgeschichte ausgeschüttet wurde.

Fazit: Der Finanzinvestor Blackstone Group nimmt weiter Fahrt auf und Anleger sollten sich gut festhalten - vor allem aber ihre Blackstone-Aktien, und zwar jede einzelne davon!

Blackstone Group befindet sich auf meiner Empfehlungsliste.

Dienstag, 17. Februar 2015

Was ist... ein ökonomischer Burggraben?

Unter einem ökonomischen Burggraben ("economic Moat") versteht man kein Bauwerk und keine Investments in Bau, Steine, Erden. Vielmehr geht es um die Markteintrittshürden, den die Wettbewerber zu überwinden haben - und auch die eigenen Kunden, sollten sie sich vom Unternehmen trennen wollen. Es geht also um Wettbewerbsvorteile von Marken und Produkten, um Unternehmen, die ihren Markt beherrschen. Diese Unternehmen bezeichnet Warren Buffett als Festungen.

Derartige wirtschaftliche Trutzburgen sind Unternehmen, deren Produkte oder Dienstleistungen

  • in den Augen der Verbraucher konkurrenz- und alternativlos sind,
  • benötigt und gewünscht werden,
  • nicht übermäßig kapitalintensiv sind,
  • nicht staatlich beaufsichtigt werden.

Beispiele sind Microsoft, die 20 Jahre lang mit Windows und Office zwei Produkte im Angebot hatten, an die sich so gut wie jeder Konkurrent die Zähne ausgebissen hat. Oder Alphabet, das mit seiner Suchmaschine Google den Suchmaschinenmarkt dominiert und quasi ein Monopol im Online-Werbeanzeigenmarkt einnimmt.

Buffett sucht Unternehmen mit einem hohen "Goodwill", also einem quasi unantastbaren Markennamen und -standing. Deshalb hat er sich bei Coca Cola engagiert, bei See's Candies - und jüngst bei IBM, trotz seiner Tech-Abneigung. Denn IBM verfügt über hohe und stetige Erträge und langfristige Kundenbeziehungen, weil sich die Kunden nur unter erheblichem Aufwand von IBM und seinen Produkten und Dienstleistungen trennen können. Es ist also für Konkurrenten nicht so einfach, in diese Festungen einzudringen.


"Es ist besser, ein hervorragendes Unternehmen zu einem guten Preis zu
kaufen, als ein gutes Unternehmen zu einem hervorragenden Preis".
(Warren Buffett)


Und Buffett ist bereit, für den Moat höhere Kaufpreises für seine Investments zu akzeptieren, denn durch ihre starke Marktstellung haben sie die Preissetzungsmacht und starke Kundenbindungen, die sie auch Krisenzeiten besser überstehen lassen. Und sie erzielen die attraktiveren Margen und damit die höheren Renditen. Die Kernelemente der Quality Investing Strategie...

Was ist... Stock-Picking?

Unter Stock-Picking versteht man das Investieren in einzelne Aktien (engl. Stocks) und es ist die Grundlage der Strategien sowohl von Value Investoren als auch von Quality Investoren.

Durch gezieltes Investieren in Aktien einer bestimmten Gesellschaft, eines bestimmten Marktes oder Sektors wird eine überdurchschnittliche Rendite erwartet. Dabei ist der Grundgedanke, dass anhand einer fundamentalen Analyse der Kennzahlen eines Unternehmens und des Marktes, in dem es sich bewegt, diejenigen herausgefiltert werden können, die sich langfristig besser entwickeln werden als der Gesamtmarkt bzw. ihr Vergleichsindex. Entweder aufgrund ihrer besonders attraktiven Bewertung oder wegen ihrer herausragenden Marktstellung. Oder beidem.

"Die Frage, wie man reich wird, ist leicht zu beantworten.
Kaufe einen Dollar, aber bezahle nicht mehr als 50 Cents dafür".
(Warren Buffett)

Das Stock-Picking steht damit in Konfrontation zu der Erkenntnis, dass die meisten Anleger, auch und gerade Professionelle, schlechter abschneiden als der Markt. Allerdings gibt es eine Reihe von Investoren, die über lange Zeiträume bessere Ergebnisse abliefern, wie Bernard Baruch, Warren Buffet, Benjamin Graham, Philip A. Fisher, Peter Lynch, George Soros, Charlie Munger, Walter Schloss oder John Templeton. Es kann also als erwiesen gelten, dass Stock-Picking erfolgreich sein kann. Es liegt allerdings am jeweiligen Investor selbst und ist keine Strategie für Börsenneulinge, für die Investments in ETFs oder Indexfonds als aussichtsreicher und risikoärmer gelten können.

Andere Ansichten über Buffetts größte Investitionschance

"Berkshire Hathaways Warren Buffett bekommt seine größte Investitionschance auf einem Silbertablett serviert" titelt "The Motley Fool" und analysiert, was die Entscheidung von Kalifornien Gouverneur Jerry Brown bedeutet, im Jahr 2030 auf 50% Anteil von regenerativen Energien bei der Stromerzeugung zu kommen. Dabei müsse Kalifornien nicht nur einen großen Teil seiner bestehenden Kapazität zur Energieerzeugung von Gas auf erneuerbare Energieträger umstellen, sondern weil es relativ wenige Flächen habe, die für erneuerbare Energien geeignet seien, müsse es eine Menge derart erzeugten Strom von außen importieren. Und Buffetts Beteiligungen Pacific Corp und NV Energy sicherten ihm die Kontrolle über eine große Mehrheit der zwischenstaatlichen Stromleitungen, die Kalifornien mit Strom versorgten. Dies würde bedeuten, dass jede erneuerbare Energie, die der Staat importieren wolle, durch die Netze von Berkshire fließen müsse. Um Buffett komme Kalifornieen also nicht herum und daher sei Berkshire hier auf eine Investitionschance gestoßen, die auf Jahrzehnte für Gewinne sorgen könnte.

Berkshire Hathaway befindet sich auf meiner Empfehlungsliste.

Andere Ansichten zum Umgang mit Depotleichen

Lars Hattwig geht auf seinem Blog "Finanziell umdenken!" der Frage nach, wie man mit seinen Depotleichen umgehen sollte. Ob man in ETFs oder in Aktien investiere, es passiere bisweilen, dass diese die Erwartungen hinsichtlich des Kursverlaufs oder der Dividendenausschüttungen nicht erfüllten und dann ein hässliches Schattendasein im Depotkeller fristen müssten. Rausschmeißen und Verluste zu realisieren oder auf bessere Zeiten zu hoffen, stünden zur Auswahl, müssten aber differenziert auf die jeweilige Situation hin erwogen werden.

Montag, 16. Februar 2015

Andere Ansichten zum Dividendenwachstum bei Apple

"Was eine steigende Dividende für Apple-Investoren bedeuten kann" beleuchtet "The Motley Fool", denn obwohl das Hauptaugenmerk auf neuen Produkten und den riesigen Verkaufszahlen Apples ruhten, fielen die Dividendenzahlungen zumeist unter dem Radar durch und Investoren sollten etwas mehr Augenmerk auf die Verwendung des Geldes durch das Unternehmen legen. Obwohl Apple nicht als typische Top-Dividendenaktie angesehen werde, sei sie jedoch ein Kandidat für das bemerkenswerteste Dividendenwachstum im vor uns liegenden Jahr und die erste Dividendenerhöhung werde bereits für April erwartet.

Apple befindet sich auf meiner Empfehlungsliste.

Andere Ansichten zu Warren Buffetts nächstem Verkauf

"Welche Aktien könnten als nächstes auf der Verkaufsliste von Warren Buffett stehen?", fragt sich "The Motley Fool". Die meisten Anleger achteten nur darauf, welche Firmen Buffett jetzt kaufen würde. Oder sie spekulierten darüber, welche er als nächstes kaufen könnte. Allerdings verkaufe das Orakel aus Omaha auch gelegentlich die eine oder andere Aktie und deshalb hätte man drei der Fool-Analysten gefragt, welche Aktie ihrer Meinung nach demnächst den Absprung aus dem Berkshire-Portfolio machen könnte.

Berkshire Hathaway befindet sich auf meiner Empfehlungsliste.

Andere Ansichten zu Dividenden bei Berkshire Hathaway

Mehrere Analysten von "The Motley Fool" gehen der Frage nach, ob Berkshire Hathaway nach Warren Buffetts Ausscheiden Dividenden zahlen sollte. Denn Buffett macht keinen Hehl daraus, dass er die enormen Cash Flows von Berkshire lieber weiterhin selbst für interessante Anlagen und Übernahmen nutzen will. Er sei der Meinung, dass die Gewinne des Unternehmens besser angelegt seien, wenn sie reinvestiert würden und es sei schwer, diesem Argument zu widersprechen. Schließlich gäbe es nur wenige Menschen, denen die meisten Investoren mehr in Sachen Geld vertrauten, als Warren Buffett.

Berkshire Hathaway befindet sich auf meiner Empfehlungsliste.

Börsenweisheit der Woche 07/2015

"Mit einer hohen Handelsaktivität zerstört man den Hebel des Zinseszinses".
(Tim Schäfer)

Sonntag, 15. Februar 2015

Was ist... der Kompetenzbereich?

Der persönliche Kompetenzbereich ist ein Konzept aus dem Value Investing und innerhalb seines "Circle of Competence" zu investieren hat den Vorteil, die langfristige Entwicklung eines Unternehmens oder einer Branche relativ sicher vorhersehen zu können. Das bedeutet aber auch, viele Investmentgelegenheiten in anderen Wirtschaftsbereichen an sich vorübergehen zu lassen. Denn wenn man nicht wirklich versteht, was den Erfolg oder Misserfolg in diesen Bereichen ausmacht, und die Geschäftsergebnisse der nächsten fünf bis zehn Jahre nicht hinreichend genau voraussagen kann, sollte man sein Kapital lieber in die Branchen und Unternehmen investieren, von denen man wirklich etwas versteht. Denn Regel Nummer 1 ist und bleibt, kein Geld zu verlieren.

"Bleibe in deinem Kompetenzkreis und investiere nicht in Bereiche, von denen du nichts
verstehst. Denn das Risiko von Fehlentscheidungen steigt ansonsten exponentiell an".

Nach Warren Buffett kommt es beim Investieren nicht darauf an, wie groß der Kompetenzbereich des Investors ist.  Entscheidend ist, dessen Grenzen zu (er)kennen und strikt zu beachten. Das bedeutet allerdings nicht, dass man sich mit seinem Kompetenzbereich zufriedengeben soll. Der langfristige Erfolg beim Investieren erfordert vielmehr die ständige Arbeit, seinen persönlichen Kompetenzbereich zu erweitern.

Samstag, 14. Februar 2015

Andere Ansichten zur Telekom-Aktie als Durchstarter

Die "ARD-Börse" nimmt die Telekom unter die Lupe und erläutert, wie sie vom Langweiler zum Durchstarter werden konnte. Nachdem die T-Aktie jahrelang in Anlegerdepots herum gedümpelt sei, scheine sie plötzlich vor Energie zu strotzen und sei seit Jahresanfang geradezu nach oben geprescht. Der seit 2014 am Ruder befindliche Timotheus Höttges habe die Telekom reibungslos aus der Ägide René Obermanns geführt und wandle den ehemaligen Staatskonzern zum innovativen Unternehmen um. Dabei komme er gut voran und ernte Lob für den jüngsten Großbritannien-Deal und für die Wiederauferstehung des einstigen Sorgenkindes T-Mobile USA. Die attraktive Dividendenrendite von 3 Prozent reize auch noch auf dem erhöhten Kursniveau, andererseits komme auch die Telekom die Lizenzversteigerung in den USA teurer als gedacht, was Risiken in sich berge.

Die Deutsche Telekom befindet sich auf meiner Empfehlungsliste.

Freitag, 13. Februar 2015

Andere Ansichten zum Absturz von Microsoft

"Windows enttäuscht und Microsoft stürzt ab" titelt "The Motley Fool" und analysiert das von Microsoft zum zweiten Geschäfts-Quartal vorgelegten Zahlenwerk. Das Cloud-Geschäft von Microsoft weise weiterhin große Wachstumsraten auf, allerdings scheine sich die Nachfrage nach Windows und der Hardware von Microsoft zu verringern. Der "Mobile first, Cloud first-Ansatz" scheine zu funktionieren, allerdings könne der Umsatz in den kommenden Quartalen weiterhin enttäuschend bleiben, da das Unternehmen gerade sein Geschäftsmodell umstelle. Aktionäre sollten sich daher auf volatilere Zeiten einstellen.

Microsoft befindet sich auf meiner Empfehlungsliste.

Andere Ansichten zu den Über-Renditen von Value Investoren

Das Finanzportal "finanzen.net" erläutert, wie Value Investoren hohe Über-Renditen erzielen und den Vergleichsindex schlagen können. Investorenlegenden wie Warren Buffett und Peter Lynch hätten über Jahrzehnte unter Beweis gestellt, dass Value Investoren mit ihrer Strategie besonders hohe Renditen erzielen könnten. Hierbei würden Handelsentscheidungen für Wertpapiere ausschließlich auf Basis des so genannten inneren Werts getroffen und ein besonders attraktives Betätigungsfeld für den Value-Ansatz böten deutsche Nebenwerte.

Villeroy & Boch hebt nach soliden Zahlen die Dividende an

Der traditionsreiche Keramik-Hersteller Villeroy & Boch hat ein solides Zahlenwerk präsentiert, das den Unruhen in der Ukraine und den Turbulenzen in Russland trotzen konnte. Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2014 konnte der Konzernumsatz auf konstanter Wechselkursbasis um 4,0%, nominal um 2,8% auf 766,3 Mio. EUR gesteigert werden. Das operative EBIT wurde um 6,1% auf 38,4 Mio. EUR verbessert und ein weiterer Sonderertrag wurde im Rahmen des Immobilienprojekts in Schweden realisiert. Durch diese 4,8 Mio. EUR (Vorjahr: 7,0 Mio. EUR) wurde ein EBIT von insgesamt 43,2 Mio. EUR. erzielt, so dass das Konzernergebnis mit 24,3 Mio. EUR über dem Vorjahreswert von 23,9 Mio. EUR liegt. Besonders erwähnenswert ist, dass die operative Nettovermögensrendite von 12,0% auf 13,0% gesteigert werden konnte - hier hatte Villeroy & Boch in der Vergangenheit deutliches Nachholpotenzial aufgewiesen und die neuen Werte zeigen, dass die eingeleiteten Maßnahmen zunehmend ihre Wirkung entfalten.

Für 2015 will man an das gute Abschneiden im Jahr 2014 anknüpfen und den Konzernumsatz erneut um 3 bis 5 Prozent steigern. Beim operativen Ergebnis soll der Zuwachs sogar leicht über der prognostizierten Umsatzsteigerung und somit über 5 Prozent liegen.

Für Anleger weiterhin interessant dürfte die Nachricht sein, dass die Dividenden deutlich um 5 Prozent erhöht werden soll. Stammaktien sollen auf der Hauptversammlung am 27. März mit 0,39 EUR bedacht werden, die Vorzugsaktien sogar mit 0,44 EUR. Auf Basis des derzeitigen Börsenkurses von 13 Euro für die Vorzugsaktie liegt die aktuelle Dividendenrendite bei knapp 3,4 Prozent.

Villeroy & Boch Vz. befindet sich auf meiner Empfehlungsliste.

KKR versilbert nach Rekordzahlen weitere Kion-Anteile

Kion, die ehemalige Gabelstapler-Sparte des Linde-Konzerns und hinter dem Marktführer Toyota Industries die Nummer zwei auf dem Weltmarkt, hat vorläufige Rekordzahlen für 2014 vermeldet und das nutzt der Großaktionär Superlift Holding, um sich von weiteren 4,8 Millionen Kion-Aktien zu trennen. Eigentümer der Supferlift Holding sind US-Finanzinvestor KKR & Co. und die US-Investmentbank Goldman Sachs, die damit ihren Anteil an dem MDax-Unternehmen auf 13,9 Prozent verringern. Die Aktien wurden zu durchschnittlich 34,20 EUR oder insgesamt fast 156 Mio. EUR an den Mann gebracht.

Die Finanzinvestoren trennten sich seit dem Kion-Börsengang im Jahr 2013 bereits mehrfach von ihren 2006 erworbenen Anteilen und ihr verringertes Engagement zeigt sich auch in dem Ausscheiden ihrer Vertreter aus dem Kion-Aufsichtsrat zum Jahresende 2014.

KKR & Co. befindet sich auf meiner Empfehlungsliste.

Balda gelingt der operative Turnaround

Die Balda AG hat Halbjahreszahlen für das Geschäftsjahr 2014/2015 (bis 30. Juni) vorgelegt und die können sich durchaus sehen lassen. Nachdem im Vorjahr operativ noch ein Verlust von 1,5 Mio EUR zu Buche schlug, kann nun ein Gewinn von 0,4 Mio. EUR ausgewiesen werden. Die Erlöse stiegen im gleichen Zeitraum um knapp 16 Prozent auf 40,4 Mio. EUR. Die prognose für das Gesamtjahr bekräftigte Balda und rechnet bei Erlösen zwischen 73 und 78 Mio. EUR mit einem positiven EBIT - allerdings geht der Vorstand inzwischen davon aus, bei der Umsatzspanne im oberen Bereich zu landen.

Der operative Turnaround ist jedoch nur ein Mosaikstein, wenn es um Balda geht, allerdings ein ganz wichtiger. Der eigentliche Reiz Baldas liegt in der "attraktiven Unterbewertung" der Aktie, der deutlichen Diskrepanz zwischen Buchwert/Liquiditätsausstattung und Marktkapitalisierung. Bei einem Aktienkurs von 3 EUR kommt Balda auf eine Börsenbewertung von rund 177 Mio. EUR, während das Nettoumlaufvermögen bei 195 Mio. EUR anzusetzen ist. Balda notiert hier also mit einem Discount, obwohl das Unternehmen operativ wieder schwarze Zahlen schreibt. Daher sind die Kursziele der Warburg Bank von 3,90 EUR oder von First Berlin bei 4,40 EUR auch mehr als verständlich und zeigen das Potenzial auf, das die Aktie noch bieten könnte.

Der dritte Aspekt sind die Rechtsstreitigkeiten, in die Balda verstrickt ist. Einerseits wird Balda von den ehemaligen Verkäufern des US-Geschäftsbereichs auf Schadensersatz verklagt wegen eines angeblich mutwillig herbeigeführten verminderten Kaufpreisanspruchs und hat nun selbst Gegenklage erhoben und die beiden Verkäufer als Geschäftsführer der US-Tochter abberufen. Des Weiteren ist Balda selbst auf Schadensersatz aus und zwar im zweistelligen Millionenbereich, die man von ehemaligen Vorstands- und Organmitgliedern einfordert. Ihnen werden Pflichtverletzungen im Zusammenhang mit dem beabsichtigten Verkauf von Aktien an der TPK Holding Co. im Juli 2011 vorgeworfen, aufgrund derer die TPK-Aktien erst zu einem späteren Zeitpunkt zu einem deutlich geringeren Preis veräußert werden konnten.

Normalerweise sind Rechtsrisiken Anlegers Feind. Im Fall von Balda gehören sie seit Jahren zur Begleitmusik und wenn man sich die potenziellen Auswirkungen auf den Wert der Balda AG ansieht, scheint hier eher Bewertungspotenzial nach oben zu bestehen, als dass man sich größere Sorgen um unangenehme Nachzahlungen machen müsste, die sich deutlich auf den Wert des Unternehmens auswirken würden. Balda scheint auf dem aktuellen Kursniveau weiterhin erheblich unterbewertet zu sein und der Wermutstropfen, dass sich das Management in absehbarer Zeit nicht alleine auf das Voranbringen des operativen Geschäfts und mögliche Zukäufe konzentrieren kann, sondern sich auch auf die Rechtsstreitigkeiten konzentrieren muss, sollte den Aktienkurs nicht allzu lange mehr bremsen.

Balda befindet sich auf meiner Empfehlungsliste.

Donnerstag, 12. Februar 2015

Cisco Systems surft die digitale Erfolgswelle. Und wie!

Der global agierende Anbieter von Networking-Lösungen für das Internet und die Datenkommunikation, Cisco Systems, hat seine Zahlen für das abgelaufene Quartal präsentiert und dabei die Erwartungen der Analysten deutlich übertroffen. Der Umsatz stieg um 7 Prozent auf 11,9 Mrd. USD und das Ergebnis je Aktie legte um 70 Prozent auf 2,4 Mrd. USD oder 46 Cents nach 1,4 Mrd USD bzw. 26 Cents im entsprechenden Vorjahresquartal zu. Bereinigt um Sondereinflüsse blieben beim Ergebnis je Aktie sogar 53 Cents übrig, 2 Cents mehr als Analysten erwartet hatten.

Die starken Zahlen resultieren sowohl aus zunehmenden Produktverkäufen also auch Zuwächsen in der Service- bzw. Dienstleistungssparte. Hier kommen Cisco Systems die Investitionsoffensiven der Telekommunikationsanbieter entgegen und gleichzeitig bietet Cisco neuere und profitablere Produkte an. Die digitale Welt spricht eben Cisco. Ergänzend macht sich allerdings inzwischen auch das neuerliche Kostensenkungsprogramm mit der Streichung von bis zu 6.000 Stellen positiv in der Bilanz bemerkbar.

Die hervorragenden Ergebnisse haben natürlich auch Auswirkungen auf die Quartalsdividende. Die nächste Ausschüttung wird von den bisherigen 19 Cents nun um mehr als 10 Prozent auf 21 Cents angehoben, was einer aufs Jahr hochgerechneten Dividendenrendite von 3,1 Prozent entspräche. Der Dividendenabschlag erfolgt am 2. April, die eigentliche Ausschüttung an die Aktionäre, die zum US-Börsenschluss am 31. März die Aktien in ihren Depots hatten, am 22. April.

Das von CEO John Chambers geführte Netzwerkunternehmen bleibt damit sowohl unter Bewertungs- als auch unter Dividendenaspekten einer der Top-Picks im High-Tech-Sektor!

Cisco Systems befindet sich auf meiner Empfehlungsliste.

Mittwoch, 11. Februar 2015

Öl-Investments lassen KKRs Quartalsgewinn abschmieren

Der von Henry Kravis und George Roberts geführte US-Finanzinvestor Kohlberg Kravis Roberts & Co. L.P. (KKR) hat Zahlen für das vierte Quartal und das Gesamtjahr 2014 vorgelegt und die sind deutlich schlechter ausgefallen als vor Jahresfrist und als der Markt erwartet hat. Das Economic Net Income, das unrealisierte Buchgewinne beinhaltet, sank im vierten Quartal auf 46 Mio. US-Dollar oder 5 US-Cents je Aktie, nachdem es im Vorjahresquartal noch 743 Mio. USD oder 1,04 USD je Aktie betragen hatte. Ein Einbruch um 94 Prozent - was sich dramatischer anhört, als es ist, auch wenn Analysten durchschnittlich mit 44 US-Cents je Aktie gerechnet hatten. Denn der Einbruch ist den deutlich verringerten Buchwerten der Öl- und Gas-Beteiligungen von KKR geschuldet, und an denen ist die Halbierung des Ölpreises im letzten halben Jahr natürlich nicht spurlos vorbei gegangen. Auch andere Investoren in dem Bereich mussten schon Federn lassen.

Schaut man auf die ausschüttungsfähigen Gewinne, also ohne Zu- und Abschreibungen, die KKR im letzten Quartal eingefahren hat, dann errechnet sich lediglich ein Absinken auf 376 Mio. USD bzw. um 26 Prozent gegenüber dem entsprechenden Schlussquartal 2013, als KKR fünf Unternehmensverkäufe und ein entsprechendes Rekordergebnis vermelden konnte. Auf das Gesamtjahr gesehen stiegen KKRs ausschüttungsfähige Gewinne in 2014 um starke 39 Prozent und das verwaltete Vermögen lag per Jahresultimo bei rund 98 Milliarden US-Dollar.

Auch zur Quartalsdividende äußerte sich KKR und wird am 6. März 35 US-Cents je Aktie auskehren. Der Dividendenabschlag erfolgt nach US-Börsenschluss am 20. Februar - wer dann die KKR-Aktien im Depot hat, kommt in den Genuss der Ausschüttung.

Fazit
Dass die Energieinvestments kräftige Bremsspuren in der KKR-Bilanz des vierten Quartals hinterlassen würden, war abzusehen. Und auch wenn diese heftiger ausfielen, als allgemein erwartet wurde, zeigen die Zahlen für das Gesamtjahr, dass KKR mit seiner antizyklischen Investitionspolitik unter dem Strich richtig Geld verdient. Der gestrige kräftige Kursrücksetzer sollte sich daher auf mittel- und langfristige Sicht als günstige Nachkaufgelegenheit erweisen.

KKR & Co. befindet sich auf meiner Empfehlungsliste.

Dienstag, 10. Februar 2015

Dividenden? Buffett hält sich wohl für was Besseres...

Ist Warren Buffett schizophren? Was das Thema Dividendenausschüttungen angeht, könnte man zu dieser Ansicht gelangen, denn je nach Blickpunkt äußert er sich unterschiedlich.

Buffet liebt Dividenden
Buffet mag Unternehmen mit saftigen Dividendenausschüttungen, denn sie bringen ihm für seine Beteiligungsholding Berkshire Hathaway einen stetigen Zustrom frischen Geldes, das er dann wieder reinvestieren kann. Und aufgrund seiner vielen Beteiligungen plätschert landet nicht alle paar Wochen mal ein Dividendenscheck im Briefkasten, sondern täglich gehen viele Zahlungen auf dem Konto von Berkshire Hathaway ein. Und die warten geradezu auf neue Anlageideen von Warren Buffet und Charlie Munger.

Buffet lehnt Dividenden ab
Wenn aber die eigenen Investoren seiner Holding, Buffett sieht sie als Partner, die Forderung an Buffett stellen, die hohen Cash-Reserven Berkshires von gut 50 Milliarden US-Dollar auch für Dividendenzahlungen einzusetzen, dann blockt Buffett kurzerhand ab.

Also was nun?
Als Investor liebt Buffett Dividenden, weil sie ihm zufließen, aber er findet es geradezu frevlerisch, wenn sie ihm Geld aus der Tasche ziehen würden. Denn Buffett ist der Meinung, dass er das Geld viel besser anlegen kann als die Aktionäre von Berkshire Hathaway. Daher will er es ihnen nicht als Dividende auszahlen und sie darauf auch noch Steuern zahlen lassen. Er will es in seiner Holding behalten, um es zu reinvestieren und so auch für seine Aktionäre den Zinseszinseffekt voll wirken zu lassen. Und Buffett hat es drauf, besser als alle anderen, denn seit gut 50 Jahren hat er eine jährliche Durchschnittsrendite von knapp unter 20 Prozent erwirtschaftet - und sich alleine durch seine Investments zum zweitreichsten Menschen der Welt aufgeschwungen.

Am Ende hat Warren Buffett Recht und zwar mit beiden Positionen. Anleger sollten auf Dividenden achten, denn Dividendentitel schlagen sich erfahrungsgemäß an der Börse besser als Titel, die keine Dividenden zahlen. Andererseits gibt es goldene Ausnahmen und Warren Buffetts Berkshire Hathaway ist eine solche. Obwohl Buffett seinen Anlegern keine Dividenden zahlt, sollte die Aktie in keinem Depot fehlen, denn was das Investieren angeht, spielt Buffet in einer ganz anderen Liga!

Berkshire Hathaway befindet sich auf meiner Empfehlungsliste.

Montag, 9. Februar 2015

Andere Ansichten zu Dividenden-Tipps für konservative Anleger

Auf "boersengefluester.de" hat Gereon Kruse "Sechs Dividenden-Tipps für konservative Anleger" aus seiner Datenbank herausgefiltert, bei denen es sich um verlässliche Dividendenzahler handele, die durch eine vernünftige Bewertung aufwarten und auch bei einem DAX-Stand von 10.700 Punkten mit attraktiver Bewertung und soliden Bilanzdaten zu überzeugen verstünden. Einer dieser sechs Dividenden-Tipps sei der Haushaltswarenhersteller Leifheit, der zuletzt mehrfach seine Prognosen angehoben habe.

Leifheit befindet sich auf meiner Empfehlungsliste.

Börsenweisheit der Woche 06/2015

"Bewerte das Unternehmen. Vergiss nicht, dass eine Aktie nicht nur ein Stück Papier ist, sondern einen Anteil an einem Unternehmen verkörpert".
(Walter Schloss)

Freitag, 6. Februar 2015

Andere Ansichten zu den lukrativen Geschäften von Aurelius

In einem Vorstandsinterview auf "wallstreet:online" mit dem "Stuttgarter Researchbüro" nahm Aurelius-Chef Dr. Dirk Markus Stellung zu den jüngsten Zukäufen und gab einen Ausblick auf das Geschäftsjahr 2015. So bestätigt er frühere Aussagen, dass die Aktionäre für 2014 mit einer Rekorddividende rechnen könnten und stellte bis zu 8 Zukäufe für das laufende Jahr in Aussicht sowie 3 lukrative Exits. Die Pipeline sei prall gefüllt und der Cash-Bestand von 150 Mio. EUR werde für Zukäufe und weitere Aktienrückkäufe verwendet.

Aurelius befindet sich auf meiner Empfehlungsliste.

Blackstone zahlt CEO Schwarzman $500 Millionen. Und wie viel Dividende steckst Du ein?

Der Gründer und Chef der Private-Equity-Firma Blackstone Group L.P. bekam Angaben der Nachrichtenagentur Bloomberg zufolge für 2014 mehr als 500 Millionen US-Dollar von seiner Firma überwiesen. Das ist eine gewaltige Summe, die Stephen A. Schwarzman zum reichsten Mann in der Private-Equity-Szene macht, und oberflächlich betrachtet könnte man meinen, es müsse nun einen neue Neid-Debatte über viel zu üppige Managergehälter losgetreten werden. Aber nicht dieses Mal, nicht hier.

Denn Schwarzman ist der mit Abstand größte Anteilseigner der von ihm gegründeten Firma und er bekommt nur das, was alle anderen Aktionäre auch bekommen: üppige Dividendenschecks. Und das ist verständlich, denn Blackstone hat 2013 alle Rekorde gebrochen was die von ihr verwalteten Assets angeht und die daraus erzielten Gewinne. Und 2014 konnten die Rekordwerte nochmals deutlich übertroffen werden. Die Aktionäre profitieren gleich doppelt, denn die Quartalsdividenden von Blackstone summieren sich auf das Jahr gerechnet auf deutlich mehr 6 Prozent und die Aktie notiert auf ihrem Allzeithoch. Wer einen genauso großen Dividendenscheck erhalten möchte wie Steve Schwarzmann, kann es ihm gleichtun: er muss "nur" genauso viele Anteile an Blackstone erwerben, wie Schwarzman hält. Dessen Vermögen liegt bei 11,5 Milliarden US-Dollar, daher dürften die wenigsten von uns da mithalten können. Aber wir können zumindest einige Aktien seiner Blackstone Group kaufen und zu seinen Partnern werden. Und uns dann auf ebenfalls üppige Quartalsdividenden freuen - gerade gestern war der Tag, an dem die jüngste Dividende vom Kurs abgezogen wurde. Ein Dividendenabschlag von 0,688 EUR je Aktie, also 2,15 Prozent Rendite - für das Vierteljahr, wohlgemerkt! Und schaut man sich die Gewinnschätzungen für 2015 und 2016 an, wird die Aktie mal gerade mit einem 10er KGV bewertet. Das dürfte sich sich weiterhin lohnen, nicht nur für den Milliardär...

Blackstone Group befindet sich auf meiner Empfehlungsliste.

Donnerstag, 5. Februar 2015

Deutsche Telekom wird größter Aktionär der British Telecom Group

Die Deutsche Telekom und die französische Orange (die frühere France Telecom) verkaufen ihr gemeinsames Mobilfunk-Joint-Venture "Everything Everywhere" (EE) an die BT Group. Der ehemalige britische Staatsmonopolist hatte sich vor gut zehn Jahren von seinem Mobilfunkbereich getrennt, nachdem inzwischen jedoch Mobil, Festnetz und Kabel-TV zu einer Medieneinheit zusammenwachsen, erfolgt mit der Übernahme nun die Rolle rückwärts.

EE ist Großbritanniens führender Mobilfunkanbieter mit mehr als 30 Millionen Kunden, beschäftigt etwa 15.000 Mitarbeiter und verfügt über 580 Filialen. EE geht inkl. Schulden für 12,5 Milliarden Britische Pfund (rund 16,5 Mrd. EUR) an die BT Group, was einer Bewertung in Höhe des 7,9-fachen operativen EBITDA im Jahr 2014 entspricht. Nach dem Deal wird die Deutsche Telekom eigenen Angaben zufolge mit 12 Prozent größter Aktionär der Briten und erhält einen Sitz im Verwaltungsrat der BT Group, während Orange dann 4 Prozent halten wird. Der Kaufpreis wird zum Großteil in Aktien der BT Group bezahlt, die mit einer 18-monatigen Lock-up-period versehen sind.

Die Deutsche Telekom befindet sich auf meiner Empfehlungsliste.

Übernahme: Aurelius ist auf die Jeans gekommen

Die Beteiligungsgesellschaft Aurelius übernimmt das Europageschäft der Tavex-Gruppe. "Die übernommene Einheit produziert Denim-Stoffe für namhafte Jeansproduzenten primär in Süd- und Westeuropa. 580 Mitarbeiter erwirtschafteten 2014 einen Umsatz von 45 Mio. EUR und positive Erträge vor Abschreibungen, Zinsen und Steuern (EBITDA). Das Europa-Geschäft konzentriert sich ausschließlich auf die Produktion von qualitativ hochwertigen Denim-Stoffen. Mit dem Verkauf fokussiert die brasilianische Mutter Tavex SA konsequent ihre strategische Konzentration auf das Kerngeschäft in Südamerika", heißt es in der Meldung. Die übernommenen Einheiten verfügten über zahlreiche Wettbewerbsvorteile. So sei das Logistikzentrum in Navarres auf dem neusten Stand der Technik und seit 2007 seien hier Investitionen im mittleren zweistelligen Millionenbereich getätigt worden. Das Werk verfüge heute über beeindruckend niedrige Vertriebskosten und eine hohe Reaktions- und Versandgeschwindigkeit. Mit der geografischen Nähe der Produktionsstätte zu der sich schnell wandelnden Bekleidungsindustrie in Europa könnten in den kommenden Jahren Marktanteile durch Preis, Qualität und Services gewonnen werden, ist sich der Aurelius-Chef sicher. "Die Akquisition des Europa-Geschäfts von Tavex ist ein weiterer Schritt zur Stärkung des internationalen Geschäfts von AURELIUS", so Dr. Dirk Markus.

Noch in der Warteschleife hängt hingegen die erwartete Übernahme einer Schönheitsklinik in Großbritannien, wo die rechtliche Prüfung hinsichtlich möglicher Risiken noch andauere.

Aurelius befindet sich auf meiner Empfehlungsliste.

Mittwoch, 4. Februar 2015

Andere Ansichten zu Steicos verfehlten Renditezielen

Gereon Kruse beschäftigt sich auf "boersengefluester.de" mit den vorläufigen 2014er-Zahlen des Herstellers von ökologischen Dämmstoffen und meint, Steico habe seine Renditeziele klar verfehlt. Bei einem Umsatzplus von 10,5 Prozent auf 174,7 Mio. EUR sei Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) nur um 4,3 Prozent auf rund 9,7 Mio. EUR vorangekommen. Dabei hätte Steico zuletzt einen Erlöszuwachs im niedrigen zweistelligen Prozentbereich sowie eine EBIT-Steigerung von rund 10 Prozent gegenüber dem vergleichbaren Vorjahreswert avisiert. Steico weise darauf hin, dass der Markt für Holzfaserdämmstoffe durch einen starken Preisdruck und den Kapazitätsaufbau der vergangenen Jahre belastet sei und vor diesem Hintergrund wirke es auf den ersten Blick irritierend, dass Steico zurzeit die größte Investitionsoffensive in der Firmengeschichte fahre. Doch die positiven Effekte der Erweiterungen sollten ab diesem Jahr greifen.

Steioc befindet sich auf meiner Empfehlungsliste.

Dienstag, 3. Februar 2015

Andere Ansichten zum Ende der Lebensversicherung

Die "Wirtschaftswoche" knöpft sich der Deutschen liebstes Altersvorsorgeprodukt vor und sieht "die Lebensversicherung (wie wir sie kennen) vor dem Ende". Die seit 1981 anhaltende Talfahrt der Zinsen bedeute für Assekuranz, dass sie ihre einst gegebenen hohen Renditeversprechen immer schwieriger und immer seltener einhalten könnten und für Neuabschlüsse spreche immer weniger.





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Andere Ansichten zum Kupfer-Engagement der Deutschen Rohstoff AG

Björn Junker meint, mit der Beteiligung an der australischen Hammer Metals "kehre die Deutsche Rohstoff AG in den Outback" zurück. Nach Gold und Wolfram würde man sich nun in Kupfer engagieren und habe im Wege einer Kapitalerhöhung 15% der Anteile an Hammer Metals zu 0,08 AUD übernommen und sei zum zweitgrößten Anteilseigner aufgestiegen. Für die 15,625 Mio. Aktien zahle die DRAG 1,5 Mio. AUD und habe sich eine 36 monatige Option auf weitere 3,8 Mio. Aktien zu 0,15 AUD gesichert. Der australische Explorer verfüge über Lizenzen in mehreren Regionen Australiens, der Fokus liege jedoch auf Gebieten von insgesamt rund 2.000 Quadratkilometern in der bekannten Bergbauregion Mount Isa im Bundesstaat Queensland. Dort und zum Teil in unmittelbarer Nachbarschaft zu den Flächen von Hammer Metals lägen noch „etliche“ Metalllagerstätten von Weltklasse, die von den Bergbaugiganten, wie Glencore oder BHP Billiton, betrieben würden.

Die Deutsche Rohstoff AG befindet sich auf meiner Empfehlungsliste.

Montag, 2. Februar 2015

Andere Ansichten zur Dividende als neuem Zins

"Boerse.ard.de" macht die "Dividende als neuen Zins" aus, denn das niedrige Zinsumfeld böte trotz hoher Aktienkurse bei dividendenstarken Aktien eine gewisse Sicherheit. Die Dividendenrendite sei der neue Zins laute die neue Anlagedevise, allerdings dürfe eine hohe Dividendenrendite nicht alleiniges Auswahlkriterium für ein Investment sein.

Value Trap Rückversicherungs-Aktien?

Die Aktien von Rückversicherern wie Munich RE, Hannover Rück oder Swiss Re sind seit Jahren eine sichere Bank, ihre Bewertung ist moderat, die KGVs zumeist einstellig, und die Dividendenrenditen zählen zu den höchsten in den großen Indizes. Nachvollziehbar, dass sich die Kurse nahe ihren Höchstständen bewegen. Und Value-Ikone Warren Buffett schwört auf Rückversicherungen, seine Investmentholding Berkshire Hathaway ist ja Mutter von General RE und hält Anteile an der Konkurrenz: seit 2010 alleine 11 Prozent am weltgrößten Rückversicherer Munich Re, aber auch an Swiss Re im mittleren einstelligen Prozentbereich. Da kann ja nichts schief gehen...

Doch seit geraumer Zeit ist das Geschäft der Rückversicherer unter enormen Druck geraten und das hat mit den immer tiefer fallenden Zinsen zu tun. Denn auf der einen Seite bricht den Rückversicherern die Rendite weg, die sie mit den durch ihre Prämien aufgelaufenen Geldern am Anlagenmarkt erzielen können und auf der anderen Seite sehen sie sich einer immer stärker zunehmenden Konkurrenz ausgesetzt. Und zwar nicht aus ihrer Branche, sondern Branchenfremde haben die Rückversicherung als vermeintlich lukrative Anlagezone für sich entdeckt. Die niedrigen Zinsen und das billige Geld der Notenbanken scheuchen immer mehr Kapital auf, das auf dem ganzen Globus verzweifelt nach Rendite sucht. Für die Versicherungsassekuranzen, die sich bei den Rückversicherern ja absichern, bieten sich hier Chancen. Sie bieten immer öfter ihre Erstversicherer-Risiken als verbriefte Versicherungsrisiken (Insurance Linked Securities, kurz: ILS) direkt am Kapitalmarkt an und Investoren greifen dankend zu. Typisches Beispiel sind sog. Katastrophen-Anleihen, die in der Regel von institutionellen Anlegern gezeichnet werden und hohe Renditen versprechen. Doch diese Investoren schauen vor allem auf die vermeintliche Rendite, sie können viel schlechter als die Profis der Rückversicherungen die damit einhergehenden Risiken einschätzen - denn letztlich müssen sie im Schadensfall enorme Beträge zur Verfügung stellen, also bei Tsunamis, Hurricanes, Erdbeben, Flugzeugabstürzen, Kraftwerksunfällen. Und hier lassen die klassischen Rückversicherer immer häufiger Geschäft liegen, weil für sie die zu erzielenden Prämien nicht mehr risikoadäquat sind. Das ist durchaus vernünftig, denn noch vor zehn Jahren war man in der Branche bereit, auch Risiken zu übernehmen, von denen man annahm, dass sie sich nicht rechnen würden. Nur um Marktanteile zu gewinnen oder auch nur zu halten. Die großen Wirbelsturmkatastrophen in den USA (New Orleans, New York) haben die Unternehmen eines Besseren belehrt.

Und doch bringt diese - richtige - Strategie für die Rückversicherer einige Probleme mit sich. Sie verzichten auf Geschäft, auf Prämieneinnahmen, und damit schrumpft ihr Ertragspotenzial. Gleichzeitig verdienen sie selbst mit ihren Kapitalanlagen immer weniger und so erodieren die eigenen Gewinne. Und das bereits seit einigen Jahren und die Lage verschärft sich eher, als dass ein Ende abzusehen wäre. Das führt dazu, dass die scheinbar attraktiven Bewertungen anhand der Kurs-Gewinn-Verhältnisse mit zunehmender Skepsis zu betrachten sind. Das birgt mithin Kursrisiken für alle Branchenvertreter. Und weiteres Ungemach droht, denn die Rückversicherer gelten als Dividendenaristokraten, die seit Jahren mindestens gleichbleibende, meistens aber sogar steigende Dividenden an ihre Anteilseigner ausschütten. Das ist ein echter Vorteil und für viele Anleger sind diese hohen Dividendenrenditen das Anlagekriterium in diesen Aktien schlechthin. Und doch liegt auch gerade hier enormes Gefahrenpotenzial, denn wenn den Unternehmen das Geschäft und die Margen wegbrechen, sie gleichzeitig weniger Geld aus ihren Kapitalanlagen verdienen, dann sinken die Gewinne, die die Grundlage für die Dividendenzahlungen sind. Natürlich werden die Rückversicherer versuchen, die Dividenden mindestens auf gleicher Höhe zu halten, aber diese Zahlungen werden dann aus der Substanz ausgekehrt, also die Rücklagen des Unternehmens angreifen und es so letztlich schädigen. Ein solches Vorgehen kann für ein oder zwei Jahre angebracht sein, um die Dividenden auf einem konstanten Niveau zu halten, obwohl das operative Geschäft stärkeren Schwankungen unterliegt, aber die schwierige Lage der Rückversicherungen ist nicht kurzfristiger Natur, sondern wächst sich seit einigen Jahren zu einem Dauerproblem aus, das das Geschäftsmodell ins Wanken bringt. Denn passen die Unternehmen ihrer Strategie an, nehmen sie höhere Risiken ins Depot mit (viel) zu geringem Prämienaufkommen. Oder sie lehnen dies ab und sehen ihre Umsätze zunehmend schrumpfen und damit auch ihre Gewinne.

Ich kann nicht abschätzen, wie und ob überhaupt die Rückversicherer aus diesem Teufelskreis herauskommen, solange sich das Zinsniveau nicht deutlich erhöht und Anleihen wieder konkurrenzfähige Renditen abwerfen. Ich fürchte allerdings, dass sie das viel Geld kosten wird, so oder so. Und für Aktionäre sind das keine guten Aussichten, nicht auf mittlere und lange Sicht. Ich würde daher die Rückversicherer nicht mehr als Value Investment ansehen, sondern als Branche, die das Zeug zu einer echten Value Trap hat. Von Investments in Rückversicherer würde ich daher absehen; einzig Warren Buffetts Berkshire Hathaway bietet weiterhin gute Chancen, weil das Unternehmen eben weit mehr ist als die Versicherungssparte und so breit diversifiziert ist auch in die Bereiche Energie und Consumer Goods.

Berkshire Hathaway befindet sich auf meiner Empfehlungsliste.


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Börsenweisheit der Woche 05/2015

"Gewinne laufen lassen, Verluste begrenzen".
(Allgemeine Börsenweisheit)

Sonntag, 1. Februar 2015

Was ist... eine Value Trap?

Als "Value Trap" bezeichnet man Aktien, die auf den ersten Blick als klassische Value Investments erscheinen, also eine niedrige Bewertung und ggf. attraktive Dividendenrendite aufweisen, aber operativ auf raue See zusteuern, wodurch die Margen und die Gewinne unter Druck geraten können und die Dividendenausschüttungen nicht mehr verdient, sondern aus der Substanz, den Rücklagen, ausgeschüttet werden müssen. Sinkende Kurse bis hin zur Insolvenz können die Folge sein, wenn das Unternehmen nicht operativ die Kehrtwende schafft.