Freitag, 22. Februar 2019

Einstein mahnt: Wer den Zinseszinseffekt nutzt, verdient. Alle anderen bezahlen ihn...

Das entscheidende Kriterium für den Erfolg einer Anlage ist die erzielte Rendite. Diese kann aus Zinsen stammen, aus Dividenden oder aus Kursgewinnen. Während man Kursgewinne einfach laufen lassen kann, fließen Zinsen und Dividenden aufs Konto und können dann für andere Zwecke als das Investieren verwendet werden. Es zahlt sich aber aus, diese Ausschüttungen wieder zu investieren, damit sie selbst auch Renditen abwerfen. Das nennt man Zinseszinseffekt. Er besteht darin, dass Zinsen, die aufgrund einer verzinslichen Kapitalanlage am Ende eines bestimmten Zeitraums gutgeschrieben werden, ab Beginn der darauffolgenden Periode die Einlage erhöhen und sich somit in der Zukunft selbst verzinsen.

»Der Zinseszinseffekt ist das achte Weltwunder. Wer ihn versteht, verdient daran, alle anderen bezahlen ihn.«
(Albert Einstein)

Beim Investieren wirkt das Prinzip des Zinseszinses in einer ähnlichen Art und Weise. Die von einem Investor erworbenen Vermögensgegenstände generieren Gewinne, werden reinvestiert und produzieren zukünftig mehr Gewinn. Und je mehr Zeit man dem Zinseszinseffekt gibt, desto gewaltiger wird seine Kraftentfaltung, denn das Zinseszinswachstum macht aus einem kleinen Betrag einen großen, ganz von alleine...


Der Faktor Zeit ist ganz entscheidend, was an einem Beispiel schnell deutlich wird. Wenn man heute 100.000 Euro in Aktien investiert und 6 Prozent Ertrag annualisiert, hat man nach 30 Jahren fast 575.000 Euro zusammen. Und nach 60 Jahren sind es dann schon etwa 3,3 Millionen Euro. Also konkret: in den ersten 30 Jahren erwirtschaftet der Zinseszinseffekt auf unsere ursprünglich eingesetzten 100.000 Euro satte 475.000 Euro Rendite, in den weiteren 30 Jahren dann nochmals 3,2 Millionen Euro oben drauf. Ja länger wird das Geld und den Zinseszinseffekt für uns arbeiten lassen, desto gewaltiger die Summe, die am Ende dabei herauskommt. Kein Wunder, dass ein Zahlengenie wie Albert Einstein von diesem Zinseszinseffekt dermaßen angetan war, dass er ihn als das achte Weltwunder bezeichnete.

  Zinseszinseffekt über 30 Jahre betrachtet
Um den Zinseszinseffekt für sich zu nutzen, hat den Investor zwei Möglichkeiten: Er kann die Barmittel, die ihm aus Zins- oder Dividendenzahlungen zufließen entweder selbst erneut anlegen oder er investiert in Kapitalanlage, die ihre erzielten Gewinne einbehalten und reinvestieren (thesaurieren).

Ausschüttung von Erträgen

Die Ausschüttung z.B. in Form von Dividenden stellt den Anleger vor zwei Probleme. Denn einerseits wird seine Rendite durch Steuern geschmälert, die auf die Dividenden fällig werden, und er muss für den ihm verbleibenden Teil eine neue Investitionsmöglichkeit suchen.

Thesaurierung von Gewinnen

Viele Anleger suchen daher bevorzugt nach Unternehmen, die den überwiegenden Teil ihrer Gewinne einbehalten und über möglichst lange Zeiträume profitabel reinvestieren können. So fällt keine vorzeitige Versteuerung von Ausschüttungen an, sondern die Versteuerung trifft den Anleger erst beim Verkauf, wenn er seine angesammelten Kursgewinne realisiert. Der Zinseszinseffekt tritt hier also im Unternehmen selbst ein, weil die erwirtschafteten Gewinne dort wieder reinvestiert werden und selbst weitere Gewinne erwirtschaften.

Warren Buffett hat diesen Effekt wie kein zweiter ausgenutzt, indem er den Buchwert je Berkshire Hathaway-Aktie von 19 Dollar im Jahr 1965 auf aktuell 308.000 Dollar gesteigert hat, was einer durchschnittlichen jährlichen Rate von fast 20% entspricht. Berkshire Hathaway zahlt deshalb auch keine Dividenden und seine Aktionäre können froh darüber sein. Denn durchschnittliche 20% über einen Zeitraum von mehr als 50 Jahren hätte so gut wie keine andere Anlage gebracht. Auch nicht unter Einbeziehung des Zinseszinses.

Anleger sollten daher auf die Kraft des Zinseszinses setzen bei ihren Investitionen. Sie ist die Treibkraft, die aus kleinen Beträgen große Vermögen schafft.

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