Montag, 29. Mai 2017

Was ist... der Zinseszinseffekt?

Der Zinseszinseffekt besteht darin, dass Zinsen, die aufgrund einer verzinslichen Kapitalanlage am Ende eines bestimmten Zeitraums gutgeschrieben werden, ab Beginn der darauffolgenden Periode die Einlage erhöhen und sich somit in der Zukunft selbst verzinsen.

Beim Investieren wirkt das Prinzip des Zinseszinses in einer ähnlichen Art und Weise. Die von einem Investor erworbenen Vermögensgegenstände generieren Gewinne, werden reinvestiert und produzieren zukünftig mehr Gewinn. Und je mehr Zeit man dem Zinseszinseffekt gibt, desto gewaltiger wird seine Kraftentfaltung, denn das Zinseszinswachstum macht aus einem kleinen Betrag einen großen, ganz von alleine.

Der Faktor Zeit ist das ganz entscheidend, was an einem Beispiel schnell deutlich wird. Wenn man heute 100.000 Euro in Aktien investiert und 6 Prozent Ertrag annualisiert, hat man nach 30 Jahren fast 575.000 Euro zusammen. Und nach 60 Jahren sind es dann schon etwa 3,3 Millionen Euro. Also konkret: in den ersten 30 Jahren erwirtschaftet der Zinseszinseffekt auf unsere ursprünglich eingesetzten 100.000 Euro satte 475.000 Euro Rendite, in den weiteren 30 Jahren dann nochmals 3,2 Millionen Euro oben drauf. Ja länger wird das Geld und den Zinseszinseffekt für uns arbeiten lassen, desto gewaltiger die Summe, die am Ende dabei herauskommt. Kein Wunder, dass ein Zahlengenie wie Albert Einstein von diesem Zinseszinseffekt dermaßen angetan war, dass er ihn als achtes Weltwunder bezeichnete.

»Der Zinseszinseffekt ist das achte Weltwunder. Wer ihn versteht, verdient daran, alle anderen bezahlen ihn.«
(Albert Einstein)



Um den Zinseszinseffekt für sich zu nutzen, hat den Investor zwei Möglichkeiten: Er kann die Barmittel, die ihm aus Zins- oder Dividendenzahlungen zufließen entweder selbst erneut anlegen oder er investiert in Kapitalanlage, die ihre erzielten Gewinne einbehalten und reinvestieren (thesaurieren).

Ausschüttung von Erträgen
Die Ausschüttung z.B. in Form von Dividenden stellt den Anleger vor zwei Probleme. Denn einerseits wird seine Rendite durch Steuern geschmälert, die auf die Dividenden fällig werden, und er muss für den ihm verbleibenden Teil eine neue Investitionsmöglichkeit suchen.

Thesaurierung von Gewinnen
Viele Anleger suchen daher bevorzugt nach Unternehmen, die den überwiegenden Teil ihrer Gewinne einbehalten und über möglichst lange Zeiträume profitabel reinvestieren können. So fällt keine vorzeitige Versteuerung von Ausschüttungen an, sonder die Versteuerung trifft den Anleger erst beim Verkauf, wenn er seine angesammelten Kursgewinne realisiert.

Warren Buffett hat diesen Effekt wie kein zweiter ausgenutzt, indem er den Buchwert je Berkshire Hathaway Aktie von 19 Dollar im Jahr 1965 auf über 220.000 Dollar im Jahr 2015 mit einer durchschnittlichen jährlichen Rate von knapp 20 Prozent gesteigert hat.

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