Montag, 30. Januar 2017

Cashreserven sind das Zaubermittel für höhere Aktienrenditen

▸ Kissigs Kolumne, Anlegermagazin der Börse Stuttgart, Ausgabe 1/2016 

Die jahrelange Niedrigzinspolitik der Notenbanken rund um den Globus hat nicht nur positive Auswirkungen sondern auch erhebliche Schattenseiten. Einerseits hat das billige Geld dazu geführt, dass Unternehmen und Konsumenten über reichlich Finanzmittel verfügten, um damit verstärkt Waren und Dienstleistungen einkaufen zu können. Das ließ die Umsätze der Unternehmen steigen und führte zu mehr Arbeitsplätzen. Und dann reduzierten sich auch die Zinskosten der Unternehmen, so dass auch hierdurch ihre Gewinne anstiegen. Auf der anderen Seite wirken diese permanenten Geldspritzen wie ein dauerhafter Drogenrausch und es wird schwer sein, die Wirtschaft wieder vom billigen Geld zu entwöhnen. Die amerikanische Notenbank macht nicht umsonst so einen Eiertanz um die erste Anhebung ihrer Leitzinsen seit 9 Jahren. Und dann sind da noch die Opfer, die Sparer, deren Bankguthaben keine Zinsen mehr abwirft und von der – wenn auch niedrigen – Inflation einfach weggefressen wird. Und in dieser Gemengelage rate ich dennoch zu einem ordentlichen Polster an Geld, was vielleicht verwundern wird.

Cash is fesch
Selbstverständlich nicht, um damit hohe Zinsen einzustreichen, das funktioniert ja bekanntlich nicht. Und wenn man irgendwo 15 Prozent Verzinsung versprochen bekommt, dann ganz sicher nicht von seriösen Anbietern. Auch hier gilt die Grundregel, dass Angebote, die zu gut klingen, um wahr zu sein, auch nicht wahr sind. Also lieber Finger weg.


Doch warum sollte man also Geld herumliegen lassen, ohne dass es eine anständige Rendite abwirft? Ganz einfach: weil man es dann hat, wenn man es braucht. Ich rede vom Cash Management, von Sicherheit, von Gelegenheiten, von Handlungsfähigkeit. Und von Renditebringern. In Oliver Stones Epos „Wall Street“ sagt die von Michael Douglas verkörperte Figur des Finanzmoguls Gordon Gekko: „Liquidität ist der Schlüssel zum Erfolg. Wenn du keine hast, kannst du auch keinem ans Bein pinkeln“. Und genau so ist es. Nur wenn man ausreichend Liquidität auf dem Konto hat, kann man auch zugreifen, wenn sich Gelegenheiten bieten. Und die besten Gelegenheiten findet man an der Börse, wenn es kracht, wenn die Kurse sinken, Unsicherheit vorherrscht und Anleger in Panik Aktien auf den Markt werfen, nur um aus dem Markt zu kommen. Dann herrschen Preise vor, für die man ansonsten niemals hochwertige Qualitätsaktien kaufen könnte. Weil kein normaler Mensch bereit wäre, sie für so wenig Geld herzugeben. Aber wenn Menschen nicht normal agieren, sondern irrational, weil ihre Gier in Angst umgeschlagen ist, dann handeln sie nicht mehr aufgrund von Regeln oder Erfahrungen, sie fallen in den evolutionsbedingten Selbsterhaltungsmodus. Und der heißt Flucht. Flucht aus der Situation, Flucht aus dem Markt. Der Preis spielt keine Rolle mehr, Hauptsache weg.

Kurseinbrüche sind große Chancen
Und dann gibt es die wenigen Investoren, deren Herz an solchen Tagen höher schlägt. Weil sie nicht auf die Kurse schauen, um ihren Aktien einen Wert beizumessen, sondern weil sie die Unternehmen analysieren und herausfinden, was diese Wert sind. Die Aktienkurse stellen am Ende des Prozesses dann nur den Gradmesser dar, ob man die Aktie aktuell zu einem Preis unterhalb dieses fairen Wertes kaufen kann, oder ob sie darüber notiert und damit unerreichbar ist. Für Value Investoren ist dies kein Hexenwerk, sondern ihr täglich Brot. Sie bewerten eine Vielzahl von Unternehmen und kommen in den meisten Fällen zu dem Ergebnis, dass die Aktien zu teuer sind und sie auf Einstiegskurse warten müssen. Und zu teuer sind sie, weil die Erwartungen des Marktes hoch sind und alle Anleger diese Aktien haben wollen. Nicht etwa, weil sie deren Wert (er)kennen, sondern weil sie auf weiter steigende Aktienkurse setzen.

Preis und Wert sind nicht das gleiche
Und wenn der Markt taumelt, der Aktienkurs abstürzt, dann verkaufen diese Anleger, weil sie Angst vor Kursverlusten haben. Value Investoren reiben sich dann die Hände und greifen zu, nehmen „den Zittrigen“, wie Börsenaltmeister André Kostolany diese Anleger nannte, ihre Aktien ab, nicht selten zu Schnäppchenpreisen. Denn Aktienkurse sind das Ergebnis von Angebot und Nachfrage. Und wenn alle gleichzeitig verkaufen wollen, fällt der Kurs massiv. Nicht aber ihr Wert, das wissen erfolgreiche Investoren zu unterscheiden.

»Nicht der Preis, sondern der Wert einer Anlage ist maßgeblich. Preis ist was du zahlst, Wert ist was du bekommst.«
(Warren Buffett)

Wenn der Aktienkurs von BP einbricht, weil eine ihrer Ölplattformen im Golf von Mexiko ein unschließbares Leck hat und Millionen von Litern Rohöl die amerikanischen Küsten verseuchen, dann kommen auf das Unternehmen Milliardenforderungen zu und der Kursabsturz ist fundamental begründet. Auch der Abgasskandal bei VW wirkt sich massiv aus, ramponiert nicht nur das Image der Automarken, sondern führt zu einbrechenden Verkaufszahlen und möglichen hohen Milliardenstrafen. Auch hier ist der Kurseinbruch nachvollziehbar, denn die Fakten haben sich dramatisch geändert. Und der Wert des Unternehmens und damit der einer jeder ihrer Aktien. Wenn aber der Ölpreisverfall zu Sorgen über die Weltkonjunktur und zum Ausverkauf von Aktien von Microsoft oder BASF führt, dann sind diese Kurseinbrüche nicht auf wirkliche Probleme in den Unternehmen zurückzuführen, sondern auf die Panikstimmung an der Börse. Sicher, auch BASF und Microsoft hängen von der Weltkonjunktur ab, aber Unternehmen müssen sich seit jeher auf sich verändernde wirtschaftliche und politische Rahmenbedingungen einstellen. Sie können das und sie tun das. Das ist also kein Grund, die Aktien um zehn oder mehr Prozent in die Tiefe zu prügeln. Hier kann der Kurseinbruch dazu führen, dass die Aktien – endlich – wieder so preiswert sind, dass Value Anleger zuschlagen können. Weil sie den Wert kaufen und nur den Preis bezahlen.

Ohne Moos nichts los
Doch nun folgt das große Aber. In schwierigen Marktphasen billig Aktien kaufen kann nur, wer auch über die nötigen Mittel verfügt. Da die meisten Anleger oft zu 100 Prozent investiert sind, haben sie keine liquiden Mittel, um in Kurseinbrüche hinein zu kaufen. Im Gegenteil. Sie verkaufen in den Kursverfall hinein und verstärken ihn so noch. Erst dann haben sie Geld auf dem Konto, allerdings viel weniger, als vorher.

Clevere Investoren haben das nicht nötig. Sie sind nie vollständig investiert, haben immer eine gehörige Portion Geld auf dem Konto herumliegen. In steigenden Aktienmärkten schmälert das ihre Gesamtrenditen, weil sie für das Geld ja kaum Zinsen bekommen. Aber wenn man auf 3 Prozent Zinsen verzichtet, dann das Geld aber nach einem 20-prozentigen Kurseinbruch einsetzen kann, liegt man renditetechnisch schon meilenweit vorn. Und der vorherige Renditeverzicht erweist sich als Geduldsprämie, mehr nicht. Clevere Investoren haben zum richtigen Zeitpunkt die Mittel, um auf Schnäppchenjagd zu gehen. Dann zu kaufen, wenn alle anderen verkaufen und die Preise ins Bodenlose stürzen.

Dieser opportunistische Ansatz ist schwierig, denn die menschliche Psychologie orientiert sich am Herdentrieb: das machen, was alle anderen auch machen. Und solange der vorherrschende Trend intakt ist, scheint man damit auch gut zu fahren. Doch wenn er am Ende ist, will die Herde auch ihrem Trieb zum Ausstieg folgen und verstärkt den Abwärtsdruck. Wer hier beherzt zugreift, stellt sich nicht nur gegen die Masse, sondern er muss auch in Kauf nehmen, dass diese vorrübergehend richtig(er) liegt. Denn man erwischt ja nie den Tiefstpunkt beim Einstieg, daher muss man in Kauf nehmen, dass die Aktien nach dem Kauf erst einmal noch weiter fallen und somit Buchverluste ausweisen. Das ist für die Psyche schwer zu ertragen und erfolgreiche Anleger erlegen sich hier ein großes Maß an Disziplin auf, um diese außergewöhnlichen Chancen auch wahrnehmen zu können. 

Kaufe preiswert, nicht billig
Nun stürzt der Markt ab und alle Aktien sind billiger als vorher. Man darf aber dennoch nicht den Fehler machen und wahllos alles kaufen, nur weil es gefallen ist. Es werden sich bei der nächsten Kurserholung zwar auch Aktien von schlechten Unternehmen berappeln, aber als langfristig orientierter Value Investor setzten wir ja nicht auf Kursgewinne, sondern wir beteiligen uns an Unternehmen, um an deren positiver Entwicklung teilzuhaben, was sich dann auch im steigenden Kurs ihrer Aktien widerspiegelt. Wir setzen auf Qualität und Substanz und daher sind wir auch im Schlussverkauf wählerisch.

»Große Anlagemöglichkeiten kommen immer dann, wenn hervorragende Unternehmen vorübergehend in schwieriges Fahrwasser geraten und deshalb unterbewertet werden.«
(Warren Buffett)

So hat Buffett Aktien von American Express gekauft, als das Unternehmen in einer schweren Krise war. Ebenso stieg er bei Wells Fargo ein, als das Unternehmen in Schwierigkeiten steckte. Und ein Paradebeispiel ist die Finanzkrise des Jahres 2009, als die Welt davon ausging, dass die Banken am Ende wären und mit ihnen der Kapitalismus. Auch Buffett wurde von den massiven Kursverlusten arg gebeutelt und „verlor“ auf dem Papier Milliarden. De facto tat er aber, was er am besten kann: er investierte klug. Er griff Goldman Sachs mit 5 Milliarden Dollar unter die Arme und ebenso der Bank of America und zwar zu einem Zeitpunkt, als gerade die Investmentbank Lehman Brothers in die Pleite schlitterte. Buffett stabilisierte die Großbanken, weil er davon überzeugt war, dass diese auch nach der Krise Bestand haben und wieder gute Geschäfte machen würden. Nicht unbedingt 2010, nicht 2011, aber in einigen Jahren. Und er hatte Recht. Auch dieses Mal wieder. Seine Investitionen haben sich für ihn und die Aktionäre seiner Investmentholding Berkshire Hathaway üppig rentiert, sie haben Milliarden an Gewinnen eingespielt und tun es noch heute. Würde Buffett seine Ende 2021 auslaufenden Wandeloptionen für die BoA ausüben, übernähme er auf Schlag 6,5 Prozent an dieser Großbank zu einem festgelegten Kurs, der rund bei der Hälfte des heutigen Aktienkurses liegt. Die BoA würde ihn nicht nur um mehr als 5 Milliarden Dollar reicher machen, sondern auch zu einer der größten Beteiligungen in Buffetts Portfolio werden.

Liquidität als Versicherung gegen fallende Kurse
Doch nicht nur Mut, Entschlossenheit und der richtige Riecher haben Buffett soweit gebracht. Er hatte auch immer ausreichend Geld auf dem Konto, um bei solchen Gelegenheiten zugreifen zu können. Denn die beste Chance nützt einem nichts, wenn man sie nicht nutzen kann. Daher hat Buffett immer mindestens 20 Milliarden Dollar auf der hohen Kante. Und auch Otto Normalanleger sollte seinem Beispiel folgen und nicht immer vollständig investiert sein. Neben einigen Monatsgehältern, die man immer in Reserve behalten sollte, falls mal das Auto eine größere Reparatur braucht oder andere unvorhergesehene Katastrophen größere Ausgaben verursachen, sollte man mindestens 10 Prozent seiner für Geldanlagen zur Verfügung stehenden Mittel zurückhalten. Wenn möglich sogar mehr. Dann sind sie bereit, um am Ausverkauf an den Börsen teilzunehmen und die echten Schnäppchen abzufischen.

Puts sind keine Alternative
Natürlich gibt es noch diejenigen, die meinen, man könne sein Depot auch über Derivate absichern und einfach Puts kaufen. Doch in Wahrheit sind diese Puts nicht mehr als Placebos. Profis und Trader mögen damit Erfolg haben, als Depotabsicherung für normale Anleger taugen sie aber nicht.

Denn Puts sind Zocker-Papiere, die auf kurzfristige Marktschwankungen zielen. Sichere ich damit meinen Depotbestand ab und die Kurse fallen, steigt der Wert des Puts. Um jedoch hier einen Nutzen draus ziehen zu können, muss ich allerdings genau zum richtigen Zeitpunkt die Puts verkaufen und in meine Aktien investieren, um dann den nächsten Kursaufschwung mitzunehmen. Mache ich dies nicht und sitze den Kurseinbruch samt nachfolgender Erholung einfach aus (wie dies erfolgreiche Buy & Hold-Anleger dies mit ihren Qualitätsaktien machen), dann stehen die Aktienkurse wieder dort, wo sie vor dem Einbruch waren und der Put hat seine Kursgewinne ebenfalls wieder hergegeben. Er hat nur aufgrund seiner kürzeren Restlaufzeit sogar noch an Wert verloren. Unter dem Strich habe ich keinen Vorteil daraus gezogen. Es läuft also darauf hinaus, dass man versucht, den Markt zu timen, zum Höchstpunkt der Börse den Put zu kaufen und zum Tiefstpunkt zu verkaufen. Und das klappt aus meiner Erfahrung nicht. Daher lasse ich das und setze auf Cash als Versicherung gegen fallende Kurse, um dann tief nachkaufen zu können. So bringt Cash langfristig die Rendite, es ist quasi eine Call-Option für das richtige Investment zur richtigen Zeit.

Kommentare:

  1. Zitat: "Da die meisten Anleger oft zu 100 Prozent investiert sind"
    Hätte ich nicht gedacht, dass es so etwas überhaupt gibt...

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  2. Hallo Michael

    Diesem Artikel kann ich persönlich voll und ganz zustimmen.
    Dank meiner Cashreserve konnte ich 2x in Bayer investieren zu Preisen unter 87 Euro, Jungheinrich knapp unter 26,50. Und nach der US Wahl bei Sixt nahe dem Tiefstand zu 36,05 und Main Street Capital für unter 30 Euro. Es forderte mir äußerste Disziplin ab diese Cashreserve nicht anzufassen (bin auch erst seit ca. 8 Monaten aktiv an der Börse). Doch jetzt werd ich für mein Warten belohnt und genieße die Performance, wenn ich in mein Depot schau.
    Aktuell bau ich wieder eine Cashreserve auf und warte geduldig ab. Einen Teil möchte ich in mVise investieren und das Warten zeigt auch jetzt wieder, dass sich Geduld lohnt. Vielleicht fällt der Kurs noch weiter um zuzuschlagen (aktuell Briefkurs 2,765 in Stuttgart)

    Gruß Hans-Jürgen

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  3. Sehr guter Beitrag Michael! Nur bei dem Punkt aussitzen und Value Investoren setzen keine Limits, eck ich immer wieder an. Ich verstehe, das es mit Limits wieder Richtung Market-Timing geht. Auf der anderen Seite ist es oftmals so, dass wenn gewisse Kurse unterschritten werden, die Wahrscheinlichkeit höher ist, dass der Kurs weiter purzelt. Man kann mit Stop-Limits rausgehen und mit dem Geld den Wert dann vermutlich noch günstiger erwerben, bzw. eine größere Summe an Anteilen. Meine Erfahrung ist die, dass Kurse welche mehr als 6-7% gefallen sind erstmal weiter fallen. Jetzt könnte ich das aussitzen und die Aktie immer wieder durch nachkaufen im Einstandspreis versuchen zu verbilligen. Aber das, ist auch Markt-Timing! Wenn die Aktie weiter fällt bis auf -15% erhalte ich weniger Anteile durch nachkaufen, als wenn ich ab -7% durch Stop-Limit aussteige und dann sobald es sich stabilisiert hat wieder einsteige. Beides kann gut oder auch schlecht gehen und beides ist in meinen Augen versuchtes Markt-Timing.
    Da es auch mal richtig nach unten gehen kann, zB ein Crash.. ziehe ich Limits vor. Auch wenn sich der Preis wie erwartet entwickelt ziehe ich die Limits immer nach (natürlich nur nach oben). Du hattest auch schon Werte in deiner Empfehlungsliste, wo Limits vorzeitig geholfen hätten. Mir ist noch kein Wert aufgefallen in der Liste, der zuerst über -7% also ins Minus und dann plötzlich nach oben gegangen ist. Da Value Investoren die Einstiegskurse sowieso extrem niedrig ansetzen, um das CRV bestmöglich zu optimieren, bedeutet ein Abfall in einer gewissen Höhe, dass der Wert vom Markt einfach noch nicht wahr genommen wird. Vielleicht kannst du es mir ja mal erklären, damit ich endlich mal verstehe, weshalb sich 100%ige Value Investoren strikt gegen Limits aussprechen:)

    Ich habe anfangs auch komplett auf Limits verzichtet. Beim durchgehen und der Optimierung der Strategie ist mir irgendwann aufgefallen, dass ich mit Limits bei etwa -7% setzen direkt beim Einstieg, über Jahre wesentlich besser gefahren wäre. Seit dem ich das einsetze klappt es auch und kommt ehrlich gesagt auch nicht all zu oft vor, dass eines gerissen wird. Da man wie gesagt sowieso am unteren Ende einsteigt. Ich rede nur vom ersten Einstieg. Danach lasse ich das Limit meistens erstmal bei -7% stehen, auch wenn der Preis im Gewinn liegt und ziehe es danach im Abstand von 10% nach und stocke weiter auf, bis der entsprechende Preis erreicht wird, der dann zu diesem Zeitpunkt eine Überbewertung darstellen würde.

    Viele Grüße!
    Stefan D.

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    1. Hallo Stefan,
      verbilligen sollte man immer nur, wenn das Unternehmen noch unterbewertet ist. Nur nachzukaufen weil der Kurs sinkt, ist eine schlechte Idee!
      Falls das Unternehmen schon eine gewisse Größe in deinem Depot erreicht hat,
      sollte man einfach abwarten!

      ......bei der ganzen Thematik solltest du die Besteuerung natürlich immer mit berücksichtigen!!

      lg Alex

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  4. Ein sehr lehrreicher Artikel,

    Aktuell hält Herr Buffett über 70 Milliarden in Cash und der Buffett Indikator US MK/ BIP befindet sich im hohen Bereich.

    BP war im tief bei 3,6€ und heute mehr als 5,5€ ohne die hohen Dividenden.
    Genauso wie VW im zweistelligen Bereich und VW ist weiterhin einer der führenden Autobauer mit soliden Erträgen und durch ihre vielfältigen Modelle haben sie auch einen grossen Moat. In beiden Fällen hätte man relativ leicht Profit machen könmen.
    BASF wird durch Wintershall direkt durch den niedrigen Ölpreis betroffen, profitiert zugleich durch sein Chemie Geschäft.

    danke für den sehr interessanten, lehrreichen Blog.

    2 Fragen Herr Kissig, erachteten sie die Enteignung von Repsols Ypf Geschäft durch Argentinien als Value Kaufgelegenheit.
    Ist IBM durch seinen Transformationsprozess bzw. FOKUSSIERUNG von rückläufigen Geschäftssegmenten auf schnell wachsende Bereiche wie Cloud, AI und Blockchain und den enormen Cashflow als grosser "Burggraben" nicht eine gute Value Kaufgelegengeit?

    Liebe Grüsse julaIn

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  5. Ein sehr guter Artikel!

    Meines Erachtens ist das Erhalten einer gewissen Flexibilität immer eine nicht zu vernachlässigende Komponente, nicht bei der Geldanlage. Sich jegliche Handlungsoptionen zu nehmen, kann nur dann erfolgversprechend sein, wenn genau die erwartete Entwicklung eintritt. Da wir die Zukunft aber nicht kennen, brauchen wir Spielraum.

    Viele Grüße,
    Mathias

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  6. Hallo Michael,

    Größere Cashreserven zu halten, ist nichts anderes als Markettiming würde Peter Lynch zumindest sagen... Bei großen Beträgen halte ich 20% Cash für arg viel Geld, dass nicht für einen arbeiten kann.

    Viele Grüße

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  7. Ein sehr schöner Artikel,

    allerdings war Buffet in seiner Anfangszeit meiner Erinnerung nach auch oft zu 100% investiert und hatte Probleme neues Geld für seine Investitionen zu bekommen. (Wenn ich mich hier richtig an seine Biographie erinnere)

    Viele Grüße
    Tim

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    1. Moin Tim,
      das stimmt. Wie in vielen anderen Dingen hat er hier durch den Austausch mit Charlie Munger seine Denkweise angepasst. Denn Munger favorisierte ein ausreichendes Cashpolster und Buffett hat dies dann von ihm übernommen. Und in den letzten Jahren kam natürlich hinzu, dass Buffett aufgrund des enormen anzulegenden Cashbergs auch nicht immer lohnende Targets mit ausreichender Börsenkapitalisierung aufspüren konnte. Der riesige und stetige Cashflow von Berkshire Hathaway, gespeist durch das Versicherungsbusiness und die vielen Dividendeneinnahmen, ist ja inzwischen ein Luxusproblem.

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  8. Hallo Michael,
    danke für Dein lehrreiches Blog.

    Ich investiere seit 4 Jahren und habe mich langsam von absolut Ahnungsloser zum passiven Investor entwickelt (ETFs). Erst in den letzten 6 Monaten bekehrte ich mich zum Value Investing und habe zurzeit ca. 25% in Einzeltiteln. Ich kämpfe, nicht zuletzt wegen meiner (für mich) langen Phase als Vollinvestierter, mit der Frage, wie viel Cash sein muss und wie man sich entscheiden soll, wenn man sein Cash dann endlich einsetzt. Ich veranschauliche mit einem Beispiel:

    Heute beträgt der Wert meines Portfolios 100.000 EUR: 90.000 EUR Aktien und 10.000 EUR Cash.

    Morgen stürzt der Markt ab, mein Aktienanteil ist 50% weniger Wert: 45.000 EUR Aktien und 10.000 EUR Cash. Was machen?

    1) Ich kaufe Schnäppchen im Wert von 4500 EUR, damit mein Cashanteil 10% bleibt: 49.500 EUR Aktien, 5500 EUR Cash. Ich kann mich damit beim Aktienanteil um 10% (4500/45.000) einkaufen.

    2) Oder könntest Du es Dir vorstellen, bei so einem Kurseinbruch nahezu voll zu investieren? 55.000 EUR Aktien, 0 EUR Cash.

    Im ersten Fall hätte ich noch Cash zur Verfügung, wenn's weiter abwärts geht. Im zweiten Fall kann ich den Einfluss vom Einsetzen meines Cashpuffers vergrößern. Wenn man nämlich die ganze Übung mit einem geringeren (jedoch beachtlichen) Abrutsch von 20% macht:

    Heute: 90.000 EUR Aktien, 10.000 EUR Cash
    Morgen: 72.000 EUR Aktien, 10.000 EUR Cash. Ich investiere nach Prinzip 1) 1800 EUR vom Cash in Aktien: 73.800 EUR Aktien, 8200 EUR Cash. Ich habe mein Aktienanteil um 2,5% (1800/72000) erhöht.

    So doll ist der Einfluss von meinem 10% Cashpolster auf meinem Portfolio dann nicht. Ich schließe daraus, das wenn man 10% als kleinster Cashposition immer bereithalten möchte, man vorübergehend deutlich höhere Cashpositionen (zum Beispiel 20%-30%) erlauben (sogar anstreben?) sollte. Nur dann beeinflusst das Spiel mit dem Cashpuffer das Portfolio maßgeblich im Verhältnis zum Kostpreis der Cashposition.

    Oder doch eher wie 2) und auch mal voll investiert sein? Ich habe es noch nicht geblickt. Ich freue mich, zu lesen ob Du eher nach 1) oder nach 2) arbeitest. Vielleicht sogar, wieviel Cash Dein Portfolio bisher maximal hatte - prozentual natürlich :-)

    Gruß und weiter so!
    Erik

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    1. Das Cashpolster ist nicht sklavisch als feste Prozentgröße zu sehen. Es soll dazu dienen, im richtigen Moment zugreifen zu können und zwar aus der Reserve heraus und nicht erst durch das Verkaufen anderer Aktien. Wer vollständig investiert ist und in einen Börsenabsturz hinein dann günstige Aktien kaufen will, muss ja zuerst andere Werte aus dem Depot werfen, um wieder liquide zu sein. Oftmals werden aber gerade die Aktien verkauft, die sich bis dahin gut gehalten haben – und das meist zurecht. Was unter Umständen dazu führt, dass aus dem Depot die besten Werte aussortiert werden. Das kann ja nicht im Sinne des Erfinders sein.

      Ich verfahre so, wie Du es zuerst beschrieben hast: wenn Aktienkurse purzeln, setze ich meine Cashposition ein. Dabei nehme ich in Kauf, dass sie unter die vorherige prozentuale Größe fällt. Gegebenenfalls reduziere ich sie bis Null. Dann habe ich natürlich keine Möglichkeit mehr, bei einem weiteren Absacken der Kurse noch weiter zuzukaufen. Das muss ich in Kauf nehmen.

      Tue ich auch, denn ich kaufe ja nicht Aktien, deren Kurs gefallen sind, sondern ich kaufe Aktienwerte, die unterhalb dieses Wertes gehandelt werden. Und damit mache ich auf jeden Fall ein gutes Geschäft, selbst wenn ihr Preis, der Aktienkurs, noch ein wenig mehr fallen sollte. Man benötigt halt Geduld und gute Nerven, um auf den Wiederanstieg der Kurse warten zu können.

      Das Gute an der Börse ist, dass Bullenmärkte in der Regel dreimal so lange andauern wie Bärenmärkte. Die Wartezeit ist also vergleichsweise kurz.

      P.S.: 35% betrug mein Cashpolster in der Spitze.

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