Donnerstag, 4. Januar 2018

Was ist... ein Wertpapierkredit?

Ein Wertpapierkredit, auch Lombardkredit benannt, ist eine besondere Form des  Kredits, denn seine Besicherung erfolgt durch die Wertpapiere in einem Depot. Die Höhe des Kreditrahmens errechnet sich hierbei an dem Kurswert der zugrundeliegenden Wertpapiere und schwankt daher. Zinsen fallen allerdings nur für den Betrag an, der auch als Kredit in Anspruch genommen wurde, nicht für den maximalen Höchstbetrag des eingeräumten Wertpapierkredits.

Zusätzlich verlangen Banken einen Abschlag auf diesen Kurswert, um einen Risikopuffer zu haben. Inländische Aktien werden z.B. mit 60% ihres Kurswertes angerechnet, ausländische Aktien mit 50%, Optionsscheine oder Derivate gar nicht.

Risiken
Und diese Abschläge sind durchaus sinnvoll, denn im Fall eines deutlichen Kursrückgangs kann der Beleihungswert des Depots unter den Wert des in Anspruch genommenen Wertpapierkredits fallen - die Bank fordert dann den Kreditnehmer auf, Geld nachzuschießen (sog. "Margin Call"), um die den Kredit zu verringern und so wieder in Einklang mit der Beleihungsobergrenze zu bringen. Erfolgt dieser Nachschuss nicht, muss der Kunde Wertpapiere verkaufen. Und sollte er dieser Pflicht nicht nachkommen, kann im Extremfall sogar die Bank den Verkauf veranlassen, meist nach einer Schonfrist von vier Wochen.

Chancen
Auf der anderen Seite stehen die Chancen, die mit einem Wertpapierkredit verbunden sind. Denn er ist aufgrund der Besicherung zumeist deutlich günstiger als herkömmliche Kredite, oftmals mehrere Prozentpunkte. Und der Anleger erzielt einen Hebeleffekt mit seiner Wertpapieranlage, indem er auch dieses Fremdkapital in Anspruch nimmt. Dieser Hebel wirkt allerdings in beide Richtungen: steigen die Kurse der gekauften Wertpapiere, erzielt der Kreditnehmer eine Überrendite, fallen sie hingegen, muss er entsprechend höhere Kursverluste hinnehmen, als ohne Kreditinanspruchnahme.

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