Donnerstag, 18. November 2021

Kissigs Portfoliocheck: Beginnt Buffett nun mit dem Ausverkauf bei Mastercard und VISA?

In meiner Kolumne "Kissigs Portfoliocheck" nehme ich regelmäßig für das "Aktien Magazin" von Traderfox die Depots der besten Investoren unserer Zeit unter die Lupe.

In meinem 166. Portfoliocheck blicke ich mal wieder Warren Buffett über die Schulter. Buffetts Performance ist atemberaubend; er konnte über mehr als 50 Jahre hinweg eine Rendite von fast 20% pro Jahr hinlegen und den S&P 500 in den meisten Jahren schlagen. "Das Orakel von Omaha", wie Warren Buffett von seinen Anhängern auch verehrend genannt wird, ist einer der reichsten Menschen der Welt, doch er ist kein Unternehmer, sondern er ist Investor. Ein Investor der Superlative, denn seinen Reichtum verdankt er ausschließlich dem Investieren.

Im 3. Quartal 2021 lag Buffetts Turnoverrate bei unter 1% und am 30. September hatte er 43 Aktienwerte im Depot. Trotz zweier Neuaufnahmen ist das ein Wert weniger als im Vorquartal. Der Gesamtwert blieb stabil bei $293 Mrd und auch sein Cashberg blieb mit $149 Mrd weitgehend konstant. Sieht man einmal von den zunehmenden Aktienrückkäufen ab; hier kaufte Buffett für weitere $7,6 Mrd Berkshire-Aktien zurück und brachte damit die Gesamtsumme in den ersten neun Monaten auf $20,2 Mrd.

Buffetts Portfolio ist sehr fokussiert, denn seine fünf größten Positionen Apple, Bank of America, American Express. Coca Cola und Kraft Heinz bringen zusammen 76% auf die Waage. Seine zehn größten Positionen blieben unverändert. Die mit großem Abstand gewichtigste Position ist weiterhin Apple mit 41,5%. Buffetts Anteil am iPhone-Unternehmen stieg durch Apples ausgedehnte Aktienrückkäufe ohne sein Zutun von 5,37% auf 5,41% an. Technologiewerte machen 44,5% von seines Aktienportfolio aus und konnten ihr Gewicht um weitere 1,5% steigern. Dahinter folgen Finanzwerte mit konstanten 32% vor defensiven Konsumwerten, die um 1% auf 12% zurückfielen.

Seine langjährigen Positionen Mastercard und VISA hat er um 4% bzw. 6% reduziert. Und das könnte erst der Anfang vom langfristigen Ausstieg aus den beiden digitalen Zahlungsnetzwerken sein, denn deren schier unangreifbarer ökonomischer Burggraben verliert zunehmend Wasser. Auch wegen Amazon...

-▶ zum Artikel auf aktien-mag.de

Disclaimer: Habe Amazon, Apple, Berkshire Hathaway auf meiner Beobachtungsliste und/oder in meinem Depot/Wiki.

6 Kommentare:

  1. Moin Michael,
    interessant wäre auch zu wissen,wie BH mit der Stoneco-Aktie agiert,hier ist Buffet bzw. seine " Abkommandierten" damals sehr günstig mit an Bord gekommen ( ich glaube zu 5Dollar?),aber ich denke,das werden wir erst im nächsten Quartal erfahren.?
    LG Thorsten

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    1. Moin Thorsten,
      ganz so günstig Ist Berkshire damals nicht an die StoneCo-Aktien rangekommen. Ich meine, das war nur kurz vor dem IPO und etwas zum damaligen Ausgabekurs. Als ich meine Position Anfang April 2020 gekauft habe, hab ich mich noch gefreut, dass ich etwas weniger als Buffett bezahlt habe - und mein Einstiegskurs war €16,70. Ich glaube, Berkshire hat rund $19 bezahlt.

      Bis zum 30.09. ist Berkshire jedenfalls nicht bei StoneCo aktiv geworden und ob sie sich von den aktuellen Entwicklungen aus dem Unternehmen drängen lassen, bleibt wirklich abzuwarten. So wie ich es verstehe, funktioniert das Geschäftsmodell reibungslos. "Nur" das neue Geschäftsfeld Ratenkredite wurde ausgesetzt, solange die staatliche Pflicht-Technologielösung nicht funktioniert und natürlich der Ärger (und die Kosten) für den Austausch der PAX-POS-Systeme. Beides ergibt logischerweise geringere Umsätze als ursprünglich geplant und höhere Kosten bzw. schlechtere Margen. Damit verschiebt sich dieser Teil des Investmentcases in die Zukunft, während der andere normal und gut läuft.

      Das Problem ist wohl, dass nicht absehbar ist, wie lange die Probleme noch anhalten und Unsicherheit ist der größte Feind des Investors. Da haben dann einigen angefangen zu verkaufen und dann wird der fallende Kurs zur Nachricht - der Anleger denkt dann: "wenn der fällt muss ja was Schlimmes passiert sein, und alle anderen wissen Bescheid, nur ich nicht" und verkauft ebenfalls und zu jedem Kurs.

      Konkrete neue Probleme/Risiken habe ich jedenfalls keine mitbekommen...

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  2. Nochmal Moin,
    stimmt, du hast recht, das habe ich mit Snowflake verwechselt, aber da können die 5 Dollar auch nicht stimmen! Bin damals auch unter 17€ rein und lass die Aktie einfach mal liegen.
    Grüße und danke für den Kommentar

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  3. Und immernoch überzeugt das Charlie Mungers Einstieg in Alibaba was zu bedeuten hat?

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    1. Ja, dass Charlie Munger Alibaba für deutlich unterbewertet hält und von der Zukunft des Unternehmens überzeugt ist. Er hat im dritten Quartal seine Position um 87% aufgestockt.

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  4. " Da haben dann einigen angefangen zu verkaufen und dann wird der fallende Kurs zur Nachricht - der Anleger denkt dann: "wenn der fällt muss ja was Schlimmes passiert sein, und alle anderen wissen Bescheid, nur ich nicht" und verkauft ebenfalls und zu jedem Kurs." Das gefällt mir. Ich habe es in den letzten Tagen mit "Der Kurs macht die Stimmung" bezeichnet.

    Machen Sie weiter so Herr Kissig! Danke für ihre Beiträge!

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