Darum liegen meine Aktien in einer GmbH

Anfang 2014 habe ich alle Aktien meines Investmentdepots ich in meine GmbH eingebracht und verwaltete seitdem dort mein Vermögen. Warum, fragt sich mancher? Dafür habe ich natürlich meine Gründe...

Frage von Stefan
Hallo Michael, mich würde interessieren wie es zu der Entscheidung kam das eigene Aktienportfolio im Rahmen einer GmbH zu verwalten, statt als Privatinvestor. Welche Vorteile hat der Kauf bzw. Verkauf von Aktien sowie die Verwaltung des Portfolios im Rahmen einer GmbH gegenüber dem rein privaten Investieren und sind hierfür bestimmte Voraussetzungen notwendig?"


Meine Antwort
Vorteil der GmbH: Kursgewinne werden viel niedriger besteuert, Dividenden wie bei Privatleuten, allerdings ohne Sparerpauschbetrag (also ein Nachteil).

Nachteil der GmbH: Es muss ein Jahresabschluss vorgelegt werden, den muss ein Steuerberater erstellen; also Kosten.

Und man bekommt bei keinem Direktbroker ein Depot, sondern muss auf traditionelle Banken ausweichen. Wer es bei Consors versucht, zahlt rund 40 Euro Mindestprovision pro Order. Reine Abzocke!!! Ich bin der Commerzbank; unterirdisches Handelssystem, aber ich zahle keine Transaktionskosten, sondern pauschal 1,25% Depotgebühren pro Jahr, verteilt auf vierteljährliche Teilbeträge.


Ich empfehle nicht, für die eigenen Aktienanlagen eine GmbH zu gründen! Bei mir gab/gibt es eine bestimmte Konstellation, weshalb ich diesen Weg für mich als den zielführendsten erkannt und gewählt habe; u.a. eine mir zu 100% gehörende GmbH mit einem nicht unerheblichen Verlustvortrag. Und der Wunsch, nicht unnötig viel Einkommensteuer zahlen zu müssen: die Börsengewinne fallen in der GmbH an, ich zahle mir nur ein Gehalt, das mir gerade so ausreicht. Bei privatem Kapitalbedarf setze ich das Kapital (genauer gesagt die Kapitalrücklage) herab und schütte so steuerfrei aus. Habe ich hingegen zu viel Geld im privaten Bereich angehäuft, führe ich es der Kapitalrücklage meiner GmbH zu und habe wieder mehr Investmentkapital zur Verfügung.

Dies ist aber keine Blaupause für andere, es kommt auf den jeweiligen Einzelfall und die individuell vorliegenden Voraussetzungen an!

Kommentare:

  1. Guten Morgen Michi,

    das hört sich doch sehr interessant an, aber eine Frage habe: machen da die Finanzämter mit?
    Meines Wissen müsste eine GmbH die rein auf Vermögensverwaltung spezialisiert ist auch Gewerbesteuer+Körperschaftssteuer zahlen - da dies ja das Gewerbe/Arbeit von der GmbH ist..

    Du hast dann wahrscheinlich, davon gehe ich aus, als Tätigkeit der GmbH was anderes stehen im Handelsregister als die Verwaltung vom eigenen Vermögen (?).

    Wünsche dir ein schönes Wochenende - und schöne Kursgewinne morgen :)

    DD

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    1. Ich habe ja die GmbH nicht gegründet, um Steuern zu sparen und/oder mein Vermögen zu verwalten. Sie wurde 1996 von mir und zwei Partnern gegründet als Immobilienunternehmen. Nach einigen Jahren stieg der erste Partner aus, um sich seiner Rechtsanwaltstätigkeit zu widmen und nach der Finanzkrise (die ja auch eine Immobilienkrise war), haben mein Partner und ich uns stärker auf unsere anderen Aktivitäten fokussiert. Eigentlich sollte er die GmbH mit dem Immobilienbusiness übernehmen, aber letztlich lief es anders. Er übernahm das Immobiliengeschäft, die GmbH blieb übrig. Die GmbH verfügt über die Maklererlaubnis und einen "netten" Verlustvortrag. Ich habe dann einen Teil meiner Geschäftstätigkeiten in die GmbH eingebracht und meinen Aktienbestand. Die GmbH hat also einen normalen Geschäftsbetrieb, den ich aber nicht mehr ausbaue. Insofern weist sie eine bisweilen deutliche Differenz zwischen handelsrechtlichem und steuerrechtlichem Gewinn aus. Ob und wie lange diese Situation Vorteile für mich mit sich bringt, wird die Zukunft zeigen. Steuergesetze ändern sich ja ständig und man muss als Bürger, Anleger und Firmeninhaber ebenfalls immer wieder neu überlegen, dass man sich nicht unüberlegt hoch in die Taschen greifen lässt.

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  2. Die Angaben sind so nicht richtig bzw. irreführend. Auf realisierte Kursgewinne und Dividendenden werden KöStund GewSt fällig und nach Ausschüttung an den Gmbh Gesellschafter noch einmal Zast. Wir haben zudem bei Consors ein Depot für eine GmbH zu normalen Konditionen.

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    1. Danke für die Ergänzungen. "Irreführend" sind meine Angaben allerdings nicht - ich habe weder den Anspruch noch den Wunsch, einen Vergleich zwischen Privatdepots und einer GmbH-Lösung, die ich gewählt habe, darzustellen. Diese Kurzübersicht beschreibt lediglich die für mich maßgeblichen Gründe, weshalb ich mein Vermögen in (m)eine GmbH eingebracht habe. Es ist keine Empfehlung für andere Leute - ich wollte schlicht nicht dreißig mal im Jahr den gleichen Kommentar auf die immer gleichen Fragen verfassen.

      Bzgl. KöSt und Gewerbesteuer liegste richtig - aber auch da gibt es Freibeträge. ZASt ist für mich irrelevant, da ich nicht vorhabe, Gewinne auszuschütten. Ich habe mich bewusst für dieses Konstrukt entschieden und zwar weil ich mir eine Gehalt zahle (bzgl. ggf. die Kapitalrücklage herabsetze) und mit diesem auskommen will/muss. Ansonsten soll mein Vermögen ja gerade in der GmbH liegen und dort wachsen. Die GmbH, die mir zu 100% gehört, die wird mehr Wert. Buffett macht es übrigens genauso, er zahlt sich ein Gehalt bei Berkshire Hathaway (zig Jahre lang 50.000$ pro jahr, dann wurde das mal auf die aktuellen 100.000$ erhöht) und ansonsten bleibt sein Geld in der Firma - und vermehrt sich und seinen Reichtum.

      Bzgl. Consors gebe ich Dir Recht, die bieten Depots für GmbHs an. Aber bei den Konditionen ist das kein Vergleich zu denen für Privatkunden, da legt man sich echt nieder! Habe ich ganz schnell wieder beendet, mein Consors-GmbH-Experiment. Denn das muss man der Commerzbank lassen: die haben sehr gute Konditionen im WP-Bereich, auch für Firmen (ab 9,90€ je Order). Und sogar ein Pauschal-Angebot, das bei häufigeren Trades interessant ist. Man zahlt keine (!) Ordergebühren, sondern nur die Spesen der Börsenplätze, dafür aber eine Depotgebühr von 1,45%, die vierteljährlich auf jeden jeweiligen Bestand zum Quartalsende berechnet wird (also jeweils 0,3635%). Wenn man - wie ich - gehäuft im Nebenwertebereich unterwegs ist, kann es öfter mal zu diversen Teilaufführungen kommen und da kann sich irgendwann die Pauschalentgeltlösung rechnen.

      Was die CoBa gar nicht drauf hat, ist ein halbwegs annehmbares Handelssystem. Privatkunden können sich zwar kostenlos Realtimekurse freischalten lassen, aber die Depotaktualisierungen erfolgen immer erst über Nacht (und die Buchung auf dem Girokonto). Erinnert mich an meine Sparkassenlehre Anfang der 1990er Jahre, als alle Daten nach Hannover ans gemeinsame Rechenzentrum gingen und erst am nächsten Tag Buchungen sichtbar wurden. Was ich echt nicht verstehe ist, dass man mit der Comdirectbank den führenden Onlinebroker Deutschlands als Tochter hat mit einem sehr guten und seit zwanzig Jahren bewährten System. Hätte man ja übernehmen können gegen Zahlung einer Lizenzgebühr. Aber nein, man muss alles selbst nochmal neu erfinden. Und um drei Klassen schlechter...

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    2. Hallo Michael,

      vielleicht für Dich von Interesse bzgl. Depot für Gmbhs:

      FLATEX (Auskunft 12/2018):

      „Die Eröffnung eines Firmenkontos / -depots für eine GmbH, UG, AG, KGaA, KG und OHG ist bei flatex ist grundsätzlich möglich.

      Da dies online nicht ermöglicht werden kann, können wir Ihnen hierzu die Formulare per Mail zur Verfügung stellen.

      Bitte teilten Sie uns hierzu mit, um welche Geschäftsform es sich handelt.

      Da für Firmen keine gesonderten Konditionen zur Verfügung stellt werden, können Sie über unser aktuelles Preis- und Leistungsverzeichnis die derzeitigen Konditionen abrufen.“
      Quelle: https://finanz-markt.com/aktien/aktiendepot-fuer-firmen-aktien-kaufen/

      Beste Grüße
      Konstantin

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    3. "Bzgl. KöSt und Gewerbesteuer liegste richtig - aber auch da gibt es Freibeträge."

      Freibeträge bei einer GmbH??? Wie hoch und wo steht das im Gesetz?

      Personengesellschaft = 24.500 EUR FB bei GewSt = ok?

      Aber bei einer GmbH ... das wäre mir neu! Freue mich über den Hinweis.

      Besten Dank

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    4. Ich habe rund 170.000 € auf der Bank und würde diese gerne anlegen - könnten du das für mich übernehmen?

      Liebe Grüße
      DerUB AhnFicker

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    5. Leider nicht. Dazu benötigt man eine Zulassung (Anlageberatung, Vermögensverwaltung), die ich nicht habe, da ich nur mein eigenes Vermögen verwalte.

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  3. Hi Michael,
    Hat die Einbringung deines Depots eigentlich aus Bewertungssicht irgendwelche Probleme bereitet? Habe gehört, dass es bei Sacheinlagen zu Problemen hinsichtlich der Bewertung kommen kann. Bei börsennotierten Aktien kann ich es mir aber schwer vorstellen, es gibt ja täglich Marktpreise.
    Eine weitere Frage: Kennst du die Konditionen (über den Daumen) wenn man innerhalb der GmbH einen Kredit für Zukäufe aufnimmt.
    Google hilft bei der Frage leider nicht weiter.
    Ich überlege nach 5 Jahren und einem gewissen Grundkapital mein Depot in eine GmbH zu übertragen und dort per Kredit zu hebeln (nur auf konservative Werte mit 10+ Jahren Horizont). Lohnt sich natürlich nur wenn Dividenden >= Kreditzins, und Zinsen abzugsfähig (letzteres ist in der GmbH ja gegeben).
    Ansonsten weiterhin noch viel Erfolg, und Danke für deinen Blog!

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    1. Bei der Einbringung gab es keine Probleme; die Aktien wurden ja an einem bestimmten Tag eingebucht und das zum Kurs bei Börsenstart des Handelstages.

      Die Konditionen für einen Kredit hängen ja von der Bonität der GmbH ab und welche Sicherheiten sie zu bieten hat. Sind es ausschließlich Wertpapiere, nimmt die Bank hier ggf. Sicherheitsabschläge vor - und man muss überlegen, ob man einen Kredit mit festen Zinssätzen und fester Laufzeit vereinbart, der während dieser Zeit vollständig zurückgezahlt wird (am besten aus den Netto-Dividendeneinnahmen), oder ob man einen Wertpapierkredit in Anspruch nimmt. Ein Darlehen ohne Abtrag der Verbindlichkeiten, also ein endfälliges Darlehen, halte ich für sehr risikoreich - wenn dann gerade ein Crash durch die Märkte fegt, hat man total verwachst. Das Chance-Risiko-Verhältnis ist hier also schlechter als bei einem vollständigen Abtrag zum Laufzeitende über die Annuität.

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  4. Hi Michael,

    schau dir mal Flatex an, dort kannst du als GmbH auch dein Depot eröffnen und hast keine Depotgebühr, aber dafür Negativzinsen von 0,4% p.a. Aber das kann man ja steuern (nicht zuviel Cash bei Flatex lassen). Also 1,45% Depotgebühr finde ich heftig, das sind dann ja bei je 100.000 Euro Anlagevolumen 1450 Euro Gebühren im Jahr, die müssen auch erst mal verdiendt werden als Cash und nicht als Kursgewinn (wenn man nicht verkaufen möchte). seit 2013 werden leider auch Dividenden voll besteuert in einer GmbH, wenn man nicht 10% vom Stammkapital hält, was bei mir leider noch nicht der Fall ist :)

    Einzig Kursgewinne nach einer längeren Haltedauer im Anlagevermögen fallen unter einer 5% Bemessungsgrundlage, da machen Growthwerte wie Amazon oder Alphabet absolut Sinn. Eine Berkshire Aktie im Anlagevolumen generiert auf Dauer einen netten Zinseszins.

    Achso: Gratulation für den Valuepreis :) Super Blog!

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    1. Welchen Broker ich auch noch empfehlen kann ist "Interactive Brokers", das Handelsystem ist etwas gewöhnungsbedürftig (erinnert mich an ein 80er Jahre Arcade Simulation), aber wenn man sich einmal durchgewurstelt hat, ist es das beste Semi-Pro System was es gibt, wenn man sich kein Bloomberg Terminal leisten möchte.

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    2. Vielen Dank für den Hinweis, das werde ich mir mal ansehen.

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    3. Statt rein IB würde ich dir die halbdeutschen Captrader und Lynxbroker empfehlen.
      Ich bin bei beiden und sie verwenden IB als Platform bieten aber viel mehr Komfort, Service, Training, etc.
      Die Gebühren sind sehr gut im Vergleich zu allen dt. Broker, die ich kenne, v.a bei ausländischen Titeln. Die Ausführung ist phänomenal. Der Kundenservice ist bei beiden extrem schnell erreichbar und hilfreich, fast wie bei Amazon.
      Einzige Nachteile: keine automatische Steuerabführung (kann auch postitiv sein, da du deinen Gewinn bis zu einem Jahr länger behalten kannst) und oft lässt die Kursversorgung bei dt. Börsen zu wünschen übrig (du kannst dir natürlich die bessere Nachrichten-/Kursversorgung dazukaufen)

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  5. Hallo Michael,
    ich habe zwei Fragen zu diesem Thema.
    1. Warum würdest du deine Aktien nicht in eine GmbH einbringen?
    2. Müssen Kursgewinne die im Privatdepot entstanden sind beim Übertrag in eine GmbH sofort versteuert werden?

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    1. Da haste mich fehlinterpretiert. Ich habe ja mein Aktienvermögen in (m)eine GmbH eingebracht, daher halte ich das ja nicht per se für unsinnig. Ich empfehle es deshalb aber niemanden! Jeder muss für sich selbst überprüfen, ob das für ihn eine sinnvolle Option ist, denn sie hat Vor- und Nachteile, auch bzgl. der laufenden Kosten.

      Die Antwort auf die zweite Frage ist einfach: ja. Der Übertrag der Aktien erfolgt ja von einer natürlichen Person in das Eigentum einer juristischen Person, daher stellt sich dies wie ein Verkauf aus dem Privatdepot dar und einen Neukauf im GmbH-Depot dar. Ich habe das Anfang 2014 so gemacht und alle bis dahin im Privatdepot aufgelaufenen Buchgewinne realisiert und in 2014 privat versteuern müssen.

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  6. Hallo Michael!
    Ich ertappe mich, dass ich langsam auf dem Weg vom Kleinsparer zum kleinen Vermögenden bin.
    Die Dividenden wachsen. Und die Abgeltungssteuer ist nicht sehr schlimm und zudem einfach. Aber es gibt doch Menschen, die ihre eigene Investment-Gmbh haben...
    > Gibt es ein Mindestvermögen, damit es sich relativ rechnen kann?
    > Gibt es ein Modell, wie da (relativ)die Einnahmen & Ausgaben fließen?
    > Wieviel darf/muss ich mir selbst als Geschäftsführer zahlen, damit es funktioniert?
    (das GF-Gehalt käme zum Hauptjob obendrauf, macht 42+% Steuer)
    > Wenn da kein Verlustvortrag auf der GmbH liegt, sondern nur Vermögen hinfließt...
    wäre da noch ein (den Aufwand rechtfertigender) Vorteil?
    PS: Wen sonst könnte ich sowas fragen? Da aber auch Deine Zeit endlich ist:
    schon ein Hinweis für weitere Recherche wäre wertvoll.
    LG,Jörgen.

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    1. Moin Jörgen,
      zunächst solltest Du recherchieren, wo die GmbH ein Wertpapierdepot führen kann und ob Du mit den Konditionen und dem Orderdesk etc. klarkommst. Ich bin so bei der Commerzbank gelandet und das ist eher durchwachsen.

      Eine GmbH hat einen Fixkostenblock, den muss ist erstmal wieder einspielen, damit sich das lohnt. Vor allem der Jahresabschluss, der durch einen Steuerberater zu erstellen ist, haut hier rein, und natürlich die Buchführung über Deine Transaktionen. Da solltest Du keinesfalls weniger als €1.000 einplanen, eher mindestens €3.000. Hinzu kommen Veröffentlicheungspflichten (Bundesanzeigerverlag), eine jährlich zu erneuernde LEI usw.

      Auf der anderen Seite musste Deine Wertpapiererträge nicht mehr privat versteuern, das senkt Deine Steuerlast, denn die laufen ja nun in der GmbH auf (WP-Transaktionen sind umsatzsteuerfrei). Des Weiteren kannste Zeitungs-Abos mit Wirtschafts- oder Börsenbezug über die GmbH laufen lassen und ähnliche Kostenpositionen, wie Fachbücher usw.

      Das Formular für die Erstattung von US-Quellensteuer ist ein Krampf; es ist nur auf Englisch verfügbar und da muss man (oder der Steuerberater) sich wirklich mit auseinandersetzen. So einfach wie bei Privatpersonen ist das leider nicht.

      Einen Mindestbetrag, ab dem sich das lohnt, kann ich Dir nicht nennen. Aber mindestens sechstellig sollte das Investkapital schon sein.

      Ich rate Dir dringend, Dir VOR der Entscheidung einen Termin bei eine Steuerberater zu gönnen.

      Ach ja, das Gehalt... es gibt drei Möglichkeiten, an Geld aus der GmbH zu kommen. Gehalt, Gewinnausschüttung und/oder Kapialherabsetzung oder Darlehensrückzahlung. Option drei kostet Dich keine Steuern!

      Zu klären ist, ob Du eine "normale" GmbH brauchst oder ob eine kleine GmbH ("Mini GmbH" bzw. Unternehmergesellschaft) ausreicht. Ich habe meine bestehende GmbH genutzt, zur UG kann ich daher wenig beisteuern. Die UG kann man mit €1 EK gründen.

      (D)eine GmbH braucht ein Mindestkapital von €25.000, das kannste in bar oder in Form von Wertpapieren einbringen. Da meine GmbH ein negatives Eigenkapital hatte, habe ich mein damaliges privates WP-Depot eingebracht und diesen Umstand somit geheilt (wegen der Bonität).

      Weiteres Geld habe ich danach in Form von Darlehen eingebracht: ich habe mein Geld der GmbH geliehen, so mit Darlehensvertrag und mickrigen Zinsen. Und ich zahle mir kein Gehalt, sondern jeden Monate zahle ich mir so viel vom Darlehen zurück, wie ich privat als Ergänzung für meinen Lebensunterhalt benötige. Das reduziert auch meinen Notgroschen, denn ich kann die Darlehensrückzahlung ja variabel gestalten, z.B. wenn mal ne Autoreparatur anfällt.

      Eine GmbH braucht einen Geschäftsführer, aber der muss kein Gehalt beziehen; der kann auch ehrenamtlich agieren. Dem entsprechend fällt dann auch kein steuerpflichtiges Einkommen aus dieser Tätigkeit an. Ein weiterer vorteil dieser Lösung ist, dass das Darlehen auch immer wieder mal aufgestockt werden kann. Kriegste z.B. Deine private Lebensversicherung ausgezahlt oder machst eine Erbschaft oder verkaufst Dein Häuschen, gibste dieses Geld als Darlehen in Deine GmbH, bekommst höhere Zinserträge (die Du dann privat versteuern musst, aber 0,1% Zinssatz reichen hier ja aus) und kannst Dir länger monatliche Rückzahlungen leisten. Das ist kein Steuerbeschiss, sondern bei Deinem privaten Vermögen handelt es sich ja bereits um versteuertes Einkommen - legste das als EK in die GmbH und zahlst Dir daraus dann ein Gehalt, zahlste ja doppelt Steuern. Über die Darlehenslösung vermeidest Du das und zwar völlig legal und auch moralisch unzweifelhaft.

      Soweit meine Anregungen; ich empfehle Dir aber dennoch dringend, Dich mit einem Steuerberater (der sich damit auskennt) zu unterhalten, bevor Du an die Umsetzung gehst. Falls Du die Kontaktdaten meines Steuerberaters haben möchtest, gebe ich Dir die gerne. Fühle mich da sehr wohl und sehr gut aufgehoben; die Unterlagen bekommt er von mir auch immer als Lieferung, ich fahre da nicht (mehr) persönlich hin.

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  7. Michael...vielen Dank für so viel Mühe!!!
    Und fundierte wie realistische Einschätzungen zu dieser Thematik. Mir hilft es, noch etwas klarer zu sehen, vielleicht noch einigen anderen. Es war klar, so eine GmbH gibts nicht umsonst und es hängt von einigen Umständen ab, ob es überhaupt erstmal wirtschaftlich sinnvoll wäre.
    Ehrenamtliche Geschäftsführung und variabel rückzahlbare Darlehen - ja, das wäre für mich der Schlüssel wie es finanziell effizient machbar wäre.
    Gewinnausschüttung & Kaptialherabsetzung sind nicht steuereffizient, aber wenn ich wirklich will oder es nötig wird, wäre man mit dem Vermögen umgehend und komplett handlungsfähig richtig? (GF Kissig könnte die GmbH morgen dicht machen und alles Michael übertragen?!)

    Vorerst bleibt es einfach. Ich werde mir anschauen wie sich die nächsten Jahre entwickeln. Der Gedanke ehrenamtlich für genau mich zu arbeiten ist aber nun in der Welt und keine ganz armselige Vorstellung!

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    1. Richtig, die GmbH gehört zu 100% mir und daher kann ich die natürlich auch jederzeit dicht machen und abwickeln. Also zunächst die Darlehen (an mich) zurückzahlen, die restlichen Kosten begleichen (Steuerberater, Handelsregister, ggf. Steuern) und die Restsumme geht dann an den Eigentümer - mich.

      Ich habe das Konstrukt auch deshalb gewählt, weil mein Vermögen in der GmbH anwächst und ich jederzeit Zugriff auf mein Geld habe. Wenn ich es denn brauche und/oder will. Ansonsten sehe ich zu, wie meine GmbH vermögender wird und ich weiß ja, dass es meine GmbH und mein Vermögen ist.

      Diese Überlegung hilft mir sogar manchmal, mich zu bremsen. Wenn ich darüber nachdenke, ob ich die Aktie eines Unternehmens (zumindest teilweise) verkaufe, nur weil der Kurs mal zu schnell zu hoch gestiegen ist, und ich hoffe, diese Aktien dann in nächster Zeit wieder billiger zurückkaufen zu können, dann überlege ich, ob ich das mit Anteilen meiner GmbH machen würde. Weil die Aktienpositionen im Januar 8% zugelegt haben, würde ich deshalb Anteile der GmbH veräußern in der Hoffnung, sie im März zu 5% günstiger zurückkaufen zu können? Und dafür das Risiko eingehen, dass ich sie vielleicht gar nicht zurückkaufe, weil sie noch weiter gestiegen sind im Wert? Würde ich im Leben nicht tun! Also, weshalb dies bei Aktienpositionen machen, nur weil es einen Markt (die Börse) gibt, über den der Handel so einfach ist (im Gegensatz zu GmbH-Anteilen)? Eben...ツ

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  8. Hallo Michael. Wer ist dein Steuerberater? Kannst du mir bitte die Kontaktdaten geben? Danke

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  9. Danke. Andere Frage : dein geschäftsdepot ist bei der coba? Die bieten doch gar kein firmendepots an oder?

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  10. Hi Michael. Welches Depotmodell hast du bei der CoBa für deine Gmbh ??? Danke

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    1. Moin Hamid, ich habe von Anfang an auf Konten gesetzt, die vollständig "online" geführt werden.

      Beim Firmen-Girokonto habe ich mich für das PremiumGeschäftskonto entschieden, kostet €24,90 im Monat. Da sind viele Buchungsposten pauschal mit drin, aber vor allem auch die "COINFO", das ist die elektronische Bereitstellung von Finanzinformationen. Durch die kann der Steuerberater via DATEV automatisiert auf die Daten zugreifen (Format MT 940). Damit spare ich also im Gegenzug Kosten beim Steuerberater.

      Beim Depot habe ich mich für das PremiumDepot entschieden. Vor einigen Jahren hat sich herausgestellt, dass für mich das Pauschalentgelt günstiger ist, so dass ich keine Ordergebühren bezahle, sondern pauschal 1,45% p.a. auf den Depotwert; dabei wird quartalsweise abgerechnet (die "fette" Rechnung ist also jetzt um den 10. April für Q1/2020 fällig, also 0,3625% auf den Depotwert per 31.03.2020). Aber wie sich das ggf. rechnet, muss man für sich selbst ausrechnen (lassen). Kann man ja auch später noch ändern.

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    2. Sorry Michael ne weitere Frage : Du bist ja schon länger Unternehmer wie man lesen kann und auch sehr erfahren, deshalb meine Frage : Ist es möglich über mein Gmbh geschäftskOnto mir selbst(geschäftsführer) ein darlehen auszubezahlen und dann mit dem Geld über eine PrivatDepot Aktien zukaufen ??? Welche Steuerliche Nachteile habe ich wenn ich den Weg gehe??? Privatdepot ist ja deutlich günstiger als ein Geschäftsdepot :) Danke für deine Antwort

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    3. Deine GmbH kann Dir (oder jedem anderen) ein Darlehen gewähren. Es muss bzgl. der Konditionen aber einem Drittvergleich standhalten, also "übliche" Konditionen bieten. Die GmbH bekommt von Dir als Darlehensnehmer also Zinsen, die Du selbst als Privatmann nicht geltend machen kannst.

      Was das Depot angeht... wenn Deine GmbH Dir Geld leiht und damit privat Aktien kaufst, gehören die Aktien nicht der GmbH sondern Dir privat. Du musst also auch die Kursgewinne privat versteuern; auf die Vorteile einer GmbH würdest Du so also verzichten und dann macht das ganze Konstrukt keinerlei Sinn mehr. Dann kannste es gleich so belassen, wie es ist. Ohne GmbH.

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  11. Hallo Michael,
    hast du schonmal dran gedacht dir noch einen atypisch stillen gesellschafter mit ins Boot zu holen um in den Genuss von einem gewerbesteuerfreibetrag in Höhe von 24.500 € zu kommen (die GmbH atypisch still gilt dann nämlich als personengesellschaft)? Das würde sich vor allem auf Dividendeneinnahmen stark auswirken, d.h. du sparst dann quasi die Hälfte der Steuern ein. Wenn man darauf dann noch den Zinseszinseffekt anwendet macht sich das mit den Jahren immer mehr bemerkbar. Ich selber habe kürzlich eine UG zur Vermögensverwaltung gegründet und will auf jeden Fall noch einen atypisch stillen reinholen für den Freibetrag. Es ist zwar buchhalterisch mehr Aufwand (ich weiß nicht ob du das selber machst), da die UG atypisch still als Personengesellschaft versteuert werden muss und eine Ebene drunter die UG als juristische Person sowie der gesellschafter an sich, aber bei hohen Dividendeneinnahmen zahlt sich das aus.

    Noch eine Frage:
    Du hast weiter oben geschrieben, dass du das Darlehen mit 0,1 % aufgesetzt hast. Gibt es da keine Probleme bei so einem niedrigen Zinssatz wegen verdeckter Einlage? Ich selber Plane auch einen großen Betrag als Darlehen einzubringen und möchte den Zins so niedrig wie möglich haben, am liebsten auch 0,1 %. Problem ist es muss einem Fremdvergleich standhalten und meine UG hat nur 7000 € Stammkapital. Wenn ich da jetzt 100.000 € Darlehen zu 0,1 % Zins reingebe würde das dann "durchgewunken". Natürlich kann man auch sagen "wo kein Kläger da kein Richter", aber man will ja trotzdem auf der sicheren Seite sein falls es mal zur Betriebsprüfung kommt...

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  12. Moin Stefan,
    über einen atypischen stillen Gesellschafter habe ich mir noch keine Gedanken gemacht; wie Du schreibst, macht das ja ggf. vor allem bei hohen Dividendeneinnahmen einen Unterschied. Die erziele ich aber gar nicht, da ich nicht auf hohe Dividenden aus bin, daher dürfte das für mich eher nicht wirklich infrage kommen.

    2014, als ich mit dem GmbH-Konstrukt startete, hatte ich meiner Mutter für das Darlehen 3% gezahlt. Wegen des Fremdvergleichs. Dieses Darlehen habe ich ja vor zweieinhalb Jahren geerbt und der Steuerberater fragte mich, weshalb ich so hohe Zinsen bezahlen wolle (die Zinseinnahmen muss ich ja privat versteuern!); die 0,1% sind doch durchaus marktüblich aktuell, jedenfalls wenn das Fremdkapital deutlich unter dem Eigenkapital der Gesellschaft liegt und somit auch "jede Bank" einen quasi risikoloses Darlehen vergeben könnte. Bei Deiner Konstellation mit lediglich €7.000 EK und €100.000 FK wäre das wohl kaum so. Da musste wohl einen höheren Zinssatz ansetzen - ein wenig reduzieren könntest Du den, wenn Du Dir den Aktienbestand dann sicherungsübereignest, quasi wie bei einem Wertpapierkredit. Dann wäre das Darlehen zumindest zum Teil besichert und evtl. würde dann ein Zinsssatz von 2% oder 3% ausreichen. Hier solltest Du aber mit einem Fachmann sprechen, welcher Zinssatz da angemessen wäre... Auch unter dem Aspekt, dass es ja irgendwann einmal zu einer Betriebsprüfung kommt und wenn der Prüfer dann festlegt, dass Du statt 0,1% eher 5% hättest nehmen müssen, dann musst Deine Firma nicht nur rückwirkend für die zeit die Zinsen an Dich nachzahlen, sondern Du musst auch für jedes Jahr Deine private Steuererklärung berichtigen. Weil Du ja viel höhere Zinseinnahmen hattest und das kann ggf. dazu führen, dass das Finanzamt dann auch noch seine horrenden Versäumnis- und Verspätungszuschläge/-zinsen dafür einfordern will. Also lieber vorher schlau machen, als hinterher richtig draufzuzahlen. ;-)

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  13. Hallo Michael. Hoffe dir gehts gut. Sag mal hast du Erfahrung mit Goldinvestition über die GmbH ? Ich hab aktuell das Problem das ich gerne in Gold investieren möchte aber die meißten Banken ungern an meine Firma verkaufen wollen sondern an mich als Privatperson (Inhaber der GmbH). Gibt es eine Möglichkeit als Privatperson zu kaufen um das dann an meine Gmbh zu verkaufen??? Danke für Feedback.

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    1. Mit Goldinvestments habe ich keinerlei Erfahrungen, Hamid, da kann ich Dir nicht weiterhelfen.

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  14. Hallo Herr Kissig,

    super informativ, vielen Dank für die vielen Anregungen. Sie schreiben weiter oben...

    Michael C. Kissig26.01.20, 13:57

    Richtig, die GmbH gehört zu 100% mir und daher kann ich die natürlich auch jederzeit dicht machen und abwickeln. Also zunächst die Darlehen (an mich) zurückzahlen, die restlichen Kosten begleichen (Steuerberater, Handelsregister, ggf. Steuern) und die Restsumme geht dann an den Eigentümer - mich.

    Diese Restsumme (also zB Kursgewinne oder thesaurierte Dividenden übder die Darlehenssumme hinaus), wie versteuern Sie diese dann privat? Voller Steuersatz? Abgeltungssteuer? Teileinkünfteverfahren?

    Danke für die Info
    Grüße
    Jochen Geis

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    1. Dass ich meine GmbH zur Not auflösen könnte, um wieder an mein Vermögen zu kommen, war von mir ja nur eine theoretische Erläuterung, keinesfalls eine angestrebte Vorgehensweise: die GmbH gehört mir zu 100%, mein Vermögen liegt in der GmbH, also gehört mir mein Vermögen zu 100%.

      Solange die Aktien in der GmbH liegen, müssen die Einnahmen aus Dividenden, Zinsen, Kursgewinnen auch in der GmbH versteuert werden. Würde ich die GmbH auflösen, müsste ich die Aktien entweder in mein privates Depot übertragen oder verkaufen und dann das Geld an mich privat auskehren. In beiden Fällen würde dies in der GmbH als ein Verkauf der Aktien bewertet und daher die Steuern auch dort anfallen.

      Solange ich mir kein Gehalt zahle und keine Gewinnausschüttung vornehme, muss ich privat auch nichts versteuern. Hier fallen natürlich die Zinsen an, die mir die GmbH für das überlassene Darlehen zahlen muss und die gebe ich in meiner privaten Einkommen-Steuererklärung an (die Konditionen müssen einem Drittvergleich standhalten, aber Zinsen spielen ja eher kaum noch eine Rolle).

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  15. Kann ich denn die Darlehen auch zurückzahlen, indem ich die Aktien an mich als Privatperson wieder zurückführe? Falls ja, verstehe ich Sie aber so, dass diese Übertragung in der GmbH steuerpflichtig wäre, richtig?

    Was ist mit dem übrigen Cash in der GmbH bei einer Auflösung. Dieses geht dann an mich als Gesellschafter zurück und ich muss dies wieder per Teileinkünfteverfahren versteuern, oder?

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    1. Nein. Die Aktien sind Eigentum der GmbH (das ist eine juristische Person) und wenn sie an jemand anderen, also eine juristische oder eine natürliche Person überträgt, ist dies ein Eigentümerwechsel; also ein steuerpflichtiger Verkauf. Geld unterliegt in diesem Sinne keinen Preisschwankungen. Das Darlehen wurde in Geld gewährt und es wird in Geld zurückgezahlt.

      Wenn ein Unternehmen aufgelöst (liquidiert) wird, werden alle seine Vermögensgegenstände zu Geld gemacht und alle Forderungen (in Geld) beglichen. Was dann als Rest übrig bleibt, wird an den/die Gesellschafter ausgezahlt. Hierauf dürften keinen weiteren Steuern mehr anfallen, da das ursprüngliche Eigenkapital bei Gründung der Gesellschaft ja aus bereits versteuertem Privatvermögen stammte. Es wird am Ende der Lebenszeit der GmbH ja "nur" wieder dorthin zurückgeführt; alle zwischenzeitlichen Gewinne und Verluste in der GmbH sind dort und von dieser versteuert worden.

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    2. Hallo Michael, auf den „Rest“ (nach Rückzahlung der Einzahlungen) sollte doch Kapitalertragssteuer anfallen?

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    3. Das hängt doch davon ab, in welcher Bilanzposition sich das Restgeld am Ende befindet, oder? Wenn es unter Gewinnrücklagen verbucht ist, würde eine Auflösung dieser Position zu einer Steuerpflicht führen - für die GmbH. Wenn aber alles Bilanzpositionen durch Assetverkäufe usw. ausgebucht sind und das Geld am Ende nur noch in der Kasse liegt, dann entfällt hierauf ja kein Gewinn mehr - das wurde alles vorher steuerlich beachtet. Dann kann doch kaum nochmals eine Gewinnversteuerung stattfinden, nur weil das Geld bei Auflösung der Gesellschaft ausgezahlt wird.

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