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Sonntag, 13. September 2026

[Kissigs Börsentheater] Starinvestor Chris Hohn pickt seine Investments nicht etwa wegen starker Wachstumsaussichten, sondern wegen dominanter Wettbewerbsvorteile

Chris Hohn
 hat über die letzten 30 Jahre eine knapp doppelt so hohe Rendite eingefahren wie der S&P 500. Das lässt aufhorchen. Dabei nutzt er keine Zaubertricks, sondern hält sich einfach an Buffetts Rat: Hohn fokussiert sich nicht auf Wachstumspotenziale, sondern auf den ökonomischen Burggraben, den Moat. Denn Unternehmen, die entscheidende Wettbewerbsvorteile aufweisen und diese lange Zeit verteidigen können, gehen den Erfolgsweg – und ihre Aktionäre mit ihnen.
"Wir fokussieren uns auf Industrien mit beständigen komparativen Vorteilen und Preissetzungsmacht. Starke Unternehmen, die trotz schlechter Wirtschaftslage ihre Erträge steigern können, sind extrem wertvoll."
(Sir Christopher Hohn)
Die gängigsten Burggräben sind niedrige Produktionskosten, hohe Wechselkosten, Preissetzungsmacht und Netzwerkeffekte. Wer andere auf der Kostenseite schlägt, ist immer im Vorteil, denn der Gewinn liegt bekanntlich im Einkauf. Wenn Kunden gewaltige finanzielle Lasten und ein enormer Zeit- und Personalaufwand erwartet, wenn sie den Anbieter wechseln wollen, bremst das die Wechselambitionen gründlich aus. Wer die Preise anheben kann, auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten, ohne dabei Kunden zu verlieren, kann ruinösen Preiswettbewerben einfach aus dem Weg gehen. Und wenn mehr Kunden zu größeren Vorteilen für die Kunden führen, führt dies zu mehr Kunden – das Netzwerk wächst beinahe von selbst und wird dabei immer stärker.
Es gibt noch weitere Burggräben und das in vielen Branchen. Manchmal kommen zwei oder drei Burggräben zusammen und wenn diese für längere Zeit Bestand haben, hat man sein perfektes Unternehmen und ein ideales Investment gefunden. Wenn es einem nun noch gelingt, hier zu einem vernünftigen Preis einzusteigen, kann man sich einfach zurücklehnen und den Dingen ihren Lauf lassen. Denn dann sind starke Renditen schier unvermeidlich.

Es lohnt also, genau hinzusehen und sich (nur) auf die besten der Besten zu konzentrieren…

Sonntag, 2. August 2026

[Kissigs Börsentheater] Don Coxe rät, nicht auf die Aktien zu setzen, die gerade die Titelseiten beherrschen, sondern auf die unbeachteten Werte auf den hinteren Seiten

"Investiere niemals auf Basis einer Story von Seite 1 – das ist der effiziente Markt. Investiere auf Basis einer Story auf Seite 16 – die auf dem Weg zur Seite 1 ist". So lautet der Rat von Don Coxe und der hat es wirklich in sich!

Die Schlagzeilen werden von Inflation, Kriegen, hohen Energiepreisen, Lieferkettenstörungen, Hungersnöten, Katastrophen oder Pandemien bestimmt und sie alle haben enormen Einfluss auf Bürger, Wirtschaft, Unternehmen und Aktienkurse. Allerdings zeigen sich die Auswirkungen bei den Aktienkursen oft sofort und immer mehr Anleger treffen ihre Kauf- und Verkaufsentscheidungen spontan. Doch während sich die Börsenkurse in Echtzeit verändern, läuft die Entwicklung in den Unternehmen viel langsamer – deshalb heißt es, die Börse laufe der Realität immer 6 bis 12 Monate voraus.

Du bist schlauer und schneller als KI? Wirklich? Alle Achtung, Einhorn!

In Zeiten von Algorithmen und selbständig agierenden KI-Handelssystemen haben private Anleger kaum noch eine Chance, denn sie hinken zeitlich immer weit hinterher. Und deshalb sollte man als Anleger heute nicht (mehr) in die Aktien investieren, die gerade besonders gut zu den Schlagzeilen auf Seite 1 passen, denn was heute heiß diskutiert wird, ist längt in den Kursen enthalten. Es lohnt sich für sie daher, lieber auf Megatrends zu setzen und damit auf die mittel- und langfristige Entwicklung.

Also nicht blindlings auf die aktuellste Schlagzeile reagieren, sondern auf die grundlegenden Entwicklungen, die das Morgen und Übermorgen bestimmen. Und Kursrücksetzer in diesen Sektoren gezielt zu strategischen Käufen nutzen und sich Aktien herauspicken, die in 6 Monaten auf den Titelseiten stehen werden.

Anders gesagt: Kaufe die Raupe, verkaufe den Schmetterling!

••• Überarbeite Fassung eines Artikels aus Dezember 2023

Donnerstag, 9. Juli 2026

[Kissigs Börsentheater] Warren Buffett meint, das beste Geschäft sei eine Lizenzgebühr auf das Wachstum anderer. Einfach (und) clever...

Börsenlegende Warren Buffett erklärt, wie man einfach zu Geld kommt: "Das beste Geschäft ist eine Lizenzgebühr auf das Wachstum anderer, die selbst wenig Kapital benötigt". Man kann sich dann einfach zurücklehnen und das Geld anderer Leute für sich selbst arbeiten lassen. Je erfolgreicher sie sind, desto mehr Kohle streicht man dabei ein. Klingt (zu) perfekt? Schon möglich, aber, es gibt eine ganze Reihe von Businessmodellen, die genau auf diesem Konzept aufbauen.

Asset Manager fahren ein solches Businessmodel, da sie Provisionen für das Managen des Kapitals ihrer Investoren und auf die realisierten Gewinne erhalten. Apollo Global Management, BlackRock, Blackstone Group, Brookfield, KKR & Co sind Experten darin und je größer ihre Assets under Management (AuM) werden, desto besser skalierbar wird ihr Geschäft. In Deutschland finden wir hierzu mit Patrizia, einen weitgehend auf Gewerbeimmobilien spezialisierten Asset Manager.

Lizenzgebühren erhält auch, wem Rechte gehören, zum Beispiel an Filmen oder Songs. Während der Corona-Phase fanden kaum Konzerte statt und so haben viele Künstler ihre Songbibliothek zu Geld gemacht durch den Verkauf ihrer Songrechte. Blackstone hat dazu Hipgnosis übernommen mit einem Bruttovermögen von rund 2,2 Mrd. Dollar an Musikkatalogen und Tantiemen mit so bekannten Künstlern wie Justin Bieber, Bob Dylan, Shakira, Bruce Springsteen und den Red Hot Chili Peppers. Inzwischen wurde Hipgnosis von Blackstone in Recognition Music umbenannt und ein Großteil der Songrechte an Sony Music Publishing veräußert.

Mit einem weiteren dieser Lizenzgebühr-Modelle haben wir es bei Börsenbetreibern und Brokern zu tun. Sie nehmen Provisionen ein, wenn Anleger aktiv handeln oder über Depotgebühren. Je aktiver Anleger sind, je größer ihr Depotvolumen, desto höher sind die Provisionseinnahmen. Die Deutsche Börse ist hier zu nennen, Charles Schwab und Intercontinental Exchange.

Ein weiteres Lizenz-Business spielt sog. "Royalties" ein und Mineral sowie Surface Rights - also umsatz- und/oder gewinnabhängige Erträge aus Landeigentum. So etwas wird vor allem im Rohstoffsektor vereinbart und ein "Royalty-Pure-Play" ist z.B. Texas Pacific Land, die riesige Gebiete im Permian Basin (Texas und New Mexico) halten, wo andere nach Öl und Gas bohren. Und an der Wasserver- und -entsorgung verdienen, ihr Land für Wind- und Solarfarmen zur Verfügung stellen - und für ein erstes KI-Rechenzentrumsprojekt von Chevron und Microsoft. Ins gleiche Horn, nur ohne Öl/Gas und ein paar Nummern kleiner, stößt LandBridge. 

Mein Fazit

Lizenzgebühren sind eine einfache Geschäftsidee. Einfach (und) clever. Und als Aktionäre können wir genauso einfach daran mitverdienen. Die Gewinne explodieren nicht, aber sie fließen stetig und sorgen so für einen anhaltenden Cashflow-Strom - und entfachen so über die Jahre ganz von selbst die ungeheure Kraft des Compounding. Echt simpel...

Disclaimer: Habe Apollo Global Management, BlackRock, Blackstone Group, Brookfield, Intercontinental Exchange, KKR, LandBridge, Patrizia, Texas Pacific Land auf meiner Beobachtungsliste und/oder im Depot/Wiki.

••• Überarbeite Fassung eines Artikels aus Juli 2023

Mittwoch, 3. Juni 2026

[Kissigs Börsentheater] Francois Rochon rät Anlegern zum Aktienkauf und sich dabei nicht von der Volatilität abschrecken zu lassen

"Aktien sind zwar langfristig die beste Anlageform, aber diese langfristigen Erträge haben ihren Preis: die Volatilität. Dies ist ein rein emotionaler Preis, denn die einzigen wirklichen Verlierer bei einem Rückgang der Aktienmärkte sind diejenigen, die verkaufen", erklärt der kanadische Starinvestor Francois Rochon. Und damit trifft er den Nagel auf den Kopf.

Wenn die Aktienkurse purzeln, geraten Anleger schnell in Panik und verkaufen. Denn die Kurse könnten ja noch weiter fallen und sie flüchten sich in teurere Ausreden wie "an Gewinnmitnahmen ist noch niemand gestorben". Ne, natürlich nicht, aber man nimmt sich so auch jede Chance darauf, jemals einen Tenbagger im Depot zu haben.

In volatilen Marktphasen gelingt es Anleger oft nicht, ihre Emotionen zu kontrollieren und auf ihren Verstand zu hören, der ihnen sagt, dass der Wert des Unternehmens, an dem sie beteiligt sind, nicht genauso schnell fällt wie sein Aktienkurs. Und doch kommt es genau darauf kommt an: Man muss die Kursbewegungen ignorieren und stattdessen - und zwar ausschließlich - auf die Unternehmensentwicklung achten. Die Herde treibt den Preis in Extreme, sowohl nach oben als auch nach unten. Die kann man nicht kontrollieren. Sich selbst aber schon.

Volatilität ist nicht gleichbedeutend mit Risiko!

Wer "seine" Unternehmen kennt, kann Neuigkeiten leichter einordnen und erkennen, ob sie für das Unternehmen relevant sind und gegebenenfalls Auswirkungen auf den eigenen Investmentcase haben. Und nur dann sollte man sich überlegen, seinen Aktienbestand anzupassen.

Aber auch hier macht Übung den Meister und aus Erfahrung wird Routine. Und dann wird die Erkenntnis zur Gewissheit: Wert sticht Preis. Immer!

••• Überarbeite Fassung eines Artikels aus Mai 2023

Freitag, 22. Mai 2026

Kissigs Börsentheater: Warren Buffett erklärt, weshalb Value Investoren nicht auf Wachstum verzichten müssen. Und wie...

Warren Buffett ist der beste Investor aller Zeiten und gilt als Ikone des Value Investing. Dabei hat er immer nur eine Handvoll an Regeln befolgt, aber diese sehr konsequent. Und zu den größten Missverständnissen gehört, dass Buffett um Wachstumsunternehmen einen Bogen gemacht hätte.

Erfolgreiches Investieren bedeutet, Wertpapiere zu kaufen und dabei weniger als ihren Wert zu bezahlen. Dieser Wert muss nicht heute höher sein als der Preis; wahrscheinlicher ist, dass er es in der Zukunft sein wird. Doch das ist natürlich nicht sicher.

Daher müssen sich Anleger Gedanken darüber machen, ob und warum der Wert eines Assets steigen wird. Und die Antwort lautet: Wachstum. Das Wachstum von Umsätzen, Cashflows, Margen und Gewinnen erhöht den Wert des Unternehmens und je länger und je stärker dieses Wachstum anhält, umso wertvoller wird das Unternehmen. Und damit seine Aktie.
"Growth und Value sind keine zwei unterschiedlichen Kategorien. Jedes Unternehmen ist die Summe der Barmittel wert, die es zwischen jetzt und dem Jüngsten Tag ausschütten wird. Wachstum ist einfach ein Teil der Wertermittlungsgleichung."
(Warren Buffett)
Anleger sollten müssen also nachdenken, bevor sie in ein Unternehmen investieren. Und sie sollten eine Vorstellung darüber entwickeln, wohin dieses Unternehmen sich entwickeln wird. Wenn der Aktienkurs unterhalb dieses Wertes liegt, schlägt man zu.

Die erfolgreichsten Investoren kaufen Growth-Aktien zu Value-Preisen!

Und dann... muss man "nur" noch die Geduld aufbringen, damit sich der Wert und der Aktienkurs entfalten können. Doch das ist leider der schwierigste Teil des Prozesses, denn er schließt Handeln aus. Und diesen immerwährenden Impuls zu kontrollieren ist nicht so einfach, wie den Wert eines Unternehmens zu ermitteln. Aber es lohnt sich. Denn nur dann kann sich die schier unbändige Superkraft des Compounding entfalten und der Zinseszinseffekt den Turbo ins Depot zaubern - auch in deines!

Freitag, 8. Mai 2026

[Kissigs Börsentheater] Ex-Bundesbank-Präsident Pöhl warnt vor Inflation - und vergleicht sie mit... Zahnpasta?!

Inflation ist schon ein echtes Miststück. Stanley Druckenmiller nannte sie "eine Steuer, die die Armen sich weder leisten noch vermeiden können". Inflation ist Geldentwertung und sorgt dafür, dass man für den gleichen Betrag morgen weniger kaufen kann. Millionäre kratzt das nicht so sehr wie Otto Normalbürger, für den aus Preissteigerungen schnell Konsumverzicht wird. Nötigenfalls auch bei den Dingen des täglichen Bedarfs. Und dann geht es an Eingemachte...

Montag, 23. März 2026

[Kissigs Börsentheater] Nassim Taleb erklärt Anpassungsfähigkeit zum (einzigen) Erfolgsrezept für überdurchschnittliche Erfolge

Die Geschichte ist gepflastert mit Erfolgsunternehmen, die schier unaufhaltsam an die Spitze strebten, aber dann ihren Zenit überschritten und wie eine Sternschnuppe verglühten. Sears war einmal das wertvollste Unternehmen der Welt und hatte einen schier unüberwindlichen Burggraben. Bis der Onlinehandel aufkam und Sears den Anschluss verpasste. Die Pleite war letztlich unausweichlich, weil Sears keine modernen Antworten auf moderne Probleme fand. Amazon & Co. disruptierten das Geschäftsmodell von Sears und der Versandhändler Otto erleidet aktuell dasselbe Schicksal. Europas ehemals größter Versandhandel hat diese Krone längst an Amazon abgeben müssen und trotz seiner Pole-Position konnte er nicht wirklich im Onlinehandel Fuß fassen. Strategie- und Vorstandswechsel wechseln sich inzwischen ab, die einstigen Online-Hoffnungsträger wurden und werden verkauft und auch die Logistiktochter Hermes wird immer mehr ausgedünnt und steht auf der Abschussliste. Ein Trauerspiel mit offenem Ausgang. Aber die Wettquoten zeichnen leider ein ziemlich eindeutiges Bild von der Zukunft.

Und wir erinnern uns an den Smartphone-Pionier BlackBerry, der den Siegeszug der Touchscreens verpasste und vom Markt gefegt wurde - vom Apple und ihrem iPhone. Als BlackBerry Jahre später mit einem eigenen tastaturlosen Touchscreen-Modell auf den Markt kam, war die Messe längst gelesen und die Marktanteile neu verteilt. BlackBerry hatte alles auf ein ausgereiztes Blatt gesetzt und verloren.
"Wenn man von der Prämisse ausgeht, dass wir in einer unsicheren Welt leben, ist Anpassungsfähigkeit die einzige Möglichkeit, langfristig besser abzuschneiden als der Durchschnitt."
(Nassim Taleb)
Das einzig Stete ist der Wandel, nichts hat ewig Bestand. Daher müssen sich selbst die besten Unternehmen ständig anpassen, sich ständig neu erfinden, um im Geschäft zu bleiben. Und auch Anleger müssen sich von verendenden Trends verabschieden. Denn der sicherste Weg zu Verlusten ist, auf die Marktführer in einem sterbenden Markt zu setzen. Jedenfalls solange, wie diese nicht die Zeichen der Zeit erkennen und sich (endlich) anpassen.

Montag, 16. März 2026

[Kissigs Börsentheater] Howard Marks meint, dass ein sehr niedriger Preis das Risiko von kriselnden Wertpapieren unter das von fair bewerteten Qualitätswerten drücken kann

Starinvestor Howard Stanley Marks erläutert: "Ein niedriger Kaufpreis erzeugt nicht nur das Potenzial für künftige Gewinne; er reduziert auch das Abwärtsrisiko. Je größer der Abschlag zum fairen Wert, desto größer ist die Sicherheitsmarge des Investments". Je billiger man Wertpapiere kauft, desto geringer des verbliebene Abwärtsrisiko und umso höher die Chance auf Kursgewinne.

Eigentlich ist das eine Binsenweisheit, aber in der Praxis scheitern die meisten Anleger bei der Umsetzung. Denn billig sind Wertpapiere eigentlich immer dann, wenn an den Märkten die Gier in Angst oder gar Panik umgeschlagen ist und alle Anleger gleichzeitig aussteigen wollen. Wer in solchen Phasen kühlen Kopf bewahrt und gezielt die wahren Schnäppchen einsammelt, sichert sich auf lange Sicht die großen Überrenditen. Und Schnäppchen bietet der Markt doch gerade so einige...

Sonntag, 22. Februar 2026

[Kissigs Börsentheater] Jesse Livermore meinte, in einem steigenden Markt Aktien zu kaufen, wäre am angenehmsten. Aber auch am lukrativsten?

"Der Kauf in einem steigenden Markt ist die angenehmste Art, Aktien zu kaufen" lehrt uns Jesse Livermore. Er spielt damit auf unsere Psychologie an, die auf schnelle Belohnungen schielt und vor Kritik und Rückschlägen zurückschreckt. Anleger möchten sofortige Erfolge und hoffen, dass ihre Aktien direkt nach ihrem Kauf in den Steigflug übergehen. Doch so läuft der Hase meistens nicht.

In einem Börsenumfeld, wie es zurzeit vorherrscht, mit kräftigen Kursabschlägen und Kurseinbrüchen nach vermeintlichen und wirklichen Enttäuschungen bei den Quartalszahlen und Angst vor Disruption durch KI, bestimmt Angst das Geschehen, nicht Rationalität. Viele Aktien erleiden heftige Kurseinbrüche, auch wenn die Börsen insgesamt nahe ihrer Allzeithochs notieren,  und wir nehmen über einen längeren Zeitraum auftretende Kursverluste irgendwann beinahe fast schon als körperliche Schmerzen war - gerade auch weil das so viele Jahre Erfolg bringende Mantra "buy the dip" nicht mehr zu funktionieren scheint in diesem Umfeld.

Allerdings tun sich immer dann große Chancen auf, wenn die breite Masse genug von Aktien hat - denn die haben dann schon verkauft, so dass Schnäppchen lauern. Doch die Aussicht, sofort nach dem Kauf Kursgewinne verzeichnen zu können, ist in diesem Umfeld weiterhin gering; stattdessen ist Geduld gefragt. Und natürlich die Auswahl der richtigen Aktien: moderat bewertete Qualitätsunternehmen mit breiten ökonomischen Burggraben und Preissetzungsmacht, die von ehrlichen und fähigen Managern geführt werden. Hier lohnt es sich immer an Bord zu sein und der Einstieg zahlt sich zu beinahe jedem Kurs aus. Idealerweise in depressiven Marktphasen, bevor der Aktienkurs wieder zu steigen beginnt...

••• Überarbeite Fassung eines Artikels aus April 2024

Mittwoch, 11. Februar 2026

[Kissigs Börsentheater] Brian Feroldi erklärt, dass Qualitätsunternehmen in Bullen- und Bärenmärkten ihre Stärken ausspielen können. Und wie...

Die Börsenkurse schwanken und die Anleger suchen nach Erklärungen für die Aufs und Abs. Dabei gibt es meistens keine fundierte Erklärung, da die Kurse zum Großteil durch Psychologie gemacht werden und je mehr Algorithmen am Handel beteiligt sind, desto stärker werden beginnende Trends aufgegriffen und beschleunigt. 

Wer sich von solchen Schwankungen nicht zu falschen Entscheidungen treiben lässt, fährt besser. Aber das ist natürlich gar nicht so einfach, denn insbesondere bei Kurseinbrüchen, fühlt es sich einfach falsch an, investiert zu sein. Aber das ist es nicht...

Montag, 22. Dezember 2025

[Kissigs Börsentheater] Buffett rät Anlegern, sich einfach nur auf die langfristigen Gewinnaussichten der Unternehmen zu konzentrieren

Anleger starren viel zu sehr auf die Kurse und lassen sich vom eigentlich unwichtigsten Faktor blenden. Denn sie setzen irrtümlich den Kurs mit dem Wert des Unternehmens gleich. In gewisser Weise ist das nachvollziehbar, denn der Kurs ist leicht zu finden und erfordert keinen Aufwand, um damit zu arbeiten. Doch genau hier liegt das Problem!

Der Kurs sagt nämlich nichts über das Unternehmen aus. Rein gar nichts. Und trotzdem versuchen Generationen von Anlegern, in ihn etwas Gehaltvolles hinein zu interpretieren – weil es ja so einfach wäre. Und scheitern damit.

Zoom out! Hör auf, ständig auf die Kurszuckungen zu starren und dich an den neusten Schlagzeilen festzubeißen. Warte nicht immer auf die nächsten Quartalszahlen, als würden sie über Leben und Tod (deines Investments) entscheiden. Auf lange Sicht machen kurzfristige Kursbewegungen keinen Unterschied und wenn du dir einen Chart ansiehst, dann siehst du viele Aufs- und Abs – ohne dass du diesen ein Ereignis zuordnen kannst. Außer bei den ganz dicken Bewegungen, aber die sind dann wohl eher allgemeiner Natur, wie ein Börsencrash, und haben weniger mit dem einzelnen Unternehmen zu tun. Also lehn dich zurück und entspann dich. Betrachte die Dinge mit etwas Abstand und mehr Gelassenheit. Konzentriere dich auf das Wesentliche.
"Um als Investor Erfolg zu haben, man muss einfach nur davon überzeugt sein, dass ein bestimmtes Unternehmen oder eine Gruppe von Unternehmen in fünf, zehn oder zwanzig Jahren mit hoher Wahrscheinlichkeit mehr Geld verdienen wird, als heute. Und diese Entscheidung ist nicht schwer zu fällen."
(Warren Buffett)
Es geht um den Wert einer Aktie und um den zu ermitteln, muss man das Unternehmen analysieren. Das ist aufwändig und nicht einfach. Doch Buffett weist den leichteren Weg: gesunden Menschenverstand. Man sucht Unternehmen, die mit hoher Wahrscheinlichkeit künftig mehr Geld verdienen werden als heute. Denn deren Aktien werden sich wahrscheinlich ebenfalls prächtig entwickeln. So einfach kann Investieren sein...

Sonntag, 14. Dezember 2025

[Kissigs Börsentheater] Intelligent Investieren bedeutet, mehr an Wert zu bekommen, als wir dafür bezahlen, lehrt uns Charlie Munger

Börsenlegende Charlie Munger erinnert uns daran, dass die sorgfältige Aktienauswahl der Schlüssel zum langfristigen Anlageerfolg ist: "Jedes intelligente Investieren ist das Investieren in Werte - mehr bekommen als das, wofür Du bezahlst. Investieren ist, wenn Du einige großartige Unternehmen findest und dann auf Deinem Hintern sitzt." Also nicht irgendeine Aktie kaufen und hoffen, dass ihr Kurs steigt, sondern nur dann zugreifen, wenn die Aussichten besonders gut und die Bewertung besonders attraktiv ist.

Aktien sind Beteiligungen an Unternehmen und daher muss man sich mit den Unternehmen beschäftigen - bevor man sie kauft. "Preis ist, was man bezahlt, Wert ist, was man bekommt", ergänzt Warren Buffett, Charlie Mungers jahrzehntelanger Partner bei Berkshire Hathaway. Die beiden Starinvestoren sehen sich nicht als "Stock-Picker", sondern als "Business-Picker". Ihre Zauberformal ist ein absolutes Erfolgsmodell und sich machen kein Geheimnis daraus: jeder kann es ganz einfach kopieren. Man darf nur nicht der Versuchung erliegen, unbedingt schnell reich werden zu wollen, denn damit macht man seine Chancen für einen nachhaltigen Börsenerfolg auf jeden Fall zunichte...

••• Überarbeite Fassung eines Artikels aus März 2023

Dienstag, 9. Dezember 2025

[Kissigs Börsentheater] Buffett rät, nicht bloß Aktien zu kaufen, sondern Anteile an herausragenden Unternehmen. Ist doch klar!?

Aktien sind keine Wettscheine, sondern Anteile an Unternehmen. Klingt wie eine Selbstverständlichkeit und doch spielt es im Hinblick auf den langfristigen Erfolg bei der Aktienanlage eine entscheidende Rolle. Denn der Fokus der Anleger richtet sich schon immer auf die Zuckungen des Aktienkurses, wobei jede stärkere Abwärtsbewegung gleich das Investment infrage stellt und nicht selten sogar umgehend Verkaufsorders auslöst. Zeit zum Überlegen oder gar gründlichen Recherchieren und Nachdenken bleibt kaum noch. Aber das ist nicht nur ein Problem von Social Media und der zunehmenden Informationsflut, sondern vor allem eines des eigenen Mindsets. Am Ende zahlen Anleger meistens drauf, weil die kurzfristigen Kurszuckungen auf lange Sicht nur selten ins Gewicht fallen. Wer sie ignoriert, erzielt mehr Rendite!
"Kaufe nicht bloß Aktien, sondern kaufe Unternehmen mit herausragenden Geschäftsmodellen. Ich habe kein Aktienportfolio, sondern ein Portfolio voller großartiger Unternehmen."
(Warren Buffett)
Und wie gelingt das? Buffett bietet die Lösung: denke nach, bevor du Aktien kaufst. Such dir die besten Unternehmen mit den aussichtsreichsten Geschäftsmodellen und fähigem Management heraus und kaufe (erst) dann deren Aktien. Danach kannst du entspannt bleiben, egal, was die Schlagzeilen dir auch vorgaukeln.

"Good business, good management, good price" - auch das stammt von Buffett. So wirkt buy & hold richtig! Danach braucht man nur noch Geduld, um der unbändigen Kraft des Compoundings ihren Lauf zu lassen. Stress bei der Geldanlage wird so zum Fremdwort und nachhaltiger Vermögensaufbau zum Selbstgänger. Eben the easy way of investing. Aber der scheint nicht massentauglich zu sein - ist vermutlich zu einfach...

Sonntag, 30. November 2025

[Kissigs Börsentheater] Ken Fisher mahnt Anleger, dass Kurssteigerungen zu verpassen sie mehr Geld kostet als ein Crash!

Psychologie bestimmt die Aktienkurse deutlich stärker als die Faktenlage. Und die menschliche Natur neigt dazu, Negatives deutlich stärker zu gewichten als Positives. Das liegt in unseren Genen, die auf Überleben getrimmt sind - bei Gefahr schüttet unser Körper Adrenalin aus und aktiviert unseren Fluchtreflex. Diese Reflexe sicherten unserer Spezies das Überleben, doch in unserer modernen Welt benötigen wir diese Überlebenstechniken immer seltener. Und beim Investieren stehen sie unserem Erfolg sogar im Weg.

Wenn die Aktienkurse steigen, will jeder dabei sein und die Kursgewinne mitnehmen. Und wenn die Börse abwärts rauscht, will jeder aussteigen, möglichst schnell und zu jedem Preis. Was psychologisch nachvollziehbar ist ("Behavioral Finance"), ist dann allerdings auch der Grund, weshalb Anleger nicht besser, sondern überwiegend schlechter abschneiden als der Gesamtmarkt. Sie folgen der Herde und können daher nicht besser sein. In der Wahrnehmung konzentrieren sich immer mehr Anleger auf die gleichen Risiken und Themen und überhöhen somit ihre Bedeutung (sog. "Attention Bias") - mit entsprechend starken Auswirkungen auf die Aktienkurse. Dabei neigen wir Menschen dazu, Negatives deutlich intensiver wahrzunehmen, als positive Erlebnisse. Auch negative Nachrichten geben wird wesentlich häufiger weiter als positive. Dass wir also Verluste viel stärker empfinden als Gewinne, nennt man "Dispositionseffekt". Und diese Erkenntnis führt uns zurück zu den Bullen und Bären...

Sonntag, 2. November 2025

[Kissigs Börsentheater] Howard Marks erinnert uns daran, dass hohe Bewertungen nicht zwangsläufig zu fallenden Kursen führen. Also verliere kein Geld!

Wir erleben eine Blasenbildung und beinahe täglich erreichen uns Meldungen, mit denen die KI-Blase weiter aufgepumpt wird. Selbst die davon profitierenden Branchenvertreter nennen das Kind beim Namen und OpenAI-Chef Sam Altman warnt offen davor, dass viele Anleger sehr viel Geld verlieren werden. So war es immer und so wird es immer bleiben.

Jede neue bahnbrechende Entwicklung lockt risikoaffine Investoren an und wenn die Kurse und Bewertungen ins Laufen kommen, springen immer mehr Menschen auf den fahrenden Zug auf. Doch am Ende scheitern viele der neuen Ideen und viele der Unternehmen und Anleger verlieren damit viel Geld. Doch nicht alle und wer auf die richtigen Pferde gesetzt hat, profitiert.
"'Die Kurse sind zu hoch' ist bei weitem nicht gleichbedeutend mit 'die nächste Bewegung wird nach unten gehen'. Dinge können überteuert sein und das für eine lange Zeit bleiben... oder noch viel teurer werden."
(Howard Stanley Marks)
(Zu) gerne werden Parallelen zur Internetblase gezogen, die im Frühjahr 2000 platzte und die Börsen in die Tiefe riss. Es waren unzählige Startups an die Börse gekommen, die weder ein funktionierendes Geschäftsmodell hatten, noch keine Kunden und schon gar keine Gewinne. Manchmal machten sie noch nicht einmal Umsatz. Sie lebten ausschließlich davon, immer wieder frisches externes Geld zu bekommen durch Kredite, Venture Capital oder eben über die Börse in Form von IPOs und/oder Kapitalerhöhungen. Als dann die US-Notenbank die Zinsen kräftig anhob, killte dies die liquiditätsgetriebene Hausse.

Und heute? Ist diesmal wirklich alles anderes? Nein. Aber Entscheidendes. Der KI-Boom wird von Unternehmen angeheizt, die enorme Cashflows und Gewinne erzielen, die funktionierende Geschäftsmodelle haben sowie Kunden haben und gewinnen, die eine immer größere Nachfrage nach KI-Anwendungen und -Rechenleistung nachfragen. Immer mehr Workflow wird in die Cloud verlagert und die KI wird "einfach nur" integraler Bestandteil der Betriebssysteme, der Firmensoftware, des beruflichen Alltags. Und findet inzwischen auch Einzug in das Alltagsleben und die Gewohnheiten der normalen Menschen. Es ist eine "Revolution im Vorbeigehen" und sie befeuert sich selbst immer mehr und immer weiter. Bis sie es nicht mehr tut und die Bewegung an Kraft verliert, weil eine Sättigung erreicht wird oder zu wenige Unternehmen Geld damit verdienen oder was auch immer. Jeder Hype endet, jede Blase platzt. Die Frage ist nicht ob, sondern wann. Und das ist nicht vorhersagbar, auch wenn es ständig aufs Neue versucht wird. Alle liegen immer wieder falsch, bis einer dann mal richtig liegt. Aber das ist dann Zufall, auch wenn dieser Person erstmal Prophetenstatus zuerkannt wird. Doch bekanntlich zeigt auch eine kaputte Uhr zweimal am Tag die richtige Zeit an...

Bis die Blase (endlich) platzt, gibt es also noch eine Menge Geld zu verdienen und das kann sich über viele Jahre hinweg fortsetzen. Wer nicht an Bord ist, bleibt zurück. Und meistens fährt man schlechter an der Börse, wenn man gar nicht mitfährt, als wenn man erst fette Gewinne einheimst und anschließend einen erheblichen Teil davon wieder einbüßt.

Zwei Schritte vor, einer zurück. So war es schon immer an der Börse und so wird es immer bleiben…

Freitag, 17. Oktober 2025

[Kissigs Börsentheater] Sir John Templeton erinnert Anleger an den wichtigen Unterschied zwischen dem Preis und dem Wert einer Aktie

"Aktienpreise schwanken stärker als Aktienwerte" lehrt uns der legendäre Investor Sir John Templeton. Die Kursturbulenzen an den Börsen bringen teilweise massive Kursverluste mit sich. Wir erlebten vier Bärenmarkt innerhalb von fünf Jahren und 2022 war eines der schlechtesten Börsenjahre aller Zeiten, wobei alleine dessen Dezember als drittschlechtester Dezember für US-Aktien seit 1926 in die Geschichte einging. Doch seitdem meinte es die Börse gut mit uns Anlegern, vor allem Zinssenkungsfantasie und die KI-Euphorie trieben sie auf immer neue Rekordstände. Doch nun ist das große Zittern zurück...

Denn obwohl die US-Großbanken zum Start der neuen Earnings Season starke Quartalsergebnisse vorgelegt haben, geriet der Finanzsektor massiv ins Rutschen. Manche machen das an Aussagen von JPMorgans CEO Jamie Dimon fest, der vor "Kakerlaken" warnte und damit in Not geratende Kredite meinte. Und das nicht ohne Grund, denn vor einigen Wochen ging der Autoteilehersteller First Brands Konkurs und auch der Subprime-Autokreditgeber Tricolor Holdings meldete Insolvenz nach Chapter 7 an. Ausgeuferte Schuldenstände sowie betrügerische und undurchsichtige Aktivitäten, darunter "Doppelverpfändungen" und "außerbilanzielle Finanzierungen", wurden zum Genickbrecher. Und in Verweis auf Warren Buffett erinnern wir uns, dass es in der Küche niemals nur eine Kakerlake gibt.

Es kocht also momentan wieder die Sorge vor einer weiteren Finanzkrise hoch, was bereits im Frühjahr 2023 zu einigen Bankenpleiten geführt hatte. Und obwohl gerade auch Jamie Dimon immer wieder gerne von den angeblich erhöhten Risiken im Bereich von "Private Credit" warnt und dabei mit dem Finger auf die Finanzinvestoren zeigt, die es den Banken zunehmend schwer machen, sind es doch (fast) immer staatlich regulierte Banken, die in Schieflage geraten. Das ist zumindest... bemerkenswert. Doch obwohl die US-Börsenaufsicht SEC kürzlich feststellte, dass "Private Credit" kein systemisches Risiko darstelle und dass auch die Ratingagentur Moody's ins gleiche Horn stößt ("eine Kakerlake macht noch keinen Trend"), verhallen solche Aussagen momentan ungehört.

In solchen Börsenphasen, wo Angst oder Gier regieren, neigen die Börsenkurse zu extremen Schwankungen. Zu extrem. Denn der Wert der Aktien verändert sich weniger schnell und weniger stark, weil sich das Unternehmen nicht so schnell verändert. In der Panik wird "der Markt" abverkauft und hieraus ergeben sich Chancen, weil auch die Aktien vieler Qualitätsunternehmen in zu Ausverkaufspreisen verramscht werden. Chancen jedenfalls für diejenigen, die den Mut haben, jetzt zuzugreifen, jetzt zu investieren - oder sich nicht aus ihren Qualitätstiteln herausdrängen zu lassen. Und die genügend Geduld mitbringen, dass sich ihre Investments mit der Zeit auch ordentlich auszahlen können.

Bedenke: Zeit macht Geld, denn time in the market beats timing the market...

••• Überarbeite Fassung eines Artikels aus Dezember 2022

Dienstag, 9. September 2025

[Kissigs Börsentheater] Francois Rochon macht es vor - buy and hold dich einfach reich

Der Traum vom schnellen Reichtum erfüllt sich auch an der Börse nur selten. Und wenn, dann ist es meistens Glück. Langsam(er) reich zu werden ist hingegen gar nicht so schwer, wie es aussieht. Man muss "nur" ein paar außergewöhnlich gute Unternehmen finden, sich in diese möglichst günstig einkaufen und danach… einfach nichts mehr tun.

Das Nichtstun ist vermutlich sogar der schwerere Part der Erfolgsgleichung. Die meisten Menschen verwechseln nämlich Nichtstun mit Inaktivität und setzen es nicht mit geduldigem Abwarten gleich. Dabei ist Abwarten nur eine besondere Form des Handelns. Es ist eine Kunst, es erfordert Charakterstärke und es wird reichlich belohnt in Form außergewöhnlicher Renditen.
"Um über einen langen Zeitraum hinweg außergewöhnliche Renditen zu erzielen, muss man über einen langen Zeitraum hinweg in außergewöhnlichen Unternehmen investiert sein."
Ob man in Berkshire investiert hat oder in Microsoft oder in Nvidia oder in Costco, den großen Erfolg mit tausenden Prozenten an Kurszuwächsen kann man nur verbuchen, wenn man an den Aktien festgehalten hat und zwar auch über Durststrecken und Kurseinbrüche hinweg. Markttiming rechnet sich nicht, weil man meistens den Wiedereinstieg verpasst. Und wer würde sich schon über 100 % Rendite mit Nvidia freuen, wenn auch 10.000 % möglich gewesen wären?

Dabei ist buy & hold nicht buy & forget zu verwechseln! Es lohnt nur, Qualitätsunternehmen dauerhaft im Depot zu halten; keinesfalls sollte man an seinen Fehlgriffen festhalten. Und Fehlgriffe unterlaufen uns allen, wir alle kaufen Aktien von Unternehmen, die dann die Erwartungen nicht erfüllen, die bei veränderten Rahmenbedingungen nicht mithalten können oder wo das Management schlicht falsche Entscheidungen trifft. Tritt so ein Fall ein, dann muss man sich von dem Unternehmen trennen - und sein Geld wieder in ein Qualitätsunternehmen stecken, wo es sich vermehren und damit unseren Wohlstand nähren kann.

Außergewöhnliche Unternehmen bringen außergewöhnliche Renditen. Nur (mit) Geduld…

Disclaimer: Habe Berkshire, Costco, Microsoft, Nvidia auf meiner Beobachtungsliste und/oder im Depot/Wiki.

Dienstag, 2. September 2025

[Kissigs Börsentheater] Ron Baron investiert in "Growth at a reasonable Price" und fährt damit einfach spektakuläre Renditen ein

Anleger sind stets auf der Suche nach dem heißesten Tipp, der nächsten Kursrakete - und das natürlich ohne Risiko. Ebenso sicher ist, dass dieser Ansatz nicht funktioniert, jedenfalls nicht auf Dauer und nur mit viel Glück. Und doch machen einige Starinvestoren vor, wie man langfristig überdurchschnittliche Renditen einfährt - wenn man es denn richtig anstellt.

Ron Baron wurde als Nebenwerteinvestor erfolgreich, indem er auf wachstumsstarke Unternehmen setzte und unbeirrt an ihnen festhielt, solange sie ihre herausragenden Qualitäten aufrechterhielten. Mit seinem Ansatz "Growth at a reasobale Price" entdeckte er frühzeitig Charles Schwab, Kinsale Capital, Verisk Analytics und Tesla. Damit verdiente er Milliarden. Und was Ron Baron kann, kann im Grunde jeder von uns auch...

Sonntag, 18. Mai 2025

[Kissigs Börsentheater] Brian Feroldi erinnert uns daran, dass heftige Kurseinbrüche ganz normal sind und man sich deshalb auch gar nicht erst ins Hemd machen sollte

Die letzten Börsenwochen hatten es in sich. Trumps Zollkriege haben Angst und Panik ausgelöst und weltweit die Börsen abstürzen lassen. Nachdem er zurückrudern musste und einige der Zölle zeitweise wieder ausgesetzt hat und Verhandlungen aufgenommen wurden, erholten sich die Börsen fast ebenso schnell und stark von ihren Verlusten. Anleger, die panisch ihre Aktien zu Tiefstkursen verkauft haben, sind die großen Verlierer: sie haben Kursverluste realisiert und die anschließende Erholung nicht mitgemacht. Wer einen kühlen Kopf behielt und sein Depot lieber wenig bis gar nicht angerührt hat, ist mit einem blauen Auge davongekommen. Börsenbusiness as usual.
"Zufällige Markteinbrüche sind weit weniger beängstigend, wenn man erkennt, dass sie völlig normal sind."
(Brian Feroldi)
Solche Turbulenzen kommen öfter vor als man denkt, etwa einmal pro Jahr. Und jedes Mal fühlt es sich wie das Ende der Welt an - doch das war es bisher nie. Die Börsen steigen langfristig immer weiter und jeder Einbruch ist nur eine Durststrecke – mal länger, mal kürzer. Wenn man das Unvermeidliche als unvermeidlich akzeptiert, erkennt man die großen Vorteile von "Buy & Hold".
Wer die Realität der periodischen Auf- und Abschwünge an den Börsen akzeptiert, schläft besser und erzielt höhere Renditen.

Und die Ausrede, dass man dies als Privatanleger nicht leisten könne, ist auch nur genau das: eine Ausrede. Denn während die Profianleger während des von Trumps Zollkriegen ausgelösten beinahe schnellsten Kursabsturzes der Geschichte zig Milliarden aus dem Markt abgezogen haben, griffen Privatanleger beherzt und "kauften den Dip". Mit Erfolg, denn die Börsenkurse haben sich wieder erholt und damit die Depots der Geduldigen und Hartgesottenen, während die Angsthasen ihr Geld abseits des Spielfelds geparkt haben - im Abseits. Sie können den Gewinnen der anderen nur hinterherschauen und irgendwann bei weiter steigenden Kursen wieder einsteigen, oder aber sie hoffen auf einen weiteren "Dip" - und dass sie dann die Cojones haben, auch wirklich zu kaufen. Aber die haben sie vermutlich nicht - jedenfalls nicht in dem Maße, wie sie auch dann wieder etwas anderes haben: Ausreden...

Sonntag, 27. April 2025

[Kissigs Börsentheater] Buffett setzt auf Qualitätsunternehmen und schenkt dem Kurs wenig Beachtung. Nur eine Handvoll Kriterien machen den Unterschied...

Kurseinbrüche zerren an den Nerven, denn wir setzen einen Kursrutsch mit Gefahr gleich und bekommen Angst, dass das Unternehmen Pleite gehen könnte. Doch der Kurs sagt nichts über den Wert eines Unternehmens aus, er erzeugt nur Handlungsoptionen. Und darunter ist die Chance, nach einem zu starken Absturz in ein ansonsten teures Qualitätsunternehmen günstig einsteigen zu können. Genau so wurde Warren Buffett zu einem der reichsten Menschen der Welt. Und im Grunde kann das jeder...
"Buffett bewertet Aktien genauso, wie er ein ganzes Unternehmen bewerten würde: Er sucht nach Unternehmen, die er versteht, die von ehrlichen und kompetenten Managern geführt werden, die gute langfristige Aussichten haben und die zu einem angemessenen Preis erhältlich sind. Er unterlässt jeden Versuch, die Kursentwicklung vorherzusehen."
(Roger Lowenstein)
Nicht vergessen: Der größte Feind einer guten Gelegenheit ist der Traum von der perfekten Gelegenheit. Wenn sich also eine tolle Chance bietet, sollte man nicht auf den perfekten Einstiegsmoment warten, sondern den günstigen einfach nutzen. Das zahlt sich auf lange Sicht aus, auch wenn man mit seiner Position vielleicht erstmal für einige Zeit unter Wasser liegt. Kurzfristig ist das nämlich sehr wahrscheinlich, doch je länger man seinem Investment die Chance gibt, sich zu entwickeln, desto größer wird die Wahrscheinlichkeit, dass man damit eine positive Rendite einfährt. Statistische gesehen ist nach 12 Jahren Haltedauer das Verlustrisiko gleich null. Wer länger durchhält, erhöht seine Chancen und wer ausschließlich auf Qualitätsunternehmen setzt und diese auch noch günstig eingekauft hat, gehört auf jeden Fall zu den Gewinnern.

Es kann so einfach sein, wenn man nur dem Erfolgsweg des Warren Buffett folgt. Dann klappt’s auch ganz entspannt mit der Rendite.