Mittwoch, 5. Januar 2022

Kissigs Investor-Update Q4/21 mit Funkwerk, KKR, Apollo Global Management, Energiekontor, Netfonds, Nynomic, Costco, Mutares, SBF, Corestate Capital

Mein Investor-Update zum Ende des 4. Quartals 2021

In meinen Investor-Updates blicke ich jeweils zum Ende eines Quartals auf die vergangenen Monate zurück und präsentiere die TOP-Werte meines Investmentdepots; es ist in gewisser Weise mein persönliches 13F. Des Weiteren beschäftige ich mich gegebenenfalls auch mal mit Unternehmen, die ich hier im Blog noch nicht vorgestellt habe, die jedoch bereits den Weg in mein Depot gefunden haben.

▶ "Investor-Update reloaded" - Ausgabe 14

Meine Investor-Updates zum Quartalsende machen mir jedes Mal viel Arbeit, aber auch eine Menge Spaß, wie ich gerne zugebe. Und sie sind für mich auch immer ein willkommener Anlass, die letzten drei Monate Revue passieren zu lassen.

Ich fahre ja einen gemischten Bottom-up-Top-down-Ansatz, bei dem ich einerseits auf Makroökonomische Trends setze, andererseits mir innerhalb dieser Trends dann die am besten positionierten und/oder bewerteten Unternehmen herauspicke.

Tendenzielle mittel- und langfristige Krisenprofiteure sind Unternehmen aus den Bereichen Cloud-Computing, Green Energy/ Dekarbonisierung, Digital Payments/ Fintech, Software-as-a-Service (SaaS), (Netz-) Infrastruktur, Cyber-Security, Medizintechnik und dort liegt auch der grundsätzliche Schwerpunkt meiner Depotausrichtung. Sowohl bei meinen Top 10-Werten, die alle einen oder mehrere dieser Megatrends bedienen, aber auch bei meinen kleineren Positionen mit weniger als 2% Gewichtung. Hinzu kommen Alternative Asset Manager, für die die aktuellen Rahmenbedingungen (Niedrigzinsumfeld, viele notleidende Firmen, Wirtschaftliche Erholung) nahezu perfekt sind und die auch in einem Umfeld moderat ansteigender Zinsen bestens aufgehoben sind.

Ich bin gerne voll investiert, weil nach meiner Erfahrung sich eine hohe Cashquote nur in der Theorie auszahlt (für günstige Nachkäufe), in der Praxis aber auf lange Sicht Rendite kostet (weil man die Nachkaufchancen dann doch nicht nutzt und somit Geld unnötig unrentabel auf dem Konto verschimmelt). Dem entsprechend habe ich den Absturz, aber auch die anschließende Erholungsrallye voll mitgemacht. Und dank meiner Aktienauswahl auch überwiegend Gewinneraktien im Depot.

»Ich halte niemals Barmittel, denn Barmittel aufzubauen würde bedeuten, aus dem Markt auszusteigen. Meine Vorstellung ist es, für immer im Markt zu bleiben und Aktien abhängig von der fundamentalen Lage umzuschichten.«
(Peter Lynch)

▶ Zur Marktlage

Das 4. Quartal liegt hinter uns und auch dieses Investor-Update steht noch einmal maßgeblich unter dem Einfluss der Corona-Pandemie, die uns alle, die Bürger, die Unternehmen und die Börsen vor große Herausforderungen stellt. Corona hat uns das ganze Jahr 2021 hindurch begleitet und unser Leben beeinflusst; das wird sich auch im ersten Quartal 2022 und darüber hinaus kaum ändern. Abzuwarten bleibt, ob Omikron wirklich weniger gefährlich/ tödlich ist, was zumindest neuerliche Lockdowns im Jahresverlauf überflüssig machen dürfte.

Die bestimmenden Themen der letzten drei Monate waren (1.) der Fortschritt bei der Impfkampagne und Booster-Impfungen, die von explosionsartig ansteigenden Infizierungszahlen durch die neue Omikron-Variante begleitet werden, sowie (2.) anhaltende Probleme bei den Lieferketten, steigende Preise bei Roh- und Baustoffen, die Inflations- und Zinsängste befeuern und (3.) die avisierte Änderung der Notenbankpolitik, bei der die Fed früher als zuvor gedacht an der Zinsschraube drehen könnte und und ihr milliardenschweres Anleihekaufprogramm runterfährt. In Deutschland kam noch der Regierungswechsel hin zur Ampel unter Olaf Scholz (SPD) hinzu, der die Ära Merkel beendete.

Die Notenbanken und Regierungen pumpen weiterhin viel Liquidität ins System und die "Inflation der Vermögenswerte" dürfte weiter anhalten. Auch wenn sich hier langsam ein Ende der ultralockeren Geldpolitik abzeichnet. Für die Börsen sind das noch immer positive Aussichten, auch wenn sich die kurzfristigen Konjunkturaussichten eingetrübt hatten, vor allem wegen des Chipmangels und der Störungen der globalen Lieferketten. Die Erwartungen für 2022 steigen im Gegenzug, weil mit erheblichen Nachholeffekten zu rechnen sind, sobald die Lieferketten wieder reibungslos(er) funktionieren.

Es ist so viel Geld im Markt, das kaum Zinsrenditen findet, dass jeder Markteinbruch schnell wieder hochgekauft werden dürfte.

Ich erinnere zum wiederholten Mal an Stanley Druckenmillers weisen Rat:
»Nicht die Unternehmensgewinne beeinflussen den Gesamtmarkt, es sind die Notenbanken. Und deshalb konzentriere ich mich auf die Zentralbanken und auf die Entwicklung der Liquidität, während die meisten Leute auf die Gewinne und konventionelle Kennzahlen blicken. Aber es ist die Liquidität, die die Märkte bewegt.«
(Stanley Druckenmiller)
Es gab viele Warnungen vor einem Crash im Herbst und wie fast immer lagen die Crashpropheten voll daneben: Crash-Propheten haben zehn der letzten drei Crashs korrekt vorhergesagt, nicht vergessen! In 2021 gab es nur zwei kräftigere Rücksetzer; beim S&P ging es einmal 5% und einmal 4,6% bergab bezogen auf die vorherigen Allzeithochs. Gegen Jahresende gingen die Börsenindizes in Deutschland und den USA am oder auf Allzeithoch aus dem Markt, während in China Tristesse herrscht.

Bisher wurden die "Dips" immer schnell wieder hochgekauft und ich gehe davon aus, dass dies auch so bleiben wird, solange die Zinsen unterhalb von 4% notieren - denn ab dort werden Anleihen bzw. Zinspapiere wieder zu einer Renditealternative für Aktien.

Der Aktienmarkt wird von einigen wenigen Aktien hochgezogen, während vor allem Technologiewerte der zweiten und dritten Reihe teilweise mehr als die Hälfte verloren haben zu ihren Mitte Februar 2021 erreichten Höchstkursen. Und zwischen Mitte November und Mitte Dezember gab es für diese Werte nochmals kräftig eins auf den Deckel - das traf auch die Werte in meinem Depot und hat mir die Bilanz im Schlussquartal etwas verhagelt. Die Erholung der letzten Tage, führte dann aber doch zu einem "versöhnlichen" Jahresausklang.

Stock Picking matters und bleibt der Schlüssel zum nachhaltigen Börsenerfolg. Jedenfalls in meiner Welt jenseits der ETFs und Krytowährungen. Also konzentriere ich mich lieber auf die Unternehmen, nicht auf ihren Aktienkurs oder gar den Gesamtmarkt. Oder wie Warren Buffett es ausdrückte: man sollte lieber auf das Spielfeld achten und nicht so sehr auf die Anzeigentafel.

Dennoch werfe ich jetzt mal einen Blick auf meine persönliche Anzeigentafel: In diesem Umfeld hat sich mein Depot mehr als achtbar geschlagen; die ganz großen Umwälzungen habe ich nicht vorgenommen, denn mit meinen Depotschwergewichten fühlte und fühle ich mich grundsätzlich weiterhin wohl. Die meisten Top-Werte sind alte Bekannte, aber an der Gewichtung hat sich einiges verändert.

Ende Dezember waren die größten Positionen in meinem Investmentdepot Funkwerk, KKR, Apollo Global Management, Energiekontor, Netfonds, Nynomic, Costco, Mutares, SBF und Corestate Capital. Damit gibt es drei neue Werte in meiner Top 10 und für die Veränderungen einige (gute) Gründe...

▶ Mein Investmentdepot

Investmentdepot inkl. Cash per 31.12.2021
Ich folge dem Ansatz des Focus Investing und setze nur auf die besten Unternehmen. Des Weiteren halte ich eine signifikante Cash-Quote für renditevernichtend und bin damit stets zu mehr als 95% investiert (bezogen auf mein Investmentkapital).

Dabei setze ich vor allem auf ausgesuchte Qualitätsunternehmen mit breitem ökonomischen Burggraben und das führt zu soliden und meistens überdurchschnittlichen Ergebnissen. Die beiden Alternativen Asset Manager KKR und Apollo Global Management gehören für mich definitiv dazu als zwei der aussichtsreichsten Werte im Finanzsektor.

Neben den Quality Investments liegt mein Interessenschwerpunkt weiterhin auf Deutschen Nebenwerten und abgerundet wird das Ganze mit einigen aussichtsreichen Turnaround-Spekulationen. Wenngleich mit den "heißen Wetten" natürlich größere Kursgewinne eingefahren werden können, jedenfalls für eine gewisse Zeit und durch ein viel höheres Risiko erkauft. Daher nehmen solche spekulativeren Werte nur kleine Positionen in meinem Depot ein; dazu zählen Turnaround-Spekulationen wie auch potenzielle Tenbagger - für beide braucht man viel Geduld.

Angesichts der Corona-Pandemie und der sich immer schneller verändernden Welt muss man natürlich seine früher einmal gesetzten Prämissen überprüfen, weil die Krise auch die Rahmenbedingungen für viele Geschäftsmodelle prüft und teilweise infrage stellt. Und erkennt man, dass man nicht (mehr) richtig liegt mit seinen langfristigen Annahmen, dann muss man ggf. eben auch seine Positionierung korrigieren. Dies gilt aktuell auch für die massiv gestiegenen Energiepreise, die nicht nur für die Bürger und die Grundversorger zum Problem werden, sondern auch für viele Unternehmen, die zumeist auf jährlich zu erneuernde Verträge setzen und nun mit den um ein Vielfaches gestiegenen Preisen bei den Energieversorgern konfrontiert werden. Energieintensive Branchen, wie Stahl, Metallverarbeitung, aber auch Maschinenbau dürften im ersten Quartal 2022 reihenweise mit entsprechend schlechten Nachrichten um die Ecke kommen; ich habe mein Depot entsprechend positioniert.


Nun aber konkret zu den wesentlichen Veränderungen in meinem Investmentportfolio: Die Gewichtung meiner Top 10-Werte hat sich nach dem Zwischentief im 3. Quartal wieder deutlich erhöht und zwar von 44% auf 67%; bei den Top 5-Werten sind es 45,7% gegenüber zuvor 26,5%.

Funkwerk bleibt an der Spitze meines Depots; beim "Flashcrash" der Aktie Ende November habe ich mir ein paar weitere Aktien gegönnt. Dahinter haben KKR und Apollo Global Management die Plätze getauscht, sind aber nun deutlich stärker gewichtet, da ich beide Werte beim letzten Kursabsacker deutlich aufgestockt hatte - und der deutliche Kursanstieg war ebenfalls behilflich. Dabei legte KKR mehr zu als Apollo Global, wo die Unsicherheit über den Erfolg der Übernahme von Athene Holding den Kurs ausbremste. Diese wurde nun aber per 1. Januar 2022 erfolgreich abgeschlossen, ebenso die Zusammenlegen der unterschiedlichen Aktiengattungen (mein Artikel dazu). Einer möglichen S&P 500-Aufnahme steht damit nichts mehr im Wege und so werden weitere erhebliche Wertschöpfungspotenziale freigesetzt, die die bisherige Underperformance der APO-Aktie im Sektorvergleich umkehren dürfte.

Bei Energiekontor hatte ich vor drei Monaten bekannt: "Bei Energiekontor habe ich einen Fehler gemacht. Ich hatte die Position etwas gestutzt, da ich etwas Geld für eine andere Investmentidee benötigte. Ich wollte die Aktien rechtzeitig genug zurückkaufen vor der Bundestagswahl und vor dem windreichen Herbstbeginn. Zu dumm, denn ich habe den rechtzeitigen Rückkauf leider aus den Augen verloren und somit auch den letzten starken Kursanstieg, der das Ende der mehrmonatigen Konsolidierung einläuten könnte. An diesem Beispiel zeigt sich, dass man die Finger vom Markttiming lassen sollte (nichts anderes habe ich bei meinem Zock ja getan) und bei seinen Erfolgsunternehmen geduldig auch die Konsolidierungshasen durchstehen sollte. Lehrgeld, das ich schon öfter bezahlt habe, und das sich hoffentlich irgendwann auch mal auszahlt". Erfreulicherweise (für mich) gab es Anfang Oktober eine scharfen Kursrücksetzer bei Energiekontor um mehr als 10% und ich habe meinen Fauxpas wieder wettgemacht und meinen Bestand wieder aufgestockt. Ende März hatte die Position schon einmal über 9% meines Depots ausgemacht und hat nun wieder eine ähnliche Gewichtung.

Netfonds ist als Neueinsteiger in den TOP 10 gleich auf den fünften Rang vorgestürmt. Hier hatte ich meine Position beim Oktober-Einbruch aufgestockt und nochmals nach der Ankündigung des transformatorischen Deals mit VMR Anfang Dezember. Hier dürften schon zu Beginn des Jahres Konkretisierungen zu den Zielen und Kennzahlen anstehen, die das große Potenzial nochmals und noch mehr offenlegen.

Trotz Prognoseanhebung gab der Kurs von Nynomic bis zum Jahresende deutlich ab, was das Unternehmen zwei Plätze in meiner Top 10 kostete. Ich habe meinen Bestand kürzlich etwas ausgebaut, denn an den hervorragenden Aussichten hat sich nichts geändert.
 
Der starke Kursanstieg bei Costco hat das Unternehmen zurück in meine TOP 10 gebracht. Der "einzigartige" Einzelhändler hat sich in der Corona-Krise als resilient erwiesen und scheint in jeder Wirtschaftslage zu den Gewinnern zu gehören. Der Wachstumskurs ist ungebrochen und dem entsprechend haben sich die Multiples weiter erhöht; nach sechs Jahren ohne Preisanpassung bei den Mitgliedsbeiträgen dürfte es bald eine Anpassung geben, was sowohl die gewinne deutlich erhöhen als auch die Bewertung wieder senken würde. Aus meiner Sicht der am besten positionierte Einzelhandelswert (abgesehen vom Plattformbetreiber Amazon).

Bei Mutares habe ich die Kapitalerhöhung gezeichnet und meinen Bestand auch wieder aufgestockt; bisher hat sich der Kurs aber noch nicht wieder signifikant erholt und ist noch "meilenweit" Entfernt von seinem vorherigen 2021er Jahreshoch bei €30. Auf mittelfristige Sicht dürfte Mutares zu den größten Profiteuren der gegenwärtigen wirtschaftlichen Lage sein und bleibt daher einer der hoch gewichteten Werte in meinem Depot.

Der Kurs von SBF hat beinahe das gesamte Schlussquartal im Minus notiert, bevor es Mitte Dezember zur Aufholrallye kam. Das 'Übergangsjahr' nach der Lunux-Integration wurde gut genutzt und inzwischen geht SBF wieder in die Offensive. Das Unternehmen hat großes Potenzial und gehört damit zu meinen Nebenwertefavoriten - nicht zum ersten Mal.

Den Schlusspunkt in meinen TOP 10 setzt Corestate Capital. Den gestrauchelten Immobilienwert habe ich ja schon vor Jahren aussortiert, doch nachdem es Wechsel bei Vorstand, Aufsichtsrat und Großaktionären gab, setze ich auf einen erfolgreichen Turnaround. Vor allem wegen des Einstiegs von Stavros Efremidis und Karl Ehlerding, die für sich und ihre Aktionäre (und damit auch mich) schon bei KWG Kommunale Wohnen, der 'WCM reloaded' und Godewind Immobilien ordentlich Geld verdient haben. Ich setzte hier auf das Prinzip Eigennutz und habe Corestate ebenfalls unter meinen Nebenwertefavoriten für 2022 eingereiht.

Wie die Übersicht zeigt, liegen die Positionen acht bis zehn sehr eng beieinander. Und auch die drei aus der TOP 10 gefallenen Werte MBB, Hypoport und Danaher habe ich nicht verkauft, sondern halte sie weiterhin für aussichtsreich.

▶ Meine Wikifolios

Nachdem am 14. Dezember 2021 mein drittes Wikifolio für Investoren freigeschaltet wurde, können Anleger nun neben "Kissigs Quality Investments" und "Kissigs Nebenwerte Champions" auch in "Kissigs Turnaround-Spekulationen" investieren. 

In meinem Format "Performance-Update" halte ich euch jeweils zum Monatsende über die Entwicklung der Börsenindizes und meiner Wikis auf dem Laufenden.

Bei Interesse an meinen Wikis einfach hier mal hier reinschauen: Mein Wikifolio-Profil.

▶ Meine Cash-Quote

Wie ich vor einiger Zeit ausführlich erläutert habe, bin ich inzwischen zu der Überzeugung gekommen, dass eine hohe Cash-Quote langfristig mehr Rendite kostet, als wenn man annähernd voll investiert ist und dann auch bei Kursstürzen voll aufs Brett kriegt. Man muss dann eben "nur" die Ruhe bewahren. Meine Cash-Quote lag Ende des 4. Quartals wieder unter 2%. Das hat in den "haarigen" 4 Wochen Rendite gekostet, aber die Jahresendrallye hat vieles davon wieder aufgeholt.

▶ Mein 'operativer' Net Worth

"Das Endergebnis aller Investitionen ist die Rendite" schrieb Value Investor Chuck Akre uns Anlegern ins Stammbuch. Ende Dezember lag mein 'operativer' Net Worth bei 33,1% und konnte damit im Schlussquartal um gut 3,5% zulegen. Das ist weniger als die 37,4% aus 2020; in absoluten Zahlen habe jedoch mein Vermögen stärker gesteigert als im Vorjahr.

Anmerkung: Dabei ist zu berücksichtigen, dass in diesen Wert auch meine unternehmerischen Aktivitäten mit einfließen und es deshalb auch zu größeren Abweichungen insbesondere den Wikis kommen kann. Vor allem die Performancegebühr für die erfolgreiche Entwicklung der Wikis fließt aus diesen ab, aber in meinen 'operativen' Net Worth als Zufluss mit ein. Je besser die Wikis laufen und je mehr Geld in die Wikis investiert ist, desto größer ist dieser Effekt. Darüber hinaus ergibt sich durch die Inanspruchnahme des Wertpapierkredits ein Hebeleffekt (in beide Richtungen), der die Vergleichbarkeit nochmals zusätzlich einschränkt.

Meine angepeilte durchschnittliche Jahresperformance liegt bei 15%; insofern bin ich sowohl mit dem Abschneiden der Wikis als auch meinem Depot sehr zufrieden. Solche Ausnahmeergebnisse wie die 32,8% aus 2019, die 37,37% aus 2020 und die 33,1% aus 2021 lassen sich allerdings nicht in jedem Jahr erzielen, wie die -10,5% aus 2018 gezeigt haben. Es liegen nun drei extrem erfolgreiche Börsenjahre hinter uns/mir und auch zwischen 2015 und 2017 legte mein 'operativer' Networth jeweils zwischen 20% und 24% zu.

»Bullenmärkte steigen den Menschen zu Kopf. Wenn Sie eine Ente in einem Teich sind und der Teich aufgrund eines Regengusses ansteigt, steigen Sie in der Welt auf. Aber Sie denken, dass es an Ihnen liegt und nicht am Teich.«
(Charlie Munger)

Diese Erfolgsserie fühlt sich fast schon wie Gewohnheit an, aber sie haben eines gemein: sie fanden in Jahren statt, als die Zinsen fielen und/oder auf Nullniveau verharrten und wo viel Liquidität in die Märkte floss. Diese Zeiten gehen nun möglicherweise zu Ende und damit muss ich - und wir alle - vermutlich meine (bald wohl zu) hohen Erwartungen drosseln, um nicht aus falscher Renditesucht zu viel Risiko einzugehen und am Ende kräftig draufzuzahlen. Es gilt also auch für mich, dem Ankereffekt auszuweichen. Ich hoffe, das gelingt.

So viel zu diesem Quartalsbericht. Ich bin - wie immer - gespannt auf eure Anmerkungen und eure Kritik...

Disclaimer: Die meisten der genannten Werte befinden sich auf meiner Beobachtungsliste und/ oder in meinem Depot/ Wikifolio.

2 Kommentare:

  1. Hallo Michael,
    Danke für das wieder einmal interessante Investor-Update.
    2 Fragen hätte ich dazu:
    - Wie viele Werte umfassen ca. dein Depot wenn 67% die Top 10 ausmachen? Hast du auch Titel mit einer Gewichtung unter 1%?
    - Mich wundert etwas, dass Microsoft hier nicht vertreten ist, da du sehr positiv über sie schreibst und diese auch im WIKI sehr hoch gewichtet hast.
    Danke.
    Viele Grüße, Basti

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    1. Moin Basti,
      mein Depot umfasst knapp 30 Werte, darunter auch welche mit einer Gewichtung um 1%. Wie die Tabelle zu den TOP 10 zeigt, liegen die Werte ab Platz 8 eng beieinander und auch auf den folgenden Plätzen gibt es eine Reihe von Werten mit Gewichtungen zwischen 2,5% und 3,5%. Ganz vorne im Verfolgerfeld finden sich Werte wie Microsoft oder Danaher.

      Da ich immer voll investiert bin, muss ich innerhalb meiner Depotwerte umschichten, wenn ich die Gewichtungen verändern will. Der deutliche Zuwachs bei den Asset Managern bedeutet zwangsläufig, dass ich andere Werte reduzieren musste. Damit ist keine generelle Abkehr von diesen Unternehmen verbunden, sonst würde ich das im Blog kommunizieren, sondern eher ein Rekalibrieren. Und die sich andeutende Zinswende hat mich dazu veranlasst, bei den Wachstumswerten etwas Geld vom Tisch zu nehmen zugunsten von Unternehmen, die eher von steigenden Zinsen profitieren dürften.

      P.S.: In meinem Quality Investing Wiki ist Microsoft aktuell die drittschwerste Position, knapp vor Costco. Ganz ähnlich wie in meinem Depot, jedenfalls wenn man es ohne die deutschen Nebenwerte betrachtet. Und natürlich fehlt im Wiki aktuell die zuvor KKR etwa gleichstark gewichtete Apollo Global Management, die aufgrund der Athene Übernahme ausgebucht wurde (daher hat das Wiki einen Cashbestand von knapp 13%). sobald die neuen APO-Aktien handelbar sind, will ich diese aber wieder mit ähnlicher Gewichtung ins Wiki aufnehmen...

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