Montag, 3. August 2015

Sorgt Berentzen bei Aurelius bald für gute Laune?

Als bekennender Apfelkorn-Liebhaber habe ich ja ein ganz besonderes Verhältnis zu Berentzen, dem Hersteller dieser herausragenden Leckerei. Und als Aktionär der Beteiligungsgesellschaft Aurelius, die sich auch auf meiner Empfehlungsliste befindet, habe ich ein nicht minderes Interesse an der Berentzen-Gruppe, denn als Aurelius-Aktionär bin ich ja quasi Miteigentümer bei Berentzen, seitdem Aurelius dort im Jahr 2008 eingestiegen ist.

Das Grundkapital von knapp 25 Mio. EUR verteilt sich auf je 4,8 Millionen nennwertlose Inhaber-Stammaktien und ebenso viele Vorzugsaktien. Zum Jahresende 2014 hielt Aurelius 91,21% der Stammaktien und 26,98% der börsennotierten Vorzugsaktien. Zwischenzeitlich gab Aurelius bekannt, weitere Stammaktien erworben zu haben und auch der Vorstandsvorsitzende von Berentzen, Frank Schübel, hat Stammaktien gekauft und sich damit erstmals am Unternehmen direkt beteiligt.

Die jüngsten Meldungen aus dem Unternehmen zeigen, dass der Sanierungskurs greift und Berentzen wieder attraktiv am Markt platziert ist. So waren die Zahlen zum ersten Quartal ziemlich erfreulich: das Konzern-EBIT wurde auf 1,5 Mio. EUR verbessert (minus 1,2 Mio. EUR), das Konzern-EBITDA stieg auf 3,4 Mio. EUR (0,5 Mio. EUR) und beim Konzernumsatz legte man um 5,8% gegenüber dem Vorjahreszeitraum zu.

Nun wird schon seit einiger Zeit gemunkelt, Aurelius suche nach einem Käufer für seine inzwischen wieder hübschere Tochter. Doch die Trennung des Grundkapitals in Stamm- und Vorzugsaktien erweist sich hier als Hemmschuh und so hat Aurelius kürzlich auf der Hauptversammlung die Zusammenlegung der beiden Aktiengattungen durchgesetzt. Nun werden im Verhältnis 1:1 die Vorzugsaktien in Stammaktien getauscht und anschließend sollen sämtliche Stammaktien im General Standard der Frankfurter Wertpapierbörse notiert werden. Das Grundkapital verändert sich durch diese Maßnahme nicht - wohl aber an der Gewichtung der Berentzen-Aktien an der Börse, denn nun werden ja sämtliche der 9,6 Mio. Stammaktien in die Marktkapitalisierung mit einbezogen, so dass diese nun rund 70 Mio. EUR betragen wird. Das klingt schon interessanter für Kaufinteressenten, zumal Aurelius ja auch nach der Zusammenlegung über mehr als 50% der Stammaktien verfügt und ein Kaufinteressent mit einer Transaktion zum Mehrheitseigner werden könnte.

 Berentzen Vz. (Quelle: comdirect.de)
Dem Aktienkurs von Berentzen ist der erfolgreiche Turnaround und die Zusammenlegung der Aktiengattungen samt der Spekulationen über einen Ausstieg von Aurelius jedenfalls bisher prächtig bekommen und er ist von den 4 EUR zu Jahresanfang auf nunmehr 7,30 EUR in die Höhe geschossen. Auch zur Freude von Aurelius, denn deren rund 5 Mio. Aktien haben ihren Wert von etwa 20 Mio. EUR auf gute 37 Mio. EUR erhöht. Und sollte man einen interessierten Käufer für Berenzten finden, dürfte sich hier eine weitere Prämie ergeben.

Denkbar wäre natürlich auch eine außerbörsliche und ggf. schrittweise Veräußerung an institutionelle Anleger. Allerdings hatte Aurelius 2008 wohl mehr als 3 EUR je Aktie bezahlt und selbst inkl. der teilweise üppigen Dividenden und Zinszahlungen für Kredite, die man Berentzen übergangsweise gewährt hatte, läge man bei Verkaufskursen um die 7 bis 8 EUR meilenweit unter dem Track-Rekord von Aurelius, die bisher im durchschnitt mit ihren Engagements das eingesetzte Kapital in etwas verneunfacht hat.

So oder so, die Aktionäre von Berentzen und von Aurelius können sich freuen, denn die Sanierungsbemühungen bei dem alteingesessenen Spirituosenhersteller tragen zunehmend saftige Früchte.

Kommentare:

  1. Aurelius hat in den letzten Jahren gezeigt, dass sie Geld verdienen kann - der Aktienkurs wiederspiegelt den Erfolg. Momentan ist bei Dir Blackstone die größte Position und mich würde es interessieren, ob Du dies irgendwann ändern möchtest - von Blackstone zu Aurelius?

    Außerdem habe ich auch eine weitere Frage an dich. Ich möchte in Zukunft Kinnevik Aktien kaufen, die ebenfalls eine Beteiligungsgesellschaft ist. In den letzen 20-30 Jahren wurde eine durchschnittliche Rendite von ca. 20 % erreicht. Was halltest Du von Kinnevik?

    Eine weitere Beteiligungsgesellschaft ist Rocket Internet, das Unternehmer der Samwer Brüder. Die Samwers machen mir ehrlich gesagt einen guten Eindruck, Rocket Internet auch. Was halltest Du von Rocket Internet? Würdest Du deren Aktien kaufen? Wenn nein, warum? Ich persönlich würde Rocket Internet mit einem Waren-Zitate beschreiben "Ein tolles Unternehmen, zu einem hohen Preis, ist ein schlechtes Investment".

    Ich frage dich, weil Du die Unternehmen ganz anders betrachtest. Vielen Dank für deine Mühe !



    D

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    1. Wenn ich nur die reinen Depotwerte betrachte, ohne die Liquidität, hat Blackstone einen Depotanteil von 28% und Aurelius als meine zweitgrößte Position immerhin auch 19%. Danach folgen noch drei weitere Positionen, die jeweils bei gut 11% liegen. Ich werde jetzt nicht aktiv Aurelius Aktien zukaufen, jedenfalls nicht aus Depot-Balance-Gründen. Oder im Gegenzug Blackstone-Aktien veräußern. Ich bin mit der Verteilung aktuell so recht zufrieden. Die Übergewichtung von Blackstone hat ja u.a. auch damit zu tun, dass ich meine (vergleichbaren) KKR-Aktien verkauft und in Blackstone getauscht habe, weil ich hier noch größeres Potenzial sehe. Aurelius selbst hat sich seinen Vorsprung durch die überragende Aktienkursentwicklung der letzten Jahre erkämpft.

      P.S.: Zu den beiden von Dir angefragten Unternehmen, Kinnevik und Rocket Internet, folgen noch Antworten von mir.

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  2. Bei Berentzen wurde die Umwandlung der Vorzugsaktien ohne Stimmrecht in Stammaktien mit Stimmrecht in das Handelsregister eingetragen um ist seit dem 28. September 2015 wirksam. Zu diesem Datum beträgt die Gesamtzahl der Stimmrechte der Berentzen-Gruppe Aktiengesellschaft nun insgesamt 9.600.000 Stimmrechte.

    Die Berentzen-Mutter Aurelius AG hat folgerichtig am 28. September 2015 die Schwelle von 75% unterschritten und hält zu diesem Tag 56,28% (5.403.012 Stimmrechte). Davon sind der Aurelius AG 49,57% (4.758.773 Stimmrechte) zuzurechnen, die sie über die von ihr kontrollierte BGAG Beteiligungs GmbH hält.

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