Dienstag, 7. Juni 2016

Zahlen & Mehr: Deutsche Beteiligungs AG, Hypoport, Lloyd Fonds

:: Deutsche Beteiligungs AG
Warbug Pincus übernimmt vom Management den Mehrheitsanteil am Breitbandanbieter Inexio. Im Rahmen einer Kapitalerhöhung bringt der Londoner Finanzinvestor €30 Mio. frische Mittel in das Unternehmen ein, wobei das Management-Team um CEO und Gründer David Zimmer teilweise nicht bei der Kapitalerhöhung mitzieht. Das Management hält daher künftig nur noch 25 Prozent an Inexio. Der zu Grunde liegende Unternehmenswert von Inexio wird auf €250 Mio. taxiert. Ex-Telekom CEO René Obermann, der im vergangenen Jahr als Partner bei Warburg Pincus angeheuert hatte, wird den Aufsichtsratsvorsitz bei Inexio übernehmen. Er will das 2007 gegründete Unternehmen „zu einem der führenden Netzanbieter Deutschlands“ machen. Um dieses Ziel zu erreichen, würde in den kommenden Jahren ein ambitionierter Wachstums- und Konsolidierungsplan finanziert“ mit Geld aus dem elften Beteiligungsfonds von Warburg Pincus, der einen Umfang von 11,2 Mrd. hat.

Weiterer Eigentümer von Inexio ist seit drei Jahren die DBAG, die bei der Kapitalerhöhung voll mitgezogen hat und so ihren Anteil bei 10% halten konnte. Danke Warburg Pincus und René Obermann könnten hier eine echte Wachstumsperle im DBAG-Portfolio heranreifen. So scheint es auch die Baader Bank zu sehen, die die DBAG auf ihre Liste der "Top Stock Ideas" gesetzt hat mit einem Kursziel von €34,80 und ihr damit ein Kurspotenzial von weiteren 25% zubilligt.

:: Hypoport
Das FinTech-Unternehmen hat zugekauft und mit dem Erwerb des Softwareunternehmens NKK Programm Service AG seine Wettbewerbsposition im Versicherungsmarkt gestärkt. Ich hatte ja kürzlich unter dem Hinweis auf den hohen Kostendruck und die anstehenden enormen Investitionssummen im Versicherungsbusiness Aktien der GFT Technologies gekauft und auf meine Empfehlungsliste genommen, und Hypoport stößt mit diesem Zukauf ins gleiche Horn.

:: Lloyd Fonds
Die Lloyd Fonds AG ist ein Anbieter von geschlossenen Fonds und strukturierten Kapitalanlageprodukten. Das Unternehmen ist in den Anlageklassen Schifffahrt, Zweitmarkt-Lebensversicherungen, Immobilien, Private Equity, Regenerative Energien und Flugzeuge aktiv, wobei die Leistungen die komplette Wertschöpfungskette eines traditionellen Emissionshauses abdecken. Nachdem man insbesondere mit Schiffsfonds vor einigen Jahren ziemlich Schiffbruch erlitten hat (was für ein Wortspiel...) und viele Anleger sich eine blutige Nase geholt haben, befindet man sich inzwischen auf dem Weg zu einem erfolgreichen Turnaround.

Die letzten Tage gibt es gleich mehrfach positive Nachrichten. So konnte der Konzerngewinn im Geschäftsjahr 2015 auf €1,6 Mio. glatt verdoppelt werden und liegt damit das dritte Jahr infolge im positiven Bereich. Daher wird der Hauptversammlung am 20. Juli erstmals seit vielen Jahren wieder eine Dividende auszukehren, die bei €0,07 je Aktie liegen soll und somit eine Dividendenrendite von knapp 4% erreicht. Und bereits am Donnerstag konnte der Asset-Manager vermelden, er habe mehrere Touristen-Hotels an ein namhaftes Family Office vermittelt. Dabei handelt es sich um 4-Sterne First-Class und 4-Sterne Superior Hotels, die langfristig an einen renommierten Betreiber verpachtet sind. Sie liegen größtenteils an der deutschen Küste und verfügen insgesamt über rund 700 Zimmer. Mit der Vermittlung des Hotelportfolios konnte die Lloyd Fonds AG erneut ergebniswirksam ein Projekt im Bereich der Asset-Anlage für institutionelle Investoren realisieren und hat eine weitere Hoteltransaktion in Vorbereitung. Für risikoaffine Investoren könnte sich hier eine weitere erfolgreiche Turnaround-Spekulation anbahnen.

Die DBAG, GFT Technologies, Hypoport und Lloyd Fonds befinden sich in meinem Depot und mit Kauf-Votum auf meiner Empfehlungsliste.

Kommentare:

  1. "Anlageklassen Schifffahrt, Zweitmarkt-Lebensversicherungen, Immobilien, Private Equity, Regenerative Energien und Flugzeuge aktiv"

    Das klingt ja ... moment - ein positives Wort ... Abenteuerlich. Wünsche viel Glück damit. Haben Sie nicht gerade alle "Alternative Investments" rausgeschmissen weil Sie in diesem Segment Rückgänge wegen ETFs erwarten? Ich denke in diesem Fall ist der Anlagehorizont kürzer gedacht?

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    1. Äh nein...
      ich habe alle Unternehmen mit der Rechtsform MLP und LP rausgeschmissen aufgrund der steuerlichen Problematik. "Alternative Assetmanager" habe ich hingegen zugekauft, so kürzlich Publity, Patrizia und MPC Capital. Llyods Fonds passen da hervorragend rein und auch die HCI Capital, die mit einer kleinen Position in meinem Depot auf den Turnaround wartet. Auch die Deutsche Beteiligung ist im weiteren Sinne im Markt für Alternative Anlagen aktiv, weil sie ja Publikumsfonds für Unternehmensbeteiligungen anbietet.

      Richtig ist allerdings, dass Llyods Fonds, HCI Capital, Softship und auch MPC Capital spekulativeren Charakters sind, da es sich um Turnaround-Kandidaten handelt, die allesamt auch (zumindest teilweise) im Bereich Schifffahrt und/oder Schiffsfinanzierungen zuhause sind. Ich hatte schon in dem einen oder anderen Investor-Update in den letzten Wochen angekündigt, dass ich mich verstärkt diesem Bereich zuwenden wolle - in vollem Bewusstsein, dass dies antizyklische Investments sind. Aber die Deutsche Rohstoff AG halte ich ja auch seit längerem und erst nun beginnt es sich langsam auszuzahlen. Geduld bleibt hier die Maxime, Geduld.

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