Dienstag, 21. Juli 2026

Kissigs Börsengeschichte(n): Am 21.07.2002 brach WorldCom zusammen und offenbarte ein unglaubliches Maß an Bilanzfälschungen und Betrug

Am 21.07.2002 beantragte WorldCom Gläubigerschutz nach Chapter 11 des US-Insolvenzrechts und damit erreichte einer der größten Unternehmensskandale der Wirtschaftsgeschichte seinen dramatischen Höhepunkt. Mit Vermögenswerten von mehr als 100 Milliarden Dollar handelte es sich damals um die größte Unternehmensinsolvenz in der Geschichte der Vereinigten Staaten. Erst Jahre später wurde dieser Rekord durch den Zusammenbruch von Lehman Brothers übertroffen.

Doch WorldCom war weit mehr als ein spektakulärer Insolvenzfall. Der Konzern wurde zum Sinnbild für die Schattenseiten des Börsenbooms der 1990er Jahre, für eine Unternehmenskultur, die Wachstum um jeden Preis verlangte, und für einen Bilanzbetrug, der das Vertrauen in die amerikanischen Kapitalmärkte nachhaltig erschütterte.

Die Enthüllung milliardenschwerer Bilanzmanipulationen vernichtete innerhalb kürzester Zeit Milliarden an Aktionärsvermögen, kostete Tausende Beschäftigte ihren Arbeitsplatz und führte zu tiefgreifenden Reformen der Unternehmensaufsicht. Der Name WorldCom steht bis heute als Mahnung dafür, welche Folgen fehlende Kontrollen, übersteigerter Erfolgsdruck und mangelnde Transparenz haben können.
 

Börsenweisheit des Tages | 21.07.2026

"Ein Kleinaktionär ist jemand, der seine Gefühle dem Wirtschaftsteil der Tageszeitung entnimmt."
(Karsten Mekelburg)

Montag, 20. Juli 2026

5,5 Millionen Prozent Rendite: Warren Buffett erklärt, wie auch Privatanleger die perfekten Aktien für ihr Depot finden und damit fette Überrenditen erzielen können

Warren Buffett ist der beste Investor aller Zeiten und hat sich kürzlich nach 60 Jahren an der Spitze seiner Investmentholding Berkshire Hathaway in den (Un-)ruhestand verabschiedet. Unterm Strich erzielte er in diesem Zeitraum einen durchschnittlichen jährlichen Wertzuwachs von beeindruckenden 20% - dies zeigt die ungeheure Kraft des Compounding, auch bekannt als Zinseszins. Dabei konnte das "Orakel von Omaha", wie Buffett von seinen Fans auch genannt wird, in der Einzelbetrachtung den S&P 500 in den meisten Jahren schlagen. Der kumulierte Zuwachs der Berkshire-Aktie seit Buffetts Übernahme 1964 beläuft sich auf rund 5,5 Mio. % verglichen mit "nur" gut 39.000 für den S&P 500.

Andersherum betrachtet könnte die Berkshire-Aktie um 99% fallen und hätte über den 60-Jahreszeitraum hinweg immer noch eine bessere Rendite als der S&P 500 erzielt. Was für ein Vermächtnis!

Doch Buffetts Erfolg ist kein Zufall und kein Hexenwerk. Es gründet auf einem disziplinierten Investmentansatz und einigen wenigen Prinzipien. Dieser Börsenzaubertrank ist so einfach zusammenzubrauen, dass dies jeder selbst in der heimischen Küche erledigen kann. Und Buffett erklärt auch genau, wie das gelingt...

Börsenweisheit des Tages | 20.07.2026

"Es würde manche politischen Prozesse kolossal erleichtern, befänden Parlament und Börse sich unter einem Dach."
(Martin Gerhard Reisenberg)

Sonntag, 19. Juli 2026

Börsenweisheit des Tages | 19.07.2026

"Mit der Zeit sind wir klüger geworden. Wir sind in immer bessere Unternehmen eingestiegen. Wir verstehen mehr und mehr, was für schlimme Dinge passieren können und wie leicht sie sich einschleichen können. Und je älter wird wurden, desto mehr haben wir sie vermieden."
(Charlie Munger)

Samstag, 18. Juli 2026

Kissigs Rückblick 29/2026: Die Kurstreiber in meinem Depot waren Almonty, Rocket Lab, Frequency Electronics, Vincorion und Texas Pacific Land - mit blutrotem Ende

Die Top-Werte meines Investmentdepots veröffentliche ich jeweils zum Quartalsende in meinen Investor-Updates und meine Beobachtungsliste aktualisiere ich wöchentlich.

Ergänzend gebe ich heute eine kurze Übersicht zu den Werten, die in der letzten Woche mein Investmentdepot am stärksten bewegt haben. Dabei geht es um alte Bekannte und neue Liebschaften. Und es gibt die eine oder andere Überraschung sowie altkluge Einschätzungen. Natürlich... ツ

Kissigs Beobachtungsliste

Meine Beobachtungsliste ist eine Anregung. Sie enthält Aktien, die ich für langfristig interessant und aussichtsreich halte und hier im Blog begleite. Trotz vieler Überschneidungen ist sie weder identisch mit meinem Investmentdepot noch mit meinen Wikis und sie ist auch kein Musterdepot.

Sie enthält deutsche Aktien, vor allem Nebenwerte, die internationalen Aktien werden von US-Werten dominiert, es gibt BDCs und REITs, Turnaround-Spekulationen, FinTech-Engagements sowie Royalty-Plays. Inzwischen haben sich hier Tenbagger angesammelt, viele Verdoppler, aber einige Werte liegen auch deutlich zweistellig im Minus. Da ist von jedem und für jeden was dabei...

Börsenweisheit des Tages | 18.07.2026

"Börsenkurse sind die Fieberkurven unserer Zeit."
(Siegfried Wache)

Freitag, 17. Juli 2026

Börsenweisheit des Tages | 17.07.2026

"Manager, die immer versprechen, "die Zahlen zu erreichen", werden irgendwann in Versuchung kommen, die Zahlen zu schönen."
(Warren Buffett)

Donnerstag, 16. Juli 2026

Börsenweisheit des Tages | 16.07.2026

"Je mehr Sorgen die Menschen haben, desto besser für den Anleger, denn diese Sorgen sind bereits in den Börsenkursen enthalten."
(Bill Miller)

Mittwoch, 15. Juli 2026

Buffett erklärt, weshalb Unternehmen genau die Aktionäre haben, die sie verdienen

Starinvestor Warren Buffett hat sich in seinem Investorenbrief von 1979 an die Aktionäre seiner Investmentholding Berkshire Hathaway damit beschäftigt, wie das Verhalten des Managements dazu führt, dass Unternehmen eine bestimmte Art von Aktionären anziehen.
"Unternehmen erhalten überwiegend genau die Aktionärsbasis, die sie anstreben und verdienen. Wenn sie ihr Denken und ihre Kommunikation auf kurzfristige Ergebnisse oder kurzfristige Börsenentwicklungen ausrichten, werden sie ebenfalls überwiegend Aktionäre anziehen, die sich auf dieselben Faktoren konzentrieren. Und wenn sie Investoren gegenüber zynisch auftreten, ist es sehr wahrscheinlich, dass ihnen dieser Zynismus schließlich von der Investmentgemeinschaft zurückgespiegelt wird.

Phil Fisher verglich die Strategie eines Unternehmens zur Gewinnung von Aktionären einmal mit der eines Restaurants, das um Kunden wirbt. Ein Restaurant kann eine bestimmte Zielgruppe ansprechen – etwa Liebhaber von Fast Food, gehobener Küche oder asiatischer Speisen – und sich im Laufe der Zeit eine passende Stammkundschaft aufbauen. Wird dies professionell umgesetzt, kommen diese Gäste, zufrieden mit Service, Speisekarte und Preisniveau, immer wieder zurück. Ein Restaurant kann jedoch nicht ständig seinen Charakter wechseln und trotzdem eine zufriedene und treue Kundschaft behalten. Würde es abwechselnd französische Gourmetküche und Hähnchen zum Mitnehmen anbieten, wäre das Ergebnis ein ständiges Kommen und Gehen verwirrter und unzufriedener Kunden.

Genauso verhält es sich mit Unternehmen und der Aktionärsgruppe, die sie anziehen möchten. Man kann nicht gleichzeitig alles für jeden sein und zugleich Eigentümer mit völlig unterschiedlichen Interessen gewinnen wollen – von Anlegern, die hohe laufende Ausschüttungen bevorzugen, über Investoren mit Fokus auf langfristiges Kapitalwachstum bis hin zu solchen, die auf spektakuläre Börsenbewegungen aus sind."
Diese Erkenntnisse sind ein weiteres starkes Argument dafür, dass Unternehmen nur dann nachhaltig Erfolg haben, wenn das Management zum Unternehmen passt, seine Kultur und seine DNA "lebt". Egal wie herausragend ein Manager auch ist, wenn er einen "Kulturschock" auslöst kann dies die Siegesserie auch des erfolgreichsten Unternehmens beenden. Was sich dann zumeist auch im Aktienkurs negativ niederschlägt. Und gegebenenfalls aktivistische Investoren auf den Plan ruft, die das Management zum Umlenken zwingen wollen, um die aufgestauten Wertpotenziale zu heben.

Das kann funktionieren, aber viel erfolgversprechender ist, sofort auf den richtigen Dreiklang zu setzen mit einem Management, das zum Unternehmen passt und damit gleichgesinnte Aktionäre anzieht. Buffett hat es bei und mit Berkshire vorgemacht und von Anfang an und über Jahrzehnte hinweg Langfristanleger angelockt. Sein Partner Charlie Munger verfolgte dieselbe Philosophie - und es bleibt zu hoffen, dass Buffetts Nachfolger Greg Abel ihrem Erfolgsweg treu bleibt. Time will tell...

Disclaimer: Habe Berkshire auf meiner Beobachtungsliste und/oder im Depot/Wiki.

Börsenweisheit des Tages | 15.07.2026

"Ein undisziplinierter Moment kann Monate der Geduld zunichtemachen."
(Allgemeine Börsenweisheit)

Dienstag, 14. Juli 2026

Börsenweisheit des Tages | 14.07.2026

"Etwa einmal pro Jahrzehnt wird die Welt in einer Art und Weise erschüttert, die kaum jemand kommen sah."
(Morgan Housel)

Montag, 13. Juli 2026

Börsenweisheit des Tages | 13.07.2026

"Man muss sich seinen besonderen Kompetenzbereich suchen und sich darauf konzentrieren. Am besten geht man dorthin, wo es dumme Wettbewerber gibt."
(Charlie Munger)

Sonntag, 12. Juli 2026

[Kissigs Kloogschieterei] Die NATO- schwenkt auf Selbst(er)findungskurs

Der NATO-Gipfel in Ankara fand in einer Zeit der Unsicherheit und des Umbruchs statt. In der Ukraine wütet der russische Eroberungskrieg im vierten Jahr und ein Ende ist nicht abzusehen – auch weil die Ukraine sich als hartnäckiger Gegner erwiesen hat, der Putins "mehrtägige Spezialoperation" in einen ausgewachsenen Krieg verwandelt hat, in dem Russland längst von der Siegerstraße abgekommen ist. Und im Nahen Osten schießen Amerikaner und Iraner wieder aufeinander und Trump erklärte soeben das "Memorandum of Understanding", das den Weg zu einem Frieden ebnen sollte, für beendet. Überall rauchende Colts.

Es könnte eine Sternstunde des westlichen Verteidigungsbündnisses sein, doch die Allianz zeigt Schwächen – und auch die gehen auf Trump zurück. Schon länger kritisiert er die NATO-Verbündeten und stellt inzwischen der Nutzen der Verteidigungsallianz (für die USA) infrage. Im Kern hat er dabei gute Argumente auf seiner Seite und auch deshalb ist Bewegung in die Europäer gekommen, endlich ihre Verteidigung wieder in die eigenen Hände zu nehmen. Die Bedrohung durch den russischen Bären für Mittel- und Westeuropa ist nicht mehr zu ignorieren – auch weil Trump sich als "Putins best Buddy" geoutet hat und am liebsten nur "beautiful deals" mit ihm abschließen will, die den USA – und vor allem dem Trump-Clan – Vorteile bringen. Eigennutz als dominierende Triebfeder.

Und Eigennutz ist es auch, was die NATO aktuell antreibt. Der eigene Schutz ist elementar, das Abnabeln von den USA ebenfalls. Wenn der "große Bruder" wankelmütig wird und vielleicht sogar zum Aggressor (Grönland), kann man sich weder auf seinen Beistand noch auf seine Waffensysteme verlassen. Die Europäer und NATO-Partner Kanada suchen den Schulterschluss zu einer "NATO-". Die Stärke der "europäischen NATO", wie Bundeskanzler Merz sie nannte, liegt in der eigenen Stärke.

Die Europäer müssen besser zusammenarbeiten, sie müssen ihre Waffensysteme besser koordinieren und aufeinander abstimmen und das gilt auch für die nachgelagerten Bereiche, wie Beschaffung, Wartung, Reparaturen. Vereinheitlichung und Standardisierung müssen staatliche Insellösungen ersetzen, um effizienter zu werden und im wahrsten Sinne schlagkräftiger. Die Alternative dazu zeigt sich in der Ukraine, wo ein fressgieriger Nachbar Millionen Leben zu opfern bereit ist, um seine imperialen Ziele durchzusetzen.

Europa muss aufrüsten und sich wieder selbst verteidigen können. Davon profitieren die heimischen Rüstungsunternehmen und so haben Rheinmetall, Hensoldt und Vincorion zuletzt Erfolge bei den Auftragseingängen zu verzeichnen. Der Trend geht dabei, natürlich, Richtung Drohnen und mobiler Angriffs- und Verteidigungssysteme und hier punkten die deutschen Hersteller vor allem durch eine Vielzahl an Joint Ventures und Kooperationen. Zudem bietet sich Deutschland als Industriestandort mit bestens ausgebildeten Facharbeitern als Standort für die Produktion amerikanischer Waffensysteme außerhalb der USA geradezu an - und die Kooperation von Rheinmetall mit Lockheed Martin zur Produktion der ATACMS-Raketen zeigt diesen neuen Trend.

Für Deutschland bietet sich hier auch eine andere Chance: die in größerem Umfang freigesetzten Mitarbeiter der strauchelnden Automobilindustrie stehen beinahe übergangslos der Rüstungsindustrie zur Verfügung. In einer Studie hat EY dargelegt, dass die 1,5% des BIP, die europäischen NATO-Staaten in sicherheitsrelevante Infrastruktur investieren müssen jährlich etwa 320 Mrd. Euro entspricht und das davon 62 Mrd. Euro auf Deutschland entfallen werden. Dies wird ein massiver Konjunkturimpuls und die Investitionen dürften eine jährliche Produktionswirkung von 822 Mrd. Euro auslösen und damit europaweit rund 4,4 Mio. Jobs schaffen, wovon auf Deutschland rund 723.000 entfallen sollten.

Profitieren wird unsere (teilweise marode) Infrastruktur, also Bauunternehmen und Betonhersteller. Aber ebenso wird mehr Geld in Energieinfrastruktur fließen und natürlich in den Schutz unserer Infrastruktur vor physischen Bedrohungen und Cyberattacken.
"Si vis pacem, para bellum (Wenn du Frieden willst, bereite den Krieg vor)."
(Vegetius)
Es ist ein Ammenmärchen, dass Rüstungsinvestitionen verlorenes Geld seien, weil die erworbenen Waffensysteme anschließend nur rumstehen und Kosten verursachen würden. Auch durch sie entsteht Wertschöpfung, durch ihre Entwicklung, Produktion, Wartung, Nutzung, Instandhaltung, Pflege. Und vor allem dienen sie unserem Schutz. Deutschlands großer Wohlstand ist auch das Resultat daraus, dass seit 80 Jahren kein Krieg mehr unser Land in Schutt und Asche gelegt hat. So konnte der erarbeitete Wohlstand über mehrere Generationen weitergegeben werden. Für Deutschland, das zuvor etwa alle 40 Jahren verheerende Kriege erlebt hat, war das ein ganz neues Gefühl - allerdings weiß heute bei uns fast niemand mehr, dass Frieden keine Selbstverständlichkeit ist und jeden Tag aufs Neue sichergestellt werden muss. Deutschlands Mitgliedschaft in der EU und der NATO sind seine Garanten, nicht Friedensgebete und Mahnwachen.

Die Friedensdividende ist längst verspeist und nun ist wieder Realpolitik angesagt: Europa muss erkennen, dass es sich selbst am nächsten ist. Für Anleger bieten sich hier ebenfalls Chancen, denn die Wiederaufrüstung Europas ist eine Generationenaufgabe, die gerade erst Fahrt aufnimmt. Und Deutschlands Rüstungsschmieden spielen ganz vorne mit. Die erste Euphoriewelle ist verebbt und nüchternem Realitätsdenken gewichen: seit jeher eine solide Basis für gute Geschäfte und langfristig steigende Aktienkurse.

Alles Gute für euer Geld!
Michael C. Kissig

Disclaimer: Habe Hensoldt, Rheinmetall, Vincorion auf meiner Beobachtungsliste und/oder im Depot/Wiki.

Börsenweisheit des Tages | 12.07.2026

"An der Börse zu investieren, ist nicht riskant. An der Börse zu spekulieren schon."
(Brian Feroldi)

Samstag, 11. Juli 2026

Börsenweisheit des Tages | 11.07.2026

"Es viel leichter, auf einen Kurseinbruch zu warten, als bei einem Kurseinbruch zu kaufen."
(Allgemeine Börsenweisheit)

Freitag, 10. Juli 2026

[Kissigs Nebenwerte-Analyse] Klöckner: Europas größter unabhängiger Stahl- und Metallhändler im Wandel zur digitalen Plattform

Im Magazin "Der Nebenwerte Investor" von Traderfox finden sich regelmäßig Analysen von mir zu deutschen Nebenwerten. Das Magazin ist kostenpflichtig und wer dieses oder eine der weiteren Börsenzeitschriften von Traderfox bestellen möchte, gelangt ▶ hier zur Übersicht. Mehrwert für die Leser meines Blogs: Nach Erscheinen des Magazins darf ich meine Nebenwerte-Analysen dann auch hier veröffentlichen.


Artikel aus "Der Nebenwerte Investor" Ausgabe 14/2026 vom 02.07.2026

Aktien in dieser Ausgabe: Klöckner, PVA TePla, Verbio

Börsenweisheit des Tages | 10.07.2026

"Charlie (Munger) und ich haben nie eine Meinung über die Börse, weil sie nicht fundiert wäre - und sie könnte die Meinungen beeinträchtigen, die wir haben und die fundiert sind."
(Warren Buffett)

Donnerstag, 9. Juli 2026

[Kissigs Börsentheater] Warren Buffett meint, das beste Geschäft sei eine Lizenzgebühr auf das Wachstum anderer. Einfach (und) clever...

Börsenlegende Warren Buffett erklärt, wie man einfach zu Geld kommt: "Das beste Geschäft ist eine Lizenzgebühr auf das Wachstum anderer, die selbst wenig Kapital benötigt". Man kann sich dann einfach zurücklehnen und das Geld anderer Leute für sich selbst arbeiten lassen. Je erfolgreicher sie sind, desto mehr Kohle streicht man dabei ein. Klingt (zu) perfekt? Schon möglich, aber, es gibt eine ganze Reihe von Businessmodellen, die genau auf diesem Konzept aufbauen.

Asset Manager fahren ein solches Businessmodel, da sie Provisionen für das Managen des Kapitals ihrer Investoren und auf die realisierten Gewinne erhalten. Apollo Global ManagementBlackRockBlackstone Group, Brookfield, KKR & Co sind Experten darin und je größer ihre Assets under Management (AuM) werden, desto besser skalierbar wird ihr Geschäft. In Deutschland finden wir hierzu mit Patrizia, einen weitgehend auf Gewerbeimmobilien spezialisierten Asset Manager.

Lizenzgebühren erhält auch, wem Rechte gehören, zum Beispiel an Filmen oder Songs. Während der Corona-Phase fanden kaum Konzerte statt und so haben viele Künstler ihre Songbibliothek zu Geld gemacht durch den Verkauf ihrer Songrechte. Blackstone hat dazu Hipgnosis übernommen mit einem Bruttovermögen von rund 2,2 Mrd. Dollar an Musikkatalogen und Tantiemen mit so bekannten Künstlern wie Justin Bieber, Bob Dylan, Shakira, Bruce Springsteen und den Red Hot Chili Peppers. Inzwischen wurde Hipgnosis von Blackstone in Recognition Music umbenannt und ein Großteil der Songrechte an Sony Music Publishing veräußert.

Mit einem weiteren dieser Lizenzgebühr-Modelle haben wir es bei Börsenbetreibern und Brokern zu tun. Sie nehmen Provisionen ein, wenn Anleger aktiv handeln oder über Depotgebühren. Je aktiver Anleger sind, je größer ihr Depotvolumen, desto höher sind die Provisionseinnahmen. Die Deutsche Börse ist hier zu nennen, Charles Schwab und Intercontinental Exchange.

Ein weiteres Lizenz-Business spielt sog. "Royalties" ein und Mineral sowie Surface Rights - also umsatz- und/oder gewinnabhängige Erträge aus Landeigentum. So etwas wird vor allem im Rohstoffsektor vereinbart und ein "Royalty-Pure-Play" ist z.B. Texas Pacific Land, die riesige Gebiete im Permian Basin (Texas und New Mexico) halten, wo andere nach Öl und Gas bohren. Und an der Wasserver- und -entsorgung verdienen, ihr Land für Wind- und Solarfarmen zur Verfügung stellen - und für ein erstes KI-Rechenzentrumsprojekt von Chevron und Microsoft. Ins gleiche Horn, nur ohne Öl/Gas und ein paar Nummern kleiner, stößt LandBridge

Mein Fazit

Lizenzgebühren sind eine einfache Geschäftsidee. Einfach (und) clever. Und als Aktionäre können wir genauso einfach daran mitverdienen. Die Gewinne explodieren nicht, aber sie fließen stetig und sorgen so für einen anhaltenden Cashflow-Strom - und entfachen so über die Jahre ganz von selbst die ungeheure Kraft des Compounding. Echt simpel...

Disclaimer: Habe Apollo Global Management, BlackRock, Blackstone Group, Brookfield, Intercontinental Exchange, KKR, LandBridge, Patrizia, Texas Pacific Land auf meiner Beobachtungsliste und/oder im Depot/Wiki.

••• Überarbeite Fassung eines Artikels aus Juli 2023

Börsenweisheit des Tages | 09.07.2026

"Treffen Sie keine Anlageentscheidung auf der Grundlage von Korrelationen. Alle Korrelationen auf dem Markt, ob real oder illusorisch, werden sich verschieben und bald verschwinden."
(David Dreman)

Mittwoch, 8. Juli 2026

Börsenweisheit des Tages | 08.07.2026

"Wenn Sie ein langfristiger Anleger sind, sollten Sie hochwertige Aktien besitzen und vor denjenigen die Ohren verschließen, die sagen, dass ein Zinsanstieg Ihnen Probleme bereiten wird. Und wenn Sie kein langfristiger Anleger sind, frage ich mich, was Sie überhaupt auf dem Aktienmarkt machen, und das werden Sie sich eines Tages auch."
(Terry Smith)

Dienstag, 7. Juli 2026

Börsenweisheit des Tages | 07.07.2026

"Angst macht den Wolf größer als er ist."
(Deutsche Weisheit)

Montag, 6. Juli 2026

Börsenweisheit des Tages | 06.07.2026

"Ich erkannte sofort, dass Ben Graham falsch lag. Das wahre Geld macht man mit den wirklich großartigen Unternehmen, die einen von Erfolg zu Erfolg führen."
(Charlie Munger)

Sonntag, 5. Juli 2026

Kissigs Börsengeschichte(n): Am 05.07.1994 gründete Jeff Bezos Amazon.com. und schuf damit den größten globalen Online-Marktplatz. Anschließend baute er es zum wohl mächtigsten Online-Powerhouse der Welt aus

Als Jeff Bezos am 05.07.1994 Amazon.com gründete, ahnte kaum jemand, dass daraus eines der wertvollsten und einflussreichsten Unternehmen der Welt entstehen würde. Amazon begann als unscheinbarer Online-Buchhändler in einer Garage in Bellevue im US-Bundesstaat Washington.

Gut drei Jahrzehnte später ist das Unternehmen weit mehr als ein Versandhändler. Amazon ist zugleich Einzelhändler, Marktplatzbetreiber, Logistikkonzern, Cloud-Anbieter, Halbleiterentwickler, Produzent von Unterhaltung, Anbieter künstlicher Intelligenz und einer der größten Investoren in Rechenzentren weltweit.

Der Weg dorthin war keineswegs geradlinig. Amazon schrieb über viele Jahre kaum Gewinne, investierte nahezu jeden verdienten Dollar wieder in Wachstum und wurde von vielen Analysten als dauerhaft unprofitables Unternehmen verspottet. Erst im Rückblick wird deutlich, dass Jeff Bezos einer konsequenten Strategie folgte, die heute als eines der erfolgreichsten Geschäftsmodelle der modernen Wirtschaft gilt: das sogenannte Amazon Flywheel.

Dieses selbstverstärkende Geschäftsmodell verbindet niedrige Preise, große Produktauswahl, hohe Kundenzufriedenheit, steigende Nachfrage, wachsende Verkäuferzahlen und sinkende Stückkosten zu einem Kreislauf, der sich mit zunehmender Unternehmensgröße immer schneller dreht. Die Fähigkeit, Gewinne konsequent zu reinvestieren und damit neue Geschäftsfelder zu erschließen, machte Amazon letztlich zu einem Unternehmen, dessen Bedeutung weit über den Onlinehandel hinausreicht.

Börsenweisheit des Tages | 05.07.2026

"Es ist eine Sache, eine wirksame Strategie zu haben, aber eine andere, sie auch umzusetzen."
(David Dreman)

Samstag, 4. Juli 2026

Kissigs Rückblick 27/2026: Meine stärksten Kurstreiber im Depot waren Rocket Lab, Rheinmetall, LandBridge, Vincorion, 2G Energy - mit Kurssprung in die zweite Jahreshälfte

Die Top-Werte meines Investmentdepots veröffentliche ich jeweils zum Quartalsende in meinen Investor-Updates und meine Beobachtungsliste aktualisiere ich wöchentlich.

Ergänzend gebe ich heute eine kurze Übersicht zu den Werten, die in der letzten Woche mein Investmentdepot am stärksten bewegt haben. Dabei geht es um alte Bekannte und neue Liebschaften. Und es gibt die eine oder andere Überraschung nebst altkluger Einschätzungen. Natürlich... ツ

Börsenweisheit des Tages | 04.07.2026

"Wann immer man eine große Menge an zukünftigen Erträgen zu einem niedrigen Preis kaufen kann, hat man eine gute Investition getätigt."
(Sir John Templeton)

Freitag, 3. Juli 2026

[Kissigs Nebenwerte-Analyse] PVA TePla: Der Spezialmaschinenbauer entwickelt sich zum Hightech-Partner der Halbleiterindustrie

Im Magazin "Der Nebenwerte Investor" von Traderfox finden sich regelmäßig Analysen von mir zu deutschen Nebenwerten. Das Magazin ist kostenpflichtig und wer dieses oder eine der weiteren Börsenzeitschriften von Traderfox bestellen möchte, gelangt ▶ hier zur Übersicht. Mehrwert für die Leser meines Blogs: Nach Erscheinen des Magazins darf ich meine Nebenwerte-Analysen dann auch hier veröffentlichen.


Artikel aus "Der Nebenwerte Investor" Ausgabe 14/2026 vom 02.07.2026

Aktien in dieser Ausgabe: Klöckner, PVA TePla, Verbio

Börsenweisheit des Tages | 03.07.2026

"Die Zinsspanne ist jene feine Differenz, die Bankiers zu allen Zeiten ein sorgenfreies Leben garantierte."
(Ron Kritzfeld)

Donnerstag, 2. Juli 2026

Börsenweisheit des Tages | 02.07.2026

"Zeiten, in denen es so gut wie keine Schnäppchen gibt, wirken für uns wie ein umgekehrter Indikator. Wenn wir feststellen, dass es wenig Kaufenswertes gibt, gibt es wahrscheinlich viel Verkaufenswertes."
(Seth Klarman)

Mittwoch, 1. Juli 2026

[Kissigs 13F] Mein Investor-Update Q2/26 mit Texas Pacific Land, 2G Energy, LandBridge, Comfort Systems, Costco, Deutsche Rohstoff AG, KKR, Quanta Services, Alphabet, Rheinmetall, Almonty Industries, Rocket Lab und Vincorion

Mein Investor-Update zum Ende des 2. Quartals '26

In meinen Investor-Updates blicke ich jeweils zum Ende eines Quartals auf die vergangenen Monate zurück und präsentiere euch die Top-Werte in meinem Investmentdepot; es ist in gewisser Weise "mein persönliches 13F". Des Weiteren beschäftige ich mich gegebenenfalls auch mit Unternehmen, die ich hier im Blog noch nicht vorgestellt habe, die jedoch bereits den Weg in mein Depot gefunden haben.

Börsenweisheit des Tages | 01.07.2026

"Trachte nicht nach kurzfristigem Gewinn. Lege dein Geld strategisch an und lass dich nicht von der Gier treiben. Der langfristige Anleger kann Rückschläge verkraften."
(Erwin W. Heri)

Dienstag, 30. Juni 2026

[Im Fokus] LandBridge: Der aufstrebende Landlord profitiert von Rohstoffen und digitaler Infrastruktur - über Royaltys sowie Surface- und Mineral Rights. Arbeiten dürfen andere...

In diesem Kurzportrait geht um LandBridge. Das Unternehmen besitzt große Flächen im Permian Basin in West Texas und daraus laufende Einnahmen erzielt. Die Wertschöpfung entsteht dabei nicht durch die Förderung von Rohstoffen, sondern durch den Besitz strategisch wichtiger Grundstücke und die damit verbundenen Nutzungsrechte - die Arbeit dürfen andere erledigen, während LandBridge sich einfach zurücklehnt und abkassiert. Reizend...

Börsenweisheit des Tages | 30.06.2026

"Wenn sich alles entspannt anfühlt und die Kurse in die Höhe schießen, mögen sich die Märkte sicher fühlen; in Wirklichkeit sind sie jedoch gefährlich, weil sich nur wenige Anleger auf das Risiko konzentrieren."
(Seth Klarman)

Montag, 29. Juni 2026

Börsenweisheit des Tages | 29.06.2026

"Den richtigen Moment gibt es nicht. Den Tiefstpunkt und Höchstpunkt am Markt erwischt man nie. Auf lange Sicht relativiert sich der Einstiegszeitpunkt."
(Erwin W. Heri)

Sonntag, 28. Juni 2026

[Kissigs Kloogschieterei] Mr. Market lässt die Würfel rollen

Die Temperaturen steigen auf den Siedepunkt und während sich so ziemlich jeder Vernunftbegabte auf die Suche nach dem nächsten Strand macht, scheinen auch die Börse ein bisschen verrückt zu spielen.

Die Nervosität ist greifbar, denn der bisherige Aufschwung wurde nur noch von wenigen Sektoren und Werten getragen, während die breite Masse eher nicht richtig vom Fleck kommt oder gar schon länger den Rückwärtsgang eingelegt hat. Dabei sind Stimmungsmacher und -killer gleichgeblieben und der größte Gambler ist immer noch Donald Trump.

Während die Fußball-WM für sportliche Highlights sorgt, kann Trump mit seinem Diktatfrieden im Nahen Osten nicht richtig punkten. Das beschlossene Memorandum of Understanding ist substanzlos und nicht viel mehr als ein Lippenbekenntnis – und trotzdem hat der Ölpreis um 30% korrigiert. Weil der Iran und die USA momentan gerade mal nicht aufeinander schießen und sogar in die Schifffahrt in der Straße von Hormus wieder Leben kommt - an guten Tagen. Und das hat durchaus Folgen.

Einerseits entspannt sich die Öl-Versorgungslage in Asien und das nimmt Druck vom Ölpreis. Und der wiederum hat ja maßgeblich zum Inflationsschub beigetragen, der überall die Menschen in Schwierigkeiten bringt. Eine kurzfristige Entspannung ist hier nicht zu erwarten, denn die stark gestiegenen Erzeugerpreise werden ja gerade erst über die Konsumentenpreise an die Bevölkerung weitergereicht und damit wird der Preisauftrieb anhalten. Ein Abflauen des Preisdrucks ist erst in einigen Monaten zu erwarten und auch dann werden die Preise nicht fallen, sondern nur nicht mehr weiter ansteigen. Und das gilt auch nur, wenn der Papierfrieden anhält und sich die USA und Iran in ihren 60-tägigen Verhandlungen am Ende wirklich einigen. Realistisch besteht da kaum eine Chance, aber auf diese Chance setzen die Börsen.

Aktuell passieren gerade zwei Öl- und zwei LPG-Tanker die Straße von Hormus über die omanische Route (also nicht durch den Iran-Korridor), mit eingeschaltetem AIS, aber eben auch unter strenger Über- und Bewachung durch die US-Marine und die US-Luftwaffe. Washington bemüht sich mit aller Macht, die omanische Route offen zu halten. Das ist das neue Normal, mit dem die Welt und der Ölpreis klarkommen muss; egal, mit welchen Propagandafriedensbotschaften wir aus dem Nahen Osten und durch unsere Medien eingelullt werden.

Die reale Entwicklung hält damit weiterhin nicht mit der Börse mit. Das ist nicht weiter schlimm, denn das ist oft der Fall. Die Stimmung bestimmt die Kurse – und natürlich die Liquidität. Die ist bisher reichlich vorhanden und kann auch die Geldnachfrage durch Börsengänge und milliardenschwere Anleiheemissionen befriedigen.

So weit so gut. Doch wie es weiter geht, hängt entscheidend vom Duell USA gegen Iran ab. Allerdings weniger vom möglichen Aufeinandertreffen der Teams bei der Fußball-WM als beim Showdown im Nahen Osten. Es bleibt spannungsgeladen. Mr. Market lässt die Würfel rollen und jeder hofft auf "seine Farbe". Die zweite Halbzeit (des Jahres) wird kaum einfacher werden...

Alles Gute für euer Geld!
Michael C. Kissig

Börsenweisheit des Tages | 28.06.2026

"Börsenkurse sind die Oberweiten der Aktien."
(Wolfram Weidner)

Samstag, 27. Juni 2026

Kissigs Rückblick 26/2026: Meine stärksten Kurstreiber im Depot waren Rheinmetall, Rocket Lab, Almonty, Texas Pacific Land, Deutsche Rochstoff - Blutrot ist das neue Grün

Die Top-Werte meines Investmentdepots veröffentliche ich jeweils zum Quartalsende in meinen Investor-Updates und meine Beobachtungsliste aktualisiere ich wöchentlich.

Ergänzend gebe ich heute eine kurze Übersicht zu den Werten, die in der letzten Woche mein Investmentdepot am stärksten bewegt haben. Dabei geht es um alte Bekannte und neue Liebschaften. Und es gibt die eine oder andere Überraschung nebst altkluger Einschätzungen. Natürlich... ツ

Börsenweisheit des Tages | 27.06.2026

"Geld macht bekanntlich nicht glücklich, es ist aber auch keine Voraussetzung für Unglück."
(Georg Christoph Lichtenberg)

Freitag, 26. Juni 2026

[Kissigs Nebenwerte-Analyse] Basler: Deutschlands Spezialist für industrielle Bildverarbeitung und Computer Vision

Im Magazin "Der Nebenwerte Investor" von Traderfox finden sich regelmäßig Analysen von mir zu deutschen Nebenwerten. Das Magazin ist kostenpflichtig und wer dieses oder eine der weiteren Börsenzeitschriften von Traderfox bestellen möchte, gelangt ▶ hier zur Übersicht. Mehrwert für die Leser meines Blogs: Nach Erscheinen des Magazins darf ich meine Nebenwerte-Analysen dann auch hier veröffentlichen.


Artikel aus "Der Nebenwerte Investor" Ausgabe 13/2026 vom 17.06.2026

Aktien in dieser Ausgabe: Asta Energy Solutions, Basler, LPKF Laser

Börsenweisheit des Tages | 26.06.2026

"Diversifikation ist bis zu einem gewissen Punkt sinnvoll. Wenn man nicht weiß, was man tut, ist es sinnvoll, seine Investitionen zu streuen. Bei Berkshire versuchen wir, weniger zu tun. Wir konzentrieren uns nur auf die wenigen Dinge, die wir gut kennen."
(Charlie Munger)

Donnerstag, 25. Juni 2026

OHB wagt den Sprung vom Weltraum zurück aufs Parkett - und KKR sahnt so richtig ab

Der Bremer Satellitenspezialist OHB drängt zurück an die Börse und es wurde die Ausgabe von 1.605.388 neuen Aktien (entsprechend 8,35% des Grundkapitals) gegen Bareinlagen beschlossen als erste von zwei Tranchen zur Kapitalerhöhung. Die Aktien werden "qualifizierten internationalen Investoren im Rahmen einer Privatplatzierung" zu einem Platzierungspreis von 300 Euro je Aktie mittels eines beschleunigten Bookbuilding-Verfahrens angeboten, wodurch OHB einen Bruttoemissionserlös von 481,6 Mio. Euro erwartet. Und diese Mittel fließen dem Unternehmen nur zum Teil zu.

Die Gründerfamilie Fuchs hält die Mehrheit. Finanzinvestor KKR & Co. war erst vor zwei Jahren im Wege eines "Going Private" für 44 Euro je Aktie eingestiegen und hält seitdem 28,6% der Anteile.

Bei der Kapitalerhöhung haben Familie Fuchs und KKR auf die Ausübung ihrer Bezugsrechte verzichtet, so dass sich ihr Anteil am Unternehmen verringert und sich der Streubesitz von bisher 5,7% auf bis zu 19,2% erhöht.

Die zweite Tranche der Kapitalerhöhung, und damit bis zu 97.092 neue Aktien, wird den übrigen Aktionären während der Bezugsfrist vom 25. Juni bis zum 8. Juli 2026 zum Bezug zum Bezugspreis von ebenfalls 300 Euro je neuer Aktie angeboten.

Vom Gesamtemissionserlös entfallen 510 Mio. Euro auf neue Aktien, die von OHB ausgegeben werden. Mit dem Geld will das Unternehmen Übernahmen und Investitionen im Zuge einer Konsolidierung des europäischen Raumfahrtmarkts stemmen. Die restliche Summe von rund 368 Mio. Euro geht an Finanzinvestor KKR, der auf diese Weise seinen geplanten Teilausstieg bei OHB realisiert.

Zum Vergleich: KKR legte bei seinem Einstieg für das Gesamtpaket 338 Mio. Euro auf den Tisch und hat damit seinen Einsatz bereits verdient – zusätzlich hält man auch künftig ein üppiges Anteilspaket an OHB und wird vom Boom im Raumfahrtsektor profitieren.

Apropos: Die Bremer haben mit Rheinmetall das Joint Venture "OHB Rheinmetall Space Networks GmbH" gegründet. Dahinter steht das Ziel, der Bundeswehr im Zuge von SATCOMBw Stufe 4 eine leistungsfähige, geschützte und dauerhaft verfügbare Kommunikationsarchitektur zu liefern. Das neue Unternehmen soll dabei die Gesamtverantwortung übernehmen - von der Entwicklung und Integration über die Lieferung bis hin zum Betrieb, einschließlich IT-Sicherheit und Cyber Operation Center. Durch das System sollen Soldaten, Fahrzeuge, Plattformen und Drohnen vernetzt und Sprache, Daten und Echtzeitinformationen über alle Führungsebenen hinweg sicher übertragen werden.

Meine Einschätzung

Der Space-Sektor ist momentan so ziemlich der angesagteste heißeste Scheiß an der Börse, seit der Börsengang von SpaceX die Welt elektrisierte. OHB nutzt die Gunst der Stunde und will möglichst viel Geld aus dem Hype herauskitzeln - zur Recht. Und KKR wird dabei eine ordentliche Stange Geld verdienen und auch künftig über seine restliche Beteiligung an diesem Weltraumabenteuer teilhaben. Das gefällt mir - beides.

In SpaceX werde ich nicht investieren - weil ich nicht in Elon Musk investieren möchte. Ich habe größte Achtung vor seinen unternehmerischen Erfolgen. Punkt. Mehr Positives fällt mir zu Elon Musk nicht ein.

In Sachen Weltraumabenteuer setze ich auf Herausforderer Rocket Lab - und natürlich auf Star Trek und Star Wars. Aber das ist eine andere Geschichte... ツ

Disclaimer: Habe KKR, Rheinmetall, Rocket Lab auf meiner Beobachtungsliste und/oder im Depot/Wiki.

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