Montag, 12. September 2016

Börsenweisheit der Woche 37/2016

"Die meiste Zeit geht dadurch verloren, dass man nicht zu Ende denkt".
(Alfred Herrhausen)

Kommentare:

  1. ... sagte der Mann, der die erste Investmentbank für die Deutsche Bank erwarb ...

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    1. Oioioi, also dieser zynische Seitenhieb ist schon sehr weit hergeholt. Der Abstieg der Deutschen Bank ist schließlich vor allem an Anshu Jain festzumachen. Mit dem und dessen stümperhaften Entscheidungen hat Herrhausen tatsächlich herzlich wenig zu tun.

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    2. Da machst Du Dirs aber arg einfach. Alles Wesentliche wurde doch in der Ära Ackermann festgezurrt, Jain durfte das dann nur noch "zu Ende denken", was allerdings ihm sowenig gelang, wie wohl seinem Nachfolger ... Aber der allererste tastende Schritt in die Richtung war der Kauf von Morgan Grenfell ...

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    3. Da fehlt doch die Kausalität, also die conditio sine qua non, die Bedingung, ohne die das Ereignis gar eingetroffen wäre!

      Du meinst, alleine durch den Kauf von Morgan Grenfell und damit dem Einstieg ins (US-)Investment Banking wäre die heutige Schief- und Problemlage der Deutschen Bank zu erklären. Damit machst Du es Dir zu einfach! Dann könnte man genauso gut auch behaupten, die Gründung der Bank wäre schon Auslöser genug. Ne ne, der Zukauf von Bankers Trust und der ganzen Probleme, die dieser Laden schon hatte, sowie das Agieren von Jain vor und während der Immobilienkrise in den USA (gar nicht mal so als Vorstandssprecher danach), das sind die Sargnägel der Deutschen Bank gewesen. Alfred Herrhausen die Misswirtschaft seiner Nachfolger, die 25 Jahre nach seinem Tod am Ruder waren, in die Schuhe zu schieben, ist geradezu abwegig.

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  2. Von Kausalität habe ich nicht gesprochen, sondern vom ersten Schritt. Natürlich hätte man die folgenden sein lassen können. Aber seine Logik hatte das schon: Erst London, dann New York, wenn man nicht auf halben Weg stehenbleiben wollte. Und damit dann die ganze Kultur der Überheblichkeit, der Peanuts und des Victory!, von der Jain und das mit den Immobilien nur ein Ausdruck ist, da gibt es noch sehr viel mehr. Es brauchte in der Tat 25 Jahre, bis die gediegene alte, vielleicht auch etwas naive Oberbeamten-DB, bei der noch Vertrauen der Anfang von allem war, den Kulturwandel bis in die letzen Winkel vollzogen hatte, und verkraftet hat sie ihn ja wohl bis heute nicht ...
    Auch Kopper und Breuer passen ja im Übrigen ganz locker in diese Entwicklung als noch etwas harmlos-lächerliche Vorboten des Kommenden ... Und ich denke eben, dass der Glanz Herrhausens nichts anders war als der noch unschuldige und unverdächtige Vorschein eben dieses neuen Denkens, für das das Bestehende, zumal in D, immer nur ein lausiger Haufen war und ist, eben nicht zu Ende gedacht ...

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