Freitag, 1. September 2017

MPC Capital will und muss im zweiten Halbjahr kräftig zulegen

Der Hamburger Asset-Manager MPC Münchmeyer Petersen Capital entwickelt und managt gemeinsam mit seinen Tochterunternehmen sachwertbasierte Investitionen und Kapitalanlagen für internationale institutionelle Investoren, Family Offices und professionelle Anleger. Dabei liegt der Fokus auf den Asset-Klassen Real Estate, Shipping und Infrastructure. Nach zwei Kapitalerhöhungen im letzten Jahr zu 6 Euro scheint der Kurs an dieser Marke wie festgetackert zu sein. Und die verhaltenen Halbjahreszahlen dürften daran auch nichts ändern. Dennoch bestätigt MPC Capital seine Jahresziele und erklärt, "bereits kontrahierte und angebahnte Transaktionen dürften in der zweiten Jahreshälfte 2017 zu einer deutlichen Steigerung der Umsätze und Ergebnisse gegenüber dem ersten Halbjahr 2017 führen". Für das Gesamtjahr 2017 geht MPC Capital daher weiterhin von einem Konzernumsatzwachstum von mindestens 10% sowie einem überproportionalen Anstieg des EBT aus. Doch der Reihe nach...


Verhaltene Halbjahreszahlen
Die Umsatzerlöse des MPC Capital-Konzerns lagen im 1. Halbjahr 2017 bei 22,7 Mio. Euro (1. Halbjahr 2016: 22,9 Mio. Euro). Dabei konnten die Management Fees leicht auf 18,7 Mio. Euro gesteigert werden (zuvor 18,2 Mio.). Die Transaction Fees lagen mit 3,8 Mio. Euro im ersten Halbjahr noch hinter dem Vorjahreswert von 4,8 Mio. Euro zurück und der Konzerngewinn lag 3,9 Mio. Euro unter dem Vorjahreswert von 4,8 Mio. Euro.

Die Eigenkapitalquote erhöhte sich bei einer von 134 Mio. auf 125 Mio. Euro verringerten Bilanzsumme von 70% auf 78%. MPC Capital hat im ersten Halbjahr die Investitionstätigkeit in allen drei Asset-Bereichen Real Estate, Shipping und Infrastructure spürbar erhöht. Rund 20,0 Mio. Euro investierte MPC Capital in Immobilien- und Infrastrukturprojekte in den Niederlanden, Portugal und in der Karibik sowie in die neue börsennotierte MPC Container Ships AS. Die Assets under Management (AuM) lagen zum 30. Juni 2017 mit 5,0 Mrd. Euro leicht unter dem Niveau zum 31. Dezember 2016 (5,1 Mrd. Euro). Den aus dem Neugeschäft resultierenden Asset-Zugängen in Höhe von 0,4 Mrd. Euro standen Asset-Verkäufe und im geringen Umfang Währungseffekte gegenüber. Mittelfristiges Ziel von MPC Capital ist, die AuM auf 10 Mrd. Euro auszubauen.

Ausblick
Das MPC-Management erklärte, die zahlen lägen im Rahmen der eigenen Erwartungen und man halte an seiner Jahresprognose fest. Das ist insofern zu erklären, als dass auch in den Vorjahren regelmäßig im zweiten Halbjahr die Transaktionen spürbar zugelegt haben und MPC auch in 2017 auf eine gut gefüllte Deal-Pipeline blickt und schon in nächster Zeit mit einer deutlichen Belebung des hochprofitablen Transaktionsgeschäfts rechnet. Sowohl auf der Ankaufs- als auch auf der Verkaufsseite stünden eine Reihe von Projekten in allen drei Asset-Bereichen vor dem Abschluss. Bereits kontrahierte und angebahnte Transaktionen dürften in der zweiten Jahreshälfte 2017 zu einer deutlichen Steigerung der Umsätze und Ergebnisse gegenüber dem ersten Halbjahr führen, so dass MPC Capital für das Gesamtjahr 2017 daher weiterhin von einem Konzernumsatzwachstum von mindestens 10% sowie einem überproportionalen Anstieg des EBT ausgeht.

 MPC Capital ( Quelle: wallstreet-online.de
Gerade im Bereich Schifffahrt hatte MPC erst vor einigen Monaten für die Tochter "MPC Container Ships AS" bei internationalen institutionellen Investoren weiteres Eigenkapital in Höhe von rund 75 Mio. Dollar im Zuge einer Kapitalerhöhung eingeworben. Mit den zusätzlichen Finanzmitteln sollen weitere Feeder-Containerschiffe in der Größenklasse zwischen 1.000 und 3.000 Standardcontainern (TEU) auf dem Second-Hand-Markt erworben werden. Die in der ersten Finanzierungsrunde im April 2017 akquirierten 100 Mio. Dollar waren bereits innerhalb nur eines Monats nahezu vollständig investiert worden. Die Flotte der MPC Container Ships AS besteht aktuell aus 13 Containerschiffen und wird überwiegend von den MPC Capital-Tochtergesellschaften Ahrenkiel Steamship und Contchart gemanagt. In dieser Sparte macht sich MPC Capital die vielen notleidenden Schiffsfinanzierungen zu nutze und die Tatsache, dass sich die einstigen global führenden Schiffsfinanzierer Commerzbank, NordLB und HSH Nordbank vollständig aus diesem Bereich zurückziehen - teilweise aufgrund staatlicher Vorgaben sogar müssen. Es herrscht also ein absoluter Käufermarkt, während sich die Frachtraten langsam wieder erholen. Und so sind nicht nur direkte Konkurrenten von MPC Capital in diesem Markt aktiv, wie die hier noch stärker präsente Ernst Russ AG, sondern auch die Giganten der Finanzinvestorenszene wie z.B. KKR &Co.

Windparkprojekt in der Mongolei
Im Bereich Infrastructure kann MPC Capital nur einen Tag nach Vorlage der Halbjahreszahlen bereits einen ersten Erfolg vermelden und den Abschluss der Finanzierungsvereinbarungen für 55 MW Onshore-Windpark "Sainshand" in der Mongolei mit einem Investitionsvolumen von 120 Mio. Dollar bekanntgeben.

Die MPC Renewable Energies, eine MPC-Tochtergesellschaft, hat mit dem Projektentwickler Ferrostaal, dem dänischen Klimaschutzfonds (DCIF) und weiteren Partnern Vereinbarungen zur Finanzierung eines 55 MW Onshore-Windparks in der Mongolei geschlossen. Die Europäische Investitionsbank (EIB) und die Europäische Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBWE) haben für das Projekt langfristige Kredite in Höhe von 78,5 Mio. Dollar zur Verfügung gestellt. Der neue Windpark, der rund 460 Kilometer südöstlich der mongolischen Hauptstadt Ulan-Bator in der Wüste Gobi entsteht, wird einen großen Einfluss auf die steigende Nachfrage nach erneuerbarer Energie in der Mongolei haben und maßgeblich zur Reduzierung der CO2-Emissionen beitragen. Der Bau wird in Kürze beginnen und soll bis Ende des nächsten Jahres abgeschlossen sein.

Meine Einschätzung
Der Wandel vom einstigen Emissionshaus für sachwertbasierte Anlageprodukte, vor allem geschlossene Schiffs- und Immobilienfonds, hin zum breit aufgestellten Asset Manager nimmt immer mehr Konturen an und damit einhergehend auch der unternehmerische Turnaround. Vorbei sind die Zeiten massiver Verluste. Im Gegenteil: MPC Capital erwirtschaftet wieder ansehnliche Gewinne und auch wenn das erste Halbjahr eher nach Stagnation aussieht, dürfte die prall gefüllte Deal-Pipeline im zweiten Halbjahr für eine menge Freude sorgen. Die stetigen Provisionseinnahmen aus der Verwaltung der AuM legen weiter zu und werden vom sukzessiven Ausbau von 5 auf 10 Mrd. AuM profitieren. Auf der anderen Seite erzielt MPC schöne Gewinne beim Verkauf früherer Projekte und auch beim Eingehen neuer Investments fließen bisweilen erste Provisionseinnahmen. Interessant dürfte sein, ob MPC im lukrativen Bereich Mikroappartments für Studenten bereits im zweiten Halbjahr weitere Abschlüsse verzeichnen kann.

Aufgrund der anhaltenden Niedrigzinsphase sind Asset-Manager sowohl von privaten als auch institutionellen Investoren gesucht, da sie eine attraktive Rendite versprechen, während Bankguthaben zunehmend mit Strafzinsen und/oder üppigen "Geldverwahrgebühren" belegt werden. Für Asset-Manager wie MPC Capital kommt die aktuelle Marktlage einem Schlaraffenland gleich und für Anleger bieten sich hier interessante Möglichkeiten, denn zumindest in der Euro-Zone stehen steigende Zinssätze in absehbarer Zeit noch nicht auf der Agenda.

Trotz der noch ausstehenden Rechtsrisiken aus der Vergangenheit und allen Risiken, die sich aus dem Engagement im Bereich Schifffahrt ergeben können, scheint MPC Capital ein aussichtsreiches Chance-Risiko-Verhältnis zu biete. Wie die ähnliche positionierte Ernst Russ befindet sich der Wert als aussichtsreiche Turnaround-Spekulation auf meiner Empfehlungsliste und in meinem Depot. Wer die nötige Geduld mitbringt, sollte mittel- und langfristig bei Kursen um 6 Euro nicht viel verkehrt machen können. Ein wenig Geduld muss man aber schon mitbringen...

Kommentare:

  1. Nach kurzen durchblättern des Geschäftsbericht und der Bilanz glaub ich, dass diese gar nicht so Attraktiv wirkt und zu keinem Verhältnis mit dem Risiko für den Intelligenten Investor steht hier zu investieren.
    Selbst wenn die Gewinne sich verdoppeln sollten wäre es erst auf dem gleichen niveau wie Corestate oder Publity und die Gewinne müssen sich verdreifachen um überhaupt von der Profitabilität her mit den genannten messen mithalten zu können. Wäre es da nicht intelligenter die bereits genannten zu kaufen? Corestate KGV 8-9 wenn 2018 alle Zahlen einfließen/ Publity KGV 7-10 für 2018.Sehe hier keine Vorteile zu den genannten, oder habe ich welche verstecken Vermögenswerte und Co nicht beachtet?

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  2. Und natürlich fast vergessen, gehen noch mehr als 50% der Gewinne für die Mitarbeiter drauf.
    Was schon für einen sauren Magen sorgt. Fragt man sich da auch wirklich ob auch bordelbesuche auf Firmenkosten veranstaltet werden. Oder worin liegt der Unterschied? Haben 10x mehr Mitarbeiter als publity liefern aber auch nicht mehr.

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