Sonntag, 31. März 2019

Kissigs Klookschieterei: Die Börsenwoche 13/2019 im Rückspiegel mit 1&1 Drillisch, Apple, Lyft, Naspers, Rocket Internet, Jumia, MasterCard, Wirecard

Unterm Strich ist wenig passiert in der letzten Woche; DAX und NASDAQ gingen am Freitag in etwa unverändert aus der Woche, während der Dow Jonex Index sogar 2% zugelegt hatte.

Über das Brexit-Chaos kann man schon nicht einmal mehr lachen. Das britische Parlament hat es doch wohl ernsthaft geschafft, wiederholt nur festzustellen, dass man alle möglichen Wege nicht beschreiten will. Kein neues Referendum, keine Abkehr vom Brexit, kein Brexit ohne Abkommen, aber auch das Abkommen samt einiger "Behelfsbrücken" wurde abgelehnt. Was die Parlamentarier dabei zu vergessen scheinen: die Kündigung ist doch längst erfolgt, wenn sie nichts tun, kommt es zum harten Brexit. Und die EU stuft dieses Szenario ab sofort als das wahrscheinlichste an. Denn die EU wird den Stecker ziehen, weil die Wahlen zum Europäischen Parlament anstehen und die Briten als Mitglied eine Wahl abhalten müssten. Was sie nicht wollen, was die EU nicht will, was auch gar nicht geht, da die Zeit zur Vorbereitung fehlt und wenn die Briten einfach nicht wählen alle Beschlüsse des künftigen EU-Parlaments mindestens anfechtbar wären. Die EU muss sich also selbst schützen und den Brexit exekutieren, so oder so.

Ansonsten herrschte eher Lethargie an den Börsen, denn auch beim größten Thema, dem Handelsstreit zwischen den USA und China, gibt es kaum konkrete Fortschritte. Zumindest werden beide Seiten nicht müde zu betonen, dass man gut vorankomme. Der Börse reicht das - momentan. Insofern könnte man die allgemeine Lage als stabil bezeichnen und den Blick auf die Unternehmen richten, von denen ja momentan so einiges zu hören ist...

Freitag, 29. März 2019

Portfoliocheck: Bei Microsoft geht Selfmade-Milliardär Stanley Druckenmiller jetzt (fast) all-in

In meiner Online-Kolumne "Portfoliocheck" nehme ich regelmäßig auf aktien-mag.de für das "Aktien Magazin" von Traderfox die Depots der bekanntesten Value Investoren unserer Zeit unter die Lupe.

Bei meinem neunundzwanzigsten Portfoliocheck geht es um Stanley Druckenmiller. Der Öffentlichkeit ist er weitgehend unbekannt, dabei hat er als George Soros' rechte Hand 1992 die Bank of England und das britische Pfund in die Knie gezwungen. Aus ärmlichsten Verhältnissen stammend hat Druckenmiller es zu einem Milliardenvermögen gebracht; das ist ihm gelungen, weil er seit 30 Jahren kein einziges Jahr mit Verlust abgeschlossen, sondern durchschnittlich eine Rendite von mehr als 30 Prozent erzielt hat.

Druckenmiller fährt einen fokussierten Investmentstil mit wenigen, ausgesuchten Werten. Im vierten Quartal 2018 hat Druckenmiller einige gewichtige Veränderungen in seinem Portfolio vorgenommen und dabei fast ein Drittel seines Depots umgeschichtet. Technologiewerte reduzierte er, doch sie machen noch gut 51% seines Depot aus. Völlig Rausgekegelt hat er Alphabet, seine vormals viertgrößte Position; reduziert hat er Salesforce, Amazon und PayPal. Nochmals massiv aufgestockt hat Druckenmiller bei Microsoft die nun rund 27% seines Portfolios ausmachen, dem in der Breite vielleicht am besten aufgestellten Technologierkonzern...

zum Artikel auf aktien-mag.de

Disclaimer
Adobe, Alphabet, Amazon, Microsoft, PayPal und Salesforce befinden sich auf meiner Beobachtungsliste und in meinem Depot.

Mit Xylem sauber vom Megatrend Wasser profitieren!

Bei der Aktienauswahl setze ich bevorzugt auf Unternehmen mit einem erprobten Geschäftsmodell, die sich in einem wachsenden Markt überdurchschnittlich gut behaupten. In einem solchen Umfeld sind auch - unweigerliche - Fehlentscheidungen leichter zu verschmerzen und gehen nicht gleich ans Eingemachte oder stellen sogar die Existenzfrage für das Unternehmen.

Des Weiteren sollte das Unternehmen eine starke und stark abgesicherte Marktstellung haben, also einen tiefen und breiten ökonomischen Burggraben ("Moat"), der das Unternehmen auf längere und lange Sicht vor Konkurrenten schützt.

Aber das ist natürlich nicht alles. Neben den Umsätzen sollten auch die Margen, der Cashflow und die Gewinne steigen - und dieses Paket am Ende dann noch zu einem vernünftigen Preis/Kurs zu bekommen sein. Wenn dies alles zusammenpasst, dann kann man von einem Quality Investment sprechen, für dessen Qualität man bewusst einen höheren Kaufpreis akzeptiert.

»Qualität hat ihren Preis, aber sie rechtfertigt nicht jeden Preis.«
(Michael C. Kissig)

Ich denke, mit Xylem Inc. [WKN: A1JMBU] bin ich bei meiner Suche fündig geworden. Das US-amerikanische Unternehmen ist auf Wassertechnologie spezialisiert: es entwirft und produziert Produkte und Systeme für den Wasser- und Abwassertransport, die Aufbereitung von Wasser- und Abwasser, zur Analyse der Wasserqualität, zur Prozessoptimierung und für die Rohrleitungs-Zustandsanalyse. Nachdem Xylem seit einigen Wochen meine Beobachtungsliste ziert, erläutere ich heute, weshalb...

Dienstag, 26. März 2019

Mitarbeiteraktien: Warum Angestellte unbedingt Aktien haben sollten...

Die Deutschen setzten auf Erwerbsarbeit und auf Sparbuchzinsen. Angesichts von Negativzinsen ist das Sparbuch offensichtlich eine ganz miese Idee, aber es spricht nichts dagegen, für Geld zu arbeiten. Es kommt eben darauf an, was man dann mit diesem Geld anstellt. Und das macht einen großen Unterschied.

Einfach gedacht bekommen Arbeiter und Angestellte für ihre Erwerbstätigkeit einen Lohn/Gehalt, aber das ist weniger, als sie erarbeitet haben. Denn ein Teil des von ihnen erwirtschafteten Ertrags fließt an das Unternehmen, das sie beschäftigt. Für die meisten Deutschen ist hier schon das Ende des Geldes erreicht. Leider. Doch andere sind etwas cleverer...

»Es gibt tausend Möglichkeiten, Geld loszuwerden, aber nur zwei, es zu erwerben: entweder wir arbeiten für Geld oder das Geld arbeitet für uns.«
(Bernard Baruch)

Wenn wir verstanden haben, dass nicht alles erarbeitete Geld an uns fließt, sondern ein Teil einbehalten wird, können wir ja auch darüber nachdenken, wie wir an diesen zweiten Teil kommen. Lenins Antwort war Revolution, aber wie grandios das gescheitert ist, kann jeder in den Geschichtsbüchern nachlesen. Lenins Erben heißen nämlich Putin, Lukatschenko, Maduro und sind "gewählte" Diktatoren, die das Volk nach Strich und Faden ausbluten und sich möglichst viel in die eigene Tasche stecken. Aber das ist eine andere Geschichte. Zum Glück gibt es auch einfachere und unblutigere Wege, um an mehr Geld zu kommen...

Montag, 25. März 2019

Börsenweisheit der Woche 12/2019

"Wenn Ihnen ein Unternehmen vollständig gehört, haben Sie kein Interesse daran, den offiziellen Gewinn zu maximieren; Sie müssten darauf nur mehr Steuern zahlen. Was Sie wirklich interessiert, ist stetiges Wachstum und Wertzuwachs."
(Tom Russo)

Sonntag, 24. März 2019

Kissigs Klookschieterei: Die Börsenwoche 12/2019 im Rückspiegel mit Hornbach Baumarkt, MBB, WashTec

Stetig kletterten die Kurse in der letzten Börsenwoche und markierten neue Jahreshochs; der DAX überschritt sogar kurz die 11.800er Marke, bevor ihm die Luft ausging. Vor allem der starke Einbruch von Bayer wegen eines neuen Glyphosat-Urteils setzte dem DAX schwer zu, bevor dann am Freitag alle Märkte kräftig einbrachen, weil sich ein Anflug von Panik an den Bond-Märkten breit machte, was die Bank-Aktien stärker unter Druck brachte. Denn die Zinskurve sendete ein Rezessionswarnzeichen und das macht aus Börsianern schnell Bärsianer (ha, der Preis der Woche für den schlechtesten Wortwitz geht ja wohl klar an mich!). Kurz erklärt: normaler weise liegen die Zinssätze für langlaufende Anleihen über denen für kurzlaufende; kehrt sich dieses Verhältnis um, spricht man von einer "inversen Zinsstrukturkurve" und das ist ein sehr schlechtes Signal für die kurzfristige wirtschaftliche Entwicklung. Meistens. Wenn dies denn länger anhält, aber das muss sich erstmal zeigen. Und wie die Börsenkurse darauf reagieren, bleibt auch abzuwarten. Denn es erhöhen sich momentan deutlich die Zeichen, dass die amerikanische Notenbank wohl nicht nur keine weiteren Zinsanhebungen mehr vornehmen wird, sondern dass es sogar in den nächsten Monaten zu Zinssenkungen kommen könnte. Und die sind seit jeher das größte Treibmittel für steigende Börsenkurse...

Freitag, 22. März 2019

Portfoliockeck: Scheidung bei Ebay? Value Investor Seth Klarman wittert (s)eine Chance!

In meiner Online-Kolumne "Portfoliocheck" nehme ich regelmäßig auf aktien-mag.de für das "Aktien Magazin" von Traderfox die Depots der bekanntesten Value Investoren unserer Zeit unter die Lupe.

In meinem achtundzwanzigsten Portfoliocheck schaue ich Seth Klarman über die Schulter. Der Deep Value Investor kauft gerne Unternehmen, die von der Börse verschmäht und daher zu Rabattpreisen angeboten werden. Er investiert gerne mit großer Sicherheitsmarge und fährt mit diesem auf Benjamin Graham fußenden Ansatz seit Jahrzehnten mit durchschnittlich 19% herausragende Renditen ein.

Im vierten Quartal fällt vor allem seine neue Position beim Internetaktionshaus Ebay ins Auge, wo aktivistische Investoren unter der Führung von Paul Singer vom Hedge Fonds Elliott Management auf einen Verkauf der Randaktivitäten um die Ebay Kleinanzeigen und die Online-Ticketbörse Stubhub drängen. Im Erfolgsfalle könnten hier Erlöse von mehr als 10 Milliarden Dollar winken und mit Axel Springer scheint es auch schon ernsthafte Interessenten zu geben.

Für Seth Klarman ist es übrigens nicht das erste Ebay-Engagement; schon bei der Abspaltung von PayPal Ende 2015 hat er einen schönen Schnitt gemacht. Und das würde er gerne wiederholen...

zum Artikel auf aktien-mag.de

Disclaimer
Ich habe Axel Springer und PayPal auf meiner Beobachtungsliste und in meinem Depot.

Donnerstag, 21. März 2019

Hornbach Baumarkt liefert einfach nicht (mehr)...

Die Hornbach Baumarkt AG habe ich drei Jahre lang auf meiner Beobachtungsliste und als Aktionär begleitet und Mitte Oktober 2018 dann mit einem mickrigen Ergebnis von 8% die Reißleine gezogen. Dafür gab es kräftig Kritik, weil ich das Geschäftsmodell nicht verstanden und die "krasse Unterbewertung" aufgrund des vorhandenen Immobilienvermögens nicht erkannt hätte. Beides ist durchaus möglich, das streite ich gar nicht ab. Fakt ist allerdings, dass das Unternehmen seitdem seine Prognosen senken musste und diese erst im Dezember zusammengestrichenen Ziele dann auch noch meilenweit verfehlt hat. Anstelle der rund 25 Euro bei meinem Ausstieg taucht der Kurs heute folgerichtig auf deutlich unter 17 Euro ab und hat damit weitere mehr als satte 30% an Kursverlusten eingefahren in den letzten sechs Monaten. Und die Frage bleibt: wo soll da Besserung herkommen?

Mittwoch, 20. März 2019

Bewertungsquickcheck: Navigator Equity (nur) noch mit Verdopplungspotenzial. Echt jetzt?

In meinem letzten Wochenrückblick habe ich auch meine Einschätzung zu den jüngsten Entwicklungen bei der Beteiligungsgesellschaft Navigator Equity Solutions und ihrer größten Beteiligung IT Competence Group angegeben und eine aktualisierte Berechnung des fairen Werts vorgenommen. In der Zwischenzeit habe ich einige weitere bzw. neue Informationen zusammengetragen, die in gleich mehreren Wertansätzen zu teilweise nicht unerheblichen Abweichungen führen. Ob dies zu einer anderen Einschätzung gegenüber der Aktie führt, und ob das Pendel hierbei dann eher in die positive oder negative Richtung ausschlägt, kann und muss jeder für sich selbst entscheiden. Aber seht selbst...

Dienstag, 19. März 2019

Benjamin Graham lehrt: Geduld ist die oberste Tugend des Investors!

Beim Kauf von Aktien das richtige Timing zu erwischen, ist fast unmöglich. Daher sollte man es gar nicht erst versuchen. Ist man von einem Unternehmen überzeugt und bekommt man die Aktien zu einem guten Preis, sollte man zugreifen. Und die Aktien halten, auch wenn der Kurs erst einmal fallen sollte.

Denn sobald man Aktien erworben hat, ist man darauf angewiesen, dass andere ihren Wert erkennen und ebenfalls kaufen. Sonst steigen die Aktienkurse ja nicht, denn sie basieren auf Angebot und Nachfrage. Man kann aber nicht beeinflussen, ob und wann andere Anleger den wahren Wert des Unternehmens erkennen und dessen Aktien kaufen. Daher sollte man seine eigene Einschätzung nicht vom Aktienkurs abhängig machen und auch nicht nervös werden, wenn der Kurs einige Zeit - manchmal Jahre - benötigt, um auf seinen fairen Wert zu steigen.

»Geduld ist die oberste Tugend des Investors.«
(Benjamin Graham)

Der üblichste Fehler der Anleger ist es, heißen Nachrichten und anspringenden Kursen hinterherzulaufen. Aber das funktioniert nicht, denn damit bezahlt man nur die Kursgewinne der anderen. Denn nachdem der Kurs einen Luftsprung gemacht hat, konsolidiert er meist eine Weile. Und die Anleger, die nur wegen der heißen Nachrichten in die Aktien gestürmt sind, kriegen kalte Füße, sobald die Kurse nicht weiter ansteigen und verkaufen wieder. Nicht selten mit Verlust.

Montag, 18. März 2019

Börsenweisheit der Woche 11/2019

"Ich habe bei meinen Börsenspekulationen nie zu den Dummköpfen gehört, die immer wieder den unmöglichen Versuch machen, nur zum niedrigsten Kurs zu kaufen und zum höchsten zu verkaufen."
(Amschel Mayer Rothschild)

Sonntag, 17. März 2019

Kissigs Klookschieterei: Die Börsenwoche 11/2019 im Rückspiegel mit Adobe, Hercules Capital, MBB, Naspers, Navigator Equity, IT Competence, PNE

Die zurückliegenden Börsenwoche war von Entspannung gekennzeichnet und sowohl DAX als auch DOW Jones verzeichneten leichte Zugewinne.

Der Don und China scheinen sich weiter anzunähern im Handelsstreit und das treibt die Börsen vorsichtig an. Ansonsten haben die Briten sich brutalstmöglich blamiert mit einem Abstimmungsmarathon, der nur eines gezeigt hat: ihre Unfähigkeit. Die Börse und der Rest der Welt nimmt es nur noch schulterzuckend zur Kenntnis, wird aber wohl bei jedem Großmachtgehabe der Briten künftig nur noch peinlich berührt sein wegen dieser krassen Fehleinschätzung zwischen Anspruch (Empire) und Realität (Bananenrepublik ohne Bananen).

An den Börsen selbst läuft noch die Berichtssaison und die ersten Dividendentermine rücken ins Blickfeld. Das ist mal eine erfreulicherer Abwechslung...

Donnerstag, 14. März 2019

(M)ein Ende mit Schrecken bei Hercules Capital

Eins meiner Investments in meinem Dividendendepot ist war die Business Development Company Hercules Capital [HTGC, WKN: A0ERTZ]. Ende letzten Jahres hatte sie sich sogar in die TOP 5 hochgeschoben, wie ich in meinem letzten Investor-Update beschrieben hatte. Seit vorgestern ist das nun Geschichte, denn ich habe die Position glattgestellt und mich verabschiedet. Das lag nicht am starken Kursverfall der letzten Tage, sondern am zugrunde liegenden Auslöser: dem College-Schmiergeld-Skandal in den USA...

MBB mit neuem Schub dank Aktienrückkauf und Übernahmeplänen

Die mittelständische Beteiligungsgesellschaft MBB habe ich ja schon seit vielen Jahren unter Beobachtung und der Kursverlauf ist geradezu atemberaubend. Natürlich nicht, auf die letzten anderthalb Jahre betrachtet, da war ist er die meiste Zeit über abgebröckelt, weil die (zu) hohen Erwartungen der Börse an die maßgebliche Tochter Aumann und an MBB selbst hinsichtlich neuer lukrativer Zukäufe nicht erfüllt werden konnten.

Nachdem MBB ziemlich gute vorläufige Zahlen für 2018 präsentiert hatte, kam man gestern mit einer Hammermeldung um die Ecke samt zweistelligem Kurssprung. Und das völlig zurecht...

Mittwoch, 13. März 2019

Für Warren Buffett liegt der Schlüssel zum erfolgreichen Investieren darin, herauszufinden ob ein Unternehmen einen Wettbewerbsvorteil hat und wie lange dieser anhalten wird

Unter einem "Economic Moat" (ökonomischen Burggraben) versteht man kein Bauwerk und keine Investments in Bau, Steine, Erden. Vielmehr geht es um die Markteintrittshürden, den Wettbewerber zu überwinden haben - und auch die eigenen Kunden, sollten sie sich vom Unternehmen trennen wollen, um Wettbewerbsvorteile von Marken und Produkten, um Unternehmen, die ihren Markt beherrschen. Diese Unternehmen bezeichnet Buffett als Festungen und hier liegt als Quality Investor sein Fokus beim Investieren...

Dienstag, 12. März 2019

Portfoliocheck: Chuck Akre investiert langfristig. Die "Baby-Berkshire" Markel hält er schon mehr als 20 Jahre!

In meiner Online-Kolumne "Portfoliocheck" nehme ich regelmäßig auf aktien-mag.de für das "Aktien Magazin" von Traderfox die Depots der bekanntesten Value Investoren unserer Zeit unter die Lupe.

Bei meinem siebenundzwanzigsten Portfoliocheck schaue ich Charles T. Akre auf die Finger, einem Value Investor klassischer Prägung. Er investiert nach derselben Maxime wie Charlie Munger und hält nichts von hektischer Betriebsamkeit; er denkt lieber zweimal nach, bevor er nichts tut. Und als Anhänger des "Focus Investing" konzentriert er sein Depot auf einige wenige Positionen.

Auch im vierten Quartal 2018 hat Akre an seinen Positionen kaum etwas verändert; es dominieren  mit einem Anteil von 47% weiterhin die Finanzwerte. Er setzt seit vielen Jahren auf die Markel Corp., einen Versicherungskonzern mit einem ganz ähnlichen Business-Playbook wie Berkshire Hathaway. Auch deshalb gehört Markel neben MasterCard, VISA und KKR & Co. zu Chuck Akres größten Depotwerten. Aus nachvollziehbaren Gründen...!?

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Disclaimer
Berkshire Hathaway, KKR & Co. und MasterCard befinden sich auf meiner Beobachtungsliste und in meinem Depot.

Deutschlands Vorzeige-Fintech Hypoport bleibt in der Erfolgsspur

Den Finanzdienstleister Hypoport habe ich schon länger auf dem Schirm; seit genau drei Jahren ziert die Aktie meine Beobachtungsliste und konnte in dieser Zeit seinen Kurs verdreifachen.

Hypoport ist ein wachstumsstarkes und profitables FinTech-Unternehmen und als Netzwerk von Technologieunternehmen für die Kredit- und Immobilien- sowie Versicherungswirtschaft organisiert. Der Konzern besteht aus einem Netzwerk von autonomen Tochterunternehmen mit den vier Segmenten Kreditplattform, Privatkunden, Immobilienplattform und Versicherungsplattform.

Soeben hat man die vorläufigen Zahlen für 2018 vorgelegt und die können sich wieder einmal sehen lassen. Das Wachstum ist ungebrochen, die Gewinne steigen und auch die Investitionen in neue Zukunftsfelder werden weiter vorangetrieben. Und hier ergibt sich dann auch der einzige Schönheitsfehler abseits der durchaus sportlichen Bewertung...

Montag, 11. März 2019

Börsenweisheit der Woche 10/2019

"Der Reingewinn ist der Teil der Bilanz, den der Vorstand beim besten Willen nicht mehr vor den Aktionären verstecken kann."
(Carl Fürstenberg)

Samstag, 9. März 2019

Kissigs Klookschieterei: Die Börsenwoche 10/2019 im Rückspiegel mit Axel Springer, General Electric, Hypoport, Ringmetall, Salesforce

In der zurückliegenden Börsenwoche war Konsolidierung angesagt nach der starken Rallye der ersten beiden Monate. Der Dow Jones Index verlor an allen fünf Handelstagen und auch in Europa tendierten die Aktienmärkte eher abwärts.

Neben den bekannten Problemzonen wie Brexit und die US-Handelskriege tun sich neue Irritationen auf und zwar seitens der Notenbanken. Dabei ist weniger überraschend, was die Notenbanker aus Amiland und Eurozone tun, als vielmehr die Reaktion der Märkte darauf. Mit entsprechenden Ausschlägen der Indizes und einzelner Wertpapiere...

Donnerstag, 7. März 2019

Einfach gedacht: Hypoport sollte sich bei der EZB bedanken!

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat heute verkündet, sie werde bis mindestens Ende 2019 die Zinsen nicht anheben. Das hat die Laune der Sparer und die Aktienkurse der Banken europaweit auf Talfahrt geschickt, vor allem die der deutschen Institute wie Deutsche Bank und Commerzbank. Zurecht, denn die Banken haben zunehmend Probleme, eine (halbwegs) auskömmliche Zinsmarge zu erwirtschaften und leiden massiv unter dem negativen Einlagenzins von -0,4%, den sie für ihre Mindestreserveguthaben bei der EZB bezahlen müssen.

Des Sparers Leid bringt allerdings für andere Leute Freude. So bleibt die Liquiditätsversorgung der Börsen weiterhin günstig und gesichert und auch die des Immobilienmarktes. Immobilienpreise und -aktien dürften daher weiter steigen. Und auch für Hypoport [WKN: 549336] sollte sich diese Entwicklung gleich doppelt auszahlen: günstige Zinsen verleiten mehr Kunden, Immobilien zu kaufen und zu finanzieren. Und der nicht nachlassende Druck auf die Banken zwingt diese dazu, immer stärker auf Onlineangebote zu setzen. Und Hypoport ist hier mit seiner Kreditplattform Europace sehr gut positioniert und gewinnt immer mehr Kunden, vor allem aus dem Sparkassen- und Genossenschaftsbankenbereich.

Meine Einschätzung: für Hypoport könnte das Umfeld kaum günstiger sein!

Disclaimer
Hypoport befindet sich auf meiner Beobachtungsliste und in meinem Depot.

Portfoliocheck: Daniel Loeb liebt Spin-offs und kommt bei Danaher voll auf seine Kosten

In meiner Online-Kolumne "Portfoliocheck" nehme ich regelmäßig auf aktien-mag.de für das "Aktien Magazin" von Traderfox die Depots der bekanntesten Value Investoren unserer Zeit unter die Lupe.

In meinem sechsundzwanzigsten Portfoliocheck blicke ich in das Depot des Hedge Fonds Third Point. Daniel Loeb pflegt einen aktivistischen Investmentstil und kauft sich bevorzugt in angeschlagene Unternehmen ein, um diese dann in die gewünschte Richtung zu treiben.

Im vierten Quartal hat er einige seiner größten Positionen komplett verkauft, darunter United Technologies, bei der er mit seiner schon länger geforderten Aufspaltung sein Ziel erreicht hat und nun Kasse machte. Eine seiner inzwischen größten Positionen ist das Industriekonglomerat Danaher, das nach der Abspaltung von Fortive vor dem nächsten Spin-off steht: die Dentalsparte soll im dritten Quartal auf eigene Füße gestellt werden. Doch dazwischen kam die Meldung, dass Danaher von der angeschlagenen General Electric die Biopharma-Sparte für 21,4 Mrd. Dollar übernimmt. Für Loeb sind das geradezu paradiesische Zustände...

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Disclaimer
Danaher und General Electric befinden sich auf meiner Beobachtungsliste und in meinem Depot.

Mittwoch, 6. März 2019

Versenkst Du auch viel Geld mit Rebalancing oder hast Du schon richtig Erfolg beim Investieren?

Investieren ist wie einen Baum zu pflanzen: man pflanzt und anfangs muss man sich ein bisschen drum kümmern, vielleicht düngen, ab und zu mal gießen. Dann der erste Spross, die Freude ist groß! Niemand würde doch jetzt das Bäumchen ausreißen, oder?

Man lässt ihn wachsen, bei Sonne, Sturm und Schnee. Ab und zu schaut man ihn sich mal an, erfreut sich an seinem Wachstum, bisweilen erstaunt darüber, wie groß er schon geworden ist. Man lässt ihn wachsen und manchmal denkt man sich, man könnte ihn fällen, Platz schaffen für einen anderen Baum. Oder das Holz verkaufen und damit Profite einstreichen.

»Heute sitzt jemand im Schatten, weil ein anderer vor langer Zeit einen Baum gepflanzt hat.«
(Warren Buffett)

Oder sollte man den Baum vielleicht doch lieber stehen und wachsen lassen? Das kann man jahrelang machen, jahrzehntelang. Und der Baum wächst und treibt Knospen aus und aus der einen oder anderen dieser "Dividenden" wird ein weiterer Baum, so dass der natürliche Zinsenszinseffekt unseren Investment-Wald mit weiteren Bäumen füllt. Und am Ende steht dort ein ganzer Wald voller kräftiger großer Bäume. Aber nur, weil man nicht nach den ersten Zentimetern des Wachstums und auch später nicht den Fehler gemacht hat, den Baum zu fällen.

»Du wirst Deine Ergebnisse nicht verbessern, indem du die Blumen ausreißt und das Unkraut gießt.«
(Peter Lynch)

So stellen wir fest, dass investieren letztlich nichts anderes ist, als den Baum zu pflanzen und ihn dann nicht daran zu hindern, zu wachsen, sich zu entwickeln, größer und stärker zu werden. Wir sollten uns um unseren Baum kümmern und ab und zu tote Triebe entfernen und auch Unkraut und Wildwuchs eindämmen, damit der Baum ungehindert wachsen kann. Doch gerade hierbei stellen sich die meisten Anleger ziemlich dumm an, sie "rebalancen" und das kostet sie richtig viel Geld...

Montag, 4. März 2019

Ken Fisher rät von Markt-Timing ab: "Time in the market beats timing the market"

Das Timing für den Einstieg in Aktien spielt in der Fachpresse und den Diskussionen eine große Rolle. Dem liegt die Annahme zugrunde, dass die Wahrscheinlichkeit, eine steigende Aktie zu erwischen,  in einem steigenden Markt größer ist, als in einem fallenden. Getreu dem Börsenmotto "the trend is your friend". Diese Überlegungen sind geradezu verführerisch, denn sie klingen so schlüssig, so plausibel. Trotzdem erzielt die Mehrzahl der Anleger schlechtere Renditen als der Gesamtmarkt und auch die große Mehrheit der Fondsmanager schafft es nicht, besser abzuschneiden als der Durchschnitt. Die Theorie ist das eine, die praktische Umsetzung das andere. Oder wie Yogi Berra mal treffend formulierte: "In der Theorie sind Theorie und Praxis gleich. In der Praxis nicht".

Und weil so viele Anleger so schlechte Resultate erzielen, wird immer öfter zu passiven Anlageformen geraten, wie Indexfonds oder ETFs. Doch leider zeigt die Realität auch hier, dass die meisten Anleger selbst mit Indexfonds schlechter abschneiden als der Vergleichsindex. Was nicht verwundern kann, denn die Gründe liegen ziemlich klar auf der Hand...

Börsenweisheit der Woche 09/2019

"Die Unkenntnis der Steuergesetze befreit nicht von der Pflicht zum Steuerzahlen. Die Kenntnis häufig schon."
(Amschel Mayer Rothschild)

Samstag, 2. März 2019

Kissigs Klookschieterei: Die Börsenwoche 09/2019 im Rückspiegel mit 3U Holding, Aumann, General Electric, Genworth Financial, MBB, WashTec

Die vergangene Börsenwoche verlief eher ruhig, es gab nur das übliche politische Palaver, nichts Bewegendes.

"The Donald" hat den nordkoreanischen Diktator geherzt wie seinen Biggest Buddy, per Twitter der Welt große Ankündigungen versprochen, um am nächsten Tag unverrichteter Dinge vom Gipfel in Hanoi abdampfen zu müssen. Derweil zieht sich in den USA die Schlinge um seinen Kopf zunehmend enger zusammen, seit sein ehemaliger Anwalt Cohen öffentlich Aussagen muss darf. Wirklich beeindrucken tut das weder den Don noch den Rest der Welt. Dort richtet man die Augen weiterhin auf den Handelskonflikt USA vs. China und hofft auf so viel gesunden Menschenverstand, dass die es nicht total gegen die Wand fahren.

Und ebenso ergeht es uns EUlern mit den Briten und ihrem f*cking Brexit. Wenigstens scheint sich nun endlich mal substanzieller Widerstand in UK zu formieren, was zumindest einen No-Deal-Brexit unwahrscheinlicher macht. Ganz ehrlich Leute, das muss man schon alles als positive Nachrichten betrachten! Wirklich negative gab es übrigens auch nicht. Was nicht heißt, dass es nicht die eine oder andere Kursverwerfung gab, zumeist aufgrund vorgelegter Unternehmenszahlen...

Freitag, 1. März 2019

Portfoliocheck: Finanzwerte sind wieder en vogue und Primecap verdoppelt den Einsatz bei der Bank of America

In meiner Online-Kolumne "Portfoliocheck" nehme ich regelmäßig auf aktien-mag.de für das "Aktien Magazin" von Traderfox die Depots der besten Value Investoren unserer Zeit unter die Lupe.

Bei meinem fünfundzwanzigsten Portfoliocheck blicke ich in das Depot von Primecap Management, die nicht nur drei milliardenschwere Fonds für die Vanguard Group managen, sondern mit den Primecap Odyssey Fonds auch drei "Eigenproduktionen" am Start haben. Damit erzielten sie seit 1985 eine durchschnittliche Jahresrendite von 13,4% und hängten den S&P 500 um 2% pro Jahr ab.

Bei ihren Anlageentscheidungen schauen die Macher von Primecap nicht nur auf die fundamentalen Daten eines Unternehmens, sondern vor allem auch auf seine künftigen Entwicklungschancen und setzen auf einen Macher an der Unternehmensspitze anstelle eines Kollektivs.

Nachdem sie zuletzt bereits bei Wells Fargo auf den frischen Wind eines neuen CEOs gesetzt haben, haben sie nun auch bei der zweitgrößten US-Bank, der Bank of America ihre Position verdoppelt. Und folgen damit Warren Buffett, der ebenfalls stark und zunehmend auf US-Banken setzt...

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