Mittwoch, 29. Mai 2019

Buffett setzt auf Qualität und kauft lieber hervorragende Unternehmen zu guten Preisen als gute Unternehmen zu hervorragenden Preisen

Quality Investing ist eine Anlagestrategie, bei der die Qualität des Investitionsobjekts im Vordergrund steht, nicht so sehr der Preis oder die Wachstumsaussichten. Es stellt eigentlich eine Weiterentwicklung des klassischen Value Investings dar, denn es wendet viele von dessen Kriterien an. Value Investoren setzen anhand von Kennzahlen die Bewertung des Unternehmens ins Verhältnis zu seinem Aktienkurs und ermitteln so eine Unter- oder Überbewertung als Grundlage für ihre Investitionsentscheidung.

An diesem Punkt setzt das Quality Investing an und selektiert die Aktien, die darüber hinaus über besondere Qualitätsmerkmale verfügen. Nur in diese Unternehmen wird dann auch investiert. Denn schon der Urvater der Fundamentalanalyse, Warren Buffetts Lehrer Benjamin Graham, hatte die Qualitätsproblematik bereits in den 1930er Jahren erkannt und eine Unterscheidung zwischen Quality- und Low-Quality-Aktien vorgenommen. Besonders in den Fokus kam Quality Investing nach dem Platzen der Internetblase im Jahr 2000 und den darauf folgenden spektakulären Pleiten von WorldCom, Enron, Parmalat oder Comroad, wo Bilanzmanipulation und das Fälschen der Bücher zum normalen Tagesgeschäft zu gehören schien.

Montag, 27. Mai 2019

Börsenlegende Philip A. Fisher: Erfolgreicher Growth-Investor, Buffett-Inspirator und Wegbereiter des Quality Investings

Philip Arthur Fisher (* 8. September 1907; † 11. März 2004) war ein US-amerikanischer Wertpapieranalyst und Vermögensverwalter. Er litt unter dem Asberger-Syndrom.

Er schrieb drei Bücher über das Investieren, von denen "Common Stocks and Uncommon Profits" ("Die Profi-Investment-Strategie") das wichtigste ist. Fisher setzt sich darin mit den beiden Werken Benjamin Grahams, des "Dekans der Wall Street", auseinander und vertrat die Auffassung, dass der günstige Preis eines Wertpapiers nicht entscheidend sei, wenn ein wirklich hervorragendes Unternehmen mit nachgewiesener Profitabilität und ausgezeichneten Wachstumsaussichten dahinter stünde. Die nachhaltige Entwicklung eines Unternehmens, um sich vor der Konkurrenz zu schützen und ihr voraus zu sein, sowie ein integeres Management waren für Fisher die entscheidenden Merkmale...

Börsenweisheit der Woche 21/2019

"Es ist mir egal, ob es sich um ein großes, mittelgroßes oder ein kleines Unternehmen handelt. Es macht keinen Unterschied. See's Candy bei 25 Millionen Dollar war Mikro, als wir boten. Die einzig wichtigen Fragen sind: verstehe ich das Geschäft, mag ich die Leute, die es betreiben und ist der Preis attraktiv?"
(Warren Buffett)

Sonntag, 26. Mai 2019

Kissigs Klookschieterei: Die 21. Börsenwoche im Rückspiegel mit Apple, Blue Cap, Cisco Systems, Softbank Group

"Die Geister, die ich rief, ich werd' sie nicht mehr los..." stammt aus Goethes "Der Zauberlehrling" und nichts liegt mir ferner als Johann Wolfgang von Goethe mit Donald Trump zu vergleichen! Doch das permanente Säbelrasseln und weltweite Brändelegen des Donaldissimo erzeugt zunehmend erhebliche - und dauerhafte - Kollateralschäden. Und damit meine ich nicht nur Politikverdrossenheit, internationale Spannung und Kriegsangst, sondern handfeste Einbußen und nachhaltig eingetrübte Geschäftsaussichten von Unternehmen. Es betrifft nicht alle, aber doch einige. Und zwar auch Giganten, wie Apple oder Cisco Systems aus den USA. Und dabei geht es weit mehr als um ein paar - vorübergehende - Strafzölle.

Auf die aktuelle "Earnings Season" in den USA hat das noch relativ geringe Auswirkungen, aber natürlich auf die Ausblicke der Unternehmen für den Rest des Jahres. weiter und in Deutschland nimmt die Dividendensaison Fahrt auf. Mit entsprechenden deutlicheren Kursschwankungen bei den betroffenen Werten. Und auch wenn Quartalsergebnisse kein Maßstab für langfristig orientierte Anleger sind, prägen sie doch auf kurze Sicht den Kursverlauf einer Aktie. Und das bietet Chancen und Risiken...

Samstag, 25. Mai 2019

China: Droht Apple jetzt eine Dekade des Siechtums?

Den Iphone-Konzern Apple habe ich bereits zum zweiten Mal auf meiner Beobachtungsliste und zum zweiten Mal ziehe ich nun die Reißleine. Nicht ganz freiwillig, aber die jüngsten Entwicklungen zwingen mich als vorausschauenden Investor dazu.

Bei meinem ersten Einstieg Mitte 2014 war der Kurs dramatisch eingebrochen und ich habe das als Chance erkannt. Denn neben einer neuen Iphone-Generation stand der Markteintritt in China unmittelbar bevor. Nach relativ kurzer Zeit stand eine Kursverdopplung in den Büchern und ich habe dann meine Aktien glatt gestellt, weil das Iphone meine Erwartungen übertroffen und der restliche Konzern sie unterboten hatte. Im Ergebnis hatte sich ein enormes Klumpenrisiko für Apple ergeben, weil man fast 90% seiner Gewinne mit nur einem Produkt einfuhr: dem Iphone. Vor etwas mehr als einem halben Jahr wagte ich dann den erneuten Einstieg, da Apple große Fortschritte dabei machte, seine Erlöse und Gewinne aus anderen Bereichen zu erhöhen. Daher reduzierte sich das Klumpenrisiko des Iphones und die zunehmende Stärke des Servicegeschäfts gab für mich den Ausschlag, wieder bei Apple an Bord zu kommen. Frei nach John Maynard Keynes hatte sich die Faktenlage geändert und daher änderte ich meine Meinung.

Und nun... tja, es gibt eine erneute erhebliche Veränderung der Faktenlage und dieses Mal nicht zum Guten für Apple. Daher habe ich - erneut - meine Meinung geändert. Dass dazwischen nur gute acht Monate liegen, ist für mich dabei unwesentlich. Als Value Investor ist nicht die Anlagedauer entscheidend oder etwa ein gnadenloses Festhalten an einer Position. Nein, es geht darum, die Gewinne laufen zu lassen, wenn man richtig liegt, und die Verluste bzw. Risiken zu reduzieren, wenn man falsch liegt. Wie es seit Kurzem bei Apple wieder der Fall ist...

Freitag, 24. Mai 2019

Portfoliocheck: Ja doch, Buffett kauft jetzt auch Amazon. Doch da steckt viel mehr dahinter...

In meiner Online-Kolumne "Portfoliocheck" nehme ich regelmäßig auf aktien-mag.de für das "Aktien Magazin" von Traderfox die Depots der bekanntesten Value Investoren unserer Zeit unter die Lupe.

In meinem 36. Portfoliocheck blicke ich mal wieder Warren Buffett über die Schulter. Die Performance dieses wohl weltbesten Investors ist atemberaubend; er legte über mehr als 50 Jahre hinweg eine Rendite von knapp 20% pro Jahr hin. In dieser Höhe und über eine solch langen Zeitraum ist das fast unerreicht.

Im vierten Quartal hat Buffetts Beteiligungsholding Berkshire Hathaway nur wenige Aktienpositionen verändert, aber dafür durchaus Interessantes offenbart. Denn nachdem Buffett sich wiederholt sehr beeindruckt über Jeff Bezos und seinen visionären Erfolg geäußert hat, offenbarte Berkshire nun erstmals einen milliardenschweren Kauf von Amazon-Aktien. Und dahinter steckt doch einiges mehr, als einfach nur "Buffetts neue Lust auf Technologieaktien"...

zum Artikel auf aktien-mag.de

Disclaimer
Amazon und Berkshire Hathaway befinden sich auf meiner Beobachtungsliste und in meinem Depot.

Donnerstag, 23. Mai 2019

Altersarmut dank Immobilienfinanzierung über Lebensversicherung. Wirklich? Wirklich!

Dass ich nicht viel vom Produkt Kapitallebensversicherung halte und dass es für die Versicherten eine Entreicherungsanlageform ist, habe ich in den letzten Jahren wiederholt geschrieben. Die Niedrigzinsphase hat den Assekuranzen kräftig zugesetzt, weil sie selbst keine auskömmlichen Geldanlagen mehr finden und inzwischen müssen sie sogar eine Zinszusatzreserve aufbauen, um die üppigen Garantieverzinsungen aus der Vergangenheit gewährleisten zu können. Doch die Zinszusatzreserve geht zulasten der Rendite der Versicherten und senkt deren heutigen Ablaufleistungen weiter. Des Weiteren mussten die Assekuranzen ihre Garantieverzinsung immer mehr absenken und der Staat strich die Beteiligung der Versicherten an den Bewertungsreserven oder Schlussüberschüssen der Versicherungen, was die Rendite weiter abschmolz. Die Folge dieser Gemengelage ist, dass inzwischen die Überschussbeteiligungen fast komplett ausfallen. Dabei waren doch gerade sie in der Vergangenheit das ziehende Verkaufsargument für "der Deutschen liebste Anlageform".

Nun ja, wird mancher sagen, da bekommen nun Leute nach 25 Jahren eben weniger Zinsen ausgezahlt und dem entsprechend fällt die Ablaufleistung geringer aus. Pech gehabt. passiert eben. Und so oberflächlich betrachtet, kann man das fast so stehen lassen. Jeder ist für sein Geld und auch seine Absicherung im Alter selbst verantwortlich. Und doch...

Dienstag, 21. Mai 2019

Portfoliocheck: Chuck Akre investiert auf lange Sicht und noch mehr in American Tower

In meiner Online-Kolumne "Portfoliocheck" nehme ich regelmäßig auf aktien-mag.de für das "Aktien Magazin" von Traderfox die Depots der bekanntesten Value Investoren unserer Zeit unter die Lupe.

Bei meinem 35. Portfoliocheck schaue ich Charles T. Akre auf die Finger, einem Value Investor klassischer Prägung. Er investiert nach derselben Maxime wie Charlie Munger und hält nichts von hektischer Betriebsamkeit; er denkt lieber zweimal nach, bevor er nichts tut. Und als Anhänger des "Focus Investing" konzentriert er sein Depot auf einige wenige Positionen.

Auch im ersten Quartal 2019 hat Chuck Akre nur bei wenigen Positionen Änderungen vorgenommen; es dominieren mit einem Anteil von 45% weiterhin die Finanzwerte vor Communication Services mit 20% und zyklischen Konsumwerten mit 12%. Seine zweitgrößte Position ist mit American Tower einen Spezial-REIT, mit dem er auf den anhaltenden Boom beim mobilen Internet setzt - und auf 5G...

zum Artikel auf aktien-mag.de

Disclaimer
American Tower befindet sich auf meiner Beobachtungsliste und in meinem Depot.

Montag, 20. Mai 2019

Warren Buffett warnt: "Mit schlechten Leuten macht man keine guten Geschäfte!"

Dass man mit schlechten Leuten keine guten Geschäfte machen kann, ist ein wichtiger Grundsatz des Value Investings, denn man bindet sich ja langfristig an ein Unternehmen. Und wenn dieses von Menschen geführt wird, denen man nicht trauen kann, sollte - nein muss! - man die Finger davon lassen.

Eine Regel, die man gar nicht oft und laut genug betonen kann, denn an der Börse war es Jahrhunderte lang üblich, Investoren über den Tisch zu ziehen. Ob es mit "Orient-Compagnien", Eisenbahnen, Stromhändlern (Stichwort Enron) oder mit beinahe jeder Neuer Markt-Klitsche war, es wurde immer erstunken und erlogen was das Zeug hielt. Da wurden Umsätze und Gewinne vom Vorstand frei erfunden, oder es wurden Kurse vorsätzlich in ungeahnte Höhen manipuliert, weil die Initiatoren zuvor diese Penny-Stocks günstig eingesammelt hatten und dann in die aufgrund ihrer eigenen geschaffenen künstlichen Nachfrage teuer verkauften. Am Ende war immer der Anleger, der diesen schlechten Leuten auf den Leim ging, der Dumme.

Wer nun glaubt, die immer strenger werdenden Regeln der Börsen und die Börsenaufsichten würden Betrugs- und Manipulationsversuche ganz verhindern können, liegt falsch. So lief es auch beim weltweit zweitgrößten Möbelkonzern Steinhoff (nach IKEA), der kurz nach dem Börsengang überführt wurde, über Jahre seine Bilanzen geschönt und Scheinumsätze und -gewinne ausgewiesen zu haben. Das Nachsehen haben die Aktionäre denn die Papiere stürzen ab und bei den Verantwortlichen Schadensersatz zu holen, stellt sich oftmals als schwierig bis unlösbar dar. Wenn diese dann für relativ kurze Zeit ins Gefängnis müssen, ist das weder Trost noch Genugtuung. Und schon gar nicht gerecht. Daher sollten Anleger dem Charakter und dem Leumund des Managements durchaus ausreichend Beachtung schenken - bevor sie die Aktien des Unternehmens kaufen...

Börsenweisheit der Woche 20/2019

"Man wird nicht über Nacht zu einem großartigen Investor, da die wichtigsten Lektionen nicht unterrichtet werden können. Sie müssen erlebt werden. Der beste Weg das Investieren zu lernen, ist das Investieren."
(Ian Cassel)

Sonntag, 19. Mai 2019

Kissigs Klookschieterei: Die 19. und 20. Börsenwoche im Rückspiegel mit Arista, Aumann, Cisco, Fintech Group, Hello Fresh, IAC InterActiveCorp., Match Group, MBB, Nynomic, Rocket Internet, SBF, Teva Pharmaceuticals

Nach dem "Aussetzer" am letzten Wochenende gibt es in dieser Woche wieder meine Klookschietereien. Und man kann feststellen, dass die "politischen Börsen" zurück sind, nachdem Donaldissimo zunächst den US-China-Handelskrieg zugespitzt hat, mit Börsenturbulenzen im Gefolge, um wenig später wieder etwas zurückzurudern. Die - nicht ganz so starke - Erhöhung an den Weltbörsen zeigt, wie psychisch instabil die Märkte sind, und was ein Egomane an der Spitze einer Weltmacht anrichten kann.

Daneben läuft die "Earnings Season" in den USA weiter und in Deutschland nimmt die Dividendensaison Fahrt auf. Mit entsprechenden deutlicheren Kursschwankungen bei den betroffenen Werten. Und auch wenn Quartalsergebnisse kein Maßstab für langfristig orientierte Anleger sind, prägen sie doch auf kurze Sicht den Kursverlauf einer Aktie. Und das bietet Chancen und Risiken...

Donnerstag, 16. Mai 2019

Blue Cap und PartnerFonds: So oder so könnte das noch was werden...

Gerade erst haben sich die Gewitterwolken bei Blue Cap etwas aufgehellt, nachdem man auf Entspannungskurs zum Großaktionär PartnerFonds AG gegangen ist und sich ein einvernehmlich(er)es Vorgehen abzeichnet: Dr. Schubert wird als Blue Cap-CEO von Bord gehen und der Vorstand bis zum Jahresende auf bis zu drei Mitglieder ausgeweitet. Daneben wird der Aufsichtsrat um einen auf vier Posten erweitert und die beiden jetzt von PartnerFonds vorgeschlagenen Kandidaten finden auch die Unterstützung von Dr. Schubert/Blue Cap. Einer von ihnen gehört zum Evoco-Team, die seit Kurzem mit 18,34% der Anteile neuer größter Aktionär bei der PartnerFonds AG sind (vor Dr. Schubert mit rund 8%).

Anlässlich des Frankfurter Eigenkapitalforums hat Dr. Schubert sich zur künftigen Zusammenarbeit der beiden drei Unternehmen geäußert und deutlich gemacht, dass eine wie auch immer geartete Verschmelzung von Evoco oder Blue Cap mit PartnerFonds ausgeschlossen sei. Soweit so gut. Doch es bleibt - vor allem aus Sicht der Blue Cap-Aktionäre - die Frage, wie es dann weitergehen soll, zumal der hohe Abschlag des Aktienkurses auf den NAV (17,50 zu 30 Euro) ja maßgeblich an diesen unsicheren Zukunftsaussichten hängt. Und genau dazu habe ich mir ein paar Gedanken gemacht...

Mittwoch, 15. Mai 2019

Navigator Equity Solutions: Gewinne und Geldsegen mit Folgen - kommen Aktienrückkäufe oder eine (feindliche) Übernahme?

Die Beteiligungsgesellschaft Navigator Equity Solutions SE hat ihre Zahlen für das Geschäftsjahr 2018 veröffentlicht und im Anschluss auch über die wichtigsten anstehenden Veränderungen, nachdem sie im ersten Quartal 2019 den überwiegenden Teil (51%) ihrer größten Beteiligung IT Competence Group  verkauft hat.

Des Weiteren hat sich Navigator im ersten Quartal von weiteren Beteiligungen getrennt und dabei weitere Gewinne eingefahren. Da bisher die ITC in der Navigator-Bilanz konsolidiert wurde, wird die Entkonsolidierung natürlich kräftige Auswirkungen haben. So entfallen die Umsätze und Gewinne (oder ggf. Verluste) der ITC; die nicht der Navigator zuzurechnenden Anteile des Gewinns waren zuvor als Minderheitenanteile am Ende abgezogen worden. Für den verbliebenen restlichen ITC-Anteil in Höhe von 22% gibt es eine Verkaufsvereinbarung, so dass diese auch in absehbarer Zeit ganz aus den Navigator-Büchern verschwinden wird - bis auf den Verkaufspreis natürlich, und den daraus nochmals zu erwartenden Gewinn, der je nach Preis zwischen 2,0 Mio. und 3,6 Mio. Euro liegen wird. Bleibt die Frage, was nun mit dem ganzen Geld passieren soll...

Dienstag, 14. Mai 2019

Portfoliocheck: Value Investor Frank Sands heißester Flirt ist die Match Group

In meiner Online-Kolumne "Portfoliocheck" nehme ich regelmäßig auf aktien-mag.de für das "Aktien Magazin" von Traderfox die Depots der bekanntesten Value Investoren unserer Zeit unter die Lupe.

In meinem 34. Portfoliocheck blicke ich in das Depot von Frank Sands, der auf dominierende Unternehmen mit starkem, profitablem Wachstum setzt. Diese müssen stets Sands sechs Kriterien für "dominierende Wachstumsunternehmen" erfüllen: nachhaltiges überdurchschnittliches Gewinnwachstum, Marktführerschaft in ihrer jeweiligen Branche, bedeutende Wettbewerbsvorteile (Burggraben) sowie ein einzigartiges Geschäftsmodell, eine klare Philosophie sowie einen Wert schöpfenden Fokus, Finanzstärke und eine angemessene Bewertung im Hinblick auf Markt- und Geschäftsaussichten.

In seinem Portfolio setzt er den Schwerpunkt bei den großen Profiteuren des boomenden Internethandels wie Amazon, Alibaba und VISA, aber auch auf Netflix und die Google-Mutter Alphabet. Seit Kurzem setzt Frank Sands auch auf die zu 81% der Beteiligungsgesellschaft IAC InterActiveCorp. gehörende Match Group, den führenden Dating-Spezialisten mit 45 Tochterunternehmen und Apps wie Tinder, Hinge, LoveScout24 oder neu.de. Da haben sich zwei gefunden...

zum Artikel auf aktien-mag.de

Disclaimer
Alphabet, Amazon, IAC InterActiveCorp. Match Group befinden sich auf meiner Beobachtungsliste und in meinem Depot.

Montag, 13. Mai 2019

Blue Cap: Neuer Player mischt die Karten neu. Deeskalation oder (nur) die Ruhe vor dem Sturm?

Bei der Beteiligungsgesellschaft Blue Cap ist richtig Leben drin. Weniger im operativen Business, das gewohnt souverän läuft, wie die 2018er Jahreszahlen belegt hatten, als vielmehr im Ringen um Macht und Einfluss.

Denn nachdem Dr. Hannspeter Schubert, Macher und CEO der Blue Cap AG, mit 44% den größten Teil seines Aktienpakets an die PartnerFonds AG verkauft hatte, war eigentlich ein einvernehmliches Zusammengehen der beiden Gesellschaften unter dem Dach der Blue Cap AG angedacht. Daraus wurde bekanntlich ja nichts; es gab vielmehr eine unschöne Eskalation, bei der auch mit harten Bandagen gekämpft wurde. In den letzten Tagen gab es nun gleich mehrere Entwicklungen, die aufhorchen lassen...

Börsenweisheit der Woche 19/2019

"Der beste Weg, um über Investitionen nachzudenken, ist, alleine in einem Raum zu sein und zu lesen und dann darüber nachzudenken, was man gelesen hat. Wenn Sie denken, dass es so nicht funktioniert, entgegne ich, dass es anders nicht funktioniert."
(Warren Buffett)

Freitag, 10. Mai 2019

Benjamin Graham warnt Anleger vor Selbstüberschätzung. Denn der schlimmste Feind des Investors sei wahrscheinlich er selbst...

Menschen neigen dazu, sich selbst zu überschätzen, im Straßenverkehr wie an der Börse. So meinen 70 Prozent der Autofahrer, sie würden überdurchschnittlich gut fahren - was natürlich nicht sein kann so ist. Was die eigenen Erfolgsaussichten an der Börse angeht, liegt die Selbstein- und überschätzung noch höher. Gefühlt scheint jeder "den Markt" schlagen zu können. Dabei versagen sogar die meisten Fondsmanager und schneiden schlechter als ihr Vergleichsindex ab. Wie die amerikanische Investmentgesellschaft Vanguard in einer Studie herausfand, hinkten 85 Prozent der aktiv verwalteten Anlagefonds im Zeitraum zwischen 1999 und 2013 ihrem Vergleichsindex hinterher. Im Umkehrschluss lagen also nur 15 Prozent der Fondsmanager besser als der Markt oder zumindest gleichauf.

»Der schlimmste Feind des Investors ist wahrscheinlich er selbst.«
(Benjamin Graham)

Die meisten Fehler an der Börse entstehen, weil Anleger zu wenig Geduld mitbringen und glauben, durch ein gutes Timing schlauer zu sein als die übrigen Anleger. Meistens schauen sie sich dazu Charts an und rückblickend betrachtet liegt klar auf der Hand, wann man kaufen und verkaufen hätte müssen. Und diese "Erkenntnis" wird dann gerne in die Zukunft fortgeschrieben. Aber das funktioniert eben nur selten bis gar nicht. Wenn es so einfach wäre, könnte es ja jeder und jeder würde an der Börse ein Vermögen verdienen. Und das möchte man nur zu gerne glauben...

Donnerstag, 9. Mai 2019

Softbank im (News-) Rausch: Starke Zahlen, IPO-Pläne, neuer Fonds, Dividendenverdopplung...

Der japanische Beteiligungs- und Venture Capital-Konzern Softbank Group hat hervorragende Zahlen für das am 31.3.2019 abgelaufene Geschäftsjahr 2018 vorgelegt.

Noch interessanter dürften allerdings einige im Umfeld der Zahlenvorlage lancierte weiterer Nachrichten und Entwicklungen sein, die sich um ein IPO drehen, einen Aktiensplit, einen Dividendenverdopplung, einen neuen 100-Milliarden Venture Capital Fonds und ein Aktientauschgeschäft bei Yahoo! Japan. Und jede einzelne dieser Meldungen könnte sich merklich auf das Business von Softbank auswirken und dürfte dem entsprechend auch für die Kursentwicklung nicht unerheblich sein. Schon gar nicht in Summe...

Dienstag, 7. Mai 2019

Warren Buffett rät: "Kaufe keine Aktien, beteilige dich an einem Unternehmen. Spekuliere nicht, investiere!"

Mit dem Erwerb einer Aktie kauft man ein Unternehmen - jedenfalls einen Teil davon. Weshalb legen Value Investoren wie Warren Buffett auf diese Unterscheidung dann so viel Wert?

Das liegt an der Psychologie und am Verhalten der Menschen, die von Natur aus wankelmütig sind. Wir neigen zu Stimmungsschwankungen und so empfinden viele Menschen Freude, wenn ihre Aktien steigen und sind gereizt, wenn die Börsenkurse ihrer Aktien fallen. Doch wer den Börsenkurs zum (einzigen) Gradmesser macht, ob das getätigte Investment gut oder schlecht ist, kann nur scheitern. Jedenfalls als Investor, vielleicht nicht als Spieler.

»Kaufe keine Aktien, beteilige dich an einem Unternehmen. Spekuliere nicht, investiere!«
(Warren Buffett)

Man muss sich von diesem Denken lösen, denn es wird einem ansonsten immer im Weg sein und einen davon abhalten, nachhaltig und langfristig mit seinen Investments eine wirklich gute, überdurchschnittliche Performance zu erzielen.

Montag, 6. Mai 2019

Portfoliocheck: Bill Nygren kauft sich bei Ölausrüster Halliburton ein. Gegen den Trend, versteht sich...

In meiner Online-Kolumne "Portfoliocheck" nehme ich regelmäßig auf aktien-mag.de für das "Aktien Magazin" von Traderfox die Depots der bekanntesten Value Investoren unserer Zeit unter die Lupe.

Bei meinem 33. Portfoliocheck geht es um Bill Nygren, den Portfolio Manager und CIO des Oakmark Funds, mit dem er seit dessen Gründung 1991 eine beeindruckende durchschnittliche jährliche Rendite von 13 Prozent vorweisen kann.

Bill Nygren fährt einen fokussierten Investmentstil mit einigen wenigen, ausgesuchten Werten. Er lag vor einigen Monaten mit seiner Meinung goldrichtig, dass nicht das Ende des Bullenmarktes bevorstünde, sondern sich das aufziehende Börsengewitter als vorübergehende Verschnaufpause erweisen sollte. Im vierten Quartal 2018 hat Bill Nygren sich ganz frisch beim strauchelnden Ölausrüster Halliburton eingekauft und agierte damit mal wieder gegen den Trend. Bisher hat sich das ziemlich oft richtig ausgezahlt...

zum Artikel auf aktien-mag.de

Börsenweisheit der Woche 18/2019

"Wie wird man zum Spekulanten? Wie ein unschuldiges Mädchen zum ältesten Gewerbe der Menschheit kommt. Man fängt an aus Neugierde, dann macht man es aus Spaß und zum Schluss für das Geld."
(André Kostolany)

Sonntag, 5. Mai 2019

Kissigs Klookschieterei: Die 18. Börsenwoche im Rückspiegel mit Alphabet, Berkshire Hathaway, Corning, Funkwerk, KKR, MasterCard, Softbank, Steico, Xylem

Die "Earnings Season" in den USA hat die Börsen weiterhin im Griff und es vergeht kein Tag, an dem nicht mindestens ein Unternehmen heftigen Kursschwankungen ausgesetzt ist, weil es die Erwartungen des Marktes verfehlt. In die eine oder andere Richtung.

Beste Beispiele dafür sind Alphabet, die enttäuschten, oder Funkwerk, die überraschten, und MasterCard, die mal wieder einfach "nur" lieferten.

Quartalsergebnisse dürfen kein Maßstab für langfristig orientierte Anleger sein. Die Ergebnisse, aber vor allem auch die Erläuterungen des Managements, wie die sich ihre Zahlen erklären (oder schönreden), das sind jedoch durchaus nützlich für die Überprüfung des eigenen Investmentcases. Stimmt die Richtung noch, passen die Zahlen ins große Bild, deuten sich Entwicklungen an, über die man sich genauere Gedanken machen sollte? Oder sind schlechte Zahlen nur eine einmalige Sache und vielleicht eher stichtagsbezogen? Sind erwartete Aufträge evtl. nur um ein paar Tage oder Wochen verschoben? Dann besteht kein Grund zur Panik, das Unternehmen scheint weiterhin auf Kurs. Und dann bieten kurzfristige Kurseinbrüche eine willkommene Chance, um den eigenen Aktienbestand etwas aufzustocken...


Freitag, 3. Mai 2019

Buffett hat nun Amazon-Aktien: steht das Ende von Amazons Wachstum bevor?

Amazon ist das wohl disruptivste Unternehmen der Gegenwart und hat seit seinem Bestehen kaum Gewinne gemacht. Alles wurde und wird dem Wachstum untergeordnet und erst in den letzten Jahren bleiben auch unterm Strich Gewinne hängen und zwar stark steigende.

Warren Buffett hat nie in Amazon investiert, doch vor einiger Zeit bekannte er, dass es ein Fehler gewesen sei, nicht in die Kraft von Amazon zu investieren. Und gestern Abend, kurz vor der diesjährigen Hauptversammlung seiner Investmentholding Berkshire Hathaway, platze Buffett bei CNBC damit heraus, dass Berkshire im letzten Quartal "einige" Amazon-Aktien gekauft habe. Doch was bedeutet das nun? Immerhin stieg Buffett vor einiger Zeit auch groß bei Apple ein und zwar mit den Worten, dass Apple in seinen Augen kein Wachstumsunternehmen mehr sei, sondern eher ein Konsumwert. Denkt Buffett also, die Wachstumszeiten lägen hinter Amazon?

Donnerstag, 2. Mai 2019

Ist eine hohe Cash-Quote für günstige Gelegenheiten wirklich eine gewinnbringende Idee?

Ich bin inzwischen seit gut 30 Jahren an der Börse aktiv und habe meinen Investmentstil seit meinen Anfängen erheblich verändert. Aus meiner Sicht weiterentwickelt, weg vom Kurs getriebenen eher kurzfristig orientierten Anleger hin zu einem Value und Quality Investor.

Seit einiger Zeit habe ich nun wachsende Zweifel an einer meiner seit vielen Jahren bestehenden Investmentgrundsätze und musste sogar feststellen, dass ich ihn schon länger nicht mehr konsequent befolge. Höchste Zeit also, mich zu disziplinieren oder aber den Ursachen auf den Grund zu gehen. Oder beides. Das Ergebnis, meine Selbsterkenntnis ist, dass ich mich - erneut - weiter entwickelt habe. Ob ich meinen Investmentstil auch verbessert habe, wird sich erst mit der Zeit zeigen.

Aber es geht natürlich nicht um einen Trial-and-Error-Feldversuch, sondern ich habe die Argumente sorgsam gegeneinander abgewogen und - zu meiner Erleichterung - am Ende die besseren Argumente auf meiner (neuen) Seite. Oder mit Churchills Worten: "Dass ich meine Meinung geändert habe, ändert nichts an der Tatsache, dass ich immer noch Recht habe". ツ

So, nun aber zum Eingemachten: bei meinem Umdenken geht es um die Cash-Quote und die Frage, ob das dauerhafte Halten einer hohen Cash-Quote, um bei starken Kursrückschlägen günstig Aktien einsammeln zu können, wirklich besser ist, als stets weitgehend investiert zu sein, sowohl im Börsenaufschwung wie auch im -absturz. Und dabei geht es mir nicht um Market-Timing, das gleich vorab, sondern um ganz pragmatische Überlegungen und Erfolgsaussichten, um langfristig höhere Renditen einzufahren.

Mittwoch, 1. Mai 2019

Wird Rocket Internet jetzt zum Immobilienkonzern? Ernsthaft? Oder wie jetzt?

Die Rocket Internet SE agiert als Startup-Schmiede und Beteiligungsgesellschaft und hat mit Immobiliengeschäften wenig am Hut. Bis jetzt. An mich wurde - vielleicht nicht ganz ernst gemeint - die Frage herangetragen, ob Rocket Internet jetzt sein Geschäftsmodell ändere hin zu einem Immobilienunternehmen.

Basis für diese Andeutung/Vermutung ist die Einladung zur Hauptversammlung, wo es in der Tat um eine Änderung der Satzung der Gesellschaft geht und worüber die Aktionäre auf der anstehenden Hauptversammlung abstimmen sollen. Aber was steckt denn nun wirklich dahinter...?