Dienstag, 7. Juli 2020

Cisco Systems und Walt Disney sind nicht mehr (meine) erste Wahl...

Cisco Systems und Walt Disney sind beide in aussichtsreichen Märkten aktiv, stehen jedoch vor großen Herausforderungen. Sie haben sich in den vergangen Jahren unterdurchschnittlich entwickelt und es steht zu befürchten, dass dies auch in absehbarer Zeit so bleiben wird. Mein ursprünglicher Investmentcase geht nicht (mehr) auf; Grund genug, mich von beiden Werten zu trennen und mein Geld in aussichtsreichere Werte zu investieren.

Mein Abschied von Cisco Systems

Bei einem Goldrausch sollte man nicht in die Goldgräber investieren, sondern in Schaufeln. Das bringt mit Sicherheit gute Umsätze und Gewinne. Und so verhält es auch beim Internet und der Netzinfrastruktur. Alles drängt in die Cloud, mobile Anwendungen werden immer stärker nachgefragt, Online-Gaming, Online-Shopping, Home Office erleben nicht nur wegen Corona einen zusätzlichen Wachstumsschub und das Internet-der-Dinge wird mit jedem neuen tag mehr Realität.

Wer sich bei den Endanwendungen und der Kundenzuneigung durchsetzen wird, ist noch nicht raus und die Favoriten können schnell wechseln, wie man bei Handys (Nokia) und Smartphones (BlackBerry) gesehen hat. Umso sicherer und dennoch attraktiv ist es also, in die indirekten Nutznießer der Entwicklung zu investieren, also diejenigen, die die Infrastruktur bereitstellen, über die all die Anwendungen laufen (müssen).

Cisco Systems schien da eine gute und sichere Wahl zu sein. Ich kaufte das Unternehmen 2012, als es niedrig bewertet war und sich - mal wieder - mitten in einem Umbruch befand. Es kriegte die Kurve und hat, auch durch Zukäufe, sich in schneller entwickelnden Sparten etabliert, um sein schrumpfendes Kerngeschäft mit Routern und Switches zu kompensieren.

Das ging eine Zeit lang gut, aber man muss leider feststellen, dass Cisco seine Chancen nicht gut (genug) genutzt hat. Cisco generiert enorme Cashflows, die in Dividenden, Aktienrückkäufe und Übernahmen fließen. Soweit so gut. Aber leider kauft Cisco nicht schnell und groß genug zu, um die neuen Sparten auf signifikante Größe zu bringen. Daher ist man weiter extrem abhängig vom schrumpfenden Kerngeschäft. Die Umsatzentwicklung der letzten Jahre stagniert entsprechend. Wenn also die bewährte Strategie, attraktives Geschäft und Zukunftstechnologien zuzukaufen, nicht gut genug funktioniert, könnte man ja selbst aktiv werden (ohnehin die bessere Lösung!) und die Aufwendungen für Forschung & Entwicklung hochfahren. Bei Cisco ist leider das Gegenteil der Fall!

Als Fazit bleibt, dass der Cashflow nicht genügend in operative Geschäft fließt, dass seit Jahren F&E vernachlässigt wird und dass man zu wenig zukauft, um dies adäquat zu kompensieren. Cisco verliert den Anschluss und setzt stattdessen alleine auf Aktienrückkäufe, um seinen Gewinn je Aktie (EPS) "künstlich" hochzujubeln und seine Aktien attraktiv aussehen zu lassen. Dies ist als Ergänzung zu einem florierenden Business sinnvoll und attraktiv, als Ersatz hingegen nicht. Cisco ist auf dem "besten" Weg, zu einer zweiten IBM zu werden. Und solange das Unternehmen strategisch nicht die Kurve kriegt und wieder zu einem innovativen Leader wird, ist es für mich nicht mehr attraktiv genug als Investment. Der Kurs entwickelt sich seit Jahren unterdurchschnittlich (verglichen mit dem Tech-Sektor) und das aus nachvollziehbaren Gründen. Die Aussicht auf Besserung ist eher mau.

Nach acht Jahren nehme ich Cisco von meiner Beobachtungsliste. Es verbleiben inkl. Dividenden 281% Rendite bzw. durchschnittliche 18,3% pro Jahr. Das ist überdurchschnittlich, aber... die größten gewinne fielen in den ersten Jahren an, zuletzt gab es eher Stillstand. Und andere Unternehmen des Sektors haben sich viel besser entwickelt.

Mein Abschied von Walt Disney

Bei Disney bin ich erst relativ kurze Zeit an Bord und der Grund für die schnelle Trennung ist, dass mein Investmentcase Leck geschlagen ist. Wegen Corona. Das Schiff sinkt zwar nicht, aber es wird sich über eine längere Zeit in kabbeliger See vor sich hin schleppen und schlingern. Das ist nicht das, was ich von einem Investment erwarte.

Aber der Reihe nach: mein Investmentcase war, dass Walt Disney ein florierendes Kerngeschäft hat. Über Jahrzehnte angesammelten Content, attraktives Franchise und Vermarktungspotenzial. Neben Micky Maus und Donald Duck gibt es zahlreiche Trickfilme, die nicht nur Kinder begeistern. Mit Star Wars hat man das wohl erfolgreichste Franchise aller Zeit an Bord und auch mit den Avengers punktet man fortlaufend. Hinzu kommen die erfolgreichen Parks. Von dieser Basis aus startete Disney seinen eigenen Streamingdienst Disney+ und der ist ein durchschlagender Erfolg, was die Nutzerzahlen angeht. Er verursacht enorme Anfangsverluste, was auch die Konkurrenz als Problem hat, aber hier sah ich Disney in der Vorteilsrolle, weil der Konzern aus seinem Corebusiness genügend Cashflow erzielte, mit dem er sich den Aufbau von Disney+ locker leisten konnte.

Soweit mein Investmentcase, doch dann kam Corona. Und änderte alles. Parks und Kinos sind geschlossen, Filmproduktionen mussten gestoppt werden. Disneys Kerngeschäft bringt viel weniger ein, während die Kosten hoch bleiben. Corona ist nicht besiegt und ob sich hier in den nächsten Monaten (Jahren?) eine Normalisiserung einstellt, steht in  den Sternen. Selbst wenn es ein Behandlungsmittel und/oder eine Schutzimpfung geben würde, könnte sich das Kundenverhalten dauerhaft verändert haben hin zu weniger Präsenz und mehr Online. Schlecht für das Kerngeschäft, wo die Einnahmen herkommen.

Auf der anderen Hand spielt die Entwicklung Disney bei seinem Streamingdienst voll in die Karten: die Abonnentenzahlen liegen weit über den Erwartungen. Leider versenkt Disney in die Zukunftssektor viel Geld. Geld, das irgendwo herkommen muss - und aus dem Kerngeschäft, wie ich ursprünglich annahm, kann es nicht kommen bzw. nicht in dem gleichen Maß, wie zuvor Grundlage meines Investmentcases war.

Als Fazit bleibt: Disneys Einnahmeseite wird für eine längere Zeit belastet bleiben, während die Kostenseite höher zu veranschlagen ist. Der Wert eines Unternehmens ist die Summe seiner künftigen Einnahmen bzw. Gewinne. Auf Sicht der nächsten fünf und zehn Jahre wird Disney deutlich weniger verdienen als vor einem halben Jahr gedacht. Deshalb ist ein signifikanter Kursabschlag ggü. dem damaligen Kurs angebracht. Sogar mehr noch, denn vor sechs Monaten hatte der Kurs einiges an Zukunftsmusik eingepreist, das nun zusätzlich raus ist. Und das bedeutet, dass die Disney-Aktie in nächster Zeit kaum als unterbewertet angesehen werden kann, weil das Kerngeschäft weiter leidet und Disney+ noch mehr Geld verschlingt, als ursprünglich geplant (auch wenn dies an dem größeren Absatzerfolg herrührt).

Walt Disney ist ein tolles Unternehmen, aber leider kein gutes Investment in nächster Zeit. Ich habe mich daher entschieden, auch Disney von meiner Beobachtungsliste zu streichen. Nach lediglich acht Monaten bleibt ein Verlust von 13%.

Kommentare:

  1. Hallo, aus einem ähnlichen Grund habe ich aufgehört bei meiner Tochter Disney zu besparen. Der Aktien die wir haben behalten wir, schließlich wird Disney nur eine von mehreren Firmen sein und macht dann eh nur einen kleinen Teil aus im Depot meiner Tochter. Bei einem Gegenmittel sollte bzw. wenn die Kurve abgflacht ist, sollte sich aus meiner Sicht die Situation relativ schnell ändern. Viele Leute wollen auch einfach wieder raus.

    Stattdessen habe ich nun angefangen Amazon bei ihr als Sparplan zu besparen. Außerdem noch Verizon.

    Bei Cisco habe ich bisher immer noch keinen Burggraben gesehen und ich sehe da auch einfach viel mehr Konkurrenz, sowohl bei Software als auch bei der Hardware. Deswegen habe ich Cisco bisher nicht gekauft.

    Gruß

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    1. Klingt betreffend die Amazon und Disney Aktie ein bisschen nach "buy high, sell low" oder? Ich kann die Gründe allerdings gut nachvollziehen!

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    2. Oder: Buy the Chances, sell the risks. ;-)

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    3. Sehr schön! Es gibt eben für jedes Investment die entsprechende Weisheit. Wie beim Wetter. Auf immer passende Kleidung ;)

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  2. Kann beim Thema Cisco nur zustimmen, wenn die nichts machen wird eine Dividenden Value Trap daraus bzw. ist es schon.

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  3. Die Einschätzung zu Cisco kann ich nachvollziehen. Walt Disney sollte man differenzierter betrachten...
    Disney+ sollte nach ursprünglichen Planungen 2024 Break-Even mit 70-90 Millionen Nutzern erreichen. Diese Nutzerzahlen könnten noch dieses Jahr erreicht werden. Somit wäre Disney+ recht schnell kein wirklicher "Kostenfaktor" mehr. Bei Hulu wird jedoch wohl noch länger mit Verlusten zu rechnen sein, wobei hier die Expansion nach Europa im nächsten Jahr und ein mögliches Bundle mit Disney+ attraktiv erscheint und die Provitabiltät verbessern könnte.
    Ein Wiedereinstieg bei Disney sollte imo somit in Blick gehalten werden und bei Kursen von 85 - 100 Dollar ernsthaft in Erwägung gezogen werden.

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  4. Auch ich habe mich von Disney getrennt. Im Crash gekauft und mit 18% im Plus rausgegangen. Aus genau den Argumenten, die du in deinem Artikel nennst.

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  5. Ich kann die Gründe für den Disney-Ausstieg durchaus nachvollziehen.

    Neben den Investitionen ins Streaming und dem aus meiner Sicht sehr problematischen Kerngeschäft Freizeitparks (teure Neuanschaffungen (Star Wars), die dieses Jahr einen Boom bringen sollten und eine Erhöhung der Eintrittspreise rechtfertigten, werden jetzt in dem durch Corona am meisten gebeutelten Land der Welt zum Rohrkrepierer) wird auch das Filmgeschäft nicht nur kurzfristig leiden (veränderte Konsumgewohnheiten, Mehrkosten durch Verschiebungen etc.). Von ESPN wollen wir erst gar nicht anfangen. Der Abgang Igers wird seine Auswirkungen auch erst noch zeigen, für mich ein großartiger CEO, der sehr viel sehr richtig gemacht hat.

    Auf der anderen Seite: Disney besitzt Intelligent Property aus mehreren Jahrzehnten. Disney+ boomt, obwohl noch wesentliche Inhalte an andere Anbieter ausgelagert sind. Wenn hier die Fremdlizensierung ausläuft, wird der Moat noch größer. Wenn Disney es dann endlich mal hinbekommen würde, die ganzen Franchises mit einer starken Videospielmarke in einem weiteren Segment gewinnbringend zu verwerten und die positiven Überschneidungseffekte mitzunehmen, statt wie bislang EA und Co. die Entwicklung größtenteils versauen zu lassen, dann wäre ein weiterer Gewinnbringer geschaffen. Mandalorian wäre z.B. wie geschaffen für eine Umsetzung und würde im Umkehrschluss die Fanbasis erweitern/stärken, wenn man schon derartig wertvolle Lizenzen hat, sollte man sie auch nutzen.

    Dies wäre auch mitnichten ein Verlassen der Kernkompetenzen, Disney ist eben nicht nur führend, was Franchises im kreativen Bereich angeht, die haben sich u.a. mit Pixar auch technisches Know-How eingekauft, entwickeln Stuntroboter (https://www.youtube.com/watch?v=nZ950ywJy0M), lassen Schauspiel digital altern und jünger werden, dass jedes andere Studio vor Neid erblasst etc.

    Für mich ist Disney über die nächsten Jahrzehnte Stand jetzt weiter ein BlueChip, den ich gerne im Depot habe. Bzgl. der Sorgen wegen des fehlenden Cashflows zum Aufbau von Disney+: Disney hatte zuletzt eine EK-Quote von 45,8% und einen Gewinn von 104 Mrd. Dollar. Da mache ich mir aktuell gar keine Sorgen....

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  6. 10,4 Mrd. Dollar, da fehlt ein Komma

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  7. Wieder ein schöner, spannender Beitrag, vielen Dank!

    Die Frage ist ja immer in erster Linie, was ist der eigentliche Burggraben und wie stark wird der auf lange Sicht bleiben. Bei Cisco kann ich das sehr schlecht einschätzen, bei Disney würde ich den Burggraben aber eher in dem Portfolio, der eigenen Brand und der Brand der "Helden" sehen. Disney ist ja ein Qualitätsversprechen und für so ziemlich jeden Menschen der westlichen Welt eine Kindheitserinnerung; vergleichbar in diesem Sinne vielleicht mit Coca Cola, Langnese. Und daher wäre die Frage für mich eher, ob zukünftig die Helden Helden bleiben und unsere Kinder die Disneygeschichten sehen werden - wo, wie und über welchen Kanal auch immer; am Ende wird es Menschen geben, die für guten Content zahlen; und gerade im Kinderbereich sehe ich auch weniger Angriffe durch Amazon, Netflix & Co; die wenden sich mit ihren Serien und ihrem ganzen Anspruch doch eher an Erwachsene.

    Ein gutes Beispiel in der Disneyhistorie für erfolgreichen Umgang mit veränderten Sehgewohnheiten ist sicherlich das Kinosterben. Seit Mitte des letzten Jahrhunderts sind mit dem Aufkommen des TVs etc. immer mehr Menschen dem Kino ferngeblieben. Mit anderen Worten: Disney kämpft seit Jahrzehnten mit einem immmensen Rückgang der Kinozuschauerzahlen, die heute nur noch einen kleinen Bruchteil dessen ausmachen, was es einmal wahr. Und in der gleichen Zeit war Disney ein sehr, sehr gutes Investment. Ich frage mich eher, ob die immer größer werdenden Heimbildschirme mit mittlerweile häufig 55-Zoll+ oder gleich einem Beamer, der für 500 Euro eine Diagonale von 3 Metern bietet, nicht eher die Contenterzeuger stärkt, weil die Mittelmänner - seien es Netflix, Amazon oder die Kinobetreiber - sehr leicht durch Disney & Co umgangen werden können und man dem Konsumenten direkt begegnet.

    Und überhaupt: Wer könnte Disneys Burggraben gerade jetzt in der Krise angreifen und ihm gefährlich werden? Woher soll das Geld kommen, um Star Wars, Avengers & Co Konkurrenz zu machen?

    Vielleicht liege ich ja falsch, aber da ich den Burggraben anders verorte und nicht durch Corona angegriffen; das ist m. E. nur "noise". Aber ich mag falsch liegen...

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    1. Sehe ich ähnlich. Der Burggraben von Disney sind die Brands, im Kinder/Familienbereich nahezu konkurrenzlos. Und auch Marvel, Star Wars, jeder kennt es.

      Aber was du schreibst von wegen Kinosterben. Avengers Endgame ist der kommerziell erfolgreichste Kinofilm aller Zeiten. Es kommt nicht darauf an, wie viele Menschen den Film im Kino sehen, sondern wie viel Kohle damit verdient wird;-)

      Sicher ist Corona ein echtes Problem für Disney, wie es Michael geschrieben hat. Vergnügungsparks, Kreuzfahrten, Kino, schwierig. Aber genauso verhilft es Disney+ eben zu einem Blitzstart. Insofern kann ich den Ausstieg bei Disney nicht ganz nachvollziehen. Wie damals beim Hin und Her mit Apple und dem Handelskonflikt, guckt Michael da aus meiner Sicht auf kurzfristige Risiken, die in ein, zwei, drei Jahren auch schon wieder vergessen sein können. Als langfristiger Valueinvestor gibt es für mich eigentlich keinen Grund Disney zu verkaufen. Corona belastet das Geschäft ja, aber im Medien- und Entertainmentbereich ist Disney DER Konzern schlecht hin. Da würde ich die gesunkenen Kurse ja eher zum Nachkauf nutzen, anstatt auszusteigen.

      Bei Cisco könnte die Einschätzung stimmen, da kenne ich mich aber zu wenig aus, um das genau zu beurteilen. Ich hab eine kleine Position im Depot, die Dividenden fließen, ich gucke mir das mal an, aber hänge nicht an Cisco.

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    2. Danke Stefan; nur als Ergänzung: Ich selbst habe überhaupt keine Disneyaktien - und ich habe mir die Aktie bis heute noch nicht einmal ernsthaft angesehen. Das nur als Zusatzinfo (... quasi als Hinweis, dass ich nicht dem Ankereffekt unterliege... ;).

      Zu den angeblich höheren Einspielergebnissen: Ich habe früher einmal in der Filmforschung gearbeitet. Dabei habe ich mich nicht mit Einspielergebnissen beschäftigt, aber man kann sicherlich sagen, dass die ersten 50 bis 60 Jahre (bis in die 1950er / 1960er Jahre hinein - je nachdem, ob man in die USA guckt oder nach Deutschland; bei uns setzte der Fernseher sich später durch...) die aufstrebenden und erfolgreichen Jahre für das Kinos waren - und die bekannten Listen erfassen meist nur die letzten 20-40 Jahre und geben die Einspielergebnisse nominal wieder. Wikipedia bringt das Beispiel "Vom Winde verweht" von 1939. Inflationsbereinigt hat der Film weit mehr als das Doppelte von Avengers eingespielt; und das ist sicherlich nur ein Beispiel. Macht man sich bewusst, dass es neben der Inflation ja auch einen immensen Wohlstandszuwachs seit den 30er Jahren gab (Buffett sprach einmal davon, dass sich in seiner Lebensspanne der Wohlstand versechsfacht hat, seit er geboren wurde), dann dürfte der Anteil der Kinoausgaben an den durchschnittlichen Haushaltsausgaben damals sehr viel höher gewesen sein als heute. Diese ehemals höhere wirtschaftliche Bedeutung spiegelt sich ja auch in der gesellschaftlichen Bedeutung damals wieder und im historischen Auftreten des Mediums: Grundsätzlich waren die 1920er bis 1950er ja auch DIE Zeit der großen Filmstars und der großen Kinopaläste und ab den 1960ern ging das große Kinosterben los. Heute konkurrieren Filmstars mit Instagrammern und anderen Influencer-Stars, TV-Promis und Sport-Stars etc. um die (wirtschaftliche) Bedeutung.

      Wie auch immer: Aus meiner Sicht hat Disney sich in einem schrumpfenden, zunehmend monopolisierten Markt behauptet und seinen Burggraben aufgebaut. Vergleichbar in Teilen vielleicht mit der Zigarettenindustrie. Und Tabakkonzerne gehören ja auch bis heute zu den historisch besten Investments.

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