Dienstag, 11. September 2012

MBB Industries: steigende Substanz- und Ertragskraft

Messerschmidt-Bölkow-Blohm war als Luft- und Raumfahrtunternehmen überwiegend in der Wehrtechnik tätig und agiert heute unter MBB Industries AG als ein mittelständischer Beteiligungskonzern  - und ist ein Familenunternehmen im besten Sinne. Die Beteiligungsgesellschaft setzt nach eigenen Angaben auf "Wachstum durch den Kauf neuer Unternehmen und die Wertsteigerung der bestehenden Beteiligungen". Und das Beteiligungsportfolio ist recht bodenständig ausgerichtet: Neben Hanke Tissue, einem führenden Hersteller bedruckter Servietten, finden sich dort derzeit unter anderem die auf das Cloud-Computing spezialisierte DTS Systeme GmbH sowie der ebenfalls börsennotierte Holzwerkstoffprofi Delignit und die CT Formpolster GmbH wieder. Hanke Tissue gehört bereits seit 2006 zu MBB und ist im Portfolio eine der profitabelsten Unternehmen. Vor einem Monat kündigte MBB Industries eine Verdopplung der Produktionskapazitäten bei dem Hersteller von Toilettenpapier, Servietten, Taschentüchern und Küchenrollen an.

Jüngster Zugang ist die zum Ende des ersten Quartals 2012 erworbene Firma Claas Fertigungstechnik, die nun unter MBB Fertigungstechnik firmiert. Und gerade dieser Sondermaschinenbauer, der im Wesentlichen in der Automobilindustrie tätig ist, dürfte die Mutter operativ in den kommenden Quartalen in eine ganz neue Dimension katapultieren, denn obwohl die neue MBB Fertigungstechnik erst ab April in der MBB-Bilanz konsolidiert wird, dürfte sie dennoch bereits im laufenden Jahr mindestens 100 Mio. EUR zusätzlichen Umsatz einbringen, so dass sich der Gesamtumsatz in 2012 somit auf mehr als 200 Mio. EUR verdoppeln dürfte. Die kürzlich vorgelegten Halbjahreszahlen geben hier einen ersten Eindruck: der Umsatz stieg um 73 % auf 89,8 Mio. EUR, das EBITDA erhöhte sich um 146% auf 10,9 Mio. EUR, das EBIT verbesserte sich um 217% auf 8,4 Mio. EUR. Das Konzernergebnis nahm ebenfalls überproportional zu und kletterte um 151% auf 5,8 Mio. EUR. In diesen Zahlen ist ein Ertrag aus der Erstkonsolidierung der MBB Fertigungstechnik von 1,7 Mio. EUR enthalten. Das Ergebnis pro Aktie lag im ersten Halbjahr 2012 bei 0,89 EUR (Vorjahr: 0,35 EUR).

Bei der Suche nach neuen Beteiligungen folgen die MBB-Verantwortlichen einem stetig weiterentwickelten, standardisierten Verfahren, das eine systematische, zügige und treffsichere Auswahl attraktiver Beteiligungen ermöglichen soll." Der Beteiligungserwerb wird durch eine ungelöste Nachfolge, Finanzierungs- oder Ertragsprobleme bei der Zielgesellschaft oder auch Teilveräußerungsabsichten von Konzernen begünstigt. Entscheidend für den Erfolg ist vor allem, Unternehmen mit Wertsteigerungspotenzialen zu identifizieren und zu erwerben. Das ist MBB Industries in den letzten Jahren stets gelungen. Neben dem organischem Wachstum sind aber auch weitere Zukäufe ein Thema, allerdings wird die Übernahmetätigkeit sich von der Mutter auf die Beteiligungen verlagern und sich um eher kleiner Zuerwerbe drehen, die größere Finanzinvestoren nicht auf dem Radar haben. Denn entscheidendes Kriterium bei einem Zukauf ist nicht nur das Potenzial, sondern vor allem auch der Preis.

Fazit
MBB Industries hat einen rasanten Anstieg um gut 50% hinter sich und konsolidiert gerade zwischen 11 und 12 EUR. Das Unternehmen hat noch erhebliches Potenzial hinsichtlich seiner Beteiligungen und dem möglichen Ausbau des Portfolios und bietet auf dem derzeitigen Kursniveau mit niedrigem KGV und attraktiver Dividendenrendite eine günstige Einstiegschance für ein langfristiges Investment.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen