Freitag, 20. Mai 2016

Coreo (Nanostart): Value-Play oder nur eine riskante Turnaround-Spekulation?

Die Coero AG (vormals Nanostart) war bisher als Beteiligungsgesellschaft für auf Nanotechnologie spezialisierte Unternehmen unterwegs - und ist vollumfänglich gescheitert. Der Aktienkurs ist ins Bodenlose gefallen und die letzte aktive Beteiligung, die ebenfalls börsennotierte ItN Nanovation musste kürzlich Insolvenz anmelden. An dem einstigen Hoffnungswert hält Nanostart per Ende 2015 noch 2.028.536 Stücke. Das Unternehmen selbst gehört zu 53,7% der BF Holding GmbH aus Kulmbach, die Bernd Förtsch zurechenbar ist, der auch bei der FinTech Group die Strippen zieht, das inzwischen insolvente Deutsche Anleger Fernsehen (DAF) herausbrachte und die Börsenzeitschrift "Der Aktionär" herausgibt. Bernd Förtsch ist eine Reizfigur und nicht jedermanns Sache.

Bevor das Ende der "alten" Nanostart abzusehen war, hatte Bernd Förtsch den Aktionären im letzten Jahr ein Übernahmeangebot zu €1,20 gemacht. Gegen Jahresende wurden dann Pläne bekannt, die Nanostart unter neuem Namen neu zu positionieren und zwar als Immobilienwert. Hierzu sollte via Sacheinlage ein umfangreiches Immobilienportfolio in das Unternehmen eingebracht werden. Im Vorfeld der Umsetzung dieses Deals zog die Aktie merklich an, in der Spitze auf knapp €2,80. Dann platzte der Deal, Erklärungen gab es keine. Stattdessen wurde zur einberufenen Hauptversammlung ein Tagesordnungspunkt nachgeschoben, der es in sich hat. Denn die HV soll "in einem ersten Schritt" eine Kapitalerhöhung von nicht weniger als 10 Mio. Stück genehmigen, mit Bezugsrecht der Altaktionäre. Klar ist, dass Bernd Förtsch also seine Aktienmehrheit nicht aus der Hand geben will und dass die KE angenommen wird - Förtsch hält ja die Mehrheit an Nanostart - bzw. Coreo, wie die Gesellschaft künftig heißen soll. Dabei sind 10 Mio. neue Aktien fast eine Verdreifachung der Stückzahl, denn bisher bringt es Nanostart auf 6,24 Mio. Aktien im Nennwert zu €1. Parallel hierzu gab es Veränderungen im Vorstand. Per 1. Juli scheidet Carl Neef aus und bereits zum 15. Mai wurde Marin N. Marinov in den Vorstand berufen, ein ausgewiesener Immobilienexperte. Der Aktienkurs nahm die neuen Nachrichten jedenfalls sehr schlecht auf und rauschte wieder in den Keller bis unter €1,30, die bevorstehende Kapitalerhöhung und die Unsicherheit über den künftigen Weg lasten schwer auf der Aktie. Was den Interessen Bernd Förtschs nicht gänzlich zuwiderlaufen dürfte, denn dieser will im Rahmen der Kapitalerhöhung bestimmt mitziehen und seinen Anteil noch weiter ausbauen - und dafür wird er nicht einen Cent mehr bezahlen wollen, als unbedingt nötig.

Schnäppchen oder Value-Trap?
Warum sollte man sich also auf eine solche Gemengelage einlasen, wo liegt der Reiz, sich eine solche Aktie ins Depot zu legen? Die Antwort ist Geld. Zumindest die Aussicht auf Geld, auf eine gute Gelegenheit, viel Geld zu machen, indem man heute den Euro für 60 Cents kauft und auf die Chancen von morgen setzt. Klingt wie Vertretergeschwätz, ich werde aber gerne etwas konkreter...

Eine der Begründungen für die "Mega-Kapitalerhöhung "ist, dass Nanostart zurzeit keine Vermögenswerte habe, die man verkaufen könne oder aber deren Verkauf nach Ansicht des Vorstands aktuell nicht sinnvoll sei. Und bzgl. der ItN Nanovation kommen da auch keine Zweifel auf, der Kurs dümpelt bei unter 20 Cents herum und die Abschreibung auf diese Beteiligung hatte das 2015er Ergebnis von Nanostart grottenschlecht ausfallen lassen: bei einem Jahresumsatz von  €2.188 fiel ein Verlust von €5.549.291 an.

 Nanostart (Quelle: comdirect.de) 
Möge die Magforce mit dir sein...
Es gibt da aber noch eine andere Beteiligung und diese Position hat es in sich. Denn zum Jahresende 2015 flossen der Nanostart AG aus einem alten Darlehensverkaufsvertrag Magforce-Aktien im Wert von €12 Mio. zu. Wer sich über die Hintergründe informieren möchte, kann das in diesem Artikel von Gereon Kruse tun. Zum Jahresende 2015 hielt Nanostart rund 10,7% der Magforce-Aktien, also bei zurzeit insgesamt 25.622.770 Anteile sind das rund 2,74 Mio. Aktien. Und diese notieren Stand heute bei €4,70, so dass die Nanostart-Position einen Wert von €12,88 Mio. aufweist. Schaut man auf die letzte Research-Studie von GBC, liegt deren Kursziel sogar bei €14,30 per Ende 2016, also mehr als dem Dreifachen bzw. knapp €27 Mio. mehr bezogen auf das Nanostart-Aktienpaket.

Und hier kommen wir zum interessanten Teil, wo wir die Kuh über den Eimer schieben... Nanostart hat keine Schulden, einen Anteil an einer fast wertlosen Beteiligung an der iTN Nanvation und einen Anteil an Magforce im Wert von €12,88 Mio. Beim gegenwärtigen Aktienkurs der Nanostart von €1,35 und 6,24 Mio. Aktien weist Nanostart eine Börsenkapitalisierung von €8,5 Mio. auf, also 34% weniger als alleine die Magforce-Beteiligung wert ist! Die aufgelaufenen Verlustvorträge in der Nanostart AG, die bei einem Neustart als Immobilienunternehmen ja vollumfänglich zur Verfügung stehen, lasse ich mal außen vor, auch wenn diese selbst natürlich ein Asset darstellen, da man eine ganze Zeit lang entstehende Gewinne nicht versteuern müsste.

Meine Einschätzung
Ich weiß nicht, wie sich der Aktienkurs der Nanostart AG in der nächsten Zeit entwickeln wird. Ich gehe allerdings davon aus, dass er bis zum Abschluss der HV unter Druck bleiben wird - alleine schon, weil dies dem Großaktionär Bernd Förtsch gelegen kommt, denn dieser will die KE voll mitgehen und seinen Anteil an Nanostart eher noch ausbauen. Man erinnere sich an sein Übernahmeangebot von vor einem Jahr zum Kurs von €1,20 - und da waren die Magforce-Anteile noch nicht im Bestand der Nanostart AG. Ich weiß aber, dass ich heute Nanostart-Aktien mit 34-prozentigem Abschlag auf ihren Wert kaufen kann und dass die Kapitalerhöhung daran nichts ändern wird. Ob diese zu €1,20 oder €1,00 erfolgt, ist letztlich egal, denn für die 10 Mio. neuen Aktien erhält das Unternehmen mindestens €10 Mio. an frischem Geld. Für heutige Käufer bzw. Altaktionäre ändert sich durch die Kapitalerhöhung dies bezüglich also nichts. Die Neuausrichtung hin zu Immobilien wird kommen und auch wenn der Immobilienboom bereits seit einigen Jahren andauert und die Bäume nicht (mehr) in den Himmel wachsen dürften, wird hier noch einiges an interessanten Möglichkeiten aufzutun sein. Mit der Berufung des Immobilienexperten Marin N. Marinov in den Vorstand dürfte gewährleistet sein, das Chancen und Risiken adäquat berücksichtigt werden bei der Neuausrichtung. Und daher sollte sich ein Investment in Nanostart-Aktien für geduldige Anleger, die die nächsten, für den Aktienkurs ruppigen, Wochen durchzustehen bereit sind, durchaus lohnend sein. Ich habe mir jedenfalls ein paar Nanostart-Aktien ins Depot gelegt, denn für mich stellt sich Nanostart als interessante Turnaround-Spekulation und aussichtsreicher Value-Play dar...

Kommentare:

  1. Hi Michael,

    ich lese deinen Blog ja sehr gerne und halte durchaus einiges von deinen Empfehlungen. Hier bin ich ehrlich gesagt aber etwas vorsichtig aus folgendem Grund:

    1.) Man müsste erst einmal untersuchen, ob die magforce-Aktien überhaupt das Geld wert sind, mit dem sie an der Börse gehandelt werden. Alternativ könnte man sie mit ihrem Buchwert/Aktie ansetzen, was ich in diesem Fall klar bevorzugen würde - dann sind sie nämlich nur noch einen Bruchteil wert und Nanostart klar überbewertet.

    2.) Magforce gehörte wie etliche andere Firmen zum Einflusskreis von Herrn Förtsch - ich würde erst die genaue Beziehung hinterfragen.

    3.) Du gehst davon aus, dass die Mittel durch den bestimmenden Besitzer (Förtsch) zum Wohl der Firma eingesetzt werden sollen. Das ist in der Regel richtig und sinnvoll, in diesem Fall erscheint mir aber etwas anderes auch plausibel. Da Förtsch unzählige Beteiligungen über seine Firmen (zum Teil überkreuz) hat, könnte er das Kapital versuchen über verschiedene Geschäfte (zum Beispiel überteuerter Kauf eigentlich wertloser Aktien) an eine andere Beteiligung wie Heliad weiterzureichen. Dann würdest du wenig von deinem Investment wieder sehen.

    4.) Das was mich im wesentlichen stutzig gemacht hat ist eben besagter Herr Förtsch. Der ist in verschiedener Weise am deutschen Kapitalmarkt negativ aufgefallen (nicht nur im neuen Markt als Marktschreier, sondern auch danach als Finanzjongleur zugunsten seiner eigenen Kasse) und genießt nicht gerade einen Vertrauensvorschuss bei mir. Folgende Links sind dazu zum Beispiel ganz interessant:

    http://www.wiwo.de/finanzen/boerse/mister-dausend-bernd-foertsch-investor-mit-mysterioesem-geldkreislauf/8681070.html

    http://www.wiwo.de/finanzen/boerse/manipulationsverdacht-staatsanwaltschaft-ermittelt-gegen-verleger-bernd-foertsch/8215662.html

    http://www.heliad.com/fileadmin/content/07-ir/04-hauptversammlung/2013/130806_heliad_gegenantrag_oam_vero__ffentlichung.pdf

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    1. Moin Tobi,
      danke für Dein kritisches Feedback. Bernd Förtsch ist nicht jedermanns Sache, das schrieb ich ja. So sind z.B. FinTechs in aller munde, aber ich würde eine FinTech Group nicht unbedingt anfassen wollen - auch da zieht er im Hintergrund die Fäden. Oder die optisch günstig bewertete Heliad Equity Partners, diese Beteiligungsgesellschaft ist ein klassisches "Förtsch-Vehikel", ziemlich undurchsichtig das Ganze, wer wem Darlehen gibt und dafür Beteiligungen erhält und umgekehrt.

      Die Magforce-Aktien der nanostart AG stammen aus der Besicherung eines Forderungsverkaufs an die Avalon Capital One GmbH - die Förtsch gehört/zuzurechnen ist. Und die 30% Anteile an Magforce hält, soweit die Angaben (noch) stimmen. Tatsache ist aber, dass die Magforce-Aktien im Geschäftsbericht 2015 der Nanostart AG auftauchen und daher ein Vermögensgegenstand dieser Gesellschaft sind. Ob sie werthaltig sind, hängt nicht nur vom Aktienkurs der Magforce-Aktien ab, sondern auch und zuvorderst von deren operativen Fortschritten. Ich hatte ja die Kaufstudie von GBC erwähnt, die ist noch nicht so alt. Und ein Kursziel von €14,30 bei einem aktuellen Kurs von €4,70 ist schon ein großer Schluck aus der Pulle.

      Ich sehe durchaus (die) Risiken in diesem Investment. Andererseits besteht die große Chance in der Neuausrichtung und eben auch in den Magforce-Aktien. Da Förtsch Mehrheitsaktionär bei Nanostart ist und schon einmal versucht hat, sich günstig weitere Aktien zu sichern (durch die Übernahmeofferte), gehe ich davon aus, dass er zunächst nicht an einem höheren Nanostartkurs interessiert ist, um selbst seinen Anteil aufzustocken. Und erst danach wird für ihn ein Verkauf der Magforce-Aktien in Betracht kommen, wenn sich ein schöner Ertrag erzielen lässt - der dann in Immobiliendeals investiert werden kann. Ich stehe dem jedenfalls perspektivisch positiv gegenüber und denke, ich werde hier "einfach" mal den Förtsch machen lassen. Er möchte mehr Anteile an der Nanostart AG und diese Anteile dann i Wert steigern. Und das soll er gerne (für mich) tun...

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    2. Klar, er will den Aktienkurs sicher irgendwann steigern - das wollte er aber vorher bei etlichen (zum Teil nun insolventen) Gesellschaften schon. Der Track Record ist ziemlich durchwachsen insgesamt. Und ich hätte Angst vor folgender Konstruktion:

      Die Erlöse die Nanostart einfährt werden erst einmal angesammelt, vielleicht die magforce-Anteile woanders hin verliehen, verkauft, besichert, gegen wertlosere Teile getauscht... egal.
      Das Geld wird dann aber nicht zwangsläufig sinnvoll investiert, sondern dient womöglich dazu, von irgendeiner Förtsch-Beteiligung das Bürogebäude mit Wert von z.B. 4 Mio zum Preis von z.b. 10 Mio zu kaufen. Es gibt einen schönen Gewinn für den Verkäufer in seiner Bilanz, und wird zu Anschaffungskosten bei Nanostart bilanziert (also keinen Verlust für Nanostart). Optisch wurde ein Wert von 6 Mio im Förtsch-Reich geschaffen, realistisch ist gar nichts passiert außer dass Geld zu Lasten irgendeines Minderheitsaktionärs verschoben wurde. Und irgendwann in vier Jahren ist die Firma der es ursprünglich gehörte Pleite, und dann stürzt auch Nanostart wieder ab.

      Es muss natürlich nicht so kommen, aber in diesem Fall ist es zu wahrscheinlich als dass ich da guten Gewissens dabei sein wöllte. Ich meine Buffet hat mal gesagt, dass man nur mit guten Leuten gute Geschäfte macht. Schon die Sache mit dem kommentarlos geplatzten Deal der Immobiliensacheinlage schreckt mich hinreichend ab. Bin gespannt wie sich das für dich entwickelt!

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  2. Hallo Michael,
    ich bin ein durchaus begeisterter Leser Deines Blogs und habe dort in der Vergangenheit sehr viele interessante und durchdachte Tipps und Anmerkungen gefunden. Teils bin ich deinen Empfehlungen auch gefolgt (leider bei BLX), teils nicht (z. B. Munich Re).
    Aber i. d. F., also Nanostart, bin ich angesichts der von Dir und auch Tobi geschilderten Risiken der Meinung, dass so ein Unternehmen nichts, aber auch gar nichts auf der Empfehlungsliste eines Investors verloren hat, der sich Value-Investing auf die Fahnen geschrieben hat.
    Klar, jeder ist für seine Investments selbst verantwortlich und man soll niemandem (nicht einmal einem W. Buffett) blind nachlaufen und Tipps ohne eigenen Research übernehmen.
    Ich finde deine Empfehlung in diesem Fall dennoch hochproblematisch und bin der Meinung, Du hast da auch einen hart erarbeiteten guten Ruf zu verlieren - und letztlich gibt es eben doch viele Leute, die Deinen Empfehlungen vertrauen. Ich sehe da durchaus eine gewisse (Schutz-) Verantwortlichkeit auf Deiner Seite.
    Ich hoffe, Du nimmst mir die Kritik - eher mein kritisches Feedback -, nicht krumm - denk einfach mal drüber nach (vielleicht hast Du das ja auch schon getan) und zieh Deine Schlüsse draus, z. B. in dem Du ins Unternehmen investierst da Du ja die Chancen siehst, aber es nicht auf die Empfehlungsliste als Value-Investing (Turnaround hin oder her) setzt.
    Ich werde Dein Blog natürlich sehr gerne weiterlesen.
    Beste Grüße!
    Marc

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    1. Moin Marc,
      ich schreibe hier im Blog über Value Investing und damit über die Aktien, die mich interessieren und in die ich investiere. Im weiteren Sinne liegt ein Value Investment immer dann vor, wenn die Chancen die Risiken klar überwiegen und die Wahrscheinlichkeit hoch ist, dass das Unternehmen in Zukunft mehr wert sein wird als heute. Wie man zu dieser Erkenntnis kommt, ob über den Graham'schen Buchwertansatz oder den kombinierten Value-Growth-Ansatz von Philip A. Fisher oder ob man dem Buffett-Weg folgt, ist eine Überzeugungsfrage. Oder wie Buffett einmal sagte: "Es führen viele Wege in den Finanzhimmel".

      Mein Beweggrund für dieses Blog ist nicht (nur), anderen Menschen das Investieren näher zu bringen. Vor allem möchte ich dadurch lernen, neue Ansätze, Ideen, Meinungen hören und auf neue Gedanken kommen. Meine kenne ich nämlich schon... ;-) Daher nehme ich mir durchaus eure Kritik zu Herzen.

      Da es sich bei Nanostart um einen marktengen Spezialwert handelt und eine mögliche - negative - Einflussnahme seitens Bernd Förtschs nicht ganz von der Hand zu weisen ist, werde ich Deinem Vorschlag folgen und den Wert nicht auf die Empfehlungsliste setzen, sondern ihn nur ab und zu im Blog behandeln und die Entwicklung begleiten. In meinem Depot ist er ja ohnehin, daran ändert sich hierdurch nichts.

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    2. Hallo Michael,
      das finde ich eine salomonische Entscheidung :)
      Ich könnte jetzt mit einer ellenlangen Diskussion anfangen, weshalb ich das nicht für ein Value-Investment im Sinne der von Dir genannten Investment-Legenden halte, z. B. zum Thema Burggraben (Moat) des Unternehmens angesichts der offenbar opportunistisch wechselnden Geschäftsmodelle (erst Nanotech, dann Immobilien, jetzt offenbar Onkologie via ihrer Beteiligung), dann um die von Tobi aufgeworfene Frage, ob es sich da wirklich um ein Schnäppchen (Bargain) handelt, die Beurteilung des Geschäftsmodells (traust du dir wirklich zu, eine neue Technik aus dem Bereich Onkologie zu bewerten?) usw.
      Die zentrale Frage i. d. F. ist m. E. aber die Figur B. F. Für mich kann es sich im Buffet'schen Sinne, der ja bekanntlich ein gutes Management für seine Investments voraussetzt, in diesem Fall gar nicht um ein Value-Investment handeln. Wie willst Du - in Deinem Sinne - Chancen und Risiken des Investments angesichts möglicher Einflussnahmen dieses nicht gut beleumundeten Mannes objektiv bewerten? Andererseits - wieder Buffett - ist das Geschäftsmodell so tragfähig und belastbar, dass selbst ein Affe das Geschäft führen könnte?
      Viele Fragen, bin schon wieder ins Schreiben gekommen, sorry. Am Ende kurz und gut: Ich finde Deinen Entschluss richtig und klug, das Unternehmen von der Empfehlungsliste zu nehmen.
      Und eins noch: Ich finde, Du machst mit Deinem Blog echt einen tollen Job!
      Beste Grüße!
      Marc

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  3. Hallo Herr Kissig,

    ich sehe das ähnlich wie die andere Mittschreiber. Für mich ist Nanostart auch nichts. Bei mir fehlt hier etwas das Interesse da ich mir nicht vorstellen kann diese Aktie 10 Jahre zu halten - man müsste auch noch den (inneren) Wert von Magforce ermitteln.

    Ich verstehe aber das vorgehen (Ben Graham, junger Buffett) und Sie haben schon öfter mit solchen "kurzfristigen Aktionen" richtig gelegen. Wünsche Ihnen auf jeden fall viel Erfolg mit dem Engagement!

    Grüße
    valuetradeblog

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  4. Hallo in die Runde,
    ich lese den Blog schon seit einigen Jahren und finde das Engagement von Michael super toll. Michael sagte von Anfang an, dass der Blog allgemein zur Information dient, aber auch ihm selber, da man doch ab und an als Mensch dazu neigt von seinen Leitlinien abzukommen. Die Empfehlungsliste ist das Endresultat aus der intensiven Recherche und den 'eigenen' Ideen von Michael.
    Der Blog ist mittlerweile so bekannt geworden, dass meiner Meinung nach einige die Empfehlungsliste falsch interpretieren. Das ist Michael's Liste. Im Gegensatz zu vielen anderen macht Michael kein Geheimnis daraus, wenn er auch mal ins Risiko geht oder einen Wert kauft, der nicht gerne gesehen wird. Aber ich fand in der Vergangenheit genau das, einzigartig, an diesem Blog. Am Ende muss jeder selber entscheiden, wo er investiert. In dem Blog steckt sehr viel Arbeit welche Michael nebenberuflich und quasi kostenlos rein steckt. Ich wurde durch den Blog schon auf Werte aufmerksam und konnte gute Gewinne einfahren. Bei Werten wie Nanostart halte ich mich auch zurück, fand die Überlegung und den Beitrag jedoch sehr interessant. Im Endeffekt ist es Michael's Liste auf Michael's Website. Was ihr daraus macht ist euere Angelegenheit. Und wenn mal 1 Wert von 40 nicht ins Value-Investieren passt.. dann lasst die Kirche doch mal im Dorf.
    Wir können doch froh sein, dass es intelligent-investieren.net gibt. Ich für meinen Teil konnte hier schon sehe viel dazu lernen und bedanke mich dafür bei Michael!

    Viele Grüße!
    Stefan D.

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    1. Danke für das freundliche Lob, Stefan, und die netten Worte. Du hast ziemlich gut beschrieben, worum es mir mit diesem Blog geht. Und auch die Kritik an der Nanostart-Investition zeigt mir nur, dass das Blog funktioniert. Ich habe die Personalie Förtsch nicht ganz so negativ eingestuft, betrachte diese aber nun mit größerem Argwohn und werde dies künftig noch genauer im Auge behalten. Es ist ein Risiko und das muss man abwägen gegen die Chancen. Und dann entscheiden. Schauen wir mal, wohin uns bzw. mich und Nanostart das führt...

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  5. Wenn es um Nebenwerte geht, kenne ich keine bessere deutschsprachige Seite!
    Weiter so...
    und dass man bei einer Turnaround Spekulation Risiken eingeht, sollte eigentlich jedem klar sein.

    Beste Grüße
    Moritz

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    1. WCM habe ich erstmals zu €1,40 gekauft, da standen Ehlerding & Co. auch massiv in der Kritik. Stand heute lag ich nicht ganz so verkehrt, aber für eine abschließende Bewertung ist es sicherlich noch zu früh. Auch bei anderen Turnaroundwerten, wie Genworth Financial oder Gladstone, die bisher sehr solide im Plus liegen, ist ja noch nicht alles gelaufen. Oder bei Eon...

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  6. Hallo Michael,

    hast Du zu Nanogate/Coreo neuen Infos? Die KE ist ja bisher noch nicht erfolgt.
    Laut deren Homepage werden die HJ-Ergebnisse im September veröffentlicht.

    Gruß,
    Alex

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    1. Moin Alex,
      ne, bei Coreo kommt man nicht so richtig aus dem Quark, nachdem sich die Sacheinbringung schnell zerschlagen hatte. Die Anfechtungsklage gegen die Barkapitalerhöhung bremst das ganze Unterfangen wohl (zusätzlich) aus...

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  7. Hallo

    es steht ja nun eine Kapitalerhöhung an
    würden sie diese Zeichnen ?

    gruß Sven

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    1. Moin Sven,
      die Kapitalerhöhung bei Coreo werde ich nicht mitgehen. Das Sentiment für viele Immobilienaktien hat sich eingetrübt, die Aktienkurse sind unter Druck. Die anstehende Zinswende in den USA macht es für viele schwieriger, in Zukunft in gleichem Maße Geld zu verdienen wie bisher. Coreo kommt hier (viel) zu spät. Ich konzentriere mich daher auf die aus meiner Sicht aussichtsreichsten Investments in diesem Bereich, allen voran Publity und Patrizia. Gefolgt von DIC Asset und WCM. In anderen Immobiliengesellschaften habe ich kein Geld mehr investiert und werde absehbar auch keines mehr investieren. Auch eine - immer noch verlockend günstig aussehende Eyemaxx weist mir hier kein ausreichenden Chance-Risiko-Verhältnis mehr auf.

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  8. Hallo Michael

    Ich hab die Kapitalerhöhung mitgemacht, denke könnte eine Chance sein.
    Die haben ja ein großes Netzwerk rund um Förtsch.
    Wären aktuell schon mal 20 Prozent gewesen.

    gruß Sven

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  9. Hallo Michael, hallo Sven und an alle anderen hier. Ich habe euren blog auch verfolgt und bin nicht bei Coreo eingestiegen. Der Kursverlauf scheint mir Recht zu geben. Jetzt wirds ernst, die nächsten Wochen werden zeigen, was richtig war. Alle, die sich anders entschieden haben: take profit, wenn es dazu kommt.

    Gruß Gergeo

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    1. Moin Gergeo,
      ich hatte ja oben (19.11.2016, 14:29) geschrieben, dass ich bei Coreo nicht mehr an Bord bin; der damals geplante Neuanfang kam nicht in die Gänge. Zunächst die abgeblasene Einbringung von Immobilien als Sachkapitaleinlage, dann die Klagen und die daraus resultierende Verzögerung. Bis heute ist nicht zu erkennen, was aus Coreo werden wird.

      Publity hat sich toll entwickelt die letzten Wochen und ist daher einige Positionen in meinem Depot hochgewandert. Nach meinen vier großen Ankerinvestments (Aurelius, Blue Cap, Deute Rohstoff und MBB) liegt Publity mit einigem Abstand auf Platz 5.

      Eine WCM sehe ich zunehmend skeptisch, hier würde ich kein Geld mehr investieren. Wenn, dann über die DIC, die ja 25% an WCM hält, und gerade ihre Refinanzierung organisiert hat. Was in 2016 zu einem herben Gewinnrückgang führen wird wegen der einmaligen Vorfälligkeitsentschädigungen, in den Folgejahren aber die Finanzergebnisse deutlich entlasten und somit die Gewinne anschieben wird.

      Als spekulativstes Investment im Bereich Immobilien habe ich mir eine kleine Position an GxP German Properties zugelegt zu rund €0,83. Die wagen auch einen Neustart, allerdings haben die schon Immobilien und gerade eine große KE zu €1 durchgeführt. Daraus drücken wohl noch immer Stücke in den Markt, daher kann man GxP deutlich unter NAV kaufen. Kann (!) eine zweite WCM werden: schnelle Zukäufe, die dann über weitere KEs finanziert werden, und so ein zügiges Anwachsen des NAV und Heben der Bewertungsreserven. Dadurch ein entsprechendes Mitgehen des Aktienkurses. Wenn's denn so klappt, das bleibt abzuwarten...

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