Mittwoch, 11. Januar 2017

Andere Ansichten: Aurelius vor kräftigem Ergebnissprung in 2017

Nachdem der Münchner Finanzinvestor Aurelius Equity Opportunities SE & Co KGaA die Übernahme von Office Depot Europe abgeschlossen haben, lässt CEO Dr. Dirk Markus im Hintergrundgespräch mit "Die Vorstandswoche" interessante Zahlen fallen. Die zugekauften Unternehmen mit rund 6.000 Mitarbeitern werden etwa €2 Mrd. zum Umsatz der nun 23 konsolidierten Unternehmen im Aurelius-Konzern beisteuern, und dieser nun auf insgesamt €4,5 Mrd. pro Jahr angestiegen ist. Dabei handele es sich um eine klassische Aurelius-Übernahme, bei der der Kaufpreis €1 betragen hätte. Bei ODE lägen €110 Mio. in der Kasse und es gäbe keine Bankschulden. Darüber hinaus stünden etwa €150 Mio. zur Finanzierung des Working Capital zur Verfügung. Der Sanierungsaufwand in 2017 dürfte sich auf etwa €25 Mio. belaufen die das EBITDA zunächst belasten würden; unterm Strich solle aber ODE operativ bereits leicht im positiven Bereich abschließen. Diesen Aufwendungen stünden allerdings etwa €250 Mio. als "Bargain Purchase" gegenüber, die voll im ersten Quartal 2017 verbucht würden und damit ins EBITDA einflössen. Dieses werde folglich einen großen Sprung machen und bei €300 bis 400 Mio. landen und damit signifikant über der bisherigen Rekordmarke von €266 Mio. aus 2015.

 Aurelius (Quelle: finanzen.net) 
Basisdividende wird angehoben
Auch zur Dividende ließ sich Dr. Markus aus. Aurelius wolle die Basisdividende jedes Jahr um €0,10 steigern, was für das Geschäftsjahr 2016 auf €1,00 je Aktie hinausliefe. Bezüglich der Partizipationsdividende aus Unternehmensverkäufen gäbe es noch keine Entscheidung für einen Vorschlag, da Aurelius hier nicht nach Geschäftsjahren gehe, sondern von Hauptversammlung zu Hauptversammlung agiere. Damit würden Erfolge des ersten Halbjahres 2017 durchaus noch im Dividendenvorschlag zur HV im Juni berücksichtigt werden können. Die bisherigen Erfolge gäben aktuell eine Partizipationsdividende von €1,00 her, so dass Aktionäre mit mindestens €2,00 rechnen können.

Und auf Nachfrage gab Dr. Markus bekannt, dass bei den absehbar zum Verkauf stehenden IT-Aktivitäten der Getronics-Gruppe entgegen früherer Aussagen auch ein Börsengang als Option nicht mehr ausgeschlossen werde. Dabei würde Aurelius einen Komplettverkauf bevorzugen anstelle eines stückweisen Exits über die Börse. Keine Neuigkeiten gab es hingegen zu erfahren zum angeblich stockenden Verkaufsprozess bei Secop, der vormals größten Aurelius-Beteiligung. Hier werden Anleger noch Geduld haben müssen. Und auch zu den größeren Insiderverkäufen in den letzten Wochen gab es keine Informationen. Schade eigentlich...

Meine Einschätzung
Aurelius ist einer der Top-Picks im Beteiligungssektor. Das Aktienrückkaufprogramm von bis zu €52 Mio. dürfte den Kurs zusätzlich stützen, während das erfolgreiche operative Geschäft den Kurs weiter beflügeln sollte. Die 2017er-Zahlen dürften spektakulär werden und Aurelius hat auch nach der ODE-Übernahme noch reichlich Geld für weitere Übernahmen - auch in dieser Größenordnung. Wenn demnächst die aktualisierte NAV-Betrachtung veröffentlicht wird, dürfte hier ein enormer Sprung anstehen wegen der Einbeziehung der ODE-Übernahme.

Aurelius befindet sich als eine meiner ältesten Empfehlungen auf meiner Empfehlungsliste und als eine meiner größten Positionen in meinem Depot. Langfristig orientierte Anleger nutzen Kursrücksetzer konsequent zum Aufstocken ihrer Position - so wie ich vor einigen Tagen bei Kursen zu knapp unter €56.

1 Kommentar:

  1. Danke für die Analyse. Ich bin auch investiert. Denke auch, dass 2017 ein starkes Jahr wird.

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