Dienstag, 9. Mai 2017

Technotrans macht weiter mächtig Druck

Der Technologiekonzern Technotrans ist weiter sehr erfolgreich unterwegs. Nachdem man für das Geschäftsjahr 2016 kürzlich die besten Geschäftszahlen seit 9 Jahren hatte präsentieren können, legte man mit den Zahlen zum ersten Quartal 2017 nun noch eine Schippe oben drauf und konnte auch die eigenen Erwartungen noch übertreffen.

Der Technotrans-Konzern vermeldete für das erste Quartal ein Umsatzwachstum von 74% auf 52,8 Mio. Euro, worin auch die Umsatzbeiträge der im vergangenen Jahr getätigten Akquisitionen der GWK Gesellschaft Wärme Kältetechnik mbH und der Ovidius GmbH in Höhe von 15,0 Mio. Euro enthalten sind. Um diese Effekte bereinigt stieg der Umsatz um 24,3% bzw. 7,4 Mio. Euro auf 37,8 Mio. Euro (Vorjahr: 30,4 Mio. Euro). Das operative Ergebnis (EBIT) hat sich auf 4,3 Mio. Euro mehr als verdoppelt (plus 110%) und die EBIT-Marge stieg von 6,8 auf 8,2 Prozent. Das Periodenergebnis legte im ersten Quartal 2017 gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 113,1% auf 3,1 Mio. Euro zu. Dies entspricht einer Umsatzrendite von 5,9% (Vorjahr: 4,8%).

Nachdem in den vergangenen Jahren die Druckindustrie zu den Problembranchen gehörte, hatte Technotrans sich durch eine Neuausrichtung immer mehr von diesem Bereich weg entwickelt, um sich breiter aufzustellen. Und das so erfolgreich, dass im ersten Quartal bereits 57,5% des Gesamtumsatzes in den neu erschlossenen Märkten generiert wurden. Hier ist der Zukauf der GWK maßgeblich, die in der Kunststoff verarbeitenden Industrie eine erfreuliche Umsatzentwicklung aufweist. Darüber hinaus ist das dynamische Geschäftsumfeld im Bereich E-Mobility ebenso wie das Wachstum in der Scanner-Technologie und in der Laserkühlung hervorzuheben. Der Umsatz mit Kunden aus der Druckindustrie wuchs im Vergleich zum ersten Quartal des Vorjahres um 10,7% auf über 22 Mio. Euro.

 Technotrans (Quelle: finanzen.net
Im Segment Technology hat Technotrans ein erfolgreiches Auftaktquartal verzeichnet. Der Umsatz erhöhte sich um 91,2% auf 38,1 Mio. Euro, was einem Umsatzanteil von 72,3% entspricht. Hiervon entfielen 11,8 Mio. Euro auf die seit dem 1. September 2016 konsolidierte GWK, deren Integration planmäßig verläuft. Das operative Ergebnis (EBIT) verfünffachte sich auf 2,0 Mio. Euro. Damit ging eine deutliche Steigerung der Profitabilität einher und die EBIT-Marge verbesserte sich von 1,8 auf 5,2 Prozent. Und im Segment Services stieg der Umsatz um 40,1% auf 14,6 Mio. Euro. Das Nachfolgegeschäft aus den Technologiemärkten und die Technische Dokumentation erwiesen sich hier als Wachstumstreiber. Aus der Erweiterung des Konsolidierungskreises durch die beiden Zukäufe GWK und Ovidius kam ein Umsatzbeitrag in Höhe von 3,2 Mio. Euro. Organisch betrug das Wachstum im Segment Services 9,6%. Das Segmentergebnis (EBIT) stieg auf 2,3 Mio. Euro (Vorjahr: 1,7 Mio. Euro) und die entsprechende Marge erreichte damit 16,0%.

Meine Einschätzung
Mit Heidelberger Druck und König & Bauer hat Technotrans die weltweit größten Druckmaschinenhersteller als Kunden und diese beiden haben die Druckkrise eindrucksvoll hinter sich gelassen. Dabei gehen sie immer mehr weg vom klassischen Offset-Druck und wachsen vor allem beim Digitaldruck. Und Technotrans wächst mit ihnen in diesen neuen Bereichen.

Während also der klassische Druckbereich auch in Zukunft eine interessante Branche für Technotrans bleibt, diversifiziert man das Unternehmen immer stärker in angrenzende und ergänzende Märkte. Insbesondere im Bereich Kühlung fasst man - auch durch Zukäufe - immer stärker Tritt und bedient inzwischen auch absolute Zukunftsmärkte wie E-Mobilität. Hier lauern die Wachstums- und Gewinntreiber von morgen, wie auch schon die zahlen zum ersten Quartal eindrucksvoll zeigen. Folgerichtig sieht sich der Vorstand in seinen Prognosen für 2017 bestätigt und blickt "insgesamt sehr positiv" in die Zukunft. Mit dem sehr guten Jahresstart bewege man sich oberhalb des eigenen Zielkorridors; der Vorstand erwartet für das Gesamtjahr einen Umsatz zwischen 185 und 195 Mio. Euro und ein operatives Ergebnis der Technotrans-Gruppe auf EBIT-Basis  zwischen 12,0 und 14,0 Mio. Euro. Angesichts der guten Auftragslage und Auslastung könnten die Ziele im Jahresverlauf durchaus nach oben angepasst werden (müssen), wenn die Weltkonjunktur nicht einen großen Strich durch die Rechnung macht. Danach sieht es aber momentan eher nicht aus. Des Weiteren sind in den Prognosen keine Firmenzukäufe enthalten; diese würden also ggf. noch on top kommen.

Für die am 12. Mai 2017 stattfindende  Hauptversammlung wurde die Ausschüttung einer Dividende in Höhe von 0,55 Euro je Stückaktie vorschlagen nach einer Gewinnbeteiligung von 0,48 Euro im Vorjahr. Mit einer Dividendenrendite von 1,5% zählt Technotrans hier sicherlich nicht zu den spendabelsten Unternehmen, allerdings ist die eher magere Rendite auch dem starken Kursanstieg geschuldet. So hat der Aktienkurs von Technotrans seit meiner Erstempfehlung vor genau einem halben Jahr um 70% zugelegt. Und ein 20er KGV erscheint angesichts der Wachstumsraten und der sich weiter verbessernden Rentabilität auch nicht überteuert, so dass langfristig orientierte Anleger mit Technotrans auf einen unaufgeregten, aber soliden und konservativ agierenden Konzern setzen können, bei dem der Vorstand den Unternehmenswert bedächtig steigert und die Aktionäre daran durch weiter steigende Aktienkurse profitieren dürften.

Technotrans befindet sich auf meiner Empfehlungsliste und in meinem Depot.

Kommentare:

  1. Seit April 2014 im Depot. Aktuell 365% Wertentwicklung. Wenn die 0,55€ Dividende beschlossen werden ist meine persönliche Dividenden-Rendite mit 6,75% auch akzeptabel ;)

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    1. Der früheste Vogel fängt den fettesten Wurm... ;-)

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