Donnerstag, 17. August 2017

"Free Lunch" für Anleger beim Tausch von Kontron-Aktien in S&T?

Eine sehr interessante Frage erreichte mich bzgl. des Umtausches von Kontron-Aktien in S&T. Die österreichische S&T AG habe ich ja schon länger auf der Empfehlungsliste, während ich vor einigen Jahren vor einem Investment in Kontron abgeraten hatte. Und nun...?

"Speziell zu S&T habe ich nun eine Nachfrage in Bezug auf die Verschmelzung mit Kontron. 
Haben wir hier nicht eine free lunch-Situation? Das Umtauschverhältnis ist auf 39 Kontron-Aktien für 10 S&T-Aktien definiert (Umtauschfrist 23.8. bis 19.9). Die Kontron-Aktie steht gegenwärtig bei 3,83 EUR, ergo 39x3,83=149,37 EUR. Gleichzeitig zahlt man aktuell ca. 173,50 EUR für 10 S&T-Aktien am Markt. Das ist eine Differenz von ca. 24 EUR, die man relativ risikolos mitnehmen kann, denn das einzige Risiko besteht doch letztlich darin, dass die Verschmelzung nicht wie geplant eingetragen wird. Dazu kommt noch, dass man je erhaltener S&T-Aktie nochmal 0,15 EUR erhält. 
Nun die Frage, ob ich etwas übersehen habe?!"

Hier meine Einschätzung
Das sieht wirklich verlockend aus. Doch leider hat der Hund doch ein paar Flöhe und die finden sich in den Details der Umtauschbedingungen.


Das Umtauschverhältnis hast Du richtig benannt, für 39 Kontron-Aktien bekommt man am Ende 10 S&T-Aktien zzgl. einer Barabfindung von 0,15 Euro. Wenn denn alles glatt geht...

Zunächst einmal gibt es eine ganze Reihe von Klagen gegen die Beschlüsse der S&T-Hauptversammlung, gegen die der Kontron-Hauptversammlung uswusf. Das könnte die ganze Prozedur um einiges verzögern. Im schlimmsten Fall bekommen die Kläger auch noch Recht und die Beschlüsse sind/waren rechtswidrig. Dann müsste alles wiederholt werden - mit entsprechendem Zeitverlust und Extrakosten.

Sofern diese rechtlichen Hürden genommen sind, steht der Umtausch an. Es wird aber nicht direkt in S&T-Aktien getaucht, sondern Kontron-Aktien werden in Anteile an der Deutschland-Tochter von S&T (das sind ja Österreicher) getauscht. Man wird also durch Einreichen seiner Kontron-Aktien zunächst Aktionär der nicht börsennotierten S&T Deutschland Holding AG. Diese Aktien sollen dann in die S&T AG im Rahmen einer Sachkapitalerhöhung eingebracht werden.

Wenn diese Schritte alle konsequent abgearbeitet worden sind, ist der ehemalige Kontron-Aktionär dann S&T-Aktionär und hat S&T-Aktien in seinem Depot. Aber erst dann. 90 Prozent der Anteile werden dann in neue S&T Aktien getauscht und zehn Prozent als Barausschüttung ausgezahlt. Alternativ haben Kontron-Aktionäre auch die Möglichkeit, eine Barabfindung zu erhalten,.

Bis zum endgültigen Umtausch ist man allerdings Aktionär der nicht börsennotierten S&T Deutschland Holding AG, an der er ja gar nicht beteiligt sein will. Sollte in dieser Phase etwas dazwischenkommen, wäre man als Aktionär ganz schön angeschmiert.

Eine weitere Unbekannte sind die Kosten bzw. Börsenspesen, die ggf. für das Hin- und Hergetausche anfallen. Dies dürfte von der jeweiligen Depotbank abhängen und könnte ggf. die erwartete Rendite etwas schmälern.

Fazit
Ich denke, Aktionäre erhalten durch den Kauf von Kontron und das Tauschen in S&T keinen "Free Lunch". Der Geldvorteil stellt eher die Risikoprämie dar, weil eben noch einige Unwägbarkeiten zu bestehen sind. Wer auf Hannes Niederhauser und seinen Durchsetzungswillen setzt, der hat hier allerdings die Chance, in absehbarer Zeit eine attraktive Extraprämie für seine Risikobereitschaft einzustreichen. Und er macht eine bestimmt interessante Erfahrung, die nicht jeder Aktionär in seiner Börsenkarriere vorzuweisen hat.

Ich halte das Risiko für einigermaßen überschaubar und habe mich daher entschlossen, die Hälfte meiner S&T-Aktien zu veräußern und diesen Betrag in Kontron-Aktien zu wandeln - wobei die Anzahl der erworbenen Kontron-Aktien durch 39 teilbar ist, um eine gerade Stückzahl an S&T-Aktien zu erhalten. Ich setzte auf einen Erfolg der Umtauschaktion und versuche, die Extraprämie einzustreichen. Hoffen mir mal, das das auch so klappt wie gedacht...

Kontron: 3,95 Euro
S&T: 16,98 Euro

Momentan ergäbe sich ein rechnerischer Vorteil von 16 Euro je 10 S&T-Aktien. Anders ausgedrückt: kauft man jetzt 39 Kontron-Aktien, erhält man 10 S&T-Aktien mit einem Discount von 16 Euro bzw. 1,60 Euro je Aktie, ergo fast 10%.

S&T befindet sich auf meiner Empfehlungsliste.




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ERGÄNZUNG VOM 17.08.2017, 16:05

▸ Kontron meldet Eintragung der Verschmelzung im Handelsregister Augsburg

Das Registergericht Augsburg hat heute die von den Hauptversammlungen der Kontron AG am 19.06.2017 und der S&T Deutschland Holding AG am 20.06.2017 beschlossene Verschmelzung der Kontron AG auf die S&T Deutschland Holding AG, Ismaning in das Handelsregister der Kontron AG in Augsburg unter HRB 28913 eingetragen. Die nunmehr noch zu erfolgende Eintragung der Verschmelzung in das Handelsregister der S&T Deutschland Holding AG in München unter HRB 227648 wird in den kommenden Tagen erwartet.

Mit Vollzug der noch ausstehenden Eintragung wird die Verschmelzung wirksam. Dies führt zugleich dazu, dass die Kontron AG als übertragende Gesellschaft und ihre Börsennotierung erlischt, und die Aktionäre unmittelbar Aktionäre der nicht börsennotierten S&T Deutschland Holding AG (künftig firmierend unter Kontron S&T AG mit Hauptsitz in Augsburg) werden.




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ERGÄNZUNG VOM 21.08.2017, 16:05

▸ Kontron meldet Vollzug der Verschmelzung mit der S&T Deutschland Holding AG

Mit der heutigen Eintragung in das Handelsregister der S&T Deutschland Holding AG in München unter HRB 227648 ist die Verschmelzung der Kontron AG auf die S&T Deutschland Holding AG vollzogen. Die Eintragung folgte der bereits vollzogenen Eintragung in das Handelsregister der Kontron AG in Augsburg unter HRB 28913 vom 17. August 2017.

Mit dem erfolgreichen Vollzug der Verschmelzung werden die Aktionäre der Kontron AG unmittelbar Aktionäre der nicht börsennotierten S&T Deutschland Holding AG (künftig firmierend unter Kontron S&T AG mit Hauptsitz in Augsburg).

Die Börsennotierung der Kontron AG erlischt mit dem heutigen Tage.





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ERGÄNZUNG VOM 21.08.2017, 17:05

▸ Optionen der ex-Kontron-Aktionäre

Kontron-Aktionäre, die mit der heutigen Eintragung unmittelbar und ohne weitere Veranlassung Aktionäre der nicht börsennotierten S&T Deutschland Holding AG werden, haben nun folgende Optionen:

  • Einbringung in die S&T AG: Mit dem Vollzug der Verschmelzung ist eine wesentliche Voraussetzung für die bereits avisierte Sachkapitalerhöhung der S&T AG geschaffen, da nunmehr die neuen S&T Deutschland Holding AG-Aktien in die S&T AG gegen Gewährung von neuen Aktien eingelegt werden können. Das Sacheinlageangebot sieht vor, für 39 S&T Deutschland Holding AG-Aktien (dies entspricht 39 Kontron AG-Aktien vor Verschmelzung) 10 S&T AG-Aktien und eine Zuzahlung von 15 Cent je gewährter S&T AG-Aktie auszugeben. Ein erforderlicher Spitzenausgleich erfolgt in bar auf Basis eines Wertes von Eur 3,11 je S&T Deutschland Holding AG-Aktie. Die Zeichnungsberechtigten übertragen für die Sacheinlage aus Vereinfachungsgründen ihre S&T Deutschland Holding AG-Aktien auf den Treuhänder, die SMC Investmentbank AG, die wiederum mit schuldrechtlicher Wirkung zum 1.1.2017 diese Aktien an der S&T Deutschland Holding AG (ISIN DE000A2BPK83 / WKN A2B PK8.) als Sacheinlage in die S&T AG überträgt. Die Zeichnungsfrist ist voraussichtlich vom 30. August 2017 bis zum 26. September 2017 angesetzt. Die S&T Deutschland Holding AG Aktionäre werden über ihre Depotbanken hinsichtlich des Sacheinlageangebots informiert und um entsprechende Weisung gebeten. Die Weisung muss ausdrücklich durch den S&T Deutschland Holding AG Aktionär erfolgen, wenn das Angebot angenommen werden soll. Ohne weitere Weisung, bleiben die entsprechenden S&T Deutschland Holding AG-Aktien in den Depots der Aktionäre.

    Im Zusammenhang mit dem Angebot der S&T AG ist ein Wertpapierprospekt erstellt worden, der von der österreichischen Finanzmarktaufsicht (FMA) am 16. Juni 2017 gebilligt und in Deutschland notifiziert wurde. Der Prospekt nebst etwaigen Nachträgen ist auf der Internetseite der S&T AG (http://snt.at/investor_relations/Sachkapitalerhoehung_2017.php) abrufbar.
     
  • Barabfindung: Mit dem Vollzug der Verschmelzung können diejenigen Aktionäre, die auf der Hauptversammlung der Kontron AG am 19.06.2017 Widerspruch zur Niederschrift erklärt haben, die Barabfindung in Höhe von EUR 3,11 je Aktie einfordern und als Aktionär der S&T Deutschland Holding AG ausscheiden. Damit entfällt auch das Angebot zur Sacheinlage gegen S&T AG-Aktien. Hierzu muss der Aktionär innerhalb einer zweimonatigen Frist ab dem 22. August 2017, bis zum 21. Oktober 2017 seiner Depotbank einen entsprechenden Auftrag erteilen. Die Aktionäre, die berechtigt sind die Barabfindung einzufordern und dies ausüben wollen, können auf der Internetseite von Kontron unter www.kontron.de/verschmelzung die dazu notwendigen Schritte und geforderten Angaben einsehen und abrufen.

Kommentare:

  1. Lohnt sich jetzt noch der Kauf von Kontron Aktien? Oder gibt es jetzt eine technische Hürde (wie zb Stichtag,...) die dagegen spricht?

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    1. Die Kontron-Aktien sind seit gestern vom Börsenhandel ausgesetzt, da die Eintragung im Handelsregister erfolgt ist. Nun warten wir auf die Eintragung im S&T Deutschland AG-Register, danach kann der Tausch vollzogen werden. Ich glaube nicht, dass der Handel mit Kontron-Aktien zwischenzeitlich noch einmal aufgenommen wird...

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  2. Kontron meldet Vollzug der Verschmelzung mit der S&T Deutschland Holding AG: Mit der heutigen Eintragung in das Handelsregister der S&T Deutschland Holding AG ist die Verschmelzung der Kontron AG auf die S&T Deutschland Holding AG vollzogen.

    Mit dem erfolgreichen Vollzug der Verschmelzung werden die Aktionäre der Kontron AG unmittelbar Aktionäre der nicht börsennotierten S&T Deutschland Holding AG (künftig firmierend unter Kontron S&T AG mit Hauptsitz in Augsburg).

    Die Börsennotierung der Kontron AG erlischt mit dem heutigen Tage.

    Meine Einschätzung
    So schnell kann's gehen... nun dürften wir neuen Aktionäre der S&T Deutschland Holding AG Post bekommen, in der uns der Tausch in Aktien der börsennotierten S&T AG angeboten wird...

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  3. Wenn nun der Altbestand von Kontron Aktien nicht durch 39 teilbar ist,
    zu welchem Kurs werden dann die restlichen Kontron Aktion abgewickelt?

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    1. Zu Kontron: "Ein erforderlicher Spitzenausgleich erfolgt in bar auf Basis eines Wertes von Eur 3,11 je S&T Deutschland Holding AG-Aktie." Es bleibt also niemand auf Restaktien sitzen.

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  4. Was passiert, wenn ich meiner Bank keine Anweisung gebe? Verkauf von 3,11, Tausch in S&T oder in S&T Deutschland oder noch etwas anderes? vielen Dank

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    1. Der Tausch der alten Kontron-Aktien in S&T Deutschland AG-Aktien ist ja bereits erfolgt. Da besteht insofern keine Wahlmöglichkeit. Wenn Du nun Deiner Depotbank keine Weisung erteilst, bleibst Du Aktionär der S&T Deutschland AG - und die ist nicht börsennotiert. Worin hier der Vorteil ggü. den börsennotierten S&T-Aktien liegen soll, das erkenne ich aber nicht.

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  5. Ich habe 800 Kontron-Aktien. Bekomme ich das Geld irgendwie wieder raus oder ist es verloren ?

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    1. Ich habe ein Schreiben meiner Depotbank vom 28.08.2017 erhalten, in dem sie mir mitteilte, dass sie alle meine Kontron-Aktien ausgebucht und 1:1 S&T Deutschland Holding AG-Aktien eingebucht hat.

      Dieses ist der erste Schritt, denn die "neuen Aktien" sind nicht börsennotiert und daher werden sie im Depot mit einem Wert von Null angegeben (da kein Aktienkurs vorhanden ist).

      Als nächstes wird es ein Schreiben von der Depotbank geben, dass die (börsennotierte) S&T AG anbietet, diese S&T Deutschland Holding AG-Aktien in S&T AG-Aktien zu tauschen im Verhältnis 39:10. Zusätzlich gibt es noch 0,15€ je neuer S&T-Aktie in bar. Voraussetzung wird sein, dass man als Aktionär dieses Umtauschangebot annimmt. Wird wohl ein Formular von der Depotbank mitgeschickt, dass man ausfüllen und zurückschicken muss.

      Bei Deinen 800 Kontron-Aktien würdest Du also 205 S&T-Aktien erhalten zzgl. 30,75€ in bar. Und dann noch einen Barausgleich für die Splitter, die sich nicht 39:10 tauschen lassen.

      Dein Geld ist also nicht weg, Du hast am Ende ein bisschen was auf dem Konto und 205 S&T-Aktien in Deinem Depot. Was Dir bei aktuellem Börsenkurs einen Gewinn um die 10% gebracht haben wird...

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  6. Wenn ich den Text des Prospekts lese, dann hätte ich jetzt eher gesagt, er kann bei 800 Kontron Aktien nur 780 in 200 S&T tauschen und 20 bleiben als Spitze übrig. Oder verstehe ich das falsch?
    Hier der Text:

    "...Zeichnungsberechtigte Aktionäre, die eine nicht (weiter) durch 39 (neununddreißig) im glatten Verhältnis teilbare Anzahl ("Aktienspitzen") von S&T-Deutschland Holding-Aktien mit der ISIN DE000A2BPK83 halten, sind berechtigt, diese Aktienspitzender Gesellschaft zum Preis von EUR 3,11 je S&T Deutschland Holding-Aktie zum Kauf
    anzudienen.Jeder Zeichnungsberechtigte Aktionär kann der Gesellschaft damitmaximal 38 (achtunddreißig) S&T Deutschland Holding-Aktien als Aktienspitzen zum Kauf andienen...."

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  7. Meine Bank hat diese Auffassung bestätigt. Es können nur 780 getauscht werden. Um "intelligent zu investieren" braucht man also nicht unbedingt rechnen oder Prospekte lesen und verstehen können.

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  8. Wie kann es sein, dass bei einem S&T Kurs von knapp 18€, geteilt durch 3,9 gleich ca. 4,60 € pro Kontron-Aktie bzw. S&T Deutschland Holding AG-Aktie jetzt mit Datum 12.09.2017 ein Kaufangebot von 2,65 € pro Aktie kommt?

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    1. Das Angebot der Firma Taunus Finance hat nichts mit dem Umtauschangebot zu tun. Es ist Nepp! Jedermann hat das Recht, Aktionären seriöse oder unseriöse Angebote zum Verkauf ihrer Wertpapiere zu unterbreiten und die Depotbanken sind verpflichtet, diese weiterzuleiten. Prüfen muss der Anleger diese Angebote selbst (schreiben die Depotbanken auch ihren Kunden!). Auch ich könnte heute ein Angebot für S&T Deutschland AG-Aktien lancieren und den Leuten 1 Euro je Aktie bieten. Wenn jemand so dumm ist, darauf einzugehen, reiche ich diese so erhaltenen Aktien selbst im offiziellen Umtauschangebot ein und mache einen schönen Schnitt.

      Ex-Kontron- und nun S&T Deutschland-Aktionäre sollten also auf das Schreiben ihrer Depotbank warten, wo das Angebot zum Umtausch in S&T AG-Aktien unterbreitet wird (die Commerzbank hat mir dieses Schreiben bereits vor einigen tagen zugestellt). Und dieses Angebot dann annehmen.

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  9. Flatex hat nach Angebotsannahme innerhalb von 24 Stunden die S&T Aktien eingebucht, das ist vorbildlich! Wie geht es jetzt weiter? Ab wann kann ich die Aktien auf dem Markt veräußern? Sieht derzeit wirklich nach einem schönen "free lunch" aus.

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  10. Ich habe 32 Stück "Restaktien" Wo kann ich noch 7 Stück dazukaufen damit ich 10 S&T Holding Aktien bekomme?
    Vielen Dank vorab

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    1. Ich glaube, das hätte man zu Zeiten der Kontron-Notierung bedenken müssen. S&T Deutschland AG-Aktien kann man nicht kaufen, man muss nun wohl der Bank die Weisung erteilen, die Aktien gegen Bares zu tauschen. Ansonsten werden die S&T Deutschland-Aktien im Depot bleiben - und die sind ja nicht börsennotiert.

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  11. Habe aus Nachlässigkeit verpasst (Weisungsfrist 25.9. abgelaufen) die in WKN=A2BPK8 gewandelten Kontron-Aktien gegen WKN=A0X9EJ umzutauschen. Da ich nicht auf der HV war und somit nicht gegen die Verschmelzung gestimmt habe, gilt für mich auch das Barabfindungsangebot (3,11 € nicht). Bleibe ich jetzt auf wertlosen nicht handelbaren Aktien sitzen?

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    1. Wertlos sind die Aktien der S&T Deutschland AG nicht; sie sind "nur" nicht an einer Börse handelbar. Wir können davon ausgehen, dass S&T die wenigen restlichen Aktien im Wege eines Squeeze-outs herausdrängen wird. Spätestens dann gibt es also Geld. Alternativ könnte man sich an S&T wenden und fragen, ob die auch nach der Frist noch bereit sind, zu diesen Konditionen die Aktien zu tauschen. Da die ein Interesse daran haben, möglichst viele/alle S&T Deutschland-Aktien in die Finger zu bekommen, sollten die Chancen hierfür nicht schlecht stehen...

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    2. Die First zur Annahme des "freiwilligen Kaufangebots" (2,65 EUR pro Aktie A2BPK8) durch die Taunus Capital Management AG endet am 06.10.2017, 18 Uhr...
      So wie ich das sehe, wird es danach schwer seine Anteile loszubekommen bzw. man muss selbständig Käufer finden?

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    3. Taunus hat nicht mit S&T zu tun, das sind Trittbrettfahrer, die die Aktien günstig abgreifen wollen.

      Vermutlich ist es schlauer, die A&T Aktien zu behalten. Die behalten ja ihren Wert! Und S&T/Niederhauser wird die auch noch einsammeln wollen. Es wird nur etwas Zeit vergehen, in der man sie eben nicht über die Börse handeln kann. Ob man die jetzt Taunus zum viel geringeren Preis in den Rachen schmeißen muss? Das würde ich mir gut überlegen.

      Nur mal als Beispiel: die Anteile an meiner GmbH (die mir zu 100% gehört und in der ich alle meine Aktien halte) sind ja nicht wertlos, nur weil ich sie nicht über die Börse verkaufen kann...

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  12. Hallo Herr Kissig,
    besten Dank für Ihre Einschätzung! Ich hatte leider - wie ein anderer User oben - aus Nachlässigkeit versäumt die gewandelten Kontron-Aktien in WKN A0X9EJ umzutauschen und bin von daher nach wie vor Besitzer von A2BK8 Aktien...und dann kam jetzt eben das "Kaufangebot durch Taunus Capital Management AG (mit 2,65 EUR deutlich unter dem Wert wie im Angebot bzw. dem letzten Kontron Kurs...)

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  13. Hallo Herr Kissig,

    ich wollte nur ein Lob aussprechen, dass Sie sich Zeit nehmen und auf die Fragen fachmännisch antworten ist nicht selbstverständlich.

    Schöne Grüße
    Mesut

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  14. Guten Tag
    ich habe nun für meine ehemaligen Kontron Aktien (jetzt A2BPK8) ein Barabfindungsangebot der SCHNIGGE Wertpapierhandelsbank SE in Höhe von sage und schreibe 1,47 EUR je Aktie bekommen...also weiter "aussitzen"?!?

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    1. Nochmal: der Wert der Aktien bestimmt sich nicht nach dem Aktienkurs, das ist nur der Preis. Und beide weichen bisweilen erheblich voneinander ab. Die S&T AG hat jetzt die meisten Aktien der ehemaligen Kontron AG in ihrem Bestand und wird sicherlich versuchen auch noch an den Rest zu kommen. Als Mehrheitsaktionär kann sie dabei allerdings nicht willkürlich niedrige Preise ansetzen, sondern muss sich darauf einstellen, dass dies ggf. zu einem Spruchstellenverfahren führt und daher sind die Aussichten hier am besten, den fairen Wert der Aktien zu erhalten. Man muss nun eben Geduld haben. Die Aktien sind nicht an der Börse handelbar, deshalb allerdings nicht gleich wertlos.

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  15. Folgendes kopiert von S&T-Homepage:

    "Für die in der Kontron S&T AG verbleibenden Aktionäre, die nicht den Weg der Sacheinlage in Anspruch genommen haben oder mangels eingelegten Widerspruchs zu Protokoll auf der Hauptversammlung der Kontron AG am 19. Juni 2017 nicht die Möglichkeit der Annahme der Barabfindung zu EUR 3,11 haben, plant die Kontron S&T AG, ein Aktienrückkaufprogramm zu EUR 3,11 je Kontron S&T AG-Aktie durchzuführen. Details dazu sollen bis Ende Oktober 2017 veröffentlicht werden."

    Vielen Dank noch Herr Kissing, für Ihre Antwort und Erläuterungen vom 28.9..
    Ich frage mich aber, in meiner Unwissenheit hierzu, warum die alten Kontron-Papiere nicht halten. Welche Vor- und Nachteile kann es geben? Worin spiegelt sich der Wert der Aktie eigentlich wieder? Wird die alte Kontron, die ja in ihrer Produktionsstätte und ihrer Produktpalette wohl erhalten bleibt, künftig eine Bilanz erstellen? Aus dem Verschmelzungsvertrag werde ich da auch nicht schlauer. Kann durch künftige interne Geschäftspraktiken der Wert der alten Kontron und somit das Wertpapier runtergefahren werden? Ist man nicht verdammt, das avisierte Angebot von 3,11€ anzunehmen?

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    1. Man kann auch seine Kontron-Aktien behalte, klar. Nur dürfte es auf einen Squeeze-out hinauslaufen. S&T wird sukzessive versuchen, die ausstehenden Aktien einzusammeln und später die anderen Ex-Kontron-Aktionäre heraus zu drängen. Für S&T macht die separate Tochter nämlich keinen Sinn, sie verursacht nur unnötige Kosten. Ob man ggf. bei einem späteren Squeeze-out mehr Geld erhält als die jetzt gebotenen 3,11 Euro, ist fraglich.

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  16. Sehr geehrter Herr Kissig,
    nachdem ich nun zum wiederholten Male das Anschreiben zur Annahmefrist von meiner Bank in Bezug auf die Übernahme von Kontron durch S&T AG erhalten habe,entschied ich mich nun doch tätig zu werden. Bei Recherchen in Internet bin ich auf Ihre Seite gestoßen und da die Frist nun doch immer näher rückt (27.10), möchte ich mir nun doch eine Empfehlung durch einen Profi einholen.
    Es besteht ein Kaufangebot der Schnigge Wertpapiershandelsbank SE in Höhe von 1,47 € pro Kontron Aktie. Soll ich verkaufen, oder nicht?
    Gruß und vielen Dank im Voraus.
    D.F.

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    1. Aus meiner Sicht ist die Lage ziemlich eindeutig! Diese Angebote spiegeln den Wert der Kontron S&T-Aktien auch nicht mal annähernd wider! Es soll demnächst ein Aktienrückkaufprogramm aufgelegt werden. "Für die in der Kontron S&T AG verbleibenden Aktionäre, die nicht den Weg der Sacheinlage in Anspruch genommen haben oder mangels eingelegten Widerspruchs zu Protokoll auf der Hauptversammlung der Kontron AG am 19. Juni 2017 nicht die Möglichkeit der Annahme der Barabfindung zu EUR 3,11 haben, plant die Kontron S&T AG, ein Aktienrückkaufprogramm zu EUR 3,11 je Kontron S&T AG-Aktie durchzuführen. Details dazu sollen bis Ende Oktober 2017 veröffentlicht werden".

      Mit etwas Geduld sollten Sie also in einigen Wochen 3,11 Euro je Aktie erhalten. Und Schnigge spekuliert ja gerade darauf, für 1,47 Euro etwas zu kaufen, was sich in wenigen Wochen verdoppelt.

      Vielleicht sollte man Schnigge-Aktien kaufen, die verhalten sich recht clever...?

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  17. So, jetzt ist es amtlich: S&T bietet allen Altaktionären der Kontron noch einmal die Gelegenheit, ihre Aktien loszuwerden. Und zwar bietet man erneut den Preis der damaligen Barabfindung und damit 3,11 Euro je Kontron S&T AG-Aktie (zur Meldung).

    Es hat sich also gelohnt, nicht auf die "Billigangebote" von Schnigge und anderen einzugehen, die hier auf Kosten verunsicherter Aktionäre einen schnellen Reibach machen wollten. In diesem Fall war sogar nur eine recht kurze Geduldsphase von ein paar Wochen nötig, um doch noch zum Erfolg zu kommen.

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  18. Sehr geehrter Herr Kissing,

    Respekt für Ihre latente und professionelle Beharrlichkeit, auch ob der wiederholten Fragen verunsicherter Anleger die kurz davor waren, unseriöse Angebote ggfs. anzunehmen, auf Ihrem (richtigen) Standpunkt zu beharren. Das heute lancierte, erneute Angebot der S&T AG hat Ihnen Recht gegeben.

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  19. Sehr geehrter Herr Kissing, auch von meiner Seite ein Dankeschön für Ihre Mühe.
    Raten Sie nun dazu, das Angebot anzunehmen?
    Auf der Internetseite von Kontron las ich, dass die Small & Mid Cap Investmentbank AG, München mit der Begleitung der Abwicklung des Rückkaufangebots beauftragt wurde. Diese hat wiederum die
    Bankhaus Gebr. Martin AG, Göppingen, als zentrale Abwicklungsstelle (Zentrale
    Abwicklungsstelle) bestimmt. Bekommen wir von denen auch noch ein Angebot, oder sollen die "Streuaktionäre" das Schnigge Angebot annehmen?

    Was könnte denn geschehen, wenn man auch dieses Angebot nicht annehmen würde?

    Gruß D.F.

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    1. Es wird ja ein Angebot zu 3,11 Euro geben. (Nur) dieses sollte man annehmen, nicht die von Schnigge oder anderen zu geringeren Preisen.

      Nimmt dieses Angebot jedoch nicht an, hat man weiterhin nicht handelbare Aktien im Depot. S&T wird im weiteren Verlauf einen Squeeze-out anstreben und die restlichen Aktionäre herausdrängen. Dann erhält man ebenfalls einen (einseitig von S&T festgelegten) Abfindungspreis und ggf. ein Nachbesserungsrecht, sofern Aktionäre ein Spruchstellenverfahren anstreben. Davon ist auszugehen. Man kann hierauf setzen; wenn dann nach Jahren ein höherer Wert für die Aktien ermittelt werden sollte, erhält man den entsprechenden Nachschlag sowie eine attraktive Verzinsung.

      Zu diesem Thema habe ich mal einen ausführlichen Artikel verfasst: Squeeze-out: Mit langem Atem sicher Geld verdienen. Kann durchaus lukrativ sein, muss aber jeder für sich entscheiden, ob er diesen Weg gehen möchte, ist nicht jedermanns Sache.

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