Sonntag, 31. Dezember 2017

Was ist... die "Foolish Four" Dividendenstrategie?

Diese Dividendenstrategie wurde ursprünglich von der Investmentseite "The Motley Fool" entwickelt, und stellt eine Abwandlung der "Dogs of the Dow" Dividendenstrategie nach Benjamin Graham und insbesondere der "Low Five" Dividendenstrategie nach Michael O'Higgins da.

Es stellte sich heraus, dass sich der Titel mit dem niedrigsten Kurs häufig schlecht entwickelt. Dies könnte daran liegen, dass sich ein Unternehmen in einer schlechten Lage mit einem sinkenden Aktienkurs konfrontiert sieht, während dem enstprechend gleichzeitig  die Dividendenrendite steigt, sofern die Firma die Dividendenausschüttung beibehalten kann. Zwar ist ein substanziell starkes Unternehmen meist in der Lage, die Schwierigkeiten zu überwinden, doch kann sich der Turnaround über Jahre hinziehen und der Aktienkurs ebenso lange darnieder liegen.

Aus diesem Grund wird bei den “Foolish Four” nicht in die Aktie mit dem niedrigsten Kurs der 5 Werte der “Low Five” investiert. Stattdessen wird die Aktie mit dem zweitniedrigsten Kurs doppelt gewichtet (40%), während die Nummern 3 bis 5 weiterhin mit 20% gewichtet bleiben.

Was ist... die "Low Five" Dividendenstrategie?

Vermögensverwalter Michael O´Higgins beschrieb die "Low Five Dividendenstrategie" erstmals 1991 in seinem Buch "Beating the Dow" und stellte damit eine Abwandlung der "Dogs of the Dow Dividendenstraegie von Benjamin Graham aus den 1930er Jahren vor. Dieser hatte vorgeschlagen, jeweils zu Jahresbeginn die 10 Werte mit der höchsten Dividendenrendite auswählen und zu gleichen Geldanteilen kaufen. Nach einem Jahr solle man die Zusammensetzung prüfen und anhand der Kriterien das Depot neu zusammenstellen.

O’Higgins macht es komplizierter, aber auch differenzierter:

  • Anleger sollen aus einem Index die zehn Aktien mit der höchsten Dividendenrendite heraussuchen.
  • Davon sollen die fünf billigsten Aktien zu gleichen Anteilen gekauft und genau ein Jahr lang im Depot gehalten werden.
  • Nach einem Jahr wird das Depot anhand dieser Kriterien neu zusammengestellt.

Der entscheidende Unterschied zu Grahams Strategie besteht darin, nur die fünf billigsten Aktien der 10 Dividendenstars zu kaufen. Dabei sind die "billigsten" Aktien jene, deren Kurs unter Berücksichtigung des Nennwerts am niedrigsten ist. Da Aktien zu unterschiedlichen Nennwerten ausgegeben werden, also unterschiedlichen Anteilen am Grundkapital der Gesellschaft, soll so eine noch bessere Vergleichbarkeit hergestellt werden. Hat eine Aktie den Nennwert 1 EUR und eine andere einen von 5 EUR, multipliziert man den Aktienkurs der ersten dem entsprechend mit Fünf.

Vorteile
Die "Low Five" Dividendenstrategie ist ein Investmentansatz für jedermann, denn sie erfordert nur wenig Börsen-Know How, ist einfach umzusetzen und reduziert die Transaktionskosten, da nur einmal jährlich geordert wird. Darüber hinaus sorgt sie für stetige Dividendeneinnahmen.

Nachteile
In Bullenmärkten ("Hausse") gibt es erfolgreichere Strategien. Des Weiteren besteht die Gefahr eines Klumpenrisikos, dass also zu viele Werte aus der selben Branchen stammen (z.B. Finanzwerte oder Versorger) und es gibt ein erhöhtes Risiko aufgrund der geringen Diversifikation.

Vor- und Nachteile der "Low Five" Dividendenstrategie sind grundsätzlich die selben wie bei der "Dogs of the Dow" Dividendenstrategie; sie ist etwas komplizierter und beschränkt sich auf 5 Titel. Das senkt die Transaktionskosten, erhöht aber auch das Risiko aufgrund geringerer Diversifikation.

Samstag, 30. Dezember 2017

Was ist... die "Dogs of the Dow" Dividendenstrategie?

Benjamin Graham gilt als Begründer der "Dogs of the Dow" Dividendenstrategie, die er in seinem Standardwerk des Value-Investings "The Intelligent Investor" vorstellte. Graham hielt Emotionen für den größten Feind eines erfolgreichen Investors und wollte diese durch ein stringentes und einfaches Handlungskonzept ausschalten. Und darüber hinaus setzte er auf Substanzwerte, die ein geringeres Kursrisiko aufweisen und Rückschläge besser verkraften können.

Die Regeln der "Dogs of the Dow" Dividendenstrategie:

  • Einen Index auswählen (Graham verwendete den Dow Jones).
  • Zu Jahresbeginn die 10 Werte mit der höchsten Dividendenrendite auswählen.
  • Diese 10 Werte zu gleichen Geldanteilen kaufen.
  • Nach einem Jahr die Zusammensetzung prüfen und anhand der Kriterien das Depot neu zusammenstellen.

Vorteile

Die "Dogs of the Dow" Dividendenstrategie ist ein Investmentansatz für jedermann, denn sie erfordert nur wenig Börsen-Know How, ist einfach umzusetzen und reduziert die Transaktionskosten, da nur einmal jährlich geordert wird. Darüber hinaus sorgt sie für stetige Dividendeneinnahmen.

Nachteile
In Bullenmärkten ("Hausse") gibt es erfolgreichere Strategien. Des Weiteren besteht die Gefahr eines Klumpenrisikos, dass also zu viele Werte aus der selben Branchen stammen (z.B. Finanzwerte oder Versorger) und gerade bei kleineren Anlagebeträgen können die Aufteilung auf 10 unterschiedliche Werte die Transaktionskosten überproportionale Höhen erreichen.

Freitag, 29. Dezember 2017

Platzt bei MPC Capital kurz vor Jahresschluss (doch) noch der Knoten?

Der Hamburger Asset-Manager MPC Münchmeyer Petersen Capital entwickelt und managt gemeinsam mit seinen Tochterunternehmen sachwertbasierte Investitionen und Kapitalanlagen für internationale institutionelle Investoren, Family Offices und professionelle Anleger. Dabei liegt der Fokus auf den Asset-Klassen Real Estate, Shipping und Infrastructure.

Die Neunmonatszahlen hatten keine Jubelstürme ausgelöst, denn per 30. September hatten die Erlöse und Ergebnisse unter denen des Vorjahres gelegen. Dennoch hielt der Vorstand an seiner Jahresprognose fest, die ein Konzernumsatzwachstum von mindestens 10% sowie einem überproportionalen Anstieg des EBT vorsehen. Dem Aktienkurs ist die gebremste Euphorie anzusehen, denn er scheint an der 6-Euro-Marke regelrecht festgetackert zu sein. Doch das könnte sich nun ändern...

Donnerstag, 28. Dezember 2017

Nach erfolgreichem Turnaround: Kann mVISE jetzt die nächste Raketenstufe zünden?

Die mVISE AG ist ein Spezialist für Cloud-basierte mobile Digitalisierung und verdient mit Consulting, Apps und Cloud-Computing ihr Geld. Und dass sie Geld verdient, ist nicht selbstverständlich, denn als das Unternehmen noch unter dem Namen Convisual firmierte, machte man vor allem als Geldverbrenner Schlagzeilen.

Nun, diese Zeiten sind vorbei und nachdem man in einem jahrelangen Prozess das Unternehmen neu aufgestellt hat, konnte man im letzten Jahr den Turnaround beenden. Die ehrgeizigen 2016er Jahreszeile hatte man erreicht und man konnte erstmals seit dem Börsengang schwarze Zahlen vermelden. Und auch in 2017 kam man gut voran...

Mittwoch, 27. Dezember 2017

Steuert Ringmetall bald auf neue Höchstkurse zu?

Die Industrieholding Ringmetall habe ich schon viele Jahre auf meiner Empfehlungsliste und seit ich sie als "schön langweiliges Beteiligungsdornröschen" Anfang 2012 erstmals vorgestellt habe, hat sich das damals noch unter H.P.I. Holding firmierende Unternehmen prächtig entwickelt. Knapp 300% können sich jedenfalls durchaus sehen lassen. Doch zuletzt konsolidierte der Aktienkurs, während andere Aktien, auch aus dem Nebenwertebereich, immer weiter gestiegen sind. Und für die Zurückhaltung gab es durchaus Gründe, wie es nun auch gute Argumente dafür gibt, dass sich der Knoten bald lösen dürfte.

Ringmetall ist weltweit führender Hersteller von Spannringen und produziert momentan an der Kapazitätsgrenze. Die vielen Sonderschichten schlagen aber nicht wirklich positiv aufs Ergebnis durch, da sie von den gestiegenen Stahlpreisen und einer negativen Währungsentwicklung (Türkei, Großbritannien, USA) aufgezehrt wurden. Dennoch sollten die Jahresziele gut erreichbar sein und nun kommt ein weiterer Faktor hinzu, der dem Aktienkurs relativ schnell neue Impulse einhauchen könnte. Und sein Name ist Trump...

2017 im Rückspiegel: Was trumpelt so blind durch Nacht und Wind...

Mein Ausblick auf das Jahr 2017 lautete: "Auch in 2017 dürfte es rau bleiben an den Börsen, Trump als neuer Präsidenten-Rambo wird schon für einige Irritationen sorgen auf der Bühne der Weltpolitik, die Eurozone bewegt sich nicht in ruhigen Fahrwassern und China... Tja, China bleibt ein Sorgenkind. Daher bleibt an der Börse nur eines sicher: die Kurse werden schwanken". Und was ist wirklich passiert?

Auch im Jahr 2017 stiegen die Kurse weiter an und weltweit konnten die Börsenindizes neue Höchststände feiern; die Geldanlage in Aktien konnte erneut überzeugen und die meisten Asset-Klassen hinter sich lassen. So überwand der Dow Jones die Marke von 24.500 Punkten, der S&P die von 2.700 Punkten, der NASDAQ die von 6.500 Punkten, der DAX schraubte sich auf über 13.300 Zähler hoch, womit er das sechste Jahr in Folge einen Anstieg verbuchen konnte. Und der MDAX touchierte die Marke von 27.000 Punkten und stellte einmal mehr die Performance des DAX weit in den Schatten.

Dabei schienen die Rahmenbedingungen für das Börsenjahr 2017 gar nicht so gut zu sein, denn die Wahl Donald Trumps zum amerikanischen Präsidenten und seine Art der "Fuck-You-Regentschaft" schüren vor allem Unsicherheit. Und Unsicherheit ist der Feind der Börse; Anleger lieben klare Verhältnisse und mögen keine plötzlichen Richtungsänderungen. Doch gerade die gibt es bei Trump im Minutentakt, wenn er denn überhaupt solange an einer Meinung festhält. Doch die Börsen haben sich an seine Art des Shit-Storms gewöhnt, Trump poltert und wütet, aber seine Administration fängt das meistens in der politischen Arbeit wieder ein. Trump und seine Tiraden werden weitgehend ausgeblendet und beeindrucken allenfalls kurzfristig die Märkte.

Dienstag, 26. Dezember 2017

Was ist... eine Dienstmädchenhausse?

Aktienkurse entstehen aus Angebot und Nachfrage, ganz klassisch. Und wenn die Nachfrage das Angebot übersteigt, steigt der Aktienkurs. Über die Jahrzehnte hinweg erzielen Aktien Kurssteigerungen von durchschnittlich rund 7 Prozent pro Jahr und sich damit eine der rentierlichsten Anlageformen überhaupt. Auf lange Sicht sogar ungeschlagen; nur auf kurze Sicht kommt es bisweilen mal zu einer schlechteren oder gar negativen Performance. Zum Beispiel in Zeiten eines Börsencrashs. Doch diese Phasen sind in der Regel viel kürzer als die Phasen steigender Kurse und die Kursrückschläge, selbst die heftigen, sind zumeist nach relativ kurzer Zeit wieder aufgeholt.

Von einer Hausse spricht man, wenn die Kurse über einen längeren Zeitraum deutlich ansteigen. Doch was haben Dienstmädchen damit zu tun und weshalb sind sie so bedeutsam für unseren Anlageerfolg?

Montag, 25. Dezember 2017

Börsenweisheit der Woche 52/2017

"Der Kurs einer Aktie hat nie etwas mit dem Wert einer Aktie zu tun, sondern mit der Angst oder der Gier der Anleger."
(Roland Flach)

Sonntag, 24. Dezember 2017

Investor-Update: m-u-t, Naspers, Navigator Equity Solutions, Tencent, Vectron Systems

In meinen Investor-Updates notiere ich in unregelmäßigen Abständen aktuelle Einschätzungen zu Unternehmen meiner Beobachtungsliste und wie sich diese ggf. auf mein Investment-Portfolio ausgewirkt haben. Darüber hinaus auch zu Unternehmen, die ich noch nicht hier im Blog vorgestellt habe, die sich jedoch in meinem Depot befinden.

Jahresendrallye ist in vollem Gange. Partiell...
Er hat es getan, wirklich: Donald Trump hat sein erstes Reformprojekt in die Tat umgesetzt und seine Unterschrift unter die US-Steuerreform gesetzt. Die wird gravierende Auswirkungen haben und vor allem Reiche Amerikaner und US-Unternehmen entlasten. Insbesondere die Senkung des Körperschaftssteuersatzes von 35% auf 21% dürfte sich auf viele Unternehmen positiv auswirken, während die Senkung der Einkommensteuersätze die Inlandsnachfrage ankurbeln und so ebenfalls bei den Unternehmen für mehr Umsatz - und Gewinn - sorgen dürfte. Alleine für Berkshire Hathaway wird der positive Effekt auf das Jahresergebnis mit rund 15% angegeben.

So gewichtig die steuerlichen Auswirkungen auch sind, so unsinniger wäre es, seine Aktieninvestments nur danach auszurichten. Denn die Unternehmen werden sich anpassen und auch die übrige Staaten dieser Welt werden die USA nicht als alleiniges Unternehmenssteuerparadies davonkommen lassen. Und so habe ich bei meinen Depotveränderungen auch weniger auf die steuerlichen Aspekte geachtet, als vielmehr meine Position dahingehend abgeklopft, ob sie für 2018 aussichtsreich erscheinen und nach ihrer Positionsgröße untereinander. Es gab also eine Art Revision meines Depots. Zunächst schauen wir aber auf die allgemeine Marktstimmung...

Freitag, 22. Dezember 2017

Wie Business Development Companies von der US-Steuerreform profitieren

Donald Trump hat es geschafft: endlich konnte er eines seiner angekündigten Wahlversprechen einlösen und seine Unterschrift unter die Steuerreform setzen. Dieses gilt als massivstes Steuersenkungsprogramm seit 30 Jahren, als Ronald Reagan mit einem ähnlichen Ruck die "Reagonomics" einleitete. Man kann dazu stehen, wie man will, ein Blick auf den Verlauf der Börsenkurse zwischen 1982 und 1990 spricht eine klare Sprache. Und Bill Clinton konnte dann auch die mittelfristigen Erfolge dieser Steuerreform einheimsen und Überschuss in der US-Bilanz vorweisen. Angesichts des jährlichen Billionen-Defizits, an das wir uns seit George W. Bush schon gewöhnt haben, ein wahrer Lichtpunkt.

Nun wird also der Körperschaftssteuersatz von 35% auf 21% gesenkt und davon profitieren vor allem Unternehmen, die in den USA produzieren und ihre Waren und Dienstleistungen anbieten. Wie Versicherungen, Eisenbahngesellschaften, Banken. Doch abseits der großen Konzerne werden vor allem kleine und mittelgroße Unternehmen in den USA profitieren, denn diese sind zumeist weniger international aufgestellt. Damit tätigen sie viel stärker rein inländische Geschäfte und sie haben gar nicht die Möglichkeiten gehabt, internationale Strukturen aufzubauen, die ihnen eine Steueroptimierung erlaubt hätte. Wie die schon länger dies bezüglich in der Kritik stehenden Tech-Riesen Alphabet (Google), Facebook oder Amazon, die ihre Gewinne so verschieben, dass sie zumeist in Steueroasen anfallen, während sie ihre Geschäfte ganz überwiegend in den höher besteuerten Ländern, wie Deutschland, tätigen.

Aus diesem Grund weisen kleine und mittlere Unternehmen einen deutlich höheren durchschnittlichen Steuersatz auf als die international tätigen Konzerne und da Steuersenkungen nur denen zugute kommen, die Steuern zahlen, werden die kleinen Unternehmen überdurchschnittlich stark entlastet.

Donnerstag, 21. Dezember 2017

Zalando: Amazon-Rivale oder einfach nur maßlos überschätzt?

Geschäft ist Krieg. Und der Verlierer hat keine Gnade zu erwarten, ihm droht die Insolvenz, der unternehmerische Tod. Das gilt auch auf einem Schlachtfeld, das seit jeher hart umkämpft ist und wo wir alle teilnehmen: dem Einzelhandel. Wir alle sind Konsumenten und seit das erste Geschäft eröffnet hat, buhlen die Läden um unser Interesse, um unser Geld. Und immer wieder gibt es wellenartige neue Entwicklungen, die die bisherig bekannte Einkaufswelt gehörig durcheinander wirbeln. So war es, als Sears den Katalog erfand und die Menschen immer häufiger über Telefon oder Bestellkarte Waren orderten. Und auch die Waltons waren so eine einschneidende alles verändernde Entwicklung. Genauer gesagt ihre Erfindung des Supermarkts, wo man einfach alles kaufen kann und das auch noch sehr günstig, anstatt zu jedem Spezialhändler einzeln zu gehen.

Jede dieser Entwicklungsschübe brachte es mit sich, dass eine Vielzahl der alten Anbieter vom Markt verschwanden, je mehr sich die Einkaufsgewohnheiten der Kunden änderten. Die vielen Tante-Emma-Läden sind längst Geschichte und unsere Einkaufsstraßen gleichen sich immer mehr, werden immer austauschbarer. Weil sich dort fast nur noch die Filialisten großer Ketten halten können, während der klassische Einzelhändler, wie zum Beispiel der individuelle Modeladen, sich nicht mehr behaupten kann und seine Pforten schließen muss.

Und auch jetzt erleben wir wieder einen solchen einschneidenden Entwicklungsschub: den Onlinehandel. Als reiner Online-Buchhändler gestartet, hat sich Amazon inzwischen zum Dominator in der westlichen Einkaufswelt entwickelt und verändert unser Einkaufsverhalten wieder einmal grundlegend. Die Kunden finden immer mehr Gefallen daran, bequem von zuhause online Waren zu ordern, anstatt sich aus dem Haus begeben zu müssen, um in überfüllten Supermärkten und Einkaufsstraßen mit anderen ewig in der Warteschlange an der Kasse zu stehen. Amazon ist der Wegbereiter und der Taktgeber, aber in seinem Fahrwasser segeln weitere Anbieter erfolgreich auf der Onlinewelle. So erfolgreich, dass im Weihnachtsgeschäft 2016 in den USA erstmals mehr Waren online gekauft wurden als im stationären Handel. Eine echte Zäsur. Und Amazon hatte den größten Anteil an den Onlineumsätzen.

Montag, 18. Dezember 2017

Börsenweisheit der Woche 51/2017

"Der Goldpreis? Das ist Substanz plus Glaube und Angst minus Zinsen."
(Alan Greenspan)

Freitag, 15. Dezember 2017

Vectron Systems: Zwischen Durststrecke und Hoffnungsschimmer

Der Kassensystemhersteller Vectron Systems kann auf ein turbulentes Börsenjahr zurückblicken. Zunächst konnte man mit sehr starken Zahlen im Kerngeschäft punkten und der Aktienkurs honorierte es entsprechend. Dann kam "das große Ding", eine Kooperation mit Coca Cola auf Basis der bonVito-Plattformvon Vectron. "GetHappy" hat das Potenzial, Vectron in ganz neue Dimensionen zu hieven und die Hoffnungen auf diesen großen Wurf katapultierten den Aktienkurs bis auf 40 Euro hoch; auch getrieben von Analystenstimmen, die dreistellige Kursziele prognostizierten. Dazu passte auch, dass Vectron-Vorstand Stümmler im letzten Jahr meinte, würde bonVito einschlagen, müsste man an den Vectronkurs wohl noch eine Null dranhängen. Das wären auf damaliger Basis 140 Euro gewesen. Nun, diese Euphorie ist inzwischen weitgehend verflogen und der Kurs kämpft, die 20-Euro-Marke nicht nachhaltig nach unten zu durchbrechen. Und könnte diese Schlacht verlieren...

Donnerstag, 14. Dezember 2017

KCAP Financial streicht die Quartalsdividende zusammen. Mal wieder...

Es ist und bleibt ein Trauerspiel bei KCAP Financial. Die BDC (Business Development Company), die in nicht unerheblichem Maße auch in CLOs (Collateralized Loan Obligations) investiert, also strukturierte Finanzprodukte basierend aus verbrieften Unternehmenskrediten, hat ihre nächste Quartalsdividende bekanntgegeben. Und mal wieder die Hoffnungen der Anleger enttäuscht.

KCAP will $0,10 je Aktie zahlen und damit 2 Cents bzw. 16,7% weniger als zuletzt. Da kann einen auch nicht froh stimmen, dass die Dividendenrendite noch immer bei 11,6% liegt, denn die seit Jahren sinkenden Dividenden, basierend auf einem seit Jahren abschmelzenden Buchwert (NAV), führten natürlich ebenfalls zu einem zusammenschrumpfenden Aktienkurs. Diese Kursverluste konnte die Dividende nicht ausgleichen, zumal diese ja auch noch versteuert werden muss. Dass es zu einem neuerlichen Dividenden-Cut kommen würde, war den letzten Quartalszahlen nicht zwingend anzusehen; obwohl die Gefahr natürlich schon im Raum stand. Ich hatte es ja angesprochen: wenn der Substanzverlust beim NAV nicht endet, wird KCAP nicht um weitere Dividenden-Cuts herumkommen. Und offensichtlich hat sich die Situation noch nicht gebessert.

Mittwoch, 13. Dezember 2017

Umfrageergebnis: Ihr wollt mehr von allem, besonders aber von Nebenwerten, Investor-Updates und Dividendenwerten/BDCs. Und auch mehr Weisheit...

Ich hatte euch in einer Umfrage gebeten, die Themen zu benennen, die euch hier im Blog am meisten interessieren. Es haben sich 324 Personen an der Umfrage beteiligt und insgesamt wurden 1.176 Stimmen auf die verschiedenen Antwortoptionen verteilt; es waren Mehrfachnennungen möglich.

Das Ergebnis zeigt keinen klaren Gewinner, aber dennoch eure Interessenschwerpunkte. Und diese decken sich zum Glück mit den meinen. ;-)

Trotzdem bin ich etwas überrascht, dass meine Investor-Updates so großen Anklang finden, das hätte ich nicht vermutet. Insofern bin ich froh, vor einiger Zeit dem Drängen nachgekommen zu sein, sie wieder regelmäßig zu erstellen.

Doch nun zu den Umfrageergebnissen im Einzelnen:

Montag, 11. Dezember 2017

Glasspezialist Corning mit attraktivem Zukauf von 3M-Glasfasersparte

Der Glasspezialist Corning kauft das Kommunikationsnetz-Geschäft des Mischkonzerns 3M. Die Sparte besteht vor allem aus Netzwerktechnik für Glasfaser- und Kupferkabelnetze und wird Corning rund 900 Mio. Dollar kosten. Der jährliche Umsatz der Sparte mit Produkten mit hoher Bandbreite und optischen Fasern, die dem Segment Optical Communications bei Corning zugeordnet wird, beläuft sich auf knapp 400 Mio. Dollar. Dem Verkauf müssen noch die Behörden zustimmen, so dass der Abschluss wird für das kommende Jahr erwartet.

Der effektive Unternehmenswert der Transaktion beträgt weniger als das 7-fache des voraussichtlichen jährlichen bereinigten EBITDA der Communication Markets Division einschließlich der erwarteten Synergien. Corning geht davon aus, dass die Transaktion bis 2019 das EPS um 0,07 bis 0,09 Dollar erhöhen wird.

Die anstehende Übernahme ist Teil des mehrjährigen Strategie- und Kapitalallokationskonzepts von Corning, das durch die Fokussierung des Portfolios und die Nutzung der Finanzkraft des Unternehmens einen erheblichen Mehrwert für die Aktionäre schaffen soll. Eine Schlüsselkomponente ist dabei der Plan des Unternehmens, etwa ein bis drei Mrd. Dollar in Akquisitionen zu investieren. Auch dieses "Shareholder-Value-Konzept" hatte mich gut zwei Jahren zu den Ansicht gebracht, "Corning sei glasklar ein Investment wert" und mich dazu veranlasst, das Unternehmen auf meine Empfehlungsliste zu nehmen.

Bitcoin, Kryptowährung, Blockchain, Niiio Finance: Mega-Chance, Blase, teures Erwachen?

Ein Leser fragte mich zu meiner Meinung bezüglich der Niiio Finance Group und da mich immer mehr Fragen zu Kryptowährungen bzw. dem Investieren in entsprechende Unternehmen erreichen, möchte ich euch meine Meinung zu diesem Themenkomplex nicht vorenthalten.
"Hallo Michael,
hast du eine Meinung zu der Niiio Finance Group aus Görlitz. Der AR ist sehr prominent besetzt, das gefällt mir. Anbei eine sehr lesenswertes Interview mit der CEO." 

Hier meine Antwort, klassisch Old School, wenig hip, noch weniger Hype...

Börsenweisheit der Woche 50/2017

"Der Gewinn anderer wird fast wie ein eigener Verlust empfunden."
(Wilhelm Busch)

Freitag, 8. Dezember 2017

Zinsen, Inflation: Was bedeutet die Entwicklung für Asset-Manager wie Corestate Capital, Deutsche Beteiligungs AG, DIC Asset, Ernst Russ, MPC Capital und PEH Wertpapier?

Asset Manager legen im Auftrag ihrer Kunden Geld an, überwiegend für institutionelle Investoren wie Family Offices, Versicherungen, Pensionsfonds. Eine Reihe von ihnen bietet seine Dienstleistungen allerdings auch Privatkunden an, gerne über Fonds. Und diese Unternehmen hatten die letzten Jahre regen Zulauf, sie konnten ihre Assets under Management (AuM), also das von ihnen verwaltete Vermögen erheblich ausweiten. Was nicht zuletzt am immer weiter fallenden Zinsniveau in der Eurozone lag, das die Jagd auf Rendite immer mehr verschärfte. Im Zuge der Niedrigzinsphase kamen und kommen auch zunehmend "Bastionen der Sicherheit" in immer ärgere Bedrängnis, wie Versicherungen und Bausparkassen. Von Banken ganz zu schweigen, denen ist das Kerngeschäft komplett weggebrochen da ihre Zinsmarge immer weiter zusammenschrumpft. Ich hatte neulich wieder einmal ein längeres Gespräch mit dem Vorstand unserer örtlichen Sparkasse, bei dem es neben dem unerfreulichen Thema Filialschließungen auch um die aktuellen Entwicklungen an Finanz- und Geldmärkten ging. Insbesondere das anhaltende Niedrigzinsniveau und die neuen regulatorischen Vorgaben (Basel III) haben die Sorgenfalten nicht verringert in den letzten Monaten. Und daran wird sich in absehbarer Zeit auch nicht viel ändern...

Donnerstag, 7. Dezember 2017

Was ist... der Kompetenzbereich?

Der persönliche Kompetenzbereich ist ein Konzept aus dem Value Investing und innerhalb seines "Circle of Competence" zu investieren hat den Vorteil, die langfristige Entwicklung eines Unternehmens oder einer Branche relativ sicher vorhersehen zu können. Das bedeutet aber auch, viele Investmentgelegenheiten in anderen Wirtschaftsbereichen an sich vorübergehen zu lassen. Denn wenn man nicht wirklich versteht, was den Erfolg oder Misserfolg in diesen Bereichen ausmacht, und die Geschäftsergebnisse der nächsten fünf bis zehn Jahre nicht hinreichend genau voraussagen kann, sollte man sein Kapital lieber in die Branchen und Unternehmen investieren, von denen man wirklich etwas versteht. Denn Regel Nummer 1 ist und bleibt, kein Geld zu verlieren.

»Bleibe in deinem Kompetenzkreis und investiere nicht in Bereiche, von denen du nichts verstehst. Denn das Risiko von Fehlentscheidungen steigt ansonsten exponentiell an.«
(Warren Buffett)

Nach Warren Buffett kommt es beim Investieren nicht darauf an, wie groß der Kompetenzbereich des Investors ist. Entscheidend ist, dessen Grenzen zu (er)kennen und strikt zu beachten. Das bedeutet allerdings nicht, dass man sich mit seinem Kompetenzbereich zufriedengeben soll. Der langfristige Erfolg beim Investieren erfordert vielmehr die ständige Arbeit, seinen persönlichen Kompetenzbereich zu erweitern.

Mittwoch, 6. Dezember 2017

Eine Geschichte von Zucker, Mais und guten Geschäften weiß KWS Saat zu erzählen

Die Börsen erreichen fast täglich neue Höchststände und die hohen Bewertungen treiben vielen Anlegern den Angstschweiß auf die Stirn. In vielen Magazinen kann man lesen, dass der Bullenmarkt nun schon 9 Jahre andauere und damit die Durchschnittszeit einer Hausse deutlich überschritten habe – mit dem Hinweis nun sei eine große Korrektur fällig. Manche reden sogar über einen Crash und das nicht erst seit gestern.

Dem kann man entgegenhalten, dass es keine Gesetzmäßigkeiten an der Börse gibt. Auch wenn viele Menschen immer wieder versuchen, die Börse und die Aktienkurse in ein Korsett aus vorhersehbaren Abläufen zu zwängen. Sei es mittels Charttechnik oder aufgrund saisonaler Überlegungen. Und weil viele Leute daran glauben (wollen), scheinen diese Muster und Regelwerke auch zu funktionieren, jedenfalls kurzfristig und an bestimmten Kursmarken. In Summe haben diese Regelungsversuche jedoch zwei grundsätzliche Schwächen: sie leiten aus der Vergangenheit eine Gesetzmäßigkeit für die Zukunft ab und sie blenden völlig aus, dass die Aktienkurse ganz überwiegend von der Psychologie getrieben sind. Und zwar von den Emotionen der Masse. Die emotionale Stimmung, die verschiedene Anleger in der Vergangenheit hatten, kann man jedoch nicht einfach auf die Zukunft fortschreiben. Man muss sich nur einmal mit Anlegern unterhalten, die den Crash 1987 oder 2000 oder 2009 mitgemacht haben. Heute, mit (emotionalem) Abstand und dem Wissen um den weiteren Fortgang der Geschichte bewerten die meisten diese Ereignisse ganz anders als damals. Man findet kaum einen Anleger oder Börsenjournalisten oder Analysten, der 2009 nicht als Einstiegschance des Jahrtausends bezeichnet. Ja, heute. 2009 kaufte niemand Aktien, alle haben unlimitiert auf den Verkaufsknopf gedrückt und die Kurse ins unterste Kellergeschoss geprügelt. Niemand hatte mehr Hoffnung, dass das globale Banken- und Wirtschaftssystem zu retten wäre. Naja, alle außer Warren Buffett, der damals Milliarden investierte und vor allem Bankaktien einsammelte. Und fast jeder kann irgendeine Aktie nennen, die er damals günstig eingekauft hat. Von den vielen anderen, die er zuvor in Panik in den Kursabsturz hinein verramschte, ist kaum mehr die Sprache.

Dienstag, 5. Dezember 2017

Aurelius glänzt mit neuen Rekorden und winkt mit Rekorddividenden. Gleich mehrfach!

Der Münchner Finanzinvestor Aurelius Equity Opportunities SE & Co. KGaA lässt weitere Taten folgen und kündigt nach dem für 2017 absehbaren Rekordergebnis eine deutlich erhöhte Dividende für das Geschäftsjahr an - ebenfalls auf Rekordniveau.

Der Hauptversammlung am 18. Mai 2018 soll vorgeschlagen werden, 5 Euro je Aurelius-Aktie auszuschütten. Dieser Betrag setzt sich aus einer um 50 Prozent erhöhten Bassdividende von 1,50 Euro sowie einer zusätzlichen Partizipationsdividende von 3,50 Euro je Aktie zusammen (Vorjahr 3 Euro). Beim gegenwärtigen Aktienkurs von 55 Euro beträgt die Dividendenrendite damit 9%. Noch ein Rekord!

Mit diesem Vorschlag ändert Aurelius seine Dividendenpolitik. Einerseits wird die Basisdividende dauerhaft deutlich angehoben, um der nachhaltigen Ertragskraft des Aurelius-Geschäftsmodells Rechnung zu tragen. Und andererseits wird der Rekordgewinn des Jahres 2017 nicht auf einen Schlag als Dividenden ausgekehrt, sondern auf mehrere Jahre gestreckt ausgeschüttet. Damit ist sichergestellt, dass Aurelius auch in den nächsten Jahren wohl mindestens 5 Euro je Aktie ausschütten wird.

Montag, 4. Dezember 2017

Börsenweisheit der Woche 49/2017

"Das Vermögen soll durch Mittel erworben werden, die von Unsittlichkeit frei sind. Erhalten aber soll man es durch Genauigkeit und Sparsamkeit".
(Marcus Tullius Cicero)

Sonntag, 3. Dezember 2017

Investor-Update: Amazon, Blue Cap, Corestate Capital, Deutsche Rohstoff AG, Ernst Russ, JDC Group, m-u-t, Navigator Equity Solutions

In meinen Investor-Updates notiere ich in unregelmäßigen Abständen aktuelle Einschätzungen zu Unternehmen meiner Beobachtungsliste und wie sich diese ggf. auf mein Investment-Portfolio ausgewirkt haben. Darüber hinaus auch zu Unternehmen, die ich noch nicht hier im Blog vorgestellt habe, die sich jedoch in meinem Depot befinden.

Alles blickt auf Amerika
Es bewegt sich nicht viel an den Märkten, die Börsen schwanken so vor sich hin. Allerdings vollzieht sich die letzten Tage eine Wende weg von High Tech-Titeln hin zu Finanzwerten. Das dürfte mit Trumps angekündigter großen Steuerreform zusammenhängen, die nun auch die zweite Hürde genommen hat - nun müssen beide Kammern des Kongresses einigen, damit Trump das gesetzt am Ende unterschreiben kann. Da beide Kammern von den Republikanern dominiert werden, sollte dies keine unüberwindliche Hürde mehr sein.

Die USA senken nicht nur die Steuern, insbesondere die Körperschaftssteuer von 35% auf 20%, sondern sie vollziehen einen dramatische Wende in der globalen Besteuerung. Zwar nur bezogen auf die USA, aber als stärkste Wirtschaftsmacht hat dies natürlich für alle Länder auf der Welt Konsequenzen. Abgesehen mal von Nord-Korea, mit denen ja irgendwie keiner mehr Handel betreibt, außer China. Und auch die fahren das erheblich zurück. Und die Auswirkungen dieses "neuen Zeitalters der Besteuerung" sind bisher kaum absehbar...