Dienstag, 2. Mai 2017

Aurelius punktet mit bärenstarken Quartalszahlen und Rekorddividende

Der Finanzinvestor Aurelius Equity Opportunities SE & Co. KGaA hat heute seine Zahlen für das erste Quartal 2017 vorgelegt und die sind wie erwartet sehr positiv ausgefallen. Und positive Nachrichten hat Aurelius auch bitter nötig, nachdem das Unternehmen aufgrund der massiven Short-Attacke von Gotham City kräftig unter die Räder gekommen und sein Aktienkurs von 65 Euro auf 35 Euro eingebrochen war.

Die meisten Vorwürfe von Gotham erwiesen sich als Unterstellungen, als haltlose Anwürfe oder geschickt negative dargestellte Interpretationen. Die beiden wesentlichsten Ungereimtheiten betreffen die angebliche Wertlosigkeit der bisher größten Aurelius-Beteiligung Secop, die Aurelius nun anstelle der angeblichen 17,5 Mio. Euro zu immerhin 185 Mio. Euro an die japanische Nidec-Gruppe verkaufen konnte. Und, anders als von Gotham behauptet, handelt es sich eben nicht um einen dubiosen Resteverwerter, sondern um einen führenden japanischen Konzern mit immerhin knapp 10 Mrd. Euro Jahresumsatz.

Auch wenn Aurelius nicht alle Vorwürfe restlos aufklären konnte oder wollte, insbesondere nicht den aktuellen Anteilsbesitz einiger Insider um CEO Dr. Dirk Markus aus Vorstand und Aufsichtsrat, so scheinen sich die Blicke der Anleger zunehmend wieder auf das eigentliche Business von Aurelius zu richten: das Aufspüren von günstig zu erwerbenden Unternehmen in Sondersituationen und das Heben von deren Wertpotenzialen.

 Aurelius (Quelle: finanzen.net
Und genau ein solches hatte Aurelius Ende letzten Jahres an Land gezogen, wobei die Übernahme im ersten Quartal 2017 erfolgt. Dabei handelt es sich um Office Depot Europe, die europäischen Geschäftsaktivitäten des US-Konzerns Office Depot, Inc., die immerhin einen Jahresumsatz von 2 Mrd. Euro erwirtschaften. Die nun vorgelegten Zahlen zum ersten Quartal sind natürlich positiv von der Erstkonsolidierung von Office Depot Europe geprägt. Das EBITDA des Gesamtkonzerns hat sich mit 293,2 Mio. Euro nahezu verdreifacht (Q1 2016: 101,2 Mio. Euro), während das operative EBITDA der Konzernunternehmen um 69% auf 41,3 Mio. Euro stieg (Q1 2016: 24,5 Mio. Euro).

Aktionäre können sich darüber hinaus auf ein tolles Ergebnis auch für das zweite Quartal freuen, denn der kürzlich verkündete erfolgreiche Verkauf der Beteiligung Secop findet sich noch nicht in den Zahlen zum ersten Quartal wieder. Obwohl natürlich das operative Ergebnis unter dem Verkauf leiden wird, steht dem gegenüber der sehr erfolgreiche Verkaufserlös von 185 Mio. Euro, mit dem Aurelius in sieben Jahren seinen Einsatz verelffachen konnte. Was ein EK-Multiple bedeutet, das sogar noch über dem bisherigen langjährigen Durchschnitt von 8,9 liegt und damit den Secop-Verkauf zum erfolgreichsten Deal der Aurelius-Geschichte macht.

Aurelius hatte wegen des hohen Verkaufserlöses angekündigt, die Partizipationsdividende zu verdreifachen, so dass die Aktionäre Ende Juni nach der Hauptversammlung nun insgesamt 4 Euro je Aurelius-Aktie ausgezahlt bekommen werden. Des Weiteren ist das angekündigte neue Aktienrückkaufprogramm im Volumen von 50 Mio. Euro gestartet worden, was den Kurs zusätzlich antreiben sollte, ebenso wie die Meldungen über Insider-Aktienkäufe in zweistelliger Millionenhöhe durch Vorstand und Aufsichtsratsmitglieder.

Meine Einschätzung
Die Short-Attacke hat ihren Zenit überschritten. Das zeigt sich auch an den immer belangloseren weiteren Anwürfen, die Gotham jetzt noch ins Feld zu führen versucht. Das gedrückte Kursniveau scheint die Aurelius-Aktien wieder attraktiv erscheinen, trotz des deutlich gesunkenen Chance-Risiko-Verhältnisses. Aurelius konnte oder wollte nicht alle Vorwürfe ausräumen und Short-Seller halten noch immer nicht ganz unwesentliche Short-Positionen. Des Weiteren wird Aurelius nicht von seiner Geschäftsmethode und/oder seinen Bilanzierungsmethoden abweichen, die ebenfalls Ziel der Short-Attacke waren. Und später durchaus erneut für eine weitere Attacke genutzt werden können. Auch Wirecard musste sich ja über die Jahre mehrmals den selben bzw. ganz ähnlichen Vorwürfen stellen. Dessen muss man sich bewusst sein, wenn man in Aurelius-Aktien investiert.

Auf der anderen Seite haben sich die wesentlichen Anwürfe gegen Aurelius und CEO Dr. Markus als halt- und/oder belanglos erwiesen, so dass hier auch künftig kaum mit mehr Substanz zu rechnen ist. Die Short-Seller haben ihr Pulver verschossen! Wer bereit ist, vorübergehende schwankungsintensivere Phasen durchzustehen, und wer vom Geschäftsmodell überzeugt ist, für den kann die Aurelius-Aktie bei 45 Euro (wieder) eine attraktive Depotbeimischung sein. Die ODE-Übernahme, der Secop-Exit und die Dividendenrendite von fast 9% sind jedenfalls gute Argumente. Auch wenn es einige zeit dauern dürfte, bis das vertrauen wieder hergestellt ist und die Aktie sich ihren bisherigen Höchstständen bei über 65 Euro nähert. Auf diesem Weg werden (nun) positive Nachrichten zu Übernahmen und Exits helfen, die CEO Dr. Markus in Aussicht gestellt hat. Oder wie er früher gerne formulierte: die Deal-Pipeline ist prall gefüllt. Mal sehen, ob und inwieweit das angekratzte Image von Aurelius hier hinderlich ist...

Aurelius befindet sich auf meiner Empfehlungsliste und in meinem Depot.


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ERGÄNZUNG VOM 02.05.2017, 14:00

▸ Interessante Infos zum Wert von Secop und anstehenden Deals

Im Gespräch mit Aurelius-CEO Dr. Dirk Markus hat "Die Vorstandswoche" Interessantes erfahren. Insbesondere scheinen die verkündeten 185 Mio. Euro Verkaufserlös für die Tochter Secop nicht den vollen Erfolg zeigen, weil Dr. Markus äußerte, man habe Teilbereiche der Tochter gar nicht mit verkauft, sondern diese würden weiter im Aurelius-Konzern verblieben sein. Wie werthaltig diese sind, kann man kaum abschätzen, aber die Vorstandswoche schätzt dies so ein, dass Verkaufserlös und die Rest-Secop wohl dem ursprünglich von Aurelius für die Secop-Gruppe angesetzten NAV von 256 Mio. Euro durchaus nahe kommen dürften. Denn daneben hätte Secop auch bereits die Dividenden für 2016 an Aurelius ausgekehrt und es gäbe "gewisse Cash/Debt free-Klauseln im Verkaufsvertrag mit Nidec", die sich noch positiv auf den NAV auswirken würden.

Bei der Neuerwerbung Office Depot würde man genau nach Plan vorankommen und hätte im Q! bereits ein leicht positives EBITDA erzielt. Und auch die übrigen Konzerngesellschaften würden sich im Rahmen der Planung entwickeln; es gäbe "keinen wirklich negativen Ausreißer nach unten".

Ziel sei, 2017 noch 2 bis 3 weitere Gesellschaften zu verkaufen; die erste möglicherweise bereits in den kommenden Wochen. Und auch uuf der Kaufseite wolle Aurelius noch aktiv werden und neben den beiden bereits erfolgten Übernahmen weitere 3 bis 5 Unternehmen zukaufen.

"Die Vorstandswoche" sieht auf dem gegenwärtigen Kursniveau von 45 Euro Kaufkurse bei Aurelius. Und das scheinen auch die Analysten der Commerzbank so zu sehen, die heute nach Zahlen ihr Kursziel von 82 Euro bestätigt haben inkl. Kaufvotum.

Kommentare:

  1. Benjamin Radermacher2. Mai 2017 um 14:04

    Soweit ich das richtig verstanden habe, wurde nicht der gesamte SECOP Anteil verkauft und einige kleinere Teile verbleiben bei Aurelius. Dies wäre auch eine Erklärung für den Unterschied zwischen dem bisher kommunizierten nav und dem erlösten VK Preis. Hast du da mehr Infos zu?

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    1. Benjamin Radermacher2. Mai 2017 um 14:18

      Ich beziehe mich hier auf die Aussagen (Barausschüttung vor Verkauf und Verbleib von Teilen des Unternehmens bei Aurelius) von wallstreet online
      http://www.wallstreet-online.de/nachricht/9535819-aurelius-gehts-weiter-aurelius-ceo-dirk-markus-gespraech

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    2. Ich fand die Ausführungen/Überlegungen auch interessant. Dies sollte sich tendenziell positiv auf den Aurelius-NAV auswirken und damit auch für den Aktienkurs.

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  2. Hallo Herr Kissig,

    vielen Dank vorab für die tolle Arbeit in Ihrem Blog den ich täglich verfolge!
    Wäre es möglich, dass Sie nochmals kurz erläutern wieso Aurelius für Sie (wie geschrieben) unter Chance-Risiko Aspekten nicht mehr ganz so attraktiv ist und Sie sich von einem Teil der Anteile getrennt haben?

    Dies kann ich unter rationalen Gesichtspunkten nicht ganz nachvollziehen. Nur auf einen möglichen Image Schaden zu spekulieren der das Geschäft beeinträchtigen könnte halte ich für sehr spekulativ da ebenso das Gegenteil eintreten könnte, da sich die Vorwürfe Gothams derzeit in Luft auflösen.

    Die nicht offen gelegten Besitzverhältnisse können es meiner Meinung auch nicht sein, da jeder vernünftig denkende Anleger dem CEO ja zugestehen muss seine privaten Vermögensverhältnisse auch privat halten zu dürfen.

    Hierzu sei zudem auf den Artikel der Vorstandswoche verwiesen:
    "Etwas unglücklich waren in diesem Zusammenhang die Directors Dealings aus Dezember 2016. Damals wurde mitgeteilt, dass Markus und Purkert Aktien im Wert von kumuliert fast 170 Mio. Euro verkauft haben. Diese Pakete wurden allerdings nicht am Markt durch eine Bank breit platziert, wie das bei derartigen Transaktionen üblich ist. Es war damals also kein aktiver Verkauf von Aktien. Der Verkauf erfolgte an Vehikel, bei denen die beiden Vorstände oder deren Angehörige durchaus noch „benefical owner“ sein könnten. Sollten daraus allerdings Verkäufe erfolgen, würden diese keine weiteren Directors Dealings-Meldungen auslösen. Wir respektieren, dass Markus seine Beteiligungsverhältnisse nicht in der Öffentlichkeit diskutieren will. Aurelius ist im Freiverkehr notiert. Seit Sommer 2016 müssen auch diese Unternehmen aufgrund von MAR 17 Aktiengeschäfte von Organen publizieren. Hätten Markus und Purkert also plump kräftig Kasse machen wollen, hätten sie dies wohl eher vor diesem Zeitpunkt getan.

    Aurelius: Wie gehts jetzt weiter?: Aurelius-CEO Dirk Markus im Gespräch! | wallstreet-online.de -
    Vollständiger Artikel unter:
    http://www.wallstreet-online.de/nachricht/9535819-aurelius-gehts-weiter-aurelius-ceo-dirk-markus-gespraech

    Über eine kurze Rückmeldung würde ich mich sehr freuen!

    VG

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    1. Ich habe meine Überlegungen dazu kürzlich in diesem Artikel dargelegt.

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  3. Hallo Herr Kissig,

    Ihren Artikel habe ich selbstverständlich auch gelesen und in meinem Kommentar berücksichtigt.

    Sie schreiben in diesem:
    "Daher muss man, auch ich, diese Art der Geschäftspolitik deutlich kritischer sehen, als dies bis vor kurzem noch der Fall war. Insofern hat die Short-Attacke von Gotham durchaus einen positiven Lerneffekt ausgelöst, jedenfalls bei mir. Das Chance-Risiko-Verhältnis bei Aurelius hat sich deutlich verschlechtert. Die Risiken sind höher, als ich früher angenommen habe. Und die Chancen sind geringer ebenfalls niedriger als zuvor. Das liegt allerdings an dem ramponierten Image von Aurelius. Und zumindest diesen zweiten Punkt wird Aurelius mit der Zeit wieder ausbügeln können. Das erhöhte Risiko bleibt jedoch bestehen."

    Somit verstehe ich Ihre nach der Attacke verbliebenen Kritikpunkte in Bezug auf Bilanzierung (diese war jedoch vor der Attacke bekannt auch bereits bekannt, lediglich der NAV wurde ab 2016 anders ausgewiesen), Image (hier bin ich der Meinung, dass das Image ebenso auch langfristig profitieren´bzw. gestärkt werden könnte) sowie Besitzverhältnisse des CEO(mehr dazu in meinem ersten Post).

    Dies sind für mich Punkte die bereits im Vorfeld der Attacke bekannt gewesen sind.
    Persönlich finde es schade, dass Gotham es geschafft hat mit nachweislich falschen Informationen innerhalb ein paar Tagen ein Misstrauen gegenüber einer Firma zu schaffen die eine 10 Jährige Erfolgsgeschichte vorweisen kann.

    Bitte widersprechen Sie mir hierzu gerne, ich freue mich über konträre Meinungen.

    Viele Grüße

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    1. Für mich ist der Image-Schaden unbestreitbar und real. Ob dieser zu Nachteilen führt, bleibt abzuwarten.

      Richtig ist, dass die Bilanzierung nicht neu ist. Sie war immer ein Schwach- bzw. Risikopunkt, hatte aber in den vergangenen 11 Jahren keine Relevanz. Doch aufgrund der Attacke von Gotham muss man das doch anders bewerten. Denn die Kritikpunkte sind nicht abgestellt und daher bleibt die "aggressive Bewertung" Teil des Aurelius-Geschäftsmodells. Ich bewerte es NUN so, dass dies das Risiko für ein Investment erhöht. Denn dies lädt auch künftig zu weiteren Short-Attacken und/oder Anwürfen ein.

      Die Verkäufe der Insider waren bekannt. Das Rumgeeiere des CEO Dr. Markus zu diesem Thema, insbesondere sein Hinweis auf gesetzliche Vorschriften, die seine Stellungnahme verhindern würden, haben einen ganz schalen Eindruck hinterlassen.

      Insgesamt ist der Umgang von Aurelius mit dem Problem subobtimal. Auch das ist für mich ein Punkt, kritischer mit dem Management und somit dem Unternehmen ins Gericht zu gehen. Die weiße Weste von Aurelius hat jedenfalls ein paar dauerhafte Flecken bekommen. Ich nenne das eine Verschlechterung des Chance-Risiko-Verhältnisses. Und habe meine Konsequenzen gezogen. Dennoch bleibe ich Aktionär und setze weiterhin auf gute Geschäfte und Kurssteigerungen.

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  4. Ich möchte an dieser Stelle nur kurz auf die wesentlichen Punkte eingehen:

    "Sie (die Bilanzierung v. Aurelius) war immer ein Schwach- bzw. Risikopunkt, hatte aber in den vergangenen 11 Jahren keine Relevanz. Doch aufgrund der Attacke von Gotham muss man das doch anders bewerten."

    Objektiv betrachtet, hat sich durch die Attacke am Unternehmen fundamental rein gar nichts verändert. Wieso sollte die Bilanzierung 11 Jahre keine Rolle gespielt haben aber jetzt tut sie es auf einmal?
    Jeder einzelne Punkt Gothams' konnte widerlegt werde. Die Bilanzierung wurde seitens Aurelius erläutert. Spätestens seit dem Verkauf von Secop muss auch dem Letzten bewusst geworden sein, dass die Vorwürfe Gothams' die Bilanzierung betreffend nur Schall und Rauch waren.
    Auch ist es so, dass andere Beteiligungsgesellschaften (mit Ausnahme Berkshire) durchaus ähnlich offensiv bilanzieren. Dies sollte also keinen wirklich überraschen.

    "Die Verkäufe der Insider waren bekannt. Das Rumgeeiere des CEO Dr. Markus zu diesem Thema, insbesondere sein Hinweis auf gesetzliche Vorschriften, die seine Stellungnahme verhindern würden, haben einen ganz schalen Eindruck hinterlassen."

    Herr Dr. Markus hat sich einzig und allein auf sein Recht berufen seine privaten Besitzanteile auch privat zu halten. Wieso sollte ihm dies negativ ausgelegt werden? Sie und ich würden doch auch nur sehr ungern unsere privaten Besitzverhältnisse der Allgemeinheit offenlegen. Gotham weiß dies und macht es sich zunutze, weil sich so, auf sehr einfache Art und Weise unberechtigte Zweifel schüren lassen.

    -"Insgesamt ist der Umgang von Aurelius mit dem Problem subobtimal. Auch das ist für mich ein Punkt, kritischer mit dem Management und somit dem Unternehmen ins Gericht zu gehen. Die weiße Weste von Aurelius hat jedenfalls ein paar dauerhafte Flecken bekommen. "

    Ich finde das Gegenteil ist der Fall. Ja Aurelius wurde durch die Short Attacke überrascht. Dafür hat Gotham mit einem ausgewählten Timing gesorgt. Beide Male wurden die Vorwürfe äußerst professionell per Gegendarstellung durch Aurelius widerlegt. Die Erstellung derselbigen benötigt bei einem 70 Seiten "Bericht" eben eine gewisse Vorlaufzeit.
    Insgesamt hat Aurelius dann im Anschluss Taten folgen lassen:
    - ARP ausgeweitet
    - Dividende verdoppelt
    - Insiderkäufe durch den Vorstand
    - Das scheinbar wertlose Secop für 185 Mio. verkauft und somit Gothams wichtigsten Argumentationspunkt entlarvt.

    Dass Aurelius eben doch was gelernt hat, zeigen mir die Überlegungen den Wirtschaftsprüfer (Top 5) sowie den Standard (PrimeStandard) zu wechseln und künftig allgemein für mehr Transparenz sorgen zu wollen.

    Insgesamt kommt es mir so vor, dass hier die Emotionen doch eine größere Rolle spielen als die Fakten die auf dem Tisch liegen und das finde ich in Anbetracht der insgesamt und nach wie vor hervorragenden Parameter von Aurelius doch sehr schade.

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    1. Ich habe meine Meinung ja ausführlich begründet, sie ist nicht "von Emotionen" geleitet, sondern von sachlichen Überlegungen und Schlussfolgerungen. Ich sehe Aurelius, Dr. Markus und die Art der Bilanzierung eben nicht durch die rosarote Brille, sondern bewerte das Risiko. Nicht nur die möglichen Chancen. Zu einem erfolgreichen Investment gehört nämlich beides.

      Insbesondere das Thema Vertrauen und die möglichen negativen Auswirkungen des massiven Vertrauensverlusts scheinst Du mir zu unterschätzen. Ich zitiere mal eine Passage aus dem Frankfurter Börsenbrief von Bernecker, die meine Meinung stützt: "Die Aktie war bekanntlich durch eine vernichtend kritische "Studie" in den Boden gerammt worden. Das Problem bei derlei Attacken ist, dass unabhängig von "richtig oder falsch" Verunsicherung bzw. Misstrauen zurückbleibt. Dies gilt umso mehr, je unübersichtlicher das Geschäfts- oder Bewertungsmodell des Unternehmens ist. Für Aurelius als Beteiligungsgesellschaft mit Fokus auf Umbruch- und Sondersituationen gilt dies in besonderer Weise: Zum einen sind nicht börsennotierte Beteiligungen ohne Insiderkenntnisse im Wert nicht abschließend zu greifen. Für eine Bewertung nach dem Discounted Cashflow-Verfahren sind Annahmen für die Zukunft zu treffen, bei denen sich natürlich Diskrepanzen in den Erwartungen ergeben können. Und natürlich ist auch der gewählte Abzinsungssatz eine enorm wichtige Einflussgröße für das Endergebnis. Zum Geschäftsmodell von Aurelius gehört, dass man Beteiligungspakete auch weiterverkaufen kann. Dies wiederum setzt ein Grundvertrauen der potenziellen Käufer voraus."

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