Freitag, 18. Mai 2018

Wie ich von steigenden Ölpreisen profitiere mit Apollo Investment, Deutsche Rohstoff, Gladstone Capital, Main Street Capital und Texas Pacific Land Trust

Die Ölpreise ziehen seit einiger Zeit merklich an und Anleger können hiervon profitieren. Natürlich könnte man direkt Kontrakte auf Öl kaufen, aber ich bin ja kein Rohstoff-Spekulant, sondern Value Investor. Was wiederum nicht bedeutet, dass ich nicht in Aktien von Unternehmen investieren kann, die von Rohstofftrends profitieren.

Vermutlich denkt nun jeder an Aktien von großen Öl-Multis wie ExxonMobil oder Shell, aber ich halte mich lieber an meine Neben- und Spezialwerte, von denen einige direkt oder indirekt vom steigenden Ölpreis profitieren. Während die Deutsche Rohstoff AG (WKN: A0XYG7) hier im Blog ja keine Unbekannte ist, dürften vermutlich die vier übrigen von mir präferierten Öl-Profiteure nicht sofort als solche erkennbar sein: Apollo Investment (AINV, WKN: A0CALX), Gladstone Capital (GLAD, WKN: 797937), Main Street Capital (MAIN, WKN: A0X8Y3) und Texas Pacific Land Trust (TPL, WKN: 985172). Die drei Business Development Companies (BDC) sind auch keine Unbekannten hier im Blog, während TPL erst am Montag ganz frisch dazu gestoßen ist. Und schon fast von der ersten Minute an Freude bereitet...

Ich fange mal mit der offensichtlichen Variante an:

▶ Deutsche Rohstoff AG

Das Unternehmen habe ich hier im Blog in den letzten Jahren schon ausgiebig vorgestellt und unter dem Label "Deutsche Rohstoff" kann das alles nachgelesen werden. Ich beschränke mich also auf die aktuellen Entwicklungen. Zuletzt gab es ja einen kurzen Kursrücksetzer, als die DRAG die weitgehende Veräußerung der Aktivitäten ihrer Tochter Salt Creek verkündet hatte, die ich als cleveren Schachzug bewerte. Denn damit besorgte sich die DRAG - neben dem schönen Gewinn aus ihrem recht kurzen Investment in Salt Creek - frisches Geld, um ihre anderen Aktivitäten im Öl-Sektor zu forcieren. Und nur einige Tage später kamen denn auch News zu Elster Oil & Gas, die die nächsten 25 Bohrungen in Produktion gebracht haben. Und auch bei der dritten US-Öl-Tochter, Cub Creek, hatte man die Produktionsaufnahme von 16 Bohrungen vermelden können.

Vor einer Woche berichtete die DRAG dann über das erste Quartal 2018. Der Deutsche Rohstoff Konzern erzielte hierin einen Umsatz in Höhe von 15,7 Mio. Euro (1. Quartal 2017: 20,9 Mio.) und ein Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) von 10,6 Mio. Euro (1. Quartal 2017: 17,2 Mio.), während das Konzernergebnis 1,1 Mio. Euro (1. Quartal 2017: 5,0 Mio.) erreichte.

 Deutsche Rohstoff AG (Quelle: wallstreet-online.de
Klingt jetzt erstmal nicht berauschend, denn trotz steigender Ölpreise Umsatz- und Gewinnrückgänge zu vermelden, scheint nicht zusammenzupassen. Allerdings ist dies gleich mehreren Faktoren geschuldet: die US-Töchter wirtschaften in Dollar und dieser hat sich schwach entwickelt, so dass die Umrechnung in Euro einen negativen Effekt hat. Auch wenn die Dollar in den USA ausgegeben und verdient werden und gar nicht in Euro umgewandelt werden. Des Weiteren fährt die DRAG die Produktion ja noch sukzessive hoch, daher wächst die Zahl der Bohrungen und der in Produktion befindlichen Quellen. Die Förderkurve nimmt beim Fracking allerdings in den ersten beiden Jahren rapide ab, um sich dann für knapp 20 Jahre zu stabilisieren. Was bedeutet, dass besonders die Anzahl ganz junger produzierender Quellen großen Einfluss auf die Fördermengen und damit auf den Umsatz haben, wie auch die Frage, in welchem Quartal neue Quellen in Produktion gingen. Mit einer zunehmenden Zahl an älteren, gleichmäßiger produzierenden Quellen verstetigt sich auch der Umsatz und die Gewinne (die Kosten schreibt die DRAG entsprechend der Produktionsergebnisse anteilig ab).

In 2018 werden voraussichtlich das zweite und dritte Quartal den höchsten Umsatz bringen, da zwischen Februar und April insgesamt 41 Bohrungen in Produktion gebracht wurden, an denen der Konzern mit unterschiedlichen Anteilen beteiligt ist. Für das Gesamtjahr rechnet der Vorstand gemäß der am 7. Mai veröffentlichten Prognose mit einem Anstieg des Umsatzes von 38-48% ggü dem Vorjahr auf 75-85 Mio. Euro und beim EBITDA mit einem Wachstum von 80-90% auf 65-70 Mio. Euro. Zur Erinnerung: die DRAG fördert zu knapp unter 40 Dollar je Barrel, während der Ölpreis für WTI bei gut 71 Dollar notiert.

Meine Einschätzung
Weltweit brummt die Konjunktur, die Nachfrage nach Öl steigt weiter an (trotz aller Bemühungen um Alternativen), Venezuela liegt am Boden und der neu aufziehende Iran-Konflikt sowie sinkende Lagerbestände bei Öl lassen den Ölpreis weiter anziehen. Da die OPEC und Russland sich weitgehend einig sind, den Ölpreis nicht durch Förderausweitungen zu "sabotieren" und die US-Fracker vielerorts am Mengenlimit arbeiten (so können die Pipelines in Texas kaum mehr Öl transportieren), sieht es momentan auch nicht nach einer baldigen Trendumkehr aus. So wenig, wie ich vor eine Jahr von einstelligen Prognosen bei Ölpreis gehalten habe, gebe ich heute auf dreistellige Prognosen. Aber ich denke, der Ölpreis dürfte eine ganze Zeit zwischen 60 und 80 Dollar schwanken und die DRAG profitiert hiervon in besonderem Maße. Sie hat nämlich vor zwei Jahren in der Öl-Baisse günstig langfristige Verträge abgeschlossen, so dass die steigenden Kosten sie bisher kaum treffen. Und ihre Öl-Absicherungsgeschäfte aus dem letzten Jahr sind längst ausgelaufen und die mit ihnen einhergehende Preisbegrenzung nach oben ist auch entfallen. Daher verdient die DRAG momentan richtig Geld an ihrem Ölbusiness. Und das dürfte sich in jedem nun folgenden Zahlenwerk deutlich niederschlagen.


Im Mittelteil befasse ich mich nun mit den drei BDCs. Diese profitieren allesamt sowohl von den Erleichterungen bei der Aufnahme von Fremdkapital, der US-Steuerreform und den steigenden Zinsen (da die meisten ihrer vergebenen Kredite variabel verzinst sind), als auch von den steigenden Ölpreisen.

▶ Apollo Investment

Eine der spekulativeren BDCs in meinem Dividendendepot. AINV ist eine fortgeschrittene Turnaround-Spekulation, denn man geht mit neuem Management und neuer Strategie die Probleme der Vergangenheit konsequent an. So konnte der ständige Verfall des NAV stark verlangsamt werden und die Payout Ratio wurde an die 100% gedrückt - die hohen Dividenden werden inzwischen also vom Operativen Einkommen (NII = Net Investment Income) regelmäßig gedeckt.

 Apollo Investment (Quelle: wallstreet-online.de
Dabei ist mir bewusst, dass das neue Management aktuell auf einen Teil seiner Vergütung verzichtet, um den Erfolg zu garantieren. Finde ich toll, das ist aktionärsfreundlich und für mich kein schlechtes Zeichen. Zumal gerade heute neben den aktuellsten Quartalszahlen auch weiterreichende Veränderungen bekanntgegeben wurden. So übernimmt Howard Widra den Posten des CEO und folgt auf James Zelter, der Direktor bleibt. Tanner Powell wiederum folgt Widra als President. Die Namen sagen euch vermutlich genauso viel/wenig wie mir. Parallel zur Personalrochade wurde aber auch bekannt gegeben, dass die jährliche Grundvergütung von 2,0% des Bruttovermögens des Unternehmens dauerhaft gesenkt wurde.

Bei den Quartalszahlen selbst konnte AINV nicht wirklich glänzen. Das NII lag bei 0.15 Dollar und damit 0,01 Dollar unter den Erwartungen und das Total Investment Income lag bei 61,49 Mio. Dollar und damit um 7,3% unter dem Vorjahreswert sowie um 2,69 Mio. Dollar unter den Erwartungen.

Meine Einschätzung
Apollo Investment baut weiter die risikobehafteten Investments ab und tauscht diese in besser besicherte Anlagen ein. Das kostet etwas Rendite, bringt aber deutlich höhere Sicherheit. Und nachdem man jahrelang mit zu viel Risiko zu viel Geld verbrannt hatte, was den NAV jeweils deutlich sinken ließ und am Ende auch zu Dividendenkürzungen führte, ist der Strategieschwenk genau der richtige. Diese Transformation wird allerdings noch einige Zeit anhalten und daher wird die Unsicherheit in dem Wert noch anhalten. Dabei profitiert AINV von steigenden Zinsen und vom steigenden Ölpreis, denn man hat einige Investments/Kredite an Unternehmen aus dieser Branche vergeben. Andererseits hat man sich gegen die Folgen eines sinkenden Ölpreises abgesichert, was sich zuletzt als Boomerang erwies. Denn aus diesen Sicherungsgeschäften hat man höhere Verluste eingefahren, als an Zugewinnen bei den Sektorunternehmen entstanden ist. Die Folge ist, dass der NAV per Ende März auf 6,56 Dollar je Aktie gefallen ist von 6,60 Dollar zum Jahresende 2017.

AINV ist eine BDC mit erhöhten Chancen und Risiken im fortgeschrittenen Turnaround-Status. Auch deshalb kann man AINV zur Zeit für eine Dividendenrendite von knapp 11% einkaufen. Das AINV etwa 15% unterhalb des NAVs gehandelt wird, schafft das laufende Aktienrückkaufprogramm zusätzlichen Wert für die Aktionäre. Nicht nur, weil die gewinne auf weniger Aktien verteilt werden müssen und so das EPS steigt, sondern weil AINV dabei nur 85 Cents je Dollar ausgibt...

▶ Gladstone Capital

 Gladstone Capital (Quelle: wallstreet-online.de
Gänzlich andere Vorzeichen finden sich bei Gladstone Capital. Diese BDC habe ich zu Ausverkaufspreisen Anfang 2016 ins Depot genommen, als der abstürzende Ölpreis damals den Aktienkurs von GLAD pulverisierte. Nachdem ich die Aktien zu durchschnittlich 4,44 Euro abgestaubt hatte, habe ich meinen Investmentcase für GLAD ausführlich dargelegt, als ich das Unternehmen als "Ein Investment mit mehreren Sicherheitsnetzen" bezeichnete. Im Grunde beschreibt der Artikel die Situation noch immer relativ treffend: Gladstone Capital hat einige Beteiligungen/Kredite in Unternehmen, die vom US-Öl- und Gassektor abhängen. Und der Boom der Branche treibt auch den NAV und die Gewinne bei GLAD an. So konnte das Unternehmen den NAV in den letzten beiden Jahren um über 9% steigern, während man gleichzeitig hohe Monatsdividenden ausschüttet, die sich auf rund 9,2% Jahresrendite summieren.

Meine Einschätzung
GLAD profitiert stärker als andere BDCs von den gestiegenen Ölpreisen. Das Unternehmen konnte in den letzten Jahren seinen NAV regelmäßig steigern, während die Payout Ratio bei 100% liegt und das Kurs-Buchwert-Verhältnis bei 1,06. Gladstone Capital profitiert aber zusätzlich von den steigenden Zinsen. Der steigende NAV sichert den Kurs nach unten ab, die Dividendenrendite von über 9% ist attraktiv und es besteht mittelfristig die Aussicht, dass die Dividende angehoben wird. Oder dass es, wie beim Schwesterunternehmen Gladstone Investment, zu regelmäßigen Sonderdividenden kommt.

▶ Main Street Capital

 Main Street Capital (Quelle: wallstreet-online.de
MAIN ist die absolute Top-BDC mit entsprechend hohem Aufschlag auf den NAV. In meinem BDC-Earnings-Report aus November hatte ich MAIN ausführlich dargestellt und seitdem haben sich alle Parameter weiter verbessert: der NAV ist weiter angestiegen, man hat beim Auflösen von Engagements schöne Gewinne eingefahren, man ist neue attraktive Investments/Kreditengagements eingegangen, das NII steigt, man hat frisches Kapital aufgenommen (und das eben weit oberhalb des NAV) und... der Kurs war erheblich zurückgekommen, so dass ich meine Position deutlich aufstocken konnte. Und auch aktuell notiert MAIN noch nicht wieder mit 75% Aufschlag auf den NAV wie vor einem halben Jahr, sondern mit vergleichsweise moderaten 62%. Hierzu muss man allerdings in Relation setzen, dass der NAV stetig gesteigert wird, dass das NII ständig steigt, dass MAIN jedes Jahr die Dividende anhebt und auch noch zweimal pro Jahr eine üppige Sonderdividende auskehrt.

Meine Einschätzung
MAIN hat bewiesen, dass sie viel besser sind als alle anderen. Sie müssen kaum Ausfälle bei ihren Engagements verkraften, haben eine hohe Bilanzqualität und eigentlich nur ein indirektes Öl-Risiko - weil sie überwiegend im Süden der USA aktiv sind, wo die Wirtschaft direkt und indirekt vom Ölpreis abhängig ist.

Die Dividendenrendite ist vergleichsweise niedrig für eine BDC, allerdings liegt die Payout Ratio auch deutlich unterhalb von 100%. Hier besteht also weiterer Spielraum für Dividendensteigerungen und Sonderdividenden.

▶ Texas Pacific Land Trust

Dieses Unternehmen habe ich erst vor wenigen Tagen auf meine Empfehlungsliste genommen und mir ins Depot gelegt und vermutlich kennen es nur die wenigsten Anleger. Entstanden ist das Unternehmen 1888, als der Staat große Mengen an Land verkaufte, um damit den Bau der Eisenbahn zu finanzieren. Der Texas Pacific Land Trust (TPL) hält Land, das zuvor im Eigentum der Texas and Pacific Railway Company stand, und gehört mit über 900.000 Hektar zu den größten Landbesitzern in Texas. Man ist als Treuhänder befugt, die Grundstücke mit allen Befugnissen eines absoluten Eigentümers zu verwalten und die Einnahmen des Trusts stammen hauptsächlich aus Öl- und Gasgebühren, Grunddienstbarkeiten, Grundstücksverkäufen, Weide-Leasing sowie Zinsen.

 Texas Pacific Land Trust (Quelle: wallstreet-online.de
Ursprünglich war die Idee, dass der Trust seinen Anteilseignern regelmäßig schöne Dividenden zukommen lässt, aber dies hat sich im Lauf der Zeit gewandelt und abgesehen von einer eher mageren Dividende verwendet TPL seine üppigen Cashflows für ein ausgiebiges Aktienrückkaufprogramm. Allerdings liegt es nicht zuvorderst hieran, dass sich der Preis der Aktien seit 2010 um satte 2.200 Prozent in die Höhe geschraubt hat. Sondern natürlich am Fracking-Boom in den USA. Denn der größte Teil des von TPL gehaltenen Landes befindet sich im sog. Permian Basin, dem im Nordwesten von Texas (und kleineren Teilen von Südost New Mexiko) befindlichen größten Ölvorkommen der USA.

Für TPL zahlt sich die Schieferöl-Revolution aus. Nachdem bereits seit mehr als 100 Jahren in der Region nach Öl gebohrt wird, wird seit 2012 auch gefrackt. Und da beim Fracking in den ersten beiden Jahren der größte Teil der Produktion anfällt, sind die explorierenden Unternehmen stets darauf aus, neue Quellen zu erschließen, um die Förderraten hoch zu halten. Und die immer weiter steigende Nachfrage nach Bohr- und Förderrechten lässt die Kasse bei TPL immer lauter klingeln. Nicht nur, weil der Ölpreis sich wieder von seinen Zwischentief von vor zwei Jahren erholt hat, sondern weil viele der alten Lizenzen ausgelaufen sind und nun neue Abschlüsse anstehen. Und das zu neuen, teureren Konditionen. Gut für TPL.

Aber TPL bedient nicht nur den Ölmarkt, sondern weitete auch seine zweite Sparte kontinuierlich aus: Wasser. Während 76% der Erträge aus Land- und Ressourcen Management stammen, erzielt TPL mit Wasser bereits 24%. Tendenz steigend, denn Wasser ist das am schnellsten wachsende Segment des Trusts. Und so verwundert es nicht, dass 2017 das beste Jahr in der 130-jährigen Unternehmensgeschichte war.

Meine Einschätzung
Texas Pacific Land Trust hat ein simples Business: es hält großen Flächen in einem der begehrtesten Gebiete der USA und es vergibt die Bohr- und Förderrechte an willige Unternehmen. Damit reduziert TPL sein Risiko, denn es hat nicht selbst den hohen Kostenaufwand, sondern verdient nebenbei mit.

Mit Wasser baut man sich ein zweites Standbein auf. Dabei geht aber nicht um Trinkwasser, sondern ebenfalls um eine Dienstleistung bzw. Infrastrukturprojekte für das Fracking. Denn bei dieser Fördermethode werden Unmengen von Wasser mit etwas Chemikalien versetzt und dann unter hohem Druck ins Schiefergestein gepresst, wo die diffusen Öl- und Gasvorkommen so herausgelöst werden. Es müssen also große Mengen an Wasser zur Verfügung gestellt und anschließend wieder recycelt werden, da man die giftige Flüssigkeit nicht einfach versickern lassen kann. TPL schlägt hier zwei Fliegen mit einer Klappe: als Eigentümer des Landes haben sie ein hohes Interesse daran, dass keine giftigen Chemikalien im Boden versickern und das Land unbrauchbar machen. Und die Fracking Unternehmen benötigen frisches Wasser sowie einen Recyclingprozess. Beides bedient TPL und verdient auch hieran prächtig.

Risiken
Das größte Risiko für TPL liegt natürlich in einem deutlichen Ölpreisrückgang. Bezogen auf die Rechte würde dies wohl zu einer verminderten Aktivität der Fracker führen und damit zu verminderten Einnahmen bei TPL. Beim Wasser-Business hingegen sind die Gefahr sogar größer. Denn TPL investiert hier selbst und sollte die Nachfrage nach Wasser/Recycling sinken und gleichzeitig auch noch die Einnahmen aus den Lizenzen abnehmen, würde der Cashflow erheblich absacken. Was das Aktienrückkaufprogramm negativ beeinflussen würde und natürlich den Aktienkurs.

▶ Fazit

Nun, wie eingangs erwähnt, ist TPL (m)ein bewusstes Investment im Bereich Öl. Und selbstverständlich steht und fällt der Investmentcase hier mit der Ölpreisentwicklung. Ebenso bei der DRAG - die drei BDCs weisen verglichen mit TPL und DRAG den geringeren Ölpreiseinfluss auf und profitieren wohl deutlicher von steigenden Zinsen als vom steigenden Ölpreis. Dennoch betrachte ich auch AINV, GLAD und MAIN als Teil meiner Spekulation auf weiter hohe Ölpreise.


Apollo Investment, Deutsche Rohstoff AG, Gladstone Capital, Main Street Capital und Texas Pacific Land Trust befinden sich auf meiner Empfehlungsliste und in meine Depot.

Kommentare:

  1. Bei Apollo Investment finde ich noch das aktuell laufende Aktienrückkaufprogramm erwähnenswert.
    Ansonsten Danke für die Einschätzung.

    Grüße Jochen

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  2. Rohstoffspekulation bleibt Rohstoffspekulation, auch wenn der der Rohstoff noch im Boden steckt und man die Arbeit der Rauspuhlens usw. noch mitübernimmt. Ist dann nur eine Vermischung der Risiken.

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    1. Ist nicht alles eine Art von "Spekulation"? Immobilien und alles andere auf dieser Welt was an- und verkauft wird - außer vielleicht Industriegüter?

      DD

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    2. Kaufe ich Rohstoffe direkt, hänge ich alleine von ihrer Preisentwicklung ab. Kaufe ich ein Unternehmen, dass im Rohstoffsektor aktiv ist, kaufe ich mir ein Management, das sich in diesem Markt bewegt und für mich aktiv ist. Das Management entscheidet, ob es mehr oder weniger investiert, ob es Sicherungsgeschäfte vornimmt - und das Unternehmen hat ggf. weitere Aktivitäten, aus denen es seinen Cashflow speist, um nicht zu 100% vom Rohstoff abhängig zu sein. Das sind für mich gravierende und entscheidende Gründe, in Unternehmen zu investieren und nicht in Comodities.

      Und übrigens... nach Deiner Argumentation ("Rohstoffspekulation ist, wenn der der Rohstoff noch im Boden steckt und man die Arbeit der Rauspuhlens usw. noch mitübernimmt") wären auch Landwirte Rohstoff-Spekulanten. ;-)

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  3. Auch wenn das clevere Mgmt. Dir das abnimmt, bleibt es noch Rohstoffspekulation, nur übt es dann halt nur ein Stellvertreter aus. Vielleicht kannst du es ja auch mal mit einem Rohstofffonds probieren, wenn du dich nicht selbst traust ...

    Ja, Landwirte sind es, aber nur unfreiwillig und zu einem kleinen Teil, und den suchen sie noch auf Staat, EU oder Versicherungen abzuwälzen, oder auf Spekulanten, die gerne aufs Wetter wetten. Bei ihnen handelt es sich ja um nachwachsende Rohstoffe, die man in ganz anderer Weise aktiv (re-) produzieren kann als Öl oder Gold.

    Und DD, das ist eben der Unterschied, auf den ja auch Buffet hinauswill, es gibt eben Güter (incl. Dienstleistungen), die kann man voll und ganz (re-) produzieren, und man spekuliert dann hauptsächlich auf die Qualität des Wertschöpfungsprozesses, also des Unternehmens, und solche, die einfach da sind und einen Knappheitspreis (weitgehend unabhängig von Prod. kosten) haben, der von tausend exogenen und ziemlich unkalkulierbaren Faktoren abhängt.

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    1. Alles ist eine Spekulation. Auch eine Coca-Cola, die Buffet so sehr liebt und schätzt, hatte es 2007 nicht leicht, als die Immobilienspekulation platze und viele Bereiche berührte.

      Rohstoffe, Immobilien und Aktien sind die größten Spekulationen. Und diese Drei ziehen Volkswirtschaften in die Ruinen oder lassen diese zur Wohlstand kommen. Und weil irgendwie jeder mit diesen Spekulationen etwas zu tun hat (Rohstoffe/Tankstelle, Immobilien/Miete, Aktien/Vermögenszuwachs oder auch nicht), trifft es uns alle.

      Und der Vergleich von Michi mit den Landwirten zeigt es deutlicher finde ich. Auch Bauer können sich verspekulieren. Bestes Beispiel sind die Milchbauer!

      DD

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  4. Hallo Michael,

    was hältst du in dem Zusammenhang von SMT-Scharf?
    Da die meiste Rohstoffe nicht unwesentlich positiv mit dem Ölpreis korrelieren könnte das die Nachfrage nach deren Fördertechnologie weiter ankurbeln.
    Sowieso scheint die Firma das Tal des Rohstoffzyklus durchschritten zu haben und profitiert gerade ganz erheblich von steigender Nachfrage durch die neue Investitionsrunde in dem Sektor.
    Seit Frank Fischer da in Hamm indirekt das Ruder übernommen hat, sind viele richtige Entscheidungen getroffen worden.


    Oder liege ich mit der Überlegung falsch?

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    1. SMT Scharf habe ich nur sporadisch am Rande im Blick. Was mich immer gestört hat, ist die starke Ausrichtung in/nach Russland und die hohe Abhängigkeit vom Kohlebergbau.

      Den Einstieg von Frank Fischer/Shareholder Value Beteiligungen habe ich damals mit Verwunderung zur Kenntnis genommen. Und der Kurs fiel ja zunächst weiter deutlich. Ich hatte das Gefühl, man hat damals einzig auf den vermeintlich günstigen Preis geschaut. Nun hat sich der Kurs ja wieder gefangen und was ich so ab und zu mitbekommen habe, ist eine breite Ausrichtung von SMT Scharf. Vielleicht wirklich mal Zeit, sich wieder intensiver mit dem Unternehmen zu befassen. Andererseits geht meine Expertise in Sachen Bergbau nicht über das regelmäßige konsumieren diverser DMAX-Serien bzgl. Goldsuche hinaus und da kommen die Gerätschaften von SMT Scharf ja nicht zum Einsatz. Daher könnte man ja auch "einfach" an SMT Scharfs möglicher Wiederauferstehung partizipieren, wenn man auf die Aktien der Shareholder Value Beteiligungen AG setzt. So wie ich. ;-)

      Aber vielleicht riskiere ich doch mal einen genaueren Blick auf SMT Scharf selbst. Mal sehen...

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  5. You can find here an interesting analysis of Texas Pacific (in english), in line with the thinking of Michael C. Kissig
    https://seekingalpha.com/article/4161036-texas-pacific-land-keeps-pumping

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