Samstag, 28. März 2020

Mein Gastbeitrag im Nebenwerte Magazin: DIC Asset, PNE und SBF bieten mehr Chancen als Risiken

Die Redaktion des Nebenwerte Magazins hat mich gefragt, ob ich im Rahmen ihrer Reihe "Interessante Werte" einen Gastbeitrag über aussichtsreiche Deutsche Nebenwerte verfassen würde. Da musste ich mich nicht lange bitten lassen und habe mir mit DIC Asset, PNE und SBF drei Unternehmen vorgeknöpft, bei denen in den letzten Tagen interessante Entwicklungen zu verzeichnen waren - und das nicht nur wegen der Einflüsse der Corona-Pandemie.

Im Zuge des Börsencrashs sind auch deren Aktienkurse unter die Räder gekommen, aber auf mittlere und lange Sicht dürften sich hier interessante Gelegenheiten bieten.

Meine Beobachtungsliste

▶ Performance seit Aufnahme auf meine Beobachtungsliste




















▶ Denke selbst!

»Habe den Mut, Dich Deines eigenen Verstandes zu bedienen«, riet Immanuel Kant. Also Leute, denkt selbst! Diese Liste ist eine Anregung, mehr nicht. Sie dient dazu, dass ihr euch eure eigenen Gedanken zu den Unternehmen macht, euren eigenen Investment-Case erarbeitet. Dazu könnt ihr gerne auf meine Einschätzungen zurückgreifen und gerne können wir über die einzelnen Positionen und das (Value) Investing diskutieren. Denn das ist der Grund, weshalb ich dieses Blog betreibe: ich möchte mit euch ins Gespräch kommen, von euch lernen, und auch dadurch ein besserer Investor werden.
»Wer nicht fähig ist, sich selber eine Meinung zu bilden und eine Entscheidung zu treffen, darf nicht zur Börse.«
(André Kostolany)

▶ Historie der Zu- und Abgänge auf meiner Beobachtungsliste

Alle Aufnahmen und Streichungen zu meiner Beobachtungsliste finden sich auf der Transaktionsliste.

▶ Investor-Update

Diese Beobachtungsliste ist nicht zwangsläufig identisch mit meinem Investment-Portfolio, auch wenn sie viele Überschneidungen aufweist. In meinen Investor-Updates beschreibe ich daher quartalsweise, wie sich die Entwicklungen bei einzelnen Unternehmen in meinem Depot als Käufe, Verkäufe oder Umschichtungen niedergeschlagen haben.

Freitag, 27. März 2020

Portfoliocheck: Mit Baidu setzt Mason Hawkins auf Chinas Online-Zukunft

In meiner Kolumne "Portfoliocheck" nehme ich regelmäßig auf aktien-mag.de für das "Aktien Magazin" von Traderfox die Depots der bekanntesten Value Investoren unserer Zeit unter die Lupe.

In meinem 80. Portfoliocheck blicke ich in das Depot von Mason Hawkins, der mit seinem Longleaf Partners Funds seit mehr als 40 Jahren überdurchschnittliche Renditen für seine Investoren einfährt. Hawkins vertritt einen klassischen Value-Investing-Stil und setzt auf vernachlässigte Branchen, die gerade so gar nicht en vogue sind an der Wall Street. Und sein konträrer Ansatz zahlt sich auf lange Sicht aus für ihn und seine Investoren.

Im 4. Quartal 2019 hielt Mason Hawkins die Füße weiterhin eher still und kam auf eine bescheidene Turnoverrate von nur 5%. Mit General Electric und Park Hotels & Ressort REIT hat er zwei Unternehmen unter seinen Top-Werten, die von der Corona-Pandemie und den Gegenmaßnahmen, wie Social Distancing und Shutdown massiv negativ betroffen sind. Während die Krise in Europa und den USA noch Fahrt aufnimmt, verhält es sich in China, dem Ursprungsland des Virus, anders herum: dort beginnt langsam die Rückkehr zur Normalität, nachdem die Ansteckungszahlen dort praktisch zum Erliegen gekommen sind. Das kommt den Unternehmen zugute, wie man an der starken Erholung der chinesischen Aktienwerte sieht. Bei Baidu [WKN: A0F5DE], die inzwischen den achtzehnten Rang in Mason Hawkins Depot einnehmen, ist von der Kurserholung noch nicht so viel zu spüren, dabei dürfte "Chinas Goolge" zu den Profiteuren der Krise gehören.

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Donnerstag, 26. März 2020

Buffett warnt: Wegen eines Kurseinbruchs gute Aktien zu verkaufen, ist gar nicht clever!

Warren Buffett ist der erfolgreichste Investor aller Zeiten, er steht seit mehr als 50 Jahren an der Spitze seiner Investmentholding Berkshire Hathaway und hat bereits davor sehr erfolgreich Investment-Partnerships geleitet. Sein durchschnittlicher Vermögenszuwachs pro Jahr beträgt fast 20 Prozent. Und er ist einer drei reichsten Menschen der Welt.

Das kommt nicht von ungefähr, denn Buffett ist Value-Investor. Er sucht nicht nach Aktien, die schnell steigen, sondern nach Unternehmen, deren Aktien zu niedrigeren Kursen zu kaufen sind, als sie wert sind. Auch aus diesem Grund versucht er nicht, den Markt zu timen, die Börsenkurse vorherzusagen. Er schaut nicht einmal regelmäßig nach ihnen, sondern nutzt die Börse nur als Markt, an dem er Aktien kaufen und verkaufen kann. Nach ganz klar definierten Grundsätzen und nicht aufgrund makroökonomischer Überlegungen oder Börsenstimmungen.
»Wenn jemand gute Aktien hat, wäre er verrückt, wenn er nur wegen eines Kursrückschlags verkaufen würde. Ich suche Unternehmen, die ich verstehe und von deren Zukunftsaussichten ich überzeugt bin.«
(Warren Buffett)
Und so erklärt sich auch sein gutes Verhältnis zu Marktkorrekturen, denn während andere Anleger aus dem Markt heraus strömen, beginnt Buffett mit dem Kaufen. Er investiert in solide Unternehmen mit bewährtem Geschäftsmodell und gut prognostizierbaren Umsätzen und Gewinnen. Und vor allem Cashflows. Denn Buffett liebt Cashflows, aus denen speisen sich Dividenden und Aktienrückkäufe, die Buffett für eine entscheidende Komponente hält auf dem Weg des Anlegers zu Wohlstand und finanzieller Unabhängigkeit.

Mittwoch, 25. März 2020

Portfoliocheck: Mit Intuit setzt Frank Sands auf den Gewinner der Steuer-Digitalisierung

In meiner Kolumne "Portfoliocheck" nehme ich regelmäßig auf aktien-mag.de für das "Aktien Magazin" von Traderfox die Depots der bekanntesten Value Investoren unserer Zeit unter die Lupe.

In meinem 79. Portfoliocheck blicke ich in das Depot von Frank Sands, der auf dominierende Unternehmen mit starkem, profitablem Wachstum setzt. Diese müssen stets Sands sechs Kriterien für "dominierende Wachstumsunternehmen" erfüllen: nachhaltiges überdurchschnittliches Gewinnwachstum, Marktführerschaft in ihrer jeweiligen Branche, bedeutende Wettbewerbsvorteile (Burggraben), ein einzigartiges Geschäftsmodell, eine klare Philosophie sowie einen Wert schöpfenden Fokus, Finanzstärke und eine angemessene Bewertung im Hinblick auf Markt- und Geschäftsaussichten.

Im vierten Quartal 2019 gab es in Sands Depot nur geringe Veränderungen; die Turnoverrate lag bei überschaubaren 7%. Unter seinen Zukäufen findet sich auch erneut der Buchführungs- und Steuersoftware-Spezialist Intuit, der vor Kurzem für $7,1 Mrd. Credit Karma übernommen hat, eine Verbrauchertechnologieplattform mit mehr als 100 Millionen Mitgliedern in den USA, Kanada und Großbritannien. Und deren Finanzdaten sind ein echter Schatz, den Intuit nun heben möchte...

-▶ zum Artikel auf aktien-mag.de

Disclaimer
Intuit befindet sich auf meiner Beobachtungsliste und/oder in meinem Depot.

Montag, 23. März 2020

André Kostolany lehrt uns: "Börsengewinne sind Schmerzensgelder. Erst kommen die Schmerzen, dann das Geld."

André Kostolany war ein erfolgreicher Börsenspekulant, Bonvivant und Autor und er wäre in diesem Monat 110 Jahre alt geworden. Zahlreiche Bücher hat er verfasst über seine große Leidenschaft, die Börse, und er war viele Jahre lang gern gesehener Gast in allen Fernsehtalkshows. Denn er schaffte es nicht nur erfolgreich sein Geld anzulegen, sondern auch das komplexe und verwirrende Börsengeschehen in kurzen, knackigen und sehr oft auch humoristischen Weisheiten und Anekdoten zusammenzufassen.

Sein Buch "Kostolanys Börsenseminar" war das erste Buch, das ich jemals über das Thema Börse gelesen habe. Und ich habe nicht nur viel über die Börse gelernt, sondern dieses Buch hat mich auch mit dem Börsenfieber angesteckt, das bis heute nicht abgeflaut ist. Über eine seiner vielen Weisheiten möchte ich heute sprechen, denn es geht um Kursverluste, den Umgang mit ihnen und dass sie nicht etwa es Ungewöhnliches an der Börse sind, sondern einfach dazugehören...
»Börsengewinne sind Schmerzensgelder. Erst kommen die Schmerzen, dann das Geld.«
(André Kostolany)

Börsenweisheit der Woche 12/2020

"In einem fallenden Markt kannst du mehr Aktien großartiger Unternehmen zu günstigen Preisen kaufen. Wenn du weißt, was du tust, wirst du in diesen Zeiträumen das meiste Geld verdienen. Merken wirst du es aber erst viel später."
(Shelby Davis)

Sonntag, 22. März 2020

General Electric und der neu entflammte Überlebenskampf

General Electric, Industrieikone und ehemals wertvollstes Unternehmen der Welt, ist seit Jahren im Sinkflug und steuerte auf die Pleite zu. Dann konnte man das Ruder herumreißen; unter dem neuen CEO Larry Culp begann eine Phase der Stabilisierung und ich wagte vor gut einem Jahr eine aussichtsreiche Turnaround-Spekulation. Doch die habe ich nun beendet, denn die Corona-Pandemie ändert die Spielregeln für die Wirtschaft, wobei angeschlagene Unternehmen mit schlechter Bilanzqualität, negativen Cashflows und hohe Schulden zu den Verlierern zählen werden - und nicht alle werden die Krise überstehen. Qualität sticht Renditechance und General Electric bleibt damit auf der Strecke...

Samstag, 21. März 2020

Weshalb Business Development Companies ganz besonders unter Corona leiden werden

Business Development Companies habe ich als Anlageklasse nun schon seit mehr als vier Jahren auf dem Schirm und so einige ausgesuchte BDCs auf meiner Beobachtungsliste. Bis zum Beginn der Trump'schen Handelskriege und der Wiederumkehr der US-Zinspolitik mit erneut sinkenden Zinsen  agierten die BDCs in ihrem eigenen Goldilocks-Umfeld aus robuster Konjunktur, niedrigen Steuern und moderat steigenden Zinsen. Doch diese besten aller Zeiten sind vorbei und die Corona-Pandemie wirft die Frage auf, wie schlimm es kommen kann und wird - und ob BDCs noch eine gute Anlageform darstellen oder ob sie inzwischen nicht ein zu schlechtes Chance-Risiko-Verhältnis aufweisen und zu den größten Verlierern der Krise gehören könnten...

Freitag, 20. März 2020

Charlie Munger kauft nur Unternehmen mit dauerhaften, starken Wettbewerbsvorteilen

Charlie Munger rät, nach Festungen Ausschau zu halten und dabei geht es ihm nicht wirklich um Stahlbeton und Investments in Bau, Steine, Erden. Vielmehr haben es ihm die Markteintrittshürden angetan, der ökonomische Burggraben (Moat), den Wettbewerber zu überwinden haben - und auch die eigenen Kunden, sollten sie sich vom Unternehmen trennen wollen. Es geht also um Wettbewerbsvorteile von Marken und Produkten, um Unternehmen, die ihren Markt beherrschen und die somit die Preissetzungsmacht haben.
»Wir versuchen, Unternehmen mit nachhaltigen Wettbewerbsvorteilen zu einem günstigen oder zumindest fairen Preis zu kaufen.«
(Charlie Munger)
Unternehmen mit diesen Eigenschaften haben den großen Vorteil, dass ihre Produkte nicht einfach kopiert werden, dass Wettbewerber mit aggressiven Preissenkungen ihnen nicht einfach Marktanteile abnehmen können. Im Gegenteil: Burggraben-Unternehmen können in schwierigem wirtschaftlichen Umfeld sogar ihre Preise erhöhen, ohne dass sie hierdurch Kunden verlieren. Weil sie eine Marke sind, die Marktmacht haben, ein Standing, weil sie ein Lebensgefühl vermitteln, dass den Kunden mehr bietet als ein Schnäppchenerlebnis in ihrer "Geiz-ist-geil-Mentalität".

Mittwoch, 18. März 2020

DIC Asset: Senkt Home Office (wirklich) die Nachfrage nach Büroimmobilien?

Home Office ist das Zaubermittel gegen die Pandemie und daher schicken die Unternehmen die Leute nach Hause, um von dort dezentral und isoliert von den Arbeitskollegen ihrer Arbeit nachzugehen. Das klappt nicht für jeden bereich, wie z.B. bei Supermärkten, Drogerien oder Apotheken, und auch nicht in jedem Fall, wo es theoretisch möglich wäre, weil technische Probleme zu meistern sind, über die man sich vorher keine wirklichen Gedanken gemacht hat. Dennoch funktioniert Home Office für viele Dienstleister ziemlich gut und dann könnte doch in Zukunft eine deutlich größerer Teil der Arbeiten von zuhause erledigt werden, was zwangsläufig zu reduzierten Büroflächen führen müsste. Und schaut man auf die Kurse der betreffenden Unternehmen, wie DIC Asset, scheint der Markt ein solches Szenario bereits kräftig einzupreisen. Zurecht?

Dienstag, 17. März 2020

Ken Fisher mahnt: Dividendenrenditen sind manchmal auch mit Vorsicht zu genießen

In Zeiten niedriger Zinsen gehen Anlegern langsam die Alternativen aus, wollen sie ihr Geld noch halbwegs rentierlich anlegen. Immer häufiger wird dazu geraten, auf dividendenstarke Aktien zu setzen, um so eine attraktive Verzinsung zu erzielen und den Negativzinsen auf dem Sparbuch zu entgegen. Doch so ganz ohne Risiko ist auch dieser Rat natürlich nicht und es gibt Einiges zu beachten, damit man auch sicher Freude an seinem Investment hat...

Portfoliocheck: Joel Greenblatt verdoppelt seinen Einsatz bei Campbell Soup, einem der Corona-Profiteure

In meiner Kolumne "Portfoliocheck" nehme ich regelmäßig auf aktien-mag.de für das "Aktien Magazin" von Traderfox die Depots der bekanntesten Value Investoren unserer Zeit unter die Lupe.

In meinem 78. Portfoliocheck blicke ich Joel Greenblatt über die Schulter. Er ist einer der erfolgreichsten Value Investoren und einem breiten Publikum durch seine Bestseller-Bücher bekannt, vor allem durch seine „Börsenzauberformel“. Mit dieser setzt Greenblatt auf ein regelbasiertes System, das nur wenige Bilanz- und Wirtschaftskenntnisse voraussetzt und somit für den Privatanleger einfach anzuwenden ist. Es basiert auf lediglich zwei Kennzahlen und zwar der Kapitalrendite (ROIC, Return on Invested Capital) und der Gewinnrendite. Und Greenblatts Zauberformel funktioniert! Zwischen 1985 und 2006 erzielte er eine durchschnittliche Rendite von 40% und verwaltet heute mehr als sechs Milliarden Dollar.

Joel Greenblatts Gotham Capital ist breit diversifiziert und im 4. Quartal 2019 fanden sich 1.087 Positionen mit einem Gesamtwert von $5,45 Mrd. im Portfolio, darunter 216 Neuaufnahmen. Seine Turnover-Rate lag bei aktiven 26%. Mit Campbell Soup hat er seinen Einsatz bei einem Unternehmen verdoppelt, das einen erfolgreichen Turnaround hingelegt hat und zudem zu den größten Profiteuren der aktuellen Corona-Panik gehört - und womöglich auch darüber hinaus...

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Montag, 16. März 2020

Wertpapierkredit: Vom Fluch und Segen eines gehebelten Depots

Ein Wertpapierkredit (auch Effekten-Lombardkredit benannt), ist eine besondere Form des  Kredits, denn seine Besicherung erfolgt durch die Wertpapiere in einem Depot - umgangssprachlich werden diese verpfändet. Die Höhe des Kreditrahmens errechnet sich hierbei an dem Kurswert der zugrunde liegenden Wertpapiere und schwankt daher. Zinsen fallen allerdings nur für den Betrag an, der auch als Kredit in Anspruch genommen wurde, nicht für den maximalen Höchstbetrag des eingeräumten Wertpapierkredits.

Zusätzlich verlangen Banken einen Abschlag auf diesen Kurswert als Risikopuffer für den Fall, dass die Wertpapierkurse fallen; somit soll sichergestellt werden, dass die Sicherheit für den Kreditbetrag ausreicht. Inländische Aktien werden z.B. mit 60% ihres Kurswertes angerechnet, ausländische Aktien mit 50%, Optionsscheine oder Derivate gar nicht.

Eine regelmäßige Tilgung des Wertpapierkredits erfolgt nicht, sondern die Summe wird bei Verkauf der Wertpapiere zurückgezahlt (oder durch Einzahlung von Cash in den Kredit); die Zinsen werden allerdings regelmäßig in Rechnung gestellt.

Der Charme eines Wertpapierkredits besteht in seiner Hebelwirkung - die wirkt allerdings in beide Richtungen und daher sollten sich Anleger vorab äußerst gründlich Gedanken über seine Verwendung machen. Und zwar vor allem über die Risiken, denn die Chancen sorgen für sich selbst...

Börsenweisheit der Woche 11/2020

"Langfristig werden die Aktienmärkte für gute Nachrichten sorgen. Im 20. Jahrhundert durchlebten die USA zwei Weltkriege und weitere traumatische und teure militärische Konflikte. Eine Depression, mehrere Rezessionen, Börsenpaniken, Ölschocks, Virenpandemie und den Rücktritt eines Präsidenten. Dennoch stieg der Dow Jones von 66 auf 11497."
(Warren Buffett)

Sonntag, 15. März 2020

Corona-Krise und Ölpreis-Schock treffen auch Blackstone Group, Ringmetall und Sixt

Das Corona-Virus (COVID-19-Pandemie) zieht immer größere Kreise und hält die Welt zunehmend in Atem. Während in China und Süd-Korea nach einigen Wochen die Ansteckungsrate deutlich sinkt und zunehmend, wenn auch langsam und schrittweise, wieder Normalität in den Alltag einkehrt, erreicht die Pandemie und die Panik mit voller Wucht Europa und die USA. Es wird immer wahrscheinlicher, dass auch bei uns nur drastische Maßnahmen (schnelle) Erfolge gegen die Verbreitung des Virus zeigen werden und das hat natürlich Auswirkungen auf unser aller Leben und die Wirtschaft - kurz-, mittel- und langfristige.

Bereits Ende Januar hatte ich mich mit dieser Problemstellung auseinandergesetzt - und fühle mich in meiner Position bestärkt, was die Auswirkung auf die verschiedenen Branchen angeht. Allerdings habe ich doch ziemlich unterschätzt, wie stark sich das Ganze auf die Börsenkurse auswirken wird; hierbei wird aus meiner Sicht auch deutlich, wie sehr inzwischen Computeralgorithmen den Markt beherrschen, die alle nach ganz ähnlichen Mustern funktionieren. Und wenn die Volatilität in die Höhe schießt und schnelle Verluste auflaufen, dann werden gnadenlos Verkäufe zur Verlustreduzierung ausgelöst - was die Verkaufswelle noch beschleunigt. Dabei werden auch die Qualitätsaktien in Grund und Boden geknüppelt un zwar über die Maßen. Man kann das bedauern, aber es ist nunmal Realität, also muss man damit realistisch umgehen. Die Qualitätswerte werden sich wieder erholen, weil die Unternehmen solide sind und dien Schock verkraften können. Andere Unternehmen leiden aktuell besonders stark im operativen Geschäft und die betreffenden (Blackstone Group, Ringmetall, Sixt) streiche ich von meiner Beobachtungsliste - eigentlich hätte ich das bei Ringmetall und Sixt bereits Ende Januar tun sollen müssen, weil es konsequent gewesen wäre aufgrund meiner damaligen Einschätzung. Hab ich aber übersehen und muss dieses Versäumnis nun also nachholen.

Samstag, 14. März 2020

Altersarmut dank Immobilienfinanzierung über Lebensversicherung. Wirklich? Wirklich!

Dass ich nicht viel vom Produkt Kapitallebensversicherung halte und dass es für die Versicherten eine Entreicherungsanlageform ist, habe ich in den letzten Jahren wiederholt geschrieben. Die Niedrigzinsphase hat den Assekuranzen kräftig zugesetzt, weil sie selbst keine auskömmlichen Geldanlagen mehr finden und inzwischen müssen sie sogar eine Zinszusatzreserve aufbauen, um die üppigen Garantieverzinsungen aus der Vergangenheit gewährleisten zu können. Doch die Zinszusatzreserve geht zulasten der Rendite der Versicherten und senkt deren heutigen Ablaufleistungen weiter. Des Weiteren mussten die Assekuranzen ihre Garantieverzinsung immer mehr absenken und der Staat strich die Beteiligung der Versicherten an den Bewertungsreserven oder Schlussüberschüssen der Versicherungen, was die Rendite weiter abschmolz. Die Folge dieser Gemengelage ist, dass inzwischen die Überschussbeteiligungen fast komplett ausfallen. Dabei waren doch gerade sie in der Vergangenheit das ziehende Verkaufsargument für "der Deutschen liebste Anlageform".

Nun ja, wird mancher sagen, da bekommen nun Leute nach 25 Jahren eben weniger Zinsen ausgezahlt und dem entsprechend fällt die Ablaufleistung geringer aus. Pech gehabt. passiert eben. Und so oberflächlich betrachtet, kann man das fast so stehen lassen. Jeder ist für sein Geld und auch seine Absicherung im Alter selbst verantwortlich. Und doch...

Freitag, 13. März 2020

Sir John Templeton: Der "wohl größte globale Stock-Picker des Jahrhunderts"

Sir John Marks Templeton (* 29. November 1912 in Winchester, Tennessee, USA; † 8. Juli 2008 in Nassau, Bahamas) gehörte zu den Pionieren der Investmentbranche und wurde von Königin Elisabeth II. geadelt. Sein Templeton Growth Fund war mit seinen spektakulären Gewinnen 50 Jahre lang das Maß der Dinge an der Wall Street und ist einer der weltweit größten Investmentfonds. Dabei beherzigte Templeton die Prinzipien des Value Investings und blieb stets seinem Credo treu, günstig zu kaufen und teuer zu verkaufen...

Donnerstag, 12. März 2020

Was ist... Bottom-Fishing?

Bottom-Fishing ("den Grund abfischen") ist eine Auswahlmethode für Wertpapiere, bei der besonders stark abgestürzte Wertpapiere auf die Anzeichen einer Bodenbildung hin abgeklopft werden, um dann einzusteigen und den erwarteten Wiederanstieg mitzunehmen.

Das Bottom-Fishing basiert auf der Annahme, dass die Kurserholung der wirtschaftlichen Erholung des zugrunde liegenden Unternehmens vorangeht und sich deshalb am Boden günstige Einstiegschancen finden. Wann der Boden wirklich erreicht wurde, lässt sich dabei immer erst in der Rückschau erkennen.

Der alten Börsenweisheit "greife nie in ein fallendes Messer" kann hierbei insofern Rechnung getragen werden, als dass man nicht in den Kursabsturz hinein kauft, sondern erst dann, nachdem sich der Kursverlauf abgeflacht hat und in eine Seitwärtsbewegung übergegangen ist (einen Boden ausgebildet hat).
»Der Tiefstpunkt ist an dem Tag erreicht, bevor der Kurs anfängt zu steigen. Aber woher weiß man das? Der Tiefstpunkt ist nur im Nachhinein zu erkennen. Man weiß, wann man ganz unten ist; aber man habt möglicherweise das Gefühl, dass etwas billig ist, und wenn es billig ist, sollten man es kaufen. Wenn es noch weiter sinkt, dann das war nicht der Tiefstpunkt, dann kauft man etwas mehr und behält die Nerven.«
(Howard Stanley Marks)
Star-Investor Howard Marks hält nicht wirklich viel von Bottom-Fishing, sondern setzt lieber auf günstige Einstiegskurse. Und die finden sich nicht nur am tiefsten Punkt, sondern immer dann, wenn der Wert eines Assets über dem seines Preises liegt - Value Investing basiert genau auf diesem Prinzip.

Mittwoch, 11. März 2020

Investiere niemals außerhalb deines "Circle of Competence" warnt Warren Buffett

Investieren ist kein Spiel, sondern der ernsthafte Versuch, sich ein Vermögen aufzubauen, seine Altersversorgung abzusichern jenseits der löchrigen Versprechungen der gesetzlichen Rentenzusagen. Und deshalb sollten Anleger auch stets bemüht sein, so wenige Fehler wie möglich zu machen. Denn schon der große Stratege Sunzi lehrte bereits vor mehr als 2.500 Jahren: "Keine Fehler zu machen, ist die Gewissheit des Sieges. Denn es bedeutet, einen Gegner zu schlagen, der bereits geschlagen ist". Für Anleger ist der Gegner der Markt, die Börse, die anderen Anleger. Die haben nichts zu verschenken und der Markt ist gnadenlos, er hat kein Mitleid mit Dummen, mit Unwissenden, mit Ignoranten und daher sollten Anleger so viel möglich dafür tun, nicht zu diesem Kreis zu gehören - denn aus deren Geld speisen sich die Gewinne der Cleveren. Oder wie Charlie Munger es ausrückte: "Lägen die anderen nicht so oft falsch, wären wir nicht so reich". Nicht unbedingt charmant, aber ziemlich treffend.

Eine weitere Analogie aus der Strategiekiste ist, dass man sich immer ein Schlachtfeld suchen sollte, bei dem die Vorteile auf der eigenen Seite liegen. Also die höhere Position und gegen die Sonne. Und Buffetts Rat, seinen "Circle of Competence" genauestens abzustecken und sich auf die Unternehmen innerhalb dieses Komptenzbereichs zu konzentrieren, überträgt dieses Erfolgskonzept auf das Investieren...

Dienstag, 10. März 2020

Legendäre Investoren: Benjamin Graham, der "Dekan der Wall Street"

Benjamin Graham (* 9. Mai 1894 in London als Benjamin Grossbaum; † 21. September 1976) war ein einflussreicher US-amerikanischer Wirtschaftswissenschaftler und legendärer Investor. Er gilt als Ur-Vater der fundamentalen Wertpapieranalyse, der Basis für das Value Investing.

Zwischen 1928 und 1957 lehrte Graham an der Columbia University, wo auch Warren Buffett zu seinen Schülern gehörte. 1934 veröffentlichte Graham gemeinsam mit David Dodd das Buch "Die Geheimnisse der Wertpapier Analyse" (orig.: "Security Analysis"), welches noch heute als Bibel für Value-Investoren gilt. 1949 erschien die Erstausgabe von "Intelligent investieren" (orig.: "The Intelligent Investor"), einer etwas populärwissenschaftlicheren Version von "Security Analysis".

Montag, 9. März 2020

Renditekiller Ankereffekt: Passiert fast jedem, ganz unbewusst. Ist aber echt teuer...

Psychologie hat einen enormen Einfluss auf unsere Entscheidungen, auch an der Börse. André Kostolany meinte sogar, die Börsenkurse würden zu 90% von psychologischen Faktoren beeinflusst. Grund genug, sich als Anleger mit "Behavioral Finance" (Verhaltensökonomie) zu beschäftigen und dabei einem Phänomen auf die Schliche zu kommen, das so natürlich zu unserem Lebensalltag gehört, dass wir es gar nicht mitbekommen. Und das uns viel Rendite kostet, wenn wir uns nicht bewusst dagegen zu Wehr setzen: der Ankereffekt.

Börsenweisheit der Woche 10/2020

"Die besten Schnäppchen gibt es immer in Angst einflößenden Umgebungen."
(Howard Marks)

Sonntag, 8. März 2020

Kissigs Kloogschieterei: Warum sollten sich ausgerechnet Öl-Werte wieder erholen?

Öl ist wichtig für unsere Wirtschaft, es treibt fast alle Fahrzeuge an, wird von einigen noch zum Heizen verwendet und ist in der Chemie- und Lebensmittel-Branche kaum wegzudenken. Nachdem die Kurse der Öl-Aktien kräftig gefallen sind, könnte man auf den Gedanken kommen, dass sich hier eine lohnende Gelegenheit bietet, zumal auch die Dividendenrenditen verlockend aussehen.

Doch ich fürchte, dass diese vermeintliche große Chance keine solche ist und Anleger lieber ganz genau hinschauen sollten, bevor sie in diesem Sektor investieren oder an ihren so geliebten Investments  - aus den falschen Gründen - festhalten...

Samstag, 7. März 2020

Ist eine hohe Cash-Quote für günstige Gelegenheiten wirklich eine gewinnbringende Idee?

Ich bin inzwischen seit gut 30 Jahren an der Börse aktiv und habe meinen Investmentstil seit meinen Anfängen erheblich verändert. Aus meiner Sicht weiterentwickelt, weg vom Kurs getriebenen eher kurzfristig orientierten Anleger hin zu einem Value und Quality Investor.

Seit einiger Zeit habe ich nun wachsende Zweifel an einer meiner seit vielen Jahren bestehenden Investmentgrundsätze und musste sogar feststellen, dass ich ihn schon länger nicht mehr konsequent befolge. Höchste Zeit also, mich zu disziplinieren oder aber den Ursachen auf den Grund zu gehen. Oder beides. Das Ergebnis, meine Selbsterkenntnis ist, dass ich mich - erneut - weiter entwickelt habe. Ob ich meinen Investmentstil auch verbessert habe, wird sich erst mit der Zeit zeigen.

Aber es geht natürlich nicht um einen Trial-and-Error-Feldversuch, sondern ich habe die Argumente sorgsam gegeneinander abgewogen und - zu meiner Erleichterung - am Ende die besseren Argumente auf meiner (neuen) Seite. Oder mit Churchills Worten: "Dass ich meine Meinung geändert habe, ändert nichts an der Tatsache, dass ich immer noch Recht habe". ツ

So, nun aber zum Eingemachten: bei meinem Umdenken geht es um die Cash-Quote und die Frage, ob das dauerhafte Halten einer hohen Cash-Quote, um bei starken Kursrückschlägen günstig Aktien einsammeln zu können, wirklich besser ist, als stets weitgehend investiert zu sein, sowohl im Börsenaufschwung wie auch im -absturz. Und dabei geht es mir nicht um Market-Timing, das gleich vorab, sondern um ganz pragmatische Überlegungen und Erfolgsaussichten, um langfristig höhere Renditen einzufahren.

Freitag, 6. März 2020

Portfoliocheck: Mario Gabelli setzt bei Tiffany auf ein luxuriöses Endspiel

In meiner Kolumne "Portfoliocheck" nehme ich regelmäßig auf aktien-mag.de für das "Aktien Magazin" von Traderfox die Depots der bekanntesten Value Investoren unserer Zeit unter die Lupe.

Bei meinem 77. Portfoliocheck befasse ich mich mit Mario Gabelli, einem Value Investor, der bei Roger Murray, Benjamin Grahams Nachfolger als Professor an der Columbia Universität, in die Lehre ging und eine ganz eigene Value Investing-Erfolgsformel kreiert hat: Er bestimmt den Marktwert eines Unternehmens aus Sicht eines strategischen Käufers. Hierzu ergänzt er den Zerschlagungswert eines Unternehmens um eine strategische Übernahmeprämie und erweitert das Ergebnis um eine Zeitkomponente, den Katalysator. Als Katalysator oder Trigger definiert Gabelli Ereignisse, die zu einem schnellen Anstieg des Marktpreises führen und so die Diskrepanz zwischen intrinsischen Unternehmenswert und Börsenpreis abbauen. Das können zum Beispiel Gesetzesänderungen sein, neue Technologien, der Einstieg aktivistischer Investoren oder der Spin-off von Unternehmenssparten.

Im vierten Quartal 2019 gab es besonders bei Gabellis Übernahme-Spekulationen reichlich Bewegung; Viacom, die mit CBS fusionierten, Celgene, die von Bristol-Myers geschluckt wurden, und beim führenden Diamantenhändler Tiffany & Co., der gerade vom Luxusgüterkonzern LVMH übernommen wird - nachdem Warren Buffett zuvor dankend abgelehnt hatte...

-▶ zum Artikel auf aktien-mag.de

Mein Lese-Tipp: "Aktien für die Ewigkeit" von Jeremy Siegel

Viele Anleger agieren momentan geradezu panisch, sie können die Auswirkungen des Corona-Virus nicht einschätzen und starren nur noch auf die blutroten Zahlen in ihren Depots und verkaufen gnadenlos alle Werte. Dabei ist diese Krise und der damit einhergehende Börsenabsturz nur einer von vielen und die älteren Hasen nehmen es gelassen(er) hin. Marie Curie meinte einmal, was man zu verstehen gelernt habe, fürchte man nicht mehr. Und genau darum geht es in Siegels Buch, denn es ist eine Abhandlung über die Weltwirtschaftskrise und die Finanzkrise, über die Fehler, die damals gemacht wurden und die Erkenntnisse, die jeder Anleger hieraus ziehen kann - und sollte! Eine Anleitung, wie man relativ unbeschadet durch die turbulenten Zeiten kommt, nicht nur nur, aber vor allem als Aktionär.

Über "Stocks For The Long Run" von Jeremy J. Siegel, wie "Aktien für die Ewigkeit" im Original heißt, schreibt die Washington Post, es sei "eines der 10 besten Investmentbücher aller Zeiten". Inzwischen liegt es in der 5. Auflage vor und anders als oft üblich wurden nicht nur ein paar Kommata anders gesetzt und einige Rechtschreibfehler korrigiert, sondern Siegel schreibt sein Werk konsequent fort und bindet neue Erkenntnisse und empirische Daten mit ein.

Jeremy Siegel ist Professor an der Wharton School und Kolumnist für das Wall Street Journal, Barron's und die Financial Times. Darüber hinaus ist er Senior Investment Strategy Advisor bei Wisdom Tree Investments. Er kennt das Investieren sowohl aus der theoretischen Sicht als Professor, als auch als Praktiker und Investor. Sein Buch kann ohne Zweifel als Standardwerk bezeichnet werden und weist den Weg für die richtige Portfoliostrategie und kontinuierliche Renditen...

Donnerstag, 5. März 2020

Ob man gerade jetzt Aktien (ver)kaufen sollte, verrät Dir John Templeton

Seit jeher fragen sich Anleger, ob gerade jetzt der richtige Zeitpunkt gekommen ist, Aktien zu kaufen. Und diese Frage stellt sich fast täglich neu, nie scheint wirklich klar zu sein, ob es endlich soweit ist.

Blicken wir auf das letzte und auch das laufende Jahr zurück, markierten viele Börsenindizes neue  Allzeithöchststände. Doch unmittelbar und so schnell wie nie drehten die Börsen in den Korrekturmodus und rauschten in die Tiefe. Seit zwei Wochen werden die Börsen nun von der Angst vor dem Corona-Virus und seinen noch nicht absehbaren Folgen dominiert und viele Anleger werden nervös und versuchen, Gewinne mitzunehmen und damit ihre bisherige Börsengewinne zu sichern. Oder sich vor weiteren Kursverlusten zu schützen. Begleitet wird das Ganze mit einer mittlerweile panikartigen Stimmungslage, in der ausschließlich negative Meldungen wahrgenommen werden und Weltuntergangsszenarien Hochkonjunktur haben. Doch sind Verkäufe zum jetzigen Zeitpunkt wirklich eine sinnvolle und gewinnbringende Strategie? Oder sollte man lieber vielleicht gerade jetzt Aktien kaufen?

Montag, 2. März 2020

Psychologie der Massen: Buffett erklärt, weshalb Lemminge keine guten Anleger sind

Immer wieder erleben wir Korrekturen an den Finanzmärkten, teilweise heftige. Nachdem S&P 500 DOW und DAX vor kurzem noch neue Allzeithochs markierten, sind sie in den letzten Tagen deutlich unter die Räder gekommen und die hochkochende Panik wegen des Corona-Virus und seiner (möglichen) Folgen auf die Wirtschaft und unser Leben zerrt an den Nerven. Momentan dominieren nicht die Fakten das Börsengeschehen, sondern die Emotionen. Und viele Anleger müssen eine der ältesten Lektionen des Börsengeschäfts neu lernen...

Börsenweisheit der Woche 09/2020

"Das Coronavirus steht jetzt im Vordergrund, etwas anderes wird es in drei Monaten, in einem Jahr und in zwei Jahren sein, aber die eigentliche Frage ist, wo Unternehmen in fünf oder zehn Jahren stehen werden. Und insgesamt wird Amerika gut abschneiden, wie es das seit 1776 immer hat."
(Warren Buffett)

Freitag, 28. Februar 2020

Gordon Gekko warnt: "Beherrsche deine Emotionen. Sonst verlierst du den Kopf". Und Geld!

Emotionen bestimmen unser Leben, beinahe auf jedes Ereignis reagieren wir emotional und handeln oft instinktiv. Und das ist der Grund, weshalb wir so viele Fehlentscheidungen treffen, nicht nur an der Börse, aber dort besonders oft. Denn was die Evolution als Überlebensinstinkt so sinnvoll eingerichtet hat, verleitet uns dazu, bei Börsengeschäften genau das Falsche zu tun, wenn es drauf ankommt. Und zwar immer und immer wieder, weil wir instinktiv handeln, ohne nachzudenken, von Gier getrieben. Oder Panik...

Donnerstag, 27. Februar 2020

Was ist... der Maximum Drawdown?

Die Kennzahl "Maximal Drawdown" gibt den maximalen Kursverlust an, den ein Anleger innerhalb eines bestimmten Zeitraums mit seiner Anlage hätte erleiden können. Der in Prozent ausgewiesene Maximum Drawdown wird vor allem bei der Risikobetrachtung verwendet.

Max. Drawdown = (Tiefster Kurs x 100 : Höchster Kurs) - 100

Die Kennzahl bezieht sich auf Werte der Vergangenheit und da Kurse kein Gedächtnis haben bedeutet dies folglich nicht, dass es künftig nicht auch stärkere prozentuale Kurseinbrüche bei dem Wertpapier geben kann, als es sie zuvor schon gab. Trotzdem kann der Maximum Drawdown wertvolle Hinweise für den Investor liefern. Börsenkurse weichen nämlich teilweise erheblich vom wahren Wert des zugrundeliegenden Basiswertes ab und auch als Langfristanleger muss man sich bei Kurseinbrüchen die Frage stellen, ob man verkaufen, halten oder gar nachkaufen sollte. Das hängt nicht nur vom Ergebnis der Bewertung ab, sondern auch von der eigenen Schmerzgrenze in Bezug auf Kursverluste. Es sind eben nicht alle Anleger gleich und nicht alle können fette rote Minuszeichen im Depot gleich gut verkraften...

Mittwoch, 26. Februar 2020

Portfoliocheck: Bei Adobe bleibt Daniel Loeb im Hintergrund und stockt einfach weiter auf

In meiner Kolumne "Portfoliocheck" nehme ich regelmäßig auf aktien-mag.de für das "Aktien Magazin" von Traderfox die Depots der bekanntesten Value Investoren unserer Zeit unter die Lupe.

In meinem 76. Portfoliocheck blicke ich in das Depot des Hedge Fonds Third Point. Daniel Loeb pflegt einen aktivistischen Investmentstil und kauft sich bevorzugt in angeschlagene Unternehmen ein, um diese dann in die gewünschte Richtung zu treiben.

Auch im 4. Quartal 2019 hat sich Dan Loeb von einer Reihe seiner Positionen komplett getrennt. Dieses Mal traf es das Auktionshaus Sothebys, den Paymentdienstleister PayPal [WKN: A14R7U] und den Windows-Mutterkonzern Microsoft [WKN: 870747], die zuvor zusammen knapp 9% seines Portfolios ausmachten. Ganz neu ist Dan Loeb bei IAA (Insurance Auto Auctions) an Bord, das leicht beschädigte Autos und Autoteile aus Versicherungsfällen versteigert und auch Loebs Einstieg bei Amazon [WKN: 906866], der zuletzt mit überragenden Zahlen glänzen konnte, ist bemerkenswert. Und dann stockte er noch bei Adobe Systems [WKN: 871981] weiter auf, die sich sukzessive in seine Top 10 vorgearbeitet hat.

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Disclaimer
Adobe, Amazon, Microsoft, PayPal befinden sich auf meiner Beobachtungsliste und in meinem Depot.

Montag, 24. Februar 2020

Stunde der Value Investoren: Kurseinbrüche als Chance auf außerordentliche Kursgewinne!

Schon seit vielen Jahren steigen die Börsen schier unaufhaltsam immer weiter und das trotz der regelmäßigen "Schwarzen Schwäne", die wie trächtige Säue alle paar Monate durchs Dorf gejagt werden. Ob US-China-Handelskrieg, Brexit, oder die anstehende US-Wahl, bei allen Ereignissen werden kräftige Kursverluste vorhergesagt und markerschütternde Dramen an die Wand geworfen - und wenn es welche gibt, dann fast immer nur für kurze Zeit, bevor die Anleger zurück in den Börsenmarkt strömten. Und das dürfte auch beim aktuellen Angstthema Corona-Virus (dem man nun den erschreckenderen Namen COVID-19 gegeben hat) der Fall sein. Zu alternativlos erscheint der Aktienmarkt angesichts Negativzinsen zu sein.

Nachdem die US-Notenbank FED einige Zeit lang die Zinsen angehoben und es Ende 2018 zu einer heftigen Börsenkorrektur kam, schaltete auch die FED inzwischen wieder in den Geldschwemmemodus um und flutet erneut die Märkte. Die US-Börsen konnten erst vor wenigen Tagen neue Allzeithochs erklimmen, ebenso der DAX, doch diese Kursrekorde werden von immer weniger Aktien getragen, vor allem den US-Technologie-Riesen, während "Old School-Werte" unter der Konjunktureintrübung leiden.

Kurzfristig regiert momentan wieder einmal die Unsicherheit, doch auf mittlere und lange Sicht setzen sich die Hartgesottenen durch, wie André Kostolany die Gegenspieler der Zittrigen nannte, und die Kursrücksetzer bieten den Hartgesottenen durchaus attraktive Chancen, alte und neue...

Zukunftstrend Wasserstoff: Weshalb ich (noch) nicht in Wasserstoff-Aktien investiere

Wasserstoff ist einer der zur Zeit meist gehypten Zukunftstrends und wenn man die Headlines der Boulevardblätter liest, aber auch die der Börsenmedien, dann gibt es fast nichts anderes mehr. Wasserstoff ist in, Wasserstoff ist hip, Wasserstoff kann alles - und jeden retten. Ist natürlich Blödsinn, aber wie so oft steckt in den marktschreierischen Übertreibungen auch hier ein wahrer Kern. Und der alleine entscheidet darüber, ob es sich für Anleger (jetzt schon) lohnt, in diesen Trend zu investieren.

Börsenweisheit der Woche 08/2020

"Wichtig ist, dass man öfter Recht hat, als man sich irrt. Wenn man Recht hat, sollte man sehr Recht haben, wenigstens von Zeit zu Zeit. Und wenn man sich irrt, dann sollte man das erkennen, bevor man sich sehr irrt."
(Sir John Templeton)

Samstag, 22. Februar 2020

Vermögenswirksame Leistungen: Aktiensparplan für Arbeitnehmer mit 20% Extrarendite

Börsenlegende Bernard Baruch brachte das Dilemma auf den Punkt: entweder wir arbeiten für Geld, oder unser Geld arbeitet für uns.

»Es gibt tausend Möglichkeiten, Geld loszuwerden, aber nur zwei, es zu erwerben: entweder wir arbeiten für Geld oder das Geld arbeitet für uns.«
(Bernard Baruch)

Dabei sind natürlich diejenigen gekniffen, die nicht groß geerbt haben oder üppig beschenkt wurden. Alle anderen können nicht einfach ihr Geld anlegen und damit relevante Einnahmen erzielen aus Zinsen oder Dividenden. Wer kaum Geld auf der hohen Kante hat, muss für seinen Lebensunterhalt arbeiten. Und dabei verdienen sich die meisten kein großes Vermögen zusammen - aber ein kleines Vermögen kann schon drin sein und Vater Staat greift hierbei durchaus fürstlich unter die Arme. Wenn man es denn richtig anstellt.

Es geht um die sog. Vermögenswirksamen Leistungen, mit denen der Staat normal- und gering verdienenden Arbeitnehmern beim Vermögensaufbau helfen möchte. Und zwar durch die Arbeitnehmersparzulage, die bei der Anlage in Aktien oder ähnlichen Vermögenswerten 20% auf die Sparrate beträgt. Zusätzlich zu der Rendite, die man ohnehin mit den Aktien erzielt! Klingt jetzt nicht so schlecht, oder?

Freitag, 21. Februar 2020

Focus Investing: Philip Fisher rät, sich nur auf die besten Investments zu konzentrieren

Benjamin Graham war ein großer Befürworter des Diversifizierens. Seiner Überzeugung nach kann eine möglichst breite Streuung im Portfolio das Risiko deutlich reduzieren, Opfer von hochemotionalen Kurseinbrüchen zu werden. Und Peter Lynch kaufte für seinen Fonds immer mehrere Werte eines ganzen Sektors, wenn er bei einem Unternehmen auf eine Perle gestoßen war. Allerdings war dies vor allem dem enormen Investitionsvolumen des Magellan-Fonds geschuldet, für den die Börsenkapitalisierungen vieler Einzelwerte einfach zu klein waren und darüber hinaus hatte er hier strikte zu befolgen, die eine stärkere Fokussierung auf einige wenige Titel erschwerten.

Börsenlegende Philip A. Fisher rät Anlegern, sich auf einige wenige Aktien zu konzentrieren: die besten.
»Anleger sollten peinlich genau darauf achten, nicht die meisten, sondern die besten Aktien zu halten. Bei Aktien kann Masse niemals mehr als schwacher Ersatz für Klasse sein.«
(Philip A. Fisher)
Für Fisher stellt eine breite Diversifikation weniger einen zusätzlichen Schutz vor Risiken dar, als viel mehr eine (zu) starke Verwässerung der Chancen. Klasse statt Masse ist auch hier sein Credo und das fußt natürlich darauf, dass man sich zuvor intensiv mit "seinen" Unternehmen auseinandergesetzt und diese gründlich analysiert hat, bevor man sich ihre Aktien ins Depot legte. In seinem Buch "Die Profi-Investment-Strategie" hat Fisher hierzu konkrete Ausführungen gemachte und die aus seiner Sicht optimale Aufstellung eines Depots dargelegt.

Mittwoch, 19. Februar 2020

The easy way of investing: Besiege Deine Angst vor Kursverlusten

Die Angst vor Kursverlusten... davon sollte muss man sich beim Investieren frei machen. Denn Kursverluste gehören dazu, selbst die besten Investoren liegen selten bei mehr als der Hälfte ihrer Investments richtig; entscheidend ist, wie man mit seinen Fehlentscheidungen umgeht und dass man stets die Risiken im Blick hat - bevor man investiert und den Chancen nachjagt!

Ich habe in meinen mehr als 30 Jahren an der Börse sehr viel Lehrgeld bezahlt für die Erkenntnis, dass man sich auf die relativ sicheren Investments konzentrieren sollte und nicht auf die gehypten Hot-Stocks, Kursraketen oder Renditeknaller. Ich habe auch erst mit der Zeit und nach reichlich Fehlern herausgefunden, dass ich mit Quality Investments am besten fahre, mit überdurchschnittlichen Renditen bei geringerem Risiko. Alles ganz simpel, alles ganz sutsche...

Dienstag, 18. Februar 2020

Portfoliocheck: Hat Tom Russo das Vertrauen in MasterCard verloren?

In meiner Kolumne "Portfoliocheck" nehme ich regelmäßig auf aktien-mag.de für das "Aktien Magazin" von Traderfox die Depots der bekanntesten Value Investoren unserer Zeit unter die Lupe.

In meinem 75. Portfoliocheck blicke ich Tom Russo über die Schulter, der nach ganz klaren Grundsätzen investiert und durch eine unaufgeregte und fokussierte Anlagestrategie auffällt, die ihm in den letzten 32 Jahren eine durchschnittliche Jahresrenditen von gut 15% einbrachte.

Russo ist fast immer voll investiert und als Anhänger des Focus Investing setzt auf einige wenige Qualitätsunternehmen mit breitem ökonomischen Burggraben ("Moat"). Dabei bevorzugt er die Schwächen und Vorlieben der Menschen und investiert gerne in defensive Konsumwerte, Luxusgüter, Spirituosen.

Auch im 2019er Schlussquartal knabberte Russo bei den meisten seiner Positionen ein paar Ecken ab, kommt aber insgesamt erneut nur auf eine Turnoverrate von einem Prozent. Am stärksten ins Gewicht fällt sein erneutes Reduzieren bei MasterCard [WKN: A0F602]. Über die letzten beiden Jahren hat er bei diesem führenden Zahlungsdienstleister knapp 30% seiner Anteile abgebaut - und dennoch ist MasterCard mit 14,6% weiterhin seine Spitzenposition im Depot. Ein Widerspruch!?

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Disclaimer
Mastercard befindet sich auf meiner Beobachtungsliste und in meinem Depot.

Investieren kann so einfach sein... wie das Pflanzen eines Baumes

Investieren ist wie einen Baum zu pflanzen: man pflanzt und anfangs muss man sich ein bisschen drum kümmern, vielleicht düngen, ab und zu mal gießen. Dann der erste Spross, die Freude ist groß! Niemand würde doch jetzt das Bäumchen ausreißen, oder? Man lässt ihn einfach wachsen, bei Sonne, Sturm und Schnee. Ab und zu schaut man ihn sich mal an, erfreut sich an seinem Wachstum, bisweilen erstaunt darüber, wie weit er schon gediehen ist. Man lässt ihn wachsen und ab und zu denkt man sich, man könnte ihn auch fällen, das Holz verkaufen und damit schöne Profite einstreichen. Oder einfach nur Platz schaffen für einen anderen Baum. Weil der vielleicht noch schneller wächst und noch schöner wird. Aber ist das wirklich eine gute und schon gar die beste Idee?

Montag, 17. Februar 2020

Deshalb setze ich direkt auf DIC Asset und nicht (mehr) auf die TTL Beteiligungs AG

Seit die TTL Beteiligungs-und Grundbesitz AG [WKN: 750100] ihre Tochter GEG German Estate Group an die DIC Asset AG [WKN: A1X3XX] verkauft hat, bin ich nicht mehr bei der TTL investiert, sondern habe das entsprechende Kapital direkt in die DIC Asset-Aktien investiert.

Die TTL kauft nun fleißig Aktien der DIC Asset AG und will bis zu 10% an ihr übernehmen - zur Zeit sind es etwas mehr als 7%. Beide Aktien profitieren von dieser Konstellation, aber es gibt einen triftigen Grund, weshalb ich weiterhin direkt in DIC Asset investieren und die TTL-Aktien für weniger aussichtsreich halte. Denn Käufer der ganzen DIC-Aktien ist nicht etwa die börsennotierte TTL Beteiligungs AG, sondern die Tochter TTL Real Estate GmbH, wie aus den vielen Corporate News hervorgeht...

Börsenweisheit der Woche 07/2020

"Die Börse ist ein Spiel, bei dem Fehler gnadenlos bestraft werden. Du musst nicht bei allem zuschlagen, du kannst auf die richtige Gelegenheit warten."
(Warren Buffett)

Sonntag, 16. Februar 2020

Leserfrage: "Wie ist es Dir gelungen, Dein 'Hobby Börse' zum Beruf zu machen und finanziell unabhängig zu werden?"

Kürzlich erreichte mich eine Leserfrage von Daniel, wie es mir gelungen sei, mein "Hobby Börse" zum Beruf zu machen und finanziell unabhängig zu werden.

"Hallo Michael, ich finde Deinen Blog absolut inspirierend und super vielseitig. Mir gefällt die Mischung aus großen US-Technologie-Aktien und deutschen Nebenwerten sehr gut da ich ähnlich aufgestellt bin.

Kurz zu mir: Ich bin Anfang 30, habe ein Buy-and-Hold-Aktiendepot im unteren sechsstelligen Bereich und bin fest gewillt zu meinem 40. Geburtstag Millionär zu werden. Meine Aktienstrategie sind Dividendenwachstums-Unternehmen mit geringer Einstandsdividende und hohen jährlichen Dividendensteigerungen, z.B. Starbucks, Sartorius, etc.

In Deinem Jubiläumsartikel vom 21. November 2019 hattest Du geschrieben, dass Du es geschafft hast Dein Hobby zum Beruf zu machen. Mich würde brennend interessieren wann und wie Du den Absprung in die Selbstständigkeit geschafft hast? Hattest Du „einfach“ ab einer gewissen Vermögenssumme Deinen Job gekündigt, sodass Du von Dividenden leben konntest? Oder war ein erfolgreiches Nebenbusiness ausschlaggebend?"

Da dies nicht die erste Frage in dieser Richtung ist, stelle ich meine Antwort (und halbe Lebensgeschichte) hier für alle Interessierten ein.

Freitag, 14. Februar 2020

Delisting-Übernahmeangebot bei Godewind: Bei 100% Rendite darf man schwach werden

Godewind Immobilien [WKN: A2G8XX] gab nur ein kurzes Gastspiel an der Börse, das Ende dürfte nun besiegelt sein. Doch anders als bei WCM wurden Karl Ehlerding und Stavros Efremidis dieses Mal nicht überrumpelt von einer feindlichen Übernahmeattacke, wie damals durch die DIC Asset AG [WKN: A1X3XX], sondern man hat sich im Vorfeld mit dem Übernehmer auf einen Preis verständigt. So teilten es heute Abend Godewind und die Covivio X-Tend AG mit, eine Tochter der französischen Covivio S.A., einem französischen börsennotierten Real-Estate-Investment-Trust (REIT) mit Sitz in Metz.

Konkret haben Godewind und Covivio X-Tend eine Grundsatzvereinbarung geschlossen, wonach Covivio ein freiwilliges öffentliches Übernahmeangebot für 100% des Grundkapitals von Godewind unterbreiten wird zu €6,40 pro Aktie in bar. Das Übernahmeangebot soll als Delisting-Angebot abgegeben werden. Gut so...

Donnerstag, 13. Februar 2020

Portfoliocheck: Ken Fishers Wette auf die Top-Technologiewerte zahlt sich voll aus

In meiner Kolumne "Portfoliocheck" nehme ich regelmäßig auf aktien-mag.de für das "Aktien Magazin" von Traderfox die Depots der bekanntesten Value Investoren unserer Zeit unter die Lupe.

In meinem 74. Portfoliocheck blicke ich in das Depot von Ken Fisher, der mal Value Investor ist, wenn dieser Ansatz die besseren Renditen verspricht, und Growth Investor, wenn es hiermit mehr zu verdienen gibt. Fisher sah die Märkte längere Zeit im Schlussakkord eines Bullenmarktes und in solchen Phasen performen Technologiewerte stets besonders gut. Die Dominanz der Technologiewerte zeigt sich an Fishers größten Positionen. Mit Apple [WKN: 865985], Microsoft [WKN: 870747], Amazon [WKN: 906866], Alphabet [WKN: A14Y6F] und VISA [WKN: A0NC7B] setzt Fisher sehr stark auf Technologiewerte und das Internet. Und damit gleich auf mehrere Megatrends: Online-Shopping, Cloud-Services, Software-as-a-Service (SaaS), Künstliche Intelligenz (KI), Mobile Payment.

Alle Unternehmen weisen ähnliche Charakteristika auf, wie zweistellige Umsatzzuwächse und hohe Cashflows. Darüber hinaus sitzen viele von ihnen auf hohen Cash-Bergen und kaufen massiv eigene Aktien zurück. Sie sind daher für Krisen gut gerüstet und nicht auf Fremdmittel angewiesen. Die weiterhin sinkenden Zinsen verschärfen die Tendenz hinein in diese Aktien noch und ein Ende dieser Entwicklung ist nicht abzusehen. Die Technologie getriebene Endphase des Bullenmarktes könnte noch eine ganze Zeit lang andauern und die Kurse weiter treiben. Ken Fisher setzt darauf und bisher mit größtem Erfolg…

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Disclaimer
Alphabet, Amazon, Microsoft und VISA befinden sich auf meiner Beobachtungsliste und in meinem Depot.

Dienstag, 11. Februar 2020

Mutterglück: Genehmigung der Fusion von T-Mobile US und Sprint beflügelt auch Deutsche Telekom und Softbank Group

Fast zwei Jahre brauchte die Deutsche Telekom gebraucht, um im dritten Anlauf endlich den großen Wurf zu schaffen: das zuständige US-Gericht hat die Fusion der Nummer drei und vier der US-Telekomriesen, T-Mobile US und Sprint genehmigt und die Klagen einiger US-Bundesstaaten abgeschmettert. Mit "New T-Mobile" entsteht der drittgrößte Anbieter in den USA, der sich nun jedoch in Schlagdistanz begibt zu den Branchenführern Verizon und AT&T.

Für die beiden Muttergesellschaften Deutsche Telekom und Softbank Group ist die Entscheidung richtungweisend, denn sie versprechen sich hierdurch Synergieeffekte in Milliardenhöhe; vor allem die anstehenden großen Investitionen ins den Aufbau des neuen 5G-Netzes sind von dem Gemeinschaftsunternehmen viel leichter zu stemmen, als von beiden als Wettbewerber allein. Und für die Softbank Group bedeutet die Fusion, dass sie Sprint nicht mehr in ihrer Bilanz konsolidieren wird, so dass auch deren großer Schuldenberg aus der Softbank-Bilanz verschwindet. Für die eigenen Bilanzrelationen und die Bewertung ein neuer großer Pluspunkt. Also, good news for all - außer für Verizon und AT&T; dafür aber für die Anbieter von Sendemasteninfrastruktur, wie American Tower und Crown Castle...

Montag, 10. Februar 2020

Kissigs Klookschieterei: Der Tod des Risikos - Winken durch Niedrigzinsen paradiesische Zustände oder droht uns Zombiland?

Die Französin Christine Lagarde hat den Italiener Mario Draghi auf dem Chefsessel der Europäischen Zentralbank abgelöst, aber wer immer auch auf eine deutliche Kursänderung der EZB-Politik gehofft hat, dürfte eines Besseren belehrt worden sein. Unter Draghi senkte die EZB die Zinsen auf ein Rekordtief und angesichts weltweit schwächelnder Konjunkturdaten dürften Zinsanhebungen auf absehbare Zeit kaum auf der Tagesordnung stehen.

Für Sparer ist dies eine schlechte Nachricht, denn Zinsanlagen bringen schon länger keine Rendite mehr, so dass auf Sparbüchern und Termingeldkonten schlummerndes Geld unterm Strich sogar Geld kostet. Denn dank der Inflation wird unser Geld jedes Jahr weniger wert und die Zinsen sollen eigentlich mindestens diesen Wertverlust ausgleichen. Das tun sie aber nicht mehr. Und es könnte noch schlimmer kommen, denn angesichts weiter fallender Zinssätze führen immer mehr deutsche Baken bereits Negativzinsen auch für Privatleute ein.

Weitere Leidtragende sind alle diejenigen, die Geld anlegen müssen. Dazu gehören die Versicherungen, die mit dem Geld ihrer Kunden zwischen der Prämienzahlung und dem Eintritt der Versicherungsleistung Rendite erwirtschaften müssen, um ihre Kosten zu decken und Gewinne zu machen. Des Weiteren leiden alle Unternehmen, die Rentenansprüche ihrer Mitarbeiter in der Bilanz haben, denn niedrigere Zinssätze bedeuten höherer Rentenrückstellungen, da ein geringerer Anteil der zukünftigen Leistungen aus Zinsen herrührt und somit mehr Kapital für die Auszahlungen nötig ist.

Börsenweisheit der Woche 06/2020

"Wer nicht fähig ist, sich selber eine Meinung zu bilden und eine Entscheidung zu treffen, darf nicht zur Börse."
(André Kostolany)

Sonntag, 9. Februar 2020

Andere Ansichten über die Traumrenditen der Daytrader

Mit jedem Tag, den eine Hausse länger andauert, steigt auch die Anzahl der Geschichten von Leuten, die mit kurzfristigen Aktientrades enorme Kursgewinne eingefahren haben und unverschämt reich sind geworden sein müssten. Stefan Waldhauser vom High-Tech Stock Picking-Wiki hat sich in seinem Artikel "Was von den Traumrenditen der Daytrader zu halten ist" des Themas einmal angenommen und musste dabei leider einige der gröbsten Unfugslegenden ausräumen.

Auch ich so meine Erfahrung mit schnellen Gewinnen an der Börse und erinnere mich noch gut an Neuer Markt-Werte, die an einem einzigen Tag um über 70% in die Höhe sprangen - Wavelight Laser war so ein Fall und es war an einem Freitag im März 2000. Am Montag stürzte dann die NASDAQ zweistellig ab und es begann das, was heute als das "Platzen der Dotcom-Blase" bekannt ist...

Schnelle Gewinne passieren, auch Langfristanlegern und Value Investoren. So ist mein Net Worth im Januar um 4,5% angestiegen, auch dank der Top-Performance von SBF. Dann ging es zwei Tage lang kräftig bergab, doch zum Ende der ersten Februarwoche steht mein Net Worth bei 9% im Plus. Ohne Daytrading, einfach durch simples Buy & Hold! Rechne ich dieses Ergebnis von fünf Wochen auf's Jahr hoch, lande ich bei 93,6%. Aber ehrlich, wenn ich das kann, dann kann ich das auch besser. Es müssen mindestens 100% sein, ne, lieber vierstellig! Und wehe einer glaubt nicht, dass ich das schaffe, dann wären wir nämlich schon zwei. Also, so nicht, Leute, echt nicht! Nur weil meine langfristige Zielrendite bei 15% p.a. liegt heißt das nicht, dass ich nicht auch 10.000% machen könnte - daytoday, versteht sich.

So, und nun binde ich mir erstmal ein Kupferkabel um den Hals, um mich wieder zu erden. Ab morgen wird wieder Geld verdient, mit handwerkssolidem Value Investing. Das ist, nach Warren Buffett, der sicherste Weg zum Reichtum. Und seine Erklärung, weshalb ihn nicht jeder nutzt, ist ebenso simpel: weil niemand langsam reich werden will. Naja, ich schon...ツ