Mittwoch, 20. Dezember 2017

Was ist... eine Berichtigungsaktie?

Berichtigungsaktien gibt ein Unternehmen an seine Aktionäre aus, wenn es eine Kapitalerhöhung aus Gesellschaftsmitteln vornimmt. Bei diesem "Aktiensplit" werden Rücklagen in Eigenkapital umgewandelt und an die bisherigen Aktionäre im Verhältnis ihres Anteils am Eigenkapital ausgegeben.

Bei diesem Vorgang ändern sich weder das Vermögen noch die Kapitalausstattung der Gesellschaft - bilanzrechtlich handelt es sich um einen Passivtausch.

Für den Aktionär ändert sich an seiner Vermögensposition nichts: nach Ausgabe der Berichtigungsaktien hat er zwar mehr Aktien als zuvor, diese notieren aber niedriger, denn der Wert des Unternehmens hat sich ja nicht verändert, da - anders als bei einer "normalen" Kapitalerhöhung - ja kein frisches (zusätzliches) Geld in das Unternehmen geflossen ist. Der Aktienkurs passt sich also der neuen Aktienanzahl durch ein verringertes Kursniveau an.


Beispiel: bei der Ausgabe von Berichtigungsaktien im Verhältnis 1:2 erhält jeder Aktionär zu seiner einen Aktie zwei neue hinzu, so dass sich seine Aktienanzahl verdreifacht. Rechnerisch wäre jede Aktie somit noch ein Drittel der alten Akte wert und der Börsenkurs am ersten Handelstag nach dem Split dürfte auf diesem verminderten Niveau starten.

Ein Aktiensplit wird zumeist dann durchgeführt, wenn der Aktienkurs optisch zu teuer geworden ist. Des Weiteren erhofft man sich durch den Split einen höheren Börsenumsatz und eine Steigerung der Attraktivität der Aktien aufgrund des günstigeren Kurses.

Reverse Split
Ein "Reverse Split" liegt vor, wenn Unternehmen Aktien zusammenlegen. Bei einem Verhältnis 5 zu 1 werden so aus zuvor 100 Aktien 20. Durch die verringerte Zahl an Aktien erhöht sich der Wert jeder einzelnen verbliebenen Aktie, so dass auch ihr Kurs entsprechend höher notiert. Rechnerisch würde der Kurs also im genannten Beispiel von zuvor 0,50 auf 2,50 Euro steigen.

Insbesondere bei sog. Penny-Stocks, also Aktien mit Kursnotierungen unterhalb von 1 Euro, ist diese Maßnahme bisweilen geradezu überlebensnotwendig, wenn nämlich eine Kapitalerhöhung durchgeführt werden soll. Dazu darf der Ausgabepreis nicht unterhalb von 1 Euro liegen und will das Unternehmen nun über die Börse eine öffentliche Kapitalerhöhung durchführen, muss der Kurs zunächst über diese Marke gehievt werden.

>>> weiterführender Artikel zu Berichtigungsaktien

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