Montag, 23. März 2015

Deutsche Rohstoff AG nutzt den schwachen Ölpreis

Der niedrige Ölpreis kommt der Deutschen Rohstoff AG (DRAG) sehr entgegen, denn sie ist momentan quasi der "Contrarian Investor" der Ölbranche. Immerhin sitzt sie auf einem enormen Berg von Cash in US-Dollars, den sie überwiegend in den USA in die Bereiche Öl- und Gasförderung investieren kann. Und will. Mitte Januar hatte die 74-prozentige Tochter der DRAG, die Cub Creek Energy vermeldet, man habe erste Flächen akquiriert und zwar in der Nähe des Kernbereichs des Wattenberg-Feldes in Colorado, eben jenem Feld, das sich als so ergiebig erwiesen und der DRAG beim Verkauf so hohe Einnahmen beschert hatte. Inzwischen ist der Ölpreis um knapp die Hälfte eingebrochen und Investoren finden paradiesische Zustände vor: niedrige Preise für Flächen, Bohrrechte, Mannschaften, Ausrüstungen...

Daher verwundert es nicht, dass die DRAG heute mitteilt, Cub Creek Energy habe erneut zugeschlagen und wieder im Kernbereich des Wattenberg-Feldes. "Es handelt sich um insgesamt rund 2.000 acres (8,1 km2) prospektive Gebiete im nordwestlichen Teil des Feldes. Cub Creek wird diese Flächen als Betriebsführer (Operator) entwickeln. Cub Creek leistet keine Vorabzahlung. Die Größe der neu erworbenen Leases entspricht dem Anteil der im Mai 2014 erfolgreich verkauften Flächen rund um die Stadt Windsor, auf dem die Beteiligung Tekton Energy der Deutsche Rohstoff zuvor zahlreiche Bohrungen abgeteuft hatte. Das Management von Cub Creek geht davon aus, in den nächsten drei Jahren bis zu 50 Horizontalbohrungen auf den neuen Flächen niederbringen zu können. Cub Creek wird kurzfristig beginnen, die entsprechenden Genehmigungen einzuholen. Bereits im Januar hatte Cub Creek in der Nähe Leases übernommen, auf denen derzeit bis zu 12 Horizontalbohrungen vorbereitet werden. Diese Flächen wird Cub Creek ebenfalls als Operator entwickeln".

Für das Engagement spricht die momentane Marktlage im Ölsektor, denn man kann mit wenig Geld verhältnismäßig viel kaufen, denn die preise sind im Keller. Das Risiko liegt natürlich darin, dass anschließend bei der Förderung kein Gewinn herausspringt, weil der Ölpreis sich bis dahin noch nicht erholt hat oder gar noch tiefer notiert. Und das Risiko ist nicht von der Hand zu weisen. Bzgl. der zuvor akquirierten Flächen sprach DRAG-CEO Dr. Gutschlag davon, dass man ab einem Ölpreis (WTI) von 40 USD Geld verdiene und es ist davon auszugehen, dass dies bei dem neuen Feld ebenfalls die Schmerzgrenze sein dürfte. Alles darüber würde "richtig Spaß machen". Darüber hinaus agiert die DRAG aufgrund möglicher Steuerrückerstattungen in Millionenhöhe mit einer Art Sicherheitsnetz. Denn beim Verkauf der Tekton-Flächen hatte die DRAG rund 38 Mio. USD Steuern in den USA überwiesen und diese Steuern kann sie anteilig zurück erhalten, wenn sie wieder in Öl- und Gasprojekte in den USA investiert. Diese Sicherheitsmarge unterscheidet die DRAG von allen anderen Investoren, die zur Zeit antizyklisch in den Bereich Exploration investieren und stellt einen erheblichen Wettbewerbsvorteil dar.

Ich denke, die DRAG beweist guten Geschäftssinn, in dem man zu Tiefstpreisen weitere Flächen und Equipment akquiriert. Schließlich sprudelt dann nicht schon morgen das Öl aus dem Boden, sondern es müssen erst Genehmigungen eingeholt und anschließend die Bohrlöcher erstellt werden. Da geht noch einige Zeit ins Land und es ist kaum anzunehmen, dass das Öl noch lange auf diesem niedrigen Niveau verharrt. Denn die Anzahl der neuen Bohrlöcher in den USA sinkt dramatisch, so dass in spätestens einem halben Jahr auch die Fördermengen rapide sinken werden. Die Folge dürfte mit einiger Verzögerung ein Anstieg des Ölpreises sein, wenn denn auch die aktuell berstenden Lagerkapazitäten wieder abgeschmolzen sind. Die DRAG könnte genau zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Platz sein und das Richtige tun. Ich bin sicher, dass mein Geld hier gut investiert ist und der Aktienkurs die gute Unternehmensentwicklung bald nachvollziehen wird.

Die Deutsche Rohstoff AG befindet sich auf meiner Empfehlungsliste.

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