Montag, 11. Mai 2015

Aurelius will noch mehr Erfolg und noch glücklichere Aktionäre

Aurelius, die Münchner Beteiligungsgesellschaft, lädt am 15. Juni zur Hauptversammlung und will dabei die Weichen für einen noch größeren Erfolg legen. Dazu soll die AG in eine KGaA (Kommanditgesellschaft auf Aktien) umgewandelt werden, deren voll haftende Gesellschafterin eine SE (Aktiengesellschaft europäischen Rechts) wird. Dieser vorgeschlagene Formwechsel der Gesellschaft soll die strukturellen Voraussetzungen schaffen, damit eine schnelle Handlungs- und Entscheidungsfähigkeit der Organe erhalten bleibt und Aurelius auch in Zukunft erfolgreiche Unternehmenstransaktionen durchführen kann. Er soll zudem die strukturellen Voraussetzungen legen, um wesentlich beteiligten Aktionären einen unmittelbaren Einfluss auf die Besetzung des Aufsichtsgremiums zu ermöglichen, welches die Unternehmensführung bestellt und kontrolliert.

Für den einzelnen Aktionär, der sich an einem erfolgreichen Business beteiligen will, ändert sich nicht wirklich etwas: er kann weiterhin Aktien über die Börse kaufen und verkaufen und er erhält weiterhin einen Anspruch auf seinen Teil des Unternehmensgewinns. Eine ausführliche Darstellung der rechtlichen und wirtschaftlichen Folgen des Rechtsformwechsels sowie der künftigen Beteiligung der Aktionäre wird der vom Vorstand erstellte Umwandlungsbericht enthalten, der den Aktionären zugänglich gemacht wird. Eine der bekanntesten KGaAs Deutschlands ist übrigens Persil-Hersteller Henkel.

Neben diesen Plänen sollen die Aktionäre aber noch einer Reihe weiterer Maßnahmen zustimmen. Natürlich der angekündigten Rekord-Dividende von 2,00 EUR je Aktie, das dürfte kaum Widerspruch ernten. Dann möchte der Vorstand neues Eigenkapital genehmigt bekommen und zwar die Erneuerung und Erhöhung des Genehmigten Kapitals auf bis zu 15,84 Mio. EUR. Damit soll der zulässige Umfang von 50 Prozent des Grundkapitals ausgeschöpft werden, damit die Gesellschaft auch künftig in der Lage wäre, bei Bedarf ihre Eigenmittel umfassend zu verstärken. Die Ermächtigung zum Bezugsrechtsausschluss wird dabei auf max. 20 Prozent des Grundkapitals begrenzt. Das ist schon eine gewaltige Summe, die natürlich nicht einfach so eingefordert wird, sondern nur, wenn Aurelius entsprechende lukrative Käufe im Visier hat. Und alleine die Tatsache, dass der Vorstand hier den gesetzlich maximal zulässigen Rahmen ausschöpfen möchte zeigt, dass die Ankündigungen, die Deal-Pipeline sei prall gefüllt, wohl keine Worthülsen sind, sondern sich schnell konkretisieren könnten. Bedenkt man, dass Aurelius seit ihrem Bestehen ihr eingesetztes Eigenkapital mit jedem Deal im Durchschnitt mehr als verachtfacht hat, sollte niemanden eine mögliche Kapitalausweitung diesen Umfangs einschüchtern. Im Gegenteil...

Doch der Vorstand möchte auch zwei direkt wirkende Maßnahmen von den Aktionären genehmigt bekommen. Zum einen möchte man die im Rahmen des laufenden Aktienrückkaufprogramms erworbenen eigenen Aktien einziehen, also vernichten. Das heißt, dass das Grundkapital sinkt und jede ausstehende Aktie einen größeren Anteil am Unternehmen und am Gewinn darstellt. Für die Aurelius-Aktionäre also eine gute Nachricht. Schaut man sich dann noch die aktuellen Zahlen des Aktienrückkaufs an, wären Begeisterungsbekundungen durchaus angesagt: es wurden insgesamt 279.998 Aktien zu einem Durchschnittskurs von 31,884 EUR erworben. Der Schlusskurs vom Freitag lag fast exakt 11 EUR je Aktie höher, so dass der Rückkauf und die Einziehung der Aktien für Aurelius-Aktionäre einen Mehrwert von knapp über 3 Mio. EUR erbracht haben wird.

Doch damit nicht genug. Aurelius schlägt vor, gleich wieder ein weiteres Aktienrückkaufprogramm aufzulegen und der Erfolg der bisherigen Rückkäufe und ihre elektrisierende Wirkung auf den Aktienkurs dürften hier die Anlegerherzen höher schlagen lassen.

Unter dem Strich sollten die vorgeschlagenen Maßnahmen sich für das Unternehmen und den Aktienkurs positiv auswirken und die nach wie vor glänzenden Rahmenbedingungen im Private Equity Business lassen mich auch weiterhin optimistisch auf den Top-Performer meiner Empfehlungsliste blicken, der nach zweieinhalb Jahren eine stolze Rendite von mehr als 300 Prozent aufweist. Unter Berücksichtigung der Dividendenzahlungen hat sich das eingesetzte Kapital seitdem also mehr als vervierfacht.Und ein Ende der Erfolgsstory ist nicht abzusehen...

Kommentare:

  1. Hallo Herr Kissig,
    ist Aurelius jetzt immer noch ein Kauf für Sie, also erhöhen Sie Ihre Position oder Halten Sie nur noch und würden den Neueinstieg nicht mehr empfehlen?
    Mfg Stahl

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    1. Moin Herr Stahl,
      ich habe zuletzt keine Aurelius-Aktien mehr zugekauft, weil der Wert bereits der zweitgrößte in meinem Portfolio ist (nach Blackstone) und ich bei WCM zugelangt habe. Auf lange Sicht ist und bleibt Aurelius für mich ein Top-Investment, das ich an schwachen Tagen auch weiter zukaufen würde.

      Am 16. Juni gibt es 2 EUR Dividende, die ist also heute im Kurs enthalten, am Tag der Zahlung geht der Kurs entsprechend um diese 2 EUR runter. Die Erfahrung zeigt, dass Dividendenabschläge im Regelfall in den nächsten Wochen wieder aufgeholt werden. Andererseits muss man als Privatanleger natürlich die 25% Abgeltungssteuer bezahlen, insofern kann ich Ihnen nicht raten, ob man lieber vor oder nach der Dividendenzahlung einsteigen sollte. Markt-Timing geht meistens fehl.

      Grundsätzlich hat Aurelius sehr gute Aussichten, aus seinen Beteiligungen viel Geld zu machen. Sie haben reichlich liquide Mittel für weitere Zukäufe und bisher in diesem Jahr noch keinen Exit vermeldet. Obwohl CEO Dr. Markus dies in Aussicht gestellt hat. Und daran hängt ja auch ein Gutteil der Gewinne von Aurelius.

      Aurelius selbst möchte ein neues Rückkaufprogramm auflegen und wenn man sich den Erfolg des letzten ansieht, kann man sich als Aktionär darüber nur freuen. Natürlich wird dieses auch weiterhin den Kurs stützen, wenn er mal in Bedrängnis kommen sollte.

      Und so sprechen aus meiner Sicht viele Argumente für einen Kauf von Aurelius-Aktien. Und ob der Kurs vor zweieinhalb Jahren viel tiefer stand, sollte für die heutige Investitionsentscheidung keine Rolle spielen. Da zählt nur, wie man die künftige Entwicklung des Unternehmens einschätzt. Denn daran wird sich letztlich auch der Aktienkurs orientieren.

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  2. Die im Rahmen des laufenden Aktienrückkaufprogramms erworbenen eigenen Aktien einziehen, gleich wieder ein weiteres Aktienrückkaufprogramm auflegen und dann möchte der Vorstand neues Eigenkapital genehmigt bekommen und zwar die Erneuerung und Erhöhung des Genehmigten Kapitals auf bis zu 15,84 Mio. EUR. Damit soll der zulässige Umfang von 50 Prozent des Grundkapitals ausgeschöpft werden, damit die Gesellschaft auch künftig in der Lage wäre, bei Bedarf ihre Eigenmittel umfassend zu verstärken.
    Sind das nicht einander widersprechende Maßnahmen?

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    1. Nein, nicht wirklich. Das bisherige ARP läuft irgendwann aus und dann muss man halt ein neues auflegen oder aufhören. Unter dem Strich darf eine Gesellschaft in Deutschland max. 10% ihrer ausstehenden Aktien selbst halten - wenn das Unternehmen sie einzieht, werden sie vernichtet. Es können dann wieder 10% des restlichen Stammkapitals erworben werden.

      Der zweite Beschluss zur Schaffung weiteren genehmigten Kapitals soll ja dazu dienen, neues Eigenkapital zu schaffen, wenn es erforderlich sein sollte. Also durch eine "normale" Kapitalerhöhung oder um Aktien als Akquisewährung zu schaffen. Ob diese Optionen während der Laufzeit der Ermächtigung gezogen wird, hängt ja davon ab, ob es geeignete Übernahme-/ bzw. Kaufziele gibt. Das ist also losgelöst von einem Aktienrückkaufprogramm zu sehen. Auch dieses ermächtigt die Gesellschaft ja nur, eigene Aktien zu erwerben. Es ist keine Verpflichtung.

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    2. Wenn man sich das aktuelle und demnächst auslaufende Aktienrückkaufprogramm ansieht, dann war es vom 25. August 2014 bis zum 30. Juni 2015 befristet und gab Aurelius die Erlaubnis, insgesamt bis zu 3,168 Mio. eigene Aktien zurückzukaufen, max. begrenzt auf 15 Mio. EUR. Per Stichtag 15. Mai wurden bisher 280.000 Aktien erworben zu durchschnittlichen 31,884 EUR - das stellt also nur einen Bruchteil dessen dar, was möglich gewesen wäre. Insofern wird ein neues Aktienrückkaufprogramm de facto also nichts am bisherigen Verlauf ändern, denn das bisherige wurde ja nur ansatzweise ausgenutzt.

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  3. Halten Sie es denn das Verhalten von Aurelius für aktionärsfreundlich?

    Wenn man eine Dividende ausschüttet und dabei zugleich eine Kapitalerhöhung plant, wie ja auch letztes Jahr, so empfinde ich das als Aktionär als Benachteiligung. Ich muss dann ja die Dividende versteuern und darf dann die versteuerte Dividende plus weiteres Kapital gleich wieder ins Unternehmen stecken, um meinen Anteil nicht zu verwässern. Dabei freut sich nur der Staat - mich ärgert das.

    Wenn man wachsen will, sollte man m.E. erstmal die Dividende weglassen, aber nicht ein derartiges hin und her veranstalten.

    Die Kapitalerhöhung sehe ich als kritisch - im aktuellen Negativzins müsste es doch möglich sein, profitable Zukäufe über Schulden zu finanzieren - das wäre billiger, als teures Aktionärskapital einzusetzen.

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    1. Aurelius hat eine kommunizierte Dividendenpolitik, dass sie eine Basisdividende ausschütten aufgrund des operativen Geschäftsverlaufs und darüber hinaus die Aktionäre an den Einmaleffekten aus Beteiligungsverkäufen oder "Übernahme-Mitgiften" beteiligen. Hier Wort zu halten, ist eine unternehmerische Tugend - und nicht zuletzt wegen der hohen Dividende sind die Aurelius-Aktien bei Anlegern so beliebt, gerade auch bei institutionellen.

      Zur Ankündigung, sich neues Eigenkapital genehmigen zu lassen, muss man feststellen, dass die bisher lediglich eine Ermächtigung sein wird, eine solche Maßnahme durchzuführen. Konkret ist keine Kapitalerhöhung geplant. Und es ist bei alles Aktiengesellschaften üblich, sich für einen bestimmten Zeitraum (zumeist einige Jahre), solche Kapitalmaßnahmen von der Hauptversammlung genehmigen zu lassen, um dann im Bedarfsfall handlungsfähig zu sein. Und Handlungsfähigkeit ist das Stichwort: Aurelius hat ja erklärt, dass man das Kapital dann erhöhen würde, wenn man dies für weitere Übernahmen bräuchte. Natürlich wird bei den Finanzierungen auch Fremdkapital eingesetzt, dieses günstige Finanzierungsmittel nutzt Aurelius selbstverständlich. Allerdings muss jede Finanzierung auch mit Eigenmitteln unterfütter werden. Und Aurelius will stark weiterwachsen und wenn man größere Übernahmen stemmen will, dann muss man auch mehr Eigenkapital haben. Und hier sind wir beim Zeitfaktor: die Hauptversammlung ist Mitte Juni, ebenso die Dividendenzahlung. Ob und ggf. wann eine Kapitalerhöhung ansteht, ist bisher gar nicht klar. Vielleicht kommt sie in absehbarer Zeit auch gar nicht? Darüber hinaus ist ein zu hoher Fremdkapitalanteil nicht ratsam, denn die Vergangenheit zeigt, dass Börsenturbulenzen am besten mit einer soliden Bilanzstruktur durchzustehen sind. Und solide FInanzen sind mir sehr viel lieber, als ein Maximum an Leverage.

      Aus diesen Gründen halte ich die angekündigten Maßnahmen durchaus für miteinander vereinbar. Und auch nicht zum Schaden Aktionäre, selbst wenn die Dividende versteuert werden muss. Letztlich sind dies nur vorweggenommene Steuern, denn bliebe das Geld im Unternehmen und würde den Aktienkurs erhöhen, müsste es ja beim Aktienverkauf als Kursgewinn versteuert werden. Und geht man davon aus, dass Aurelius sein investiertes Kapital im Durchschnitt bisher mehr als verachtfacht hat bei seinen Transaktionen, sollte einen der kleine Steueraderlass nicht grämen, wenn letztlich mit mehr Kapital noch größere und lukrativere Deals an Land gezogen werden können.

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    2. Hallo,

      danke für die fundierte und differenzierte Antwort! (Und an der Stelle auch gleich überhaupt einmal vielen Dank für dieses großartige Blog!)

      Bzgl. der Kapitalerhöhung: okay, ja stimmt, das wird natürlich nur im Tandem mit Fremdkapital gemacht und nur bei Bedarf - insofern möchte ich da die Kritik zurücknehmen. Gleichzeitig ein Rückkaufprogramm und Kapitalerhöhungen genehmigen zu lassen, kann ich auch nachvollziehen - denn es erhöht die Flexibilität und verpflichtet ja nicht zu Handlungen.

      Und ja, auch bzgl. der Dividendenpolitik ist es wahrscheinlich eine Frage des Abwägens, ob man die kommunizierte Politik höher gewichtet als die (meines Erachtens) eigentlich rationalere Variante, das Geld erstmal nicht auszuschütten, wenn man weiß, dass man es benötigen wird. Dr. Markus hatte ja im letzten Jahr auch einmal dazu Stellung genommen, dass er eben die kommunizierte Politik als höher gewichtet hat und daher auf die Dividende direkt die Kapitalerhöhung folgte. Ich finde das immer noch ärgerlich, kann aber die Logik verstehen, und ich will das auch wirklich nicht dramatisieren; Aurelius macht tolle und beeindruckende Arbeit; ich bin schon einige Jahre bei Aurelius investiert und bleibe es auch weiter, den kleinen Steueraderlass akzeptiere ich also - hoffen wir also auf weitere erfolgreiche Transaktionen bei Aurelius...

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