Mittwoch, 1. Februar 2017

Sollte man gerade jetzt Aktien kaufen?

Seit jeher treibt Anleger die Frage um, ob gerade jetzt der richtige Zeitpunkt gekommen ist, Aktien zu kaufen. Und diese Frage stellt sich fast täglich neu, nie scheint wirklich klar zu sein, ob es endlich soweit ist.

Blicken wir auf den Jahresstart an den Börsen zurück, dann erlebten wir einen überraschend guten Aktienmarkt. Überraschend deshalb, weil durch die Wahl Donald Trumps zum US-Präsidenten und seine Hauruck-Politik große Unsicherheit an die Märkte schwappt.

Und wenn man an das letzte Jahr zurückdenkt, da waren die ersten beiden Monate geradezu panische Ausverkaufszeiten. Immer weniger Analysten hatten in dieser Marktphase dazu geraten, in Aktien zu investieren, Weltuntergangspropheten hatten Hochkonjunktur. Nur wenige Anleger haben hier beherzt zugegriffen, denn es schien nicht die richtige Zeit, um in Aktien zu investieren. Mitte Februar drehten die Kurse urplötzlich und starteten eine Erholungsrallye. Von einer „Bärenmarktrallye“ war die Rede, einer Falle für diejenigen, die an eine nachhaltige Kurserholung glaubten. Die meisten Marktexperten waren sich sicher, dass der kurzen Erholung ein noch größerer Kursrutsch nach unten folgen würde, eine Kurslawine, die nur noch einmal Anlauf nimmt, um dann alles in die Tiefe zu reißen. Es schien nicht die richtige Zeit, um in Aktien zu investieren.

Und heute? Werden die Kurse steigen oder werden sie fallen, wohin tendieren die Börsen in den nächsten Wochen? Nun, ich kann dazu wenig sagen, denn ich weiß es nicht. Und ich kenne auch niemanden, der es sicher weiß. Ansonsten wäre er der gefragteste Interviewpartner der Welt und noch reicher als Bill Gates und Warren Buffett zusammen. Allerdings sind die Weltuntergangs- und Börsencrash-Propheten noch immer lautstark unterwegs und irgendwann werden sie auch mal wieder Recht bekommen. Ihr "Ich hab's euch ja gesagt" wird dann auf jeder Titelseite prangen und in jeder Wirtschafts-TV-Show verbreitet werden. Der lange Zeitraum, wo die Crash-Propheten falsch lagen - und Anleger mit ihren Prognosen viel Geld verloren oder nicht verdienten - die sind dann einfach vergessen. Doch die Aktienkurse erholen sich meist schon längst wieder, wenn die Pessimisten noch Hochkonjunktur haben in der öffentlichen Wahrnehmung. Im Nachhinein kann jeder Börsenkommentator sagen, weshalb die Entwicklung genau so eingetreten ist, wie sie eintrat. Im Vorhinein gelingt das kaum jemandem. Jedenfalls nicht mit einer Regelmäßigkeit, die einen Propheten-Status rechtfertigen würde.

Ignoriere die Kursbewegungen!
Da wir also wissen, was wir nicht wissen, sind wir schon mal einen Schritt weiter. Das Auf und ab der Kurse zu ignorieren, ist ein gut gemeinter Rat. Und ein guter, geradezu genial, aber leider kaum umsetzbar. Jedenfalls von Otto Normalanleger.


Es liegt in unserer Natur, die Börsenkurse anzustarren, sie zum Gradmesser unseres Börsenerfolgs zu machen. Wir betrachten eine Aktie immer anhand unseres Einstiegskurses und schätzen sie weniger aufgrund ihrer fundamentalen Entwicklung ein. Die Kurse scheinen immer recht zu haben und wenn sie fallen, wissen die anderen mehr als wir und wir fühlen uns als die Dummen, weil wir noch diese Aktien haben, deren Kurs fällt. Und auch wenn wir noch so oft gesagt bekommen, dass die anderen auch nicht mehr wissen, sondern aus tausend unterschiedlichen Gründen gerade jetzt diese Aktie verkaufen, so verdrängen wir dieses Wissen wieder und denken, alle anderen wären schlauer als wir. 

Doch wer erfolgreich sein will mit seinen Investments an der Börse, der muss sich frei machen von den Kursschwankungen. Er muss sich auf die Unternehmen konzentrieren, auf ihre Geschäftsentwicklung. Und er muss die Börsenkurse nicht als Gradmesser für die Richtigkeit seiner Investments verkennen, sondern als das Instrument, das ihm große Chancen bietet. Nämlich immer dann, wenn die emotionale Börsenmeinung den Kurs aberwitzig von seinem eigentlichen Wert entfernt. Wer diese Chancen ergreift, hat den größten Erfolg, denn die großen Chancen bieten sich nicht dem, der genauso handelt wie alle anderen, sondern sie finden sich dort, wo alle anderen schon längst nicht mehr hinsehen.

Das Finanzgenie John Templeton
Ich möchte dieses erfolgreiche antizyklische Agieren an einem Beispiel verdeutlichen, an einem der größten Investoren, den die Welt je gesehen hat: Sir John Templeton. Er gründete 1954 den Templeton Growth Fonds, der mit seinen spektakulären Gewinnen 50 Jahre lang das Maß der Dinge an der Wall Street war. Dabei beherzigte er stets die Prinzipien des Value Investings und blieb seinem Credo treu, günstig zu kaufen und teuer zu verkaufen.

Templetons Aufstieg zum "wohl größten globalen Stock-Picker des Jahrhunderts", wie ihn das US-Anlegermagazin Money 1999 titulierte, begann in der Baisse des Jahres 1939 auf dem Höhepunkt der Wirtschaftskrise zu Beginn des Zweiten Weltkriegs. Damals, als alle Anleger ihre Aktien zu jedem Preis auf den Markt warfen, lieh er sich 10.000 Dollar und kaufte querbeet Unternehmen, deren Aktienkurse unter 1 Dollar gesunken waren. Als er nach einigen Jahren diese Aktien verkaufte, war er ein reicher Mann, da beinahe alle diese Aktien erheblich im Kurs gestiegen waren. Er lebte also seine Maxime vor, in Zeiten des größten Pessimismus einzusteigen, diese unterbewerteten Aktien über einen längeren Zeitraum zu halten und dann teuer wieder zu verkaufen. Er war überzeugt, dass man andere Aktien als alle anderen kaufen müsse, weil man ansonsten eben auch keine andere, bessere, Rendite aufweisen könne.

Und der Erfolg seines Templeton Growth Fund bestätigte dies, denn zwischen dem Zeitpunkt der Auflage 1954 und dem Verkauf der Investmentgesellschaft an die Franklin Investment-Gruppe im Jahr 1992 für 440 Mio. Dollar erzielte der Fonds eine durchschnittliche jährliche Rendite von 14,5 Prozent.

Seine Anlagephilosophie bewährte sich auch kurz nach der Jahrtausendwende, als die Internetblase platzte und die Börsenkurse weltweit abstürzten. Getreu seinem Motto des antizyklischen Investierens hatte er da bereits den größten Teil seiner Technologie-Aktien verkauft und sein Fonds verlor zwischen 2000 und 2003 nur 2 Prozent, während der MSCI-World-Index um fast 40 Prozent in die Tiefe stürzte.

Nun könnte man sagen, dass Templeton einfach Glück hatte, zum Tiefpunkt einzusteigen und so ein Vermögen zu machen. Und natürlich spielte Glück auch eine Rolle. Allerdings blieb es ja nicht bei diesem einen Erfolg, Templeton reihte 50 Jahre lang einen Erfolg an den nächsten. Wie Warren Buffet, der auf dem Hochpunkt der Finanzkrise zweistellige Milliardenbeträge in die strauchelnden Banken investierte, in Wells Fargo, Bank of America und Goldman Sachs. Er kaufte, was keiner haben und als jeder es loswerden wollte. Und er verdiente Milliarden damit.

»Die beste Zeit für die Geldanlage ist dann, wenn man Geld hat. Die Geschichte deutet nämlich darauf hin, dass nicht der Zeitpunkt zählt, sondern die Zeit.«
(Sir John Templeton)

Gegen den Strom schwimmen ist nicht so einfach
Es ist schwierig, gerade dann Aktien zu kaufen, wenn alle anderen auf den Verkaufsknopf drücken. Die Nachrichtenlage ist dann nämlich so, dass man selbst auch eher Angst vor dem Untergang der Welt hat und vor diesem Szenario schreckt man zurück und versucht sein Geld lieber in Sicherheit zu bringen, als es genau dann zu investieren. Schaut man jedoch in die Geschichte zurück, dann erkennt man wiederkehrende Muster. Alle paar Jahre gibt es solche Schreckensszenarien und große Ausverkäufe und immer wieder erholen sich die Kurse von diesen Einbrüchen. Und dieses Muster führt zu der Erkenntnis, dass es vor allem die Spekulanten trifft, die auf kurzfristige Kursgewinne setzen, während die langfristig orientierten Anleger diese Kurseinbrüche gelassen hinnehmen können und am besten in diesen Phasen noch weitere Aktien zukaufen.

Dabei kommt es allerdings darauf an, genau die Aktien im Depot zu haben, die Krisen auch unbeschadet überstehen und nicht solche, die bei Gegenwind gleich kentern. Derartige Aktien sind nicht für Langfristanleger geeignet und daher lassen wir unsere Eingangsfrage, ob man gerade jetzt Aktien kaufen sollte, vom erfolgreichsten Fondsmanager der 1980er Jahre beantworten, von Peter Lynch. Der sagte nämlich:

»Wenn die richtige Aktie gefunden ist, dann ist es nie zu früh und nie zu spät, sie zu kaufen.«
(Peter Lynch)

Erfolgsrezept Value Investing
Es kommt also auf die Auswahl der richtigen Aktien an und darauf, sie nicht zu teuer einzusammeln. Was nichts anderes bedeutet, als Benjamin Grahams Konzept des Value Investings konsequent anzuwenden.

Während einer Hausse steigen auch die schlechten Aktien, doch sind das genau die Werte, die bei schwierigen Verhältnissen ins Bodenlose abstürzen. Ganz vermeiden lässt es sich nicht, auf dem falschen Fuß erwischt zu werden, immerhin musste sogar die große General Motors Insolvenz anmelden während der letzten Wirtschaftskrise. Aber Anleger können das Risiko minimieren, indem sie auf die richtigen Branchen setzen. Branchen, die gerne auch als „defensiv“ bezeichnet werden, weil sie nicht die neusten Trends aufgreifen, nicht in die revolutionären Technologien von morgen investieren, sondern in das langweilige Zeugs, das jeder von uns täglich benutzt. In Rasierschaum, Windeln, Ketchup und Müsli. Also in Konsumgüter, Kosmetik, Nahrung. Diese Branchen versprechen kein großes Wachstum, aber sie sind relativ krisensicher, da sie Produkte anbieten, auf die die Menschen auch in Krisenzeiten nicht einfach so verzichten. Während der die neue Rolex oder Restaurantbesuche schnell auf die Sparliste kommen, wird man beim Brotaufstrich oder der Zahnpasta kaum Abstriche machen. Und Mineralwasser wird immer getrunken.

Nun sollte man allerdings nicht gedankenlos einfach jede Aktie aus einer defensiven Branche kaufen, denn auch sie unterscheiden sich teilweise erheblich. Die KGVs sind zumeist zweistellig, eben weil sie so viel Sicherheit bieten, und sie weisen oftmals attraktive Dividendenrenditen auf. Um allerdings wirklich krisensicher zu sein, sollten sie auch noch andere Bilanzkriterien erfüllen. Und hier ziele ich vor allem auf einen geringen Verschuldungsgrad bzw. eine hohe Eigenkapitalquote ab. Je weniger Fremdkapital eine Firma einsetzt, umso solider ist sie, wenn es zu einer Krise kommt. Denn in solchen Zeiten drehen Banken schnell man den Hahn zu und auch große Unternehmen kommen dann ins Straucheln.

»Geduld ist die oberste Tugend des Investors.«
(Benjamin Graham)

Zu guter Letzt noch eine Prise Geduld
Nun muss niemand jede Bilanz und jeden Geschäftsbericht durchackern, um geeignete Aktien aus diesen Branchen zu finden. Oftmals reicht es aus, sich die Kennzahlen der letzten drei Jahre anzusehen und sie mit Unternehmen aus derselben Branche zu vergleichen. So findet man die relativ am günstigsten bewerteten Unternehmen heraus in Bezug auf Verschuldung, KGV und Dividendenrendite. Und wenn man seine Hausaufgaben gemacht und die richtige solide Aktie gefunden hat, dann muss man nur noch eine Tugend an den Tag legen: Geduld. Eine Aktie steigt nicht sofort, nachdem man sie gekauft hat. Man muss ihr die Zeit geben, ihre Trümpfe auszuspielen. Wie bei einem guten Wein, auch dieser benötigt Zeit, um zu wahrer Qualität heranreifen zu können.

Und man sollte immer über eine ausreichend große Cash-Reserve verfügen, denn Liquidität ist eine Call-Option für das richtige Investment zur richtigen Zeit, wie Warren Buffett es einmal ausdrückte. Langfristig bringt daher Liquidität die Rendite!

Kommentare:

  1. Hallo Michael,

    sehr guter Beitrag.Aber wieviel Value verträgt den der Privatanleger? Ich las vor einigen Tagen bei ARD Börse, das es bei Aktienfonds in 2016 wieder zu größeren Mittelabflüssen gekommen ist.Brexit,Trump oder was anders- hauptsache weg mit dem "Risiko". Wenn die menschen sich verschulden ist das anscheinend nicht so risikoreich als wenn der Kurs, nicht der Wert einer Aktie/Unternehmens um rund 10 % fällt.
    Wie will Deutschland denn mit so einer Einstellung die Altersvorsorge in den Griff bekommen?
    Ich danke Die für die sachlichen und informativen Beiträge und würde empfehlen den Beitrag oben auf den Nachttisch zu legen !!

    Beste Grüße,
    Norbert

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    1. Was kümmern die Mittelabflüsse? An der wirtschaftlichen Lage der Unternehmen und damit an ihrem Wert ändern die Abflüsse doch meist kaum etwas (außer, wenn eine Kapitalerhöhung nötig ist). Eine gute Strategie kann sein, solide und wachstumsstarke Unternehmen mit ordentlichen Dividenden zu kaufen und die Dividenden zu reinvestieren. Das war in der Vergangenheit immer sehr erfolgreich, sogar in schwachen Börsenphasen. Aber auch erfolgreiche Unternehmen, die keine Dividenden zahlen, kommen meist in eine Situation, wo sie ihren Gewinn nicht mit akzeptablen Renditen reinvestieren können (prominentes Beispiel: Apple). Dann gibt es als eigentümerfreundliche Lösung nur die Möglichkeit, Dividenden auszuschütten oder Aktien rückzukaufen, und das äußert sich langfristig im Preis. Leider gibt es viele aktionärsfeindliche Unternehmen, die in solch einer Situation stattdessen lieber unsinnig zukaufen oder unsinnige Geschäftsfelder eröffnen, um dem ehrgeizigen CEO ein Denkmal zu setzen und so das Geld zu verpulvern. Daher ist es für mich entscheidend, nur Unternehmen zu kaufen, bei denen der CEO am meisten "Skin in the game" hat und möglichst selbst der Gründer ist oder zumindest einer der größte Einzelaktionär.

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  2. Nunja, an sich schön recherchiert, nur baust du deine ganze Argumentation auf ("Zeit ist der Faktor und nicht Zeitpunkt") um dieser dann in den letzten Zeilen komplett zu widersprechen ("langfristig bringt Liquidität die rendite"). JA WAS DENN NUN?! Entweder stimmst du Templeton zu, oder Buffet. Beides geht nunmal nicht, da Templeton sagt es ist Sinnlos nicht zu 100% investiert zu sein (wenn man das Richtige Unternehmen gefunden hat) während Buffet sagt: Es ist auch okay mal kaum bis gar nicht Investiert zu sein. Die beiden vertreten Unterschiedliche Standpunkte. Das du keinen klaren Standpunkt äußerst sondern beides gleichzeitig verkaufen willst macht deine Kolumne irgendwie fadenscheinig, oberflächlich. Meine ehemalige Deutschlehrerin hätte bei so einer Argumentation aber den Rotstift rausgeholt.

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    1. Kann dich nicht ganz verstehen... Er hat doch hier lediglich zwei verschiedene Börsengrößen und Ihre Anlagekonzepte vorgestellt (die sich auch kaum unterscheiden, zumal auch Templeton wohl nur dann voll investiert wenn die Kurse im Keller sind). Seine eigene Strategie hat er doch bereits dargelegt (Liquidität für Rücksetzer ist King). Warum sollte dieser Artikel seinen Blog nun oberflächlich machen? Klingt für mich eher nach meckern, egal ob es eine echte Grundlage gibt.

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    2. Doch, es geht sehr wohl beides. Buffett ist immer investiert, aber die Cashflows aus seinen Aktienverkäufen und aus seinen Dividenden hält er als Cash-Reserve, um unterbewertete Aktien zu kaufen. Oder hervorragende Aktien zu fairen Preisen. Doch auch dann geht er nie "all-in".

      Templetons Aussage bezieht sich auf die Frage, wann man in Aktien investieren sollte. Und seine Aussage ist, dass man zu jeder Zeit Aktien kaufen kann (nicht, dass man all sein Geld investieren soll). Beide, Templeton und Buffett, reden aber der langfristigen Geldanlage in Aktien das Wort, dem geduldigen Buy & Hold. Ebenso Benjamin Graham. Sie wenden sich gegen Versuche, den Markt timen zu wollen. Wenn man die richtige Aktie gefunden hat und sie zu einem vernünftigen Preis erwerben kann, sollte man es tun. Egal, ob Charts oder Politik oder Makrodaten dafür oder dagegen sprechen.

      Und was das Cash angeht... Natürlich kann man zu 100% investiert sein. Und wenn die Börse einbricht, kann man das auch einfach durchstehen - am Ende zahlt sich das Beharren aus. Man darf nur nicht in der Panik verkaufen (und das schaffen die Wenigsten). Buffetts Ansatz, immer etwas Cash in der Hinterhand zu behalten, bringt aber mehr Rendite. Denn einerseits bringt das Cash bei steigenden Börsenkursen kein Geld (außer ein paar Zinsen), andererseits herrschen bei Börsenpaniken emotional getriebene Ausverkaufskurse - und wer dann mit frischem Geld einkaufen kann, fährt übermäßige Renditen ein. Wenn er sich denn traut zu kaufen (die meisten Anleger trauen sich allerdings gerade dann nicht).

      Ich sehe leicht unterschiedliche Investmentansätze, aber vor allem gleiche Grundprinzipien.

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    3. Man kann bei Einbrüchen auch mal ein paar Stalwarts opfern, um mit dem frei werdenden Geld gute Zykliker am Boden aufzusammeln. Klar fallen auch die besten Unternehmen in solchen Phasen aber meist nur moderat, wenn sie vorher nicht überbewertet waren.

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  3. Ich finde auch, dass der Text nicht ganz schlüssig ist. "Die beste Zeit für die Geldanlage ist dann, wenn man Geld hat". Entgegen diesem Motto wird im Text aber dargestellt, dass Templeton eben nicht einfach jederzeit kauft, sondern zu ganz bestimmten Zeiten.

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  4. Wer welche Ansichten vertrat und inwiefern sich das in diesem Artikel möglicherweise widerspricht kann ich nicht beurteilen. Jedenfalls sind die Überlegungen die hier angestellt werden höchst interessant und bemerkenswert. Als Börsenneulig durfte ich die eine oder andere Erfahrung bereits selber machen.

    Mein Einstiegszeitpunkt 2016 war offenbar sehr glücklich gewählt, wohl eine Phase der Unsicherheit mit ein wenig Angst einhergehend. Und nach nur kurzen Rücksetzern bin ich nach nur 8 Monaten mit über 16 % in der Gewinnzone, obwohl ich erst vor 3 Monaten noch neue Positionen zugekauft habe.

    Dabei spielte die hier angesprochene "Cash-Reserve" eine wichtige Rolle, denn ich habe einige Papiere genau zu Zeitpunkten der Angst nachgekauft. Mein Argument war folgendes: "Da die aktuelle Schwächephase nicht mit den Unternehmensdaten und -aussichten selbst zusammenhängt, ist es vorteilhaft nachzukaufen". Dadurch konnte ich bei einigen Positionen meinen durchschnittlichen Aktien-Ankaufkurs wesentlich reduzieren. Dem Ganzen waren aber Grenzen gesetzt: Meine Cash-Reserven, die ich (vielleicht im Gegensatz zu Templeton) irgendwann nicht mehr bereit war aufzustocken. Bei fallenden Kursen zu kaufen ist psychologisch gesehen, eine richtige Herausforderung :-)

    Letztlich glaube ich aber, einen guten Mix gefunden zu haben zwischen
    - investiert sein und
    - Nachkaufen

    Sollte demnächst aber ein Baisse folgen, sagen wir mit -40 % ... dann hab ich wohl das meiste Pulver schon verschossen :-) wobei ich als langfristiger Investor auch die eine oder andere Gewinnmitnahme tätigen werde und so wieder mehr Liquidität da ist. Wie dem auch sei. Spannend war für mich auch während des Brexits zu beobachten, wie meine Aktienverluste durch Zuwächse bei den Edelmetallen (EM) ausgeglichen wurden. Diversifikation kann also auch bei den Anlageklassen sinnvoll sein. Kurzfristig gesehen vermindert EM meine Rendite. Wie es mittel- und langfristig sein wird weiß aber niemand :-)

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