Freitag, 13. März 2020

Sir John Templeton: Der "wohl größte globale Stock-Picker des Jahrhunderts"

Sir John Marks Templeton (* 29. November 1912 in Winchester, Tennessee, USA; † 8. Juli 2008 in Nassau, Bahamas) gehörte zu den Pionieren der Investmentbranche und wurde von Königin Elisabeth II. geadelt. Sein Templeton Growth Fund war mit seinen spektakulären Gewinnen 50 Jahre lang das Maß der Dinge an der Wall Street und ist einer der weltweit größten Investmentfonds. Dabei beherzigte Templeton die Prinzipien des Value Investings und blieb stets seinem Credo treu, günstig zu kaufen und teuer zu verkaufen...

Templetons Aufstieg zum "wohl größten globalen Stock-Picker des Jahrhunderts" (US-Anlegermagazin Money, 1999) begann in der Baisse des Jahres 1939 auf dem Höhepunkt der Wirtschaftskrise zu Beginn des Zweiten Weltkriegs. Damals, als alle Anleger ihre Aktien zu jedem Preis auf den Markt warfen, lieh er sich 10.000 Dollar und kaufte querbeet Unternehmen, deren Aktienkurse unter 1 Dollar gesunken waren. Als er nach einigen Jahren diese Aktien verkaufte, war er ein reicher Mann, da beinahe alle diese Aktien erheblich im Kurs gestiegen waren.
»Die beste Zeit für die Geldanlage ist dann, wenn man Geld hat. Die Geschichte deutet nämlich darauf hin, dass nicht der Zeitpunkt zählt, sondern die Zeit.«
(Sir John Templeton)
Er lebte also seine Maxime vor, in Zeiten des größten Pessimismus einzusteigen, diese unterbewerteten Aktien über einen längeren Zeitraum zu halten und dann teuer wieder zu verkaufen. Er war überzeugt, dass man andere Aktien als alle anderen kaufen müsse, weil man ansonsten eben auch keine andere, bessere, Rendite aufweisen könne. Und sein Templeton Growth Fund bestätigte dies, denn zwischen dem Zeitpunkt der Auflage 1954 und dem Verkauf der Investmentgesellschaft an die Franklin Investment-Gruppe im Jahr 1992 für 440 Mio. Dollar erzielte der Fonds eine durchschnittliche jährliche Rendite von 14,5 Prozent.
»Investiere in der Zeit des größten Pessimismus«
(Sir John Templeton)
Seine Anlagephilosophie bewährte sich auch kurz nach der Jahrtausendwende, als die Internetblase platzte und die Kurse weltweit abstürzten. Getreu seinem Motto des antizyklischen Investierens hatte er da bereits den größten Teil seiner Tech-Aktien verkauft und sein Fonds verlor zwischen 2000 und 2003 nur 2 Prozent, während der MSCI-World-Index um fast 40 Prozent in die Tiefe stürzte.

Der stets bescheidene und sparsame Milliardär starb 2008 auf den Bahamas an den Folgen einer Lungenentzündung. Er wurde 95 Jahre alt.


Sir John Templetons Börsenweisheiten

  • Aktienpreise schwanken stärker als Aktienwerte.
  • Bullenmärkte werden im Pessimismus geboren; sie wachsen bei Skepsis, reifen im Optimismus und sterben bei Euphorie.
  • Der einzige Investor, der nicht diversifizieren sollte, ist der, der immer 100 Prozent richtig liegt.
  • Der gesunde Menschenverstand sagt Ihnen, dass Sie mehr und manchmal bessere Investment-Gelegenheiten finden, wenn Sie überall auf der Welt suchen.
  • Der Zeitpunkt zum Verkauf eines Vermögenswerts ist, wenn man ein viel besseres Schnäppchen gefunden hat, um es zu ersetzen.
  • Die beste Zeit für die Geldanlage ist dann, wenn man Geld hat. Die Geschichte deutet nämlich darauf hin, dass nicht der Zeitpunkt zählt, sondern die Zeit.
  • Die besten Schnäppchen sind nicht die Aktien, deren Preise am niedrigsten sind, sondern eher die Aktien mit den niedrigsten Preisen in Relation zu ihrer möglichen Einkommenskraft in zukünftigen Jahren.
  • Die fünf teuersten Worte auf dem Gebiet des Geldanlegens sind: Dieses Mal ist alles anders. 
  • Die technische Analyse abzulehnen ist eine Investitionsstrategie. Man muss ein Fundamentalist sein, um wirklich erfolgreich am Markt zu sein.
  • Die Zeiten des größten Pessimismus sind die besten Zeiten, um zu kaufen und die Zeiten des äußersten Optimismus sind die besten Zeiten, um zu verkaufen.
  • Es gibt nur einen Grund warum eine Aktie zum Schnäppchenpreis angeboten wird: weil andere Leute verkaufen. Da ist keine andere Ursache. Um ein wirkliches Schnäppchen zu schlagen, musst du gucken, warum die Leute so ängstlich und pessimistisch sind.
  • Es gibt viel Geld mit diesen komischen Dingen, Optionen und Futures zu verdienen. Aber das sind im Großen und Ganzen Techniken für Trader und Spekulanten, nicht für Investoren.
  • Es ist überlebensnotwendig, dass du deine Kaufkraft erhältst. Einer der größten Fehler ist es, zu viel Geld in festverzinsliche Wertpapiere zu stecken.
  • Es ist unmöglich, überdurchschnittliche Renditen zu erreichen, wenn man nicht anders handelt als die Mehrheit. Folgen Sie nicht der breiten Masse. Konzentrieren Sie sich auf tatsächliche Unternehmenswerte.
  • Investiere in der Zeit des größten Pessimismus.
  • Lehne technische Analyse als Methode des Investierens ab. Nutze die Fundamentalanalyse, um an der Börse wirklich erfolgreich zu sein.
  • Vergib dir deine Fehler. Lass dich nicht entmutigen und versuche nicht, deine Verluste durch größere Risiken wieder hereinzuholen. Mache jeden Fehler zu einer Lernerfahrung. Bestimme genau, was schief gelaufen ist und wie du in der Zukunft denselben Fehler vermeiden kannst. 
  • Wer ein Wertpapier für die Hälfte oder ein Viertel des Wertes kauft, geht weniger Risiko ein als jemand, der den vollen Wert bezahlt.
  • Wichtig ist, dass man öfter Recht hat, als man sich irrt. Wenn man Recht hat, sollte man sehr Recht haben, wenigstens von Zeit zu Zeit. Und wenn man sich irrt, dann sollte man das erkennen, bevor man sich sehr irrt.
  • Zu kaufen, wenn andere niedergeschlagen sind, und zu verkaufen, wenn andere freudestrahlend kaufen, erfordert den größten Mut und bringt die höchsten Renditen.

Keine Kommentare:

Kommentar posten