Freitag, 5. Dezember 2014

Legendäre Investoren: Sir John Templeton

Sir John Marks Templeton (* 29. November 1912 in Winchester, Tennessee, USA; † 8. Juli 2008 in Nassau, Bahamas) gründete 1954 den Templeton Growth Fund, Inc., einen der am Anlagevermögen gemessen weltweit größten Investmentfonds.

Sir John Templeton
Er wurde von Königin Elisabeth II. geadelt und gehörte zu den Pionieren der Investmentbranche. Sein Templeton Growth Fund war mit seinen spektakulären Gewinnen 50 Jahre lang das Maß der Dinge an der Wall Street. Dabei beherzigte Templeton stets die Prinzipien des Value Investings und blieb seinem Credo treu, günstig zu kaufen und teuer zu verkaufen.

Templetons Aufstieg zum "wohl größten globalen Stock-Picker des Jahrhunderts", so das US-Anlegermagazin Money 1999, begann in der Baisse des Jahres 1939 auf dem Höhepunkt der Wirtschaftskrise zu Beginn  des Zweiten Weltkriegs. Damals, als alle Anleger ihre Aktien zu jedem Preis auf den Markt warfen, lieh er sich 10.000 Dollar und kaufte querbeet Unternehmen, deren Aktienkurse unter 1 Dollar gesunken waren. Als er nach einigen Jahren diese Aktien verkaufte, war er ein reicher Mann, da beinahe alle diese Aktien erheblich im Kurs gestiegen waren.

Er lebte also seine Maxime vor, in Zeiten des größten Pessimismus einzusteigen, diese unterbewerteten Aktien über einen längeren Zeitraum zu halten und dann teuer wieder zu verkaufen. Er war überzeugt, dass man andere Aktien als alle anderen kaufen müsse, weil man ansonsten eben auch keine andere, bessere, Rendite aufweisen könne. Und sein Templeton Growth Fund bestätigte dies, denn zwischen dem Zeitpunkt der Auflage 1954 und dem Verkauf der Investmentgesellschaft an die Franklin Investment-Gruppe im Jahr 1992 für 440 Mio. Dollar erzielte der Fonds eine durchschnittliche jährliche Rendite von 14,5 Prozent. Seine Anlagephilosophie bewährte sich auch kurz nach der Jahrtausendwende, als die Internetblase platzte und die Kurse weltweit abstürzten. Getreu seinem Motto des antizyklischen Investierens hatte er da bereits den größten Teil seiner Tech-Aktien verkauft und sein Fonds verlor zwischen 2000 und 2003 nur 2 Prozent, während der MSCI-World-Index um fast 40 Prozent in die Tiefe stürzte.

Der stets bescheidene und sparsame Milliardär starb 2008 auf den Bahamas an den Folgen einer Lungenentzündung. Er wurde 95 Jahre alt.


Kommentare:

  1. Er war einer der ersten Vertreter der Value-Investing Idee. 1934 ließ er sich aus Grahams Buch „Security Analysis“ belehren, dass man nur unterbewertete Aktien kaufen sollte. Grahams Konzept verbesserte er, indem er sich weniger um die Vergangenheit eines Unternehmens und dessen Gewinnwachstum kümmerte, sondern die Zukunftsaussichten über ein oder zwei Jahre untersuchte. Er beobachtete die PEG Ratio und hielt sich an den Wert 0,5 oder niedriger, wenn es um Investitionsentscheidungen ging. Das bedeutet, ein Unternehmen sollte ein zweimal höheres Gewinnwachstum (G) erwarten, als der Wert vom aktuellen P/E Ratio ist. PEG = P/E/G = 0,5. John Templeton war ein Pionier der Idee, in Investmentfonds zu investieren. Wo ein kleiner Investor mit einem einzigen Anteil ein ganzes Bündel aus Aktien aus aller Welt erwerben kann. 1954 gründete er den Templeton Growth Fund und gab den Amerikanern zum ersten Mal die Gelegenheit, in ausländische Aktien zu investieren. Der Fonds wuchs durchschnittlich um 13,5 % jährlich.

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  2. Focus Money Nr. 50: Die Redakteure Bertram, Lochner und Reichmann wundern sich, dass die Aktie Serco Group trotz KBV 0,7 heuer gar nicht steigt. Sie haben nämlich nihct bemerkt, dass der Unternehmensgewinn ständig runter geht: 2013 = 0.49, 2014 = 0.19, 2015 = 0.10. Also Herrschaften, kluge Bücher lesen!

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    1. Der Fokus muss natürlich auf dem operativen Geschäft liegen, wenn dieses nicht funkioniert, hilft ein niedriges KBV nicht weiter - es sei denn, man spekuliert wirklich auf eine Übernahme bzw. auf die Zerschlagungswerte.

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  3. Focus Money Nr. 50, Seite 20. “Die Aktie Yahoo ist spottbillig“ Peter Bloed.

    Die Aktie Yahoo hat KGV 32.8 und KUV 11.4, aber für den Herr Bloed ist sie billig. Nun, sein Name erklärt alles. Für einen Herr Intelligent sind billig nur die Aktien mit KUV unter 3. Zum Beispiel für den Ken Fisher.

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    1. Yahoo ist sicherlich ein Sonderfall. Das KGV ist sehr hoch, das KUV noch höher, stimmt. Die Frage ob Yahoo ein (unterbewertetes) gutes Investment ist, hängt aber nicht alleine hiervon ab. Denn die beiden wesentlichen Beiteiligungen Yahoos sind ja Alibaba und Yahoo Japan. Und die Kurswerte dieser Beteiligungen liegt über der gesamten Marktkapitalisierung von Yahoo. Man bekäme also bei einem Kauf aktuell das gesamte operative Geschäft Yahoos sowie deren Beteiligungen umsonst. Ich gebe Dir allerdings Recht, dass Yahoo keinesfalls ein Value Investment wäre, sondern eine reine Spekulation auf ein weiteres Ansteigen (und ein mögliches steueroptimiertes Versilbern der Anteile) der beiden Beteiligungen.

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