Montag, 25. November 2019

eBay mit Teilerfolg: StubHub-Verkauf bringt die ersten Milliarden ein

"Ich liebe es, wenn ein Plan funktioniert". Was für ein blöder Spruch von einem blöden Charakter in einer blöden B-Serie. Aber nichtsdestotrotz stimmt er.

Bei eBay [WKN: 9165299] stimmt seit einiger Zeit nicht mehr wirklich viel, denn der einstige Internetpionier hat die Zeichen der Zeit verpennt und wird gnadenlos ausbeschleunigt von seinen Mitbewerbern; nicht nur hinsichtlich der Kursentwicklung, sondern vor allem im operativen Geschäft. Gerade Online-Gigant Amazon [WKN: 906866] lässt eBay immer weniger Raum zum Atmen. Deshalb haben sich einige aktivistische Investoren bei eBay eingekauft und drängen das Unternehmen, sich auf sein Kerngeschäft zu konzentrieren und vernachlässigte und vermeintlich unterbewertete Randaktivitäten Wert schöpfend zu verkaufen. Und dabei scheint eBay nun einen ansehnlichen Teilerfolg verzeichnen zu können, der Lust auf mehr macht. Viel mehr...

Denn eBay hat den Verkauf seiner Online-Ticketbörse StubHub an den schweizerischen Wettbewerber Viagogo vermeldet. Und zwar für satte $4 Mrd. bzw. rund €3,6 Mrd.

eBay (Quelle: wallstreet-online.de)
Das wäre ein echter Paukenschlag, denn eBay als Ganzes wird aktuell mit gerade einmal $32 Mrd. an der Börse bewertet. Und es stehen ja weitere Aktivitäten im Schaufenster, vor allem die Ebay Classifieds Group (ECG), die u.a. das Geschäft mit den Ebay-Kleinanzeigen sowie das Autovermittlunsgportal mobile.de beinhaltet und für das Summen von mindestens $10 Mrd. im Raum stehen. Ziehen wir die beiden Summen mal vom Börsenwert ab, würde eBays Kerngeschäft mit gerade einmal $18 Mrd. bewertet!

Im dritten Quartal wurden Waren im Wert von $21,7 Mrd. über Ebay verkauft (-4,4%), während der Umsatz nur leicht auf $2,6 Mrd. fiel. Der Gewinn legte allerdings um 2% auf $563 Mio. zu. Für das Gesamtjahr werden $10,8 Mrd. Umsatz erwartet, allerdings inkl. der Randaktivitäten.

Dennoch zeigen diese Relationen, dass eBay verglichen mit seinen Wettbewerbern supergünstig daherkommt. Was natürlich am stagnierenden Umsatz in einem weiterhin stark expandieren Markt liegt (Onlinehandel).

Meine Einschätzung

Mein Investmentcase, den ich unter "Am Scheideweg: Steht eBay vor seinem Nadella-Moment?" dargelegt hatte, fliegt. Der Verkauf von Randaktivitäten für zu noch höheren Cashflows, mit denen weitere Aktien zurückgekauft werden können, was den Gewinn je Aktie zusätzlich treibt. Auf eine Sonderausschüttung setze ich nicht (so gerne). Vielmehr darauf, dass eBay entweder einen Teil der Erlöse investiert, um sich im Bereich Fulfillment besser zu positionieren, und/oder als Übernahmekandidat für eine größere Adresse, die gerne schnell und gut in den USA und Europa Fuß fassen will. Wie z.B. Alibaba. Ebay als reiner Marktplatz, als Handelsplattform, wäre nahezu ein ideales Übernahmeziel für die Chinesen. Dann aber wohl kaum für schlappe $32 Mrd...

Disclaimer
Amazon und eBay befinden sich auf meiner Beobachtungsliste und in meinem Depot.

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