Donnerstag, 6. Februar 2020

Problem Zivilisationskrankheiten? Eher nicht für Aktionäre von Edwards Lifesciences...

Die Menschen werden immer älter, obwohl sie sich seltener bewegen und die Kalorienzufuhr ständig steigt. Kein Wunder, dass Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems zu den häufigsten Todesursachen und zu den größten Kostenblöcken im Gesundheitssystem gehören. Was für die einen wenig verheißungsvoll klingt, ist für andere eine große Chance.

So auch für die bereits auf das Jahr 1956 zurückgehende Edwards Lifesciences [WKN: 936853]. Der jüngste Kursrücksetzer bot eine willkommene Chance, sich bei diesem Wachstumsunternehmen zu positionieren...

Die Kalifornier sind ein führendes Medizintechnikunternehmen und bekannt für Ihre Edwards SAPIEN-TAVI/TAVR-Produkte, diverse Herzklappen unterschiedlicher Größen und aus biolgischem Material, Herzklappen-Rekonstruktions-Produkte, aber auch für hämodynamische Überwachungsgeräte zur Messung von Herz-Kreislauf-Leistung während der Operation oder auf der Intensivstation, venöse Kanülen sowie dem Swan-Ganz-Katheter.

In den letzten fünf Jahren hat sich der Aktienkurs vervierfacht und mit $48 Mrd. Börsenkapitalisierung ist Edwards Lifesciences kein kleines Unternehmen mehr. Das rasante Wachstum verdankt das Unternehmen seiner revolutionären Operationsmethode, die das früher übliche Aufschneiden des Brustkorbs ersetzt.

Edwards Lifesciences (Quelle: wallstreet-online.de)
Denn die Edwards Herzklappen der SAPIEN-Linie werden durch ein Verfahren namens Transkatheter-Aortenklappenersatz (TAVR) implantiert. Dabei erfolgen Platzierung und Implantierung zusammenlegbarer Herzklappen über einen Stent, in dem diese verankert sind, und die anschließend mit Hilfe eines Ballonkatheters oder durch sogenanntes „Gedächtnis-Metall“ wieder im Körper entfaltet werden können. Der Katheter mit der Herzklappe kann über verschiedene Zugangswege in den Körper gelangen, wie über eine Punktion in der Leiste (transfemoral), am Arm (transaxillär), zwischen den Rippen (transapikal) oder über die Vorderseite des Brustkorbs – durch ein kleines Loch in der Aorta (transaortal). Anschließend wird der Katheter bis zum Herzen vorgeschoben und die Herzklappe entfaltet.

Dieses Verfahren ist im Vergleich zum Aufschneiden des Brustkorbs minimalinvasiv und verkürzt nicht nur die Operationsdauer, sondern auch die Genesungszeit erheblich. Und das hat nicht nur körperlich positive Auswirkungen auf die Patienten, sondern auch psychologische, denn ein solcher vergleichsweise kleiner Eingriff mit nur wenigen Folgeerscheinungen reduziert den Stresslevel erheblich und damit auch weiter mögliche Folgekosten für die Krankenkassen.

Starke Zahlen, starker Ausblick...

Und daher ist es kein Wunder, dass diese die Kosten für die Operation nur allzu gerne übernehmen, da sie für alle Beteiligten eine Win-Win-Situation darstellt. Für Edwards Lifesciences ist sie wie eine Lizenz zum Gelddrucken, denn diese neue revolutionäre Operationsmethode lässt ohne die Produkte von Edwards nicht durchführen. Und das schlägt sich auch in den imposanten Zahlen nieder. Für das 4. Quartal 2019 vermeldete Edwards Lifesciences letzte Woche einen Gewinn von $280,2 Mio. bzw. $1,32 je Aktie bei einem Umsatz von $1,17 Mrd., gegenüber einem Gewinn von lediglich $7 Mio. oder $0,03 je Aktie sowie einem Umsatz von $977,7 Mio. im gleichen Vorjahresquartal. Bereinigt um Einmaleffekte belief sich der Gewinn im 4. Quartal sogar auf $1,46 je Aktie.

Vor allem der globale TAVR-Umsatz legte im 4. Quartal im Vergleich zum Vorjahr um 30% auf $763 Mio. zu  und dies bei anhaltender „beeindruckender Stärke“ in den USA, wie CEO Michael A. Mussallem ausführte. Und obwohl Daten einen möglichen Rückgang der Verkäufe von TAVR in den USA im Dezember andeuten könnten, hat Edwards seine Umsatz- und Ergebnisprognosen für das Jahr 2020 angehoben. So soll 2020 nun ein Umsatz von $4,6 bis $5,0 Mrd erzielt werden (bisherige Spanne $4,5 bis $5,0 Mrd.) bei einem bereinigten Gewinn je Aktie zwischen $6,15 und $6,40 (bisherige Prognose: $6,05 bis $6,30).

Der starke Umsatzanstieg bei TAVR wurde durch die FDA-Zulassung zusätzlicher Indikationen für die Geräte Sapien 3 und Sapien 3 Ultra zusätzlich befeuert.

Meine Einschätzung

Edwards Lifesciences verfügt über einen ausgesprochen breiten ökonomischen Burggraben, der vor allem aus dem langwierigen und Kosten intensiven Zulassungsverfahren für neue Medikamente und Anwendungen im Gesundheitsbereich zurückzuführen ist. Mit seiner revolutionären Operationsmethode, basierend auf den eigenen Produktentwicklungen, hat sich Edwards einen eigenen Markt geschaffen, der schnell wächst und für Konkurrenten nicht leicht zu erobern sein wird. Die starke Unternehmensentwicklung dürfte daher noch geraume Zeit anhalten, auch wenn das Management für die nächste Zeit von nicht mehr ganz so rasanten Steigerungsraten ausgeht, sondern eher im niedrigen zweistelligen Bereich. Das ist aber auch kaum verwunderlich, da sich die Ausgangsbasis ja ständig erhöht und bei größerem Volumen die prozentualen Steiegrungsraten zwangsläufig zurückgehen, ohne dass sich das Wachstum absolut betrachtet abschwächen muss.

Ich denke, dass Edwards Lifesciences eine herausragende Stellung in einem boomenden Wachstumsmarkt besetzt und sich hier einen "competitive advantage" erarbeitet hat, den es hervorragend zu verteidigen und sogar noch auszubauen versteht. Da bin ich (jetzt) gerne mit an Bord - und in guter Gesellschaft: Value Investor Frank Sands hält etwas mehr als 3,5% der Unternehmensteile und im 3. Quartal 2019 hatten u.a. Ken Fisher, Ray Dalio, Steven Cohen, Ron Baron und Mario Gabelli ihre Positionen aufgestockt, während Andreas Halvorsen und Paul Tudor Jones erstmals eingestiegen waren.

Disclaimer
Edwards Lifesciences befindet sich auf meiner Beobachtungsliste und in meinem Depot.

Kommentare:

  1. Starke Zahlen, starker Ausblick, starke Überbewertung (KGV FWD bei 37 mit einem EBIT/ Umsatzwachstum 11-15%). Solche Qualitätsunternehmen gibt es an jeder Ecke. Qualitativ und sündhaft teuer. Der Markt interessiert aber die Bewertung nicht, es geht nur nach oben bis zum Himmel. Du hast auch keinen einzigen Satz bzgl der Bewertung geschrieben. Dann schreibe ich es.

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    1. Da widerspreche ich: teure Unternehmen gibt es viele, aber der entscheidende Burggraben bei Edwards liegt im Transkatheter-Aortenklappenersatz-Operationsverfahren (TAVR). Ich habe das bei meiner Mutter miterlebt, wie lange sie nach ihrer Herzoperation an den Folgen der Operation selbst zu leiden hatte und wie lange es gedauert hat, bis sie sich von dem Aufschneiden des Brustkorbs erholt hatte. Als Privatpatientin flatterten dann auch die Rechnungen alle auf den Tisch und man konnte sehr gut nachvollziehen, wie teuer das ganze (Intensivstation, Krankenhaus, Operation, Reha usw.) wirklich gewesen ist. Edwards verkauft ein OP-Verfahren, das in Zeiten von DRGs (Fallpauschalen) den Krankenhäusern und Krankenkassen sehr gelegen kommt und den Patienten sowieso. Und das Verfahren ist nur mit den speziellen Produkten von Edwards zugelassen. Du kannst diesen Burggraben als "Allerwelts-Burggraben" einstufen, ich bewerte das anders. Edwards ist (hier) noch ganz am Anfang des Wachstums, das lange Zeit anhalten dürfte, und für diese Qualität zahle ich bereitwillig einen höheren Preis.

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    2. Und was hat das mit der sauteueren Bewertung zu tun (KGV FWD bei 37 mit einem EBIT/ Umsatzwachstum 11-15%)???
      Ich kenne mindestens noch 50 Unternehmen mit einem genauso bedeutungsvollem Burggraben wie das Transkatheter-Aortenklappenersatz-Operationsverfahren (TAVR).
      Hier eine Liste mit Burggraben-Unternehmen. Jedes davon kannst Du genau so loben wie Edward Sciences. Sauteuer sind sie trotzdem. KGV 30-40-50-60-70, egal...Hauptsache Qualität und die Trendlinie nach Norden :D. So funktioniert der Markt heute. Kaufpreis spielt keine Rolle. Das hast Du schon richtig erkannt. ;)

      https://www.wikifolio.com/de/de/w/wf000larry



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    3. Schön mis(t)interpretiert haste meine Aussagen, aber das ist/war ja wohl auch so gewollt. Ich habe nie gesagt, dass der Preis keine Rolle spielt. Meine Position ist, dass eine höhere Qualität und/oder höheres Wachstum auch einen höheren Preis rechtfertigt. Und diese höhere Qualität sehe ich bei Edwards Lifesciences, während Du es als 0815-Unternehmen betrachtest.

      Und diese Wiki-Liste... einige wenige der dort aufgeführten Unternehmen haben in meinen Augen einen solchen starken Burggraben wie Edwards, aber bei der großen Mehrzahl würde ich da Fragezeichen machen wollen. Habe ich ja bei einigen auch, die ich aus meinem Depot geworfen habe (was man hier im Blog nachlesen kann), eben weil die Qualität nicht mehr (zum Kurs) passte. Und einige andere der dort genannten Werte habe ich ja selbst hoch gewichtet, wie Mastercard, Microsoft, Alphabet. Bzgl. deren Burggräben kannste hier im Blog andernorts reichlich nachlesen, das brauche ich hier ja nicht zu wiederholen.

      Habe aber auch kein Problem damit, wenn lieber dem alten und früher mal bewährten Deep Value Ansatz folgen möchtest. Jeder so, wie es für ihn passt und womit er erfolgreich ist...

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    4. Danke anonym für Deine kritischen Worte.

      Viel Ahnung scheint Michael wirklich nicht zu haben, Edwards ist doch nicht das einzige Unternehmen, dass Herzklappen für TAVR anbietet

      https://www.medtronic.com/us-en/healthcare-professionals/therapies-procedures/cardiovascular/transcatheter-aortic-valve-replacement/tavr/about-the-therapy.html

      (Medtronic ist im übrigen kein nobody, sondern hat auch schlappe 160 Mrd $ market cap.

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    5. Also erst mal danke Michael für deinen Artikel und dass du uns deine Sicht auf dein Ivestment mitteilst - die Kritik könnte etwas weniger patzig und konstruktiver sein, umso bemerkenswerter, dass du darauf reagierst. Insbesondere die Bewertung sollte man doch jedem selbst überlassen, da jeder seine individuellen Annahmen trifft - wenn es DIE faire Bewertung gäbe, würde der Markt versagen.
      Aber mal zum Thema, die Corevalve-Medtronic-Geräte sind offenbar in einigen Punkten nachteilig gegenüber dem Produkt von Edwards (https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC5808574/). Wie ausschlaggebend das nun ist, ob sich das durch andere Vorteile aufhebt etc. könnte man mal direkt einen Herzchirurgen fragen. Gibts hier einen unter den Mitlesern? :)

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  2. Interessant. Auch die Diskussion hier unten. Diese Moat Geschichten sind ja gerade en Vogue - auch Dank SeekingAlpha und Morningstar US. Irgendwie kommt halt trotzdem der Verdacht bei mir auf, dass sich das nun mal gut dazu eignet, um über eine Überbewertung hinweg zu sehen. Insbesondere im "Quality" Bereich ist das ja extrem. Solange der Markt läuft wird das natürlich so bleiben.
    Aber was ist denn an Ende das Preis oder Bewertungskriterium für einen Kauf?

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    1. Der Burggraben darf kein Buzz-Wort sein, kein Etikett, das man auf jedes Unternehmen pappt, das gerade erfolgreich ist. Die Frage ist nicht nur, ob ein Unternehmen einen Burggraben hat, sondern vor allem, ob und wie lange dieser Burggraben bestehen bleibt und bestenfalls sogar noch ausgebaut werden kann. MasterCard und VISA profitieren als Rückgrat der Zahlungsströme von den ganzen innovativen Fintechs und dem Trend weg vom Bargeld, Microsoft mit Windows und Office profitiert von der steigenden Nachfrage nach diesen Produkten, der geringen Wechselbereitschaft der Kunden und vom Trend hin zur Cloud. Schon seit Jahren und weiter zunehmend. Aber wie lange hält der Burggraben der Schweizer Uhrenindustrie (z.B. Swatch) noch an? Klar, die machen die besten Armbanduhren weltweit, aber die Wearables (vor allem die Apple Watch) disruptiert den Markt für Armbanduhren. Werden/sind Armbanduhren die neuen Kutscherpeitschen, während das Automobil gerade seinen Siegeszug startet? Wenn der Absatzmarkt implodiert, hilft es wenig, hier der beste mit dem breitesten Burggraben zu sein - jedenfalls aus Anlegersicht.

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    2. ALso was Swatch, Breitling, Rolex und Co angeht, mache ich mir weniger Sorgen. Ich denke da geht es vor allem um den Luxusartikel dahinter als Repräsentationsobjekt/Statussymbol und weniger um den praktischen Nutzen. Sind ja auch deutlich teurer als eine Apple-Watch und haben eine ganz andere Zielgruppe bzw. eine ganz andere Kaufintention. Ändert natürlich nichts an dem, was du sagen wolltest :)

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    3. Uhren als Statussymbol, genau. Wer mehr als eine Armbanduhr trägt, macht sich lächerlich. Die Apple Watch ist das neue Statussymbol unter den Armbanduhren und wer die trägt, muss sich kaum die Frage gefallen lassen, weshalb er seine IWC oder Omega nicht trägt, eben weil die Apple Watch nicht irgendein Fitnesstracker ist, wo man ggf. ein Stirnrunzeln oder zumindest ein Kopfschütteln ernten würde. Das macht die Apple Watch auch für Luxusuhren so gefährlich.

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    4. Meinst Du das ernst, Michael "Die Apple Watch ist das neue Statussymbol unter den Armbanduhren"?
      Ich denke jede/r der sich eine IWC oder Omega leisten kann, kann sich eine Apple Watch auch leisten. Umgekehrt ist das nicht zwangsläufig der Fall

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    5. Wer eine Apple Watch kauft, der nutz sie auch. Und wenn er sich daran gewöhnt hat, nutzt er sie täglich. Also nutzt er keine andere Uhr mehr - wodurch die Nachfrage nach Armbanduhren sinkt. Auch die nach Luxus-Uhren.

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    6. Wäre ich ein Uhrenfetischist und meinte, trotzdem auf den täglichen Einsatz der Apple Watch nicht verzichten zu können, hätte ich eine Uhr an jedem Handgelenk - so einfach. Und vom Sammeln würde sie mich auch nicht abhalten.

      Nichts gegen die Apple Watch - ich wünsche ihr im eigenen Interesse alles Gute - aber die Vorstellung, dass das potthässliche Teil Luxusuhren verdrängt oder gar selbst zu einem Klassiker wird, scheint mir vollkommen absurd.

      Gruß
      Jens

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  3. Herr Kissig schreibt schon gute Artikel. Nur habe ich den Verdacht, dass er sich nach einer Analyse eines Unternehmens zu schnell in dieses "verliebt". Dann bleibt die Bewertung außen vor und man hinterfragt sich selber nicht mehr objektiv.
    Ansonsten ist die Seite, vor allem die Beiträge über Templeton, Munger und Co., hervorragend. Bei den Beiträgen zu Aktien leider doch zu subjektiv.
    LG Mr.T

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    1. Mit dem Gedanken des (zu schnellen) Verliebens in eine Aktie werde ich mich mal wieder genauer beschäftigen. Ein bisschen Selbstreflexion schadet ja keinesfalls; im Gegenteil, sein Verhalten immer wieder zu hinterfragen, ist wichtig, um langfristig erfolgreich zu sein und zu bleiben.

      "In einem steigenden Markt werden sich so viele Ihrer schlechten Ideen auszahlen, dass Sie nie verstehen werden, dass Sie weniger Ideen haben sollten."
      (Daniel Kahneman)

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  4. EV/Sales TTM mehr als 11, KGV TTM 48, Price/FCF von 46, Wachstum 11%-13% :D Also bitte, wieviel soll ich denn noch für Qualität darauf zahlen??? Hier kaufst Du 1 USD für 2 USD und hast das Glück in Zeiten zu leben, wo der Markt bereit ist auch 3 USD zu zahlen, weil das Geld sowieso nichts Wert ist. Irgendwann ist die Party vorbei, dann werden wir sehen wieviel die hochgehypte Qualität tatsächlich kostet. Verrückte Welt.

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  5. Lieber Michael, hier gibt es offensichtlich viele Deep Value Anhänger. Bitte mach Dir nichts draus, ich habe von vielen Deiner Beträge immens viel gelernt!

    Allerdings würde mich Deine Einschätzung der Konkurrenz durch Medtronic interessieren.

    Lg, Andreas

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    1. Nein, ich bin kein Deep Value Anhänger.

      Frag ihn doch auch nach seiner Einschätzung zu Abbott, auch immerhin ein Riese mit 150 Mrd market cap
      https://www.cardiovascular.abbott/int/en/hcp/therapies/structural-heart/tavi.html

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    2. Ich bin auch kein Deep Value Anhänger. Ich weiß nicht woher ihr auf die Idee kommt, dass hier Deep Value Anhänger schreiben :D Ich bin einfach nur in absoluten Ausnahmen bereit das 40-50 fache der Gewinne zu zahlen. Eigentlich nur bei Amazon - doch Amazon hat ein Price/Cash Flow von 26 ttm und nicht wie Edwards von 46. Und Amazon wächst mit 20% und nicht wie Edwards mit 12%. Aber Michael hat ja so einiges empfohlen, wo der Preis einfach aus der Ruder gelaufen ist - Verisk Analytics, Tomra, Xylem, Waste Manegement, Stryker, Mercadolibre, American Tower, Match, Shopify, Texas Pacific... Die Liste ist unendlich lang. Hauptsache Burggraben, koste es was es wolle :D Ich weiß nicht, warum er gar nicht auf die Bewertung eingeht, sondern einfach die Firmen auf Basis einer groben Analyse hochlobt und schwups - die Firma ist schon auf der Empfehlungsliste. Beispiel Edwards: Dass es ein Wettbewerber wie Medtronic gibt - kein Wort darüber, Bewertungskennzahlen - kein Wort, im besten Fall ein Satz. Dieser geht meistens so oder so ähnlich: "Die Firma ist mit einem KGV von ... nicht günstig, aber Qualität hat sein Preis". Aha.

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    3. Und genau deshalb sollte sich ja jeder selbst Gedanken machen und nicht blind nachkaufen. Er stellt einfach seine Ideen vor ohne Anspruch auf Vollständigkeit (wie auch immer die nämlich aussehen sollte) und eine angemessene Bewertung kann sich doch jeder selbst überlegen. Es ist doch sein Geld und seine Sache und ich finde es unterhaltsam und interessant, mit welchen Aktien er sich beschäftigt, unabhängig davon wie er sie am Ende des Tages bewertet und ob er sie kauft (ist mir sowieso egal, hab ich ja auch nichts davon). Ich denke, ich bin nicht alleine. Aber zähl bitte noch 50k Unternehmen auf, die deiner Ansicht nach überbewertet sind, damit kann keiner was anfangen - trag doch mal substanzielles bei :)

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  6. mit dem Begriff `Moat´ oder Burggraben wird auch viel Unsinn begründet. Wie viele aktive mittelalterliche Burgen, die alle einen Burggraben hatten, gibt es den noch? Keine.
    Ein Unternehmen, welches tatsächlich aktuell einen `Moat´ besitzt ist natürlich heutzutage ganz schnell dem Wettbewerb ziemlich schutzlos ausgesetzt, wenn es `disruptiv´ angegriffen wird. Der `Moat´ als Sicherheit hat nur bedingte Funktion.

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    1. Richtig Hans, Buffett weist darauf hin, dass der Schlüssel zum erfolgreichen Investieren darin liegt, herauszufinden ob ein Unternehmen einen Wettbewerbsvorteil hat und wie lange dieser anhalten wird. In dem Artikel habe ich extra zu meinem entsprechenden Beitrag über Burggräben/Moats verlinkt, wo das erläutert wird.

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  7. Hallo Michael,
    ich teile deine Einschätzung zu "Edwards Lifesciences". Ich habe diese schon länger auf der watchlist. Werde diese wohl demnächst auch in mein Portfolio aufnehmen. Ich habe mich in den vergangenen Jahren etwas mit der Medizintechnologie und Healthcare beschäftigt. Meine Investments sind derzeit "Intuitive Surgical", "Stryker" und der "Wachstumsmarkt-Diabetes", hier "Dexcom" und "Insulet". Da "Stryker" sich ebenfalls auf deiner Liste befindet, würde mich deine Stellungnahme hierzu interessieren.
    Danke vorab.


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