Dienstag, 12. Oktober 2021

Kissigs Aktien Report: Zalando, HelloFresh, Home24, Shop Apotheke - Abgestrafte Coronagewinner vor dem Comeback?

Im Rahmen meiner Kooperation mit dem "Aktien Report" von Armin Brack nehme ich mir in unregelmäßigen Abständen interessante Unternehmen vor. Die Ausgaben des "Aktien Reports" und/oder "Geld Anlage Reports" erreichen ihre Leser samstags kostenlos und "druckfrisch" im Email-Postfach und man kann sich ▶ hier beim "Geld Anlage Report" anmelden. Bonbon für die Leser meines Blogs: einige Tagen später darf ich die Analysen dann auch hier veröffentlichen.

Aktien Report Nr. 62 vom 30.09.2021

Zalando, HelloFresh, Home24, Shop Apotheke: Abgestrafte Coronagewinner vor dem Comeback?

Bis Mitte Februar kannte die Aktienkurse der Coronagewinner kein Halten, dann setzte mit Ausrollen der Impfkampagnen ein Umdenken ein und die Kurse gerieten unter Druck. Seitdem schlagen sich die Unternehmen mit zunehmenden Zweifeln herum, ob ihre großen Erfolge während der Corona-Pandemie alleine auf die Ausnahmesituation zurückzuführen waren und ihr Geschäftsmodell ohne Lockdown und Kontaktbeschränkungen vielleicht gar nicht funktioniert.

Zu den größten Coronagewinnern gehörten Onlineshops und Handelsplattformen, weil sich die zuhause "eingesperrten" Menschen über das Internet oder das Smartphone mit dem Nötigsten versorgen konnten. Nach der ersten Eingewöhnungsphase wurde Work from Home zum Standard und das Erleben der eigenen vier Wände wurde für viele zum Aha-Erlebnis. Und zum Schock. Wenn man sein zuhause eigentlich fast nur zum Schlafen nutzt, nun aber 24 Stunden am Tag darin verbringt, bekommt es einen viel höheren Stellenwert: der Cocooning-Trend wurde massiv befeuert und überall in der Republik und auf der Welt fingen die Menschen an, ihr zuhause aufzumöbeln. Im wahrsten Sinne des Wortes. Neue Couch, neues Bett, neuer Schrank, aber auch neuer Teppich, neue Lampen, neue Küche, alles neu. Bestellen übers Internet war so schön einfach und quasi alternativlos, weil Möbelläden ebenso geschlossen waren wie Bau- und Gartenmärkte, jedenfalls während des ersten Lockdowns. Oder Modeläden und Restaurants.

Nun war es aber nicht so, dass die Onlineanbieter auf den riesigen Kundenansturm vorbereitet gewesen wären, der sie geradezu überrollte. Selbst Gigant Amazon kam schnell an den Rand seiner Leistungsfähigkeit und musste in die vollen gehen. Mehr als sechs Milliarden Dollar ließ Amazon es sich im zweiten Quartal 2020 kosten, um seine internen Abläufe, seine Logistik, sein Hygienekonzept und seinen Personalbestand coronatauglich auszurichten. Hunderttausende neue Mitarbeiter wurden eingestellt und die hohen Investitionen hielten auch in den folgenden Quartalen an.

Herausforderungen

Dabei ist Amazon seit Jahren führend im Bereich der Logistik und des Warenhausmanagements. Andere, jüngere Unternehmen steckten hier noch in den Anfängen und stießen schnell an Kapazitätsgrenzen. Ob Online-Möbelhändler wie Home24 und Westwing, Mode-Plattformen wie Zalando, Essenslieferdienste wie Delivery Hero und HelloFresh, oder Versandapotheken wie Shop Apotheke Europe oder Doc Morris (Zur Rose Group): Sie alle wurden mit Kundenanfragen überrannt und mussten schnellstens ihre Kapazitäten erweitern – und zwar unter verschärften Coronabedingungen.

Dabei hatten die neuen Kunden in den Anfängen großes Verständnis, wenn Dinge nicht richtig funktionierten oder es zu längeren Wartezeiten kam. Niemand war auf eine Pandemie vorbereitet, überall kam es zu Einschränkungen und Umgewöhnungsnotwendigkeiten. Doch mit der Zeit ließ die Fehlertoleranz der Kunden nach, zu Recht. Die Kunden bezahlten gutes Geld für die Leistung und wollten dem entsprechend gut und korrekt behandelt werden. Das klappte nicht immer, vor allem im Bereich Service und Beschwerdemanagement taten sich große Lücken auf und bei den Kunden wuchs der Frust. Die Unternehmen kämpften dagegen an und rüsteten kräftig auf: bei Personal, Lagerlogistik, Warenversand, Service. Oftmals mit Erfolg.

Die hohen Investitionen drückten zwar auf die Margen, aber die Umsätze explodierten. Und dank der Skalierbarkeit des Geschäftsmodells dann auch die Margen und Gewinne. Zumindest auf operativer Basis. Und daran haben sich die Aktionäre gewöhnt.

Ende 2019 ging niemand davon aus, dass HelloFresh oder Home24 oder Shop Apotheke in absehbarer Zeit profitabel werden würde. Und bei Zalando rückte nach dem strategischen Schwenk weg von den Eigenmarken hin zur Plattformstrategie die Gewinnzone auch wieder in weitere Ferne. Doch im Coronajahr 2020 wurden die Aktionäre verwöhnt. Die Umsätze explodierten und legten in hohen zweistelligen Prozenten zu, teilweise dreistellig. Und auch der Cashflow stieg gewaltig an sowie in der Folge das EBITDA und die Margen.

Das ging bis ins Frühjahr gut, dann folgte die Ernüchterung. Denn wir starteten mit einem neuen harten Lockdown ins Jahr 2021, so dass die Online-Geschäftsmodelle weiter kräftigen Rückenwind bekamen. Die vermeldeten Umsätze und Gewinne stiegen rasant, jedenfalls im Vergleich zum Vorjahr. Denn damals rauschte die Wirtschaft gerade abwärts, als Corona sich zu entfalten begann. Der beginnende Rebound der Wirtschaft im zweiten Quartal 2020 hob auch die Vergleichsbasis für das zweite Quartal 2021 an und schon sahen die prozentualen Zuwachsraten weniger imposant aus als die im ersten Quartal. In absoluten Zahlen legten die Umsätze und Ergebnisse weiter deutlich zu. Aber auch die Sorgen, dass das Wachstumsparadies seine Pforten bald schließen würde.

Gegenwind

Nun ist das dritte Quartal vorbei und wir erwarten die aktuellen Zahlen. Dabei ist klar, dass die prozentualen Zuwachsraten nochmals niedriger ausgefallen sein dürften, weil sich der Onlinehandel im Vorjahresquartal bereits komplett etabliert hatte. Des Weiteren schrumpfen die Margen, vor allem wegen stark zulegender Marketingkosten, und das will niemand bei einem Wachstumsunternehmen hören. Üblicherweise signalisiert eine solche Entwicklung nämlich, dass das Geschäftsmodell nicht rund läuft und gegebenenfalls nicht so skalierbar ist, wie erhofft. Doch dass der Marketingaufwand in die Höhe schießt, ist bei den Online-Unternehmen nur normal. Während der Coronalockdowns wurden sie von Kunden überschwemmt und mussten keine Werbung machen. Die Kunden kamen auch so und oft konnten sie diese schon nicht bedienen, so dass die Wartezeiten immer länger wurden. Durch den Kapazitätsausbau und die stückweise Normalisierung müssen auch Onlineunternehmen nun wieder auf Kundenfang gehen und deshalb schalten sie wieder Werbung und fahren ihre Promotionaktivitäten hoch und motivieren ihre Influencer. Das kostet Geld und drückt auf die Marge. Doch der vergleich mit 2020 hinkt, daher sollte man beim Vergleich lieber 2019 heranziehen. Denn damals wuchsen die Onlineunternehmen vor allem wegen erfolgreichem Marketing.

Diese Entwicklungen werden dennoch Wasser auf die Mühlen der Skeptiker schaufeln und das setzt die Aktienkurse seit Wochen unter Druck. Hinzu gesellen sich die allgemeinen Risiken für Wachstumswerte, denn die stark anziehende Inflation lässt Zinsanhebungen schneller möglich erscheinen. Steigende Zinsen wirken sich am ehesten bei Technologie- und Wachstumsaktien negativ aus und damit stehen diese Aktien auch vor diesem Hintergrund unter kritischer Beobachtung.

Darüber hinaus klagt die Wirtschaft weltweit über Lieferengpässe und stark gestiegene Rohstoffpreise. Insbesondere aus China kommen zurzeit immer weniger Waren bei uns an und es ist zu vermuten, dass vielen das Weihnachtsgeschäft verdorben wird, weil sie keine oder nicht genügend Ware haben werden für ihre Kunden.

Damit stehen die Coronagewinner aber nicht allein, auch die „normale“ Wirtschaft sieht sich mit diesen Problemen konfrontiert. Die entscheidende Frage ist daher, welche Aktien sich nun (wieder) lohnen, auf Sicht von 12 oder 18 Monaten.

Zalando

Die Zalando-Aktie war im Coronaeinbruch auf 30 Euro abgestürzt und hatte sich dann bis Ende 2020 auf über 90 Euro mehr als verdreifacht. Im Februar schob sie sich erstmals an die 100-Euro-Marke heran, bevor sie in der allgemeinen Marktkorrektur auf 80 Euro einbrach. Anfang Juli hatte sie sich zurückgekämpft und konnte erstmals über die 100 Euro vorstoßen, doch der Ausbruchsversuch gelang nicht und seit Mitte September fällt der Kurs stark ab.

Dabei hatte Zalando starke Zahlen für das zweite Quartal abgeliefert. Europas führende Onlineplattform für Mode und Lifestyle steigerte das Bruttowarenvolumen (Gross Merchandise Volume, GMV) gegenüber dem Vorjahreswert um 40,0 Prozent auf 3,8 Milliarden Euro. In den vergangenen zwölf Monaten hat Zalando mehr als zehn Millionen aktive Kunden gewonnen und zählte zum Ende des zweiten Quartals insgesamt 44,5 Millionen aktive Kunden. Dabei haben die Kunden die Plattform intensiver genutzt, so dass die durchschnittlichen Bestellungen je aktivem Kunden auf den neuen Höchstwert von 5,0 (pro Jahr) anstiegen.

Mit einem bereinigten EBIT in Höhe von 184,1 Millionen Euro und einer Marge von 6,7 Prozent erzielte Zalando im 2. Quartal eine solide Profitabilität. Das Unternehmen investierte signifikant mehr in Kundengewinnung und Marketing, um Wachstumschancen wahrzunehmen. Durch die Wiedereröffnungen der lokalen Modegeschäfte muss Zalando nun auch wieder in Marketing investieren, das reduziert die zuletzt überdurchschnittlich hohe Marge.

Zalando bestätigt den Ausblick für das Geschäftsjahr 2021 und erwartet ein Wachstum des GMV in Höhe von 31 bis 36 Prozent auf 14,0 bis 14,6 Milliarden Euro sowie ein Umsatzwachstum in Höhe von 26 bis 31 Prozent auf 10,1 bis 10,5 Milliarden Euro. Aufgrund der starken Umsatzentwicklung und einer weiterhin geringen Retourenquote im ersten Halbjahr 2021 erwartet Zalando nun ein bereinigtes EBIT in der oberen Hälfte der Spanne von 400 bis 475 Millionen Euro.

Die Wachstumsaussichten stimmen weiter. Zalando hat sich als Modeplattform etabliert und weitet sein Angebot um Marken und angrenzende Produkte aus. Zalando wird immer mehr als zusätzlicher Vertriebskanal gesehen, sowohl von kleinen Modeläden als auch von Ketten und Modelabels. Die hohen Investitionen in Fulfillment und Lagerlogistik werden sich hier künftig auszahlen und der Aufstieg in den neuen DAX40 bringt dem Unternehmen auch international mehr Aufmerksamkeit. Der Aktienkurs sollte daher überdurchschnittliches Potenzial haben.

HelloFresh

HelloFresh ist noch nicht so lange etabliert wie Zalando und wurde vom damaligen Großaktionär Rocket Internet ziemlich brachial an die Börse gedrückt. Der Kurs stand daher von Anfang an unter Druck und anfangs konnte das Unternehmen, die zum Börsengang in Aussicht gestellten Zahlen auch nicht liefern. Der Kurs siechte daher die ersten zwei Jahre nach dem IPO vor sich hin und erwachte erst im Herbst 2019 zum Leben, als der Erfolg des Geschäftsmodells langsam sichtbar wurde und das Unternehmen sich Richtung Profitabilität entwickelte.

Von unter 10 Euro schob sich der Kurs bis zum Februar 2020 auf 25 Euro hoch, dann erfolgte der Coronaeinbruch, der die Aktie wieder Richtung 15 Euro führte. Bis zum Jahresende 2020 vervierfachte sich der Kurs dann auf 60 Euro und konnte unter starken Schwankungen auch in diesem Jahr weiter zulegen. Ende August markeierte er bei 95 Euro sein Allzeithoch und seitdem ging es in der Korrektur bis auf knapp unter 80 Euro runter.

Bei HelloFresh gibt es viele Kritiker, die den Markt für Kochboxen als Hype ansehen und ihm keine große Zukunft bescheiden. Eigentlich hätten die Kunden die Mealkits nur ausprobiert, weil ihnen in der Coronapandemie keine Alternative geblieben wäre.

Dem steht die Realität gegenüber. Denn obwohl die Coronabeschränkungen in den USA und Australien zurückgedreht worden waren, brachen HelloFreshs Absatzzahlen dort nicht ein. Im Gegenteil, HelloFresh legte weiter zu und zwar auch zulasten der Wettbewerber.

Das spricht nicht nur dafür, dass das Angebot nachgefragt wird, sondern auch, dass HelloFresh vieles besser macht als seine Konkurrenz.

Für das zweite Quartal haben die Kochbox-Profis sehr starke Zahlen vorgelegt. Der Umsatz belief sich auf rund 1,56 Milliarden Euro und lag damit um 60 Prozent über dem Wert des Vorjahresquartals und den Erwartungen. Auch das bereinigte EBTIDA von 158 Millionen Euro kam über den Analystenschätzungen ins Ziel.

Noch beeindruckender sind HelloFreshs Zahlen, wenn man auf die Wettbewerber blickt. Sowohl Marley Spoon als auch Blue Apron kommen nicht hinterher. Insbesondere Blue Apron als ehemaliger Marktführer in den USA verzeichnet sogar Umsatzrückgänge und steuert auf die Pleite zu, während der frühere Underdog HelloFresh seinen Marktanteil in den USA auf über 65 Prozent ausgebaut hat. Durch die neuen Marken Everyplate und Greenchef hat man sich neue Kundengruppen erschlossen, die vermutlich so um die 20 Prozent an zusätzlichen Bestellern beigesteuert haben, und auch die Bestellfrequenz hat sich signifikant erhöht.

Das Management sah sich daher genötigt, die Jahresprognosen deutlich zu erhöhen. Beim Umsatz rechnet man seitdem mit einem um Währungseffekte bereinigten Anstieg um 45 bis 55 Prozent statt zuvor 35 bis 45 Prozent. Allerdings investiert man schneller und mehr in Technologie, Produktionsstätten und Logistik, was vorübergehend die EBIDTA-Marge belastet. Die operative Marge soll demnach im laufenden Jahr zwischen 8,25 und 10,25 Prozent landen anstatt bei 10 bis 12 Prozent. Grundsätzlich ist eine Verringerung der Margen ein Warnsignal, denn wenn die Profitabilität sinkt ist dies ein Zeichen, dass das Geschäftsmodell an Wachstumsgrenzen stößt. Doch genau das ist bei HelloFresh nicht der Fall. Die Marge sinkt ausschließlich deshalb, weil man die Investitionen in die Zukunft erhöht.

Das passierte übrigens vor drei Jahren schon einmal. Auch 2018 ging HelloFresh in die Investitionsoffensive und opferte Marge, was den Aktienkurs massiv einbrechen ließ. Am Ende war der dominierende US-Wettbewerber Blue Apron niedergerungen und in die Bedeutungslosigkeit verbannt. Heute steht fest, dass HelloFresh nur deshalb so erfolgreich ist und so profitabel, gerade weil es zum richtigen Zeitpunkt die richtigen Investitionen in die Zukunft gestemmt hat.

Des Weiteren ist auch HelloFresh in den neuen DAX40 aufgestiegen und befindet sich weiter auf Akquisetour. Nach der Übernahme von Youfoodz sicherte man sich jetzt auch im Zuge einer Barkapitalerhöhung eine Beteiligung an Chefmarket, Russlands führendem Kochboxversender. Darüber hinaus investiert HelloFresh massiv in Personal, um in weitere Märkte zu expandieren und in bestehenden Märkten die Marktanteile erhöhen zu können. So sollen 1.000 neue Tech-Mitarbeiter für die Entwicklung und Skalierung maßgeschneiderter Softwarelösungen in Berlin, New York, Toronto, Sydney und Boulder eingestellt und somit das globale Tech-Team verdoppelt werden. Dabei geht es nicht mehr allein um Kochboxen, sondern man erschließt sich auch den wachsenden Markt von gesunden Fertiggerichten und klassischen Supermarktartikeln ("HelloFresh Market" startete jüngst in den USA).

Die Aktie sollte nach Abschluss der Korrektur schnell wieder auf ihren Erfolgsweg zurückfinden und sich parallel zu den operativen Erfolgen weiterhin überdurchschnittlich entwickeln.

Home24

Die Aktie von Home24 war Oliver Samwers größte Sünde. Der Rocket Internet-Chef brachte Home24 Mitte 2018 an die Börse und der Kurs konnte anfangs auch zulegen bis auf 30 Euro. Im Anschluss gab es eine niederschmetternde Meldung nach der anderen und es wurde sogar die Überlebensfähigkeit des Unternehmens infrage gestellt, da der Cashburn enorm war. Und Großaktionär Rocket Internet stieß immer mehr Aktien in die fallenden Kurse hinein ab. Vertrauen sieht anders aus. Mitte 2019 war er auf unter 3 Euro abgestürzt, bevor er sich langsam zu erholen begann. Der Coronabsturz sorgte für ein neues Allzeittief, das bei 2,55 Euro markiert wurde, also mehr als 90 Prozent unter dem Allzeithoch.

Doch dann kam Corona und die Wende. Ende 2020 stand der Kurs bei 22 Euro, bis Mitte Februar 2021 ging es auf über 22 Euro hoch. Der bevorstehende Börsengang der Brasilientochter Mobly heizte die Euphorie ordentlich an. Seitdem geht es mit zwischenzeitlichen Erholungswellen kräftig nach unten, zuletzt fiel auch die Marke von 14 Euro.

Home 24 verkauft als klassischer E-Commerce-Händler in Europa Möbel an Endverbraucher und ist unter "Mobly" auch in Brasilien aktiv – mit entsprechenden Währungsrisiken. Und Mobly ist auch Teil des Problems, denn seit dem IPO vor rund einem halben Jahr ist der Kurs um rund zwei Drittel gefallen.

Home24 verkauft nicht nur Marken-Produkte, sondern betreibt auch ein „White-Label-Geschäft“, bei dem beliebte Produkte unter eigenen Marken-Namen selbst hergestellt werden. Dementsprechend sind die Deckungsbeiträge höher, allerdings auch das Absatz- und Retouren-Risiko. Der Anteil an "Private Label"-Produkten wird ständig weiter ausgebaut, um damit die Deckungsbeitragsmarge und damit die Profitabilität insgesamt zu erhöhen.

Da die Menschen in der Coronapandemie nicht in die Möbelhäuser gehen konnten, waren sie gezwungen, sich auf Alternativen einzulassen. Denn Möbel gehören nicht zu den Produkten, die einem als erstes einfallen, wenn man an einen Onlinekauf denkt. Zu sperrig, zu schwer, zu teuer. Und weder Kunde noch Onlinehändler haben etwas davon, wenn der Kunde mit dem gelieferten Möbelstück nicht zufrieden ist und es wieder zurückschickt.

Home24 hat daher viel in das Einkaufserlebnis investiert und auch in seine Logistik. Mit großem Erfolg, der nicht nur, aber doch stark von Corona beflügelt wurde. Und so ist es Home24 deutlich früher gelungen, die kritische Größe zu erreichen. Damit ist gemeint, dass ein Mindestumsatz und -umschlag erzielt werden muss, der die Infrastruktur bezahlt. Die IT, die Lagerhaltung usw. Sobald dieser Punkt überschritten ist, winkt die Profitabilität. Der Skalierungseffekt greift auch hier.

Das ging natürlich zulasten der Margen, aber Home24 arbeitet inzwischen ebenfalls operativ profitabel. Das ist ein großer Fortschritt, denn man ist nun nicht mehr auf externe Geldquellen angewiesen, um sein Wachstum zu finanzieren. Die Neukundengewinnung läuft vor allem über klassische Online-Anzeigen bei Google oder Facebook, aber auch über Marketing-Aktionen via Payback. Ergänzend natürlich über den Email-Newsletter für bestehende Kunden. Doch insbesondere die Anzeigenschaltung drückt nun aufs Ergebnis, weil auch Home24 wieder kräftig ins Marketing investieren muss, um sich der wiedereröffneten Konkurrenz der stationären Möbelhäuser zu erwehren.

Da das dritte Quartal bei Home24 traditionell das der größten Investitionen ist, während man im Weihnachtsquartal die größten Umsätze und Ergebnisbeiträge einfährt, sind die Erwartungen an die Zahlen zum dritten Quartal eher gering. Auch war das zweite Quartal besonders stark, da es im ersten Quartal zu massiven Lieferverzögerungen gekommen war und diese nachgelagert im zweiten Quartal in den Zahlen aufschlugen. So lag der Umsatzzuwachs im zweiten Quartal bei 41 Prozent gegenüber Vorjahr, während das Bestellvolumen in Europa lediglich um 23 Prozent höher lag.

Die Lieferkettenproblematik und die stark gestiegenen Preise für Vorprodukte belasten zusätzlich. Mittelfristig, bis Ende 2023, möchte Home24 einen Umsatz von einer Milliarde Euro erzielen. Das soll auch über die Expansion ins europäische Ausland gelingen.

Der Kursabsturz ist bei Home24 deutlich stärker als bei den beiden anderen Werten. Dabei verfügt das Unternehmen über ein sattes Cashpolster und kann auch noch seine restlichen Anteile an Mobly versilbern. Hier wäre allerdings ratsam, eine deutliche Kurserholung abzuwarten, um die Anteile nicht zu deutlich unter Wert abgeben zu müssen. Handlungsdruck besteht hier jedenfalls nicht.

Dem Unternehmen wird momentan wenig zugetraut und das könnte sich auf dem jetzigen Kursniveau für hartgesottene Anleger als gute Einstiegsgelegenheit herausstellen. Sofern Home24 nicht zu sehr von der Lieferkettenbelastung heimgesucht wird und seine ambitionierten Ziele umsetzen kann.

Shop Apotheke Europe

Beim Blick auf den 5-Jahres-Chart sieht man, dass der Kurs von Shop Apotheke eigentlich erst mit Ausbruch der Corona-Pandemie so richtig ins Laufen kam. Ein klarer Coronagewinner also. Bis Ende 2020 hatte er sich auf 150 Euro gut verdreifacht und schoss bis Mitte Februar auf ein Allzeithoch von 246 Euro. Seitdem geht es steil bergab und Anfang August war die Kurshalbierung komplett als der Kurs ein Jahrestief bei 120 Euro markierte.

Shop Apotheke ist einer der Pioniere in einem boomenden Wachstumsmarkt. Bekanntester Wettbewerber ist die Zur Rose-Gruppe aus der Schweiz, deren Tochter Doc Morris oft Schlagzeilen macht. Die Bestellung von rezeptfreien und verschreibungspflichtigen Medikamenten sowie Nahrungsergänzungsmitteln über das Internet kommt immer mehr in Mode, auch wenn in Deutschland die bestehenden Strukturen der Apotheken-Versorgung gesetzlich geschützt werden. Dabei wächst der Gesundheitsmarkt ohnehin aufgrund des demographischen Wandels und dem stärker werdenden Wunsch, länger aktiv am Leben teilhaben zu können.

Apotheken gehören natürlich zu den systemrelevanten Unternehmen, die auch während des Lockdowns geöffnet blieben. Der hohe Kostendruck hat die Unternehmen allerdings schon vor dem Corona-Ausbruch dazu verleitet, an Sonn- und Feiertagen immer seltener für die Kunden da zu sein, so dass diese unter Umständen 20 oder 30 Kilometer durch die Gegend fahren müssen, um zur geöffneten "Not-Apotheke" zu gelangen. Das erzeugt Unmut und erhöht nicht gerade die Kundenbindung. Darüber hinaus haben Apotheken häufig nur noch die gängigsten Medikamente vorrätig, so dass man nicht selten zu einem zweiten Besuch aufgefordert wird, wenn das Medikament dann bestellt und vorrätig ist. Sowas nervt und gerade in Corona-Zeiten spart man sich gerne jeden unnötigen weiteren Anlauf.

Daher probieren immer mehr Menschen die Online-Bestellung bei Versand-Apotheken aus und wer diesen Weg erst einmal liebgewonnen hat, bleibt oft auch dabei. Denn die Preisunterschiede, die zwischen einzelnen, auch räumlich nahe gelegenen, Apotheken herrschen können, kann man beim Präsenzeinkauf vor Ort ja nicht wirklich ausschöpfen. Online kann man die Preise hingegen umgehend und einfach vergleichen und so gutes Geld sparen.

Doch Shop Apotheke wurde Opfer des eigenen Erfolgs. Der starke Kundenansturm konnte nicht mehr bewältigt werden und so investierte man in ein neues Logistikzentrum. Doch dabei lief nicht alles glatt und es gab erhebliche Probleme und Verzögerungen. Deshalb musste das Unternehmen viele Monate lang beide Versandzentren parallel laufen lassen und das sorgte für Falschlieferungen, Fehler und lange Versandverzögerungen. Genau das, was Kunden nicht wollen.

Wettbewerber Doc Morris profitierte die letzten Monate stark und Shop Apotheke kam kräftig ins Hintertreffen. Doch nun soll alles anders und vor allem besser werden. Das neue Logistikzentrum ist endlich am Start und funktioniert. Das vereinfacht die Abläufe und entlastet das Personal und wird die Kundenzufriedenheit wieder deutlich erhöhen. Zugleich werden die Kosten deutlich sinken, die die doppelten Strukturen erzeugt haben.

Es könnte also alles wieder rund laufen, gerade rechtzeitig zum Start des elektronischen Rezepts. Im Januar 2022 greift die Einführungspflicht und ab dann sollen gesetzlich Versicherte QR-Codes bekommen statt rosa Papier. Doch die seit Juli laufende, ursprünglich auf drei Monate angelegte Testanwendung in einigen Praxen, Klinken und Apotheken in Berlin und Brandenburg wurde nun bis Ende November verlängert. Grund ist, dass viele Arztpraxen noch gar nicht die technische Möglichkeit haben, E-Rezepte auszustellen. Ihnen mangelt es an zertifizierten Updates für ihre Praxisverwaltungssysteme. Nicht die erste Digitalisierungspanne in Deutschland und schon gar nicht im Gesundheitssektor.

Für Shop Apotheke und Doc Morris würde sich die Bestellung rezeptpflichtiger Medikamente nach der Einführung des elektronischen Rezepts deutlich vereinfachen. Die eingeplanten Umsatzsteigerungen verschieben sich nun um einige Monate, was in der Folge die Geschäftszahlen für das Gesamtjahr belasten wird. Dem Kurs schmeckt das natürlich gar nicht.

Trotzdem könnte die Aktie von Shop Apotheke Europe für spekulative Anleger gerade wegen der vorliegenden Probleme attraktiv sein. Starinvestor Ken Fisher hat bereits vor 35 Jahren in seinem ersten Buch dargelegt, dass es bei den meisten erfolgreichen Wachstumsunternehmen nach der ersten Sturm- und Drangphase zu massiven Problemen und Kurseinbrüchen kommt. Das schnelle Wachstum bringt das Unternehmen an einen Punkt, wo die bewährten Startup-Strukturen nicht mehr ausreichend sind und an größere Volumina angepasst werden müssen. Das geht oft einher mit Umstrukturierungen, mehr Hierarchie und neuen Herangehensweisen, was zu Frustration bei Personal und Kunden führt und zu Umsatz- und Gewinneinbußen. Diese Wachstumsschmerzen belasten auch den Aktienkurs für eine gewisse Zeit und stellen oft die Chance dar, im zweiten Anlauf doch noch halbwegs günstig in ein starkes Wachstumsunternehmen einsteigen zu können.

Und bei Shop Apotheke könnte genau dies der Fall sein. Die Probleme in der Logistik sind endlich gelöst und die Aktie ist zusätzlich unter Druck wegen der Verschiebung beim E-Rezept. Die Zahlen für 2021 werden dem entsprechend schlecht(er) ausfallen, aber an der Börse wird die Zukunft gehandelt. Und wenn das E-Rezept dann endlich Fahrt aufnimmt, kann Shop Apotheke die anspringende Nachfrage aus dem dann einwandfrei funktionierenden erweiterten Logistikzentrum bedienen. Zur Freude der Umsätze, der Marge und der Aktionäre.

Mein Fazit

Corona hat die digitale Transformation unserer Gesellschaft innerhalb von 18 Monaten um viele Jahre vorangetrieben. Die Menschen haben viele neue Gewohnheiten entwickelt und davon werden sie einen Großteil beibehalten, auch wenn Corona seinen Schrecken immer mehr verliert.

Dass bei vielen Coronagewinnern die Zuwachsraten deutlich zurückgegangen sind, sollte die Anleger nicht verunsichern. Das Wachstum findet weiterhin statt und die Unternehmen sind besser als vor Corona darauf vorbereitet. Die meisten Aktienkurse haben deutlich korrigiert seit ihren Höchstständen, manche aus nachvollziehbaren Gründen. Doch alle vier Werte haben das Potenzial für eine zweite Welle.

Wer an die Unternehmen und ihr Geschäftsmodell glaubt, für den dürften sich die aktuellen Kurse auf Sicht von 12 bis 18 Monaten als gute Einstiegsgelegenheit herausstellen. Was nicht heißt, dass genau jetzt der tiefste Punkt erreicht ist und die Kurse nicht noch ein bisschen weiter absacken können. Aber das perfekte Markttiming bringt ohnehin nicht die höchste Rendite, sondern das Herauspicken der aussichtsreichsten Unternehmen und das Festhalten an diesen Aktien, solange die Unternehmen in der Erfolgsspur bleiben. Im Idealfall für Jahrzehnte.

Disclaimer: Habe Delivery Hero, HelloFresh, Home24, Shop Apotheke, Westwing, Zalando auf meiner Beobachtungsliste und/oder in meinem Depot/Wiki.

10 Kommentare:

  1. Wow, super Content! Deshalb investiere ich in Dein Wiki!
    Danke Bernhard

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  2. Hallo Herr Kissing, vielen Dank für den tollen und sehr gut recherchierten Artikel: Wie immer top, dieses Lob möchte ich an dieser Stelle einmal an Sie adressieren. Was halten Sie eigentlich vom ziemlich tief gefallenen Corona-Gewinner Teamviewer AG? Ich selbst bin seit 2019 Aktionär dieses Unternehmens und war bislang immer sehr optimistisch und zuversichtlich gestimmt. Auch aktuell teile ich die aktuell bestehende Skepsis nur bedingt und hoffe natürlich auf eine Trendumkehr. Mich würde hierzu auch Ihre Meinung interessieren. Vielleicht können Sie ein paar Worte oder eine kurze Einschätzung übermitteln. Sicherlich bin ich nicht der einzige Interessent, der von Ihnen eine (kurze) Einschätzung erhofft. Herzlichen Dank und viele Grüße: Ihr Leser Alto Weigl

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    1. Moin Herr Weigl,
      bei Teamviewer bin ich hin- und hergerissen. Das Kernbusiness ist eine tolle Sache, ich war selbst mehrfach Nutznießer der Teamviewer-Sodtware während des Lockdowns. Da liegen ordentliche Wachstumsmöglichkeiten vor dem Unternehmen. Ein bisschen durchwachsener empfinde ich die Aussichten unter dem Aspekt der Skalierbarkeit und hätte mir da überzeugende Schritte in Richtung auf eine sinnvolle Verbreiterung der Angebotspalette und damit der Kundenbasis gewünscht. Was ich jedoch überhaupt nicht nachvollziehen konnte, waren diese Marketingdeals. Erst ManU, dann mit Mercedes Formular 1? Das macht für mich gar keinen Sinn, es sei denn, man steht unmittelbar davor, eine prestigeträchtige Übernahme zu verkünden und in eine ganz neue Liga aufzusteigen (Champions League). Aber das passierte nicht. Nun bekommt das Unternehmen die Quittung: nachlassende Wachstumsraten (erwartbar!), aber enorm gesteigerte Kosten und damit sinkenden Margen. Als Wachstumsstory ist Teamviewer erstmal verbrannt und das Vertrauen der Börse ins Management ebenfalls. Der Aktienkurs spiegelt das wider und ich denke, es wird lange dauern, bis das vertrauen zurückkommt. Bis dahin ist eine valide Einschätzung zu der Aktie nicht möglich, weil sie noch weniger von Fakten und Unternehmenszahlen abhängt, als dies ohnehin bei Wachstumswerten der Fall ist, sondern viel mehr ein Spielball der Emotionen ist. Und damit bleibt die Aktie sehr schwankungsanfällig, auch ohne neue Nachrichten.

      Aus meiner Sicht müsste das Management überzeugend belegen, weshalb die sauteure und überdimensionierte Marketingkampagne richtig war/ist und worin der Nutzen liegt. Und dieser Nutzen muss sich in den Zahlen niederschlagen und zwar möglichst schnell...

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    2. Danke für Ihre Einschätzung zu TeamViewer. Das Geschäftsmodell und die Produkte bieten ja eigentlich viel Wachstumspotenzial. Das Management hat zuletzt leider stark enttäuscht. Durch die Marketingdeals mit ManU und Mercedes-Benz (Formel 1) wird halt Teamviewer extrem bekannt. Allein durch die enorme Strahlkraft von Christiano Ronaldo. Könnte mir schon vorstellen, dass Teamviewer dadurch vorallem in den USA/Asien langfristig viele Kunden gewinnen könnte. Ich bin auch schon gespannt auf den Kapitalmarkttag im November und erwarte mir hier einige Antworten, bzw. eine schlüssige Strategie vom Management. TeamViewer hat ja auch Kooperationen mit SAP und Google. Den aktuellen Abverkauf ins Bodenlose finde ich schon stark übertrieben. Ich bin jedenfalls sehr gespannt, wie es weitergeht mit dem Titel.

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  3. Vielen Dank für Ihre Einschätzung, Herr Kissing. Sie haben mit sehr großer Wahrscheinlichkeit Recht: Die Marketing-Deals waren alles andere als zielführend und sinnvoll. Dennoch werden m.E. zahlreiche innovative Produkte weitgehend vom Markt ignoriert oder zumindest unterschätzt. Ich denke hier vor allem an die Augmented Reality (AR-Brillen), die vor einem riesen Markt(Potential) stehen. Auch die zahlreichen Kooperationen (SAP oder heute mit Google) sind überaus interessant. Jedenfalls werde ich Teamviewer die Treue halten und - Augen zu - da mit dem Unternehmen weiter "durch Dick und Dünn" gehen. Vielleicht schafft es das Management um Hr. Steil ja tatsächlich das Stimmungsbild zu beeinflussen und das Interesse sowohl am Unternehmen als auch an der Aktie wieder zu steigern. Vielen Dank nochmals, Herr Kissing, für Ihre wertvolle Einschätzung und Ihnen weiterhin alles Gute und Liebe: Ihr Leser A. Weigl

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  4. WESTWING war neulich sogar eine Position des Wikifolios. Hat diese Aktie keine guten Karten mehr?

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    1. Ich bin ja stets zu 100% investiert, daher muss ich ggf. Aktien verkaufen, um andere kaufen zu können. Bei Westwing regiert momentan die Emotion, das Sentiment ist sehr negativ und die nächsten Zahlen dürften kaum positiv aufgenommen werden. Gleichzeitig nähert sich bei Mutares das Ende der Kapitalerhöhung und der damit einhergehende Kurssturz bietet einen tolle Gelegenheit, sich hier günstig einzukaufen. Aus dieser Situation habe ich die große Chance Chance bei Mutares genutzt und dafür musste Westwing weichen. Erstmal. Sobald sich hier abzeichnet, dass "das Gröbste" hinter dem Unternehmen (und dem Kurs) liegt, rückt es in der Watchlist wieder weit nach oben. Wie auch Home24 und andere Onlineshopper, die zuletzt so stark abgestraft wurden.

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  5. Danke für den informativen Artikel, aber ausgerechnet Westwing hast du ausgelassen? Hat ja eigentlich das für meinen Geschmack beste Marketingkonzept und einen deutlichen steigenden Anteil der Eigenmarke "Westwing Collection". Die Margen dürften daher bei Westwing im vergleich immer etwas höher bleiben als bei Home24 und anderen Konzernen. Bewertung erscheint mir im Vergleich zu den von dir genannten 5 Aktien mit etwa EV/Ebitda von 11 auch am günstigsten.

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  6. Vielen Dank für die informative Zusammenstellung! In HelloFresh und Zalando bin ich auch investiert. M.E. haben HelloFresh, Zalando und ShopApotheke einen großen Vorteil gegenüber Home24 und Westwing: ihr Geschäft ist grundsätzlich nicht zyklisch (von gewisen Corona-Sondereffekten abgesehen). Denn Essen, Kleidung und Medikamente sind Basiskonsumgüter, die regelmäßig benötigt werden, Möbel nur alle paar Jahre. Und da letztere im letzten Jahr nun fleißig angeschafft wurden, würde ich hier erstmal eine Durststrecke erwarten.
    Am attraktivsten liest sich für mich aktuell ShopApotheke mit dem GameChanger E-Rezept...

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    1. Ja das sehe ich auch so. Bei den Online Apotheken finde ich auch den Konkurrenten (Zur Rose) mit DocMorris sehr spannend. Ist vom Umsatz her größer und etwas breiter aufgestellt als die ShopApotheke.

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