Die Top-Werte meines Investmentdepots veröffentliche ich jeweils zum Quartalsende in meinen Investor-Updates und meine Beobachtungsliste aktualisiere ich wöchentlich.
Ergänzend gebe ich heute eine kurze Übersicht zu den Werten, die in der letzten Woche mein Investmentdepot am stärksten bewegt haben. Dabei geht es um alte Bekannte und neue Liebschaften. Und es gibt die eine oder andere Überraschung...
Dies waren in der vergangenen Börsenwoche die größten Gewinner und Verlierer in meinem Depot:
📈 Almonty Industries +25,1 %
📈 ESCO Technologies +11,3 %
📉 SoFi Technologies -8,2 %
📉 RocketLab -8,9 %
📉 KKR -9,5 %
📉 Rheinmetall -9,6 %
📉 TransDigm -9,8 %
Es war eine eine weitere heftige Börsenwoche. Nachdem Don Trump Kevin Warsh als neuen Fed-Vorsitzenden auserkoren hat, versuchen sich die Börsen an einer Einordnung. Warsh wird das "Quantative Easing" eindämmen und das war seit 15 Jahren ein Turbo für alle Assetklassen (und deren Bewertungen). Die Fed hat zusätzliche Liquidität in den Markt gepumpt und so das langfristige Risiko reduziert: zukünftige Cashflows waren damit annähernd so wertvoll wie aktuelle, so dass dies höhere Bewertungen von Risikoanlagen rechtfertigte. Da orientiert sich der Markt nun neu. Auch im KI-Bereich trennt sich die Spreu vom Weizen. Wer heute mit KI Cashflows erzeugt, profitiert. Wer die erst in einigen Jahren zu liefen verspricht, wird als risikoreicher eingestuft und entsprechend fällt die Bewertung bzw. der Kurs.
Wesentlich stärker erschüttert die Börsen momentan jedoch die durch Künstliche Intelligenz stattfindende "schöpferische Zerstörung", wie Joseph Schumpeter sie nannte. Das ist ein ständiger, dynamischer Prozess, der technologischen Fortschritt und wirtschaftliches Wachstum vorantreibt, indem Innovationen alte Strukturen, Produkte, Technologien und Geschäftsmodelle zerstört werden. Das ist nicht neu, das passiert ständig. Und manchmal in großen, lebensverändernden Wellen. Kutschen wurden durch die Eisenbahn und das Auto ersetzt, aber das ist lange her. Viele von uns haben den Siegeszug der PCs miterlebt, dann das Internet, mobile Kommunikation – und nun Künstliche Intelligenz. Unsicherheit erzeugt dabei nicht nur der Umbruch selbst, sondern dass die Zyklen kürzer werden und heutige Generationen gleich mehrfach betroffen sind. Unsicherheit erzeugt Ängste. Und Chancen.
Beide Entwicklungen erzeugen aktuell aber vor allem Panik. Es werden gnadenlos alle Risiko-Assets aus den Depots gekegelt, wobei auch eine Rolle spielt, dass vieles davon auf Pump gekauft wurde - und nun Margin Calls den Verkaufsdruck erhöhen. Ob Bitcoin, Gold, Silber oder Technologie- und Softwarefirmen, alles muss raus. Zu Ausverkaufskursen. Jedenfalls verglichen mit den Preisen, die Anleger Ende 2025 noch bedenkenlos zu zahlen bereit waren.
Auch ich tue mich schwer damit, die konkreten Auswirkungen von KI auf Softwarefirmen einzustufen. Adobe, Constellation Software, Roper Technologies oder CHAPTERS Group wurden kursmäßig kräftig runtergeprügelt, aber ich bin nicht davon überzeugt, dass dies eine "once in a liftime opportunity" ist. Ich habe dazu schlicht kein überzeugendes Empfinden. Mein Bauchgefühl sagt mir, dass die früher üblichen hohen Bewertungsmultiples zu Recht eingedampft wurden, weil sich der Burggraben als nicht mehr so stark erwiesen hat. Aber wirklich überzeugt bin ich nicht. Und deshalb habe ich mich in diesem Sektor weitgehend zurückgezogen. Ich will ja nicht spekulieren/zocken, sondern mit Überzeugung auf aus meiner Sicht sichere Entwicklungen setzen. Und im Bereich Software sehe ich keine Sicherheit (mehr).
"Ein Schnäppchen, das ein Schnäppchen bleibt, ist kein Schnäppchen."(Martin Whitman)
Die Bewertungen vieler Unternehmen implodieren, aber nur weil eine Aktie fällt, ist das kein guter Grund, sie zu kaufen. Günstig ist sie nur, wenn das Geschäftsmodell weiterhin intakt ist und gegenwärtige und vor allem künftige Cashflows und Gewinne weiter sprudeln werden. Und genau hier gilt es, die Kuh über den richtigen Eimer zu schieben!
"Meide Branchen im Umbruch."(Warren Buffett)
Wo Panik Kurs zu stark abstraft, bieten sich tolle Chancen. Wo das Geschäftsmodell infrage gestellt ist, nicht!
Es gibt eben keine Chancen ohne Risiken. Aber auch keine Risiken ohne Chancen.
Die Earnings Season ist im vollem Gang und die Ergebnisse werden momentan nur allzu gern zur Abstrafung genutzt. Egal, wie gut das vierte Quartal und/oder das Gesamtjahr gelaufen ist, es wird akribisch nach dem (einen) Haar in der Suppe gesucht und dann der ganz Kessel mit Bazookas beschossen. Ziemlich dümmlich...
Der Fear-and-Greed-Index ist von 52 auf 45 Punkte zurückgegangen. Er lag aber auch schon deutlich tiefer und hat sich nur dank einer starken Kurserholung am Freitag wieder ins neutrale Terrain hochgeschoben.
Nun der Blick in mein Depot, das in dieser Woche nochmals ordentlich eingebrochen ist und damit beinahe die kompletten Zuwächse seit dem Jahresstart wieder abgegeben hat.
Mit am stärksten hat es meine Alternativen Asset Manager Apollo und KKR getroffen. Auch hier hat der KI-Überlebenstest gewütet, nicht nur im Bereich Software/SaaS. Dabei kommen einige ziemlich unter die Räder und so erwischte es auch die Kurse von Business Development Companies mit überdurchschnittlichem Software-Exposure, aber eben auch und sogar noch stärker die Muttergesellschaften wie Apollo Global, KKR oder Ares Management.
Einige Anleger scheinen den Schluss zu ziehen, dass die Software-Beteiligungen in den Portfolios der Finanzinvestoren weniger wert sein könnten oder müssten, wenn diese mal verkauft werden. Und fallende Kurse lassen weitere Anleger ihre Aktien verkaufen, da geht es nicht um Nachdenken oder Risikobewertung, sondern um Panikverkäufe. Und bekanntlich sind Angst und Gier die treibenden Faktoren für die Börsenkurse – daher schauen wir mal unemotional auf die Lage und bewerten, ob wirklich Risiken bestehen und ob der Markt diese korrekt erfasst.
Asset Manager verdienen ihr Geld durch Provisionen: das Managen der Assets erzeugt einen relativ stetigen Gebührenstrom, während dann die Erfolgsprovisionen on top kommen, wenn erfolgreiche Exits gelingen. Diese Exits sind aber bereits seit 2022 weitgehend aus den Kursen der Finanzinvestoren ausgepreist, da das Rekordniveau von 2021 seither nicht annähernd wieder erreicht worden ist. Inzwischen gibt es immer häufiger Sekundärtransaktionen und es werden verstärkt Börsengänge ins Auge gefasst. 2026 könnte das Jahr der IPOs werden. Für die Finanzinvestoren ist der Exit-Weg ziemlich egal, solange der Preis stimmt.
Zum Business der Finanzinvestoren gehört Verkaufen und Kaufen. Wenn die Preise für Targets und/oder ganze Branchen sinken oder steigen, hat das auf beiden Enden der Gleichung Konsequenzen. Es kommt entscheidend auf die Qualität der Asset Manager an. Sie müssen attraktive Assets identifizieren und einen Plan haben, wie sie dort Werte heben können. Durch Kostensenkungen, Umstrukturierungen, Add-on-Käufe usw. Der Verkaufspreis wird erst am Ende des Prozesses interessant und ist nicht von Anfang an die Zielgröße, die die Attraktivität des Targets bestimmt. Im Idealfall agieren die Finanzinvestoren antizyklisch und kaufen in den Weltregionen und den Branchen ein, wo Stress herrscht und die Preise niedrig sind. Und sie verkaufen dort, wo das Interesse hochschießt und mit ihm die Preise.
Die Großen der Branche haben hier echte Wettbewerbsvorteile gegenüber den Kleinen aufgrund von Kostenvorteilen, Branchenkenntnissen und Finanzpower. KKR und Apollo gehören zur Weltspitze und sind daher erste Wahl.
Aber Unsicherheit sorgt für Verkaufsdruck. Branchenprimus Blackstone hat als erster Zahlen vorgelegt und verbuchte ein Rekordergebnis sowie hohe weitere Mittelzuflüsse, so dass Assets under Management (AuM) auf über 1,3 Billionen USD angewachsen sind. Wenn die Fed künftig die Zinsen senkt, werden zinstragende Investments weniger attraktiv – und die Anleger suchen nach Alternativen. Versicherungen, Pensionsfonds, Stiftungen und vermögende Privatpersonen haben Investitionsdruck, weil sie mit ihrem Geld Rendite erzeugen müssen. Die Asset Manager sind hier oft ihre erste Wahl und werden es absehbar auch bleiben. Sie werden nicht zu KI-Opfern, sondern setzen KI im Hintergrund ein, um interne Prozesse und das Risikomanagement zu optimieren und daher können sie externen Margendruck durch niedrigere Provisionssätze mindestens kompensieren. Doch der Kurs brach ein.
KKR glänzte ebenfalls mit saustarken Zahlen: 2025 war ein weiteres Rekordjahr mit einem Zuwachs der AuM um 17 % auf 744 Mrd. USD und einem massiven Anstieg der gebührenpflichtigen AuM um 18 %. Der Gewinn pro Aktie sank im vierten Quartal jedoch um 15 % gegenüber dem Vorjahr auf 1,12 USD pro Aktie, belastet durch eine Rückzahlungsverpflichtung von 207 Mio. USD im Zusammenhang mit dem alten Asia II-Fonds und geringeren realisierten Performance-Erträgen. Operativ beschleunigte sich Motor allerdings weiter und so stiegen die gebührenbezogenen Erträge (FRE) um 15 % auf einen Rekordwert von 1,08 USD je Aktie.
In 2025 wurde ein neues Rekordvolumen von 129 Mrd. USD an frischem Kapital eingeworben, darunter 28 Mrd. USD allein im vierten Quartal. Dieser massive Zufluss führte zu einem Anstieg der gebührenpflichtigen verwalteten Vermögenswerte um 18 % auf 604 Mrd. USD, wodurch künftige Verwaltungsgebühren unabhängig von Marktvolatilitäten gesichert wurden. Zudem weitet KKR seine Margen aus und erhöht damit die Effizienz. Die FRE-Marge erreichte 69 %, angetrieben durch die Skalierung der Vermögensverwaltungs- und Versicherungsplattformen. Diese operative Hebelwirkung sorgt dafür, dass das Umsatzwachstum direkt in das Ergebnis einfließt.
Nicht optimal lief es bei den realisierten Nettoerträge, die im vierten Quartal gegenüber dem Vorjahr um 80 % auf 62 Mio. USD einbrachen, was allerdings überwiegend auf die Rückforderung von 207 Mio. USD aus Asia II zurückging. Aber neben diesem Einmalereignis kann die Exit-Pipeline branchenweit noch nicht wieder glänzen wie noch im Boomjahr 2021 und daher hinken hier die gewinnabhängigen Provisionen noch hinterher. Zudem stiegen die Versicherungsaufwendungen im vierten Quartal um 95 % gegenüber dem Vorjahr auf 3,6 Mrd. USD und übertrafen damit das Umsatzwachstum des Segments von 92 %. Die Nettoversicherungskosten belasteten das Ergebnis dabei erheblich, obwohl das Betriebsergebnis einen moderaten Anstieg von 7 % verzeichnete.
Einen ordentlichen Schluck aus der Pulle nimmt KKR nun mit der Übernahme von Arctos Partners für 1,4 Mrd. USD. Der Deal verschafft KKR einen Einstieg in den Bereich der Sportfranchise-Beteiligungen, denn Arctos ist ein wichtiger institutioneller Investor im Bereich professioneller Sportfranchise-Beteiligungen und das einzige Unternehmen, das für den Besitz mehrerer Teams in allen fünf großen US-Ligen (NBA, NFL, MLB, NHL, MLS) zugelassen ist.
Vertrauen in die Zukunft spiegelt auch die Erhöhung der Quartalsdividende wider: während für das vierte Quartal letztmalig 0,185 USD je Aktie ausgeschüttet werden, werden es künftig 0,195 USD sein.
Aus meiner Sicht sehr überzeugende Zahlen und hervorragende Aussichten. Aber der Kurs rauschte ab und zwar gewaltig. Die Sorgen über das Software-Exposure sind einfach zu groß - dabei liegt es bei KKR bei rund 7 % des Portfolios und bei Apollo deutlich unter 5 %. Einfach mal drüber nachdenken, ob das Kurseinbrüche von mehr als 25 % rechtfertigt. Und meine Antwort ist klar: ich habe KKR aufgestockt. ツ
Auch im Bereich der KI-Werte gibt es eine heftige Neuorientierung. Und die durchaus zu Recht! Es ist schon ein Unterschied, ob ein Unternehmen heute mit KI Geld verdient, oder ob es erstmal massiv investieren muss, um irgendwann einmal damit Geldverdienen zu können. Auch unter den Magnificent 7 gibt es Winner und Loser. Alphabet, Amazon und Meta verdienen heute schon Unsummen mit dem KI-Einsatz und benötigen die zusätzlichen KI-Rechenzentren, um die Nachfrage der Kunden bedienen zu können. Andere stehen stärker unter Druck, wie Microsoft, oder spielen sich gerade selbst an den Abgrund wie Oracle.
2025 war das absolute Rekordjahr für KI-Investitionen. Doch die neusten Ankündigungen für 2026 toppen einfach alles mit inzwischen 610 Mrd. USD an Capex von nur vier Unternehmen: Amazon will 200 Mrd. USD investieren, Alphabet 80 Mrd. USD, Meta 125 Mrd. USD und Microsoft 105 Mrd. USD.
(Nicht nur) die KI-Investitionen von Alphabet sind überraschend hoch. Aber... die Google Cloud wächst mit 48 % p.a. bei einer mehr als verdoppelten operativen Marge von 30 %, der operative Cashflow legte um 34 % zu, der Jahresumsatz überstieg erstmals 400 Mrd. USD und man hat 127 Mrd. USD an Cash ggü. 47 Mrd. USD an langfristigen Schulden. Alphabet verdient also heute Geld mit KI und muss investieren, um dieses enorme und profitable Wachstum weiterhin generieren zu können. Es sind also keine Investitionen in eine weit entfernte Zukunft, sondern in die Gegenwart und die nächsten Wochen und Monate. Beeindruckend und saustark!
Alphabet-CEO Sundar Pichai erklärte dazu, man sehe das Risiko von Überinvestitionen, aber es erscheine deutlich geringer als das an Unterinvestitionen. Damit meint er, dass die Gefahr, das KI-Rennen zu verlieren viel schwerer wiegt, als ein bisschen Cashflow und Gewinne zu opfern.
Alphabet ist in meinem Depot mit rund 13 % gewichtet und ich bleibe hier tiefenentspannt...
Von dem KI-Boom profitieren aber auch viele Werte aus der zweiten und dritten Reihe, die ich als "KI-Schaufelverkäufer" bezeichne. Amphenol wurde zusammengestutzt, weil noch mehr Wachstum erwartet wurde, als der starke Zuwachs, den das Unternehmen ablieferte. Comfort Systems und Quanta Services gerieten ebenfalls massiv unter Druck, doch hier erholten sich die Kurse bereits wieder deutlich - und zu Recht! Sie profitieren vom KI-Boom, da sie die nötige Infrastruktur zu deren Auf- und Ausbau liefern. KI benötigt Kühlung, aber sie kann sie nicht selbst erzeugen. Und sie benötigt Energie. Es muss also Strom produziert werden und er muss die KI-Rechenzentren erreichen. Ohne diese Schlüsselfaktoren funktioniert KI nicht. Und deshalb werden die Geschäfte der KI-Schaufelverkäufer weiterhin boomen und zwar über viele Jahre. Ob KI, E-Mobilität, autonomes Fahren oder Heizung*), all das benötigt viel mehr Strom, als heute erzeugt und vor allem transportiert werden kann. Die Stromnetze müssen also massiv und schnell ausgebaut werden.
*) Die Wärmewende in Deutschland ist so kostengewaltig und benötigt eine neue (!) Infrastruktur im dreistelligen Milliardenvolumen, was sie unbezahlbar macht. Stattdessen werden wohl die alternden Gasheizungen zunehmend durch Wärmepumpen ersetzt werden - und die benötigen Strom!
Das bedeutet nicht, dass die Kurse dieser Unternehmen nicht unter Druck geraten können. Im Gegenteil: kurzfristig werden die Kurse von Emotionen gemacht, aber auf lange Sicht ist die fundamentale Entwicklung entscheidend. Und daher winken hier an schwachen Tagen langfristige Einstiegschancen! Und das gilt auch für den deutschen Nebenwert Pfisterer Holding.
Ach ja, ich habe mich noch bei ESCO Technologies eingekauft. ESCO ist ein Ingenieurs- und Technologieunternehmen, das dort aktiv ist, wo Investitionen langfristig, sicherheitskritisch und kaum verzichtbar sind, also in Bereichen wie Luft- und Raumfahrt, Marine, Stromnetze, Infrastruktur und industrielle Messtechnik. Die Zahlen von ESCO waren ziemlich stark und man hat die Prognosen angehoben. Das Wochenplus zeigt, dass beides gut am Markt ankam (und bei mir auch). Demnächst stelle ich meinen Investmentcase ausführlich vor.
Rheinmetall litt unter den bevorstehenden Zahlen. Es wird vermutet, dass diese nochmals nicht gerade Jubelstürme auslösen werden, aber es sind ohnehin die mittel- und langfristigen Aussichten, die hier den Ton abgeben. Der Auftragsbestand klettert auf neue Rekordhöhen und beinahe täglich flattern neue Aufträge hinein. Egal, wie es in der Ukraine weitergeht, Deutschland und Europa müssen massiv aufrüsten, um 30 Jahre Wehrfähigkeitsniedergang aufzuholen und Russland auf Augenhöhe die Stirn bieten zu können. 1.500 Euro sind daher klare Kaufkurse - und das sieht auch CEO Papperger so, der gerade erst wieder auf diesem Niveau zugeschlagen hat.
Bei Rocket Lab war der Kurs bzw. die Bewertung einfach zu abgehoben. "Priced for perfection" könnte man sagen. Nun wird etwas Luft abgelassen. An den mittel- und langfristigen Aussichten hat sich nichts geändert. Aber der Weg wird weiterhin sehr volatil sein und nur risikoaffine Anleger sollten diese Spekulation eingehen.
Mein Vermögen hatte am ersten Januartag schon mal um +1,0 % zugelegt und nach den beiden ersten vollen Handelswochen des Jahres ein sattes Plus von 10,0 % verbucht. Seitdem geht es wieder abwärts und nachdem die letzten beiden Wochen -2,75 % und -3,0 % erzielten, ging es nun um weitere 3 % bergab. Meine 2026er Vermögensveränderung liegt nun bei +1,0 % (YTD).
Die von Trump bewusst lancierte Dollarschwäche belastet US-Werte auf Euro-Basis im Jahr 2025 mit rund 12 %. Ich gehe davon aus, dass diese Tendenz auch in 2026 anhalten wird, wenngleich nicht derselben Größenordnung. Da ich einen hohen Anteil an US-Werten im Depot halte (knapp 75 %), wirkt sich die Dollarschwäche natürlich entsprechend negativ auf meine Performance aus.
Mein Investor-Update zum Q4/2025 - nicht mehr ganz brandneu, aber in Farbe!
Auf welche Unternehmen und welche Schwerpunkte ich in meinem Depot setze zeigt mein Investor-Update, das ich immer zu Ende eines Quartals veröffentliche - quasi mein persönliches 13F.
Meine langfristige durchschnittliche Zielrendite liegt bei +15 % pro Jahr. Bei diesem Wert lande ich selten; meistens liegt meine Performance bei über +20 %, aber alle drei bis vier Jahre auch im Minus, teilweise satt. Seit ich meiner Ergebnisse ermittle, also seit 2011, komme ich auf rund 20 % pro Jahr. Auch dank einiger herausragender Jahresergebnisse, zu denen insbesondere 2023 und 2024 zählen.
Die Börse verläuft nicht linear und auch wenn sie auf lange Sicht rund 10 % pro Jahr zulegt, tut sie dies doch unter teilweise heftigen Schwankungen. Die sollte man aushalten und sich nicht aus seinen Qualitätsaktien herausdrängen lassen. Auch wenn heftige Korrekturen emotional stressig sind und der Weg zur Wunschrendite anschließend sehr viel länger ist. Ich versuche immer im Hinterkopf zu behalten, dass ich nicht mit Aktien spekuliere, sondern in herausragenden Unternehmen investieren, dort also Miteigentümer werde. Auch deshalb fahre ich einen fokussierten Investmentstil mit selten mehr als 15 Werten im Depot. Ich will und muss mich in "meinen" Unternehmen eben gut auskennen. Ansonsten lasse ich lieber die Finger davon.
Der Kompetenzkreis gewinnt also immer mehr Bedeutung. Je älter ich werde und je länger ich an der Börse aktiv bin, desto größer wurde er (naja, etwas zumindest). Vor allem erkenne ich immer besser, welche Themen und Branchen außerhalb meins Kompetenzbereichs liegen - dummerweise zählen dazu meistens auch die neuen, besonders aussichtsreichen, aber auch gehypten Themen. In "den neuen heißesten Scheiß" investiere ich daher selten(er) - und wenn, dann mit einer kleinen spekulativ orientieren Position. Mein Weltraumabenteuer Rocket Lab gehört definitiv in diese Kategorie. Selbst wenn ich als jahrzehntelanger Fan von Star Wars und Star Trek hier durchaus Insiderwissen habe... ツ
Es bleibt spannend - wie eigentlich immer an der Börse. ツ
Disclaimer: Habe die meisten der genannten Werte auf meiner Beobachtungsliste und/oder im Depot/Wiki.

Hallo Michael,
AntwortenLöschenjetzt habe ich ja schon erwartet, dass du die veränderte Bilanzierung der Kredite bei LendigClub thematisieren würdest. Kommt dazu (und den Q4-Zahlen an sich) noch eine Einschätzung von dir?
Viele Grüße - Henning
Moin Henning,
LöschenLendigClub, SoFi und PayPal wollte ich mir noch mal gesondert vornehmen.