Inflation ist schon ein echtes Miststück. Stanley Druckenmiller nannte sie "eine Steuer, die die Armen sich weder leisten noch vermeiden können". Inflation ist Geldentwertung und sorgt dafür, dass man für den gleichen Betrag morgen weniger kaufen kann. Millionäre kratzt das nicht so sehr wie Otto Normalbürger, für den aus Preissteigerungen schnell Konsumverzicht wird. Nötigenfalls auch bei den Dingen des täglichen Bedarfs. Und dann geht es an Eingemachte...
Über Sam Ewings launische Beschreibung kann man noch schmunzeln: "Inflation ist, wenn man 15 Dollar für einen 10-Dollar-Haarschnitt bezahlt, den man früher für 5 Dollar bekam, als man noch Haare hatte". Jedenfalls wenn man sich diese 15 Dollar noch leisten kann. Ansonsten ist an Inflation nichts Witziges. Und gerade wir Deutschen haben mit ihr ganz schlechte Erfahrungen gemacht, die bei den Zielsetzungen der Bundesbank eine ganz entscheidende Rolle spielen. Damit ecken wir bisweilen im Rest der Welt an, aber auch dort ist Inflation kein beliebter Gast.
Die Hyperinflation hat Deutschland als Folge des verlorenen ersten Weltkriegs und der Weltwirtschaftskrise heimgesucht und sich tief ins kollektive Gedächtnis der Deutschen eingegraben. Nachvollziehbar, denn sie war ein Mitauslöser des Aufstiegs von Adolf Hitler und den Nationalsozialisten.
Aber auch ein deutlich kürzerer Blick in die Vergangenheit reicht aus, um uns an das Inflationsgespenst zu erinnern: im Zuge des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine steuerte Europa auf eine Energiemangellage zu und erst vervielfachten sich die Energiepreise und mit einigem Zeitverzug dann alle Preise. In der Folge kam es zu massiven Lieferengpässen und erheblichen wirtschaftlichen Erschütterungen.
Das Problem schien überwunden, die Notenbanken hatten es im Griff. Dachte man. Denn dann kam Donald Trump und löste mit seinem Irankrieg eine neue Schockwelle an den Energiemärkten aus. Und deren Folgen treffen nun langsam und immer schneller in der realen Wirtschaft ein. Und erzeugen dort echte Schmerzen und Nebenwirkungen.
"Sparsame Kunden bremsen McDonald's aus" titelte n-tv gestern. Die Kaufzurückhaltung preisbewusster US-Kunden habe McDonald's im ersten Quartal ausgebremst und dem Burger-Riesen ein enttäuschendes Wachstum im Heimatmarkt beschert. Selbst günstige Sparmenüs hätten nicht aus-reichend Kunden in die Schnellrestaurants locken könne, weil die wegen hoher Sprit- und Lebensmittelkosten auf ihr Budget achten würden. "Die Verbraucher achten bei jedem Dollar, den sie ausgeben, mehr auf den Preis", erklärte Konzernchef Chris Kempczinski.
Und das ist nur ein Vorgeschmack. Die Preise für Lebendrinder steigen in den USA seit Monaten massiv an und überall passen die Fastfood-Giganten ihre Burgerpreise entsprechend an. Und auch in den Supermärkten werden die Burgerpatties ständig teurer.
Das wird Folgen haben. Um das zu erkennen, muss man kein Prophet sein. Man braucht nur ein halbwegs funktionierendes Erinnerungsvermögen. Denn genau dieses Szenario haben wir vor vier Jahren schon einmal erlebt: stark steigende Energiepreise führten erst zu einem Schock an den Zapfsäulen, dann zu Ärger bei der Strom- und Gasrechnung und zu guter Letzt galoppierten einem im Supermarkt und im Restaurant die Preise davon, weil die die erheblich gestiegenen Kosten an uns Verbraucher weitergeben mussten. Inflation ist schon ein Miststück!
"Inflation ist wie Zahnpasta. Ist sie erstmal heraus aus der Tube, bekommt man sie kaum mehr rein. Das Beste ist, nicht zu fest auf die Tube zu drücken."(Karl Otto Pöhl, Ex-Bundesbank-Präsident)
Ja, 2022 war ein Seuchenjahr für unsere Kaufkraft, für McDonald’s und andere Unternehmen auch. Die Umsätze gingen zurück, die Margen und Gewinne brachen ein – weil die Menschen schlicht nicht mehr genügend Geld hatten, um für eine Burger-Kombi 15 Dollar auszugeben.
Einen Profiteuer der Entwicklung gibt es aber dennoch: Costco. Dort bekommt man seit der Einführung in den 1980er Jahren die Hot Dog-Kombi (mit einer Pepsi Cola) unverändert für 1,50 Dollar. Costco hebt den Preis einfach nicht an und zahlt inzwischen ordentlich drauf. Aber Costco betrachtet dies als Marketingausgabe, denn wer wegen des günstigen Hot Dogs zu Costco fährt, kauft dort auch gleich noch ein.
Wenn also das McDonnald's-Burger-Menü über 5 Dollar kostet, die Costco-Hot Dog-Kombi aber nur 1,50 Dollar, dann werden die US-Bürger wieder mit den Füßen abstimmen. Und dem Geldbeutel.
- Costco: Börse simplified - einfach die eine Aktie kaufen, die immer steigt?!
- Du kennst Nick Sleep nicht? Pech, denn seine "Börsenzauberformel" macht einfach alle reich!
Der entscheidende Unterschied ist, dass McDonald's mit seinen Burgern Geld verdienen muss, Costco mit seinem Hot Dog aber nicht. Costco will seinen Mitgliedern immer den besten Preis bieten, denn um dort einkaufen zu können, muss man Mitglieder sein. Den Jahresbeitrag hat man übrigens nach drei oder vier Einkäufen wieder raus. Auch deshalb erneuern fast 92% der Costco-Mitglieder jedes Jahr ihre Mitgliedschaft, während viele neue hinzukommen. Und das sind nicht nur Hot Dog-Fans. Aber auch…
Disclaimer: Habe Costco auf meiner Beobachtungsliste und/oder im Depot/Wiki.

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