Freitag, 24. Februar 2012

Zweifel an der Ertragskraft der Windsor AG

Vor einiger Zeit habe ich mich mit der Windsor AG befasst und sie aufgrund der ausgezeichneten fundamentalen Daten sowie der optimistischen Aussagen des Managements auf meine Watchlist aufgenommen. Vor allem die Dividendenrendite war herausragend - und ist es immer noch. Sofern man den Aussagen und Prognosen Glauben schenken kann. Und hier habe ich inzwischen erhebliche Zweifel.

Am 18.11. hatte Windsor seine Zahlen für das 3. Quartal 2011 vorgelegt und dabei einen massiven Gewinnrückgang vermeldet.
"In den ersten drei Quartalen des Jahres konnte der WINDSOR-Konzern nach IFRS einen Umsatz von 14,84 Mio. EUR realisieren (Vergleichszeitraum 2010: 18,55 Mio. EUR). Durch die insgesamt gesunkenen Börsenkurse Ende des dritten Quartals wurden die Bewertungen der börsennotierten Konzern-Beteiligungen angepasst, was das Konzern-Zwischenergebnis in der Stichtagsbetrachtung entsprechend belastet hat. Der Konzerngewinn für die ersten neun Monate reduzierte sich so auf 238.000 EUR (Vergleichszeitraum 2010: 2,48 Mio. EUR)."
Die Beteiligung an der MPH Pharma war durch die Börsenturbulenzen und gesunkene Aktienkurse deutlich weniger wert als zuvor und daher erfolgte eine entsprechende Abwertung. Denn anders als nach HGB wird nach IFRS nicht das Niederstwertprinzip angewandt (dadurch entstehen ggf. hohe stille Reserven aus Kurszuwächsen), sondern nach Zeitwert. Daher muss die Aussage bis hierhin noch nicht verschrecken.

Als nächstes erklärte der Vorstand:
"Das vorläufige operative Ergebnis zum 30. September vor Abschreibungen und vor Finanzergebnis, EBITDA, liegt bei 841.000 EUR (Vorjahreszeitraum: 1,83 Mio. EUR) und das vorläufige operative Ergebnis (EBIT) im gleichen Zeitraum bei 104.000 EUR (Vorjahreszeitraum: 943.000 EUR)."
Und hier stellen sich die ersten kritischen Fragen ein, denn das operative Geschäft ist das entscheidende, wenn man den nachhaltigen Erfolg eines Unternehmens und seines Geschäftsmodells bewerten will. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern hat sich also um 89% zum Vorjahreszeitraum verringert. Trotz dieser angespannten Lage, kündigte der Vorstandschef Roy von der Locht in der gleichen Mitteilung an,
"auch für das Jahr 2011 eine Dividende je Aktie in der Höhe des Vorjahres auszuschütten."
Und das, nachdem kurz zuvor eine Kapitalerhöhung vorgenommen worden war und sich die Anzahl der Aktien um ein Drittel erhöht hatte. Aber die Aussage steht, je Aktie sollen 0,25 EUR ausgeschüttet werden.

Zwei nicht unerhebliche Aspekte spielen an dieser Stelle eine Rolle, die das eingetrübte Gesamtbild deutlich aufhellen können: zum einen die beiden noch nicht börsennotierten Pharmabeteiligungen Simgen GmbH und Pharmigon GmbH, von denen eine bereits 2011 an die Börse gehen sollte. Das hätte einen erheblichen Betrag in die Kassen von Windsor gespült. Und zum anderen die hohe Dividende der MPH, die Windsor in 2010 immerhin 1,5 Mio. EUR an Erträgen eingebracht hat.

Doch diese Stützpfeiler der Windsor-Hoffnungen wankten - und wanken. Nicht nur, dass das Immobiliengeschäft stark in zeitlichem Verzug ist und nötige Baugenehmigungen noch immer nicht vorliegen. Auch gibt es keinerlei Informationen darüber ob die Pharmatöchter Simgen und Pharmigon überhaupt Geschäfte machen, welche Umsätze und Erträge sie erwirtschaften und ob die Börsenpläne mehr als heiße Luft sind. Bei Windsor wird von Sparten geredet und dazu zählt eben auch die erfolgreiche und hoch profitable MPH. Und hier kommen wir zum existenzgefährdenden Aspekt der "Windsorstrategie": Ende 2010 wies Windsor noch einen Anteil an der MPH von 29,91% aus, doch auf meine Nachfrage vor einigen Tagen an die MPH bekam ich die Auskunft, Windsor halte nunmehr nur noch 20% der Anteile. Windsor selbst hatte im Geschäftsbericht 2010 angekündigt, seine Beteiligungen auf jeweils unter 25% reduzieren zu wollen, aber dass nun gerade die profitable und einträgliche Beteiligung verringert wurde, gibt sehr zu denken. Denn die 1,5 Mio. EUR an Dividendeneinnahmen in 2010 bekam Windsor auf seine fast 30% Anteile; bei 20% fallen die Einnahmen bei gleich hoher Dividende also auf 1 Mio. EUR und die Ertragskraft der Windsor ist dauerhaft um 500.000 EUR geschwächt.

Windsor stopft also seine Löcher mit dem Verkauf von MPH-Aktien - was auch erklären könnte, weshalb MPH die Kursrallye seit dem Spätherbst komplett verschlafen hat und nur seitwärts tendierte. Für seine Immobiliensparte erhofft sich Windsor Renditen von 20%, insofern wäre ein Tausch einer Dividendeneinnahme von "nur" rund 8% nachvollziehbar. Allerdings hat Windsor bisher mit Immobilien eher Geld verbrannt, als Renditen zu erwirtschaften und wenn man mal eben 20% erzielen könnte, dann muss man fragen, weshalb die vielen anderen Unternehmen im Immobilienmarkt diese Renditen nicht erwirtschaften können. Es riecht nach viel heißer Luft, die in den Windsor-Plänen und Zahlen enthalten sind und nach wenig Substanz. Dazu passt auch, dass bei einem FTD-Artikel kürzlich der Windsor-Chef verkündete, man denke über die Errichtung von Tageskliniken in Afrika nach, um seine Pharmatöchter mit Aufträgen zu versorgen und gleichzeitig die Immobiliensparte zu pushen. Während das Kerngeschäft, die Immobilien in Berlin, nicht vom Fleck kommt, beschäftigt man sich also schon mal mit Luftschlössern in Afrika.

Muss man nun erwarten, dass Windsor für 2011 die Dividende kürzt? Nein, denn Großaktionär ist die Magnum AG und die hat eigentlich nur zwei Einnahmequellen, ihre Beteiligungen an MPH und an Windsor. Magnum selbst hat hochverzinste Genussscheine im Umlauf, die aus den Dividenden gespeist werden und will diese teure Finanzierungsart möglichst schnell beenden. Doch am Ende der Laufzeiten der Genussscheine muss dann ja das gesamte Kapital zurückgezahlt werden und das müssen die Dividenden von MPH und Windsor beisteuern. Ich gehe also davon aus, dass Windsor die Dividende zahlen wird.

Aber... die Ertragskraft der Windsor gibt dies nicht her und so wird die Substanz vermindert, um den Großaktionär zu bedienen. Und das sind keine erfolgversprechenden Perspektiven für ein langfristiges Engagement in ein Unternehmen. Ich würde heute keine Windsor-Aktien mehr kaufen und daher ist es nur konsequent, sie auch nicht zu halten und ich streiche sie von meiner Watchlist (sowie aus meinem Depot).

Montag, 20. Februar 2012

Börsenweisheit der Woche 08/2012

"Kurssturz: Wertpapier auf dem Weg zu seinem Papierwert."
(Ron Kritzfeld)

Mittwoch, 15. Februar 2012

Und was tat sich in Warren Buffetts Depot im 4. Quartal 2011?

Im vierten Quartal 2011 hat Warren Buffetts Beteiligungsholding Berkshire Hathaway einige Änderungen an ihrem Portfolio vorgenommen, wie aus einer Pflichtmitteilung an die amerikanische Börsenaufsicht SEC hervorgeht.

Warren Buffett
Neue Investments wurden eingegangen bei Liberty Media mit 1,7 Mio. Aktien und bei dem Dialysespezialisten DaVita.

Aufgestockt hat Buffett bei Direct-TV, wo er mit 20,3 Mio. Aktien seinen Anteil auf rund 1 Mrd. USD beinahe verfünffacht hat und bei CVS Caremark, Intel, VISA, IBM, Verisk Analytics sowie General Dynamics. Und an der Großbank Wells Fargo & Co. hält Berkshire inzwischen Anteile von über 11 Mrd. USD.

Gesenkt wurde der Anteil bei Johnson & Johnson um fast ein Viertel (8,4 Mio. Aktien) und bei Kraft Foods um 2,7 Mio. Aktien. Seinen Anteil an ExxonMobil hat Buffett komplett abgestoßen.

Nachdem Buffett selbst ja eher technikfeindlich eingestellt ist, kann man bei den neuen Engagements zunehmend den wachsenden Einfluss des ehemaligen Hedgefondsmanagers Ted Weschler und des früheren Portfoliomanagers Todd Combs erkennen, die beide als möglicher Nachfolger Buffetts an der Spitze von Berkshire Hathaway im Gespräch sind.

Zur Gesamtlage hatte sich Warren Buffett kürzlich ebenfalls geäußert und von Investments in Gold und Anleihen abgeraten. Nach seiner Auffassung seien Aktien die beste Anlageform auch und gerade in der aktuellen unsicheren Zeit.

Berkshire Hathaway befindet sich auf meiner Empfehlungsliste.

Montag, 13. Februar 2012

Dividendenstrategie: Langfristig erfolgreich, auch bei Inflation

Allianz Global Investors hat unter dem Titel "Dividendenstrategien im Umfeld von Inflation und Deflation" (PDF) eine Studie vorgelegt, die belegt, dass Anleger mit langfristigem Anlagehorizont gerade auch in Krisenzeiten von Dividendenwerten profitieren. Dazu wurde die Kursentwicklung von US-Aktien im Zeitraum von 1950 bis 2010 analysiert.

Ergebnis: Fielen die Renditen am Aktienmarkt insgesamt geringer aus, zahlten sich Dividendeninvestments zumeist stärker aus als marktbreite Investments. Gleichzeitig verzichteten Anleger mit einer Dividendenstrategie nicht auf Wachstumschancen, belegt die Studie. Bei den untersuchten US-Aktien lässt sich sogar ein positiver Zusammenhang zwischen der Höhe der Dividendenrendite und dem Gewinnwachstum eines Unternehmens in den folgenden Jahren feststellen.

Interessant dürfte vor allem der Aspekt der Inflation sein, denn aufgrund der seit Jahren von den Notenbanken gefahrenen Niedrigzinspolitik fürchten ja nicht wenige, dass sich hieraus eine (schleichende) Inflation entwickeln wird. Doch auch hier schneidet die Dividendenstrategie gut ab, denn dividendenstarke US-Aktien haben in Zeiten unterschiedlich hoher Inflation fast immer besser abgeschnitten als der breite Aktienmarkt. Lediglich in Phasen extrem hoher Inflation erzielten Anleger mit dieser Strategie schlechtere Ergebnisse als der Marktdurchschnitt.

Fazit: langfristige Investments in ertrag- und dividendenstarke Unternehmen zahlen sich aus und Dividendeneinnahmen tragen auf lange Sicht gut 40% zum Anlageerfolg bei Aktieninvestments bei.

Börsenweisheit der Woche 07/2012

"Ich versuche nie, mit Aktien Geld zu verdienen. Ich kaufe in der Überzeugung, dass die Börse am nächsten Tag auch für fünf Jahre schließen könnte."
(Warren Buffett)

Freitag, 10. Februar 2012

Dresdner Factoring AG: hohes Wachstum, hohe Rendite, attraktive Bewertung

Firmenportrait
Unter Factoring versteht man den Ankauf und selbständigen Beitrieb von Forderungen. Dresdner Factroing ist auf den Ankauf von Forderungen mittelständischer Unternehmen spezialisiert, denen innehalb weniger Tage nach Ankauf der Forderungen rund 90% des Rechnungsbetrages ausgezahlt wird. Die Kunden verfügen somit sofort über Liquidität und brauchen sich auch nicht mehr dem Risiko eines möglichen Zahlungsausfalls des Kunden abzuplagen. Dieses Risiko übernimmt der Factorer und daher ist dieses Geschäft angesichts der zunehmend schlechten Zahlungsmoral in Deutschland entsprechend gefragt und der Branchenumsatz stieg in den letzten 10 Jahren um 400% auf nunmehr 132 Milliarden €. Doch das Potenzial ist riesig, da vor allem kleinere Unternehmen bisher fast noch gar nicht von diesem Finanzinstrument Gebrauch machen.

Geschäftsentwicklung
Im Geschäftsjahr 2011 stieg der Forderungsumsatz um mehr als 7% auf 458 Mio. € und der Vorsteuergewinn verdoppelte sich auf 1,6 Mio. € und für 2012 sind aus eigener Kraft 500 Mio. € und 1,7 Mio. € angepeilt. Dabei geht das Unternehmen von einem zunehmenden Konsolidierungsdruck in der Branche aus und hat knapp 10% seiner eigenen Aktien zurückgekauft, um sie entweder als Aquisitionswährung einzusetzen oder aber einen Großaktionär ins Boot zu holen. Die ebenfalls denkbare Möglichkeit, diese Aktien einzuziehen und so das EPS zu erhöhen, erscheint vor diesem Hintergrund und angesichts der bereits jetzt schon attraktiven Bewertung der DFAG das unwahrscheinlichere Szenario.

Finanzkennzahlen
Meine Einschätzung
Dresdner Factoring ist ein Small-Cap mit geringer Marktkapitalisierung, aber mit großem Potenzial. Die Wachstumsaussichten der Branche sind hervorragend und die Kennzahlen des Unternehmens zeigen eine sehr attraktive Bewertung auf: die Aktie notiert nur bei Zweidrittel ihres Buchwertes, das KGV für 2012 liegt bei 8,64 und die Dividendenrendite erreicht sensationelle 5,33% - Tendenz für die Folgejahre steigend.

Obwohl die Aktie seit ihren Tiefstkursen bereits deutlich zulegen konnte - alleine im Jahr 2012 gut 20% - ist die Bewertung für ein langfristig orientiertes Engagement noch immer sehr attraktiv. Die Perspektiven stimmen ebenso wie die Bewertung und daher sollte das Unternehmen seinen Aktionären in den nächsten Jahren viel Freude bereiten können. Und attraktive Renditen.

Montag, 6. Februar 2012

Börsenweisheit der Woche 06/2012

"Manche Anleger halten sich für Langfristanleger, wenn sie am Freitagabend Aktien kaufen und bis Montagmorgen durchhalten."
(Heiko Thieme)

Donnerstag, 2. Februar 2012

Datagroup - Aussichtsreiche IT-Holding mit Cloud-Phantasie

Die Datagroup AG ist eine reine Holding. Sie legt ihren Fokus auf Beteiligungen an IT-Service-Unternehmen, die den gesamten Lebenszyklus von IT-Infrastrukturen unterstützen, sich jedoch in einer Umbruchsituation befinden und günstig zu erwerben sind.

Als Holding unterhält das Unternehmen einen kleinen Konzernstab, der zentrale Finanzierungs- und Managementdienste für seine operativ tätigen Tochtergesellschaften sowie Dienstleistungen im Bereich Rechnungs- und Personalwesen für andere Gesellschaften der Unternehmensgruppe der Mehrheitsaktionärin DATAGROUP GmbH erbringt.

Die Holding hält jeweils 100% an der DATAGROUP Stuttgart GmbH (ehemals DATAGROUP IT Services GmbH), DATAGROUP Bremen GmbH, DATAGROUP Offenburg GmbH, ICP GmbH, HDT Hanseatische Datentechnik GmbH und DATAGROUP Invest GmbH. Im Frühjahr 2010 wurde die arxes GmbH mit ihrer Tochtergesellschaft arxes Business Sevices GmbH erworben, im Oktober 2010 wurde die ptecs GmbH übernommen. Neuste Erwerbung per Januar 2012 ist die Consinto GmbH...

Montag, 30. Januar 2012

Samstag, 28. Januar 2012

Dividende / Dividendenrendite

Dividenden sind der Anteil am Gewinn eines Unternehmens, der an die Aktionäre ausgeschüttet wird. In Deutschland erfolgt dies üblicherweise einmal im Jahr, in den USA sind auch halb- oder vierteljährliche Dividendenausschüttungen gängige Praxis. Dort schwanken die Dividendenhöhen auch stärker als in Deutschland, weil hierzulande einer kontinuierlichen und verlässlichen Dividendenpolitik der Vorzug gegeben wird. Deshalb werden in besonders erfolgreichen Jahren auch zuweilen einmalige Boni gezahlt und als solche gekennzeichnet, um nicht im nächsten Jahr die Dividenden wieder senken zu müssen.

Die Dividende wird von der Hauptversammlung auf Vorschlag des Vorstands festgelegt und beträgt zumeist zwischen 40% und 60% des Jahresgewinns des Unternehmens. Der Rest verbleibt im Unternehmen und erhöht so nicht nur den Unternehmenswert, sondern stellt der Firma auch Investitionsmittel zur Verfügung.

Am Tag der Dividendenzahlung wird die Bruttodividende vom Börsenkurs abgezogen (sog. Dividendenabschlag), so dass dieser zumeist ein deutliches Minus aufweist. Nicht selten fängt sich der Kurs aber ziemlich schnell, da Anleger auf dem verbilligten Niveau gerne zugreifen. Denn die Dividendenzahlung muss ja von Privatpersonen pauschal versteuert werden ("Abgeltungssteuer"), während Kapitalgesellschaften erhaltene Dividendenzahlungen zumeist steuerfrei vereinnahmen können.

Je nach Höhe des Börsenkurses, ergibt sich in Verbindung mit der Nettodividende eine Dividendenrendite. Sie errechnet sich so:

Dividendenrendite  = (Dividende / Aktienkurs) * 100

Montag, 23. Januar 2012

Börsenweisheit der Woche 04/2012

"Niemand war je in der Lage, die Börse vorherzusagen. Es ist eine totale Zeitverschwendung. In der von Forbes veröffentlichten Hitparade der Reichen der Welt war noch nie ein Börsentiming-Experte vertreten."
(Peter Lynch)

Montag, 16. Januar 2012

Börsenweisheit der Woche 03/2012

"Konzentrieren Sie Ihre Investments. Wenn Sie über einen Harem mit vierzig Frauen verfügen, lernen Sie keine richtig kennen."
(Warren Buffett)

Dienstag, 10. Januar 2012

MPH Mittelständische Pharma Holding AG - hohe Dividende lockt

Firmenportrait
Die in Berlin ansässige MPH Mittelständische Pharma Holding AG beteiligt sich an oder gründet und entwickelt Unternehmen, die auf Wachstumssegmente im Human- und Veterinärbereich des Pharmamarktes konzentriert sind. Das Portfolio der MPH setzt sich aus den Unternehmen HAEMATO PHARM AG und der 2010gegründeten HAEMATO Vet GmbH zusammen.

Die MPH baut die Tochterfirma Haemato Vet GmbH für veterinär-medizinische Produkte sowie Ergänzungsfuttermitteln erst auf. Die Tochterfirma Haemato Pharm AG (re)-importiert Medikamente, die in anderen EU-Ländern um im Schnitt 25 Prozent günstiger angeboten werden als in Deutschland. Diese Präparate werden neu verpackt und an Apotheken verkauft. Diese sind per Gesetz verpflichtet, mindestens fünf Prozent ihrer Arzneimittel aus Importquellen zu beziehen. Die Zahl der zugelassenen (Re)-Import-Medikamente hat sich im Jahresvergleich auf 507 mehr als verdoppelt. Das zweite Standbein bildet der Vertrieb von Nachahmer-Medikamente und die dritte Säule bildet die verstärkte Expansion in das EU-Ausland.


Finanzkennzahlen

 Kurs der Vorzugsaktien am 10.01.2012: 2,65 €

 Eigenkapital (wirt. Bilanz 2010): 40,6 Mio. €
 Anzahl der Aktien: 19,02 Mio. Stück
 Streubesitz: 16,5% (Magnum AG; 54,59% / Windsor AG: 28,91%)
 Marktkapitalisierung: 50,4 Mio. €

Umsatz 12e | 11e | 10: 174,9 Mio. € | 143,9 Mio. € | 112,4 Mio. €
EBIT 12e | 11e | 10: 14,5 Mio. € | 12,13 Mio. € | 9,1 Mio. €
EPS 12e | 11e | 10: 0,29 € | 0,25 € | 0,24 €
Dividende 12e | 11e | 10: 0,27 € | 0,21 € | 0,20 €

KGV 12e: 9,30
Div.Rendite 11e: 10,19%
EK-Quote: 73,92%
EK je Aktie: 2,13 €


Geschäftsentwicklung
Im 3. Quartal 2011 konnten die Umsätzedeutlich um +31,2 % auf 106,98 Mio. EUR (9M/10: 81,51 Mio. EUR) angehoben werden und das vor dem Hintergrund des im Jahr 2010 eingetretenen GKV-Änderungsgesetzes, wonach die Herstellerrabatte von 6,0 % auf 16,0 % angehoben wurden.

Der Generikabereich weist aufgrund seiner höheren Wertschöpfung höhere Ergebnismargen auf. Die Ergebnisentwicklung des laufenden Geschäftsjahres 2011, die mit einer EBIT-Steigerung von +4,8 % auf 9,21 Mio. EUR (8,79 Mio. EUR) einhergeht, ist dabei sowohl auf einen höheren Umsatzanteil des Segmentes Parallelimporte zurückzuführen, als auch auf die Erhöhung der Herstellerrabatte, die zu einem Rückgang der Umsätze geführt hat. Dieser Rückgang konnte dabei kostenseitig nicht vollumfänglich aufgefangen werden.

Die Analysten der GBC AG gehen von folgenden Zahlen aus: Auf Gesamtjahresbasis 2011 sollte die Gesellschaft ein Umsatzniveau von 143,89 Mio. EUR und ein EBIT von 12,21 Mio. EUR erreichen. Bei einer anhaltenden Dynamik scheinen für 2012 Umsätze von 179,86 Mio. EUR und ein EBIT von 14,51 Mio. EUR als realistisch.


Meine Einschätzung
MPH ist in einem relativ konjunkturresistenten Markt tätig und das sehr erfolgreich. Die Zahlen 2011 verheißen nur leichtes Wachstum, allerdings muss hier der von 6% auf 16% erhöhte Zwangsrabatt der GKV berücksichtigt werden, ohne den das Wachstum deutlich stärker ausgefallen wäre. Die Bruttorendite von MPH liegt bei 9%.

Sehr aktionärsfreundlich ist die Dividendenpolitik. Die an der Börse notierten Vorzugsaktien erhalten eine deutlich höhere Dividende als die Stammaktien und bei einer für 2011 beinahe unverändert erwarteten Dividendenausschüttung ergibt sich auf dem aktuellen Kursniveau eine Dividendenrendite von gut 10%.

MPH gelingt es, sich in seinen Geschäftsfeldern zu behaupten und diese auszubauen. Dazu kommt in absehbarer Zeit das Geschäft der noch recht jungen Tochter im Veterinärbereich, so dass von einem deutlichen Umsatz- und Ergebniswachstum ausgegangen werden kann. Größter Unsicherheitsfaktor stellen wohl die in Deutschland politisch gesetzten Rahmenbedingungen dar. Diese haben erheblichen Einfluss auf die Geschäfte der MPH. Die drohende Anhebung des GKV-Zwangsrabatts ist jedoch schon 2010 erfolgt und zuletzt haben die GKVs in Deutschland wieder Rücklagen aufbauen können, so dass für die nächste Zeit eher mit Entspannung als mit neuen Herausforderungen seitens der politischen Rahmenbedingungen zu rechnen sein sollte. Auf eine Reduzierung des Zwangsrabbats möchte ich nicht spekulieren; sie würde ein attraktives Investment nur noch attraktiver machen, da sich die Erträge dadurch natürlich nochmals signifikant erhöhen würden.

Als Risiko ist hingegen zu werten, dass das Unternehmen noch relativ jung und dem entsprechend die Unternehmensstory noch nicht lang nachzuvollziehen ist. Gesellschaft und Vorstand erst müssen noch beweisen, dass sie nachhaltig die guten Leistungen erbringen können, mit denen sie die Aktionäre in den letzten Jahren verwöhnt haben.

Montag, 9. Januar 2012

Börsenweisheit der Woche 02/2012

"Es kommt nicht darauf an, ob man richtig liegt oder falsch. Entscheidend ist, wie viel man verdient, wenn man richtig liegt, und wie viel man verliert, wenn man falsch liegt."
(George Soros)

Dienstag, 3. Januar 2012

S&P 500 schlägt Warren Buffett

Börse Online brachte heute einen interessanten Kurzbericht über Warren Buffetts (vermeintlich schlechte) Performance im abgelaufenen Jahr 2011.

"Das Krisenjahr 2011 hat Star-Investor Warren Buffett eine schwere Niederlage beigebracht: Die Aktie seiner Beteiligungsgesellschaft Berkshire Hathaway schnitt schlechter ab als der S&P 500. Während der Index der 500 größten US-Unternehmen die Verluste vom Sommer bis zum Jahresende wieder ausglich, gaben die A-Aktien von Berkshire 4,7% nach. Buffetts Anteile an der Firma verloren damit rund 2 Mrd. Dollar an Wert. (...) Buffett betont stets, wichtiger als der Aktienkurs sei der Buchwert eines Unternehmens - also die Bilanzsumme abzüglich der Verbindlichkeiten. Gemessen an dieser Kennzahl ist Berkshire weiter auf Erfolgskurs: Der Buchwert stieg in den ersten neun Monaten des vergangenen Jahres um 1,7% auf 160 Mrd. Dollar. (...)".

Die durchschnittliche Rendite Warren Buffetts in den vergangenen 40 Jahren beträgt über 20%, da fällt ein negatives Jahr kaum mal ins Gewicht. Zumal es sich ja um eine Stichtag bezogene Abrechnung handelt, während Buffett langfristig investiert. Nicht umsonst wird er mit den Worten zitiert: "Kaufe billig, verkaufe nie".

Und doch belegt dieser Bericht, dass Investieren an der Börse langfristig erfolgen sollte und man viel Geduld mitbringen muss. Wer auf kurze Gewinne aus ist, sollte ins Casino gehen - da kann das Geldverlieren unter Umständen wenigstens Spaß machen.

Disclaimer
Berkshire Hathaway befindet sich auf meiner Beobachtungsliste und in meinem Depot.

Bob Mobile AG - rasantes Wachstum bei moderater Bewertung?

Firmenportrait
Die Bob Mobile AG ist eine dynamische Holding im Bereich Mobile Mehrwertdienste und Online Games mit Sitz in Straelen. Als ein führender Vermarkter von mobilen Mehrwertdiensten hat das Unternehmen über ihre Tochterunternehmen in diversen europäischen Märkten einen direkten Endkundenvertrieb aufgebaut und hat somit eine technische Reichweite von aktuell über 300 Millionen Handynutzern. Darüber hinaus entwickelt die Bob Mobile Gruppe richtungweisende mobile Inhalte, Produkte und Konzepte für herkömmliche sowie auch für die neuen Smart Phones. Seit Juli 2010 ist die Bob Mobile AG auch aktiv im Bereich Online Browsergames.

Ende 2011 wurde die niederländische Cliq B.V. übernommen sowie den Anteil an der Tochter Guerilla Mobile Berlin GmbH von 50,2% auf 100% aufgestockt. Die HV von Bob Mobile hat am 22.12.2011 in einer außerordentlichen Sitzung mit 99,9% Zustimmung die Übernahme abgesegnet, so dass die Umsetzung zügig erfolgen kann.

Finanzkennzahlen
Kurs am 30.12.2011: 16,50 €

Eigenkapital: 3,95 Mio. €
Anzahl der Aktien (nach KE): 3,95 Mio. Stück
Streubesitz: 73,5%
Marktkapitalisierung: 59,235 Mio. €

Umsatz 12e | 11e | 10: 95,0 Mio. € | 50,0 Mio. € | 40,7 Mio. €
EBIT 12e | 11e | 10: 12,6 Mio. € | 1,5 Mio. € | 1,2 Mio. €
EPS 12e | 11e | 10: 1,95 € | 0,13 € | 0,82 €
Dividende 12e | 11e | 10: 0,30 € | 0,30 € | 0,00 €

KGV 12e: 8,46
KUV 12e: 0,58
Div.Rendite 11e: 1,8%
EK-Quote: 35,2%
EK je Aktie: 2,90 €

Meine Einschätzung
Bob Mobile wächst schnell. Ende 2011 wurde die niederländische Firma Cliq B.V. übernommen, die profitabler ist als Bob Mobile selbst. Der Umsatz schnellt daher in die Höhe und auch das Ergebnis wächst rasant - bezahlt wurde die Übernahme mit 20 Mio. € in bar und 2,9 Mio. neuen Bob Mobile Aktien. Der Übernahmepreis beträgt also rund 29 Mio. € bei einem EBITDA von 17 Mio. €. Das erscheint sehr gering für den Ertrag und die Perspektiven, aber da die Eigentümer von Cliq ja nun Miteigentümer von Bob Mobile sind, nehmen sie ja weiterhin am Erfolg ihres Unternehmens teil - was den eigentlich niedrigen Kaufpreis erklären könnte.

Bob Mobile hat bisher bereits 2,5 Mio. Online-Spiele-Kunden und weitere 2,5 Mio. Kunden im Bereich der klassischen Geschäftsfelder, wie Handy-Spiele. Gemeinsam mit Cliq hat Bob Mobile nun 9 Mio. Kunden. Das klassische Geschäftsfeld Lizenzhandel ist dabei deutlich rückläufig gegenüber dem Onlinebereich, aus dem auch das Wachstum generiert wird.

Die Bewertung von Bob Mobile sieht für einen Wachstumswert in einem rasant wachsenden Markt ziemlich moderat aus. Betrachtet man den großen Konkurrenten Zynga ("Farmville" für Facebook), wird dieser mit einem KGV von über 40 bewertet - was ich für maßlos übertrieben halte. Aber Bob Mobile weist in dieser Kennzahl nur eine Bewertung von 8,5 auf, so dass dieses Delta die Phantasie für den Wert anzeigt, der sich noch entfalten kann - ohne Rücksicht auf die fundamentalen Daten. Sofern Bob Mobile die Planungen zu Umsatz und Ertrag auch wirklich so umsetzen kann.

Ausblick
Bob Mobile hat angekündigt, in 2012 von Freiverkehr in den Geregelten Markt zu wechseln, was zusätzliche Sicherheit für die Aktionäre und Aufmerksamkeit bringen wird. Die damit einhergehenden erhöhten Publizitätspflichten nimmt man dabei mehr als billigend in Kauf - man möchte aktiv die Investor Relations ausbauen und verbessern.

Die bisher genannten Planzahlen für 2012 stellen bisher lediglich die aufsummierten Zahlen der alten Bob Mobile und Cliq dar und enthalten noch nicht die sich aus dem Zusammenschluss ergebenden zusätzlichen Wachstumspotenziale.

Fazit
Bob Mobile ist sicherlich kein unterbewertetes Schnäppchen, sondern vielmehr ein rasant wachsendes Unternehmen in einem Zukunftsmarkt. Das KGV 2012 von 8 wäre selbst für gesetzte Industriewerte moderat, das Wachstum, das sich durch die Übernahme von Cliq noch deutlich erhöhen sollte, passt jedoch zu einem Wachstumswert, so dass das KGV 2013 bereits bei etwa 6 liege könnte. Die Kennzahlen und sie Story stimmen; bisher ist das Unternehmen noch nicht so bekannt und will daher die IR verbessern. Das steigende Interesse soll dann für zusätzlichen Schub für den Aktienkurs sorgen, der im Hinblick auf die fundamentalen Kennzahlen des Unternehmens noch einiges an Potenzial bieten würde, wenn...

...wenn Bob Mobile die angekündigten Planwerte erreichen kann. Das muss die Gesellschaft von Chef Remco Westermann erst noch unter Beweis stellen und der Markt, in dem sich Bob Mobile tummelt, ist ein hart umkämpfter und es gibt so gut wie keine Eintrittsbarrieren für Nachahmer und Konkurrenten. Die avisierten Spiele-Hits müssen sich erst noch als solche herausstellen, denn nur dann kann Bob Mobile damit auch gutes Geld verdienen - und die Kennzahlen bestätigen. Gelingt Bob Mobile dies nicht, haben weder das niedrige KGV noch die attraktive Dividendenrendite Bestand und wären nur Schall und Rauch.

Ein Engagement in Bob Mobile drängt sich daher aktuell nicht auf, aber das Unternehmen gehört auf die Wachtlist. Wenn es die Planzahlen erreicht oder gar übertrifft, dann sollten sich schnell auch deutlich höhere Kurse einstellen. Doch darauf sllte man sich nicht verlassen, sondern erst einmal den Erfolg der Integration der Cliq und der neuen Spiele abwarten.

Montag, 2. Januar 2012

Börsenweisheit der Woche 01/2012

"Alles nimmt ein gutes Ende für den, der warten kann."
(Leo Tolstoi)

Montag, 26. Dezember 2011

Börsenweisheit der Woche 52/2011

"Risiko entsteht, wenn Anleger nicht wissen, was sie tun."
(Warren Buffett)

Montag, 19. Dezember 2011

Börsenweisheit der Woche 51/2011

"Die Börse ist wie ein Paternoster. Es ist ungefährlich durch den Keller zu fahren, man muss nur die Nerven bewahren."
(John Kenneth Galbraith)

Mittwoch, 14. Dezember 2011

Buchwert / Kurs-Buchwert-Verhältnis (KBV)

Der Buchwert eines Unternehmens war früher eine sehr wichtige Kennzahl bei der Bewertung und beim Aufspüren unterbewerteter Aktiva. Benjamin Graham hat hierauf seine berühmte Investment-Strategie aufgebaut und bereits 1940 in seinem gemeinsam mit David Dodd verfassten Standardwerk “Wertpapieranalyse” Vorschläge zur Berechnung vorgelegt. In den 1980er Jahren waren Übernahmen, um diese Firmen anschließend zu zerschlagen und stückweise zu verkaufen das "große Spiel". Der Film "Wallstreet" von Oliver Stone mit Michael Douglas handelt von eben dieser Ära mit Akteuren wie  dem Junk-Bond-König  Michael Milken und Ivan Boesky und anderen "Räubern" (Predators). Spannend und detailliert ist auch das Buch "Club der Diebe" von James B. Stewart.

Die Unternehmenskennziffer Buchwert je Aktie gibt die Höhe des auf die Aktionäre entfallenden Eigenkapitals pro Aktie an. Er berücksichtigt nur den bilanziell ausgewiesenen Wert der Aktiva, nicht jedoch mögliche stille Reserven oder stille Lasten. Daher sind Buchwerte in der Bilanz skeptisch zu betrachten, weil man sie kaum verifizieren kann. Üblicherweise werden sie nach dem Niederstwertprinzip ja zu den ursprünglichen Anschaffungskosten ausgewiesen (falls dieser unter dem aktuellen Wert liegt, wird entsprechend der niedrigere Wert angegeben). Die Bilanz sagt also nichts über mögliche stille Reserven aus, das KBV (Kurs-Buchwert-Verhältnis) ist also fast immer zu hoch! Der Buchwert stellt vielmehr den untersten Wert des sog. inneren Wertes oder Substanzwertes des Unternehmens dar (beides wird gerne und oft gleichgesetzt, sind aber unterschiedliche “Konzepte”). Und trotzdem weiß man erst sicher, was man als Buchwert realisieren kann, wenn das Unternehmen liquidiert wird.

Montag, 12. Dezember 2011

Börsenweisheit der Woche 50/2011

"Man sollte sein Geld in Unternehmen investieren, die auch ein absoluter Vollidiot leiten könnte. Denn irgendwann wird unweigerlich genau das passieren."
(Peter Lynch)

Montag, 5. Dezember 2011

Börsenweisheit der Woche 49/2011

"Lass dich nie auf Glücksspiele ein; nimm all deine Ersparnisse, kaufe einen guten Aktienwert und behalte ihn, bis er steigt. Dann verkaufe ihn. Wenn er nicht steigt, kaufe ihn nicht."
(Will Rogers)

Sonntag, 4. Dezember 2011

Windsor AG: Substanz- und Ertragsperle fürs Depot

Firmenportrait
Seit 1993 konzentriert sich die Windsor AG auf den Kauf, Verkauf, die Bestandsverwaltung und die Sanierung von Wohn- und Gewerbeobjekten mit Schwerpunkt auf Berlin und Leipzig. Das operative Geschäft untergliedert sich in die drei Segmente Immobilieninvestment, Beteiligungen und Mezzanine (Private Equity).
  • Das Segment Immobilieninvestment untergliedert sich in die beiden Geschäftsfelder Bestand und Entwicklung & Verkauf.
  • Im Segment Beteiligungen hat der Aufkäufer von Wohnungen den Schwerpunkt auf die Pharmabranche gelegt und ist über die 100prozentige Tochter Simgen GmbH im Bereich Biosimilars und Generika engagiert.
  • Mit dem Segment Mezzanine hat die Windsor AG ihr Portfolio diversifiziert und bietet mittelständischen Unternehmen Mezzanine-Kapital oder kurzfristige Finanzierungen. Die Ausgabe von Private Equity- oder Mezzanine-Kapital erfolgte Jahr 2010 nicht.

Finanzkennzahlen

Aktueller Kurs am 05.12.2011: 1,69 €
Marktkapitalisierung: 23,41 Mio. €

Umsatz 2010: 23,71 Mio. €
Jahresüberschuss 2010: 5,7 Mio. €
Bruttorendite: 23,79%
Eigenkapitalquote: 62,94%
KBV: 0,8
Gewinn 2011e: 0,50 €
KGV 2011e: 3,38
Dividende 2011e: 0,20 €
Dividendenrendite 2011e: 11,83%


Beteiligungen
  • MPH Mittelständische Pharma Holding AG (WKN A0NF69): 28,91% = 5.498.682 St.
    Akt. Kurs: 2,63 € | Marktkapitalisierung: 50,04 Mio. € | WINDSOR-Anteil: 14,46 Mio. €
  • Pharmigon GmbH
  • Simgen GmbH

Meine Einschätzung
Das schlechte Börsenumfeld hat WINDSOR im Q3/2011 zu Abwertungen seiner Beteiligungen veranlasst und zwar um 3 Mio. €. Damit wurde das bisherige Halbjahresergebnis von 3,3 Mio. € fast aufgeraucht. Allerdings führen die Abwertungen bei ansteigendem Börsenniveau zu Aufschlägen, die ggf. auch über einen möglichen Börsengang realisiert werden könnten.

Die in den Immobilienbereich zu investierenden 17 Mio. € entziehen dem Unternehmen zwar Liquidität, schaffen aber entsprechende Werte, aus denen rund 20% Ertrag fließen soll. Macht 3 bis 4 Millionen € Ergebnisbeitrag.

Die börsennotierte Beteiligung MPH bringt für WINDSOR aktuell 14,46 Mio. € an innerem Wert, bei einer eigenen Börsenbewertung von WINDSOR von aktuell nur 23,41 Mio. €. Sie alleine steht also für über 60% des Börsenwertes der WINDSOR AG und hat 2010 1,5 Mio. € an Dividenden in die Windsor-Kassen gespült.

Starkes Wachstum bei hohen Ertragsmargen spült immer wieder frisches Geld in die Kasse. Die hohen Dividendenzahlungen entziehen dem Unternehmen zwar Liquidität, jedoch bringen die möglichen Beteiligungserlöse bei Börsengängen frisches zusätzliches Geld ein. Als erstes dürfte ein Börsengang für Pharmigon anstehen, der ursprünglich schon 2011 geplant war und wegen des schlechten Börsenumfeldes verschoben wurde.

Bewertung und Perspektiven überzeugen: ich habe über die letzten Wochen verteilt immer mal wieder Aktien eingesammelt und werde bei schwachen Kursen weiter zukaufen!