Freitag, 29. September 2017

Buffett liebt Dividenden, verweigert sie aber seinen eigenen Aktionären. Warum bloß?

Ist Warren Buffett schizophren? Was das Thema Dividendenausschüttungen angeht, könnte man zu dieser Ansicht gelangen, denn je nach Blickpunkt äußert er sich unterschiedlich.

Buffett liebt Dividenden
Buffet mag Unternehmen mit saftigen Dividendenausschüttungen, denn sie bringen ihm für seine Beteiligungsholding Berkshire Hathaway einen stetigen Zustrom frischen Geldes, das er dann wieder reinvestieren kann. Und aufgrund seiner vielen Beteiligungen landet nicht alle paar Wochen mal ein Dividendenscheck im Briefkasten, sondern es gehen täglich viele Dividendenzahlungen auf dem Konto von Berkshire Hathaway ein. Und die warten geradezu auf neue Anlageideen von Warren Buffett und Charlie Munger.

Buffett lehnt Dividenden ab
Wenn aber die eigenen Investoren seiner Holding, Buffett sieht sie als Partner, die Forderung an Buffett stellen, die hohen Cash-Reserven Berkshires von knapp 100 Milliarden Dollar auch für Dividendenzahlungen einzusetzen, dann blockt Buffett kurzerhand ab.


Also was nun?
Als Investor liebt Buffett Dividenden, weil sie ihm zufließen, aber er findet es geradezu frevlerisch, wenn sie ihm Geld aus der Tasche ziehen würden. Denn Buffett ist der Meinung, dass er das Geld viel besser anlegen kann als die Aktionäre von Berkshire Hathaway. Daher will er es ihnen nicht als Dividende auszahlen und sie darauf auch noch Steuern zahlen lassen. Er will es in seiner Holding behalten, um es zu reinvestieren und so auch für seine Aktionäre den Zinseszinseffekt voll wirken zu lassen. Und Buffett hat es drauf, besser als alle anderen, denn seit gut 50 Jahren hat er eine jährliche Durchschnittsrendite von knapp unter 20 Prozent erwirtschaftet - und sich alleine durch seine Investments zum viertreichsten Menschen der Welt aufgeschwungen.

Am Ende hat Warren Buffett Recht und zwar mit beiden Positionen. Anleger sollten auf Dividenden achten, denn Dividendentitel schlagen sich erfahrungsgemäß an der Börse besser als Titel, die keine Dividenden zahlen. Andererseits gibt es goldene Ausnahmen und Warren Buffetts Berkshire Hathaway ist eine solche. Obwohl Buffett seinen Anlegern keine Dividenden zahlt, sollte die Aktie in keinem Depot fehlen, denn was das Investieren angeht, spielt Buffett in einer ganz anderen Liga!

Berkshire Hathaway befindet sich auf meiner Empfehlungsliste.

Kommentare:

  1. Sehr hohe Dividenden können aber auch auf angeschlagene Unternehmen hindeuten, da die DR steigt, wenn die Kurse fallen. Also Vorsicht, wenn man nicht grade nach Turnaround Kandidaten sucht.

    Unternehmen mit durchschnittlicher DR aber regelmäßigen Zahlungen und regelmäßigen Erhöhungen der Dividende sind da oft besser geeignet, weil sie sicher Ihre Dividenden jedes Jahr erwirtschaften.

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    1. Da hast Du vollkommen recht! Dividendenausschüttungen müssen vom Unternehmen verdient worden sein, die Payout Ratio muss also unter 100% liegen. Ansonsten handelt es sich Substanzverzehr und das schädigt das Unternehmen! Ich hatte dazu mal einen speziellen Artikel verfasst: "Warum hohe Dividendenrenditen manchmal auch mit Vorsicht zu genießen sind".

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