Mittwoch, 11. September 2019

Warren Buffett und sein gespaltenes Verhältnis zu Dividenden. Und Aktienrückkäufen...

Warren Buffett äußert sich gerne und regelmäßig, auch zum Thema Dividenden. Doch hierbei könnte man glatt zu der Ansicht gelangen, er würde je nach Blickwinkel unterschiedliche Ansichten vertreten. Und das gilt durchaus auch für Aktienrückkäufe.


Buffett liebt Dividenden. Eigentlich...

Buffet bevorzugt Unternehmen mit saftigen Dividendenausschüttungen, denn sie bringen ihm für seine Beteiligungsholding Berkshire Hathaway einen steten Zustrom frischen Geldes, das er dann wieder reinvestieren kann. Aufgrund seiner vielen Beteiligungen landet nicht alle paar Wochen mal ein Dividendenscheck im Briefkasten, sondern es gehen täglich viele Dividendenzahlungen auf dem Konto von Berkshire Hathaway ein. Und die warten geradezu auf neue Anlageideen von Warren Buffett und Charlie Munger. Dabei hat sich der Cash-Bestand inzwischen auf atemberaubende 120 Mrd. Dollar hochgeschraubt.

Wenn aber die eigenen Investoren seiner Holding - Buffett betrachtet sie als Partner - die Forderung an Buffett herantragen, diese hohen Cash-Reserven auch für Dividendenzahlungen an die Berkshire-Aktionäre einzusetzen, blockt Buffett kurzerhand ab. Und dafür hat er natürlich gute Gründe...


Als Investor liebt Buffett Dividenden, weil sie ihm zufließen und seine Investitionsmöglichkeiten erhöhen. Doch er findet es geradezu frevlerisch, wenn Dividendenzahlungen ihm selbst Geld aus der Tasche ziehen würden. Denn er ist der Meinung, dass er das Geld viel besser anlegen kann als die Aktionäre von Berkshire Hathaway selbst. Daher will er es ihnen nicht als Dividende auszahlen und sie darauf auch noch Steuern zahlen lassen. Er will es in seiner Holding behalten, um es zu reinvestieren und so auch für seine Aktionäre den Zinseszinseffekt voll wirken zu lassen. Und Buffett hat es drauf, besser als alle anderen, denn seit gut 50 Jahren hat er eine jährliche Durchschnittsrendite von knapp 20 Prozent erwirtschaftet - und sich alleine durch seine Investments zu einem der reichsten Menschen der Welt emporgearbeitet.

Am Ende hat Warren Buffett Recht und zwar mit beiden Positionen. Anleger sollten durchaus auf Dividenden achten, denn solide Dividendentitel schlagen sich erfahrungsgemäß an der Börse besser als Titel, die keine Dividenden zahlen - und sie zahlen sich für die Anleger in regelmäßigen Geldeingängen auf dem Konto aus.

Andererseits gibt es goldene Ausnahmen und Warren Buffetts Berkshire Hathaway ist eine solche, ebenso wie Amazon. Obwohl Buffett seinen Anlegern keine Dividenden zahlt, sollte die Aktie in keinem Depot fehlen, denn was das Investieren angeht, spielt Buffett in einer ganz anderen Liga!


Aktienrückkäufe bei Berkshire Hathaway

Eine andere Verwendungsmöglichkeit für einen hohen Cashflow sind Aktienrückkäufe. Auch diese liebt Buffett, jedenfalls dann, wenn sie Mehrwert für Aktionäre schaffen. Das ist insbesondere dann der Fall, wenn das Unternehmen eigene Aktien unterhalb des Buchwerts kaufen kann. Bei Berkshire Hathaway ist es allerdings schon lange her, dass dies möglich war. Und so hatte Buffett lange Jahre als Richtschnur vorgegeben, dass er eigene Aktien zum max. 1,2-fachen Buchwert zurückkaufen würde.

Doch die Zeiten haben sich geändert. In Ermangelung alternativer Investmentmöglichkeiten hat Buffett diese Regeln jüngst gelockert und kann nun bis etwa zum 1,5-fachen des Buchwerts eigene Aktien zurückkaufen. Konkret besagt die neue Regelung, dass künftig jederzeit Aktienrückkäufe getätigt werden können, wenn Warren Buffett und sein Vize Chalie Munger der Meinung sind, dass bei konservativer Betrachtungsweise der Rückkaufkurs unterhalb des intrinsischem Wertes der Berkshire-Aktien liegt. Wobei der Cash-Bestand zu keiner Zeit unter 20 Mrd. Dollar fallen darf.

Buffett hat nun also mehr Spielraum, auch eigene Aktien zurückzukaufen. Auf Dividendenzahlungen werden Berkshire-Aktionäre aber wohl noch länger warten müssen - ich kann mir kaum vorstellen, dass Buffet und Munger sich hierbei umentscheiden werden. Nicht zu ihren aktiven Zeiten jedenfalls. Und ich hoffe für uns alle, dass diese noch lange anhalten werden. Dafür verzichte ich auch gerne auf die Dividende...

Disclaimer
Berkshire Hathaway befindet sich auf meiner Beobachtungsliste und in meinem Depot.

1 Kommentar:

  1. Ich brauche kein Cash zu halten. Ich kann einfach Berkshire kaufen. Buffett wird dann in Krisenzeiten und Rezessionen mein "Cash" erfolgreich investieren. So einfach ist das.

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