Donnerstag, 26. März 2015

Warren Buffett tankt Kraft mit Übernahme

Er hat es wieder getan, er hat erneut alle überrascht: Starinvestor Warren Buffett hat mit der Übernahmeofferte für Kraft Foods einmal mehr seine Vorliebe für spektakuläre Übernahme bewiesen. Seine Investmentholding Berkshire Hathaway wird zusammen mit dem Brasilianischen Finanzinvestor 3G Kraft Foods mit der erst vor anderthalb Jahren übernommenen Heinz Ketchup verschmelzen. Kraft Foods-Aktionäre werden 49 Prozent Anteil an der neuen "The Kraft Heinz Company" halten und bekommen noch einen Baraufschlag von 16,50 USD pro Aktie als Ausgleich. Buffett und 3G werden insgesamt zusätzliche 10 Mrd. USD in die Übernahme stecken. Die restlichen Aktien bleiben bei 3G und Berkshire; Buffetts Anteil an der 23 Mrd. USD-Übernahme von Heinz hatte 12 Mrd. USD betragen und er meinte damals, die Übernahme habe Berkshire lediglich den Gewinn eines einzigen Jahres gekostet. Das zeigt die enorme Ertragskraft des Konglomerats.

Mit der Fusion entsteht ein neuer Gigant am Nahrungsmittelhimmel, weltweit die Nummer 5. Der Umsatz wird auf 28 Mrd. USD kommen, während Branchenprimus Nestlé 95 Mrd. USD Umsatz erzielt. Alex Behring, Vorsitzender von Heinz, wird Vorsitzender von Kraft Heinz Co., der Vorsitzende und CEO von Kraft, John Cahill, wird Vizevorsitzender. Kraft hat in den USA zu kämpfen, weil immer mehr Amerikaner auf gesünderes Essen setzen. Und so wird der Synergieeffekt für das fusionierte Unternehmen auch auf 1,5 Mrd. USD pro Jahr beziffert.

Mit der Übernahme setzen Berkshire und 3G ihre erfolgreiche Zusammenarbeit fort, die sie bereits bei der Übernahme von Heinz Ketchup und später bei der Übernahme der Donut-Kette Tim Hortons (für die 3G-Tochter Burger King) praktiziert hatten. Und jetzt ist auch klar, was Warren Buffet kürzlich meinte, als er gefragt wurde, weshalb er seine Beteiligung an ExxonMobil komplett abgestoßen hat. Er äußerte damals, ExxonMobil sei ein hervorragendes Unternehmen mit weiterhin guten Aussichten, Berkshire habe jedoch bessere Möglichkeiten, sein Geld zu investieren. Seit gestern wissen wir, was ihm vor die Elefantenbüchse gekommen war und entsprechend begeistert zeigt er sich über die Aussichten für das kombinierte Unternehmen: "Das ist meine Art einer Transaktion: zwei Unternehmen von Weltklasse zu vereinen und Shareholder-Value zu schaffen“.

Berkshire Hathaway befindet sich auf meiner Empfehlungsliste.

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