Donnerstag, 21. Januar 2016

Gunst der Stunde: Gladstone Capital will 7 Prozent seiner Aktien zurückkaufen

Die Business Development Company (BDC) Gladstone Capital Corp. (GLAD) wehrt sich gegen den rasanten Absturz ihrer Aktien, den ich ja kürzlich zum Einstieg genutzt habe. Heute gab Chairman und CEO David Gladstone bekannt, man habe keine Ahnung, weshalb der Aktienkurs so dramatisch eingebrochen sei und deshalb habe sein Board of Directors beschlossen, für 7,5 Mio. USD eigene Aktien zurückzukaufen, über die Börse oder außerbörslich. Zum heutigen US-Schlusskurs von 4,97 USD würde dies für rund 1,5 Millionen oder 7 Prozent aller ausgegeben Aktien der Gesellschaft reichen. Gladstone hält auf diesem Kursniveau einen Aktienrückkauf für eine hervorragende Idee, um einen Mehrwert für seine Aktionäre zu schaffen.

 Gladstone Capital Corp. (Quelle: comdirect.de) 
Auf's Jahr gesehen notieren die Aktien von GLAD rund 32 Prozent im Minus. Seit 7 Jahren wird eine monatliche Dividende von 0,07 USD ausgekehrt und auf dem aktuellen Kursniveau liegt damit die annualisierte Dividendenrendite bei stolzen 16,9 Prozent. Auch das ist ein Grund, weshalb ich Gladstone Capital auf meine Empfehlungsliste und in mein Depot genommen habe. Denn ich bin überzeugt, dass die durchaus vorhandenen Risiken von dem panikartigen Sell-off mehr als übertrieben eingepreist wurden und dass Gladstone auf diesem ausgebombten Niveau eine aussichtsreiche Spekulation für mutige und geduldige Anleger darstellt. Dabei ist zu beachten, dass erst Ende Oktober 2015 noch junge Aktien an institutionelle Anleger ausgeben wurden - und zwar 8,55 USD je Stück und damit zu einem Preis, der nur 5 Prozent unterhalb des NAV lag. Von dem der Aktienkurs dank des Absturzes inzwischen meilenweit entfernt ist.

Kommentare:

  1. Hallo Herr Kissig,
    danke für die Info!!
    Mehrwert schaffen sie für Ihre Aktionäre doch nur wenn sie die gekauften Aktien auch einziehen, sprich wenn die Anzahl der Aktien sinkt.
    Ist dieses auch der Fall oder halten sie diese?
    Besten Dank und einen schönen Tag!

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Der Einzug der Aktien wäre der klassische Fall, richtig. Einen Mehrwert kann aber auch anders entstehen, denn da eigene Aktien im Bestand des Unternehmens nicht an der Gewinnverteilung teilnehmen, würde der Gewinnanteil aller anderen Aktien steigen. Und somit Raum für eine höhere Dividende je Aktie. Und dann besteht natürlich noch die Möglichkeit, die zurückgekauften Aktien zu einem späteren Zeitpunkt, wenn sich der Aktienkurs wieder kräftig erholt hat, wieder zu verkaufen. Das würde zu einem direkten Handelsgewinn führen.

      So oder so, da die Aktien massiv unterhalb ihres NAV notieren, wird der Aktienrückkauf für die Aktionäre positive Effekte haben. Und wenn es "nur" die starke zusätzliche Nachfrage nach den Aktien und somit ein kräftiger Kursanstieg ist.

      Löschen
  2. MOin,
    gab es zu Gladstone mal eine Analyse der Zahlen? Sind die profitabel?

    Bei seekingalpha gibt es den Favoriten Dynex. Welchen der beiden Werte Dynex oder Glastone siehst Du vorne?
    Gruß
    DivSky

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Es gibt einen Earnings-Call zu den Q4-Zahlen, der sehr informativ ist hinsichtlich der Zahlen und der einzelnen Assets bzw. Kredite/Engagements.

      Löschen
    2. Zu Dynex kann ich nichts sagen, habe mich nicht mit dem Wert beschäftigt. Gladstone habe ich gekauft, weil der Absturz meines Erachtens übertrieben ist; die Befürchtungen hinsichtlich der möglichen Öl-Engagements scheinen mir deutlich überzogen. Und der Aktienrückkauf wird die Aktie nicht nur nach unten absichern, sondern auch pushen.

      Löschen
  3. Hallo Michael, ich habe heute morgen einige Gladstone Aktien günstig erworben, weil Deine Erklärung im Investorupdate für mich gut nachvollziehbar war. Das große Kursplus heute ist ja wohl auf die Ankündigung des Aktienrückkaufs zurückzuführen. Super Timing kann ich nur sagen. So kann es gerne weitergehen.

    AntwortenLöschen
  4. Hallo Michael,
    Gladstone war ein super Tipp :) Danke dafür!

    Gruß,
    Markus

    AntwortenLöschen
  5. Schauen wir mal, wie sich die Gladstone-Aktien schlagen, wenn die Börsen wieder abwärts tendieren. Die Aktienrückkäufe sollten den Kurs dann trotzdem weiter stützen und die der sich erholende Ölpreis ebenso. Denn dessen Absturz ist/war ja mit ein Grund für den Absturz der Kurse von Finanzinvestoren und BDCs. Ob und inwieweit die Kurserholung bei Öl nachhaltig ist, bleibt abzuwarten...

    AntwortenLöschen
  6. Hallo Herr Kissing,

    grundsätzlich finde ich Ihre Webseite sehr interessant. Bei dem Wert "Gladstone" fällt mir spontan auf, dass man mit der Aktie in den letzten 5-10 Jahren im Vergleich zum S+P 500 stark unterperformed hätte - auch wenn man die hohen Dividenden mit einberechnet. Wie sieht ihre langfristige Erwartung aus? Bisher hat sich ein Investment langfristig nicht wirklich gelohnt.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Microsoft und Cisco waren viele Jahre lang enttäuschende Investments mit einer starken Underperformance ggü. den US-Indizes. Das hat sich erst in den letzten zwei, drei Jahren gelegt.

      Ich habe keine Ahnung, ob sich die Aktie von Gladstone künftig besser oder schlechter entwickeln wird als der S&P 500. Ich habe auch keine Ahnung wie sich der S&P 500 machen wird, weder auf Sicht von 3 Monaten, noch von 1 Jahr oder 5. Ich kann nur die Aktie von Gladstone ins Verhältnis setzen zu ihren fairen Wert. Und hier bin ich der Meinung, dass dieser bei mindesten 7 EUR liegt, eher darüber. Daher habe ich bei diesem Ausverkauf auf 4,5 EUR zugegriffen, weil ich hier eine sehr attraktive Dividendenrendite (monatlich) einfahre, weil ich eine hohe Sicherheitsmarge in meinem Investment habe und weil ich glaube, dass sich das Delta zwischen Kurs und fairem Wert noch weiter reduzieren wird. Zu meinem durchschnittlichen Kaufkurs von 4,62 EUR liegt das Investment bisher gut 24 Prozent im Plus, zzgl. einer Dividendenausschüttung, die mir noch gutgeschrieben wird die nächsten Tage. Insofern steht hier für mich eine enorm hohe Outperformance ggü. dem S&P 500 zu Buche. Betrachtet man die Performance der Aktie seit Jahresanfang ist dies komplett anders.

      Um es mit Carl Icahns Worten zu sagen: bei 4,5 EUR war der Kauf der Gladstone-Aktien ein "No-Brainer". Jetzt, bei 5,75 EUR ist es noch immer ein gutes Chance-Risiko-Verhältnis, insbesondere dank des Aktienrückkaufprogramms, das die Aktie massiv nach unten hin absichert. Und bis zu meinem ermittelten fairen Wert von 7 EUR (dabei gehe ich davon aus, dass die drei Öl-Investments alle total ausfallen!), sind es immerhin noch 18%. Da ich aber, wie gesagt, die drei Öl-Investments nur partiell als abschreibungsbedürftig einstufe, nicht aber als Totalausfall, dürfte das Potenzial eher bis 7,50 oder gar 8 EUR reichen. Für mich eine hervorragende Spekulation und in der Zwischenzeit nehme ich die Dividendenzahlung von mehr als 1 Prozent - pro Monat! - gerne mit. Denn diese Dividende kommt ja als Earnings rein, wird also nicht aus der Substanz ausgeschüttet, was den Wert je Aktie ja verringern würde.

      Löschen