Montag, 23. Mai 2016

Investor-Update: Coreo, Deutsche Rohstoff, MAX Automation, Muehlhan

Im Investor-Update notiere ich in unregelmäßigen Abständen aktuelle Einschätzungen zu Unternehmen meiner Empfehlungsliste und wie sich diese ggf. auf mein Investment-Portfolio ausgewirkt haben. Darüber hinaus auch zu Unternehmen, die ich noch nicht hier im Blog vorgestellt habe, die sich jedoch in meinem Depot befinden.

Unsicherheit hält an
Die US-Notenbank könnte demnächst die Zinsen anheben. Oder auch nicht. Im Prinzip ist man so unentschlossen wie bisher. Und auch die Indikatoren liefern immer wieder widersprüchliche Signale, wodurch die Märkte sich verunsichern lassen. Gegen Aktien spricht nach wie vor die Saisonalität und ein möglicher negativer Ausgang beim Brexit-Referendum Ende Juni. Ansonsten stellen Strafzinsen für Sparer und Investoren weiterhin ein starkes Argument für Sachanlagen, zu denen Aktien zählen, dar.

 Quelle: CNN Money - Fear and Greed Index 
Fear-and-Greed-Index stabil
Der Angst-und-Gier-Index bewegt sich kaum und ist im Wochenverlauf von 54 auf 56 marginal gestiegen. Auch hieran zeigt sich die Unentschlossenheit der Anleger bzw. die Unsicherheit über das, was zu erwarten ist. Gier und Angst halten sich die Waage, jedoch können emotional beeindruckende Ereignisse schnell heftige Reaktionen hervorrufen. In beide Richtungen.

Ich bleibe daher dabei, lieber auf ausgesuchte deutsche Nebenwerte zu setzen als auf Blue Chips. Auch die großen US-Werte sind vergleichsweise eher teuer im historischen Vergleich, zumal die Gewinnerwartungen eher nach unten angepasst werden mussten und so das aktuelle Kursniveau alleine deshalb schon teurer geworden ist. Ein wenig mehr Vorsicht dürfte hier also nicht schaden.


Coreo AG
Nanostart sattelt um auf Immobilien und plant eine massive Kapitalerhöhung. Der Aktienkurs geriet daraufhin erheblich unter Druck und notiert rund 35% unterhalb des Wertes des im Bestand befindlichen Aktienpakets an der Magforce AG. Ich habe mir daher ein paar Aktien ins Depot gelegt und setze auf einen Value-Play mit Turnaround-Spekulation.

+ Deutsche Rohstoff AG
Die Deutsche Rohstoff AG  profitiert vom steigenden Ölpreis und von steigenden Rohstoffpreisen insgesamt, da sie u.a. über die Tochter Almonty Industries im Bereich Wolfram aktiv ist und über die Tochter Hammer Metals bei Zinn und Kupfer. Die wahre Musik spielt aber im Bereich -Öl- und Gasförderung in den USA, wo sie im Wattenberg-Feld in Colorado erneut Bohrrechte erworben hat und inzwischen ihr Bohrprogramm forciert. Und über den Erwerb zusätzlicher Rechte und Flächen nachdenkt. Früheren Aussagen des Managements zufolge, verdient die DRAG auch bei Ölpreisen von unter $40 (WTI) Geld, und bei Preisen von annähernd $50 werden die Kassen wieder richtig klingeln.

Anleger hatten sich von den optisch schlechten Zahlen verschrecken lassen, denn 2015 stürzte der Konzernüberschuss von €54 Mio. Euro €0,5 Mio deutlich ab und der Umsatz sank im selben Zeitraum von €22,9 Mio. auf €1,9 Mio. Allerdings hatte die DRAG Anfang 2014 ihr US-Öl- und Gasgeschäft quasi zum Höchstpreis für einen dreistelligen Millionenbetrag verkauft, bevor der Ölpreis so rapide abzustürzen begann. Daher sind die Zahlen nicht verwunderlich und der Charme bei DRAG-Aktien liegt im hohen Cashbestand und im Neuaufbau des Öl- und Gasgeschäfts zu Tiefstpreisen. Da die DRAG langsam an die Produktion kommt und der Ölpreis sich von seinen Tief deutlich erholt hat, habe ich meinen DRAG-Bestand ein wenig aufgestockt.

+ MAX Automation AG
Auch bei der MAX Automation sorgten die vorgelegten Zahlen für Ernüchterung. Umsatz, Cashflow, Auftragseingang sind gesunken, das hat zu Kursabschlägen geführt. Allerdings hatte man Ende 2015 die Problemtochter altmayerBTD endlich verkaufen können, so dass die Rückgänge zu erwarten waren. Viel interessanter ist daher, dass sich CEO Fabian Spilker dahingehend äußerte, dass er im zweiten Quartal mehrere Aufträge erwarte im Volumen zwischen €5 Mio und €20 Mio. Das beim Auftragseingang schwach verlaufende erste Quartal sollte also eher stichtagsbezogen etwas schwächer verlaufen sein und der Kursrücksetzer stellte sich mir als Nachkaufgelegenheit dar, die ich gerne ergriffen habe. MAX Automation hat nun die gleiche Positionsgröße wie die Beteiligungsunternehmen Deutsche Beteiligung und MBB SE, die zur Peergroup gehören.

+ Muehlhan AG
Die Hamburger sind im Bereich Oberflächenbeschichtung aktiv und hier insbesondere in den Bereichen Schifffahrt, Pipelines, Bohrplattformen und (Offshore-)Windkraftanlagen. Alle Segmente standen und stehen unter Druck, weil die Kunden sich mit Investitionen zurückhalten und jeden Euro zweimal umdrehen. Allerdings zeichnen sich erste Silberstreifen am Horizont ab, denn wer keine Neuinvestitionen tätigt, muss den Altbestand besser im Schuss halten, um weiter am Markt bestehen zu können. Nachdem Muehlhan einige Jahre durch ein Tal der Tränen gehen musste, konnte man auch aufgrund von Rationalisierungen und Fokussierung auf margenstärkere Aufträge wieder in die Gewinnzone zurückkehren. Die absoluten Zahlen waren noch nicht nach dem Geschmack der Börsianer und lassen noch Spielraum nach oben; positiv überraschen konnte Muehlhan aber mit dem ersten Dividendenvorschlag seit 5 Jahren, der mit €0,04 je Aktie allerdings eher als symbolisches Ausrufezeichen zu verstehen ist, denn als Kaufargument für Dividendeninvestoren. Von den Jahrestiefstständen von rund €1,50 im Januar ist die Aktie inzwischen ein gutes Stück entfernt und ich setze mit meinem Kauf zu €1,84 auf den operativen Turnaround. Das Unternehmen hat die Kosten in den Griff bekommen und ist aussichtsreich positioniert, auch wenn der Konkurrenzdruck hoch ist. Eine Erholung im Bereich Schifffahrt oder Ölplattformen dürfte sich erheblich positiv auswirken und der weiter stark zunehmende Ausbau bei Off-Shore-Wind-Parks bietet schon heute erhebliches Potenzial für Anleger mit Geduld, die auf den Turnaround bei Muehlhan setzen wollen.


.: Cashquote
Durch die Käufe ist meine Cashquote wieder gesunken und hat sich auf unter 20% reduziert. Investments erfolgen ausschließlich nach konsequentem Stock-Picking, denn die Gesamtmarktsituation ist weiterhin eher labil. Um die Brexit-Entscheidung am 23, Juni herum könnte einige Schnäppchenkurse zum Einsteig locken und dafür will ich einen überdurchschnittlichen Anteil an Pulver trocken halten.

Kommentare:

  1. Daniel Koinegg26. Mai 2016 um 14:39

    Warum notiert eigentlich die DRAG-Anleihe trotz dem üppigen Kupon, der kurzen Restlaufzeit und dem riesigen Cashbestand nur knapp über Pari? Bereitet Dir das kein Kopfzerbrechen?

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  2. Daniel Koinegg26. Mai 2016 um 14:48

    Ah, da ist eine vorzeitige Kündigung geplant...

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    1. Richtig, Daniel, die DRAG möchte (natürlich) ihre vergleichsweise teure Anleihe umfinanzieren bzw. zurückkaufen, um sich dann zu niedrigeren Zinsen neue Mittel zu besorgen. Die Anleihe war seinerzeit dazu gedacht, so steht es auch im Wertpapierprospekt, das US-Bohrprogramm der Tochter Tekton Energy zu finanzieren. Diese Tochter bzw. deren operatives Geschäft hat man dann ja für einen zweistelligen Millionen-Dollar-Betrag veräußert und daher möchte man die Anleihe nun loswerden - selbstverständlich auch deshalb, weil man heute aufgrund des hohen Cashbestands, der soliden Bilanz und des noch niedrigeren Zinsniveaus durch den Ersatz mit einer neuen Anleihe und oder einem Schuldscheindarlehen o.ä. viel Geld sparen kann. Geld, das dann ja der GuV/Bilanz und so den Aktionären zugute kommt.

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  3. Danke für den Hinweis auf Muehlhan, sieht vielversprechend aus!
    Werde ich mir mal bis zu den nächsten Quartalsergebnissen näher anschauen.

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  4. Ich weiß nicht, für mich ist die DRAG nichts - insbesondere wegen der Art und Weise, wie das Management dort agiert.

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