Dienstag, 16. August 2016

Statt Dividende: Bei Patrizia Immobilien regnet es Aktien für die Aktionäre

Die im Nebenwerte-Index SDAX gelistete Patrizia Immobilien macht seit Jahren seine Anleger glücklich, erst als Immobilienentwickler und -bestandshalter, inzwischen als bankenunabhängiges Immobilien-Investmenthaus für Investoren und Privatanleger. Zuletzt gab es positive Neuigkeiten, denn die Zahlen zum ersten Halbjahr waren wieder einmal ganz hervorragend.

Berichtigungsaktien statt Dividende
Und nun vermeldete das Unternehmen, dass die von der Hauptversammlung beschlossene "Erhöhung des Grundkapitals aus Gesellschaftsmitteln" vom zuständigen Amtsgericht am 12. August ins Handelsregister eingetragen worden und damit rechtsgültig geworden ist. Der Stichtag wurde auf den 25. August festgelegt und an diesem Tag zum Börsenschluss Partizia-Aktien im Depot hat, erhält die Berichtigungsaktien automatisch in sein Depot gebucht und zwar im Verhältnis 10:1. Wer also 10 Aktien im Bestand hat, erhält eine weitere hinzu. Diese neuen Aktien werden ab dem 01.01.2016 gewinnberechtigt sein und unter der bisherigen Wertpapierkennnummer laufen.

Die Kapitalerhöhung erfolgt durch Umwandlung eines Teilbetrags in Höhe von €7.632.354,00 der in der Jahresbilanz der Gesellschaft zum 31. Dezember 2015 ausgewiesenen Kapitalrücklage in Grundkapital durch Ausgabe von 7.632.354 neuen auf den Namen lautenden Stückaktien (Berichtigungsaktien) mit einem rechnerischen Anteil am Grundkapital von €1,00 je Aktie. Durch diese Maßnahme erhöht sich das Grundkapital der Gesellschaft aus Gesellschaftsmitteln von €76.323.533 um €7.632.354 auf €83.955.887.

Patrizia Immobilien befindet sich auf meiner Empfehlungsliste und in meinem Depot.

>>> zur Meldung

Kommentare:

  1. Hallo Michael, verstehe das seit Jahren nicht bei Patrizia, was daran gut sein soll. Welchen Sinn machen Berichtigungsaktien? Der Aktionär hält dann 11 statt 10 Aktien, auf die dann 11 * 10/11 des Gewinns entfallen. Macht in Summe Null...

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    1. Durch die Ausgabe von Berichtigungsaktien wird der Aktionär nicht vermögender, ebenso wenig bei einem Aktiensplit. Aber wenn Du Dir den Kursverlauf der Patrizia-Aktien über die letzten Jahren ansiehst, dann ist der stark angestiegen. Und seit einigen Jahren gab es regelmäßig anstelle der Dividendenzahlungen Berichtigungsaktien im Verhältnis 10:1. Der Langfristaktionär hat also nicht nur die Kurssteigerungen selbst eingefahren, sondern er hat - bezogen auf seine Ursprungsinvestition - auch mehrfach Aktien "kostenlos" hinzugebucht bekommen. Auch diese selbst stellen ja einen Wert da, denn sie können verkauft werden. Und sie sind ebenfalls im Kurs gestiegen. Letzteres wäre zumindest bei Ausschüttung einer Bardividende nicht der Fall gewesen. Unter dem Strich macht die Ausgabe von Berichtigungsaktien also durchaus Sinn, wenn man davon ausgeht, dass das Unternehmen im Wert weiter steigt. Und damit der Aktienkurs.

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  2. Wenn ich Cash bekomme kann ich aber - entsprechende Überzeugung vorausgesetzt - auch selbst neue Aktien kaufen. Das mit den Gratisaktien ist halt eine Masche die oft bei jenen Unternehmen genutzt wird deren Ergebnis stark an unbaren Bewertungsergebnissen hängen.

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    1. Dennoch ist es ein Unterschied, denk mal an den Zinseszinseffekt. Bei einer Bardividende erfolgt eine unmittelbare Versteuerung, so dass gute 25% abgezogen werden. Bei den Berichtigungsaktien erhält man die volle Summe in neuen Aktien. Dieses Geld arbeitet also bis zum Verkauf der Aktien, wenn dann die Steuerlast auftritt, für einen und nicht für das Finanzamt. Das macht im ersten Jahr nur einen kleinen Teil aus, nach 10 oder mehr Jahren summiert sich das aber gewaltig auf.

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    2. Da können sie aber auch einen Aktienrückkauf machen.

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    3. Dann steht das Geld dem Unternehmen aber auch nicht mehr zur Verfügung, wie bei Ausschüttung einer Bardividende. Gratisaktien haben ja den positiven Effekt, dass das Geld im Unternehmen verbleibt und dort für weitere Geschäfte sorgen kann. Und da Patrizia auch einen kleinen Anteil als Co-Investments selbst in die Immobilienprojekte einbringt, benötigt man ein steigendes Eigenkapital für erfolgreiches Wachstum. Aber man spart sich die ansonsten ggf. nötigen Kapitalerhöhungen...

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    4. Das habe ich aber auch wenn sich das Unternehmen den ganzen Schmarrn mit den Bonusaktien spart.

      Wenn ich heute zehn Mio ins Geschäft investiere und damit für das kommende Jahr eine Mio. Ertrag neu schaffe wird ein bestehendes Aktienpaket bei gleichbleibendem Multiple um zehn Prozent im Wert gewinnen. Völlig egal ob da Gratisaktien ausgegeben wurden oder nicht.

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    5. Das "Argument" zieht aber nicht, Daniel. Denn das wäre ja die Diskussion Dividende oder keine Ausschüttung. Aber es geht doch um die Frage, ob bei einer "Aktionärspartizipation" Berichtigungsaktien eine gute Sache sind ggü. Bardividenden. Und hier sehe ich eben einige Vorteile, solange man nicht auf Dividendeneinnahmen abziehlt und diese vielleicht sogar als Einkommensquelle nutzen möchte.

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    6. Hier sind die Zusammenhänge recht gut erklärt:
      http://www.wirtschaftslexikon.co/d/berichtigungsaktien-gratisaktien/berichtigungsaktien-gratisaktien.htm

      Insbesondere der dritte und der drittletzte Abschnitt.

      Gruß Jo

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    7. Dann reden wir aber aneinander vorbei. Für mich stellt sich die Frage ob es aus Sicht des Unternehmens bzw dessen Kapitalallokation irgendeinen rationalen Grund für Gratisaktien gibt und das habe ich verneint.

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  3. Exakt, es ist wie beim Aktiensplit. Bei dem gewinnt und verliert man als Aktionär auch nichts, reine Optik. Einziges ziehendes Argument ist die Erhöhung der Liquidität, weil man die Kleinteiligkeit des vorher wie nachher gleichbleibenden Eigenkapitals erhöht hat. Dieser "Liquiditätseffekt" ist m.E. vielleicht bei Aktien wie publity, bei denen maximal 50% v. 6.050.000 im free float gehandelt werden, minimal kurserhöhend, bei Patrizia, wo es ohnehin 75-80 Mio. Aktien gibt, aber vernachlässigbar. Meine Ansicht nach hat man auch von den Kurssteigerungen der Gratisaktien nichts, da diese ja genauso nachher auf 11 Aktien die Marktkapitalisierung von 10/11 verteilen. Also Nullsummenspiel in (fast) jeder Hinsicht.

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    1. Nicht ganz, der Vergleich muss ja zwischen Dividendenzahlung und Ausgabe von Gratisaktien gezogen werden und hier greift durchaus der Vorteil, dass die Gratisaktien dem Aktionär "brutto" zugute kommen, während bei Dividenden der Pauschalsteuerabzug greift, ihm also netto weniger Geld zur Verfügung steht, weil es gleich beim Fiskus landet und nicht erst nachgelagert, also beim Verkauf der Aktien. Wie ich oben zu Daniel schon schrieb, ergibt sich hier der Vorteil des Zinseszinseseffekts auf den "steuergestundeten" Teil.

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  4. Hallo Herr Kissig,

    wie so oft: Sie haben Recht!

    Nebenbei Glückwunsch für diesen tollen Blog, der mich immer wieder zum Nachdenken anregt und sehr interessante Aktien und Themen anspricht.

    Viele Grüße aus dem Süden,
    Alvaro

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