Freitag, 31. August 2018

Gold: Sicherer Hafen oder doch nur glanzlose Kapitalvernichtung?

Gold gehört, wie auch andere Edelmetalle, zu den vermeintlich "sicheren Häfen", zu den Asset-Klassen, in die Leute investieren, wenn sie Zukunftssorgen haben oder Angst vor Geldentwertung. Dabei bringt Gold, das Warren Buffett als "unproduktive Wertanlage" bezeichnet, keinen Ertrag, keine Zinsen. Alleine Angebot und Nachfrage entscheiden darüber, ob sich der Kauf seinerzeit gelohnt hat, oder nicht. Und in den vergangenen vier Jahren hat er nicht.

»Gold ist faul und hat keine Berechtigung in einem Portfolio. Es ist eine unproduktive Wertanlage.«
(Warren Buffett)

Dabei war der Glanz des Goldes schier unbeschreiblich, selbst die BILD-Zeitung riet Mitte 2011, und damit etwa beim Höchstkurs von $1.900 je Feinunze, mit einem Großaufmacher auf ihrer Titelseite zum Einstieg und spätestens da musste jedem klar sein, dass die Party vorbei war. Denn wenn alle Profis gekauft hatten, alle institutionellen Anleger, dann folgen als Letztes die Kleinanleger. Aber um danach noch steigende Kurse zu ermöglichen, müssen ja noch mehr Käufer dazukommen - aber wer sollte das sein, wenn schon alle in Gold investiert sind? Also wurden die "Gurus" nicht müde, die goldigen Aussichten des Goldes in alle Welt hinauszuposaunen: George Soros erklärte, weshalb er eine riesige Position in Gold halte und dass es quasi nur weiter steigen könne. Und auch Hedgefonds-Manager John Paulson riet allen, einen erheblichen Anteil ihres Geldes in Gold zu investieren. Wohlgemerkt, nachdem sie selbst schon große Positionen hielten! Und der Kleinanleger zahlte wieder einmal die Zeche...

Donnerstag, 30. August 2018

Schifffahrt in der Flaute - mit Konsequenzen für Ernst Russ und MPC Capital

Die Asset Manager Ernst Russ AG (WKN: A16107) und die MPC Capital AG (WKN: A1TNWJ) begleite ich schon einige Zeit und hatte sie ursprünglich als Turnaround-Spekulationen vorgestellt. Man kann nach gut zwei Jahren feststellen, dass beide aus dem Krisenmodus heraus sind und die Existenz bedrohliche Phase hinter sich gelassen haben. Die Bilanzen sind aufgeräumt(er) und auch dank Kapitalerhöhungen schippern beide inzwischen in ruhigeren Fahrwassern.

Nachdem also Stufe eins meines Investmentcases aufgegangen ist, müssen sich die beiden nun im normalen Geschäftsalltag beweisen und dort Ergebnisse abliefern. Denn sie sind ja nicht die einzigen Möglichkeiten im Anlageuniversum und müssen daher in der Unternehmensentwicklung vorankommen. Mit entsprechenden Zuwächsen bei Margen und Ergebnissen. Doch damit kommen beide nicht in dem Maße voran, wie ich es mir vorgestellt habe. Und Besserung ist nicht wirklich in Sicht...

Mittwoch, 29. August 2018

Benjamin Graham wertet Dividenden als Qualitätsmerkmal. Das ist aber nicht alles...

In Zeiten niedriger Zinsen für Spareinlagen und Anleihen gehen Anlegern  die Alternativen aus. Immer wieder wird dazu geraten, auf Dividenden starke Aktien zu setzen, um so eine attraktive Verzinsung zu erzielen. „Dividenden sind der neue Zins“ ist gar zu einem geflügelten Werbespruch geworden.

Benjamin Graham erkannte eine langfristige und  zuverlässige Dividendenzahlung sogar als ein besonderes Qualitätsmerkmal für die Auswahl von geeigneten Aktieninvestitionen.

»Einer der überzeugendsten Tests hoher Qualität von Firmen ist eine ununterbrochene Historie von Dividenden, die sehr viele Jahre zurückreicht.«
(Benjamin Graham)

Doch die Dividendenrendite alleine ist kein Qualitätsmerkmal; auch hier kommt es darauf an, genauer hinzusehen und sich die richtigen Gedanken zu machen, bevor man investiert. Denn hohe Dividendenrenditen können auch unschöne und ggf. teure Begleiterscheinungen haben...

Montag, 27. August 2018

Warren Buffett rät: Mache es einfach statt kompliziert, suche nachvollziehbare Geschäftsmodelle, die Bestand haben werden

Value Investing, das wertorientierte Investieren, kommt ohne komplizierte mathematische Formeln aus, es setzt vielmehr auf den gesunden Menschenverstand und Geduld. Je einfacher und langweiliger das Geschäftsmodell ist, desto interessanter ist es grundsätzlich für Value Investoren. Man kauft Anteile an soliden Unternehmen, die von ehrlichen und fähigen Leuten geführt werden und das zu einem Kurs, der unterhalb des fairen Wertes liegt, also das Gewinnpotenzial des Unternehmens (noch) nicht widerspiegelt.

»Mache es einfach, nicht kompliziert: suche Unternehmen mit nachvollziehbaren Geschäftsmodellen aus, die Bestand haben werden.«
(Warren Buffett)

Börsenweisheit der Woche 35/2018

"Kein Geld ist vorteilhafter angewandt als das, um welches wir uns haben prellen lassen; denn wir haben dafür unmittelbar Klugheit eingehandelt."
(Arthur Schopenhauer)

Sonntag, 26. August 2018

Die 12 Investment-Gebote des Pioneer Fonds-Gründers und Buffett-Freundes Philip Carret

Philip Carret gründete den Pioneer Fonds und tauschte Investment-Ideen mit dem Vater von Warren Buffett, als "das Orakel von Omaha" noch in den Kinderschuhen steckte. Durch seine Tätigkeit als Reporter beim US-Anlegermagazin Barron’s entdeckte Philip Carret seine Vorliebe für die Börse und das Value Investing. Insbesondere riet er, auf Unternehmen zu setzen, die Produkte des täglichen Bedarfs herstellen und die man auch versteht. In Erinnerung bleibt besonders sein Buch "Die Kunst des Spekulierens", in der er seine goldenen Investment-Regeln niederschrieb, über Diversifikation und ständige Risikokontrolle.

Seinen ersten Investment-Pool, den er mit von Freunden und Verwandten geliehenem Geld gegründet hatte, wandelte er 1928 in den Pioneer Fonds um - kurz bevor der große Crash von 1929 die Weltwirtschaftskrise einleitete. Der Pioneer Fonds überlebte und Philip Carret machte ihn zu einem der erfolgreichsten Investmentfonds der Welt; er führte ihn 55 Jahre lang, bevor er seine Anteile verkaufte. Nach seinem Ausscheiden steckte er seine Kraft in die eigene Vermögensverwaltung Carret & Co. und arbeitete selbst als 100-jähriger noch an drei Tagen in der Woche für sein Unternehmen, bevor er 1988 mit 101 Jahren verstarb.

Seine wohl beste Investition waren Aktien von Berkshire Hathaway, die er in den 1960er für weniger als $400 erwarb, weil er von Warren Buffets Investment-Stil sehr angetan war. Diese hohe Wertschätzung beruhte auf Gegenseitigkeit und Buffett bezeichnete Philip Carret später einmal als "einen seiner Helden" und so verwundert es nicht, dass Philip Carrets 12 Investment-Gebote viele Überschneidungen mit Buffetts Ratschlägen aufweisen...

Samstag, 25. August 2018

Weshalb gerade Aurelius-Aktionäre keine Angst vor einer Short-Attacke haben müssen

Der Münchner Finanzinvestor Aurelius (WKN: A0JK2A) war im Frühjahr 2017 Opfer einer Short-Attacke geworden und seitdem wird von Anlegern mit Argusaugen jede noch so kleine Bewegung bei den Short-Positionen beobachtet. Einerseits ist das nachvollziehbar, denn der Schock über den damaligen Kurseinbruch mit fast einer Kurshalbierung sitzt weiterhin tief und hat bei vielen Anlegern Narben hinterlassen. Finanzielle vor allem. So auch bei mir - denn ich habe mich in der damaligen Situation nicht gerade mit Ruhm bekleckert und zum falschen Zeitpunkt meine Position aus- und abgebaut, so dass ich unterm Strich einiges Geld dabei verloren habe. Obwohl der Aktienkurs sich einige Monate später fast vollständig von der Short-Attacke erholt hatte. Wer diese Phase einfach ausgesessen und nichts getan hat, ist ziemlich gut dabei gefahren. Mein falscher Aktionismus war hingegen wenig erfolgreich - und ein weiterer Beleg für Benjamin Grahams weise Mahnung, dass der größte Feind des erfolgreichen Anlegers wohl er selbst sei.

Nun denn, die Short-Attacke ist fast anderthalb Jahre her und Aurelius hatte zwischenzeitlich sogar neue Höchstkurse erklommen - inzwischen hat die hohe Dividendenausschüttung und ein nachfolgender Kursrücksetzer die Aktie wieder deutlich billiger gemacht. Gerade dieser Kursrückgang und das Ausbauen der Short-Positionen lassen bei einigen die Angst vor einer neuen Short-Attacke aufkommen. Dabei sind Aurelius-Aktionäre wohl die letzten, die sich davor fürchten müssten...

Freitag, 24. August 2018

Benjamin Grahams sieben Kriterien für erfolgreiches Value Investing

Benjamin Graham war ein legendärer Investor und gilt als Vater der fundamentalen Wertpapieranalyse, der Basis für das Value-Investing. Der Lehrer und Mentor Warren Buffetts veröffentlichte 1934 gemeinsam mit David Dodd das Buch "Die Geheimnisse der Wertpapier Analyse" (orig.: "Security Analysis"), welches noch heute als Bibel für Value-Investoren gilt. 1949 erschien die Erstausgabe von "Intelligent investieren" (orig.: "The Intelligent Investor"), einer etwas populärwissenschaftlicheren Version von "Security Analysis". Hierin benannte Graham für den privaten Investor die sieben Kriterien für erfolgreiches Value Investing.

Donnerstag, 23. August 2018

Funkwerk? Kann man ignorieren. Aber sollte man das auch?

Die Funkwerk AG (WKN: 575314) ist ein Hersteller von Funksystemen für den Bahnverkehr, Infoanzeigen in Bahnhöfen oder Videoüberwachungsanlagen und damit alles andere als ein angesagtes Unternehmen aus den trendigen Branchen Kryptomining oder Fintech. Schaut man auf den Kursverlauf der letzten drei Jahre, sieht das allerdings doch danach aus, denn in den letzten anderthalb Jahren hat sich der Kurs fast versechsfacht. Und das hat seinen Grund natürlich auch in dem vorherigen starken Absturz, als Funkwerk mächtig trudelte und ein Erfolg des Turnarounds nicht ausgemacht war. Doch diesen Zeiten liegen längst hinter Funkwerk und heute geht es wieder um Wachstum, Chancen und Zukunftsvisionen. Naja, um Zahlen auch. Und was für welche...

Dienstag, 21. August 2018

Aurelius: Sell on good news, buy on better news?

Der Aktienkurs des Münchner Finanzinvestors Aurelius (WKN: A0JK2A) weist eine hohe Volatilität auf. Im letzten Jahr war es eine Short-Attacke, die den Kurs um 50% einknicken ließ, bevor er zum Jahresende seine Verluste fast komplett wettmachen konnte. In diesem Jahr stieg der Kurs bis zur Hauptversammlung auf ein neues Allzeithoch, um seitdem massiv zu korrigieren - inzwischen annähernd 25%, selbst unter Berücksichtigung des Dividendenabschlags. Dabei gab es keine negativen Nachrichten, sondern eigentlich nur Erfolgsmeldungen. Allerdings nicht mit den positiven Auswirkungen, die man bei Aurelius aus dem Vorjahr gewohnt war. Den Kursverlust könnte man daher mit "sell on good news" beschreiben. Doch das könnte sich nun ändern, denn die News werden better besser...

Renaissance: Die Deutsche Beteiligungs AG blüht wieder auf

Die Deutsche Beteiligungs AG (WKN: A1TNUT) hat ein schweres Geschäftsjahr zu meistern, wie man auch am Kurs ablesen kann. Dabei läuft es eigentlich ziemlich gut für das SDAX-Unternehmen, nur die Fußstapfen des Rekordvorjahres und dem entsprechend die Erwartungen der Börse sind ausgesprochen hoch.

Naja, waren... Denn die DBAG hat in den letzten Monaten einige Federn lassen müssen und zählt mit einem Kursverlust von 18,5% seit Jahresstart zu den schlechteren SDAX-Werten. Selbst wenn man die Bruttodividende von €1,40 mit einbezieht, bleibt ein Minus von 15% und das Jahreshoch hatte im Januar sogar bei €52 gelegen. Dieser Kursabsturz hat durchaus Gründe, die sowohl im geschäftlichen Bereich des Unternehmens liegen, am Wesen seines Geschäftsfelds und eben auch an der Psychologie der Marktteilnehmer - die Gier war zu groß geworden und die Erfolge des Vorjahres scheinen einige einfach linear in die Zukunft fortgeschrieben zu haben. Aber so einfach läuft das eben nicht. Aber es läuft wieder besser und deshalb könnte die DBAG wieder interessant(er) werden...

Montag, 20. August 2018

Warren Buffett und sein gespaltenes Verhältnis zu Dividenden. Und Aktienrückkäufen...

Warren Buffett äußert sich gerne und regelmäßig, auch zum Thema Dividenden. Doch hierbei könnte man glatt zu der Ansicht gelangen, er würde je nach Blickwinkel unterschiedliche Ansichten vertreten. Und das gilt durchaus auch für Aktienrückkäufe.

Buffett liebt Dividenden. Eigentlich...
Buffet bevorzugt Unternehmen mit saftigen Dividendenausschüttungen, denn sie bringen ihm für seine Beteiligungsholding Berkshire Hathaway (WKN: A0YJQ2) einen steten Zustrom frischen Geldes, das er dann wieder reinvestieren kann. Aufgrund seiner vielen Beteiligungen landet nicht alle paar Wochen mal ein Dividendenscheck im Briefkasten, sondern es gehen täglich viele Dividendenzahlungen auf dem Konto von Berkshire Hathaway ein. Und die warten geradezu auf neue Anlageideen von Warren Buffett und Charlie Munger. Dabei hat sich der Cash-Bestand inzwischen auf atemberaubende 100 Mrd. Dollar hochgeschraubt.

Wenn aber die eigenen Investoren seiner Holding - Buffett betrachtet sie als Partner - die Forderung an Buffett herantragen, diese hohen Cash-Reserven auch für Dividendenzahlungen an die Berkshire-Aktionäre einzusetzen, blockt Buffett kurzerhand ab. Und dafür hat er natürlich gute Gründe...

Börsenweisheit der Woche 34/2018

"Spekulanten verhindern, dass Fehlentwicklungen verborgen bleiben."
(Milton Friedman)

Freitag, 17. August 2018

Ein Margin Call? Das ist ja wohl das allerletzte... Warnsignal!

Kredite aufzunehmen, um dann mit diesem Geld Aktien oder womöglich noch spekulativere Finanzprodukte, wie Optionen, zu kaufen, ist verlockend, denn man kann mit geringem Einsatz eigenen Geldes große Spekulationssummen bewegen. Solange die Kurse in die gewünschte Richtung laufen, wachsen die Buchgewinne schnell an.

Doch wo Chancen sind, da lauern auch Risiken. Wenn nämlich die Spekulation nicht aufgeht und sich die Kurse anders als erwartet entwickeln, dann türmen sich sehr schnell große Buchverluste auf. Unter Umständen so schnell, dass sie größer sind als das ursprünglich eingesetzte Kapital. Der Hebel bei kreditfinanzierten Spekulationen wirkt in beide Richtungen. Und schon Isaac Newton sagte: "Gebt mir einen festen Punkt und einen genügend langen Hebel, und ich werde die Erde aus den Angeln heben". Wobei wir nicht übersehen dürfen, dass Kredite eben kein fester Punkt im Sinne der Naturgesetze sind...

Donnerstag, 16. August 2018

Börse und die Psychologie der Massen. Oder weshalb Lemminge keine guten Anleger sind...

Immer wieder erleben wir Korrekturen an den Finanzmärkten, teilweise heftige. Und auch wenn der DAX gerade neue Allzeithochs markiert, ist er doch in den letzten Jahren mehrfach kräftig eingebrochen, mal um 2.000 Punkte mal um mehr als 1.000. Und ganz schnell kippt in diesen Phasen dann die Stimmung und Panik macht sich breit, die Angst vor dem großen Crash.

Rückblickend scheint es immer einfach gewesen zu sein, an der Börse Geld zu verdienen. Jeder Kurvenbewegung kann ein Ereignis zugeordnet werden und man hat schnell eine Erklärung parat, warum der Index dies oder die Aktie das getan hat. Und man kann sich leicht zu dem Gedanken hinreißen lassen, "hätte ich da mal...". Irgendwie hat man bei den Hochs immer das Gefühl gehabt, verkaufen zu sollen, und bei den Tiefs, den richtigen Einstiegszeitpunkt erahnt zu haben. Nur entsprechend gehandelt hat man selten.

Was daran liegt, dass es nach vorne schauend nicht ganz so einfach ist, an der Börse Geld zu verdienen. Der Durchschnittsanleger ist nämlich ein Herdentier, ein Lemming, und wer meint, dies sei eine ziemlich negative Charakterisierung, der hat recht. Denn die Masse der Anleger verliert Geld und die große Mehrheit der Fondsmanager performt schlechter als ihr Vergleichsindex. Doch woran liegt das bloß, halten Anleger sich doch bei Befragungen stets für "überdurchschnittlich" erfolgreich?

Montag, 13. August 2018

Trotz "Buffett-Indikator": Warren Buffett kann die Börsenkurse nicht voraussagen

Der "Buffett-Indikator" ist ein Paradoxon, also ein Widerspruch in sich. Denn mit ihm ermittelt "das Orakel von Omaha", ob sich ein Markt in einer überteuerten Bewertung befindet, oder ob er zu billig ist. Das klingt nach einem Market-Timing-Indikator und Warren Buffett ist der Letzte, der sich mit dem Timing der Märkte beschäftigt; er setzt stattdessen auf die Bewertung einzelner Aktien. Und trotzdem ist der Indikator nach ihm benannt und wird von ihm verwendet. Also lohnt wohl ein zweiter Blick...

Börsenweisheit der Woche 33/2018

"So schön der kurzfristige Erfolg auch ist, im Endeffekt zählt nur, was langfristig unter dem Strich übrig bleibt."
(Gregor Gielen)

Freitag, 10. August 2018

Buffett setzt auf üppige Cashreserve: Investieren können, wenn andere verkaufen müssen

Die seit Jahre anhaltende Niedrigzinspolitik der Notenbanken rund um den Globus hat nicht nur positive Auswirkungen sondern auch erhebliche Schattenseiten. Einerseits hat das billige Geld dazu geführt, dass Unternehmen und Konsumenten über reichlich Finanzmittel verfügten, um damit verstärkt Waren und Dienstleistungen einkaufen zu können. Das ließ die Umsätze der Unternehmen steigen und führte zu mehr Arbeitsplätzen. Und dann reduzierten sich auch die Zinskosten der Unternehmen, so dass auch hierdurch ihre Gewinne anstiegen. Auf der anderen Seite wirken diese permanenten Geldspritzen wie ein dauerhafter Drogenrausch und es wird schwer sein, die Wirtschaft wieder vom billigen Geld zu entwöhnen. Die amerikanische Notenbank macht nicht umsonst so einen Eiertanz um die erste Anhebung ihrer Leitzinsen seit 9 Jahren. Und dann sind da noch die Opfer, die Sparer, deren Bankguthaben keine Zinsen mehr abwirft und von der – wenn auch niedrigen – Inflation einfach weggefressen wird. Und in dieser Gemengelage rate ich dennoch zu einem ordentlichen Polster an Geld, was vielleicht verwundern wird.

Cash is fesch
Selbstverständlich nicht, um damit hohe Zinsen einzustreichen, das funktioniert ja bekanntlich nicht. Und wenn man irgendwo 15 Prozent Verzinsung versprochen bekommt, dann ganz sicher nicht von seriösen Anbietern. Auch hier gilt die Grundregel, dass Angebote, die zu gut klingen, um wahr zu sein, auch nicht wahr sind. Also lieber Finger weg. Doch warum sollte man dann also Geld herumliegen lassen, ohne dass es eine anständige Rendite abwirft?

Mittwoch, 8. August 2018

Peter Lynch rät: Teile Aktien in Kategorien ein, um sie besser bewerten zu können

Wer sein Geld in Unternehmen investieren will, möchte (Kurs)gewinne erzielen. Dies gelingt zumeist nur, wenn das Unternehmen Gewinn erwirtschaftet und zwar dauerhaft. Bei der Betrachtung der Gewinne kennt man allerdings nur die Vergangenheit, während die zukünftigen Aussichten/Erträge geschätzt werden müssen. Das macht die Bewertung schwierig.

»Unterteile Aktien in Kategorien und bewerte sie entsprechend. Wenn du Aktien in Kategorien teilst, weißt du besser, was du von ihnen erwarten kannst.«
(Peter Lynch)

Um diese Einschätzung erfolgreich vornehmen zu können, schlägt Peter Lynch in seinem lesenswerten Bestseller "Der Börse einen Schritt voraus" deren Einteilung in sechs Kategorien vor...

Dienstag, 7. August 2018

Deutsche Rohstoff: Das unverstandene Beteiligungsunternehmen erhöht die Gewinnprognose

Die Deutsche Rohstoff AG (WKN: A0XYG7) zeigt sich heute in Blutrot mit heftigen Kursverlusten, die zeitweise die 20-Prozentmarke überschritten und den Kurs unter €20 drückten.

Dabei sah es gar nicht mal so schlecht aus, als die DRAG gestern Abend ihre Zahlen zum ersten Halbjahr 2018 präsentierte. Der Konzern hat nach vorläufigen, ungeprüften Zahlen einen Umsatz in Höhe von €55,1 Mio. (Vorjahr: €32,1 Mio.) sowie ein Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) von €52,6 Mio. (Vorjahr: €23,5 Mio.) erzielt. Der Konzernjahresüberschuss beläuft sich auf €10,1 Mio. (Vorjahr: €5,0 Mio.).

Der Gewinn liegt also doppelt so hoch wie im vergleichbaren Vorjahreszeitraum. Der Vorstand sah sich daher genötigt, mit Vorlage der Zahlen auch die Umsatz- und Gewinnprognose für diese Jahr anzupassen. So erwartet er für das Gesamtjahr nun einen Umsatz zwischen €90 bis €100 Mio. statt bisher €75 bis €85 Mio. und ein EBITDA von €85 bis €90 Mio. statt zuvor €65 bis €70 Mio.

Auf die Anhebung der Umsatz- und Gewinnziele folgte heute das Kursmassaker. Erstaunlich. Oder nicht?

Montag, 6. August 2018

Weshalb Kursraketen manchmal auch Gift für die Rendite sein können...

Aktien, deren Kurs sich innerhalb weniger Monate oder manchmal auch nur Wochen verdoppelt, lassen Anlegerherzen höher schlagen und nicht wenige Börseninteressierte sind stets auf der Suche nach diesen "Hot Stocks". In den Depots von Value-Investoren finden sich solche Aktien eher selten, denn wir graben die langweiligen, unterbewerteten Aktien aus, deren Kurs vor sich hin dümpelt und irgendwann einmal von der Börse entdeckt wird. Doch das geschieht eher gemächlich und ist mit langsamen Kursanstiegen verbunden. Doch manchmal erwischt man eine solche Aktie und dann erfreut man sich an deren Kursfeuerwerk und sieht die Euroscheine zu Bergen wachsen.

So geschehen bei WCM. Ich hatte die Aktie schon seit Jahren im Blick, früher als sie im MDAX notierte war ich Aktionär, dann stieg ich aus, als man sich erst mit Eisenbahner-Wohnungen überhob und dann an der Commerzbank-Übernahme verschluckte. Es folgte der Totalabsturz, die Insolvenz und nach vielen Jahren des Siechtums die Wiederauferstehung. Ich bin Ende 2016 wieder eingestiegen, beim Neustart der WCM als Gewerbeimmobilienunternehmen. Ich habe den Wert hier im Blog ausführlich vorgestellt und eine Weile auf meiner Beobachtungsliste begleitet, dann erfolgte erst der überraschende Einstieg der DIC Asset und später der Verkauf und die Übernahme durch TLG Immobilien. Unterm Strich habe ich einen schönen Gewinn eingefahren, aber der schnellste und heftigste Anstieg erfolgt innerhalb weniger Monate, als sich der Kurs zwischenzeitlich auf €3,80 verdoppelte.

Ein anderes Beispiel ist Lloyd Fonds, ein Asset Manager, den ich als Turnaround-Spekulation gekauft habe, als der Kurs nach schlechten Unternehmensnews heftig abgeschmiert war. Nur kurze Zeit später explodierte der Kurs förmlich, weil ein neuer Großaktionär eingestiegen ist und das Unternehmen neu (und erfolgreich) ausrichten will. Ein - von mir - unverdienter "Erfolg", denn diese Entwicklung konnte niemand voraussehen und vorab in seine Bewertung einbeziehen.

Diese schnellen und starken Kurssteigerungen sind einerseits erfreulich (und einträglich), andererseits bringen diese Kursexplosionen auch ein nicht zu unterschätzendes Problem mit sich...

Börsenweisheit der Woche 32/2018

"Prognosen dienen in erster Linie der Unterhaltung des Publikums."
(Wendelin Wiedeking)

Sonntag, 5. August 2018

Gladstone Capital profitiert vom Öl-Boom und steigenden Zinsen

In meinem Dividendendepot setze ich ausschließlich auf Business Development Companies (BDCs), mit denen ich auf hohe Dividendeneinnahmen abziele. Dabei ist die Kursentwicklung ebenfalls im Auge zu behalten, da beides zusammen die Gesamtrendite und damit den Erfolg oder Misserfolg des Investments ausmacht.

BDC-Earnings-Report Q2/2018
Daher richte ich in meinen BDC-Earnings-Reports meinen Blick vor allen auf die Entwicklung der wichtigsten Kennzahlen, also von Net Asset Value (NAV bzw. Buchwert), Net Investment Income (NII) und die Payout Ratio. Und erst ganz zuletzt auf die Dividendenrendite. Und mitunter ergeben sich hierdurch auch Auswirkungen auf meine Einschätzung zur jeweiligen BDC.

▶ Gladstone Capital
Gladstone Capital (GLAD, WKN: 797937) lieferte grundsolide Zahlen für das zweite Quartal ab. Das Net Investment Income lag bei $6,00 Mio. bzw. $0,22 je Aktie und damit um $0,01 über dem NII des ersten Quartals und den Markterwartungen. Gegenüber dem ersten Quartal ist dies ein Anstieg um 6,8%. Das Total Investment Income (TII) stieg sogar um 11,7% auf $12,38 Mio. und schlug die Erwartungen um $0,78 Mio. gegenüber dem Vorjahreswert lag das TII sogar um 28,6% höher. Aber das ist noch nicht alles...

Freitag, 3. August 2018

Ares Capital mit soliden Zahlen und Dividendenerhöhung

In meinem Dividendendepot setze ich ausschließlich auf Business Development Companies (BDCs), mit denen ich auf hohe Dividendeneinnahmen abziele. Dabei ist die Kursentwicklung ebenfalls im Auge zu behalten, da beides zusammen die Gesamtrendite und damit den Erfolg oder Misserfolg des Investments ausmacht.

BDC-Earnings-Report Q2/2018
Daher richte ich in meinen BDC-Earnings-Reports meinen Blick vor allen auf die Entwicklung der wichtigsten Kennzahlen, also von Net Asset Value (NAV bzw. Buchwert), Net Investment Income (NII) und die Payout Ratio. Und erst ganz zuletzt auf die Dividendenrendite. Und mitunter ergeben sich hierdurch auch Auswirkungen auf meine Einschätzung zur jeweiligen BDC.

▶ Ares Capital
Ares Capital (ARCC, WKN: A0DQY4) lieferte solide Zahlen für das zweite Quartal ab. Das Net Investment Income lag bei $0,38 und damit um $0,04 über dem NII des ersten Quartals und sogar um $0,09 über dem Vorjahreswert. Das Total Investment Income (TII) stieg im Jahresvergleich um 17,3% auf $333 Mio. und konnte damit die Erwartungen um $10,59 Mio. schlagen. Der Gewinn je Aktie ging mit $0,39 "in line" ins Ziel. Aber das präsentierte Zahlenwerk hatte noch mehr Interessantes zu bieten...

Corning ist zurück in der Erfolgsspur. Und das Beste kommt erst noch...

Den Glaspezialisten Corning (GLW, WKN: 850808) habe ich schon seit einigen Jahren auf meiner Empfehlungsliste und hatte das Geschäftsmodell mit seinen fünf Sparten in dem Artikel "Corning: Der gläserne Riese!" ausführlich vorgestellt.

Nun hat das Unternehmen Zahlen zum zweiten Quartal vorgelegt und die Erwartungen übertroffen. Es folgte ein Kurssprung um mehr als 11 Prozent, nachdem die Aktie seit Jahresanfang deutlich schlechter abgeschnitten hatte als der Markt.

Eigentlich ist es überraschend, dass der Markt so überrascht reagierte. Denn Corning hat im Grunde nur das geliefert, was man zuvor versprochen hatte. Und das war sogar absehbar...

Donnerstag, 2. August 2018

TPG Specialty Lending mit Top-Zahlen und Sonderdividende

In meinem Dividendendepot setze ich ausschließlich auf Business Development Companies (BDCs), mit denen ich auf hohe Dividendeneinnahmen abziele. Dabei ist die Kursentwicklung ebenfalls im Auge zu behalten, da beides zusammen die Gesamtrendite und damit den Erfolg oder Misserfolg des Investments ausmacht.

BDC-Earnings-Report Q2/2018
Daher richte ich in meinen BDC-Earnings-Reports meinen Blick vor allen auf die Entwicklung der wichtigsten Kennzahlen, also von Net Asset Value (NAV bzw. Buchwert), Net Investment Income (NII) und die Payout Ratio. Und erst ganz zuletzt auf die Dividendenrendite. Und mitunter ergeben sich hierdurch auch Auswirkungen auf meine Einschätzung zur jeweiligen BDC.

▶ TPG Specialty Lending
Sehr gute Zahlen konnte TPG Specialty Lending (TSLX, WKN: A1XF0Q) aus dem abgelaufenen zweiten Quartal berichten. Die Umsätze lagen bei $66,4 Mio. und damit 12,9% über denen des Vorjahres, womit man die Markterwartungen um $8,66 Mio. schlagen konnte. Der Gewinn je Aktie stieg auf $0,52 und toppte die Erwartungen um $0,05. Für die Dividendenfähigkeit ist aber der Blick auf das Net Investment Income (NII) viel wichtiger und auch hier weiß TSLX zu überzeugen.

Bei KCAP Financial fällt der letzte Vorhang. Jedenfalls für mich...

Zwischen KCAP Financial (KCAP, WKN: A1J08X) und mir läuft es einfach nicht. Es war meine erster Kauf einer Business Development Company (BDC) überhaupt und nach dem ersten Misserfolg habe ich KCAP vor knapp einem Jahr erneut als spekulative Beimischung in mein Dividendendepot gekauft und setze hoffe auf den Turnaround. Aber der scheint sich nicht einstellen zu wollen. Immer noch nicht und wieder nicht.

Im Dezember hatte KCAP die Dividende gekürzt, zum wiederholten Mal und auf nur noch $0,10 je Aktie und Quartal. Es war seit Dezember 2013 die fünfte Dividendenkürzung in Folge. Und nun hat KCAP gestern Abend seine Zahlen für das abgelaufene zweite Quartal 2018 bekannt gegeben und die geben wenig Anlass zu Hoffnung...

Mittwoch, 1. August 2018

Zahlenzauberwerk dank Öl-Boom: Texas Pacific Land Trust wächst mit über 100%. Und ein Ende ist nicht abzusehen...

Texas Pacific Land Trust (TPL, WKN: 985172) hat soeben Zahlen präsentiert für das zweite Quartal und auch das erste Halbjahr 2018. Und die Zahlen stellen alles in den Schatten, denn das Wachstum ist ungebremst, sondern liegt bei deutlich über 100%. Und das Wachstum erstreckt sich über alle Bereiche, sowohl was die Lizenzeinnahmen für die Förderrechte auf den TPL-eigenen Grundstücken angeht, als auch hinsichtlich des noch relativ jungen, neuen Geschäftsfelds, dem Wasser-Business.

TPL feuert aus allen Zylindern und die Zahlen wissen nicht nur zu beeindrucken, sondern lohnen auch einen genaueren Blick...

Was zu erwarten war: Main Street Capital hebt die Dividende an. Schon wieder...

Main Street Capital (MAIN, WKN:A0X8Y3) ist die qualitativ hochwertigste und wohl am erfolgreichsten operierende Business Development Company (BDC) und notiert daher mit entsprechend hohem Aufschlag auf den NAV (Buchwert).

In meinem BDC-Earnings-Report aus November hatte ich MAIN ausführlich dargestellt und seitdem haben sich alle Parameter weiter verbessert: der NAV ist weiter angestiegen, man hat beim Auflösen von Engagements schöne Gewinne eingefahren, man ist neue attraktive Investments bzw. Kreditengagements eingegangen, das NII (Net Investment Income) steigt, man hat frisches Kapital aufgenommen und ist bereit, den Verschuldungsgrad sukzessive zu erhöhen und so die neuen Möglichkeiten zu nutzen, die die regulatorischen Erleichterungen beim Dodd-Frank-Act bieten.

MAIN gelingt es seit vielen Jahren, den NAV stetig zu steigern und ebenso das NII. Und das hat - mal wieder - Folgen...

Deine Stimme für iNTELLiGENT iNVESTiEREN beim Value Investing Blogpreis 2018

Die Value Investing Community ValueDACH hat den Value Investing Blogpreis 2018 ausgelobt und iNTELLiGENT iNVESTiEREN ist nominiert.

2018 wird der Value Investing Blogpreis zum ersten Mal vergeben und die Auswahl erfolgt sowohl über ein Publikumsvotum als auch durch eine Jury. Und in dieser sitzen neben Tilman Versch und Hendrik Michels von ValueDACH die beiden hochkarätigen Value Investoren Frank Fischer und Dr. Hendrik Leber.

Die Abstimmung läuft bis zum 14. September und Du kannst hier Deine Stimme abgeben für iNTELLiGENT iNVESTiEREN. Oder natürlich für einen der anderen hochwertigen Value Investing Blogs, die zur Auswahl stehen.

Ich finde, dieser Preis ist eine tolle Idee und verdient eine hohe Teilnehmerzahl. Daher gilt mein ausdrücklicher Dank den Initiatoren Tilman Versch und Hendrik Michels von ValueDACH, den Jurymitgliedern Frank Fischer (Shareholder Value Beteiligungen) und Dr. Hendrik Leber (Acatis) sowie schon jetzt allen Abstimmenden.