Donnerstag, 14. Dezember 2017

KCAP Financial streicht die Quartalsdividende zusammen. Mal wieder...

Es ist und bleibt ein Trauerspiel bei KCAP Financial. Die BDC (Business Development Company), die in nicht unerheblichem Maße auch in CLOs (Collateralized Loan Obligations) investiert, also strukturierte Finanzprodukte basierend aus verbrieften Unternehmenskrediten, hat ihre nächste Quartalsdividende bekanntgegeben. Und mal wieder die Hoffnungen der Anleger enttäuscht.

KCAP will $0,10 je Aktie zahlen und damit 2 Cents bzw. 16,7% weniger als zuletzt. Da kann einen auch nicht froh stimmen, dass die Dividendenrendite noch immer bei 11,6% liegt, denn die seit Jahren sinkenden Dividenden, basierend auf einem seit Jahren abschmelzenden Buchwert (NAV), führten natürlich ebenfalls zu einem zusammenschrumpfenden Aktienkurs. Diese Kursverluste konnte die Dividende nicht ausgleichen, zumal diese ja auch noch versteuert werden muss. Dass es zu einem neuerlichen Dividenden-Cut kommen würde, war den letzten Quartalszahlen nicht zwingend anzusehen; obwohl die Gefahr natürlich schon im Raum stand. Ich hatte es ja angesprochen: wenn der Substanzverlust beim NAV nicht endet, wird KCAP nicht um weitere Dividenden-Cuts herumkommen. Und offensichtlich hat sich die Situation noch nicht gebessert.


Dividendenhistorie
Schauen wir uns die lange Liste der Dividenden-Cuts mal an: Im Oktober 2013 senkte KCAP seine Quartalsdividende von $0,28 auf $0,25. Im April 2015 folgte die nächste Reduzierung, diesmal auf $0,21. Im Januar 2016 gab es eine Reduzierung auf $0,15, im Januar 2017 auf $0,12 und nun folgt zum Januar 2018 der Cut auf $0,10 je Aktie. Diese Dividende wird am 25. Januar ausgezahlt; der Ex-Dividendentag ist der 4. Januar.

 KCAP Financial (Quelle: wallstreet-online.de
Meine Einschätzung
KCAP Financial kriegt seit Jahren seine Probleme nicht in den Griff. Die intern gemanagte BDC setzt schon lange auf CLOs, doch mit den strukturierten Finanzprodukten ist man bisher eher schlecht gefahren. KCAPs Strategie gegen den schleichenden Abschmelzungsprozess seines NAV heißt: mehr CLOs. Und über Joint Ventures schafft man es, sein Engagement auch noch teilweise zu hebeln. Was im Erfolgsfall satte Extrarenditen bringt, bei Misserfolg aber schnell(er) zu einer Kernschmelze des Buchwerts führen kann. Und damit des Aktienkurses.

Die große Hoffnung ist, dass KCAP von einem Investor übernommen wird. Die großen Finanzinvestoren suchen händeringend nach lukrativen Anlageobjekten und eine schlingernde BDC könnte genau das Richtige sein. Es wäre nicht die erste Übernahme im Sektor in den letzten Jahren. Doch... auf eine mögliche Übernahme alleine sollte man allerdings nicht setzen. Doch noch habe ich einen Funken Hoffnung, dass KCAP doch noch mal die Kurve kriegt. Ich bleibe dieser BDC-Turnaroundstory also noch weiter treu und belasse KCAP Financial auf meiner Empfehlungsliste. Aber irgendwann muss dann auch eine KCAP mal liefern, de ollen Schietkroms!

Kommentare:

  1. Moin Michael,
    es scheint, dass das beauftragte Management und KCAP selbst unfähig wären des CLO-Portfolio aktionärsfreundlich zu verwalten. Entweder ist man unfähig, oder das Management verdient zu gut an den laufenden Provisionen der CLO-Fonds, sodass es ihnen egal sein könnte das der NAV stetig schmilzt.

    beste Grüße Hans-Jürgen

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  2. Deine Analyse überzeugt zunächst: Du hast klare Qualitätskriterien an BDCs formuliert, insbesondere dass der NAV nicht sinken sollte und die Dividende die Nettoeinnahmen nicht überschreiten darf. KCAP erfüllt das erste Kriterium nun seit Jahren nicht, insofern überrascht mich nun Dein Fazit, den Wert auf der Empfehlungsliste zu halten. Man sollte doch eher einen weiten Bogen darum machen, zumal es genug andere BDCs gibt, die dieses Problem nicht haben. Sicherlich kann es immer einen Glückstreffer geben, dass sich plötzlich alles zum Positiven wandelt oder eine Übernahme vom Himmel fällt, aber das ist m.E. keine Basis für ein Value Investment. Denn wir wollen uns doch gerade nicht von solchen theoretischen Glücksfällen abhängig machen, wenn ansonsten alle Zeichen auf Daumen runter stehen.
    Wenn man 10% Dividendenrendite möchte, kann man zur Zeit Apollo Investment oder New Mountain Finance von Deiner Empfehlungsliste kaufen und vermeidet gleichzeitig das Problem des sinkendem NAV. Meines Erachtens das deutlich bessere Chance-Risiko-Verhältnis.

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    1. Mein Dividendendepot beinhaltet ja eine ganze Reihe von BDCs, vor allem hoher Qualität. KCAP, PSEC und auch ARCC sind die drei spekulativen Beimischungen mit entsprechend geringer Gewichtung. Hier ziele ich nicht (nur) auf die hohen Dividenden, sondern auf einen Turnaround bzgl. der bisherigen NAV-Absenkungen. Würde der Turnaround klappen, würde nicht nur der NAV wieder steigen, sondern auch das NII und folglich die Dividenden.

      Dennoch sind die drei genannten schon unterschiedlich. Während bei PSEC als echter Hemmschuh die exorbitante Managementvergütung negativ auffällt, ist es bei KCAP das starke und ansteigende Exposure bei den CLOs. Man hat inzwischen einen Weg gefunden, das vorhandene Investmentkapital zu hebeln, was zusätzliche Chancen, aber auch Risiken birgt. Bzgl. der angepassten Strategie hat das Management klare Vorstellungen und die klingen für mich aussichtsreich. Deshalb bin ich (wieder) an Bord. Ob sich das am Ende auszahlt, bleibt abzuwarten. Bei ARCC erfolgt der Turnaround "intern", da man sich ja durch die Übernahme eine Menge an Problemen mit eingesackt hat. Diese werden nun bereinigt und ARCC scheint jetzt gerade die Kurve zu kriegen. Ist daher der aussichtsreichste Wert unter den dreien. Und wenn der Turnaround bei denen klappt, dann stehen wir vor perspektivisch deutlich steigenden Dividenden und in der Folge erheblichen Kurssteigerungen. Aber... aufgrund des deutlich spekulativeren Charakters sind es eben auch nur drei niedrig gewichtete Depotbeimischungen, denn mein Dividendendepot zielt zuvorderst auf sichere und hohe Renditen ab. Und da gebe ich Dir völlig Recht, NMFC oder AINV sind da eine sehr gute Wahl im Bereich der 10-Prozenter.

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