Dienstag, 30. Oktober 2018

MasterCard bleibt auf Kurs: Hier(mit) bezahlt die Welt...

MasterCard schwimmt seit Jahren auf einer Erfolgswelle und ist einer der größten Profiteure des Trends zum bargeldlosen Bezahlen. Über die letzten Jahre ist MasterCard schier unaufhaltsam gewachsen, denn immer mehr Menschen bezahlen ohne Bargeld, immer mehr Geschäfte akzeptieren bargeldloses Bezahlen und insbesondere der Onlinehandel greift immer mehr Anteile am weltweiten Handel ab. 2017 wurden laut Nielsen-Report weltweit bereits $23 Billionen im Bereich von E-Payments abgewickelt und das Volumen soll bis 2023 auf $40 Billionen anschwellen. Bei angenommenen 1,5% bis 2% Gebührenaufkommen adressiert MasterCard (WKN: A0F602) einen Markt von $600 bis 800 Mrd. Pro Jahr!

Heute gab der Zahlungsdienstleister seine Zahlen zum abgelaufenen dritten Quartal bekannt und da dürfte ein Blick durchaus lohnen...


Das in New York ansässige Unternehmen hat per 30. September weltweit 2,5 Mrd. MasterCard- und Maestro-Karten ausgegeben, über die im letzten Quartal 23,12 Mrd. Transaktionen abgewickelt wurden und damit 19,2% mehr als im entsprechenden Vorjahreszeitraum. Auf Dollarbasis stieg das Volumen der abgewickelten Zahlungen um 9% auf 1,47 Billionen Dollar, während der Nettoumsatz um 14,7% auf $ 3,90 Mrd. zulegte.

Der Nettogewinn kletterte in den drei Monaten bis zum 30. September auf ein Rekordniveau von $1,90 Mrd. oder $1,82 je Aktie (Vorjahr: $1,43 Mrd. oder $1,34 je Aktie). Auf bereinigter Basis, also ohne Einmaleffekte, erzielte das Unternehmen $1,78 je Aktie und konnte mit diesem 33-prozentigen  Sprung damit die Analystenschätzungen um ganze 10 Cents je Aktie übertreffen!

 MasterCard (Quelle: wallstreet-online.de)
Meine Einschätzung
MastarCard - und der größere Rivale VISA - sind und bleiben die größten Profiteure im Payment-Markt. Fintechs hin oder her, an den beiden Zahlunsgsabwicklern führt kein Weg vorbei. Nicht etwa, weil Kreditkarten en vogue wären, das sind sie nicht (mehr). Sondern weil die beiden die Points-of-Sale kontrollieren, also die Schnittstellen zwischen Kunde und Händler. Mastercard, der kleinere der beiden, hat 47 Millionen Vertragspartner weltweit. Ein Partnernetz, das man in 60 Jahren aufgebaut hat. Deshalb sind AliPay, Apple Pay oder GooglePay auch keine Konkurrenten, sondern auf Kooperationen mit MasterCard und VISA angewiesen, wollen sie ihre Payment-Dienste zum Erfolg führen. Eine solche eigene Infrastruktur zu schaffen mit zig Millionen von Vertragspartnern würde nämlich enorme Summen und Zeit in Anspruch nehmen. Daher gehen sie alle den einfache(re)n Weg und kooperieren.

Somit wird MasterCard auch künftig von Aufstreben neuer Mittelschichten in Aseien profitieren, von der starken Konjunktur in den USA und den dortigen niedrigen Arbeitslosenzahlen. In Deutschland ist die Zahl der Arbeitslosen übrigens gerade auf den tiefsten Stand seit 1980 gefallen. Und wer Arbeit hat und Geld verdient, kauft auch mehr ein. Und zwar immer öfter bargeldlos. Und MasterCard verdient immer öfter und immer mehr mit. Ein Unternehmen in einem stark zulegenden Markt mit einem kolossalen, kaum überwindbaren Burggraben, das ist ein Quality Investment erster Güte und Kursrücksetzer sollten sich auf lange Sicht immer als gute Einstiegs- bzw. Nachkaufgelegenheiten erweisen.

Disclaimer
MasterCard befindet sich auf meiner Beobachtungsliste und in meinem Depot.

Kommentare:

  1. Volle Zustimmung! Angesichts des aktuell um über 30% p.a. wachsenden Gewinns relativiert sich auch die nach wie vor nicht gerade günstige Bewertung. Es bleibt halt die Frage, ob Mastercard und Visa wirklich auch langfristig nicht zu disrupten sind von den E-Payment-Providern. Aber bisher gibt es wenige Anzeichen dafür - siehe auch https://thedlf.de/mastercard-aktie/

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  2. Warum befindet sich Mastercard auf der Empfehlungsliste, Visa aber nicht?
    Weicht die Einschätzung der Zukunftsaussichten hier deutlich voneinander ab?

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    1. Nein, man kann sowohl MasterCard als auch VISA gut im Depot haben. Ich gebe MasterCard aus zwei Gründen den Vorzug: 1. sie waren zuletzt innovativer und sind im Ausland (außerhalb der USA) etwas besser positioniert und 2. ist MasterCard kleiner als VISA und hat dem entsprechend alleine deshalb noch mehr Wachstumsmöglichkeiten.

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  3. Geht es bei den Partnern nicht nur um einfache Akzeptanz?
    Die Frage, die ich mir stelle ist, ob nicht einfach ein Unternehmen kommen könnte und den Händlern bessere Bedingungen anbietet (d.h. weniger Gebühren verlangen). Würden die dann nicht sehr schnell auch das neue Unternehmen akzeptieren?

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    1. Kann denn jeder einfach eine Kreditkarte herausbringen? Was bedeutet denn das? Da muss ja im Hintergrund auch die Struktur stehen, damit die Zahlungen abgewickelt werden können. Man benötigt nicht nur die Händler, die die Karte akzeptieren, sondern auch die Kunden, die die Karte überhaupt nehmen und dann einsetzen. Woher sollen die Kunden die Karte bekommen, wenn die Banken doch alle Partner von MasterCard und VISA sind und an der Ausgabe dieser Karten verdienen? Erinnere Dich mal an Diners Club - auch so eine Karte, gibt es die noch, kann man damit noch irgendwo bezahlen?

      Für den Händler geht es aber nicht nur um die Gebühren an sich. Der hat ja auch hohe Kosten für den Bargeldtransfer: zählen, bewachen, zur Bank bringen (lassen). Das alles entfällt bei der Kartenzahlung. Und der Händler setzt beide Kosten gegeneinander und... was sind da schon 1,5%? Als nächstes fallen die Kassierer/innen weg, ein weiterer hoher Kostenfaktor. Aber... bezahlen müssen die Kunden ja trotzdem irgendwie. Also über verlässliche Partner, wie MasterCard oder VISA. Oder GooglePay oder ApplePay. Die aus den im Artikel genannten Gründen aber ja bewusst Partnerschaften mit VISA und MC eingegangen sind. Eben weil sie diese Infrastruktur nicht aufbauen wollen und können. Jedenfalls nicht, um am Ende damit Geld verdienen zu können im Vergleich dazu, dass sie dieses Feld VISA und MC überlassen.

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