Samstag, 21. November 2020

Jubiläum: Seit neun Jahren wird hier intelligent investiert

Auf den Tag genau neun Jahre ist es her, dass ich dieses Blog ins Leben gerufen habe; am 21.11.2011. Der Name "Intelligent investieren" stammt von Benjamin Grahams legendärem Standardwerk über das Value Investing, das mich und meinen Anlagestil geprägt hat. Dabei habe ich mich durchaus weiterentwickelt, vom Bottom-up-Ansatz immer weiter in Richtung Top-Down-Analyse, vom klassischen Deep Value Investing hin zum Quality Investing.

Die Dominanz der neuen Technologien mit ihren enormen und wachsenden Cashflows in Kombination mit dauerhaft niedrigen Zinssätzen formte einen neuen Investmentansatz: Growth at a reasonable price (GARP). Auch deshalb performen Growth-Aktien seit der Finanzkrise Value-Aktien aus. Dennoch bieten sich auch abseits der großen Technologieriesen interessante Opportunitäten, die ich vor allem bei deutschen Nebenwerten gezielt herauszupicken versuche. Mit Tenbagger-Potenzial auf längere Sicht. Das klappt nicht immer, aber doch schon mehrfach...

Dass ich dieses Blog betreibe, habe es bisher (fast) keinen Tag lang bereut. Ich schreibe hier über ein Thema, mit dem ich mich ohnehin viel befasse; und es ist mir gelungen, mein liebstes Hobby zum Beruf zu machen: das Investieren in Aktien.
»Am Fließband stehen, das ist Arbeit. Was ich mache, ist Freizeitgestaltung mit beruflichem Hintergrund.«
(Karl Lagerfeld)
Besser als Karl Lagerfeld kann ich es nicht ausdrücken, wie ich das Börsengeschehen und meine Möglichkeit, mich "rund um die Uhr" damit zu beschäftigen, empfinde. Dieses Blog ist zu einem ganz wichtigen Teil dessen geworden, was ich an positiven Assoziationen mit dem Börsengeschehen verbinde und dazu trage natürlich nicht allein bei, sondern dahinter steckt wesentlich mehr...
 
Die Börse ermöglicht(e) mir die finanzielle Freiheit, also genau das, wonach so viele Streben. Ich kann arbeiten, muss es aber nicht mehr. Ein Teil meiner Arbeit besteht zudem inzwischen daraus, für Börsenmagazine und/oder Börsenbriefe Artikel - bezahlte - zu schreiben. Ich muss also mit diesem Blog kein Geld verdienen und deshalb sind und bleiben alle Inhalte kostenfrei. Trotzdem gibt es ab und hier Werbebanner, Affiliate-Links und ab und zu mal einen bezahlten Gastartikel. Gerade bei diesen steht aber nicht die Einnahme im Vordergrund, sondern dass der Gastartikel thematisch zu meinem Blog passt und inhaltlich nicht meinen Vorstellungen komplett zuwider läuft.

Neun Jahre voller Veränderungen

In den neun Jahren seit dem "spontanen" Start des Blogs hat sich sehr viel verändert. An dem verregneten, nasskalten, eben typischen Novembertag Ende 2011 legte ich einfach los. Ich hatte weder ein Konzept für ein Blog, noch eine Vorstellung wie so etwas funktioniert oder in welche Richtung ich dieses Projekt entwickeln wollte. Das Blog "stand" innerhalb weniger Minuten und ich war entsprechend skeptisch. Und aufgeregt. Dieses Blog war quasi mein Ruf hinaus in die Welt, ob noch jemand anderes meine große Leidenschaft für das Investieren teilt. Und seit dem ersten Tag bastele ich mit meinen bescheidenden Kenntnissen an der Technik, dem Layout und der Gestaltung herum.

Nach und nach fülle ich es mit Inhalten und Leben. Meine Zuneigung zu diesem Projekt hat sich jedenfalls in den letzten neun Jahren nicht abgekühlt und darüber freue ich mich wirklich. Denn aus meiner Anfangszeit sind kaum lesenswerte Blog übrig geblieben, viele alte Weggefährten meiner ersten Bloggerstunden haben die Segel wieder gestrichen. Weil ihnen nichts mehr einfiel oder die Last, ständig neue Inhalte erstellen zu müssen, zu große wurde. Weil sich ihre Lebensumstände geändert haben oder auch aufgrund der großen rechtlichen Hürden, die neue gesetzliche Vorgabe, wie u.a. die  DSGVO, uns Bloggern auferlegen.

Kaum ein Blogger weiß von seiner Pflicht, sein Finanzblog bei der BaFin anzumelden!

Wer das unterlässt, begeht einen Rechtsbruch, der mit teuren Bußgeldern belegt werden kann. Aber darüber schreibe ich an anderer Stelle mal ausführlich, denn das ist echt trockener Scheiß und ich schiebe diesen Artikel schon länger vor mir her, weil mir dazu irgendwie die Muße zu fehlt.

Das ist übrigens auch etwas, das ich durch das Bloggen erst entdeckt habe: meine Neigung zum Schreiben, zum Geschichtenerzählen. Was habe ich mich damit in der Schule schwer getan, Aufsätze zu verfassen war ein Horror für mich. Stundenlang habe ich vor einem leeren Blatt gesessen und nichts zustande gebracht.

Allerdings habe ich früher auch nicht gerne gelesen, das hat sich erst mit der Zeit entwickelt. Historische Romane waren da der Einstieg, denn Geschichte hatte mich schon immer fasziniert. Vermutlich folgte das Schreiben irgendwann meinem Interesse am Lesen und als erstmal der Damm gebrochen war, wurde aus dem Rinnsal schnell ein Fluss.

Heute ist es jedenfalls so, dass ich bei einem neuen Thema einige Zeit "draufrumdenke" und mir dann eine Idee kommt, wie ich eine Geschichte über das Unternehmen, die Branche oder die aktuelle Entwicklung aufziehen kann. Dann mache ich mir einige Stichworte und lege los. Ich starte mit einer Idee und das Schreiben kommt beim Schreiben. Ich bin echt dankbar, dass es mir meistens so leicht von der Hand geht. Bis auf wenige Ausnahmen, wo ich mich quälen muss, weil mir partout nichts Gescheites einfällt, wo ich keinen Zugang zum Thema finde. Bei Blogartikeln ist das nicht ganz so schlimm, die "erwartet" ja niemand von mir. Für meine (ehemalige) Kolumne im Aktien Magazin, meine Portfoliochecks, meine Artikel für den Aktien Report, meine Spezial Reporte für die Rendite Spezialisten oder meine Depot News beim Börsenbrief Gewinner Aktien sieht das anders aus. Dort habe ich manchmal Themenvorgaben und auf jeden Fall feste Abgabetermine. Und bisweilen enge Vorgaben was die Länge des Textes angeht. Mann, das missfällt mir am allermeisten, weil ich doch so gerne aushole, wenn ich erstmal ins Schreiben gekommen bin (wie man auch an diesem Artikel schon wieder sehen kann; wie war noch gleich das Thema? Ach ja, mein neunjährigen Blog-Jubiläum...).

Frei nach Winston Churchill sollte ein guter Artikel einen guten Anfang und ein gutes Ende haben und dazwischen sollte er möglichst kurz sein.

Diesen hohen Ansprüchen werde ich nur selten gerecht, ich weiß. Daher bin ich dankbar, wenn meine Leser den Text bis zum Ende durchstehen. 

Feedback ist (mir) wichtig

Ein ganz wesentlicher Faktor beim Schreiben ist natürlich das Feedback. Wenn man sich Mühe gemacht und seine Gedanken ausformuliert hat, und der Artikel mehrere tausend Male aufgerufen wurde, aber nicht ein einziger Kommentar darunter steht, ist das schon enttäuschend. Nicht, dass es auf das Feedback einen Anspruch gäbe. Und es geht nicht nur mir so. Ich ertappe mich ja selbst, dass ich in anderen Blogs Artikel lese und dann wegklicke, ohne das sich einen kurzen Kommentar hinterlasse. Ich habe dann immer ein schlechtes Gewissen, weil ich ja genau weiß, wie sich der Autor fühlt; andererseits ist meine Ausrede stets, dass ich gerade keine Zeit für einen fundierten Kommentar habe und auch nicht nur eine kurze, wenig sagende Bemerkung hinterlassen will. Was Quatsch ist, denn das ist besser als nichts.

Naja, mir geht es nicht darum, beklatscht zu werden. Ich verfasse meine Artikel mit dem Ziel, darüber mit euch, den Lesern, ins Gespräch zu kommen. Das ist für mich eine ganz entscheidende Motivation und füllt immer wieder meine Akkus auf. Ich lerne durch die Diskussionen, durch die Anmerkungen und Anregungen, und auch durch die Kritik. Natürlich bin ich erstmal angefressen, wenn ich Kontra bekomme, aber ich denke trotzdem darüber nach. Auch ändere manchmal meine Meinung, auch wenn das durchaus dauern kann. Niemand liegt immer richtig, auch ich nicht. (K)eine erschreckende Erkenntnis, aber eine, die man sich immer wieder vor Augen halten sollte. Selbst die besten Investoren der Welt liegen selten mehr als in 60 Prozent der Fälle richtig. Also kann ich es wohl kaum besser machen. Daher muss man seine Fehler analysieren, akzeptieren und konsequent angehen, während man seinen Erfolgen die Chance bewahren muss, noch großartiger zu werden. Tenbagger entstehen, weil man richtig liegt und nicht zu schnell die frühen Erfolge einstreicht. Wer bei Amazon, Apple, Netflix, Alphabet, Microsoft, Hypoport, MBB usw. nach den ersten 100% oder 200% Gewinne mitgenommen hat, hat damit mehr Geld verschenkt, als wenn die Hälfte seiner Depotwerte pleite gegangen wäre! Dabei ist es nicht einfach, bei seinen Erfolgsaktien an Bord zu bleiben.

"Die Kunst, nicht zu verkaufen", muss man erlernen und zwar bei jedem Erfolswert aufs Neue!

Was bleibt, was kommt

Ich bin zufrieden. Mit diesem Blog, mit dem Investieren, mit meinem Leben. Ich habe nicht das Gefühl, unbedingt irgendetwas ändern zu müssen. Ich fühle mich frei. Trotz aller Verpflichtungen, trotz aller Ideen, trotz der einen oder anderen Problemzone. Und ich bin sehr dankbar für dieses Gefühl und die Umstände, die es erzeugen. Und in diesem Sinn möchte ich auch das Blog weiterführen: als Verantwortung, aber nicht als Verpflichtung, als Leidenschaft, aber nicht als Mission, als Medium zum Erfahrungsaustausch, aber nicht als Propagandainstrument zur Selbstdarstellung.

Es wird weiterhin nicht zu meinem Ziel werden, mit diesem Blog Geld zu verdienen. Daher gibt es keinen kostenpflichtigen "Premiumbereich". Ich investiere mein eigenes Vermögen und damit verdiene ich mir (inzwischen) meinen Lebensunterhalt. Und ich schreibe darüber, das Bloggen ist und bleibt mein Hobby.

Neu ist allerdings, dass mich eure wiederholte Nachfrage nach Wikifolios dazu veranlasst hat, zwei Wikis aufzulegen: "Kissigs Nebenwerte Champions" und "Kissigs Quality Investments" warten "nur" noch auf die Freischaltung durch Wikifolio bzw. Lang & Schwarz, damit sie investierbar werden.

Über die Werbebanner, Gastartikel und über den "Donate-Button" für PayPal-Spenden trudeln zwar ein paar Euros an Werbeeinnahmen bei mir ein, aber die sind in der Höhe eher vernachlässigbar und ich betrachte sie auch nicht als Einkommen (auch wenn ich sie als solche beim Finanzamt meines Vertrauens versteuere), sondern als "Aufwandsentschädigung" eines Ehrenamtlichen. Also nicht als Entgelt/Entlohnung. Aber keine Sorge, gemeinnützig ist und wird dieses Blogprojekt nicht. Ich betreibe es aus reinem Eigennutz: um mit euch ins Gespräch zu kommen und ein besserer Investor zu werden; durch Selbstreflektion und durch eure Meinungen und Kommentare.

Daher hoffe ich, dass ihr mir und diesem Blog weiterhin als Leser treu bleibt und die nötige Toleranz aufbringen könnt, meine "Klookschietereien" zu ertragen. Mir ist durchaus bewusst, wie schwer das ist, ich muss das immerhin 24 Stunden am Tag an sieben Tagen in der Woche leisten... ツ

Disclaimer: Habe Alphabet, Amazon, Apple, Hypoport, MBB, Microsoft, PayPal auf meiner Beobachtungsliste und/oder in meinem Depot/Wikifolio.

Kommentare:

  1. Danke fürs Bloggen !

    DIC Asset hatte ich durch deinen Blog auf dem Schirm und habe bei 10,50 Euro dann letztendlich zugeschlagen !

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  2. Hallo Michael, vielen dank auch von mir - ich bin durch Dich hier und auch in den einschlägigen Boards bei WSO auf einige gute Investitionen aufmerksam geworden bzw. konnte meine Überlegungen zu interessanten Werten validieren. Jedenfalls weiterhin viel Erfolg an den Kapitalmärkten - ich werde weiterhin jeden Deiner Artikel "verschlingen" und mich in ausgewählte Vorschläge von Dir vertiefen!

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  3. Ganz toller Block, habe viel gelernt und bewundere Deine Ausdauer, uns hier immer wieder an Deinen ausführlichen Analysen teilhaben zu lassen. Weiter so, denn ich freu mich immer, wenn über Twitter die Info reinkommt, dass Du einen neuen Artikel geschrieben hast. Auch wenn jeder seinen eigenen Anlagestil entwickeln muss, ist Dein Blog eine große Hilfe. Und viele Tipps kann ich aus meiner eigenen Börsenerfahrung nur bestätigen (minimaler Cashbestand, kein Stop-loss...)

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  4. Marco Sommer21.11.20, 15:43

    Lieber Michael,
    herzlichen Glückwunsch zum Jubiläum und vor allem vielen Dank! Ich weiß nicht, ob dir bewusst ist, was du mit deinem Blog leistest. Seriöse informative Beiträge sind sooo wichtig, insbesondere für Neulinge am Markt, die vielleicht auch noch nicht das Budget haben, jedes Abo auszutesten. Jedes Buch (auf Deutsch) ist auch erstmal Glücksspiel, ob es die investierte Zeit lohnt. In dieser Branche sind so viele Bauernfänger unterwegs, dazu mitteilungsbedürftige Menschen mit geballter deutscher Finanz"kompetenz" bei der sich mir die Fußnägel hochklappen. Brr. Ich informiere mich fast ausschließlich im englischen Sprachraum und freue mich immer, wenn ich mal was Tolles auf Deutsch lesen kann. Obwohl ich mich eigentlich nicht hauptsächlich in der Value/B&h Ecke verorte, lese ich alle deine Beiträge mit großem Interesse. Einige Aktien habe ich auch dank Deiner Beiträge gekauft und es nicht bereut :). Vielen Dank, dass du deine interessanten Überlegungen mit uns teilst. Ich glaube, mit den Wikis wird das zukünftig auch finanziell belohnt. Viel Erfolg mit Deinen Investitionen auch in den nächsten neun Jahren.

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  5. Hallo Michael,

    herzlichen Glückwunsch zu deinem heutigen Jubiläum und vielen Dank dafür, dass es deine intelligent recherchierten und verfassten Beiträge auch mit ermöglichen, intelligent zu investieren.

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  6. Hermann-Josef Stoffel21.11.20, 17:55

    Hallo Michael,
    zunächst einmal herzlichen Glückwunsch für neunjähriges erfolgreiches bloggen und herzlichen Dank für den hervorragenden Content, den Du lieferst.

    Leider bin ich erst vor etwa zwei Jahren über die kleine Finanzzeitung auf Deinen Blog aufmerksam geworden. Ich stellte fest, dass sich einige meiner Investments auf Deiner Beobachtungsliste standen und ich konnte durch gezielte Suche auf Deiner Webseite noch zusätzliche Infos zu „meinen“ Unternehmen erhalten. So auch zu Danaher, in die ich seit 2014 investiert bin. Nicht zuletzt aufgrund Deiner ausführlichen und fundierten Artikel bin ich in Edwards Lifesciences, Costco, DIC und Hypoport eingestiegen.

    Ich werde dich hier -so Gott will- sehr gerne auch die nächsten neun Jahre begleiten und freue mich, dass Du mit der gleichen Leidenschaft wie bisher weiter bloggen möchtest.

    Beste Grüße
    HJ Sto

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  7. Ein Mitleser aus Aachen21.11.20, 18:33

    Sehr geehrter Herr Kissig,
    volle Anerkennung und herzlichen Dank für Ihren Blog, den ich sehr wertschätze.
    Seit etwa fünf Jahren verfolge ich Ihre Ausführungen mit stetiger Aufmerksamkeit.
    Als Mittsechziger, der sich als (konservativer ?) Value-Investor betrachtet und überwiegend im deutschsprachigen Nebenwertesektor investiert ist, ziehe ich bei meinen Entscheidungen gerne auch Ihre Meinung zum einzelnen Investment zu Rate. Ich teile nicht jede Ansicht von Ihnen, aber Ihre Argumente sind mir wichtig. Ich teile u.a. Ihre Affinität betr. Beteiligungsgesellschaften und konnte insbesondere mit dem Investment in die MBB AG von Ihrer Weitsicht profitieren.
    Da ich als stiller Mitleser in manchen Blogs sowie insbesondere in den Foren von wallstreet-online unterwegs bin, bilde ich mir ein, zumindest einen teilweisen Überblick über die dortige Qualität der Ausführungen (und Ergüsse) zu haben.
    Und damit komme ich zum Kernpunkt meiner Rückmeldung an Sie.
    Ich wertschätze insbesondere die stets seriöse, fundierte und detailreiche Art und Weise Ihrer Ausführungen zu den unterschiedlichsten Themen. Ihre immer auch sprachlich niveauvollen Beiträge vermitteln mir zum Einen eine hohe Sachkenntnis, die mir bei meinen Entscheidungen weiterhilft und heben sich zum Anderen wohltuend von manchem „Marktgeschrei“ in den Medien ab. Auch Ihre sporadischen Einwürfe in einzelnen wallstreet-online-Foren erlebe ich stets angenehm sachlich im Gegensatz zu manchem Foren-„Getümmel“.
    Ich wünsche Ihnen persönlich und Ihrem Blog für die Zukunft alles Gute, verbunden mit einem nochmaligen Dankeschön.

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  8. Ach die BaFin, kleine Blogger überwachen - während gleichzeitig ein Milliardenbetrug unter den Augen der BaFin unbeachtet blieb.

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    1. Das haste wohl falsch verstanden. Ich schrieb nicht, die BaFin würde das tun, sondern dass Finanzblogger hier in der Pflicht sind. Und wenn irgendjemand die BaFin mit der Nase auf ein Finanzblog stößt, dann melden die sich (zwangsweise). Von sich aus können die nicht viel unternehmen; soweit ich weiß, habe die weniger als zehn Personen, die für die Kapiltalmarktaufsicht in Deutschland zuständig sind...

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  9. Ich liebe diesen Blog . Danke für alles. LG Thomas

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  10. Ich bin auf jeden Fall ein großer Fan von diesem Blog und dankbar, dass es ihn gibt.
    Habe jetzt auch schon ein paar Abstürze an der Börse hinter mir (der 1. war 2008/2009), aber dieser Blog hat mich darin bekräftigt an guten Werten einfach festzuhalten und von Markttiming abzusehen. Und das hat sich tatsächlich ausgezahlt.

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  11. Danke für den Blog. Einer von nur novh sehr wenigen, die ich regelmäßig lese.
    Ihre Art und Weise kommt meinem Investmentansatz sehr nahe. Bin nicht immer ihrer Meinung bei der Bewertung, aber das wichtigste ist, dass man die Gewinner behält. Diese werden hoffentlich die Verlierer locker ausgleichen.

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  12. Dieser Blog ist für mich der beste Finanz-Blog im deutschsprachigen Raum! Chapeau und danke, lieber Michael!

    Vielleicht magst du mal etwas über die Umsetzung deiner finanziellen Freiheit schreiben. Also wie sieht deine Entnahmestrategie aus? Wie sind deine Entnahmeraten? Atmend ... also in Bullenmärkten höher, in Bärenmärkten niedriger?

    Ich selbst werde wohl in 3-4 Jahren soweit sein, dass ich "Freizeitgestaltung mit beruflichem Hintergrund" betreiben kann.

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    1. Finanziell frei ist, wer nicht mehr arbeiten muss. Objektiv betrachtet habe ich diesen Zustand bereits vor einigen Jahren erreicht. Meine regelmäßigen Einkünfte sind allerdings weiterhin hoch genug, dass ich keine Entnahmen aus meinem Depot vornehmen muss. Insgesamt fließt privat und in die GmbH (wo ja meine Aktien drin liegen) jeden Monat mehr Geld rein als raus.

      Vor ein paar Jahren war das noch nicht so, da habe ich mir mtl. Geld aus der GmbH genommen (erst als Gehalt, später dann als Darlehensrückzahlung), um mein privates Einkommen aufzubessern. Das tue ich jetzt nur noch alle paar Monate mal, wenn mal eine größere Ausgabe ansteht. Ansonsten komme ich gut mit meinem Geld aus; auch weil ich nicht das anspruchsvollste Leben führe und durchaus auf meine Ausgaben achte.

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    2. Woher genau stammen deine regelmäßigen Einkünfte? Dividenden, Autorentätigkeit, Sonstiges?

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    3. Meine Einkünfte jetzt hier öffentlich auszudröseln, geht (mir) dann doch etwas zu weit. Auch kann ich nicht erkennen, welchen Mehrwert diese Informationen für meine Blogleser, also an Aktieninvestments Interessierte, hätte. Daher passe ich an dieser Stelle... ;-)

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    4. Hallo Michael,
      so genau wollte ich es nicht wissen. Es ging mir eher um eine grobe Planung. Also auf welchen Komponenten baust du auf und wie stark spielen dort Aktieninvestments, Dividenden, evtl. Immobilien (auch selbstgenutzt) oder sonstige Investmenttätigkeit (auch schreibend) eine Rolle? Ich wäre nur neugierig, ob das für deinen Lebensunterhalt reicht, oder du aus anderen Quellen noch Einkünfte generierst (egal welche)?

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    5. Immobilien habe ich seit Jahren nicht mehr, ich setzte vollständig auf Unternehmensbeteiligungen, also Aktien. Da mein Vermögen in meiner GmbH liegt, fließen mir privat keine Dividenden zu, sondern die landen ebenfalls in der GmbH. Da ich mir kein Gehalt zahle, erkennt das Finanzamt meine Geschäftsführertätigkeit nicht mehr als meinen Hauptberuf an, sondern das ist seit meiner 2019er Steuererklärung nun das Bloggen. Aber auch nur, weil ich ja irgendeinen Beruf haben "muss".

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  13. Moin und Gratulation zu einem weiteren Jahr mit vielen lesenswerten beiträgen.
    Ich persönlich hätte mich ja gefreut über ein paar Artikel aus den Anfangszeiten, insbesondere diejenigen, die man gerne für immer aus dem Gedächtnis des Netzes gelöscht wüsste... :D

    Höhepunkt für mich ist jedenfalls dein Einstieg ins Wiki-Business. Ich denke, da wird deinem Blog eine Menge Traffic zufließen, welchen du jetzt noch gar nicht abschätzen kannst. Mehr Erfolg im Wiki -> mehr Investoren -> mehr Verweise bei Kommentaren auf deinen Blog -> mehr Traffic hier.
    Und auch mehr Belohnung für deine Mühen über die Wiki-Vergütung. Ich denke, du wirst da mit der Zeit einer der großen werden, und das zu Recht.

    Ansonsten danke für viele Infos, du leistest großes auch für die vielen Neulinge an der Börse, so auch für mich, als ich vor einigen Jahren eingestiegen bin. Einige Werte habe ich erst durch dich kennengelernt, eine DIC fällt mir da ein. Oder eine DFV, von welcher du dich allerdings schon verabschiedet hast. Sind mir irgendwie durch meine Screenings gerutscht.

    Ein Thema, dass ich bei dir noch nie gelesen habe (achtung, Kritik Nr.1!) ist das Thema Corporate Responsibility. Du investierst in Quality, klammerst aber dieses Thema dabei vollkommen aus. Das finde ich schade - auch wenn du da in guter Gesellschaft bist in der Bloggerszene. Ich verstehe meine Aktienkäufe immer als meine Beteiligung an einer Unternehmung. Und von manchen Unternehmen möchte ich kein Teil sein, weil deren Geschäftspraktiken mich anwidern. Die Geschäfte mögen glänzend laufen, die Geldquellensprudeln, die Aussichten sind auf Jahre fantastisch. Ich fasse die trotzdem nicht mit der Kneifzange an. Weil die sprichwörtlich auch über Leichen gehen. Oder ihre Mitarbeiter wie Dreck behandeln. Amazon mag in deinen Augen das großartigste Unternehmen der Welt sein. Ich sehe aber auch die Überwachung der Mitarbeiter. Die Gängelung. Die schlechte Bezahlung bei gleichzeitig unglaublichen Vermögen der Führung. Und ja, ich weiß reißerische Medienberichte dazu sehr wohl einzuordnen. Aber es bleibt dabei: Wenn ich dort ums Verrecken nicht Kommissionierer sein will, oder Fahrer, dann investiere ich dort auch nicht. Egal wie viel Geld die verdienen. Oder ich mit meinen Anteilen daran verdienen könnte. Ich verzichte ganz bewusst auf Geld, weil ich aus "moralischen" Gründen nicht investieren will. Dazu habe ich bei dir noch nie etwas gelesen - kann mich zumindest nicht daran erinnern.

    Kritik Nr.2 : Du hältst dich gerne auch mal nicht an deine eigenen Investmentgrundsätze. Erst kommt ein Artikel über die Wichtigkeit eines vertrauenswürdigen Managements über drei Seiten. Am nächsten Tag noch ein Zitat einer Investmentlegende über die Wichtigkeit eines vertrauenswürdigen Managements als tragende Säule eines jeden Investments. Noch einen Tag später steigst du dann bei irgendeiner Samwer-Firma ein. ... :D
    Und einige Tage (Tage sind hier nie wörtlich zu verstehen!) später dann wieder aus, weil Delisting verkündet wurde. Nur ein beispiel von mehreren, welche ich augenrollend zur Kenntnis genommen habe. Mutares ist bei dir auch so ein rein-raus, mir ist noch der...ähm..."missglückte" Börsenstart der Tochter im Gedächtnis...

    So viel zu deinen Baustellen meiner bescheidenen meinung nach. Bist dennoch der beste Blogger, welchen ich finden konnte in Deutschland. Und wirst noch viel größer und einflussreicher werden denke ich, siehe oben.

    Bleib so unabhängig, wie es eben geht mit so viel kommendem Einfluss. Und hab weiterhin Spaß an deinem Hobbyberuf, ich freue mich für dich !!!

    Gruß
    Roland

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    1. Moin Roland,
      es stimmt, Corporate Responsibility spielt bei mir nur eine untergeordnete Rolle, jedenfalls als Negativkriterium. Ich schließe nicht jedes Unternehmen von vorherein als Investment aus, nur weil es nicht die höchsten Standards erfüllt. Ich blicke hier auch auf die Entwicklung. Aber ich beachte Corporate Responsibility und/oder ethische Aspekte durchaus bei meinen Anlageentscheidungen. Ich investiere nicht in Tabakaktien, um Rüstungswerte mache ich auch einen Bogen - allerdings nicht so konsequent, dass ich Microsoft oder Amazon aus dem Depot werfen würde, nur weil sie auch Cloudverträge mit dem US-Verteidigungsministerium eingehen. Auch verstehe ich den Vorwurf gegen Jeff Bezos nicht, er hätte "unglaubliches Vermögen" angehäuft. Was ist daran unethisch oder moralisch verwerflich? Sein Wohlstand, sein Reichtum liegt fast allein in seinem Aktienkapital, also seinen Anteile an dem von ihm gegründeten Unternehmen Amazon.

      Amazon strebt danach, in den nächsten Jahren klimaneutral zu werden. Und Jeff Bezos spendet Milliarden für die Umwelt- und Medizinforschung. Wie übrigens Microsoft-Gründer Bill Gates auch. Für mich sind dies Elemente der Corporate Responsibility, Teile des Stakeholder Value-Ansatzes. Insofern nehme ich eine Abwägung vor zwischen negativen Faktoren und positiven, aber das Ergebnis ist nicht meine höchste Priorität und/oder ein KO-Kriterium bei meinen Investmententscheidungen.

      Zu Deinem zweiten Kritikpunkt, ich würde mich nicht immer an meine eigenen Grundsätze halten. Ja, isso. Kann ich nicht leugnen. Frei nach Oscar Wilde ist es einfacher, solche Grundsätze zu verkünden, als sich dann konsequent daran zu halten. Und das nicht nur, weil manche Grundsätze sich widersprechen und sich manchmal ins Gehege kommen (wie ja auch unsere Grundrechte durchaus kollidieren können). Ich will das nicht beschönigen, ich setze mich manchmal über meine Grundsätze hinweg. "Dumm" daran ist, dass ich es tue. Weniger "dumm" ist, dass ich es auch noch öffentlich mache und mich so der Kritik aussetze. Aber auch das ist Teil des Investmentprozesses, des Lernprozesses, des Besserwerdens. Ich nehme nicht für mich in Anspruch, perfekt zu sein; davon bin ich weit entfernt. Und ich flüchte mich auch nicht in die Entschuldigung, dass andere auch nicht besser sind (und dass sie es "nur" im stillen Kämmerlein tun, wo keiner es mitbekommt). Nein, ich mache Fehler. Zu viele Fehler. Und niemanden stört das mehr als mich selbst. Sich dann der - berechtigten - Kritik daran zu stellen, ist schmerzhaft. Aber, so ist meine Hoffnung, dann auch Teil eines Besserungsprozesses. Ob's irgendwann klappt, werden wir sehen.

      Ein erfolgreicher Lernprozess von mir ist jedenfalls, auf heftige Kurseinbrüche wesentlich gelassener zu reagieren, als ich das früher konnte. Ob das nur an meiner größeren Abgeklärtheit liegt, oder daran, dass sie der "Horroreffekt" nach mehrmaligem Wiederholen einfach abnutzt, oder weil ich während solcher Phasen erst nachdenke und ggf. hier im Blog darüber schreibe, bevor ich handele, weiß ich nicht. Vermutlich eine Kombination aus allem.

      Hierbei erinnere mich an ein Zitat von Hugo von Hofmannsthal: "Das ganze Leben ist ein ewiges Wiederanfangen". Das ist auch beim Investieren so, denke/fürchte ich...

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    2. Moin Chef, ich hoffe du hast meine zwei Kritikpunkte nicht böse aufgefasst. Ich weiß ja um deine öffentliche Aufarbeitung deiner "Fehler" - und weiß diese zu schätzen. Zumal ja jeder Leser auch daran mitlernen kann- ich hätte vielleicht meine Kritik pädagogisch wertvoller als "Sandwich" verpacken sollen, zwischen den Dingen, welche deinen BLog so interessant und lesenswert machen !
      Fehler einzugestehen, und das öffentlich, ist ein seltener Charakterzug geworden. Sieht man häufig in Politik und Wirtschaft, niemand ist verantwortlich, nichts ist passiert, bitte gehen sie weiter.
      Also nochmal Danke für deine öffentliche Aufarbeitung !

      Was die Corp. Reponsibility angeht, da gewichten wir diese wohl einfach nur unterschiedlich. Ich habe selber schon diese Branche mit allen dunklen Ecken kennengelernt - vielleicht ist das Thema deshalb bei mir höher gewichtet. Nach dem Motto, Fleisch essen ist leicht - wenn man nie in einem Schlachthaus war. Amazon-Aktien zu kaufen fällt wohl auch leichter, wenn man nie dort in einem Logistikzentrum gearbeitet hat. Und ich finde nicht das Vermögen von Jeff verwerflich, sondern dass er bei gewaltigen Gewinnen und persönlichem Reichtum seine Angestellten schlecht behandelt und bezahlt. Dass er aus steuerlichen Gründen (oder auch Altruismus!) spendet ist das eine - aber er hat doch so einige Baustellen in seinem eigenen Unternehmen, welche er angehen könnte, um die Welt ein Stück besser zu machen.
      "Klimaneutral" arbeitet mein Unternehmen übrigens auch - am anderen Ende der Welt werden (angeblich) irgendwelche Biogasanlagen gefördert und Forstwälder angelegt - hier vor Ort wird dafür ordentlich der Umwelt geschadet - mit gutem Gewissen, ist ja klimaneutral.
      Möchte mich in dem Thema gar nicht verlieren - unterschiedliche Schwerpunkte in der Gewichtung aller Faktoren beim Aktienkauf sind ganz natürlich.

      Aber was ist denn nun mit deinen peinlichsten Beiträgen aller Zeiten? :)
      Ich finde ein Jubi ist auch immer eine gute Gelegeneheit mit etwas humor zurückzublicken.
      So oder so noch mal besten Dank und bleib gesund !

      Roland

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    3. Ne, habe keine Blessuren ob Deiner Kritik davon getragen. ;-)

      Das mit dem "Ökoschwindel" kenne ich; ich sehe das zwiegespalten. Wenn man ein Ökozertifikat kauft von Norwegischen Wasserkraftwerken, damit man sich hierzulande als CO2-neutral vermarkten kann, hat das Geschmäckle. Es ist nicht im engeren Sinne des Erfinders. Andererseits werden so in Norwegen neue Wasserkraftwerke erstellt und global gesehen, also im weiteren Sinne, profitiert die Umwelt auch hiervon. Besser ist es natürlich, wenn man selbst und direkt umweltfreundlich(er) agiert. Ist aber auch nicht immer vor Ort möglich. So wie in meiner Stadt, her gibt es keinerlei Flächen, die für Windkraft geeignet wären. Soll man es dann gleich ganz lassen oder aber vielleicht doch Geld in die Hand nehmen und woanders Windkraftanlagen bauen (lassen)? Ich präferiere Antwort zwei. Lieber woanders das Richtige tun, als nirgendwo.

      Und was die peinlichsten Artikel angeht.Mir fällt da keiner ein, wirklich nicht. Vielleicht ist aber auch nur meine Schamgrenze inzwischen in die Kniekelen abgerutscht... =)

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  14. Hallo Michael, vielen Dank für deine Aktivität hier. Einer der wirklich allerbesten Blogs in der deutschsprachigen Landschaft. Ich freue mich stets hier etwas Neues von dir zu lesen. Schön dass du weiter machst, und nicht auf das Geld durch diesen Blog angewiesen bist. Das zeichnet sich wirklich aus. Lieben Gruß Christoph

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  15. Einfach "Vielen Dank" und weiter so!

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  16. Hallo Michael, Dein Blog ist sehr lesenwert und ich schaue jeder Woche bei Dir rein. Deine tiefgehenden Analysen zu den jeweilgen Unternehmen sind sehr aufschlussreich. Ich selber investieren in Unternehmen, die eine positive Wirkung („impact“) auf ein oder auch mehrere Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen haben. Dieser Aspekt kommt bei Deinen Analysen nicht vor. Wie stehts Du dazu?
    Anlegern ist es zunehmend wichtig, mit ihrer Geldanlage positiven Einfluss auf den Klimawandel zu nehmen. Unternehmen, die Ihr Geschäftsfeld auf diesen globalen Trend ausrichten, werden die Gewinner von morgen sein.
    Ich freue mich auf weitere interessante Beiträge von Dir. Gurß Marcus

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    1. Moin Marcus,
      im Grunde habe ich Deine Farge schon bei Roland beantwortet. Ich wiederhole meine Gedanken dazu aber gerne noch einmal;


      Ein positiver Impact von Unternehmen auf Nachhaltigkeitsziele (der UN) spielt bei mir nur eine untergeordnete Rolle, jedenfalls als Negativkriterium. Ich schließe nicht jedes Unternehmen von vorherein als Investment aus, nur weil es nicht die höchsten Standards erfüllt. Ich blicke hier auch auf die Entwicklung. Aber ich beachte Nachhaltigkeit und/oder ethische Aspekte durchaus bei meinen Anlageentscheidungen. Ich investiere nicht in Tabakaktien, um Rüstungswerte mache ich auch einen Bogen - allerdings nicht so konsequent, dass ich Microsoft oder Amazon aus dem Depot werfen würde, nur weil sie auch Cloudverträge mit dem US-Verteidigungsministerium eingehen.

      Bzgl. Nachhaltigkeit kann man anführen, dass Amazon danach strebt, in den nächsten Jahren klimaneutral zu werden. Und Jeff Bezos spendet Milliarden für die Umwelt- und Medizinforschung. Wie Microsoft-Gründer Bill Gates auch. Für mich sind dies Elemente der Corporate Responsibility, Teile des Stakeholder Value-Ansatzes - anders herum würde ich Unternehmen aber durchaus aussortieren, wenn sie per se gegen Nachhaltigkeit argumentieren und/oder handeln würden. Wenn also Unternehmen den tropischen Regenwald abholzen, um Rinder zu züchten oder Palmöl anzubauen, dann will ich sie nicht mit meinem Geld unterstützen.

      Insofern nehme ich eine Abwägung vor zwischen negativen Faktoren und positiven, aber das Ergebnis ist nicht meine höchste Priorität und/oder ein KO-Kriterium bei meinen Investmententscheidungen.

      Abweichend von meinen eigenen Auswahlkriterien finde ich es gut, dass immer mehr Fondsanbieter und Vermögensverwalter sich hier neu positionieren und viel strengere Maßstäbe an Nachhaltigkeitskriterien anlegen. Wenn also Blackrock künftig bestimmte Branchen oder Unternehmen nicht mehr kauft mit seinem Milliardencashbestand, so hat das durchaus einen nachhaltigen negativen Einfluss auf deren Aktienkurse - und somit auf die Performance der Aktionäre. Diese machen wiederum den Vorstand dafür verantwortlich (der ggf. sogar entsprechend der Aktienkursentwicklung entlohnt wird und ein ureigenes Interesse an steigenden Aktienkursen hat). So wird mit großem Hebel agiert und eine viel schnellere Wirkung erzielt, als wenn Kleinanleger dies selbst versuchen.

      Bei den Unternehmen selbst schaue ich gerne auf die Megatrends und Nachhaltigkeit, Klimawandel, Ökologie spielen eine immer größere Rolle. Ich habe mich hier ja durchaus positioniert mit Energiekontor, PNE, MBB, aber auch mit Xylem und American Water Works. Es finden sich immer mehr attraktive Unternehmen zum Investieren, ohne alleine aus ethischem oder ideellem Antrieb heraus seine Entscheidungen zu treffen. Oder wie Otto von Bismarck es formulierte: "Wer den Daumen auf dem Beutel hat, hat die Macht". :-)

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  17. Hallo Michael, ich folge Deinem Blog seit ca. 2 Jahren, insbesondere die Portfoliochecks gefallen mir sehr gut und findet man in der Form auch nicht woanders. Vielen Dank! Jan

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  18. Frei nach dem Motto "doch einen kleinen unbedeutenden Beitrag hinzuzufügen und nicht einfach weiter zu klicken":
    Vielen Dank, lieber Michael, für Deine Bereitschaft Deine Gedanken, Dein Handeln und auch Deine Persönlichkeit immer wieder und regelmäßig hier ins öffentliche Schaufenster zu stellen. Mein liebster Blog zum Thema Investieren.
    Weiter so, auf die nächsten 9 Jahre!
    Beste Grüße
    Holger

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  19. Ein großes Lob und ein riesiges Dankeschön auch von mir. Ich freue mich jedes Mal etwas von Dir zu lesen. So etwas seriöses und unabhängiges gibt es nur einmal in Deutschland. Du leistet einen positiver Beitrag um die Aktienkultur hierzulande zu fördern. Weiter so!!! Beste Grüße. Nick

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  20. Neun Jahre sind im Internet eine Ewigkeit, Glückwunsch!

    Auch ich möchte mich für die vielen Artikel bedanken, ich konnte daraus einiges für meine eigenen Anlagen mitnehmen.

    Frage zu den Wikifolios: Wann rechnest Du denn mit der Freigabe, es geht ja doch schon ein paar Monate?


    Auf die nächsten neun Jahre!

    Susanne

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